Nummer 228.
1. Jahrgang.
hessische Mencheitung
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Freitag, den 1. September 1911
Irr Platz an der Sonne.
Nach der Hamburger Kaiserrede.
Aus der Fahrt zur Wasserkante hat der Deutsche Kaiser, während im Hamburger Rathaussaal die Honoratioren der Republik um den Träger der Kaiserkrone beim festlichen Mahl versammelt saßen, eine Rede gehalten, die in allen Gauen des Vaterlands und weit darüber hinaus aufmerksame Ohren gefunden hat, trotzdem der Klang der Worte sich nur wenig von Dem unterschied, das wir in jungen und alten Tagen aus Wilhelms des Zweiten Mund vernommen haben. Der Kaiser sprach über den Frieden, der für die wirtschaftliche Entwicklung einer großen Nation so dringendes Bedürfnis sei, wie die Atmung für den Körper, und er wiederholte im Zusammenhang damit seine (schon oft ausgesprochne) Ueberzeugung, daß eine der stärksten Sicherungen des Friedens (und der nationalen Wirtschafts-Entwicklung) die deutsche Kriegsmarine sei, unter deren Schutz Handel und Seefahrt sich mächtig zu entwickeln vermochten. Die Flotte repräsentiere den „Willen des deutschen Volkes zur Seegeltung", und aus der Begeisterung der Wasserkanten- leute glaubte Wilhelm der Zweite den Wunsch herauslesen zu dürfen, unsre Flotte „auch fürderhin verstärkt zu sehen, sodaß wir sicher sein können, daß uns niemand den uns zustehenden Platz an der Sonne streitig machen werde". Der „Platz an der Sonne": Das ist immer noch des Kaisers Traum und, ohne müßige Deutelkünste zu versuchen, darf gesagt werden, daß die Hamburger Rathausrrde die einstige Romantik dieser Sehnsucht mit den effektvollsten oratorischen RefÄKonen bestrahlt hat.
Es war psychologisch außerordentlich interessant, die Wirkungen der Kundgabe auf die Stimmung des deutschen Volksempfindens und auf die argwöhnenden Nerven unsrer politischen Nachbar- und Vetternschaft zu beobachten. Hierzuland war das erste Echo ein erschrockner und weithallender Protest gegen jede neue Regung zu „großen Flottentaten", begleitet von unwirschem Gerede über die „Beunruhigung der Völkergemeinschaft in einer ernsten, gewitterschwülen Zeit". Daß der Nachhall der Hamburger Kaiserworte so und nicht anders sein werde, war vorauszusehen: Man hat sich im Vaterland der Denker und Dichter daran gewöhnt, hinter jeder, über die Niederungen bierbankmäßiger Alltäglichkeit hinaus- reickenden Kundgabe Gespenster zu suchen, und es kann deshalb auch nickt verwundern, daß Wilhelms des Zweiten Friedens- und Flrttten- rede in einem Teil der Presse als formgerechte Ankündigung kommender „uferloser Flottenpläne" kommentiert worden ist. Trotzdem auch das hellste Ohr aus dem offiziös approbierten Redetext keinen Anklang an still-gehegte Sehnsucht erhorchen kann. Es offenbart sich eben auch hier die Nervosität unsrer öffentlichen Meinung: Die Traum- und Rededeuter, Kon- jekturalpolittker und Silben-Schriftgelehrten beherrschen das Konzert und es genügt, daß ein Kaiser ans Glas klopft und bei festlichem Mahle eine, die traditionelle Phrase meidende Rede hält, um sofort den Schwarm der Geister auseinanderstieben zu lasten. Wie fruchtbar die Kombinationsmacher wirken, beweist besser als alles andre die Tatsache, daß Wilhelms des Zweiten Hamburger Bankettrede das Geheimnis der (immer noch nicht erfundnen) Wahlparole für den „Tag von Philippi" in zwei festfröhlichen Sätzen entschleiert haben soll: .Flottenpolitik zu Deutschlands Ehr'!"
Regsamer und muntrer noch war man in England, wo die Enttäuschung über das verkümmerte Ideal der deutsch-englischen Flot- tenbau-Regulierung die Aufmerksamkeit geschärft hat. Der Expreß-Kurier eines Londoner Cityblattes überrannt» unter der Einwirkung ersten Schreckens den Großadmiral von Koester mit der dringlichen Anfrage, ob die Bemerkung des Kaisers darauf schließen laste, daß Deutschland in naher Zeit eine Beschleunigung seines Flottenbaus plane und entschlossen sei, seine Rüstung zur See zu verstärken. In der Londoner Presse wurde die Kaiserrede (mit dem Hinweis auf die „Manche in der Welt, denen das Aufstreben des Handels in unserm jung geeinten Vaterlande Unbequemlichkeiten macht") fast ausnahmslos in dem Sinne kommentiert, daß Wilhelm der Zweite offensichtlich für weitausgreifende neue Flottenpläne Propaganda treibe und dazu als kluger Psychologe die Zeit wähle, da, vom
Marokko-Hader aufgerührt, das deuische Volksempfinden für jede Regung, die mit der deutschen Macht- und Ansehenfrage in Verbindung gebracht werde, besonders empfänglich fei. Daß uns int Zusammenhang damit die Drohung nicht erspart blieb, Deutschland werde „im Fall unziemlicher maritimer Expansion auch England auf dem Posten finden", konnte nicht überraschen, verriet indessen dem aufmerksa- mern Beobachter, wie nervös man jenseits des Kanals jede Regung deutschen Kraftbe- wnßtfeins verfolgt. Besonnene Deutsche könnten aus der Tatsache mancherlei lernen!
Und nun: Der „Platz an der Sonne". Es ist nicht sträflich, Schlagworte zu ignorieren, und das Wort vom „Platz an der Sonne" birgt außer dem Wohlklang nichts, das uns reizen könnte. . Auch unsre Flotte hat als Rüstzeug deutsche- Mackt nichts damit zu tun, sondern es fällt ihr lediglich die Aufgabe zu, Deutschlands Jntereffen zu Wasser so zu sichern, daß unser Ansehen in der Welt nicht straflos gefährdet werden kann. Der dritte Deutsche Kaiser darf das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, die Marine des Reichs zu ihrer achtunggebietenden heutigen Höhe emporgerungen zu haben: Das verächtliche Wort von „Willys Spielzeug", das einst Eduard der Siebente in hochmütigem Britenstolz sprach, hat für England sehr ernste Bedeutung gewonnen, und die Hast, mit der man in Downing-Street grade bezüglich des deutschen Flottenbaus ein „Regulativ" erstrebt hat, beweist, daß die „meerbeherrsckende" Bri- tannia es längst verlernt hat, den „wasserspie- lenden Vetter" mitleidig zu belächeln. Es unterliegt im Urteil des zwanzigsten Jahrhunderts keinem Zweifel mehr, daß der immer schärfer hervortretende Weltmarkt-Wettbewerb zwischen den großen Wirtschaftsvölkern deutscher und englischer Nation eines Tages zu einem Waffenkampf führen muß, der den Denkenden unter uns viel näher und drohender erscheint als das (von der Einfalt imm^r noch gefürchtete) Revanche-Ringen mit dem „gallischen Erbfeind". Daß wir im ureigensten Interesse diese (fast als zwingende Notwendigkeit erscheinende) Möglichkeit bei der Ausgestaltung unsrer maritimen Wehrkraft im Auge behalten müssen, ist nationales Pflichtgebot, und toera Wilhelm dem Zweiten im Hamburger Rathanssaal beim Wort vom „Platz an der Sonne" das Ziel deutscher Rüstung zum unabwendbar scheinenden Kampf um Deutschlands nationalwirtschaftliche Weltmacht st ellung vorm Auge geschwebt hat, darf er der verständnisvollen Würdigung und des überzeugten Beifalls aller klarblickenden Deutschen sicher sein! F. H.
Richter aus der Heimfahrt.
Die Rätsel der Olympiade.
Aus Jena wird uns depeschiert: Wie aus einem gestern bei den Angehörigen des Ingenieurs Richter eingetroffcnen Telegramm hcrvorgeht, ist Richter gestern nachmittag in Saloniki angelangt und wird Sonntag oder M o n t a g in I c- n a eintreffen. Sein Gesundheitszustand läßt nichts zu wünschen übrig.
Die Verzögerung in der Rückbeförderung Richters ist übrigens immer noch nicht aufgeklärt. Depeschen aus Saloniki zufolge erklärt jetzt der Polizeimeister von Elassona, Richter habe sich aus freien Stücken so lange in Elassona aufgehalten; er sei sehr ermüdet gewesen, habe sich ganz zurückgezogen und an Schriftstücken gearbeitet. Auch habe er vorgegeben, die Ankunft seiner Frau in Saloniki abwarten zu wollen und bis dahin vorzuziehen, in Elassona zu verweilen. Am secksundzwanzigsten August habe er sich nach Mitternacht entschlossen, Elassona zu verlassen und nach Saloniki abzureisen. Der Mutessarif von Saloniki habe daraufhin Richters Ankunft selbst dem Wali von Monastir angezeigt. Ter Volizeimeister von Elassona berichtet weiter: Richter erklärte mir. sein Aufenthaltsort sei ihm unbekannt gewesen. er glaube aber, er habe sich in Griechenland befunden. Zeitweilig kamen verkleidete Personen zu ihm. die Griechisch sprachen, aber gar nickt das Aussehen von Räubern hatten. Richter gab an, er würde diese Leute nicht wiedercrkcnnen. Während seiner dreimonatigen Gefangenschaft habe er. in seinem Gefängnis versteckt, einmal „Hurra!" rufen gehört. Jemand habe in gewisser Entfernung das Wort .Germanns" ausgesprochen, worauf Richter schon mit Rufen erwidern wollte, von den Räubern aber zum Schweigen gezwungen wurde. Richter glaubt, es seien griechiscke Gendarmen gewesen, die zu jener Zett in der Räbe seines Gefängnisses ge
weilt hatten. Irgend eine nähere Angabe über die Orte, an denen er verborgen gehalten wurde, vermochte Richter nicht zu machen.
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Wie aus Iena berichtet wird, gedenkt Ingenieur Richter nicht direkt nach Jena zurückzukehren. Seine Gattin wird ihm ein Stück entgegenfahren, und beide werden vor ihrer Ankunft in Jena noch einige Tage in einer süddeutschen Sommerfrische Erholung suchen, die Richter sowohl wie seiner Frau sehr not tut. Die Taufe der Tochter Richters wird erst nach dessen Rückkehr stattfinden. Das kleine niedliche Mädchen soll den Beinamen „Olympia" erhalten zur Erinnerung an die vom Vater verlebten bangen Stunden int Olympgebirge.
Sie Katastrophe im Engadin.
Zwölf Tote, über zwanzig Schwerverletzte!
Die Ursache der furchtbaren Einsturz-Katastrophe beim Bau einer Eisenbahnbrücke im untern Engadin (über die wir bereits gestern berichtet haben) ist noch immer nicht ermittelt; es heißt indessen, daß Fehler in der Konstruktion der Brückenbogen das Unglück herbeigeführt haben. Alle Arbeiter wurden unter den Trümmern und Steinblöcken begraben. Von der Bauleitung befand sich niemand darunter. Kaum zehn Minuten vor dem Einsturz hatte noch ein Jngenieut der Rhätischen Bahn mit seinem Gehilfen auf dem Gerüst der Unglücksbrücke geweilt. Aus Zürich werden uns folgende Einzelheiten über die Katastrophe berichtet:
<? Zürich, 31. August.
(Eigene Drahtmeldung.)
Das Unglück im Engadin ereignete sich auf Mr rechten Sette des Inn, wo die Eisenbahnlinie den aus Val Mela herabkommenden Wildbach überschreitet. Dort wurde ein Steinviadukt in Höhe von etwa fünfzig Metern über die Schlucht gezogen. Zu diesem Zweck war ein Holzgerüst mit groben Bogen errichtet worden, und die Arbeiter waren eben daran, die Steinbrücke zuzuschlagen und den S ch l u ß st e i n einzubetten. Die Arbeit hätte nur noch wenige Stunden gedauert. Plötzlich brach das Unglück herein: Kurz nach sechs Uhr abends begann sich die Brücke plötzlich zusen - k e n, ein markerschütternder Schrei ertönte, und mit furchtbarem Krachen stürzten die riesigen Stein- und Holzmassen in die Tiese. Als die Staubwolken sich verzogen hatten, bot sich den Umstehenden ein schrecklicher Anblick: Ein riesiger Trümmerhaufen von Steinen und Balken und darunter die verunglückten Menschen! Zunächst eilten die Bürger des benachbarten Flek- kens Brail zu Hülfe. Die Aerzte der umliegenden Dörfer wurden telegraphisch herbeigerusen und unterdessen traf auch aus Zernec Hilfe ein. Eine große Schar Italiener, die Genossen der Verunglückten, umstanden stumm die Unglücksstelle. Morgens um vier Uhr wurden die ersten Leichen geborgen. Insgesamt sind bei der Katastrophe zwölf Arbeiter getötet und über zwanzig schwer verletzt worden. Tie Opfer sind fast ausnahmslos Italiener, die in großer Zahl bei dem Brückenbau besckäftigt waren.
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Wien, 31. August. (Privat-Tele- gramm.) In einem Granilsteinbruch bei Göttweig explodierte gestern abend vorzeitig eine Mine, die mit zweieinhalb Kilo Dynamit gestillt war. Turck berabstürzendc Steinmaffen wurden achtzehn Arbeiter verschüttet; vier von ihnen sind bereits gestorben, die anderen sind meist schwer verletzt worden und ihr Zustand läßt die Hoffnung auf Wiederherstellung kaum zu. Das Unglück ist durch Unvorsichtigkeit entstanden.
Der Kampf in der Metall-Industrie.
Die Unternehmer warten ab!
In der gestern in Berlin abgehaltenen Ausfchußsitzung des Gesamtverbandes Deutscher Metallindustrieller ist folgender Beschluß gefaßt worden: Nach Kenntnisnahme des eingehenden Berichtes über den Stand der Differenzen int Verband der Metallindustriellen int Bezirk Leipzig und über die am sechsundzwanzigsten August zur Unterstützung des Leipziger Bezirksverbandes vorgenommenen Sympathieaussper- r u n g e n durch das Kartell der sächsischen Bezirksverbände des Gesamtverbandes deutscher Metallindustrieller beschließt der Ausschuß des Gesamwerbandes, zunächst den Verlauf der zur Zeit noch schwebenden Verhandlungen abzuwarten und nach deren Abschluß Stellung zu den einzelnen Forderungen zu nehmen. Er erklärt jedoch, daß vor allem der Abschluß von
Tarifverträgen und die Einführung von Mtn- destlöhnen unter keinen Umständen zu gestanden werden dürfen. Sollten die Arbeitnehmer an dieser oder anderen, die Leistungsfähigkeit der Metallindustrie untergrabenden Forderungen festhalten, so würde der Gesamtverband geschlossen hinter den betroffenen Bezirksverbände n st e h e n. Ebenso besckließt der Ausschuß des Gesamtverbandes, dem Thüringer Bezirks- verband seine volle Unterstützung gegen unberechtigte Forderungen der Arbeitnehmer zuteil werden zu lassen.
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Dresden, 31. August. (Privat-Telegram m.) Wie bekannt, ist am Dienstag abend eine Versammlung von Arbeitervertretern und Unternehmern der Metall-Industrie zur Beilegung der Konflikte in der Metallindustrie einberufen worden. Diese Konferenz dehnte sich bis spät in die Nacht aus. Die Unternehmer zeigten auch hinsichtlich der Löhne einiges Entgegenkommen, das die Arbeitervertreter jedoch als zu geringfügig ablehnten. Die Verhandlungen wurden gestern fortgesetzt. Es ist charakteristisch, daß in einigen Chemnitzer Betrieben mehr Unorganisierte als Organisierte ausgesperrt sind, liebet die Entstehung des Konfliktes wird der Metallarbeiterverband nt den nächsten Tagen eine Broschüre veröffentlichen. Die gestrigen Verhandlungen haben nämlich ebenfalls nicht zu einer Verständigung geführt, sodaß der Kampf fortdauert.
Gesvenftersmcht überall!
„Besetzung Belgiens im Fall eines deutsch- französischen Krieges."
Aus Brüssel. w«rd uns berichtet: DaS Blatt „Chronique" veröffentlicht spaltenwnge Auszüge aus dem Artikel einer maßgebenden Persönlichkeit, der in London in der „Fort- night Review" erschienen ist, und der den deutschen Feldzugsplan int Falle eines KriegesmitFrankreich einer entgehenden Prüfung unterzieht, aus der hervorgeht, daß der deutsche Plan eine Berge- waltiguug des belgischen Gebiets sei. Der Verfasser des Artikels schreibt weiter, sämtliche Verteidtgungsarbeiten seien zwecklos: Die deutschen Truppen würden sich nicht einen Augenblick dadurch abschrecken lassen, die wichtigsten strategischen Punkte Belgiens zu besetzen. Die Hauptpunkte, die das Augenmerk Deutschlands auf sich lenken, seien die Eisenbahnknotenpunkte an der Grenze und die Sicherung aller nach Frankreich sührenden Straßen und Eisenbahnen. Natürlich handelt es sich bet dem Artikel der angeblichen „maßgebenden Persönlichkeit" um nichts anderes als eine neue Deutschenh- tze, die indessen in Belgien starke Beunruhigung erregt hat. Gleichzeitig wird bekannt, daß Belgien in den letzten Tagen umfangreiche Kriegsrüstungen vorgenommen hat. Es wird uns darüber berichtet:
£ Brüssel, 31. August. (Privat-Telegram m.)
Die Mitteilungen über die von der Regierung getroffenen militärischen Maßnahmen rufen hier eine gewisse Aufregung hervor. Die Blätter bringen darüber ausführliche Einzelheiten. Der (wie bereits berichtet- in Namur eingetrosfene Eisenbahnzug mit Kriegsmaterial enthielt fünfund- seckzig Feldgeschütze und zwölf Schnellfeuer- kanonen mit der dazu gehörigen Munition. Diese Geschütze sind dazu bestimmt, den Bürgerwehren von Mons, Charlerot und Namur überwiesen zu werden, die int Falle eines deutsch-französischen Krieges in Namur konzentriert werden sollen. In dieser Stadt und in der Umgebung werden seit mehreren Tagen mit aller Beschleunigung P i o - nierarbeiten ausgesührt. Das zwölfte- Infanterieregiment in Lüttich, das gestern zur Abhaltung von Schiißübungen nach Arlon abgehen sollte, hat plöblich Gegenbefehl erhalten. Wie ein Lütticher Blatt versichert, ist diese Maßregel auf Intervention der französischen Militärbehörden zurückzuführen. Wie weiter aus Lüttich berichtet wird, sind gestern un die Mannschaften der Forts achtzigtausend Patronen verteilt worden.
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Paris, 31. August. lPrivat-Telk« g r a m m.) In Begleitung setnes Genrralstabes inspiziert der englische Feldmarschall John French gegenwärtig sämtliche Befestigungswerke an der Ost grenze Frankreich s. In seiner Begleitung befinden sich bet General Krirson, der Oberst Brooke, der Oberst Lommcl und der englische Militärattachee in Paris. Die englischen Offiziere werden von den Offizierskorps der betreffenden Festungswerke überall herumaefübrt. man zeigt ihnen