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Und nun...?

Rach dem Wilhelmshöher Rendezvous.

Pari», 22. Zug. (Xtiegiamm unserer «orrespon- deuten s Obwohl infolge der Unterbrechung der Ma- rokko-Verhandlungen zweifello« eine pessimistische Stimmung Platz greift, glaubt doch niemand ernstlich an eine Kriegsgefahr. Es verlautet, daß die Regierung auch nach Wiederaufnahme der Berhandlungen wie bisher Deutschland keine weiteren Zugeständnisse machen werde. Man rechnet schon damit, datz Deutschland in Süd -Marokko festen Futz fassen wird. Diese Tatsache erweckt freilich außerordentlich unliebsame Empfindungen, wird aber nicht al« Krtegsursache ange- sehen. Die allgemeine Nervosität ist noch erhöht worden durch die gestrige Rede des Kriegs- mintsterS, der die KrtegSberettschast Frankreichs hervorhob.

In Parts loht der Groll über Deutsch­lands »Unzugänglichkeit" im Marokkohan- del himmelhoch empor, in London schrieen am Sonntag die Zeitungsboys die neueste Sensation:Deutsch-französische Kriegserklä­rung" durch die sabbathstillen Straßen, und in Berlin lebt man der frohen Zuversicht, daß der liebe Gott auch diesmal den braven Deut­schen Kiderlen-Waechter nicht verlassen wird, vertreibt sich die Wartezeit mit unterhaltsamen und sichtlich erbaulichen maurischen Zeitungs- sehden und zehrt im übrigen von der herzer­quickenden Genugtuung, daß das Dreimänner- Rendezvous im Schloßpark zu Wilhelmshöhe die schwankend-tastende Unsicherheit der deut­schen Marokko-Aktion beseitigt und dem Aga­dir-Schiff sichern Kurs zugewiesen hat. In­zwischen hat Herr von Kiderlen (trotz der sie- bernden Nervosität an Seine und Themse) Zeit gefunden, im schwäbischen Heimatland eine Woche stiller Zurückgezogenheit zu verleben und Herr Jules Cambon ist, als in Berlin die Brandung der Sonntag-Nacht die höchsten Wellen schlug, vom Friedrichstraßen-Bahnhof aus im Nordexpreß zur Heimat geeilt, um am Quah d'Orsay über die magern Ergebnisse der Berliner Pourparlers mündlich zu berichten: Pause im Marokkospiel! Um die Zeit der Wochenwende werden die beiden Herren von der Spätsommerfahrt in Berlin zurückerwartet, und dann (heißt's) werden wir weiter sehen!

Der Lärm im Pariser Blätterwald hat be­wiesen, wie man beim Nachbar denTrick der Wilhelmstraße" bewertete: Die Boulevard- Presse tobte über dengewaltsamen Abbruch der Verhandlungen", die Chauvinisten rasselten mit dem Theatersäbel durch die Straßen, und selbst die Besonnensten begannen am guten Ausgang des Handels zu zweifeln. Und das alles, weil Herr von Kiderlen es als nützlich erachtete, nach der Wilhelmshöher Franz- Josef-Galatafel sich für einer kurzen Woche Dauer von der anstrengenden Pflicht unfrucht­baren Parlierens frei zu machen. Inzwischen hören wir die tröstliche Kunde, daß in den ersten Septembertagen diefreundschaftlichen Verhandlungen wieder ausgenommen werden sollen, sodaß also fürs erste die Sorge banger Seelen wegen deretwaigen Folgen des Ver­handlungs-Abbruchs" schweigen darf. In den nächsten Augusttagen versammelt sich in Paris unterm Vorsitz Armand Fallisres' ein Minister- Konzilium, dem Herr Jules Eambon seine Berliner Eindrücke, Hoffnungen und Enttäu­schungen zur Kenntnisnahme zu unterbreiten gedenkt, und das dann jedenfalls auch die fer­nere Marschroute für die demosthenischcn Be­mühungen des Herrn Cambon in Berlin fest- legcn wird. Herr Jules Cambon, dessen Bru­der mit hellem Ohr die Stimmung des Lon­doner Kabinetts erhorcht, ist ein kluger Psycho­loge, und als solchem kann es ihm (selbst wenn er weniger Staatsmann wäre, als er wirk­lich ist) nicht entgangen sein, daß die jüngsten Tage das maurische Gefechtsbild im Weltkampf Kiderlen-Cambon beträchtlich verschoben haben.

Und diese Verschiedung ist keine zufällige, ist erst nach langem Kampf zur ersehnten Tat­sache geworden und hat mehr Mühe und Hirn- kraft erfordert, als das ganze offizielle Vor­spiel diplomatischer Tragikomödie, das uns bisher langweilte. Unsre offiziösen Meinung­macher haben mit komisch-leidenschaftlicher Ge­bärde dieSchwarzseher" beschworen, die in den Tagen kraftlosen Zauderns von dem Ent­schluß Kiderlens berichteten, im Fall des Fort­dauerns der Unentschlossenheit an maßgebender Stelle das für kraftbewutzte Leute offenbar nicht geschaffne Amt an würdigere und gefü­gigere Dienstleute abzugeben. Haben das beun­ruhigende Geflüster mit einer Hast dementiert, die auch denUnbefangnen das schlechte Gewissen ahnen ließ und bewiesen durch den Aufwand an Lungenkraft und Tintenleistung doch nur das Eine: Daß in der Wilhelmstraße Diver­genzen betzauÄen. deren Kundbarwerden dem

Reichsinteresse nicht dienlich schien. Im Ge- heimrats-Zirkel ist's denn auch kein Geheimnis, daß bis zum Tage von Wilhelmshöhe die Politik Kiderlen-Waechters völlig in der Luft hing und erst das Neunzig-Minuten- Geplauder zwischen Kaiser, Kanzler und Staats-Sekretär in den lauschigen Parkgängen des alten Hessen-Schlosses die endgültige Sin» rung gebracht hat. Kiderlen ist siegreich ge­blieben: Seine Argumente für die Notwendig­keit einer Politik eisenharter Ent­schlossenheit gegenüber Frankreich haben (von Marschall von Biberstein, demOrakel vom Goldnen Horn", wirksam kommentiert) den Kaiser überzeugt, und was uns vordem immer mit dem Mut der Verzweiflung erzählt wor­den, ist seit dem Wilhelmshöher Rendezvous praktische und nüchterne Wahrheit: Es besteht an den maßgebenden Stellen" volle Ein­mütigkeit über die Ziele und Wege der deutschen Marokkopolitik! Sodaß Herr von Kiderlen leichten Herzens zum Süden dampfen konnte.

U n d n u n? Der gallische Zeterlärm über dieunmöglichen und undiskutabeln Forde­rungen Deutschlands" braucht nicht zu schrecken; ebensowenig wie das Gespensterspielen mit einer Neuauflage der Algeciras-Kümmernis: Frankreich steht im Marokko-Handel selbst zu wertvolle Erwerbs-Möglichkeiten, als daß es Neigung verspüren könnte, das mühsam Er- strittne vom freundlichen Wohlwollen einer neuen Marokko-Konferenz mindern zu lassen, abgesehen davon, daß auf dem Weg über ein neues, dünnes Konferenz-Papierchen die (auch von Frankreich ersehnte) afrikanische Verständi­gung mit Deutschland kaum jemals zu bewerk­stelligen sein würde. Frankreich kämpft in Ma­rokko um Macht, Ansehen und Vorteile, und wenn wir ihm dabei durch Freimachung der Bahn freundnachbarlich behülflich sind, ist's recht und billig, daß der Partner uns für der Liebe Müh' angemessen enffchädigt. Es ist schließlich gleichgültig, ob unsre marokkanische Tantieme Togo, Kongo oder Kamerun heißt, oder ob ste uns im Maurenland selbst sprießt: Wichtig und ausschlaggebend dagegen ist, daß sie von ernsthaften Leuten als angemess- nes und würdiges Aequivalent ge­schätzt werden darf. In diesem Punkt war man im Kreis der bei uns Maßgeblichen bisher nicht einig, war's wenigstens nicht in dem Maße, wie's erforderlich gewesen wäre, um dem Mann im Auswärtigen Amt eine Politik unbeugsamer Entschlossenheit zu ermöglichen, und es war sicher nicht nuröde Schwarzseherei", die (sonst starknervige) über­zeugte Patrioten bangen ließ, die Agadir- Fahrt werde derLohengrin-Fahrt" gen Tan­ger den Ruhm der Theaterpolitik streitig machen. Diese Sorge darf nun als überwun­den gelten: Kiderlen kebrt vom Schwabenland heim mit der Gewißheit, dieRomantik" im deutsch-französischen Marokko-Handel bekehrt und einer Politik männlicher Tat die Bahn ge­ebnet zu haben. Wir denken an das Heldentum dergepanzerten Faust" nur noch mit stiller Resignation, aber wenn wir uns jetzt daran erinnern, daß unsre Faust auch ohne den Helden-Panzer" wuchtig genug ist, um unser Schicksal kraftvoll selbst zu formen, so ist das sicher nicht unbescheiden. Und ist nützlicher und männlicher, als die Heldenpose schwüler Träu­mer-Tage . . .! F. H.

Manuel, das Kmd.

Portugals Exkönig als Brieffchreiber.

Ein Berliner Monwgblatt veröffentlicht einen Brief, den Exkönig Manuel von Portugalan- einen bekannten enalischen Fi­nanzmann aerichtet hast der von Geburt und Herkunft Deutscher ist". Der Erkönig be­spricht in diesem Brief daS VerhälMis Eng­lands zu Portugal und kommt dann 'auch aus den Deutschen Kaiser zu sprechen. Ex­könig Manual schreibt unter anderem:

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Heute ist Portugal wieder mehr als jemals von England abhängig, und während noch vor Monaten England sein Geld den Royalisten zusteckte, wandert heute, auf dem Umwege der Kolonialpolitik, wieder wie frü­her das englische Geld in die Staatskassen. Daß England mich einfach aus Gründen der Gerechtigkeit unterstützt, ist ausge- schlofsen. Für England ist eben jede Staatsaktion eine geschäftliche Angelegenheit. Anders liegt der Fall bei Spanien und beim Deutschen Kaiser. Was diesen letzteren anbetrisst, gebe ich mich der festen Voraussicht hin, daß Kaiser Wilhelm, der der ein­zige Idealist unter den europäi­sch e n F ürtzen und Diplomaten ist, mich

gebenenfalls nicht im Stich lassen wird. Ich weiß, warum ich das sage.

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Das Blatt übernimmt für die Authentizität dieses Briefes auch dem (zweifellos nicht aus­bleibenden) Dementi geqenüber die Garan­tie. Warum sollte auch der Brief nicht echt ein? Der Exkönig schreibt darin unter an- )erm auch die folgenden Zeilen:Also, lieber Freund, soweit Sie Ihre Sache auf die mente gestellt (soll heißen: mir Geld geborgt) haben, seien Sie guten Muts. Ich hoffe auf Gott." Das klingt sehr echt: Aehnlich schrei- ben auch ungefürstete Schuldner, wenn die Gläubiger mahnen. Der Passus über den Deutschen Kaiser beweist, daß der vertriebene König noch recht... j u n g ist. Staatsrecht und Politik scheint er ebenso wenig zu kennen, tote dir Taktlosigkeit seiner Freunde, die Briese veröffentlichen, die dem Exkönig in England und auch beim Deutschen Kaiser nur schaden können.

Rene Kämpfe in England.

Die Lage nach wie vor ernst!

Wie uns ans London depeschiert wird, ist der P e r s o n e n v e r k e h r aus den Eisen­bahnen seit gestern wieder normal. Auch in den Provinzen kehren mit wenigen Ausnah­men normale Zustände zurück. Sehr unregel­mäßig ist noch der Verkehr auf der N o rth Easterbahn und namentlich in M a n- ch e st e r, wo die Eisenbahner noch streiken. Die ^age auf ben dortigen Gütenbahnhöfen ist ernst. Große Mengen von Lebensmitteln verderben. Die Lage wird noch dadurch ver­schlimmert, daß auch die Fuhrleute strei­ken. Eine gestern abgehaltene Versammlung verlief fehr stürmifch, da die Leute über die Kundgebung der Effenbahndirettoren fehr aufgeregt waren, wonach die Ausständigen nur nach Bedarf wieder eingestellt werden sol­len. Weitere Meldungen besagen:

sr London, 22. August.

(Telegraphische Meldung.)

In Liverpool haben sich gestern abend der Beilegung des Ausstandes neue Sch wie- rigkeiten in de« Weg gelegt, da das Streikkomitee erklärt hat, daß keine Grup- p e der Transportarbeiter heute die Arbeit wieder aufnehmcn soll. Die Wiederaufnahnte ist infolgedessen auf unbestimmte Zeit vertagt worden haupffächlich wegen der Schwierigkeiten bei der Wiedereinstellung der ausständigen Straßenbahner. Ans Newport wird gemeldet, daß es in mehreren Orten zu ernsten Ausschreitungen infolge der unter den Bergarbeitern herrschenden Unzu­friedenheit gekommen ist. Die Polizeibeamten, die von den Ruhestörern mit Wurfgeschossen empfangen wurden, machten von den Knütteln Gebrauch. Die Ruhe konnte erst nach dem Ein­treffen von Tntppen hergestellt werden. Biele Personen wurden verletzt. Aus Not­tingham wird gemeldet, daß dort ernste Unzufriedenheit unter den Eisenbah­nern herrscht. Es wurde beschlossen, den Streik dort fortzusetzen. Fünfhundert Mann Truppen wurden nach S h i l d o n geschickt, wo der Mob eine Signalbude zerstörte.

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Auch in Hüll dauert der Streik fort. In Leeds wird die Arbeit voraussichtlich beute wieder beginnen. In Newcastle am Tyne werden die Ausständigen die Arbeit nur bann aufnehmen, wenn bessere Bedingungen ge­währt werden. In Darlington wurde gestern beschlossen, den Ausstand zu beenden, wenn die andern Zentren damit einverstanden sind. In Sheffield wurde der Ausstand aufs neue proklamiert. Die Lage gibt infolge­dessen fortgesetzt )tt ernsten Besorgnissen An­laß und die Gefahr neuer Unruhen ist in nächste Nähe gerückt. Die Regierung hat in­folgedessen umfassende Maßnahmen zur Auf­rechterhaltung her Ordnung getroffen und es wird ftir den Notfall Militär in Bereit- schäft geholten, das jeden Augenblick nach ben Orten etwaiger neuer Unruhen ausrücken kann.

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Elbing und Saarbrücken.

(Telegraphifche Melbungen.)

Wie uns aus Elbing berichtet wird, empfing die Direktion der Schichauwerft gestern noch einmal den Arbeiterausschuß zur Unterhandlung wegen der Lohnforderun­gen, ging aber auf die Forderungen der Ar­beiter nicht ein. Sie behält sich vielmehr vor, die Löhne zu regulieren, wo es ihr nötig er­scheint. Unter diesen Umständen scheint ein Streik unvermeidlich, da die Arbeiter auf ihren Forderungen beharren.

Einem Privat-Telegramm aus Saarbrücken zufolge haben die dortigen Straßenbahner in einer gestern abend stattge- bahten Versammlung beschlossen, in den Au s- tz a n b.yt treten, weil die Sttatzenhahnvertoal-.

tung ihren Wünschen auf Regelung der Löhne und der Dienstverhältnisse nicht nachgekommen ist. Seit heute früh ruht jeder Verkehr auf der Straßenbahn. Verstänbigungsverhand- lungen sinb bisher erfolglos geblieben.

Roch eine Frucht von Potsdam?

Ein zweites Abkommen mit Rußland."

Depeschen aus Petersburg zufolge herrscht in ernsten politischen Kreisen kein Zweifel barübet, datz die Bemerkung derRos- ija" zum deutsch-russischen Ab­kommen über Persien:Datz nicht alles, was in Petersburg vereinbart wurde, in dem Abkommen zum Ausdruck gelangt fei", die be­kannten, die allgemeine Politik betreffenden Erklärungen betrifft, die der deutsche Reichskanzler nach der Potsdamer Be­gegnung im November vorigen Jahres im Reichstage abgegeben hat, und die eine allge­meine politische Verständigung mit Rutzland betrafen. Im Zusammenhang hiermit wird uns aus Berlin berichtet:

S Berlin, 22. August.

(Privat-Telegram m.)

Ein Berliner Telegraphenbüro hat sich ge# iern aus Petersburg melden lassen, datz der Rußki Invalid", ein Blatt, das dem russischen Kriegsmini st erium nahe steht, eine Nachricht gebracht habe, wonach Deuffchland und Rußland neben dem Abkommen über Per­len noch einen zweiten Vertrag geschlos­sen hätten, der jedoch wegen seines politischen Inhalts streng geheim gehalten werde. Man wird dem russischen Blatt die Verantwor­tung für diese Meldung überlassen müssen, die ja, auch wenn ste wahr wäre, von keiner offi­ziellen Stelle bestätigt werden könnte. Wenn man sich aber erinnert, daß der R e i ch s k a n z- l e r in seiner bekannten 5?ehe im Dezember vo.r allem von einet attgeftieinen politi­schen Verständigung zwischen Deutsch­land und Rußland gesprochen hat, so muß man geneigt fein, an die Richtigkeit der Nach­richt zu glauben. Die Wiederbelebung des Bismarck sch en Vertrags mit dem dop­pelten Boden würde zudem keine Friedensge­fahr für Europa, sondern nur eine Stärkung des Friedens bedeuten und müßte darum be­grüßt werden. Die nächsten Tage werden vermut­lich schon den Beweis erbringen, wie weit die Meldung auf einer richtigen Information be­ruht, denn wenn auch die Freunde eines sol­chen Vertrages schweigen werden, so dürften darum feine Gegner umso lauter reden und einiges aus der Schule plaudern. Eine offi­ziöse Erklärung zu der Frage dürste also kaum ausbleiben.

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Konstantinopel, 22. August. (Privat- Telegramm.) Der Ministerrat bekannte in seiner gestrigen Sitzung, daß daS d e n t s ch - russisch? Abkommen türkisch« Interessen nicht gefährde. Ferner wurde die Mög­lichkeit einer Verletzung vitaler Interessen der Türkei in Persun durch den mögltchen Sieg des Exschahs diskutiert. Die dentsch-tür- kifche Konvention habe Fatturrn und Conosse- mmte als für fünf Jahre giftig unterzetchnet. Eine deutsche K a p i t a li sten g rup p e stellte das Anerbieten, alle Frankreich tn Aus- stcht gestellen Bahnbauten in Anatolien zu glei­chen Bedingungen wie die Franzosen auszu- sühren.

Selbstmord oderVerbrecheu?

Ein Leichenfund in der Fulda.

Heute vormittag wurde in der Fulda, oberhalb des Dammes, eine männliche Leiche geborgen, die am Kopfe und im Gesicht schwere Verletzungen aufwies. Daraus schließt man, daß ein Verbrechen vor­zuliegen scheint, wennschon ein Selbstmord nicht ganz ausgeschlossen ist. Wir haben so­fort Ermittelungen angestellt und folgende Einzelheiten in Erfahrung gebracht: Heute vormittag um neun Uhr sah man in der Nähe des Dammes einen menschltchen Körper in der Fulda treiben. Man benachrich­tigte sofort die Polizei, mit deren Hilfe

die Bergung der Leiche vorgenommen wurde. Alsdann stellte die Be­hörde fest, daß der Leichnam fchon längere Zeit im Wasser gelegen haben muß, da eine stark vorgeschrittene Verwesung wahrzunehmen war. Der Leichnam wieS am Kops und im Gesicht starke Ver­letzungen auf, die die Vermutung aufkom­men ließen, daß ein Verbrechen vorliegen müsse Unwahrscheinlicher fit die Annahme, daß der Fremde einen Selbstmord begangen hat und daß die Verletzungen durch Bootshaken oder durch Stangen von Schiffern herrühren.

Wer ist der Tote?

Ueber die Personalien des Toten ist man zunächst noch nickt genau unterrichtet. In den Taschen fand man ein Portemon- ngi.e, in dem eine Fabrikmarke mit der

Nummer 220.

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l?ermvrecker 951 und 952,

Mittwoch, den 23. August 1911

Ft-rnfprecher 951 und 952.