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I. Jahrgang.

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hessische Abendzeitung

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Dienstag, den 29. August 1911

zugefchrie-

Zollerns Sprossen dem Ernst

gegenüber

lich, sondern zu

Männern herangebildet

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henden Platz an der Sonne streitig machen werde.

dnfertionäpreife: Die lechsgefpaltene Zeile für einheimische Geschäfte 15 Pfg., für auswärtige Inserate 25 Pf, Reklamezeile für einheimisch« ®e.' schäfte 40 Pf., für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: »ölnische Straße 5. Berliner Bertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV., 676.

Die«affdtr Neueste Rachrichten" erscheinen wöchenlltch sechsmal und zwar abends, »er «bonnementSpretS beträgt monatlich 50Psg. bet freier Zu. stellung inS HauS. Lruckeret, Verlag u. Redaltton: Schlachthofftratze 28/30. Berliner Vertretung: SW. Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.

wurden, dienicht gewillt sind, sich bequem auf ihre Titel und Stellungen zu stützen, und, wie so viele junge Leute der Jetztzeit, dem Genuß zu leben", die vielmehr, zu Pflichterkenntnis und Pflichterfüllung erzogen, auch dem Le­ben gegenüber ihren Mann stellen und den Anforderungen beruflicher Tätigkeit gern und freudig gerecht werden. Es ist nicht byzanti­nische Schmeichelei, sondern aufrichtige Bewun­derung, wenn im zeitgenössischen Urteil die Prinzen-Erziehung im Hause Hohenzollern als mustergiltig und vorbildlich gerühmt wird, und der Vergleich des Kaisers zwischen seinen zu Ernst und Tatkraft erzognen Söhnen und den ^jungen Leuten der Jetztzeit die dem Genuß

st e n s Kinder. Sechzig waren schwer ver­letzt. Das Theater hatte nur einen Ausgang und eine zwei Meter breite gewundene Treppe. Die ruhig gebliebenen Zuschauer waren unge­fährdet, da eine Feuersgefahr überhaupt nicht bestanden hatte.

«tzlmmü und Intrigant.

Sir Lighton Cartwright in Wien.

Der englische Botschafter in Wien, Sir Lighton Fairfax Cartwright hat auf eine telegraphische Anfrage derNeuen Ge­sellschaftlichen Korrespondenz" in Berlin über die dem Botschafter zugcschriebene Hetzerei gegen Deutschland in einem Zeitungs-Interview geantwortet: Ich lehne die Verantwortung für anonyme, in Zeitungen erschienene Artikel, deren Ursprung auf schlecht unter­richtete Leute zurückzuführen ist, ab ... Von geschätzter Seite wird uns zu

ternationalen Situation, derdazu beitragen werde, gewisse Befürchtungen zu ver­mehren". Man wird aus dieser Kritif un­schwer eine Anspielung auf die deutsch-franzö­sischen Marokko-Verhandlungen her­auslesen dürfen, deren Gestaltung bänglichen Seelen übertriebne Sorge einslößt. . Daß der Kaiser seine Worte über die Pflichttreue der Sprossen des Zollernhauses wirklich als Kundgabe deutschen Kraftbewußtseins gegen­über drohender Gefahr geprägt haben könnte, ist nicht anzunehmen, denn die Altonaer Kaiser­hof-Rede ist von einem glücklichen Gatten und Vater, und nicht vom Generalissimus eines Fünfmillionen-Heers gesprochen worden. Aber wäre es selbst der Fall: Man dürfte Wilhelms des Zweiten Worte auch dann als beherzi­genswertes und stolzes Bekenntnis deutscher Pflichttreue und deutschen Kraftbewußtseins begrüßen, als Worte, deren Jdealgehalt wir uns durch trübäugig Genörgcl nicht verküm­mern lassen wollen! F. EL

letten", hat seine innere Berechtigung: Die Sprossen des Kaiserhauses, von frühester Ju­gend an dem Gebot der Pflichterfüllung un­terstellt, haben ausnahmslos ihre Kräfte ern­ster Arbeit im Dienst des Vaterlands gewid­met, und wenn man vergleicht zwischen der streng geregelten Jugenderziehung im Kaiser­haus der Hohenzollern und dem schwächenden und degenerierenden Genußleben der Jugend mancherbevorzugten" Kreise, die nie des Le­bens Ernst und nie der Arbeit Freude kennen lernt, dann läßt sich auch verstehen, daß der Kaiser, der als Mensch und Herrscher stets die Pflicht als oberstes Gebot des Daseins pro­klamiert und selbst gewürdigt hat, den Gegen­satz zwischen Pflichterfüllung und ideale-armem Genußleben besonders scharf kennzeichnen zu müssen glaubte.

Daß dieZeichendeuter" sich mühen, die Altonaer Kaiserrede nach ihrer politischen Seite hin als Symptom internationaler Ge­fahr-Erkenntnis zu kommentieren, braucht die aufrichtige Freude an den im Kai­serhof an der Wasserkante gesprochnen Worten nicht zu mindern.JmUrteil derSchwarzseher (die vor und nach dem historischen siebenzehnten Novembertag neunzehnhundertacht jedes Wort Wilhelms des Zweiten argwöhnend beschnüf­felt haben) erscheint die Bemerkung des Kaisers über denMoment der Gefahr", der seine Söhne freudig bereit finden werde,ihr Leben auf dem Altar des Vaterlands zum Opfer zu bringen", als deutlicher Hinweis auf die augen­blicklichen Schwierigkeiten der in-

genannt und ihr es auch

Eine Hamburger Kaiser-Rede.

(Telegraphische Meldung.)

Gestern abend begab sich (wie aus Altona berichtet wird) das Kaiserpaar im Auto­mobil von derHohenzollern" nach Hamburg, um einer Einladung des Hamburger Senats zum einem F e st m a h l im Rathaus zu folgen. Bei dem Festmahl brachte der Präsident des Senats, Bürgermeister Dr. Predoehl, einen Trinkspruch auf das Kaiserpaar aus, auf den der Kaiser mit dem Toast auf Hamburg er­widerte. Der Kaiser führte darin aus:

*

Von Hamburg aus hat das Kaiserpaar gestern abend die Reise nach Stettin angetre­ten. Der Fremdenstrom, der sich anläßlich der Kaisertage schon gestern aus der Provinz Pom­mern nach der Hauptstadt Stettin ergoß, ist heute noch gewaltig angewachsen. Seit den frühen Morgenstunden füllen Schaulustige die Einzugsstraßen, in denen Schulen und Vereine zur Spalierbildung Aufstellung nehmen.

der Affäre aus Berlin geschrieben:

Die Erregung, die die anmaßenden und her- ' ausfordernden Auslassungen eines engli­schen Diplomaten gegenüber dem Vertre­ter der WienerNeuen Freien Presse" in Deutschland hervorgerufen haben, geht Hand in Hand mit der Entrüstung darüber, daß ein Organ von der Bedeutung des genannten Wiener Blattes es über sich gewinnen konnte, einer so ausgesprochen deutschfeindlichen.Kund­gebung überhaupt Raum zu geben. Der pein­liche Eindruck der Veröffentlichung wird auch dadurch nicht abgeschwächt, daß das Blatt er­klärt, es sei weit entfernt davon, sich mit den Darlegungen des englischen Diplomaten zu identifizieren, es habe im Gegenteil die traf» f ft en Stellen des Interviews noch g e- mildert. Durch diese Bemerkung wird die Sache eher noch schlimmer, da sie klar erkennen läßt, daß sich das Blatt über

die Gefährlichkeit der Tendenz, die in den Aeußerungen des Diplomaten zum Ausdruck kam, völlig bewußt war. Auch an­dere Gründe sprechen dafür, daß man in Wien den Deutschenhaß des englischen Botschafters (um einen andern englischen Diplomaten kann es sich bei der ganzen Sachlage nicht handeln) genügsam kannte, denn der Name des Herrn Cartwright ist neben dem des französischen Botschafters Crozier schon zu wiederholten Ma­len unter Umständen genannt worden, die an der deutschfeindlichen Gesinnung des Bot sch öfters keinen Zweifel ließen. Es geschah dies zum ersten Mol während der Or i e n tkri si s, als der englische und der französische Botschafter in Marienbad mit dem damaligen französifchen Ministerpräsidenten Elömenceau zusammentrafen. Zum zweiten Male waren

die Namen der beiden Diplomaten

vor etwa anderthalb Jahren in aller Mundi, als sie (mit übrigens fehr plumpen Mitteln) den Versuch unternahmen, einen Keil zwischen Oesterreich und Deutschland zu schieben. Da­mals wurde von einer Seite, deren Beziehun- gen zu der französisch-englischen Diplomaten- clioue unschwer nachzuweifen waren, die Be­hauptung verbreitet, daß zwifchen dem Gra­fen Aehrenthal und dem deutschen Bot­schafter von Tschirfchkv ein schwerer Konflikt ausgebrochen sei, der sich auch in den gesellschaftlichen Beziehungen der beiden Män­ner bemerkbar mache. Obgleich die Klatschge- chichte damals in bestimmtester Form von bei­den Seiten dementiert werden konnte, wurden die Versuche, zwischen den beiden Nachbarstaa­ten Unfrieden zu säen, fortgesetzt. Diese Ver- üche gingen sogar soweit, daß man sich in Ber­lin darauf binzuwirken erdreistete, dem Grafen Aehrenthal einen

Tie neuesten Katastrophen.

Neununzwanzig Personen erstickt, sechzig verletzt!

Depeschen aus Newyork zufolge ereignete sich gestern im Opernhaus von Connonsburgh (Pennsylvanien) während der Vorführung ki- nematographischer Bilder eine Explosion. Eine Anwesende schrie: Feuer! Sofort brach in dem dicht mit Frauen und Kindern gefüllten Saale eine Panik aus. Die Menge hakte sich auf der zur Straße führenden Treppe festge­keilt. Viele wurden nicberge treten, an­dere erstickten. Ein neueres Telegramm entwirft von der schrecklichen Katastrophe fol­gendes Bild:

s> Newyork, 28. August.

(Privat-Telegramm.)

In Cannoilsburgh in Pennsylvanien brannte gestern im Operahouse eine Sicherung des Kinematographenapparates durch. Auf den RufFeuer" stürzten etwa tausend Zu­schauer in wilder Flucht zu dem Ausgang, ob­gleich eine Gefahr nicht vorhanden war. Eine schreckliche Panik entstand. Biele sprangen die Treppe hinunter, andere folgten und fo bilde­ren fünfhundert Personen, zumeist Frauen und Kinder, auf der Treppe einen Haufen. Die Feuerwehr entwirrte mit großer Mühe den Knäuel und fand neunundzwanzig Perfonen erstickt und zertreten, mei-

nicht verweich-

SBnigsfinher.

Wilhelm der Zweite und feine Söhne.

Die letzten Tage haben uns, gewissermaßen als Auftakt zur diesjährigen Periode der gro­ßen Herbstmanöver, zwei Kaiserreden gebracht, die in Form und Inhalt seltsam kon­trastieren mit Dem, das Wilhelms des Zwei­ten Mund in früher» Tagen zu uns gesprochen. Zwar ist's nicht das erstemal gewesen, daß der Deutsche Kaiser vorm Ohr der Oefsentlichkeit über sein Familienleben und das ihm vor- sckwebende Ideal deutscher Häuslichkeit gespro­chen hat, aber so eingehend, ernst und zugleich freimütig wie am letzten Freitag im Hotel Kaiserhof in Altona hat Wilhelm der Zweite sich bisher noch nie über das Familien-Pro- bfem und di« ihm zugrundeliegenden Pflichten geäußert. Er pries die Kaiserin (die als Kö­nigin von Preußen und Deutsche Kaiserin die Erste in unferm Lande ist, eine Frau, stets be­reit, zu helfen, wo es gilt, Not zu lindern, das Familienleben zu stärken, die Aufgaben der Weiblichkeit zu erfüllen und .ihnen neue Ziele zuzuweifen") als die Frau, di« dem Hohenzol- lernhaus ein Familienleben beschert habe, wie es vor ihr vielleicht nur die Königin Luise ver­mochte, nannte sie ein Vorbild für die deutsche Mutter und rühmte von ihr mit Stolz, daß sie ihre sechs Söhne zu ernsten, tatkräftigen Männern erzogen habe, die in treuer Pflicht­erfüllung ihre Kraft dem Vaterland weihen:

... Uns ist sie (die Kaiserin) ein Vorbild geworden als deutsch« Mutter, indem sie ihre sechs Söhne zu ernsten, tatkräftigen Männern erzogen hat, die nicht gewobstt sind, sich be­quem auf ihre Stellungen imh*Titel zu stützen und, wie viele junge Leute der Jetztzeit, dem Genuß zu leben, sondern in haxter Pflichterfüllung ihre Kräfte dem Va­terland zu weihen, und wenn es ernst wird, freudig bereit sind, ihr Leben auf dem Altar des Vaterlandes zum Opfer zu bringen ..." A us diesen Worten sprach mehr der glückliche Vater, als der Kaiser, mehr der in drei De-

Lie Lpfer der Mavchester Katastrophe.

(Privat-Telegramm.)

Einer Meldung aüs Newyork zufolge ist die Zahl der bei dem schrecklichen Eisenbahn-Un­glück in Manche st er (Nordamerika), über das wir bereits am Sonnabend eingehend be­richtet haben, größer, als man angenommen batte. Bis jetzt wurden fünfzig Tote aus den Trümmern hervorgezogen. Der Zug war zum großen Teil mit Veteranen ans den Sezessionskriegen angefüllt, die an einer Pa­rade in Rochester teilgenommen hatten und nach ihrer Heimat zurückkehren wollten. Die Rettungsarbeiten wurden dadurch erschwert, daß ein Teil der Brücke einstürzt«. Die In­sassen der ins Wasser gefallenen Wagen sind zu­meist s o f o r t e r t r u n k e n. Rur ein kleiner Teil konnte durch eiligst herangezogene Boote, die aus der nahegelegenen Stadt Manchester herbeigebracht wurden, gerettet werden. Einige vierzig Personen, darunter meist Frauen und Kinder, sind schwer ver­letzt worden. Eine andere Meldung besagt, daß das Unglück dadurch herbeigeführt worden ist, daß die Gleise sich infolge der außerordent­lichen Hitze zu weit gedehnt hatten. Die Un­tersuchung über die tatsächliche Ursache der Katastrophe ist noch nicht abgeschlossen.

ben, daß des Lebens

zennieu glücklichster Ehe dem Schicksal zur Dankbarkeit verpflichtete Gatte, als der Herrscher eines Sechzig-Millionen-Reichs, und man kann diese Worte verstehen als den Aus­fluß eines Familienglücks, das in allen Schwankungen und Zufälligkeiten des Schick­sals «die auchauf der Menschheit Höhen" den Sterblichen nicht erspart bleiben) nie der in» nern Harmonie ermangelte. Was Wilhelm der Zweite von seiner Gattin gesagt hat, haben Hunderte vor ihm in aufrichtiger Dankbarkeit und ehrlicher Bewunderung an der stillen Frau auf dem Thron gerühmt, deren ganze Lebens­arbeit der Erziehung ihrer Kinder und den Wohltat-Werken echter Nächstenliebe gewidmet ist. Kaiserin Auguste Viktoria, deren Haar bleichte, längst bevor das Alter seine Rechte heischte, hat als echte Landesmutter und nim­mermüde Wohltäterin ungezählte Tränen ge­trocknet, Tausende aus des Kummers und der Trübsal Banden befreit, und dem Ideal deut­schen Frauentums mehr Inhalt geliehen, als den meisten ihres Standes vergönnt gewesen ist. Und wer während der Tage auf Wilhelms- höhe den Kaiser als glückstrahlenden Vater an der Seite feiner Tochter im Theater sah, ganz väterliche Fürsorge und väterlicher Stolz, der wird empfinden, daß die Worte über das Glück des Familienlebens im Hause Hohenzollern tief durchdrungen waren von der Erkenntnis der Dankbarkeit, die das Haus der Zollern der Frau im Silberhaar fchuldet, die an Wil­helms des Zweiten Seite als Frau und Mut­ter still und rastlos ihres Amtes waltet.

Daß seine Söhnezu ernsten und tatfräfti» gen Männern herangezogen" wurden, hat der Kaiser ebenfalls ein Verdienst seiner Gattin

tienten. Man war zunächst geneigt, Magen- und Darmkatarrh anzunehmen, jetzt vermutet man, daß die Ursache in Speisevergistung zu suchen ist. Da die Krankheit nach Ansicht der Aerzte für eine Vergiftung anormal verlies und das Krankheitsbild sich ähnlich wie bei Typhus zeigte, glaubte man auch, die Möglich­keit dieser Krankheit annehmen zu sollen. Für die bakteriologische Untersuchung lautete die Anfrage nach Typhus. Paratyphus oder Speifenvergiftuna. Heute gilt die Tatsache der Speifenvergiftung als sicher. Bei den Kranken nehmen die Kräfte infolge des hohen Fiebers und ungenügender Nahrungs­aufnahme rapid ab. Insgesamt sind etwa fünfzig Perfonen erkrankt. Das Borkumer Krankenhaus ist überfüllt. Fünf­zehn Aerzte aus Hannover und ein in Borkum mittätiger Direktor der inneren Klinik im rhei­nischen Krankenhaus in Köln erklärten, der Untersuchung gegenüber vor einem Rätsel zu stehen, da ihnen ein derartiges Krankheits­bild bisher noch nicht vorgekommen fei. Die Untersuchungen werden mit großem Eifer fort­gesetzt. Obgleich vorerst bei keinem der Er­krankten direkte Lebensgefahr besteht, gibt der Zustand der meisten Patienten doch zu gro­ßen Beforgnisfen Anlaß.

die den Willen des deutfchen Volks zur Seeaeltung darstellt. Wenn ich den Ausdruck der Begeisterung der Hamburger richtig verstanden habe, so glaube ich annebmen zu können, daß es ihre Ansicht ist. unsere Flotte auch fürderhin zu verstärken, fovaß wir sicher fein können, daß «ns Niemand den «ns zufte

Hat die Stadt Hamburg gestern mit Begeisterung einen Teil des Heeres begrüßt, der nun schon so lange hat den Frieden erhalten helfen, fo hat sie recht daran ge­tan, denn sie weiß, daß unter des Friedens Schirm sie ihrer Arbeit nachgehen kann. Für eine Nation ist dies so notwendig, wie für den menschlichen Körper zu atmen, um zu le­ben. Wir dürfen uns nicht darüber wundern, daß das Ausstreben des Handels in unserem jung geeinten Vaterlande Manchem in der Welt Unbequemlichkeiten macht. Ich meine jedoch, die Konkurrenz ist auch auf k o m- merziellem Gebiete gefund, sie ist ür Staaten und Völker notwendig, um anzu- pornen und zu neuen Leistungen anzuregen. Die Konkurrenz der Rationen untereinander vermag im Frieden ausgedehnt zu werden. Der Schutz für Handel und Seefahrt ist durch das deutsche Volk in den letzten Jahrzehnten geschaffen worden in der mächtig ich entwickelnden und allerwärts durch ihre Manneszucht und Disziplin sich auszeichnenden deutschen K r i e g s m a.r i n e. Sie ist es.

Maffenerkrankungen auf Borkum.

Fünfzig Personen an Vergiftung erkrankt!

Aus dem Nordseebad Borkum, indem augenblicklichHoch-Saison" herrscht, kommt die beunruhigende Meldung über eine Mas­t' e n - E r k r a n k u n q von Badegästen, deren Ursachen noch der Aufklärung bedürfen soweit bis setzt ersichtlich, scheint den Er­krankungen eine Speise-Vergiftung zu­grunde zu liegen, über deren Entstehung die Ermittelungen noch nicht abgeschlossen sind. Der Vorfall hat unter den zahlreichen Bade- gaften größte Aufregung hervorgerufen und viele regelmäßige Besucher haben das Bad bereits verlassen, lieber die seltsame Affäre werden uns folgende Einzelheiten gemeldet:

~ Borkum. 28. August.

möglichst kühlen Empfang ZU bereiten.

^r Erfolg dieser Intrige war indessen völlig negatto, denn die Art, wie man den Grafen

(Eigene Drahtmeldung.)

Im Rordfeebad Borkum find in der letz­ten Woche viele Badegäste an Vergil- tungserfcheinungen erkrankt, die einen ernsten C harakter annebmen. Arn Mitt­woch voriger Woche meldeten sich die erften Pa-