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I. Jahrgang.

Nummer 232*

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Fernsprecher 951 und 952.

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Mittwoch, den 6. September 1911

gegangen.

Brandkataftrodhe in Duderstadt

Li« ,6off«Utften*Jl« Nachrichten- erscheinen wöchentlich sechsmal «md zwar abends. Der LdonnementSpret» betrügt monatlich 50Pfg. bei freiet Zu. stellung ins Han«. Truckerei, Verlag u. Redaktion: EchlachthofNraße 28/30. Berliner Vertretung: 6W Friedrichftrate 16, Lelexhon: ®mt IV, 676.

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Paris, 5. September. (Priv at-Te- legramm.) Verschiedene Leitungen bringen aus C a m b r a i die Nachricht, daß das dort in Garnison liegende erste FnfaMertcttgunent sich geweigert stabe» die Kaserne m der-

Richters Nrirteser.

Ingenieur Richter über seine Schicksale in der Gewalt der Räuber.

Sogleich nach der Befreiung des Ingenieur» Eduard Richter wandten sich zahlreiche Jour- naliften an den Befreiten mit der Bitte, ihnen seine Gefangennahme durch die Räuberbande, seine Leiden und die schließliche Freilassung ,u schildern. Richter mußte indessen mit Rücksicht auf seinen schlechten Gesundheitszustand alle Bitten ablehnen. Nun hat er, kaum von den seelischen und körper­lichen Leiden während dreier Monate schrecklicher Gefangenschaft ein wenig erholt, dem Nertreter der Frankfurter Zeitung eine Schilderung seiner Schick­sale gegeben. Richter schreibt:

Berlin, 5. September.

(Telegramm unseres Korrespondenten.)

Bon «nterrichteter amtlicher Seite wird mir soeben über die gestrigen Verhand­lungen zwischen den Herren Sambo« und Kiürrlen-Waechter mitgeteilt: Herr Eambo« sjet gestern der Deutschen Regierung die Vor­schläge de» Pariser Kabinett» mil- geteilt, die Herr von Kiverle« zur Kenntnis genommen hat. Eins Srtlürung deutscherseits zu den französischen Vorschlägen tonnte gestern überhaupt noch nicht erfolgen, da die matzgeblichen Berliner Stellen z« dem sran- zSstsche« Vorschlägen noch nicht Stellang ge­nommen haben. 66 wird jedoch an amtlicher Stelle versichert, datz Frankreichs Vorschläge die Möglichkeit weiterer Berhand- luugeu wesentlich verbessert und die Situation geklärt haben. Man zweifelt nicht an einen befriedigenden Au«- gang der Verhandlungenuud ist über­zeugt, datz eine beide Teile zufriedenstellende Verständigung zustande kommen wird. Zrgeud ein Grund, die Lage al» bedenklich oder auch nur erschwert anzuseheu, ist jedenfalls nicht vorhanden.

gen, die allgemeine Unruhe zu vermehren und die Nervosität zu verschärfen? Wir sagten vor einigen Tagen an dieser Stelle:Man gewöhne die Oeffentlichkeit wieder einmal daran, offi­ziöse Kundgaben vorbehaltlos als authen­tischer Feder entstammend würdigen zu dürfen, dann wird auch das Vertrauen wiederkehren, das selbstgesiilliger Schrei­ber-Ehrgeiz gewissenlos vertrieben hat ...!" Die Berechtigung dieser Forderung ist durch die Ereignisse der beiden letzten Tage (Stettin, Frankfurt und Straßburg) überzeugend darge­tan, und angesichts der allgemein merkbaren Stimmung nervösen Unbehagens wird die Re­gierung nicht umhin können, zu sagen, w i e e s zurzeit im Marokkohandel steht. Wir sind zwar überzeugt, daß die in den Stet­tiner und Frankfurter Vorgängen sich offenba­rende Unruhe der tatsächlichen Begrün­dung völlig entbehrt, aber es handelt sich im Augenblick darum, das Volk zu be­ruhigen, ynd die Erfüllung dieser Pflicht sollte die Regierung um keine Stunde unklugen -Zauderns hinausschieben. Daß zur Beunruhi­gung kein Anlaß gegeben ist, wird auch in einem Telegramm bestätigt, das uns so­eben aus Berlin zugeht. Es heißt darin:

Dar find die Früchte...!

Kriegs-Gerüchte, Kriegs-Furcht und Unbe­sonnenheiten überall!

Stettin, 8. Sepie über. (Eigene Drahtmeldung.) Infolge böswilliger und unkontrollierbarer Gerüchte, die mit den Marokkoverhandlungen im Zusammenhang stehen, fand in ist« letzten Tagen hier ein Ansturm auf die Städtische Sparkasse statt, der besonders gestern sehr stark war. Insgesamt wurden am gestrigen Tage sünfhundcrttau- send Mark abgehoben, ein Fall, der bis dahin noch nie vorgekommen ist.

Die Folgen der frivolen Kriegshetze der Kanonen-Patrioten* offenbaren sich: Im ganzen Reich macht sich eine Nervosität und eine Unruhe bemerkbar, die zu den ernste­sten Befürchtungen Anlaß geben. In Stet- t i n haben gestern erschrockne, durch den törich­ten Marokko-Lärm geängstigte Leute einen Run* auf die Städtische Sparkasse veranstal­tet, aus Angst vor demdrohenden Krieg* ihre Spargroschen abgehoben und dadurch das Sig­nal zu einer förmlichen Krise im gewerblichen und wirtschaftlichen Leben gegeben. In Frankfurt am Main kursierte gestern das tolle Geriicht, daß mit Rücksicht auf die Gefahr der internationale« Situation das achtzehnte Armeekorps auS dem Manöver zurückberufen werden solle, um im Fall des Kriegbeginns sofort zur Westgrenze abzurücken. Im Reichs­land, wo die Gefahr eines deutsch-französi­schen Kriegs am ersten zu spüren sein würde, hat ei« deutschfeindliches Blatt die Gelegenheit benutzt, um die Bevölkerung durch die Verbrei­tung tollster Krtegsgerüchte zu ängstigen: Es hieß, der deutsche Botschafter in Paris sei er­mordet worden und die Kriegserklärung stehe unmittelbar bevor. Alle diese Tatsachen deu­ten darauf hin, wie bedenkliche Formen die Marokko-Nervosität* angenommen hat und wie verhängnisvoll die Frücht« sind, die aus der Unruhe-Saat der Kriegshetzer auf« sprießen. Daß es möglich ist, im Jahrhun­dert des Telegraphen, des Telephons und des Funkenspruchs Gerüchte der Art in der Oef­fentlichkeit zu verbreiten und weiteste Kreise der Bevölkerung durch plump erfundne Schreckens­meldungen zu ängstigen, ist ein betrübliches Armutzeugnis für die Qualität unsrer öffent­lichen Meinung und ein noch weniger erfreu­liches für die kritische Urteilsfähigkeit der deut­schen Oeftentlichkeit und des deutschen Publi­kums.

Leider kann nicht verschwiegen werden, daß auch die Regierung einen großen Teil der Schuld trägt, denn die Beunruhigung im Land ist im wesentlichen dadurch veranlaßt worden, datz die maßgeblichen amtlichen Stellen es bisher nicht für erforderlich erachtet haben, durch eine unzweideutige Erklärung über den tatsächlichen Stand der Marokko-Ver­handlungen und über die Absichten der Reichs­regierung den Umtrieben der Kriegshetzer, Schwarzseher und Unruhestifter entgegenzutre­ten. Die Verhandlungen über das Marokko- Problem dauern nun schon mondelang, sind gestern nach spätsommerlicher Pause wieder ausgenommen worden und werden sich (wenn aus sichern Anzeichen Schlüsse auf die Wahr­scheinlichkeit der weitern Entwicklung der Dinge gezogen werden dürfen) noch län­gere Zeit hinziehen, bevor ein defini­tiver Abschluß Zustandekommen wird. In dieser ganzen Zeit bat das deutsche Volk von amt» l i ch-o ffizieller Seite nicht die bescheidenste Kunde über den Stand der Dinge erhalten,

Die Parade von Tomon.

Neunzig Schifte, drritzigtausend Matrosen.

Depeschen auS Paris zufolge waren bei der gestrigen Flottenschau in Toulon mehr als neunzig Schiffe mit insgesamt dreißigtausend Manu Besatzung versammelt. Die Vorüberfahrt der Schiffe er­litt durch eine Ruderhavarie des Linienschiffs Republiqur* eine geringe Störung. Nach Be­endigung der Flottenschau begab sich Präsident Falliöres in das Arsenal, wo ein F e st e s s e n stattfand. Im Verlaufe des Mahles gab der Marineminister Delcassöe dem Dank der Marine für die staatliche Fürsorge Ausdruck und fügte hinzu, die Marine mache beständige Fortschritte, da ihr einziger Ehrgeiz sei, wirk­lich bereit zn sein, um, wie die Armee, ir­den Augenblick dem Rufe Frankreichs Folge leisten zu können. Ueber die Rede Del- cassöes wird uns berichtet:

V Paris, 5. September.

(Eigene Drahtmeldung.)

Beim gestrigen Festessen im Arsenal von Toulon hob Marineminister DelcassSe in einem Gespräch mit parlamentarischen Kollegen her­vor, daß rr nur jene Schisfseinheiten an der Revue habe teilnehmen lassen, die wirklich in allen Punkten kriegsbereit seien. Der Minister erklärte: Die Schiffe, die Sie heute vorbeidampfen sehen, sind alle bereit, bei einem etwaigen Kriege sofort auszuziehen. Die Munitionskammern sind vollgefüllt. Ich habe nicht bluffen wollen, und dem Lande nur Schiffe gezeigt, die volI - ständig kriegsbereit sind. Daher kommt es, daß Schiffe wie derVictor Lugo* und die Vereniaur*, die zur Rot auch hätten teilneh- men können, nicht hier gewesen sind. Ich habe eben dem Lande nur die tatsächliche Kriegsbereitschaft zeigen wollen. Zahlreiche Parlamentarier und Staatswürden­träger, die den Präsidenten Fälliges an Bord derMasseuS* umgaben, waren übrigens un­angenehm überrascht, als der PanzerR e - publique* beim Defilieren vor derMas­sen«* plötzlich mit einer schnellen Wendung aus der Linie brach. Die Ursache war, wie sich später herausstelle, ein Defekt am Steuer.

lassen, um gegen die Menge vorzugehen, die wegen der Lebensmittelverteuerung Ausschreitungen beging. Das Kriegsministe­rium bezeichnet diese Meldung zwar als falsch, doch wird sie von ernsthaften Blättern gebracht. Nähere Einzelheiten fehlen noch.

merfeld von der furchtbaren Verwüstung, noch ist es nicht gelungen, für die obdachlos gewor­denen über neunzig Familien mit über fünfhundert Köpfen Unterkunft zu schaffen, da wird unsere Stadt schon wieder von einem großen Brande heimgesucht. Gestern nachmit­tag brach in dem dem letzten Brandherde ent­gegengesetzten Stadtteile am Obertore, in der Nähe des Walles, hinter der katholischen Kirche, dem sogenannten Dom, Großfeuer aus, das sich infolge der Dürre und des Was- sermangels wieder mit rasender Schnelligkeit ausbreitete und den ganzen Stadtteil einzu­äschern drohte. Die Einwohnerschaft war vor Entfetzen starr, als die ersten Brandsignale er­tönten. Als man dann aber Rauchwolken gen Himmel steigen sah. löste sich der Schrecken, und alles, was Helsen konnte, rückte zur Brand­stelle ab. Ein Umsichgreifen des Feuers mußte auf jeden Fall vermieden werden. Die Feuer­wehr arbeitete, unterstützt von den Bewohnern der Stadt, außerordentlich wacker. Trotzdem konnte sie es nicht verhindern, datz ein Ge­bäude nach dem andern in Flammen ausging. Schon zählte man sieben Wohnhäuser und zehn Nebengebäude als verloren, als der Brand auf drei weitere Häu- f e r übersprang. Nun entschloß man sich zu einem letzten Versuch, das Feuer in seinem ra- fenden Lauf aufzuhalten. Mit Aexten und Beilen ging man daran, in dem Häuserkom- plex Bresche zu legen, und so wurde denn nach harter Arbeit ein Haus voll ständig eingeriffen. Auf diese Weise gelang es, den Brandherd zu beschränken. Auch die letz­ten von den Flammen ergriffenen drei Häuser Konnten zum Teil gerettet werden, während die übrigen vollständig niederbraunten. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, ist der Brand durch Kinder, die mit Streichhölzern spiel-, ten, verursacht worden. Infolge der Lehren lies letzten Brandes sind die meisten Abge­brannten versichert. Jetzt sind aber wieder über dreißig Familien mit über hun­dertsechzig Köpfen obdachlos, so daß die Wohnungsnot unbeschreiblich groß ist. Meist sind es kleine Leute, die von dem Brandungluck betroffen wurden. Run wird bi« Hilfs - tätigkeit für die Opfer mit doppelter Kraft einsetzen müssen, da das Unglück entsetzlich ist. Für die Abgebrannten aus dem Monat August sind bisher dreißigtaufend Mar! em»

Dreißig Familien obdachlos! (Eigene Drahtmeldungen.)' In Duderstadt auf dem Eichsfelde ist gestern nachmittag abermals eine große Feuersbrunst ausgebrochen, die im ganzen sieben Wohnhäuser und zehn Stallgebäude bis auf den Grund einäscherte. Dreißig Fa­milien mit hundertsechzig Köpft« sind dadurch obdachlos geworden. Der Schade« ist ganz enorm und nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Tas Feuer soll durch spielende Kinder enfftan- den fein.

Ueber die furchtbare Brandkatastrophe er­halten wir von unserm Duderstadter Korrespondenten telegraphisch folgen­den eingehenden Bericht: Noch steht Duderstadt im Zeichen tifester Trauer über das große Brandunglück vom 12. und 13. August, bei dem das ganze Sackviertel mit 46 Wohn- und Ge­schäftshäusern uud 132 Scheunen, Niederlagen, Speichern, Stallgebäuden usw. ein Raub der Flammen wurde«, noch icuat das große Trüm-

Weil ich mich im Olympgebirge des gefallenen Neuschnees halber zwei Tage in Ko- ünople aufhalten mußte, benutzte ich de« ste- benundzwanzigsten Mai zu einer Rekognos­zierung in die Umgebung, wobei mich vier Gendarmen begleiten sollten. Zwei von ihnen selten indessen Karten. Schließlich verlor ich iic Geduld und unternahm den Aufstieg östlich von Kokinople mit zwei Gendarmen, den ande­ren überließ ich, nachzulommen. Während des Rückwegs, dreihundert Meter oberhalb des Dorfes, erfolgte der Ueberfall d e r Räu- berbande, wobei die beiden tödlich ge­troffenen Gendarmen doch noch jeder vier bis uns Schüsse abgeben konnten, leider erfolglos. Die Räuber nahmen sodann den Leichen und mir die Waffen und das Geld ab. Einer bel­eihen, den ich später als Strati kennen lern­te, beendete einen scheinbar schon vorbe­reiteten Brief, der meine Gefangen­nahme anzeigte. Die Räuber glaubten, ich sei ein Oesterreicher. Als sie hörten, daß ich em Reichsdeutscher sei, meinten sie, es fei um so besser, sie könnten deshalb ei« höhere3 So- egeld erlangen. Sodann rastete man_ fünf Minuten an einer nahen Quelle. Die Räuber reiniaten die blutigen Waffen, stärkten sich und boten mir Essen und Trinken an. Dann wurde

bie Flucht angetreten.

Die Räuber, sechs an bet Zahl, erreichten mit mir nachts bie Umgebung des Dorfes Selos, wo einer von ihnen den Brief hinabtrug, damit er an seinen Bestimmungsort gelange. Die Flucht wurde stets zur Nachtzeit un - ternommen, wobei Strati autzerordentliche trategische Kenntnisse entwickelte. Als wir in der Nähe des Klosters Hagias Trias vorbei­kamen, waren dort schon Militär und Gendarmen anwesend. Am zweiten Tage meiner Gefangenschaft war schon die Ebene von Elassano durchschritten. Bei Tage wurde gerastet. Ich mutzte bie ganze Zeit till liegen, was mir schrecklich wurde. In der dritten Nacht umgingen wir in einem wei­te« Bogen den Milunapaß, überschritten an der nach Ternavos führenden Straße bie grie­chische Grenze und rasteten bann auf einer Höhe anderthalb Tage. Am nächsten Abend kamen fünf griechische Gendarmen talaus und riefe« beständigGermanos*. Ich durfte aber nicht antworten. Dann wurde die Flucht nach dem Flachlande fortgesetzt, wobei mir, unten angekommen,

bie Augen verbunden wurden. Wir durchstreiften das Dorf Ziler, wo wir zwölf Tage blieben und zweimal das als Aufenthaltsort dienende Haus wechselten. Dann wurde nachts weiter marschiert gegen die Berge, wo auf felsiger Höhe eineHöhle bezogen wurde, die ich bis zu meiner Freilas­sung nicht mehr verließ. Ich verdang es meinen geographischen Erfahrungen, datz ich in der Lage bin, den eingeschlagenen Weg festzustellen. Während der Flucht empfand ich keine Furcht; nur das untätige Liegen zur Ta» aeszeit fand ich fchrecklich. Dabei stellte sich das furchtbare Gefühl des Gefangen­seins ein. Mein Aufenthalt in der wilden Höhle gestaltete sich entsetzlich. Ich mußte den ganzen Tag liegen. Als die Gefangenschaft immer länaer währte, wurde ich immer zag­hafter; schließlich zur Verzweigung gerieben, unternahm ich zwei Selbstmord versuche die mißlangen. Darauf folgte dumpfe Resignation. Das Ungeziefer fegten mich zu verzehren und

bie schreckliche Langeweile erdrückte mich schier. Ein Bote brachte nachts die Nahrung. Als er errett toorben mar, mußten die Räuber selbst Speise und Trank besorgen. Trat man ans der Hohle heraus, so sah man bie nach bem Milunapaß führende Straße und das Dorf Ligaridia, südlich die thessalische Ebene. Vier Kilometer entfernt von , der Höhle stand eine uralte «infame Platane, i wo wegen meiner Befreiung mit den«- t bern unterhandelt wurde. Daß die Räuber in- t zwischen verfolgt wurden, konnte ich nur ver- muien. da ich viele Schüsse hörte. Zu-

Diese Mitteilungen unsres Korrespondenten entstammen einer zuverlässigen Quelle, die als unterrichtet gelten darf. Daß die gestrige Wie­deraufnahme der Verhandlungen noch keine Klärung bringen konnte, stand von vornherein est, daß aber durch die Bekanntgabe der srauzö- ischen Vorschläge die weitern Verhandlungen nicht erschwert worden sind, wird an amtlicher Stelle übereinstimmend erklärt. Zu Unruhe und Aengstigung fehlt also jegli­cher Anlaß. Dennoch sollte die Regierung endlich aus überlangem Schweigen heraustre- tcu und (wenn sie schon einerettende Tat* vorerst nicht aufzuweisen hat) wenigstens einerlösendes Wort* sprechen. Das ist's, was das Volk von ihr erwarten darf, denn selbst die schlimmste Gewißheit ist nicht so ver­hängnisvoll, wie die quälende Ungewißheit, die überall Argwohn und Unruhe weckt!

F. H.

weder Tröstliches noch Betrübliches vernom­men, sondern ist Monde hindurch den Jrrlichte- leien einer offiziösen und halb-offiziösen Presse-Campagne preisgegeben gewesen, deren Widersprüche und Gegensätze auf die Dauer auch den Ruhigsten nervös machen mußten. Dazu der wilde Trommelwirbel derKanonen- Patrioten*, die jede Finger-Regung der Ber­liner Wilhelmstraße als eine neue Schwäche deutscher Reichspolitik deuteten und denfuror teutonicns* des Germanenvolks zur Rache an Beihmanns und Kiderlens zwergiger Ohnmacht ausricfen!

Jst's zu verwundern, wenn im Kreuz­feuer von tausenderlei Alarrnnachrichten, beunruhigt vom stummen Schweigen der Re­gierung, und gehetzt von der Rationalisten- Geißel profitkluger Kriegsbarden, das Volk allmählig das Vertrauen zur Ruhe und Sicher­heit unsrer Reichspolitik verliert, und in der Furcht vor Kriegsgefahr und internationalen Komplikationen sich zu Unbesonnenheiten bei» isftt. bk ihrerseits wieder baiu beitra-