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Nummer 231
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Dienstag, den 5. September 1911
Automobil-Katastrophe bei Marburg
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StiferttonSpteife: Di- s-chSgespaltene Sette für einheimische Beschütte 15 PsB. für LUZwSrttge Inserate 25 Pf, Reklamezeile für einheimische <Se. schäfte 40 Pt., für auswärtige SO Pf. Beschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW., Friedrichstraße 16, Telephon: Amt rv„ 676.
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Köln, 4. September. (Privattelegramm.) Als gestern ein mit vier Herren besetztes A u t o m o b i l von Krefeld nach Düsseldorf fuhr, verfügte bei Osterath die Steuerung. Das Automobil fuhr in scharfer Fahrt gegen einen Baum Alle vier Insassen wurden hcrausgeschleudert. Zwei von ihnen, Vertreter des Krefelder Stahlwerks, wurde« sehr schwer verletzt und liegen in hoffnungslosem Zustand im Osterather Krankenhaus. Die beiden andern Insassen kamen mit leichtern Verletzungen davon.
lich. In diesem Augenblick raste der D-Zug heran: Eine Katastrophe war unausbleiblich. Mit furchtbarer Gewalt stieß das Automobil auf den eisernen Schrankenbaum und drückte diesen mit dem Auffangpfosten nach innen. Dem Umstande, daß das Fahrzeug zurückgeschleudert wurde, ist es zu danken, daß nicht sämtliche Insassen als verstümmelte Leichen auf der Unglücksstelle liegen blieben. Sic kamen mit dem Schrecken davon. Der Führer des Wagens wurde jedoch herausgeschleudert und blieb tödlich verletzt auf der Straße liegen. Er wurde alsbald in die Universitätsklinik gebracht, wo er kurz nach seiner Einlieferung starb. Das Automobil ist durch den Anprall fast vollständig zertrümmert worden.
Sie Marokko Berhaudluuge«.
(Eigene Drahtmeldung.)
P) Paris, 4. September.
Der „Matin" schreibt in seiner heutigen Ausgabe: Es ist wahr, daß Herr von Schoen die Ansicht geäußert bat, daß die von Frankreich angebotenen Marokko-Kompensationen in Deutschland nicht voll befriedigen würden Man weiß in Paris nicht, ob die? deutscherseits das letzte Wort ist, wohl aber ist man der Ansicht, daß sowohl im deutschen Reiche als auch in Frankreich selbst der exaltierteste Mensch nicht einen Augenblick daran denken würde, daß nach Wiederaufnahme der Besprechungen die bestehenden Uneinigkeiten fortdauern dürfet? und nur durch einen Krieg zu schlichten seien. Man würde es Deutschland zur Ehre anrechnen, wenn es alles daran setzen würde, eine schnelle Verständigung herbeizuführen.
Las Kieler Rendezvous.
Kaiser, Thronfolger und Reichskanzler.
Aus Kiel wird uns berichtet. Der Kaiser ist heute morgen um halb acht Uhr hier eingetroffen In seiner Begleitung befindet sich der Staatssekretär des Reichsmarineamts, Admiral von Tirpttz. Nach Begrüßung durch Leu Generalinfpekteur der Marine, Großadmiral Prinz Heinrich von Preußen, begab sich der Kaiser auf dem Wasserwege zur „Hohenzollern", wo er Wohnung nahm. Heute mittag begibt sich auch der Reichskanzler nach Kiel, wo nachmittags der österreichische Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, eintrifft, der bekanntlich als Gast des Kaisers an den deutschen Flotten-Manövern teilnimmt. In politischen Kreisen mißt man den bevorstehenden Kieler Unterredungen zwischen Kaiser, Thronfolger und Kanzler große Bedeutung bei, da es als wahrscheinlich gilt, daß bei dieser Gelegenheit die allgemeine politische Lage und die Marokko-Frage in Verbindung mit der Cartwright-Affäre Gegenstand eingehender Erörterungen sein werden. Der Reichskanzler wird bis Mittwoch in Kiel verweilen und dann nach Berlin zurückkehren.
ganda für den Generalstreik, um gemeinsam mit der deutschen Sozial- b e m o f t a t i £ den Ausbruch eines deutsch-
iranröiticken Krieaes tu
London, 4. September. (Privat- Telegramm.) Das Sonntags - Blatt „News-Paper" behauptet zu wissen, daß es die Absicht des Deutschen Kaisers gewesen fei, im Herbst London einen Besuch abzustatten, und zwar wollte der Kaiser mehrere Wochen als Gast bei einem hervorragenden Mitgliede des englischen Hochadels weilen. Mit Rücksicht auf die Aussichten der politischen Lage während der lebten Wochen habe der Kaiser indessen dieses Vorhaben aufgegeben und mtf die Fahrt nach London verzichtet. (Die Nachricht klingt nicht sonderlich wahrscheinlich, und ein Dementi wird wohl nicht lange auf sich warten lassen.)
Wie uns ein weiteres Privat-Tele- g r a m in aus Paris meldet, organisiert der allgemeine Arbeiterverband durch ein Arbciterkomitee eine starke Propa-
Ein Telegramm aus Saloniki berichtet: In den letzten achtundvierzig Stunden sind in den Kasernen in der Nähe von Konstantinopel fünf C h o l e r a f ä l l e und in der Gendarmerieschule ein Cholerafall festgestellt worden. Unter den gestern aus Kossowo emge- trosfenen Rediss sind zwei Mann an Cholera erkrankt, in Uesküb siebenundvierzig, von denen zweiundzwanzig starben. In Mo- nastir erkrankten zweiundfünfzig Soldaten, von denen inzwischen siebenunddreißig gestorben sind.
Rord und Süd.
Kriegs-Protest und ... Kriegs-Erklärung.
Der Verband der sozialdemokratischen Wahlvereine Groß-Berlins veranstaltete gestern Mittag im Treptower Park eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel, für deren Besuch tagelang vorher im .Vorwärts" und durch Flugblätter große Propaganda gemacht worden war. An der Versammlung nahmen, unter zahlreicher Beteiligung auch von Frauen und Kindern, etwa hunderttausend Personen teil. Pünktlich um ein Uhr sprachen von zehn Tribünen sozialdemokratische Redner über das Thema „Gegen die Kriegsbetzerei, für den Völkerfrieden!" Es wurde schließlich eine gleichlautende Resolution angenommen, in der es unter anderm heißt: „Die im Treptower Park versammelten Männer und Frauen des arbeitenden Volkes erheben energischen Widerspruch gegen die infame Kriegshetze des Panzerplatten- und Kanonenkapitals. Ausgehend von der Ueberzeu- gung, daß die ganze Kolonialpolitik nur einen Auswuchs der imperialistischen Machtentfaltung und der kapitalistischen Raubjucht ist, protestieren die Versammelten gegen diese abenteuerlichen Unternehmungen. Sie verlangen auch, daß in so ernsten Fragen die Volksvertretung befragt wird. Tie Versammelten erklären, daß sie alle ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluß ausüben werden, die Aufrechterhaltung des Aölkerfriedens zu sichern."
treiben. Alle Fackverbände sollen auf die Tagesordnung der nächsten Versammlung die Frage setzen: „Wie ist der allgemeine Ausstand im Kriegsfälle zu organisieren?" Es sollen je fünf Delegierte gewählt werden, um die Maßregeln zu erörtern, die erforderlich sind, um am Tage der Kriegserklärung den „allgemeinen Ausstand" wirksam ins Werk zu setzen. Die Versammlung der Delegierten ist auf den fünfzehnten September nach Paris einberufe» worden.
Die kholera am Bosporus.
Achthundertfünfzig türkische Soldaten Opfer der Cholera!
In der Türkei breitet sich die Cholera in besorgniserregender Weise aus, und die Lage ist umso ernster, als die meisten Opfer der Seuche das Heer betreffen. Namentlich unter den aus Albanien zurückgekehrten Truppen hat die Cholera zahlreiche Opfer gefordert, und es ist bisher nicht möglich gewesen, dem Weiterumsickgreifen der Epidemie Einhalt zu tun. Aus Konstantinopel geht uns dar- über folgende Meldung zu:
Konstantinopel, 4. September.
(Prtvat-Telegramm.)
Von fünfzehnhundert ans Albanien zurück- gekehrten Soldaten, die am Bosporus in Quarantäne lagen, sind im Laufe des Mittwoch, Donnerstag und Freitag achthundertfünfzig Mann an Cholera gestorben. Von vierzig Offizieren sollen nur noch sechs leben. Die Opfer sind meist Soldaten des Truppen-Transporiträger-Korps Besmi-Alem die die Quarantäne durchbrochen hatten, um sich in der Umgebung ihrer Lager Wasser und Nahrungsmittel zu verschaffen. Nachdem vorher nur einzelne Erkrankungen vorgekommen waren, haben sich die Soldaten bei ihrer Exkursion durch Wasser und Früchte, die sie in der Nähe eines Dorfes erlangten, infiziert.
War will dar werden?
Teuerung und Rot im Lande.
Es scheint fast, daß über mtfernt Wirtschaftsleben, soweit es die Ernährungsfrage anbelangt, ein Verhängnis waltet: Jahre hindurch haben wir unter den schlimmen Wirkungen einer (zumleil natürlichen, zumteil raffiniert erkünstelten) Fleischteucrung gelitten, haben die Massen des Volks den Genuß des wichttgsten und wertvollsten Nahrungsmittels auf das bescheidenste Maß einschränken und die Ernährung notgedrungen verbilligen (und damit verschlechtern) müssen. Als die Fleischteuerung sich zur allgemein empfundnen Fleischnot steigerte, empfing der neuge- wordne preußische Landwirtschastsminister von Schorlemer unterschiedliche Deputationen, denen er erzählte, von einer Fleisch -Not könne überhaupt nicht, von einer Fleisch - Teuerung nur in beschranktem Umfang die Rede sein; im übrigen aber (versicherte der Herr Minister, gütig lächelnd) werde die Regiemng der Frage ihre ernsteste Aufmerksamkeit widmen und zu geeigneter Zeit entsprechende Maßnahmen treffen, um etwaige Uebelstände zu beseitigen. Nicht lange nach diesen denkwürdigen Audienzen vernahm man mit auftichtiger Genugtuung, Herr von Schorlemer habe den Statistik-Spezialisten unter seinen Geheimräten damit be- austragt, „eingehende und umfassende Erhebungen über den Stand der Fleischpreise" im Bereich der Preußen-Monarchie zu veranlassen. Dann ward's still: Ministerielle Statistiken bedürfen der Ruhe und Akkuratesse, und man wurde nur noch gewtrhr, daß in den offiziösen Schreibstuben die' Worte „Teuerung" und „Not" auf oberherrlich«« Befehl wie der Sünde giftigste Wurzel gemieden wurden: Nur das kritisch-milde Zuckerwasser-Wörtchen „Verteuerung" ward gestattet. Und die Fleischpreise kletterten weiter empor. Zu fast schwindelerregender Höhe.
Minister sind nicht leicht zu bekehren, und vermuüich sträubt sich Herr von Schorlemer auch heute noch, den üblen Worten Teuerung und Rot den Weg über die Lippen zu gestatten. Trotzdem eine grimmige Laune der Natur bemüht gewesen ist, den Minister für Ackerbau, Domänen und Forsten nützlicher Erkenntnis zuzuführen. Die mondelange Dürre des zu Ende gehenden Sommers hat in Feld und Flur Millionen von Werten vernichtet, hat die deutsche Landwirffchast der Möglichkeit eigner Leistungsfähigkeit fast gänzlich beraubt und (nach den stattstischen Ermittlungen des Deutschen Landwirtschaftsrats) nur die Hoffnung auf eine dürftige Mittelernte gelassen, die bei weitem nicht ausreicht, allerdringlichsten Ansprüche« zu genügen. Die teilweise gänzliche Vernichtung der Futtermittel-Ernte und der unbefriedigende Ausfall der Feld- und Wiesenpflanzung überhaupt haben die Landwirtschaft gezwungen, einen Teil des Viehbestands zum Verkauf zu stellen oder in eigner Schlachtung zu verwerten. Stellenweise gestattet sich die Viehabgabe unter den Einwirkungen des wirt- schastlichrn Zwangs so enorm, daß die Aufnahmefähigkeit der heimffchen Märkte längst überboten ist. Unter normalen Verhältnissen würde ein solches Massenangebot naturgemäß eine Preisminderung für Schlachtvieh, und int Zusammenhang damit eine Verbilligung des Fleischgenusses im Gefolge haben müssen, da jede normale Preisentwicklung von dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage abhängig ist. Wer hat aber bisher innerhalb der deutschen Reichsgrenzen auch nur das winzigste Anzeichen einer beginnenden Ermäßigung der Fleischpreise bemerkt? Man frage unsre Hausfrauen: Sie werden bestätigen, daß die (durch den Bannstrahl des preußffchen Landwirt- schaftsministers nicht gescheuchte) Fleischteuerung heut, in der Zeit allgemeiner Not-Verschärfung, fühlbarer ist als je!
Vielleicht verwahrt sich Herr von Schorlemer auch heut noch gegen die zwingende Erkenntnis des herrschenden Nofftands, und wie er vor Jahresfrist den dankbar lauschenden Deputationen versicherte, daß die Preisverteue- rung nur „eine vorübergehende Erscheinung" sein werde, wird er möglicherweise jetzt geneigt fein, unser« verzweifelnren Hausfrauen zu erzählen, daß auch eine Dürre nicht ewig dauere, und daß der erste Regen die Nahrungssorgen wie den Staub von der Straße Hinwegspülen werde. Daß die uncittbebrlicksteit Lebensmittel im Verlauf weniger Wochen eine enorme Preisstcigcrnng erfahren haben (einige «venußmittel sind dem Hausgebrauch um fünf zta und meür Prozent verteuert worocul. la ist
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sich an der Hand der Statistik leicht Nachweisen und die Folgen der Teuerung machen sich überall in bedenklichster Form merkbar. Unsre deutschen Hausfrauen sind duldsamer wie ihre Sorgengenossinnen in Frankreich und Belgien, die angesichts derLebensmittelteuerung entschlossen die „Hausfrauen-Revolution" proklamierten, den Boykott verhängten und (ganz wie im politischen Kampf) demonstrativ „auf die Straße zogen": Sie tragen ihre Sorgen in stiller Duldsamkeit und suchen durch kluge „Kü- chen-Technik" dem Verhängnis der Teuerung zu begegnen. Aber auf die Dauer muß dieses Kampfmittel versagen, und die Größe der wirffchaftlichen Gefahr wird erst erkennbar, wenn man von vollswirffchastlichen Autoritäten die düstere Kunde hört, daß die eigentliche Teuerung sich erst im kommenden SB intet in ihren schlimmsten Wirkungen offenbaren werde: Im Winter, wenn infolge der ungünstigen Lage des Arbeitsmarkts und der wittschaftlichen Flaue die „teure Zeit" am empfindlichsten gespürt werden wird!
Die Frage ist nun: Was soll geschehen? Der Winter, der uns die allgemeine Teuerung mit all ihren verhängnisvollen Nachwirkungen bringen soll, wird uns auch die Reichstagswahlen bringen, und es gehört nicht Viel psychologische Erfahrung dazu, um Voraussagen zu können, daß Teuerungswahlen nie- mals im Zeichen völkischer Zufriedenheit zu stehen pflegen. Unsre Regierung hat der Fleischteuerung gegenüber eine gradezu verblüffende Verständnislosigkeit offenbart, hat die vitalsten Interessen volksfreundlicher Wirtschaftspolitik verkannt und kann nur die eine Entschuldi- gung als mildernden Umstand in der Verurteilung ihrex Tatenlosigkeit geltend machen: Daß sie sich aus politischen Erwägungen verpflichtet glaubte, rein-agrarische Interessen intensiver zu schützen, als die billige Rücksichtnahme aus das Wohl der Volksgesamtheit es erlauben konnte. Aber dies Prinzip (das leider ein Teil unsrer „Regierungsttadition" ist) war verhängnisvoll, und seine Wirkungen gestatten sich umso bedrohlicher, als heut die Gefahr einer allgemeinen Teuerung durch keine offiziöse Schwichtigungsmethode mehr gebannt werden kann. Es gibt nur eine Rettung, und es wird höchste Zeit, diesen einzigen Ausweg zu nutzen: Oeffnung der Grenzen für die Einfuhr von Fleisch und billigen Vollsnah- rungsmitteln, Einfuhr-Vergünstigungen und Zoll-Erleichterungen! Die Phrase von der „Leistungsfähigkeit eignen Grunds und Bodens und eigner Zucht" ist durch das Schicksal einer einzigen Sommer-Dürre verhängnisvoll korrigiert worden, und selbst der beneidenswerte Optimismus eines preußischen Landwirtschaftsministers reicht heitt nicht ans, das Gespenst der Not vom Tisch des Volks hinwegzuscheuchen. Die Zeit drängt, und man darf von einer Regierung, die durch die Verfassung dem Volkswillen zwar entrückt ist, durch keine Macht der Erde aber von ihrer moralischen Verantwortung gegenüber dem Voll entbunden werden kann,erwarten, daß sie den tübervielen) klangvollen Worten endlich auch Taten folgen läßt: Der „Tag von Philippi" rückt immer näher! F. H.
Ein Zusammenstoß mit dem D-Zug.
Ei« schweres Automobilunglück ereignete sich gestern morgen zwischen Marburg (Süd) und Niederwei- mar. Ein aus Marburg kommendes Automobil fuhr gegen die den Straßenübergang abspcrrenden Schranken und drückte sic ein. Ter Führer des Wagens wurde tödlich verletzt und starb nach einiger Zeit. Tas Automobil wurde zertrümmert.
Ueber den schrecklichen Automobil-Unfall werden uns von unserm Marburger Korrespondenten telegraphisch noch folgende Einzelheiten berichtet: Kur; vor fünf Uhr hatte am Sonntag morgen ein Kraftfahrzeug die Stadt Marburg Passiert, und mit größerer Geschwindigkeit ging es weiter. Eine kurze Strecke hinter Marburg führt die Eisenbahn Marburg-Niedcrweimar über die Chaussee Die Schranken waren geschlossen, denn der gleich nach fünf Uhr in Marburg ein- laufende D-Zug 104 wurde erwartet. Ter Führer des Wagens, Werkmeister Kühn aus Bielefeld, ein wegen seiner Nüchternheit und redlichen Gesinnung allseitig geschätzter Mann, versuchte den Lauf des Fahrzeuges zu hemmen. Aber die Bremse, die sonst jedem Druck der P'C".:b aebarrttto versagt- Plötz»
„zurück zu Caprivi!"
(E i g e n e D r a h t w e l d u u g.) xz Stuttgart, 4. September.
Auf dem gestrigen Parteitage der Sozialdemokratie Württembergs hielt der Reichstagsabgeordnete Hildebrandt ein bemerkenswertes Referat über die kommenden 'Reichstagswahlen. Er vertrat den Standpunkt, daß bei den Stichwahlen die Wahl eines Kandidaten des schwarz-blauen Blocks unter allen Umständen vermieden werden müsse. Dabei sei es gleichgültig, ob dann ein Demokrat oder Nationattibcraler die sozialde-