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I. Jahrgang.

Nummer 235.

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HeMchr jfftrnöjeitung

Lsssrler flbrabjntung

Fernsprecher 951 unb 952.

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Sonnabend, den 9. September 1911

Sitferttottfpretfe ®te sich-gespalten« Z-M für «tnhetmisch« Leschäste 15 Pfg., für au-würNg« Inserate 25 Pf, «eklamezeile für einheimische ®e- schüft« 40 Pf. für auswärtig« 60 Pf. SeschäftLstelle: Kölnische Ltraß« 5. Berliner Vertretung: SW. Friedrichstraße 18, Telephon: Amt IV. 676.

Die .LasfelerNeueste Nachrichten" erscheinen wächenWch sech-mÄund zwar abends. Der Abonnement-prei- beträgt monatlich 50 Pfg. bet freier Zu. stellnng ins Hans. Druckerei, Verlag u. Siedaltton: Schlachthofstraße 28/80. Berliner Vertretung! SW, Friedrichstraße 16. Telephon: Amt IV, 676.

Marotto-Wontt.

Immer noch:Das große Rätsel!"

OssiziSS wirb bekanntgegeben: Der Reichskanzler von Bethmann Holl­weg, der am Mittwoch abend von Kiel in Berlin eintraf, hatte alsbald nach feiner Anknnst eine längere Besprechung mit dem Staatssekretär des Auswärti­gen Amtes. Im Laufe des gestrigen Tages schloffen fich mehrfache Konferenzen an. Die nächste Besprechung des Staatssekretärs mit dem französischen Botschafter wird voraussichtlich Freitag früh erfolgen.

Irgend eine nähere Meldung deutfcher- fetfs liegt nicht vor: Man weiß nur, daß die Verhandlungen fortgesetzt werden. Auch in der deutschen Presse offenbart sich er­freulicherweise eine ruhigere Beurteilung der Situation und das Kriegsgeschrei, das wo­chenlang furchtsame Leute geängstigt hat, scheint mählich zu verhallen. Im Gegensatz zu der Kühle der deutschen Oeffentlichkeit wird jetzt in einem Teil der französischen Presse zum Sturm geblasen. Ein Privattelegramm .meldet uns darüber aus Paris: Die kolo­niale Parteipresse, die sich einige Tage lang abwartend verhielt, gefällt sich wieder ein­mal in scharfen Drohungen gegen die französische Regierung. So behauptet das führende Organ der Kolonialpartei, es wider­spreche dem Wortlaut der Cambou'schen In­struktionen, wenn dieser von Herrn von Kider- len-Waechter Gegenvorschläge anzunehmen sich bereit zeige, anstatt auf sndloo-Annahme der französischen Anerbietungen zu bestehen. Die Folge dieses ganz unangebrachten Entge­genkommens sei, daß sich Deutschland neuer­dings für berechtigt halte, die A l i m a - Flußgrenze im Kongogebiet zu verlassen und mit dieser enormen Forderung den ganzen Handel wieder in Frage zu stellen. Niemals würde das sranzöstsche Parlament in solche Preisgebereien eines von Frankreich mit den größten Opfern ergiebig gemachten Gebiets willigen. Was mit diesem Lärmruf der Ko­lonialpresse bezweckt wird, tritt klar zutage: Man möchte die gegenwärtig in ihren Wahl­bezirken weilenden Volksvertreter, die bisher für die ganze Kongo-Angelegenheit sehr wenig Interesse gezeigt haben, ein wenig auf­rütteln, nm von dieser Seite einen Druck auf die französische Regierung aus­üben zu lassen. Jene Abendzeitungen, die sich damit begnügen, die vorliegenden Nachrichten einfach zu registrieren, geben einem Madrider Telegramm Raum, in dem von direkten Verhandlungen zwsschen den Kabinetten von Berlin und Paris gesprochen wird. De­peschen anS Madrid zufolge war nämlich dort gestern daS Gerücht verbreitet, Deutsch­land werde von Spanien in einem direkten Abkommen Entschädigungen verlangen. Eine Bestätigung dieser Nachricht war indessen bisher nicht zu erhalten.

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ter Born bet KomMattoueu.

(Privat-Telegram m.)

Wies uns weiter aus Paris berichtet wird, hatte der Korrespondent desNewyork Herold" in San Sebastian eine Unterredung mit dem Präsidenten des spanische» Senats, Roma­no n e s, über die p o l i t i s ch e S i t u a t i o n. Romanones äußerte sich sehr optimistisch und drückte seine Meinung aus, daß nicht allein zwischen Frankreich und Spanien, sondern auch zwischen Frankreich und Deutschland eine Verständigung in der Marokkofrage erreicht werden würde. Durch eine solche Ver­ständigung würden die spanischen Interessen nicht geschädigt werden, wie dies wiederholt von französischen, englischen und deutschen Zei­tungen behauptet worden ist. Romanones ist der sicheren Meinung, daß die günstige Lösimg der Frage noch vor Ende dieses Mo­nats zustande kommen wird, und zwar in einer Verständigung, die die Interessen aller Völker wahre. Weiter sagt Romanones:Die marokkanische Frage ist eine sehr unange­nehme Sache, die ein für allemal aus der Welt geschafft werden mutz. Der Friede der Welt und die großen Interessen der zi­vilisierten Völker können unter einer so unge­wissen Lage nicht weiter gedeihen. Ich kann Ihnen nicht alles sagen, was ich gerade weiß, aber ich kann Ihnen die seste Versicherung ge­ben, daß meine Gründe sehr gut sind, daß ich solchen Optimismus' bekunde, und ich er­mächtige Sie zu der Erklärung, daß Spanien einer V erständigun g keine Hinder­nisse in den Weg legen wird. Die Völ- ker.sollen.das größte Vertrauen iu Spanien

und seinen Ministern haben, namentlich zu dem Ministerpräsidenten Eanalejas, dessen Pa­triotismus sich mit dem ernstesten Wunsche nach Frieden verbindet. Wenn einmal alles ver­öffentlicht sein wird, was in der marokkanischen Frage zu sagen war, dann werden Sie finden, daß meine Ansicht die richtige gewesen ist. Marokko muß und wird aufhören, der Born von Komplikationen zu sein ..."

Die Nervosität dauert au.

(Eigene Drahtmeldung.)

Wie uns aus Brüssel depeschiert wird, sind in Namur große Mengen Explosiv­stoff angekommen. Wie groß die Mengen sind, kann man daraus ersehen, daß einem einzigen Forts viertausend Kilogramm über­wiesen wurden. Die Intendanten haben alle Hände voll zu tun, um die Bestände a n Uniformen z u vervollständigen. In den Hospitälern treffen große Mengen von Verbandsstoffen und Medikamen­ten ein. Viele Zivilarbeiter schaffen an den Forts, um sie vollkommen in Stand zu fetzen. Trotz aller dieser Rüstungen schreiben die Brüsseler Blätter, daß die belgische Armee jetzt noch nicht in der Lage sei, einem Einfall einer fremden Armee wirksam entgegenzutre­ten. Daß mit dieserfremden Armee" nur die deutsche gemeint sein kann, geben die bel­gischen Blätter übereinstimmend offen zu. Ein weiteres Telegramm meldet uns aus Amsterdam: Trotz der beruhigenden Ver­sicherungen zeigt auch die holländische Regie­rung über den Verlauf der Marokkofrage eine gewisse Nervosität. Gestern wurden die Reservisten nicht entlassen, sie bleiben wnstätt sechsundzwanzig Tage neunundvierzig Tage unter den Waffen. Die Forts sind mit Munition reichlich versehen, in der Nordsee finden lebhafte Hebungen statt. Es ist unverkennbar, daß politische Kreise in den letzten Tagen von einem auftallenden Pes­simismus über das Ende der Verhandlungen erfüllt sind.

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Nach drei Wochen...!

(Eigene Drahtmeldung.)

Berlin, 8. September.

Einige Blätter wollen erfahren haben, daß die deutfche Regierung in England gegen den englischen Botschafter in Wien eine Beschwerde wegen seines Artikels in der Neuen Freien Presse" eingereicht habe. Der Berliner Korrespondent derZeit" bestätigt jetzt, daß sich der Reichskanzler durch den deutschen Botschafter in London, Graf Wolff- Metternich, über den englischen Botschafter Cartwright wegen dessen Aeußerungen in der Neuen Freien Presse" beschwert hat. Nach ein­geholten Informationen sind diese Angaben zutreffend. Die deutsche Regierung hat gegen das Verhalten des Botschafters in aller Form beim Londoner Kabinett Beschwerde erhoben, und man darf nach Lage der Dache annehmen, daß man in London bemüht sein wird, den peinlichen Vorfall in befriedi­gender Weise zu erledigen. In unterrich­teten Kreisen ist man übrigens überzeugt, daß Eartwrights Stellung in Wien unhaltbar geworden sei und seine Abbe­rufung bevorstehe.

Zeppelins Friedensfahrt?

DieSchwaben" als Berliner Friedenstaube.

Aus Gotha berichtet uns ein Tele­gramm: Tas LuftschiffSchwaben" ist heute früh mit d-m Großherzog von Sachsen an Bord zur Pafsagiersahrt nach Weimar aufgestiegen. Um neun Uhr passierte das Luftschiff Erfurt, machte eine Schleifenfahrt über der Stadt und fuhr nach Weimar weiter, das es um halb zehn Uhr überflog.

Zn der, Schwaben"-Fahri nach Berlin wird uns von unserm Berliner Bureau de- peschiett: In eingeweihten Kreisen erzählt man sich, daß der Berliner Besuch des Luftschiffs Schwaben" außer der geschäftlichen Bedeutung der Paffagiersabrten noch eine besondere Bedeutung habe: Es soll endlich Frieden zwischen den maßgebenden Persönlichkeiten ge­schlossen werden, die sich um die Entwicklung und Förderung der Militärlustschiffahrt ver­dient gemacht haben, ohne sich zu dem Grund­satz:Gleiches Recht für alle Systeme!" bisher haben dutchringen zu können. Es handelt sich darum, die letzten Widerstände gegen die Zeppeli»schiffe bei einflußreichen Anhängern konkurrierender Schiffe zu überwin­den und eine bessere persönliche Fühlung zwi- schen^den Leiter» der Luitbau-Zevvelingesell-

schaft und der Heeresverwaltung herzustellen. Daß diese Bemühungen von Ersolg sein wer­den, glaubt man als sicher annehmen zu kön­nen, da der Kaiser persönlich sich dafür ein­gesetzt hat, daßendlich Friede im Luft­krieg werde".

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DieMtstenfahrt" Gotha-Berlin.

(P r i v a t - T c i e g r a nt m e.)

Wie uns weiter aus Berlin gemeldet wird, hat der K a i s e r aus Anlaß des Besuchs des LuftschisfsSchwaben" in Potsdam einen Besuch des Luftschiffes und des Luftschiffhafens zugesagt. Es ist daher zweifelhaft, ob dieSchwaben" vor der Lan­dung in Potsdam eine Kreuzfahrt über Berlin machen wird, da infolge der Zusage des Kai­sers die Bestimmungen über die Fahrt ganz von den Dispositionen des Kaisers abhängen. Der Besuch des Kaisers hätte am Sonnabend zu erfolgen. I» diesem Falle würde die Schwaben" sofort nach Potsdam zur Vorstel­lung vor dem Kaiser fahren und erst am Sonn­abend nachmittag nach Berlin kommen. Es mußte überhaupt eine Verschiebung des Termins der Berlin-Fahtt von Freitag auf Sonnabend stattfinden, da in Gotha so zahl­reiche Anmeldungen zur Passagierfahrt erfolg­ten, daß die Berlinreise am Freitag unmöglich geworden ist. Insbesondere findet am heuti­gen Freitag eine größere Rundfahrt statt, an der außer dem Großherzog von Sach- sen auch der Herzog von Sachsen- Coburg-Gotha teilnehmen wird. Auch an der Fahrt von Gotha nach Berlin wird vor­aussichtlich der Herzog teilnehmen. Fernerhin besteht die Hoffnung, daß auch der Kron­prinz nach Gocha kommen wird, um gleich­falls an der Fahrt von Gotha nach Berlin im Zeppelin-Luftschiff teilzunehmen.

Teuerung, Not und Kamps.

Teuerungs-Krawalle überall!

Die Teuerungskrawalle nehmen in Belgien einen sehr bedenklichen Charakter an: In Charleroy veranstaltete gestern eine nach tausenden zählende Menge auf dem Wochen­markt Lärmszene», sodaß die Polizei und die Feuerwehr wiederholt eingreifen mußten. Später wurden auch Truppen aufgeboten. Man erwartet abends erneute Lärmkundgebun- gen. Auch auf dem Markt in Ostende kam es zu Lärmszenen. Heber die Vorgänge in Charleroy geht uns folgende ausführliche Mel­dung zu:

te* Charleroy, 8. September. (EigeneDrahtmeldung.)

Die gestern durch die Lebensmittelteuerung veranlaßten Kundgebungen sind viel ernsterer Natur, als von den Behörden zugegeben wird. Im Laufe des gestrigen Ta­ges kam es zu fcharfen Zufammenstö- b e n zwischen den nach Tausende» zählenden Demonstranten und der Polizei, die durch Gendarmen und Truppen verstärkt wurde. Mehrere hohe Beamte wurden von den Mani­festanten angegriffen und konnten nur mit Mühe von der Polizei vor Mißhandlungen ge­schützt werden. Als sich die Erregung der Men­ge immer mehr steigerte, ließ der Bürgermeister durch die Feuerwehr einen kalten Wasser­strahl auf die Demonstranten ab geb en, was auch Erfolg hatte, denn die Menge zog sich fchleunigst zurück und zerstreute sich. Charleroy macht den Eindruck einer belagerten Stadt und die Erregung der Arbeiterbevöl­kerung ist durch die gestrigen Vorgänge derart gesteigert, daß ernste Unruhen befürch­tet werden. Die Stadwerwaltung hat um Zuweisung von Truppe» ersucht.

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Aehnliche schlimme Nachrichten kommen aus Frankreich. Wie ein Telegramm berichtet, dauern die Teuerungs-Demonstrationen in der Provinz fort. In B r e ft fand gestern eine Ver­sammlung auf der Arbeiterbörse statt, an die sich eine Kundgebung schloß, bei der die Poli­zei einschreiten und mehrere Verhaftun­gen vornehmen mußte. In Roubaix über­fielen die Demonstranten einen Fleischerladen fowie mehrere Bäckereien, die sie durch Stein­würfe stark beschädigten, sodaß Kavallerie e i n s ch r e i t e n und mehrere Verhaftun­gen vornehmen mußte. Auch bei den Hnru- ben in der Gemeinde Vignechies in der Nähe von Fournies ging die Kavallerie zu ei­nem Angriff auf die Menge über, wobei es mehrere Verwundete gab.

Das Fliegeruugliick im Maß.

Die Reumann-Leconte Katastrophe.

Wie aus Straßburg i. E. zu der (be­reits gestern gemeldeten) Flieger « Kata­

strophe beneblet wird, war der verunglückte Oberleutnant Neumann, der bei dem In­fanterie-Regiment in Mühlhausen i. E. diente, feit kurzer Zeit mit der Tochter des Versiche- rungsdire. ors Holzak verlobt und feit Mai zum militärischen Flugdienst kommandiert. Auf dem Flugfeld Habsheim bei Mülhausen lernte er durch Bruno Büchner auf einem Zwei­decker das Fliegen und legte Ende August seine Pilotenprüfung ab. Er machte kurz nach Er­werbung des Führerzeugnisses einige Heben landflüge und flog am letzte» Sonntag von Mülhausen nach Kolmar. Heber die Katastro­phe selbst werden solgende Einzelheiten be­kannt:

g Straßburg i. E., 8. September. (Privat-Telegramm.)

Der Oberrheinische Verein für Luftschiff­fahrt in Straßburg hatte Oberleutnant Reu­mann eingeladen, auf dem Poligon Schau­flüge zu veranstalten, die aber in letzter Mi­nute verboten wurden, weil Flüge über Festun­gen untersagt sind. Von diesem Verbot wußten die beiden Flieger jedoch nichts. Gestern früh gegen fechs Hhr stieg Oberleutnant Reumann mit dem Lehrer auf dem Habsheimer Flug­felde, Leo L e c o n t e, auf einem mit einem 5>0pferdigen Argus Motor montierten Zwei­decker auf. Sie flogen in einer Höhe von etwa zweihundert Metern und befanden sich bereits über dem Dors Heiligen kreuz bei Kol- mar. als sie bemerkten, daß der Motor zeit­weise aus setzte. Um sicher zu gehen, ging Reumann, der am Steuer war, aus etwa hundertfünfzig Meter hinunter. Da versag­te plötzlich der Motor vollständig und blieb mit einem iähen Ruck stehen, daß der Doppeldecker heftig schwankte. Die beiden Flieger, die die Gefahr merkten, mutz­ten nun, um nicht abzustürzen, jäh landen, in einer Höhe von zwanzig Meter» fah aber Reumann Chaufseebäume unter sich und, um nicht in die Baumkronen zu geraten, machte er eine fcharfe Schwenkung nach links. Die Wendung war aber offenbar zu heftig ausge­führt, denn der Doppeldecker rutfchte seitwärts ab und schoß, sich überschlagend, jäh in dieTiese. Die beiden Insassen, die sich nicht festgeschnallt batten, wurden hinausgefchleudert, und Reu­mann fiel mit dem Gesicht auf einen Feldstein, wäbrend Leconte sofort beim Aufprall auf die Erde die Wirbelsäule brach. Landleute, die den Vorgang mit ange­sehen hatten, eilten herzu, konnte» aber nur noch die Leichen der beiden Flieger beigen. Sie wurden nach Kolmar überführt. Leo Le­conte ein geborener Franzose. Er erhielt im letzten Februar das Pilotenzeugnis und trat in die Dienste der Aviatik-Aktien-Gesellschaft ein, wo er sich als Lehrer ausgezeichnet betä­tigte. Er war v e r h e i r a t et, hatte aber tetne Kinder.

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London, 8. September. (Eigene Drahtmeldung.) Der bekannte Flieger und Flugzeug - Konstrukteur Graham Wright hat sich heute früh bei einem Absturz in der Nähe von Boston schwere Verlet­zung e n zugezogen. Wrights Befinden gibt zu den ernstesten Besorgnisse» Anlaß.

Sie amerikanMe ZeMtion.

Der Millionär-Sohn als Gattenmörder.

Wie aus N e w y o r k berichtet wird, findet im nächsten Monat die Gerichtsverhandlung gegen den jungen Millionärs-Sohn Henry Clav Beattie statt, der bekanntlich der Ermordung seiner Gattin angeklagt ist. Ganz Amerika steht diesem Prozeß mit großer Spannung entgegen und die Verhand­lung selbst wird wohl eineSensation aller­ersten Ranges" werden. Das Anklagematenal bat sich inzwischen in so erheblicher Weise ver­mehrt, daß eine Verurteilung des Mörders jetzt schon für ziemlich sicher gelten kann, frei­lich weiß man aus langer Erfahrung, daß die irdische Gerechtigkeit im Dollarlande die An­gehörigen von mächtigen Millionarsfamilien häufig mit tarieren Händen anfaßt, als ge­wöhnliche Sterbliche, und dax bteie Mittel und Weae zu finden wissen, um. wie es zuletzt der Fall des jungen Thaw lehrte, mindestens der letzten aller Strafen: Dem Platz im elektrischen Stuhl, z» entgehen. Die näherem Umstande der Tat mögen mit einigen Worten bem ~e)cr ins Gedächtnis zurückgerufen werden: Henry Clav Beattie ist der sechsundzwanztgiahUge Sohn eines schwerreichen B anki er in der Stadt Richmond im Staate Virginia. einigen Jahren zügellosen Lebens verheiratete er sich, gewissermaßen zu feinet Rehabi-ftation in den Augen feiner Angeb origen mit einem jungen Mädchen aus angefc6ener ^amthe M i k> Loujse Owen, deren Vater sekretar des Gouverneurs von Virginia ist. Die Ehe fiel wie nicht anders ri erwarten war, lehr unglücklich aus. und im Juni dieses Jahres verlieb Mrs. Beattie

kurz vor der Geburt eines Kindes das Haus ihres Gatte» und kehrte zu ihrem Vater nach Delaware zurück.,. Hm die Mitte