Nummer 227. 1. Jahrgang.
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Donnerstag, den 31. August 1911
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Babtzlonischer Wirrwarr.
Unsre Offiziösen und die Oeffentlichkeit.
Vor einigen Wochen attestierte das offiziöse Kanzler- und Regierungsblatt der Berliner Wilhelmstraße der deutschen Presse mit ernster Geste, daß sie dem lauten Lärm an der Seine und der Themse User gegenüber besonnen und überlegen geblieben sei, und dadurch der Arbeit der Verantwortlichen Stellen mehr Nutzen bereitet habe, als durch das imposanteste Geräusch im Blätterwald. Das Schmeichelwort war ehrlich gemeint, im übrigen aber auch nicht unberechttgt, denn eine Zeitlang schien's ja tatsächlich, als marschiere die Presse geschlossen und einmütig am Schnürchen des Geheimrats Hamann, den man über Nacht Vom grimmen Saul zum frommen Paulus gewandelt sah. Eine Z e i t l a n g allerdings nur: Bis dann (unter der Einwirkung nervöser Ungeduld angesichts des Ewigkeitge- plauders zwischen den Herren Kiderlen und Cambon) der Groll umso stärker hervorbrach, dir Erregung hohe Wellen schlug und heut (knapp vier Wochen nach der Eintracht frommer Feier) die Unruhe wie eine Windsbraut durchs Land fegt. Ein Blatt von der zweifel- freien Unbefangenheit der Kreuzzeitung hat angesichts der unlösbar scheinenden Wirrnis der über die Marokko-Verhandlungen verbreiteten Rätsel, Kombinationen und Ersindungen die Frage aufgeworfen, wo die Ursachen dieser gradezu chaotischen Verwirrung zu suchen seien, und bei der Prüfung der Verhältnisse dann auch gleich die Antwort gefunden: Die offiziöse .Meinung-Macherei" und die Presse-Beeinflussung ist's, aus der das Unkraut aufsprießt, und unsre Offiziösen elbst sind's, die vas KorN des Unheils säen. Die Erkenntnis dieser Tatsache ist so interessant, daß sich's verlohnt, ihr eine etwas eingehendere Bettachtung zu widmen.
Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, daß der Regierung außer dem offiziellen Reichs- und Staatsanzeiger als offiziöses Organ noch die Norddeutsche Allgemeine Zeitung zur Verfügung steht, die ohne ihre .halbamtlichen" Dienstleistungen der großen Oeffentlichkeit sicher ebenso unbekannt sein würde wie der Dorfanzeiger von X-Kirchen. Es ist über die Notwendigkeit dieser amtslite- ranschen Zweiheit wiederholt und grimmig gestritten worden, aber eine gewisse Zweckmäßigkeit des Systems läßt sich schließlich doch nicht leugnen, denn es gibt mancherlei Dinge, die sich im steifen, bureaukratisch geformten Letternsatz des Reichs- und Staatsanzeigcrs recht putzig ausnehmen würden, die dagegen im freundlichern Bild norddeutsch-allgemeiner Of- frziosität (mit dem lichten .Durchschuß" der Amtsstuben-Note garniert) ein sehr respettab- les Aussehen gewinnen und den nötigen Effekt erzeugen. Man hat sich mit dem ehrwürdiggreisen Brauch wie mit manchem andern Zopf unsres Regierungs-Systems abgesunden und denkt längst nickt mehr an des alten Oxen- stierna tiefgründigen Erfahrungs-Satz, wenn man im offiziösen Kanzlerblatt vom Dienstag liest, daß am Montag das europäische Gleichgewicht noch ungestört und ungefährdet war. Die Uebung läßt im allgemeinen das Weltgeschick ziemlich unberühtt, und da der offiziöse Orakelspruch mit Druckerschwärze und Zeitungspresse immerhin eine kulturelle Konzession an die sonst so sorglich ignorierte .öffentliche Meinung" ist, so könnte man unfern Offiziösen den harmlosen Spott neidlos gönnen. Leider aber hat die Medaille eine Kehrseite, und diese Kehrseite zeigt ein weit weniger harmloses Bild.
Es gibt heut in der deutschen Presse rund ein Dutzend und noch einige Organe, die alle auf den Ruhm Anspruch erheben, dieser oder jener Exzellenz gelegentlich als „Sprachrohr" zu dienen, die also (um beim Jargon des „grünen Tischs" zu bleiben) „offiziös" sind. Die Lorbeeren Bismarcks und Bülows (die Beide mit der Presse vortrefflich zu arbeiftn und sie in den Dienst ihrer Interessen einzuspannen verstanden) haben die Nachkommenden nicht schlafen lassen, und im zwanzigstenJahrhundett haben wirs denn auch glücklich soweit gebracht, daß nicht nur die Ressortminister, sondern auch ein ansehnliches Teil der ihnen zugeordneten Geheimräte über „ihr Blatt" verfügen, aus dessen Druckspalten von Zeit zu Zeit das Orakel der Regierungswerkstatt spttcht. Man kann heut unsre Minister sowohl nach ihren Namen und Ressotts, wie auch nach ihren „Lciborga- nen" aufzählen, und die Stattlichkeit der offi- jwfcn Preßgarde beweist rum mindesten, daß
es im deutschen Blätterwald nicht an Gazetten fehlt, die ihre Druckerschwärze willig in den Dienst exzellenter Mitarbeiter stellen. Daß daneben noch eine ansehnliche Zahl geheimrat- offiziöser Blätter wacker an der „Regierung des Vaterlandes" Mitarbeiten, gibt dem Bild den pikanten Reiz. In den hitzigsten Tagen des maurischen Haberseldtreibens konnte man (während in der norddeutsch-allgemeinen Zentrale der Wilhelmstraße alle Geister schwiegen) in einem Dutzend offiziöser Gelegenheitsblätter die widersprechendsten Mitteilungen über die Pläne der deutschen Neichsregierung und über den Stand der Cambon-Kiderlen- Verhandlungen lesen, und da alle diese Blätter im Geruch der Osfiziosität standen, mußte der Normal-Deutsche entweder am Fassungsvermögen seines „Untertanenverstands", oder an der Weisheit und Verläßlichkeit unsrer Regierenden irre werden. Schließlich wußten selbst die offiziösen Schachspieler nicht mehr ein und aus, und was dann folgte war: Erregung und Unruhe auf allen Seiten!
Diese Erregung bot (und bietet) den „Ka- nonen-Patrioten" willkommnen Anlaß zum „nationalen" Fischzug im Trüben, gab der .Auslandpresse Grund zu argwöhnischen Verdächtigungen und trug unsrer Regierungspolitik beim eignen Volk Zweifel und Mißtrauen ein. Vielleicht sind's nicht mal unsre regierenden Amtleute, die die Schuld an der babylonischen Verwirrung tragen, sondern es ist das „System" und die Sucht mancher Blätter, den Honigseim offiziöser Weisheit auf die Schar der Leser niederträufeln zu lassen, die das Unheil heraufbeschworen haben. Der durch den Hexensabbath der Marokko-Erregung verursachte Schaden ist indessen groß und nachhaltig genug, um der Regierung im eignen wohlver- standnen Interesse die Frage nufz«d--rÄ-?en: Was muß geschehen, um unliebsamen Wiederholungen vorzu beugen? Die Antwort ist verblüffend einfach: Es genügt vollauf und entspricht durchaus dem Bedürfnis, wenn die Stimme der Berliner Wilhelmstraße auf dem Holzpapier eines Blattes festgehalten wird, das man bann allgemein und ausschließlich als Sprachrohr der RegierungA- politik kennt. Es erübrigt sich, daß ein jeder Minister für sich und der Stab feiner Geheimräte noch im speziellen „auf die öffentliche Meinung einzuwirken" versuchen, denn die Vielheit der Meinungen gefährdet die Harmonie, und was dabei herauskommt, haben wir beim Marokko-Geplauder gesehen: Konfusion, Unruhe, Groll und Hader! Die angebliche „Planlosigkeit" der Regierung besteht zu einem großen Teil nur in der übereifrigen Geschäftigkeit ihrer Meinung-Macher, in deren politischem Irrgarten sich kein Normalmensch mehr zurechtfindet. Man gewöhne die Oeffentlichkeit wieder einmal daran, offiziöse Kundgaben vorbehaltlos als authentischer Feder entstammend würdigen zu dürfen, bann wird auch das Vertrauen wiederkehren, das selbstgefälliger Schreiber-Ehrgeiz gewissenlos vertrieben hat!
F. H.
Siegmund Münz und Sir SnrtwrighL.
Die Wiener Botschafter-Affäre.
Aus Wien berichtet uns ein Telegramm unseres Korrespondenten: Der „zuverlässige Mitarbeiter", auf den sich die Neue Freie Presse als den Ber- mittler des sensationellen Botschafter- Jntervicws beruft, ist der bekannte österreichische Publizist Siegmund Münz, der nach allgemeiner Auffassung Anspruch auf den Titel eines ernst zu nehmenden Journalisten Hot. Münz war cs. der wiederholt denFürstenBülowin Norderney besuchte und seine Gespräche mit ihm in der Neuen Freien Presse veröffentlichte.
Zur Cartw right-Affäre wirb uns von diplomatischer Seite geschrieben: Nach ber Erklärung des englischen Botschafters Cartwright über die Ueberschrist der Veröffentlichung in der Reuen Freien Presse fotoie nach der jüngsten Aeußerung des Wiener Blattes selbst herrscht in unterrichteten Kreisen kein Zweifel mehr darüber, daß Sir Cartwright der „Diplomat in wichtiger Stellung" ist, der das Blatt informiert hat. Ebenfo wenig kann aber daran gezweifelt werden, daß der Botschafter die Konsequenzen aus seinem Verhalten zu ziehen haben wird. Selbstverständlich pflegen sich solche Dinge nicht mit der Eile zu vollziehen, die den Eindruck einer Maßregelung Hervorrufen könnte. Es wird vielmehr eine gewisse Zeit verstreichen, bis Sir Cartwttght von seiner Regierung den Auftrag erhält, fein Abberufungsschreiben zu überreichen. Um die Abberufung eines Diploma
ten unter solchen Umständen zu veranlassen, bedarf es (im Gegensatz zu der hier und da zum Ausdruck gelangten Auffassung) keiner besonderen Vorstellung der beleidigten Regierung, wenigstens so lange es sich um zwei Staaten handelt, deren Beziehungen als korrekt zu bezeichnen sind. In solchen Fällen gilt ein Einschreiten der Regierung, die den Botschafter auf feinen verantwortlichen Posten gestellt hat. als so selbstverständlich, daß eine Nichtberücksichtiguna dieses geltenden Brauchs als ein Zeichen dafür angesehen werden müßte, daß das korrekte Verhältnis in den Beziehungen der beiden Länder nicht mehr besteht. Erschwerend für die Position des englischen Botschafters fällt noch ins Gewicht, daß die Wiener .Reichspost", das Blatt, das anerkanntermaßen Beziehungen zu dem österreichischen Thronfolger unterhält, den englischen Boffchafter in einem Artikel, in dem die Aeußerungen des Diplomaten aufs schärfste zurückgewiesen werden, einen „internationalen Wühler" genannt hat. Der Umstand, daß die „Reichspost", die dem künftigen Kaiser von Oesterreich nahe steht, einen derartigen Ausdruck am Platze findet, dürfte nicht verfehlt haben, in London befand em Eindruck zu machen. Man darf also unter diesen Umständen mit der bestimmten Tatsache rechnen, daß Sir Lighton Fairfax Cattwrights Taae als Englands Botschafter in Wien gezählt sind. • -in-
Berliner Mlllionen-Krach.
Zweieinhalb Millionen Mark verschwunden!
Unter dem Verdacht des Betruges und ber Depotunterschlagiing sinb gestern in Berlin die beiben Inhaber der Berliner Bankfirma Kwiet und Gans, Paul Kwiet und Martin Gans, die ihr Geschäft in der Charlottenstraße betrieben, durch die Kriminalpolizei verhaftet worden. Die beiden Bankiers führten ihre Firma seit dem Jahre neunzehn- hund^rszwei, ffT gehörten aber zu den sogenannten „An imi e r b anki ers", die Geschäfte „in sich" machten, und standen in Fachkreisen nicht im besten Ruf. Die Firma batte vor einigen Wochen die Zahlungen eingestellt und bei der Prüfung der Bücher ist jetzt eine Unterbilanz von über zwei Millionen Mark entdeckt worden, lieber den aufsehenerregenden Zusammenhang gehen uns folgende näheren Mitteilungen zu:
itr Berlin, 30. August.
(Eigene Drahtmeldung.)
In letzter Zeit batten sich Kwiet und Gans durch riesige Spekulationen festgelegt. Sie besaßen für etwa anderthalb Millionen Mark Aktien des Phönixbergwerks Duisburg-Ruhrort und für etwa eine Million Kanada-Werte. Da sie von vornherein ä la baiffe spekulierten und die von ihnen er- wattete Baisse nicht eintrat, so waren sie, da sie Kredite von großen Bankiers und Bankgeschäften nicht erhielten, gezwungen, die Depots ihrer Kunden anzugreifen und sie teilweise zu verkaufen ober als Deckung zu geben. Seit sechs Wochen bereits munkelte man an ber Börse von einer brohenden Insolvenz bes Bankhauses, boch tauchten Gerüchte auf, die besagten, daß eine Sanierung des Instituts durch einen Verwandten, einen bekannten ehemaligen Bühnenleiter, erfolgen werde. Diese Transaktion erfolgte jedoch nicht, und so sahen sich die Inhaber vor etwa vier Wochen gezwungen, in Siguibation zu gehen. In welcher Weise sich die beiden Bankiers der ihnen überlassenen Wertpapiere im Werte von etwa zweieinhalb Millionen Mark entäußert haben, steht noch nicht fest. Die beschlagnahmten Bücher wurden der Staatsanwaltschaft übergeben. Die Geldschränke ber liquidierten Firma sind leer, und von den zahlreichen Effekten, die zum Teil als Depositen gelten mußten, fand sich bei einer Revision nicht mehr vor. Die Verhafteten haben einen felbst in Berlin aufsehenerregenden Aufw and getrieben und dadurch den Zusammenbruch des Unternehmens beschleunigt. Die zahlreichen Gläubiger der Firma werden ausnahmslos leer ausgehen.
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Wien, 30. August. (Privat-Tele- gram m.) Der Wiener Bankdirektor Franz Caphun, Gesellschafter der Firma Bank-und Kommissionshaus Caphun, ist von der Wiener Polizei gestern verhaftet worben. Die Verhaftung erfolgte auf Antrag eines Arztes, der Caphun beschuldigt, ihm ein Depot von acht- zigtausenb Kronen unterschlagen zu haben.
Schultz und konrpagule.
Spionage-Affären und kein Ende!
Wie uns ein Privat-Telegramm aus London meldet, endeten die Vorverhandlungen gegen den der Spionage deschul-
bigten angeblichen „Husarenleutnant und Dr. Phil." Max Schultz, bie vor bem Polizeigericht in Plymouth stattfanden, gestern mit ber Verweisung bes Angeklagten vor das Gericht in Eheter. Die formelle Anklage beschuldigt Schultz, er habe den Anwalt Samuel Hugh Duff in Plymouth zwischen dem ersten Juni und dem siebzehnten August angestiftet, gegen den Absatz zwei des Paragraphen eins des Gesetzes über die Wahrung des Amtsgeheimnisses zu verstoßen. Die Freilassung Schultz's gegen Bürgschaft wurde abgelehnt. Schultz bleibt in Haft, bis die Verhandlung vor dem zuständigen Gerichtshof in Eyeter (die zu Anfang nächsten Monats ftattfinben dürfte) abgeschlossen ist.
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Aus Innsbruck wird uns depeschiert: Tie österreichischen Behörden verhafteten gestern in Trient eine Italienerin, deren angeblicher Name Tomasini ist, wegen Verdachts der Spionage. Sie soll sich seit einigen Wochen dort aufgehalten und viel in Offizierskreisen verkehrt haben. Gleichzeitig erfolgte die Verhaftung des italienischen Assessors Fortunat Dalpazzo, als er die italienische Grenze überschritt und nach Tirol reifen wollte, ebenfalls wegen Spionage. Beide Verhaftungen sollen angeblich im Zusammenhang stehen und es heißt, daß die Tomasini mit dem Assessor gemeinsam Spionage betrieben hat. Bei einer Revision des Gepäcks der Verhafteten wurden zahlreiche kompromittierende Dokumente gesunden.
Sie TaunW-Bah«.
Die erste Einschienenbahn in Deutschland. (Von unferm Korrespondente«.) ^Frankfurt a. M., 30. August.
Da das Fehlen einer Verbindung zwischen den Ortschaften innerhalb des Taunus- kreises als ein immer fühlbarer werdender Mangel aufgefaßt wirb, hat man alle Hebel in Bewegung gesetzt, das Projekt der Taunusbahn feiner Verwirklichung entgegenzuführen. Die projektierte Bahn soll aber nicht nur eine allgemein bessere Verkehrsverbindung konstruieren, sondern auch die zahlreichen Luftkurorte mit ihren starken sommerlichen Besuchsziffern miteinander verbinden und einen Verkehrsaustausch zwischen den einzelnen Ortschaften ermöglichen. Der zweite Teil des Projektes besteht in der Abzweigung von Oberhöchstadt nach Frankfurt, die eine kürzere und raschere Verbindung zwischen Frankfurt und Cronberg darstellen soll. Für die Ausführung dieser Idee liegt zunächst ein Projekt der Frankfurter Lokalbahn-Aktiengesellschaft vor. das mit einem Kostenvoranfchlag von etwa drei Millionen Mark rechnen muß und bezüglich der Rentabilitätsfrage reckt pessimistisch in die Zukunft blicken läßt. Eine
bedeutend günstigere Offerte
legte die Kontinental-Eisenbahnbau- und Se» triebsgesellschaft vor, die den Bau der gesamten Strecke schon für einundeinehalbe Million Mark zu übernehmen sich verpflichtete und so- gar eine Rentabilität von zirka vier Prozent garantieren will. Nun ist inzwischen Herr Scherl in Berlin mit seiner Arbeit über das Einschienen-Svstem an die Oeffentlichkeit getreten. Die führenden Kreise in der Taunusbahn-Angelegenheit haben deshalb mit Herrn Scherl Fühlung genommen und die Verhandlungen soweit geführt, daß in Verbindung mit einer Bank eine Taunus-Bahn-Ak tien- Gesellsckaft gegründet wird, die die Bohn nach dem Einschienen-Svstem bauen will. Die aufgestellten Bedingungen sind folgende: Die Bank finanziert eine Aktiengesellschaft, die den Bau und den Schieb der Bahn auf ihre eigenen Kosten übernimmt. Der Grunderwerb und der. Unterbau der gesamten Strecke von Homburg nach Königstein und von Niederursel nach Oberböckbadt wird von vornherein in der für eine Zwei-Schienenbahn erford er licken Breite hergestellt, und auf diesem Unterbau auch eine Teilstrecke von etwa fünf Kilometer.
• eine Probe-Bahn einschienig
gebaut, sobald die Versuche mit dem Probe» Einschienenwagen beendet sind. Falls diese Probebahn die Genehmigung des Kreises und der zuständigen Behörden erhält, so wird die Einschienenbahn auf der ganzen Strecke Homburg-Königstein und Niederursel-Oberhöckstadt hergestellt. Falls sie die Genehmigung nicht erhält, verpflichtet sich die Aktiengesellschaft, auf der ganzen Strecke eine Zweischienenbabn zu bauen und die Kosten der Probestrecke auf das Baukonto der zweifchienigen Bahn zu übernehmen. Der Kreis übernimmt den Grunderwerb auf eigene Kosten und überträgt der Taunus- bahn-Aktiengefellschaft den Grundbesitz in Erb- baupacht auf die Tauer von 45 Jahren. Die Taunusbahn-Aktiengefeklfchaft vergütet dem Kreise in Halbjahresraten einen Erbpachtzins von 4 Prozent der für den Grunderwerb erforderlichen Summe bis zum Höckstbetrage von 700 000 Mark, ohne Rücksicht auf eine eventuelle spätere Amortisation. Ter Herstellungs.- Wert der auf dem erbervachteten Grundbesitz zu