Casseler Neueste Nachrichten
Freitag, 1. September 1911.
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Der dritte Internationale Laryngo- logen-Kongretz. In Anwesenheit des Protek-
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die Regierung nicht in einen Krieg Hetzen, aber das friedliebende Deutschland werde nötigenfalls wie «in Mann seine Ehre und seine Interessen verteidigen.
S> Das Weinjahr neunzehnhundcrtelf. Wie uns aus Neustadt a. Sb. gemeldet wird, hat in der zuversichtlichen Erwartung einer hervorragenden Qualität des Neun« zehnhundertelfer-Iahrgangs der Ausschuß des Verbandes der rheinisch-westfälischen Weinhändler in Neustadt a. H. beschlossen, dahin zu wirken, daß die Regierung für dieses Jahr jede Zuckerung des Weines unter- sagt. Der Termin der Weinlese soll soweit hinausgeschoben werden, daß die Vorbedingungen für eine Vollreife erfüllt werden.
cS3 San Giuliano s Herbfifahrt. Aus Rom wird uns berichtet: Die .Tribuna" bestreitet zwar, daß eine Zusammenkunft der Auslands- Minister des Dreibundes bevorsteht, bett» noch versichern gutunterrichtete Personen, daß San Giuliano im September in Oester- reich und Deutschland mit den dortigen Außenministern die marokkanische Fra- g e besprechen werde. In den letzten Tagen fanden mehrere Unterredungen zwischen Gio- litti. San Giuliano, dem Botschafter Garroni in Konstantinopel und dem Generalkonsul Me- roantelli in Tripolis statt. Voraussichtlich dürfte Italien eine endgültige Regelung der tripolitanischen Frage verlangen, da man hier (wie das.Giornale d'Italia" schreibt) den Augenblick der marokkanischen Liquidation für geeignet hält.
die sich über ihren Beruf beklagt: Die bekannte Luftschifferin Helene Dutrieu. Auch sie wäre gern zufrieden, aber es fehlen ihr dazu zwanzigtausend Francs Rente. Die Luftschifferei wirft nämlich nichts oder doch nicht sonderlich viel ab; obwohl Frau Dutrieu diverse Ehrenpreise errungen und sogar einen Weltrekord (den der Luftschifferinnen) aufgestellt hat, wird sie doch wegen der großen Unkosten, denen nur unbedeutende Einnahmen gegenüberstehen. auf ihren Beruf verzichten müssen. .Eine Schreibmaschinistin (sagt sie) mit ihren hun- dertfunfzig Francs im Monat ist nicht so arm wie eine Dame, die sich „Weltrecordwoman" nennen darf..." Dr 4 S
das bisherige Schauspielhaus in der Neustadt, das Zentraltheater, das Residenztheater und das Theater im Zirkusbau, das sowohl für Oper und Schauspiel eingerichtet wird. Dieser Zirkushallenbau wird ein Kunstinstitut von weltstädtischer Aufmachung. Sein Rundbau wird fünftausend Menschen fassen und seine maschinellen Einrichtungen werden die Möglichkeit bieten, in denkbar kürzester Zeit den Raum in ein O p ernh au s, ein Riesenil, e a t e r im Sinne von Max Reinhardt, eine Konzert- und Versammlungshalle oder in eine Zirkusmanege oder Varietee zu wandeln.
Armer Felix...! Einen Nachruf auf Felix Mottl, der in seiner Art jedenfalls einzig dasteht, las man kürzlich im bayerischen »Altöttinger Liebfrauenboten". Der Verfasser schreibt über den berühmten Dirigenten: »Von Geburt katholischer Oesterreicher, hat er feinen Taufschein wenig strapaziert. Er ließ sich in Ulm verbrennen. Und das Ende vom Lied! Gott wird richten, aber ich fürchte, daß der Mottl drüben nimmer Felix (der Glückliche) getauft wird. Die Lobhudelei der Welt und ihre Berge von Kränzen nützen im Ienseit nichts ..." Der arme Mottl! Hoffentlich ist sein Schicksal besser wie die Prophezeiungen des Altöttinger Nekrolog-Schreibers.
Rom, 31. August. (Privat-Tele- gramm.) In diplomatischen Kreisen verlautet, nach Beendigung der deutsch-französischen Marokkoverhandlungen würden auch andere Mächte ihre Ansprüche gxltend machen. Es sei unmöglich, daß sie sich ohne Kompensationen in eine Aenderung der Algecira sakte fügen. Der „Corriere della Sera" kündigt diese Aktion der Großmächte als unmittelbar bevorstehend an und das Turiner Blatt „Stampa" meldet bereits, daß die italienische Regierung die Kabinette von Berlin, Paris und London dahin verständigt habe, daß sie bei allen Veränderungen, die bei der Lösung der Maro k k o f r a g e im Mittelmeer eintreten, einen Anteil für Italien verlangen werde. Da „Stampa" dem Ministerpräsidenten Gio- litti nahesteht, so rüst diese Nachricht großes Aufsehen hervor.
London, 31. August. (Privat-Tele- gramm.) Während bei Lloyds in den letzten Wochen nur zwei Prozent für Kriegsverst ch e r u n g bezahlt wurden, haben die Versicherungsbeamten gestern vier Prozent verlangt. Die plötzliche Steigerung ist hauptsächlich dem Umstand zuzuschreiben, daß einige Finanziers ihre Börsenspekulationen gegen
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Im Urwald verirrt. Im Bezirk Meu- rmdö in Atschin auf Sumatra verirrte sich eme holländische Patrouille unter Führung eines Unterleutnants im Urwald. Die Patrouillen, die ausgesandt waren, um die Vermißten zu suchen, fanden sie endlich, nachdem die Soldaten achtundzwanzig Tage ohne Lebensmittel umhergeirrt waren. Neun farbige Soldaten und zehn eingeborene Träger waren bereits an Erschöpfung gestorben.
rrr Großfeuer in einem Londoner Verlags- iaus. Eine heftige Feuersbrunst zerstörte ge- tern abend das Geschäftsaebäude der Ver- lagsfirma Ward Lock u. Co. am Salisbury- Square bei Fleetstreet in London. Eine ganze Feuerwehrbrigade arbeitete an der Löschung und eine Abteilung Kundschafterknaben half. Es gelang, den Brand auf das Gebäude ein» zuschränken, obgleich eine Zeitlang der ganze Platz ein Raub der Flammen zu werden drohte. Verletzt wurde, soviel bekannt, niemand. Der Schaden ist enorm.
rrr Das Geheimnis einer Krankheit. Depeschen aus Petersburg zufolge tritt in der Mandschurei feit einiger Zeit eine neue Krankheit auf, die sich rasch verbreitet. Sie äußert sich durch Sckwindelanfälle, denen Halsschmerzen und Durchfall folgen. Schließlich tritt der Tod ein. Die Aerzte stehen der neuen Epidemie bis jetzt ratlos gegenüber. e -
Jas Neueste aus Büffel
Die Kasseler Hausbeamtmnen.
Der Zweigverein Cassel des Allgemeinen deutschen Vereins für Hausbeamtinnen hielt am gestrigen Nachmittag im Hause Terrasse Nr. 30 seine fünfte Hauptversammlung ab. Die erste Vorsitzende, Fräulein Hense, eröffnete die Sitzung und hieß die erschienenen sechsund-
Mignon im Hoftheater.
Eine neue „Philine".
Am fünften August dursten wir des hurv- vertjährigen Geburtstages des „Migno n"- k o m p o n i st e n gedenken, und die gestrige Aufführung im Hostheater bewies durch ihren starken Besuch aufs Neue, daß der französische Tonkünstler mit seinem Meisterwerk „Mignon" immer noch die alte Anziehungskraft ausübt. Die Besetzung ist mit Ausnahme der Philine dieselbe geblieben, und in dieser größeren Partie stellte sich uns zum ersten Male die neuengagierte Koloratursängerin Fräulein Gates vor. Das Urteil, das ich mir in den bis jetzt gehörten kleineren Partien bilden konnte, ist durch die gestrige Philine nur bekräftigt worden: Die wohl kleine, aber sympathische Stimme wirkt durch ihren herzlichen Wohlklang besonders angenehm. Die Töne sprechen in den gutausgeglichenen Registern mühelos und gut.an, und die perlenden Koloraturen kamen durchaus erakt zu Gehör. Die „Titania"-Arie bezeugte stellenweise virtuoses Können, und die spielend leichte Anwendung von Trillern, Läufen und peinlich säubern Staccatos konnten uns nur noch mehr davon überzeugen. Ab und zu erhalten allerdings die Töne in der Höhe einen nasalen, gedrückten
tors, Prinzen August Wilhelm von Preußen, wurde gestern im Sitzungssaale des Herrenhauses in Berlin der dritte Internationale Laryngo-Rhinologen-Kon- greß mit einer längeren Rede des Geheimrats Fraenkel-Berlin eröffnet. Es sind die Regierungen fast sämtlicher Kulturstaaten und Gelehrte aus allen Kulturstaaten in großer Zahl erschienen, ganz besonders zahlreich Vertreter der Universitäten. Geheimrat Dr. Schmidt vom Kultusministerium begrßte den Kongreß i« Auftrage des Reichskanzlers und des preumichcn Kultusministers.
Ein Kunst-Mären als Mona Lisa-Räuber? Aus Paris meldet uns ein Privat- te leg ramm: Wie der »Matin" berichtet, soll sich der Zolldirektor von Newyott, Mr. " ü e b, einem Korrespondenten gegenüber geäußert haben, daß er einen augenblicklich in Europa weilenden amerikanischen Kunstgönner im Verdacht habe, den Raub der Mona Lisa bewerkstelligt zu haben. Infolgedessen ist das Signalement dieses Macens an sämtlicheHäfdn gesandt worden,
»Gefällt Ihnen Ihr Beruf? Bietet er den Frauen eine schöne Zukunft?" Diese Frage richtete der „Matin" an französische Frauen, die in verschiedenen nicht ganz alltäglichen Berufszweigen an erster Stelle stehen. Für die Bühnenkünstlerinnen antwortete natürlich Sara Bernhardt: „Ich wäre undankbar (schreibt sie), wenn ich sagte, daß ich nicht zuftieden bin; ich würde aber trotzdem keiner Frau raten, zum Theater zu gehen, wenn sie sich nicht zur Künstlerin geboren fühlt." In jeder Hinsicht glücklich und zufrieden ist die Advokatin Marie Vsrone: Die Advokatur brachte ihr in moralischer und in finanzieller Hinsicht das, was sie von ihr erwartet Watte, und außerdem hat sie auch als Feministin Freude an ihrem Beruf, weil sie so vielen Unglücklichen nützlich sein kann, und vor allem, weil sie den Beweis geliefert hat, daß eine Frau sich auch in einem sogenannten Männer- berus zur Geltung bringen und dabei doch eine flute Gattin und eine flute Mutter bleiben kann. „Für jede Frau (sagt sie), die Ausdauer hat, gewissenhaft ist, logisch denken kann und dte sache wirklich ernst nimmt, ist die Advokatur eine ausgezeichnete Laufbahn."
Ti- Komponistin Cäcilie Chami- n a d e ist gleichfalls glücklich in ihrem Beruf, den sie sich ichon als junges Mädchen gewählt hat; eine ?yrau von Talent, die die berühmte „Vokation" in sich spürt, kann nach ihrer Ueber- zeugung bei der Musik ihre Rechnung finden und auf eine gesicherte Zukunft hoffen. Geradezu mit Schwärmerei spricht von ihrer Tätigkeit Frau Gsvin-Cassal, staatlich an- gestellte Inspektorin der Kinderasyle, Zwangs- erziebungsanstalten, Strafanstalten usw.: „Für alle diejenigen, die sehen, denken und lieben können (schreibt sie), ist unsere Tätigkeit das große Buch der leidenden Menschheit: sie erhebt den Geist, weitet das Herz und läßt bett Durst nach Gerechtigkeit. Brüberlichkeit unb wirklicher Güte immer größer werden." Unter den vom .Matin" befragten Damen gibt es nur eine.
Botschafter Sir Cartwright.
ders nicht die Neue Freie Presse, hat von dieser Erklärung Notiz genommen. Gestern ist nun von Berlin aus der neuerliche Versuch einer Verdunkelung des Herkommens des sensationellen Artikels unternommen worden. Eine in Berlin erscheinende Korrespondenz drahlet nach Wien, daß es sicher- gestellt, sei, daß kein englischer Diplomat in wichtiger Stellung, sondern nur ein englischer Publizist der Autor ^E^kikels fei. Gegenüber diefer Zettelung fei festgestellt, daß (wie toi' schon mitteilfen) der Verfasser des Jn'crvietos nach ganz sicheren Nachforschungen der bekannte Wiener Publizist Siegmund Münz ist, der die in dem Artikel enthaltenen, so großes Aufsehen erregenden Auslassungen während eines Dejeuners in Marienbad von dem englischen Botschafter erhalten hat. In dem Interview sind von dem Publizisten noch jene Stellen abgeschwächt worden, in denen Cartwright direkte Angriffe gegen den Deutschen Kaiser richtete.
Das Marotta-Geplauder.
Keine Kompensationen in Marokko!
- Wie uns aus Berlin depeschiert wird, schreibt heute der Lokalanzeiger offiziös: „Wie vieles in dem ganzen Ma- rokkohandel auch jetzt noch verworren und unklar erscheinen mag; eines können wir nach unserer Information als sicher hinstellen: Bon Gebietsabtretungen in Maro k k o ist in den Unterhandlungen zwischen der deutschen und der französischen Regierung überhaupt niemals die Rede gewesen . .
Wie uns ein weiteres Privat-Tele- gkamm aus Berlin berichtet, sind die Vorschläge, die Botschafter Cambon von Paris mttbringen wird, der deutschen Regierung in ihren Grundzügen vorläufig vertraulich bekanntgegeben worden. Diese Grundzüge enthalten nichts, das zu einer Ablehnung ä limine führen könnte. Die deutsche Regierung wird in nähere Prüfung und Erwägung einzutreten haben, wenn ihr die Vorschläge im einzelnen vorliegen. Die von französischen Preßorganen gelegentlich geäußerte Meinung, daß bis Samstag eine Art Abschluß erzielt werden könnte, wird indessen in Berliner diplomatischen Kreisen nicht gereift. Depeschen aus Paris zufolge ist Botschafter Cambon gestern abend nach Berlin abgereist. Die Abendblätter besprechen diese Tatsache in langen Kommentaren. Sie bringen die Versicherung von der konzilianten und zugleich festen Haltung, die die französische Regierung in den neuen Unterhandlungen einnehmen wird. Sie betonen durchweg, die Instruktionen des Herrn Cambon enthielten das Maximum der französischen Zugeständnisse und sie hoffen, daß der von ihm vorzulegende Entwurf über die neuen Verhältnisse in Marokko in Berlin gebilligt würde.
Beiklang, der sich wohl künftig vermeiden ließe.
Auch dar st ellerisch fesselte diese kleine Kokette durch sicheres Spiel, sodaß (abgesehen von einem einzigen durchweg unrein gesungenen Staccatolauf am Schluß der Arie) Fräulein Gates eine gute, abgerundete Leistung schuf, die das Publikum vollständig anerkannte. Die Besetzung der übrigen Rollen ist bekannt: Fräulein Herper gab die Titelrolle, wirkte aber in dem Lied: „Kennst du das Land" ohne jede Wärme. Auch den kleinen Ge- sangsfehler am Schluß der zweiten Strophe will ich nicht unerwähnt lassen, und ferner muß die Künstlerin das Zerreißen von Silben, die auf mehrere Töne gesungen werden, tote Zi-tro-ho-nen oder Mv-hyr-te, besonders im piano vermeiden. Tie Partie des Lothario ist Herrn Wuzöl „auf den Leib geschrieben" und das enthebt mich jedes weiteren Lobes über die ausgezeichnete Gesangs- und Sprachtechnik des Sängers. Herr K o e g e l verlieh dem charakterschwachen Wilhelm Meister die eckte gesangliche und schauspielerische Darstellung. Die Herren Marbeck (Lai-ries) und S t r i a l (Friedrich) vervollkommneten durch ihre Kunst geschickt das Gesamtbild, und auch Herr Eggen-
S1 Die neueste Marokko Resolution. Privattelegramm berichtet uns Berlin: In der Neuen Philharmonie gestern abend eine von mehreren Taufend Bürgern besuchte Versammlung statt, die eine Resolution annahm, in der nachdrücklich die Wahrung der deutschen Interessen in Marokko gefordert wird. Die Nesolutton verlangt unter anderm: Deutschland solle von Frankreich die Rückkehr auf den Boden der Algecirasakte fordern, oder sich gleiche Rechte in Westmarokko sichern, wie sie Frankreich in irgend einem anderen Teile Marokkos beanspruche. Die Redner betonten, man wolle
Kleines Feuilleton.
TaS (Repertoire des Hoftheaters. Im Hoftheater gelangt morgen die komische Oper „Die kleinen Michus" zur wiederholten Aufführung. Am Sonnabend steht das Schauspiel „Heimat" von Sudermann auf dem Dptelplan und für Sonntag ist die Wiederholung der neuemftubierten Oper „Der flie« gende Holländer" von Richard Wagner zur Ausführung bestimmt.
=3s Poffart contra Bonn. Vor dem Amtsgericht München, Abteilung für Strafsachen. wird am zehnten Oktober die Beleidigungsklage Ernst v o n P o s f a r 18 gegen Ferdinand Bonn verhandelt werden. Es handelt sich um die schweren Beleidigungen, die Bonn in einem offenen Briefe an die gesamte Presse nach der Generalversammlung der Shakespeare-Gesellschaft in Weimar gegen den Intendanten von Possart geachtet hatte; in jener Versammlung hat die Gesellschaft gegen die Darstellung Shakespeare- cher Werke im Zirkus Stellung genommen, und Bonn glaubte die betreffende Rede Pos- arts auf sich beziehen zu müssen. Als Sackver- lündige und Zeugen ist fast der gesamte Vorland der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft geladen.
Dresdener Theater Millionenprojette. Dresden wird, abgesehen von seinem Opernhausumbau, im nächsten Jahre einen Zuwachs von zwei großen Kunsttempeln erhalten: Tas neue Königliche Schauspielhaus in der Altstadt und das Riesen-Zirkustheater von Sarrasani in der Neustadt. Damit verfügt Dresden über ein Opernhaus, das gegenwärtig mit einem Aufwande von eineinviertel Millionen Mark „modernisiert" wird, ein . neues Schauspielhaus an bei Ostraallee.
bürg (Jarno) „sprach" seine Gesangspartie recht glücklich. Herr Musikdirektor Dr. Z u l a u f leitete die Ausführung und erfreute mit der sauberen Ausarbeitung im Orchester und den gut gesungenen Gesamtchören. Für dir Regie zeichnete Herr Opernregisseur E h r l, dessen Kunst schon des öfteren lobend erwähnt wurde.
-hse.
Franev und ihre Berufe.
Glückliche Frauen in Männerberufen.
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Plötzlichen Ausbruch eines Kriegs ZU schützen suchen.
Sie CartwrlM-AMe.
„Man weiß von nichts!"
Am Dienstag ist durch das Reutersche Bureau fämilichen Wiener Blättern eine amtliche ßrllärunfl zugegangen, daß weder der eng- ftlche Botschafter am Wiener Hofe Cart« w r i b h t, noch sonst ein englischer Diplomat in wichtiger Stellung der Autor des viel besprochenen Interviews in der Neuen Freien Presse sei. Kein Wiener Blatt, beson-
Nr. 228. — 1. Jahrgang.
alle Einzelheiten, so daß sie über nichts uneingeweiht bleiben. Gesttrn wurde die FestungToul besichtigt, ferner fand im An- ftbluß daran eine gründliche Besichtigung der ganzen strategisch hochwichtigen Umgebung statt. Die Engländer kehrten dann in das Feldlager Mailly zurück, in dessen Umgebung ihnen zu Ehren in den nächsten Tagen ein großes Divisionsmanöver stattfindet.
Ein Privat-Telegramm meldet uns aus Essen: Sechsundvierzig hiesige Vereine, darunter zahlreiche Kriegervereine, haben beschlossen, mit Rücksicht auf die gegenwärtige politische Lage das S e d a n s e st, das hier sechzehn Jahve hindurch nicht mehr gefeiert wurde, in diesem Jahre ganz besonders glanzvoll zu begehen.
Der türkische Thronfolger, I u f f u f Izze- bin. traf gestern früh mit dem Orient-Expreßzug in Breslau ein und stieg im „Hotelder vier Jahreszeiten" ab. Heute vormittag um elf Uhr hat er die Reife nach Berlin fortgesetzt. Im Gefolge des Prinzen befindet sich auch der bekannte Revolutionsführer Major Enver Bey.
Aus Madrid wird gemeldet: Dem für beute einbrufenen Mini st errat wird eine besondere Wichtigkeit beigemessen. Er wird sich unter anderem mit der Lage Spaniens in Marokko angesichts der deutsch-französischen Verhandlungen beschäftigen und man erwartet wichtige Entschlüsse.
Neues vom Taue.
(Depeschen der Casseler Neuesten Nachrichten.)
trr Im Jrrland der Liebe. Als gestern vormittag ein Fräulein Falkberg aus der Köpenickerstraße in Berlin mit ihrem Bruder und Vater und ihrem früheren Bräutigam, einen gewissen Schmuggler, durch die Grenadierstraße gingen, trafen sie den früheren Geliebten der Falkberg, namens Sockel. Sie gerieten auf der Straße in einen heftigen Streit und begaben sich, wohl um sich auszusprechen, in ein Restaurant. Hier wurde die Auseinandersetzung immer erregter, schließlich zog Schmuggler einen Revolver, tötete Sockel durch einen Schuß und verletzte durch eine zweite Kugel seine frühere Geliebte schwer.
ttr Eine Dampfmühle in Flammen. Aus Hannover meldet man uns: Die Goepper- sche Dampfmühle und Branntweinhrennerei in Limmer ist in der vergangenen Nacht bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Die Feuerwehr, die mit zwei Dampfspritzen, einer Motorspritze und mehreren anderen Fahrzeu
gen zur Stelle war, arbeitete mit 16 Schlauchleitungen. Von dem angrenzenden dreistöckigen Wohngebäude brannte der Dachstuhl sowie ein Geschoß aus. Der enorme Schaden an Kornvorräten ist durch Versicherung gedeckt.
zx Des Lebens müde. Im Seebade Kle11 - kau bei Zoppot ließ sich gestern eine unbekannte achtzehnjährige Dame von einem Fischer in die See rudern, und sprang plötzlich über Bord. Dem Fischer gelang es jedoch, die Lebensmüde zu retten. Bei der Rückkehr stürzte sich das Mädchen in einem unbewachten Augenblick abermals über Bord und ertrank.
rrr Zwei Knaben durch Dynamit schwer verletzt. Die drei Sohne eines Bergmannes in Lütgendortmund spielten mit einer Dhnamitpatrone, die sie im elterlichen Hause gesunden hatten, und brachten sie zur Explosion. Alle drei sind schwer verletzt worden. Dem einen wurde ein Auge ausgerissen, dem zweiten ein Teil der linken Hand abgerissen, dem dritten drang ein Teil der Patrone in den Leib.
Ät Bestien... In Spittel bei Trier herrscht große Erregung über die Aufdeckung eines Mädchenmordes. Die Leiche des zwölf Jahre alten Kindes wurde in einer Senkgrube gräßlich entstellt aufgesunden. So weit bis jetzt festgestellt ist, haben zwei Männer das Mädchen vergewaltigt und es darauf ermordet. Bis jetzt fehlt von den Mördern jegliche Spur.
zx Am Leben verzweifelnd. Der Verwaltungsrat der Mineral-Oel-Jndustrie-Gesellschaft Trnebinin und der ersten galizischen Petro- leum-Jndustrie-Gesellsckaft, Alfred Oster- setzer in Wien wurde gestern srüh ein Uhr in seinem Schlafzimmer mit durchschossener Schläfe rot aufgesunden. Der Erschossene be- fand sich in äußerst günstigen Vermögensverhältnissen. Das Motiv zu der Tat ist noch unbekannt.