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«r. 235. L. Jahrgang.

Casseler Neueste Nachrichten

Sonnabend, 9. September 1911.

dem Rufe: Auf Wiedersehen im Lenz!

spielte sich gestern abend auf der Kurfürsten-

unruhig hin- und hergehen, anscheinend mit

tP Darmstadt, 8. September.

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die Sinnbilder des häuslichen Segens, beglei­ten wir bei ihrer Abreise nach Marokko mit

verweigerte zunächst nähere Angaben und er­klärte, nicht weiter leben zu können. Schließlich gelang es, sie zu beruhigen.

Die Opfer der Hitze.

A Ade, ihr lieben Gäste! Der achte Septem­ber ist der Tag Mariä Geburt, an dem na»

von fünf Jahren aberkannt. Der Angeklagte erklärte, gegen das Urteil Berufung einlegen zu wollen.

Das tatkräftige Vorgehen der Darmstädter Stadtverwaltung verdient volle Anerkennung, und es wäre zu wünschen, wenn man sich in anderen Städten daran ein Vorbild nähme. Auch in der Skädtverordneten-Versammlung von Magdeburg fand gestern ein sozial­demokratischer Antrag, der M a giftrat so l- le zur Linderung der Lebensmit­telteuerung Lebensmittel ankau- fen, Annahme. **

und wollte sich von der Brücke in die Spree stürzen, als mehrere Arbeiter die Unglück­liche festhielten. Ohnmächtig sank die Iran ihren Rettern in die Arme. Die Verzweifelte

Das Wetter am Sonnabend. Der amt­liche Wetterbericht sagt für Sonnabend für Heffen-Naflau folgende Witterung voraus: Trocken, meist heiter, tagsüber warm, wahr­scheinlich auch- Sonntag wenig Aenderung.

einem verzweifelten Entschlüsse kämpfend. Plötz­lich ging die Fran an das Geländer der Brücke

dem Sprichwort die Schwalben Abschied nehmen. Die fluggewandten Sommergäste scheinen in diesem Jahre den Termin der Ab­reise genau einhalten zu wollen. Gestern schon konnte man beobachten, wie sich im dichten

Letzte Telegramme.

(Nach Schlag der Redaktion eingegangen.)

Im katholischen Bürgerverein. In der dieser Tage abgehaltenen Generalversammlung des-katholischen Bürgervereins wurde an Stelle des Rektors I a c o b.i Kaufmann Peter H ö - mann als Vorsitzender und Eisenbahnober- sekretär Bauer zu dessen Stellvertreter ge­wählt.

Die Kapelle der Baptisten. Die hiesige Baptistengemeinde, die in den letzten fiinfund- zwanzig Jahren von nicht ganz zweihundert Gliedern auf beinahe sechshundert Glieder an­gewachsen ist, konnte mit ihrer alten Kapelle in der Mönchebergstraße 10 nicht mehr auskommen und sah sich daher zu einem Neubau veranlaßt. Dieses Bedürfnis dürfte in dem jetzt vollende­ten stilvollen Neubau in passender Weise befrie­digt sein. Zu dem Kapellenportal führt ein breiter Fliesensteig, der nach dem Vorgarten zu von einer Mauer abgegrenzt wird. Der Hauptsaal wirkt mit der stimmungsvollen Plattform, den Emporen und der prächtigen Orgel recht einladend. Die Kapelle ist mit elek­trischem Licht und mit Luftheizung, sowie Ven­tilation versehen. Der Bau enthält neben dem großen Saale noch mehrere Räume für die Ju-

London, 8. September. (Privat- te leg ramm.) Die ungeheure Hitze der

brücke ab. Dort sahen Passanten eine noch junge Frau mit ihrem Kinde auf dem Arm

A Die Gestellungsbefehle für die Rekruten. Laut Mitteilung des Bezirkskommandos I in Cassel haben die im Stadtkreise Cassel sich auf« ballenden Rekruten und von den Truppen- und Marineteilen angenommenen Freiwil­ligen ihre Gestellungsbefehle zum Dienstein- tritt am Montag, den 11. September, oder Dienstag, den 12. September (jedesmal von 8 12 Uhr vormittags) im Geschäftszimmer des Hauptmeldeamts (Westendstraße, Erdge­schoß, Stube 3) und zwar persönlich in Empfang zu nehmen. Die Urlaubspässe oder Annahmescheine sind mit zur Stelle zu brin­gen. Dagegen gehen den außerhalb des Stadt­kreises wohnenden Mannschaften die Befehle durch Vermittlung der Ortsbehörden zu.

A Derblinde Passagier". Der Fürsorge­zögling und Feldarbetter Carl Christian G. hatte sich heute wegen Betrugs, intellektueller Urkundenfälschung und Bettelns vor der hiesi­gen Strafkammer zu verantwotten. G. war als blinder Passagier mit einer Fahrkarte Mar­burg-Cölbe bis Cassel durchgefahren. Er hatte sich bei seiner Festnahme sowohl, als auch bei seiner Vernehmung in dem hiesigen Gerichts­gefängnis den Namen Karl Keßler zugelegt und als Wohnort Berlin angegeben. Er be­wirkte dadurch eine falsche Einttagung in die amtlichen Register des Gefängnisses. Der An­geklagte ist in vollem Umfange geständig. Das Urteil gegen ihn lautete wegen Betrugs in zwei Fällen und intellektueller Urkundenfäl­schung auf zwei Monate Gefängnis, wegen Bettelns und Annahme eines falschen Namens auf drei Wochen und fiinf Tage Haft. Ferner erfolgt die U e b e r w e i s u n g an die Landespolizeibehörde.

A Casseler Balkon, Fenster- und Blumen­schmuck im Wettbewerb. Die Schaffung eines schönen Sttaßenbildes veranlaßt die Wettbe­werbe für blumengeschmückte Hausfassaden. Auch in Cassel fand jetzt ein solcher Wettbewerb statt. Wenn auch die Hitze manches von die­sem schönen Schmuck vernichtet hatte, so war doch eine ansehnliche Zahl Anmeldungen vor­handen, und manches Haus gewährte dem Auge ein reizendes Bild. Verhältnismäßig sind viele Preise zur Verteilung gekommen. Der erste Preis besteht in einer Palme oder sonstigen wertvollen Pflanzen, der zweite Preis in einer kleineren Pflanze oder einem Diplom, der dritte Preis in einem Anerkennungs­schreiben.

A Der Wüstling vor der Strafkammer. We-

Teure Zeiten!

Die an sich schon hohen Lebensmitte l- preise haben infolge der anhaltenden Trok- kenheit eine wettere Steigerung erfahren, und es ist zu befürchten, daß die Preise noch weiter in die Höhe gehen werden. An maß­gebenden Stellen ist man auf diese Teuerung bereits aufmerksam geworden, und es ist eine Bewegung im Gange, der Teuerung entgegen­zutreten. Auch in der gesttigen Sitzung der Casseler Stadtverordneten war die Lebensmittelteuerung Anlaß zu einer Inter­pellation. Leider beschäfttgte man sich . hüt der für die gesamte Volkswirtschaft so überaus wichtigen Frage nicht näher, sondern nahm nur eine kurze Erklärung des Magi­strats entgegen und somit war die Angelegen­heit erledigt. Von einer ganz anderen Sette lst die Lebensmittelteuerung in einigen ande­ren Städten angesaßt worden. In Darm- ladt, wo man sich gestern in der Stadtver- ordneten-Versammlung mit der gleichen Fra­ge befaßte, hat man sofort positive Ar­beit geleistet; es wird darüber berichtet:

macht wurde, war der Juwelenraub jedoch schon durch das Telephon gemeldet worden und es gelang der Polizei, die beiden Räuber festzunehmen.

Wie ist eine Aenderung aber zu errei­chen? Der Mittel hierzu gibt es viele. Durch Wort, Schrift und Bild, nicht zuletzt durch die Städtebauausstellungen in Berlin und Düsseldorf, ist in dieser Richtung Anregung genug gegeben worden. Zunächst ist es nötig, daß alle Hausneubauten vom Bauamt unter Hinzuziehung von Privatpersonen ge­nau geprüft werden, den Bauherren kön­nen geeignete Vorschläge gemacht werden, und endlich kann die Stadt selbst durch die An­lage der Straße ihrem Aussehen ein gewisses Gepräge geben. Die Vorgärten bürgern sich immer mehr ein; dann aber sind aus der Straße, soweit es sich um keine direkte Verkehrsstraße handelt, Baumreiben mit Rasenstreifen anzulegen, Plätze mit grünem Schmuck zu schaffen und derglei­chen mehr. Auch auf die Ausgestaltung der Straßenecken ist besonderes Gewicht zu legen. Von großem Werte ist vielfach auch die Aufschließung der Altstadt für den modernen Verkehr. Wenn es nötig ist, sind Stratzendurchbrüche auszuführen, wodurch alte, -unansehnliche Häuser niederge­legt werden und nun neuen Häusern Platz machen. Kommt auf diese Weise mehr Licht und ein größerer Verkehr in die Altstadt, dann wird aus den Ruinen neues Leben blühen...

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Pause im Marokko Handel.

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 8. September.

In der Berliner Konferenz über die Ma- rokkofrage wird, nachdem die deutsche Re­gierung dem französischen Boffchafter Cambon ihre Gegenvorschläge unterbreitet hat, dir Herr Cambon inzwischen nach Paris sandte, eine Pause eintreten. ES wird während die­ser Zeit kein Besuch des Botschafters bei dem Staatsfekretär von Kiderlen-Waechter stattfin­den. Der Reichskanzler von Bethmann Holl­weg ist heute morgen wieder nach Hohen­finow abgereist.

gendvereine und Sonntagsschulen, sowie fünf Wohnungen. Der Vorplatz nach der Straße zu soll zu einem Ziergartesi umgestaltet werden, während der Platz hinter der Kapelle der Ju­gend zum Spielen und.Turnen zur Verfügung gestellt wird. An die Einweihungsfeierlichkei­ten am kommenden Sonntag schließt sich eine Festwoche mit allabendlichen erbaulichen Dar­bietungen an. Die Einweihungsfeier beginnt

Essen (Ruhr), 8. September. (Privat- telegram m.) Eine Marokko-Kund­geb u n g, an der gegen tausend Personen teil« nahmen, fand gestern abend hier statt. Nach einem Bortrag von Dumoulin-Eckhardt wurde eine Resolution an den Reichskanzler abgegeben, in der Verwahrung dagegen eingelegt wird, daß die deutschen Ansprüche in Marokko gegen irgend welche Enffchädigung im aeguatorialen Aftika aufgegeben werden. Die deutsche Staatsleitung dürfe sich versichert hal­ten. daß eine starke deutsche Politik

mrck das Anbringen von falschen Ornamen­ten oder billigen Jmitattonen zu erreichen ver­rückte So ist es dahin gekommen, daß eine Zügel- und Trostlosigkeit in unserem Städte­bau eingerissen ist, die man nur als bedenklich bezeichnen kann. Ganz zaghaft meldeten sich zuerst die Warner, die aber bald ihre Sttmme lamer und deutticher erhoben und heute auf eine große Gefolgschaft verweisen können. Mit Freuden ist es zu begrüßen, daß int mo- beinen Städte- und Häuserbau endlich ein Umschwung zum Bessern eingetreten ist. Man bat das Einfache und Gediegene wieder schät- -cn gelernt, gegenüber dem Unechten und Auf­dringlichen, und berufene Kreise haben die Wege gewiesen, wie man auch mit wenigen Mitteln große Wirkungen erreichen kann.

Sehen wir uns die Straßenarchitek- 1 u r unserer Residenzstadt Cassel an! Nüchterner und trostloser ist wohl üoch in keiner anderen Stadt gebaut worden Durchwandert man die Straßen, so befällt einen manchmal ein Grauen ob der die um den Fensterhöhlen wohnt. Frei­lich, die Sünden, die in Cassel inbezug auf die Straßenarchitektur begangen sind, liegen zum Teil um Jahre zurück. Aber desto mehr sollte man heutigen Tags bestrebt fein, andere Bahnen zu wandeln, um das Alte zu paral­lelisieren. Es hat den Anschein, als ob es tatsächlich besser werden sollte in Cassel, zumal inan in leitenden Kreisen die Berechtigung der Forderung nach Besserung erkannt hat. Ver­schiedene Maßnahmen der letzten Zeit lassen darauf schließen. Erfreulich ist auch, daß die Stadtverwaltung in dieser Beziehung nicht nur die Vertreter der Bürgerschaft, sondern auch letztere hinter sich hat. Aus Cassel ist, wenn auch Jahre darüber vergehen, unbedingt etwas zu macken und es wird aus der Stabt etwas gcmackt werden, wenn alle Kräfte einigend sich die Hände reichen.

ten August in Niederzwehren während der Ab­wesenheit des Wirtes aus einer Kassette einen Betrag von sechs Mark und fünfzig Pfennigen gestohlen zu haben. Der Angeklagte gibt zu, zwei Mark gestohlen zu haben. Das Gericht erkannte dem Antrag des Staatsanwalts ge­mäß auf eine Gefängnisstrafe von vier Monaten. Der Angeklagte nimmt die Strafe an.

schaltung des Zwischenhandels bis zu einem gewissen Grade möglich. Zur Zeit betrage die Spannung zwischen den Schlacht- ^°ma^n u"d den Ladenpreisen nur etwa A Zurück ins Gefängnis. Unter der An- JuEL Fleischverkauf an die I Nage des Rückfalldiebstahls stand der schon minderbemittelte Bevölkerung in die Regie der vielfach vorbestrafte Tagelöhner Ludwig H. ^abt ju nehmen, erscheine, wemstens soweit aus Heiligenrode vor der hiesigen Strafkarn- Großvieh in Betracht komme. mcht mit Erfolg mer. Die Anklage legt ihm zur Last, am vier-

durchführbar. Ein Versuch mit Schweinefleisch könnte in kleinerem Umfang gemacht werden. Ein solches Vorgehen, das jedenfalls die klei­nen Metzger schädigen würde, könnte aber nur dann gerechtfertigt werden, wenn es die allge­meinen Interessen des Publikums gebieterisch I verlangten. Nebenher sei eine Verbilli­gung anderer wichtiger Lebens­mittel, namentlich von Fischen, Ge­müse und Kartoffeln unter Mit­wirkung der-Stadt anzustreben. Ein sozialdemokratischer Dringlichkeitsantrag be­schäftigt sich gleichfalls mit der Teuerungs­frage und fchlägt geeignete Maßnahmen zu deren Linderung vor. Die Stadtverordneten- Versammlung beschloß, den sozialpolitischen Ausschuß zu erweitern und als Notstandsaus­schuß einzusetzen.

gen Verbrechens gegen § 176 Absatz 3 des Reichsstrafgesetzbuches hatte sich heute vor der hiesigen Strafkammer der achtundvierzigjäh­rige Arbeiter Peter Schabaker von hier, Kreuzstraße Nr. 15, zu verantworten. Dem An­geklagten wird zur Last gelegt, im Sommer .1911 durch neun selbständige Handlungen mit

In der gestrigen Sitzung der Stadtverord- Personen unter vierzehn Jahren verbrecherische neten-Versammlung von Darmstadt teilte Handlungen vorgenommen zu haben Der An- Bürgermeister Mueller mit, daß die dro- geklagte bestreitet sämtliche ihm zur Last geleg- ?ende Lebensmittel-Teuerung die ten Straftaten. Die Beweisaufnahme ergibt städtische Verwaltung veranlaßt habe, ein äußerst erdrückendes Material. Der Staats- nne Hilfsaktion einzuleiten, um alsbald anwalt erachtet den Angeklagten in vier Fällen wenigstens den dringendsten Anforderungen für überführt und beantragt eine Gesamtzucht­gegenüber gerüstet zu sein. Im Einvernehmen Hausstrafe von vier Jahren und sechs Mona- mit verschiedenen Wohltättgkettsvereinen ist ten, außerdem Aberkennung der bürgerlichen Man zur Bildung eines Notstandsfonds Ehrenrechte auf die Dauer von fünf Jahren geschritten, der durch freiwillige Beiträge auf- Nach längerer Berattmg des Gerichtshofs wird gebracht werden soll und zu dem auch die der Angeklagte zu einer Zuchthausstrafe atabt Zuschüsse leisten wird. Ans dem Fonds von zwei Jahren verurteilt. Tie bürger- sollen bedürftigen Personen zum Ankauf lichen Ehrenrechte wurden ihm aus die Dauer von Kohlen und notwendigen Le- ~~

bensmitteln Zufchüsse gewährt werden. Weiter hat sich die Bürgermeisterei an das Ministerium des Innern mit der Bitte ge­wandt, bei der Reichsregierung im Sinne einer Erleichterung und Verbilligung der Produk­tion der wichtigsten Lebensrnittel geeignete Schritte zu unternehmen. Der Frage der Fleischverforgnng habe die Bürger­meisterei schon seit längerer Zeit ihre Aufmerk-, vwvuu,««. ,vlE uw im Dianen

famfett zugewandt. Zur Aufllarung teilt der Herbstnebel ganze Scharen von Schwalben Bürgermeister mit, da? die Schlachtviehpreise sammelten, um die Auslandsreise anzutreten !UI t5)5feiLu.nb Kühe auf den für Darmstadt Die Beobachtung wurde an verfchiedenen tu Betracht kommenden Markten von Frank- Stellen gemacht. Der Abflug der Schwalben sutt und Mannheim fett dem vorigen Jahre ist äußefft interessant. Nachdem etwa dreihun- tticht gesunken feien Eine Verringerung der dert dieser Vögel am Ausgangsorte eingetrof- -Liehbestande habe bis jetzt nicht den Umfang fen sind, erhebt sich eine Schwalbe in die Höhe, angenommen, den man vielfach annehme. Eine und wie auf Kommando verstummt das Ge- Ausschaltung des Zwischenhandels zwitscher. und der ganze Schwarm folgt feiner beim Großvieh werde für die Konsumen- Führerin. Rasend schnell geht der Flug durch ten wohl für absehbare Zett ein frommer die Lüfte, bis sie Italien erreichen, wo sie län- Wunsch bleiben. Der Zwischenhändler sei gere Rast macken: dann eilen sie weiter bis jur beide Teile geradezu unentbehrlich gewor- Nordafrika und überwintern in dem warmen den und selbst das Publikum könne nur dann Klima dieses Erdteils, bis im März die ersten aus ihn verzichten, wenn d« Sfl.-lttaus milden Winde bei uns wehen und der untrüg- die Landwirte -entrakfffttt würde. Beim licke Instinkt die kleinen Segler der Lüfte in Dchweinefleifch Ui «W. m aJw.u. s-imat zurücktreibt. Die Scheidenden.

auf die begeistertste Austimmustg des deutschen Volkes rechnen dürfe.

*

Paris, 8. September. (Privat-Tele» g t a m m.) Der Ministerpräsident Cailleaux hat den Minister des Aeußeren, den Kolonial- minister und den Minister des Innern zu sich gebeten, um über die neuesten Cambon- schen Berichte zu beraten. Von den Er­gebnissen biefer wichtigen Konferenz tjirb es abhängen, ob unverzüglich ein neuer Mi- nisterrat einberufcn wird oder ob die drei genannten Minister in der bisher ihnen vom Ministerrat zugestandenen Aktionsfreiheit über den Eindruck, den hier die deutschen Gegenvor­schläge gemacht haben, Herrn Cambon auf dem schnellsten Wege verständigen werden.

Das knde...!

(Eigene Drahtmeldung.)

Dresden, 8. September.

Gestern abend hat sich hier der Beamte der Deutschen Bank in Dresden, Walter Q u e i f e r, durch einen Revolverfchutz g e - tötet. Wie verlautet, hat Oueiser umfang­reiche Spekulationen mit Goldminen-Papieren getrieben, bei denen er über hunderttau­send Mark verloren hat. Außerdem ist bei der Deutschen Bank in Dresden vor kurzem ein Brief aus Oesterreich verschwunden, der einen Inhalt von vierzehntaufend Mark in Papier­noten hatte. Man nimmt an, daß biefer ver­schwundene Wertbrief auf das Qucifer'fche Konto zu fetzen ist. In welchem Umfang Quei- ser sonst noch Unregelmäßigkeiten sich hat zu­schulden kommen lassen, ist noch nicht ermittelt.

Neue Arbeitskämpfe in Sicht?

Indische Räuber-Geschichten.

Kalkutta, 8. September. (Privat- ielegramm.) Vierzig junge Leute, die sich mit Schießwaffen und Messern ausgerüstet hatten, plünderten einen großen Bazar und das im Gefchäftsgebände befindliche Postamt der Stadt Manickgunge in Oft- bengalen vollkommen aus. Der Postmeister, der sich den Verbrechern entgegenstellte und die Kaffenbestände zu schützen versuchte, wurde schwer verwundet. Die Räuber durchschnitten die Telegraphendrähte und ergriffen daraus die Flucht. Alle bisherigen Nachforschungen sei­tens der eingeborenen Polizei sind ohne Er­folg geblieben. Den Dieben sind beträchtliche Geldbeträge in die Hände gefallen.

Leipzig, 8. September. (Privat- Telegramm.) Die in Lohnbewegung ste­henden Lithographen und Stein- drucker beschlossen in einer geheimen Ab­stimmung, am 23. September nach vorheriger Kündigung die Arbeit niederzulegen, wenn bis dahin ihre Forderungen nicht be­willigt werden. Der Arbeitgeber-Schutzver­band in Berlin hat der Organisationsleitung mitgeteilt, daß er zu Verhandlungen bereit sei. Hierin erblicken jedoch die Arbeiter eine Ver- «... fchleppungstaktik: Es kommen in Leipzig

um neun Uhr morgens, an ihr werben audi"e 1) rerc Tausend Arbeiter in Be- elnige Herren vom Magistrat und der Stadt- »acht.

Verordnetenversammlung als Vertreter der Großfeuer in Berlin.

Stadtteilnehmen. Berlin, 8. September. (Privat-Te-

A Die Dampferfahrten auf der Fulda und ^egramm.) Ein gewaltiger Brand wütet feit Weser. Die Ober-Weser-Dampsschiffahrtsge- ^ute früh emhalb mer Uhr auf dem ausge- sellschast Hameln teilt uns mit, daß infolge des dehnten Holzlagerplatz von Ludtoig Cas- andauernd niedrigen Wasserstandes der Weser ''"er u Co. Em gutes Drittel der enor- bie Gesellschaft sich gezwungen sieht, die dies- "Len Holzbestande wurde bisher em Raub der jährige Saison schon am Sonntag, den 10. d. Wammen. Das Ende des Riesenbrandes ist M. zu schließen. An diesem Tage Verkehren "bzusehen, und man ist darauf ge-

zum letzten Male die Dampfer zwischen Ha- M daß d,e Feuerwehr, bis morgen f rül) mein und Polle und zwischen Minden und '^""gestrengter Tätigkeit bleiben muß. Der Vlotho. Die Dampferfahrten auf der Fulda jeftt auf etwa 500 000 Mark

zwischen Cassel und Hann.-Münben und aus schätzt Nach Aussagen verschiedener Zeugen der Unterweser zwischen Bremen und den Ba- **c6' Brandstiftung vor.

bener Bergen werden bis auf weiteres noch Die Tragödie einer Mutter, aufrechterhalten. Berlin, 8. September. (Privat-Tk-

A Kleine Tageschronkk. Im Saale des Pa- I e a r a m m.) Eine erschütternde Szene lais-Restaurants findet (wie aus dem Jnfe- " I ratenteil ersichtlich, heute nochmals ein Reu­ter-Abend statt. Auf die heute abend im Stadtparksaale ftattfinbenbe öffentliche Verfamrnlung, in der der Reichstagsab­geordnete Lattrnann über Marokko, und B e h r e nd über die Reichsverstcherungsorb- nung sprechen wird, sei nochmals hingewiesen.

Die Sprechstunden des Zweigvereins Cassel des Allgemeinen Deutschen Vereins für Haus­beamtinnen findet täglich von 10 bis l'uhr, Terrasse 30, und Dienstag und Freitag nach­mittags von 4 bis 6 Uhr Wolfsschlucht 13, 1. Et. statt. Dem Arbeiter Peter Maier fiel auf feiner Arbeitsstelle am Neubau des

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Fuß, wodurch drei Zehen abgeschlagen und der letzten Wochen hat in London viele Menschen-

riuß zerquetscht wurde. leben gefordert. Wie jetzt amtlich bekannt

A Ans den Kinos. Man schreibt uns: Das gegeben wird, beläuft ssch die Zahl der infolge

Metropol-Theater (Kinematograph Hitzschlages Verstorbenen auf 9555 Per- Untere Königsstraße 64. 1. Etg.) bringt ab fonen.

Sonnabend bis einschließlich Montag Abend Das Auto im Dienst des Verbrechens, ein hervorragendes Programm zur Vorsüh- «ntth B .

rum?. Ein Weltschlager ist betitelt: .Der Avi- 2 J atifer und die Frau des Journalisten", beffen »eflt wS J

Spieldauer eine Stunde beträgt Das Stück I rf,enS-Heftern s^.g.

freigegeben* Sinber Vorführung polizeilich ben Vorort Wimbleton und hielt plötzlich vor einem Juwelenladen. Im nächsten Moment war das Schaufenster eingefchlagen und ein Diamant-Halsband im Wette von 10 000 Mark geraubt. Die Verbrecher sprangen dann wieder in das Auto und rasten weiter. Im nächsten Städtchen, wo Halt ge-

Die Tibet-Revolution.

Petersburg, 8. September. (Privat- Telegramm.) Wie aus Tibet gemeldet wird,richtete der kaiserliche Resident nach Peking die dringende Aufforderung, fofott eine Strafexpedition gegen die Aufständi­schen zu entsenden, andernfalls eine Einmi- fchung der betreffenden Mächte un­abwendbar fcheine. Die Sage in den von den Ausständigen bedrohten Gebiete« wird täglich drohender.