1. Zayrgarrg
Nummer 219
Lasstlrr pdenv-eitung
Fernsvrecker 951 unb 952.
Dienstag, den 22. August 1911
Fe-rnsprecher 951 und 952.
rückkehren wird.
Nach dem Streit.
arbeiten
vor Mehrere rauienv unnxgqxxyxei bxhivh vic Eisenbahnstation und die Läden an, zertrümmerten Fensterscheiben und verursachten großen Schaden. Die Ausregung ließ erst nach, als mehrere hundert Mann Truppen aus Notting- Ham eintrafen.
London, 21. August. (Privat-Tele- gramm.) Auch in Dublin haben sich in der Nacht zum Sonntag ernste Krawalle ereignet. Die Polizei, die verschiedene Zeitungsausträger, die mit den Polizisten in Streit gerieten, zerstreuen wollte, wurde von dem Mob angegriffen. Ein großes Polizeiaufgebot kämpfte mit gezogenen Knullet n die ganze Nacht hindurch mit den Aufrührern. Einunddreitzig Polizisten und über hundert Zivilisten liegen schwer verletzt im Hospital darnieder.
»Tasirler Neueste Nachrichten- erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abend». Der WonnementSpreiS betrögt monatlich 50 Psg. bei freier Zu. ftellung tnS HanS. Druckerei, Verlag u. Redaktion: Echlachthoffiratzs 28/30. Berliner Vertretung: SW. Friedrichstraße IS. Telephon: Amt IV. 676.
trrschuppen in Brand. Nachdem dieser kurze Zeit gebrannt hatte, erfolgte eine furchtbare Explosion. Man glaubt, daß Munition in den Schuppen gebracht worden war. Die Wirkung der Explosion war eine grauenhafte: Mindestens zehn Personen wurden g e t ö t e t und viele verletzt. Man hat bisher fünf stark verstümmelte Leichen unter den Trümmern gefunden, die noch nicht rekognosziert werden konnten. Die Krawalle dauerte« die ganze Nacht hindurch fort. Der Mtzb äfcherte fpäter auch das Haus des Friedensrichters Jonis ein, der am Tage vorher die Aufruhrakte verlefen hatte. Das Militär kämpfte die ganze Zeit mit aufgepflanztem Bajonett, blieb aber machtlos, bis gegen morgen eine überwältigende Truppenzahl in die Stadt em- rückte, die gegenwärtig von achttausend Mann
i Truppen besetzt gehalten wird.
bert und erlitt eine schwereGehirnerschütterung. Bewußtlos wurde der Mann nach dem städti- chen Krankenhaus gebracht. Die Firma erleidet insofern einen großen Schaden, als ie in den nächsten Monaten nicht imstande ist, Fahrräder oder Nähmaschinen zu liefern. Die Fertigstellung der Automobile dagegen erleidet keine Verzögerung, da die Automobilwerkstätten und die großen Lagerräume der fertigen Automobile vom Feuer verschont geblieben ind. Die abgebrannten Werkstätten sollen wieder neu aufgebaut werden. Der Brandschaden ist bei zweiundzwanzig Versicherungsgesellschaften gedeckt. Den Hauptanteil hat die „Providentias-Frankfurt a. M. Von den viertausend in der Fabrik beschäfttgten Arbeitern werden durch den Brand zweitausendfünfhundert brotlos, da infolge des Brandes der Fabrikbetrieb in den Hauptabteilungen eingestellt werden muß. -lr-
PariS, 21. August. (Privat-Tele- gramm.) Mehrere Blätter kündigen die Einberufung eines Ministerrats für Donnerstag oder Freitag nach Rambouillet, an, bei dem sich alle Minister (auch die zur- zeit in den Bädern befindlichen) unter dem Vorsitz Fallisres vereinigen sollen. Gegenstand der Beratung dürfte« die deutsch- französischen Verhandlungen auf Grund des Cambon'schen Berichts sein. Es steht zu erwarten, daß der Ministerrat bestimmte Entschließungen fassen und Botschafter, k,r,„
Cambon dann in der kommenden Woche mit Der Schaden wird auf Hunderttausend « neuen Instruktionen nach Berlin zu- Mark angegeben.
hausen zu tun.
Einen trostlosen Anblick bot die Brandstätte. In dem Südflügel la-1 gen Tausende von Untergestellen und ganze Berge von fertigen Nähmaschinen untermischt mtt verkohlten und gebrochenen Balken, eisernen
Trägern und Rohrleitungen. In der Dreherei I und Fräserei sind die vielen Hunderte von I Werkzeugmaschinen total vernichtet. Durch herabstürzende Eisenteile wurden sie teilweise zerschlagen oder von der ungeheuren Glut verbogen und unbrauchbar. Auch die wertvollen halbautomatischen Maschinen sind größtenteils vernichtet. Die mächtige Feuerflamme, die sich bei dem Brande entwickelt hatte, war stundenweit zu sehen. Mit den abgebrannten Gebäulichkeiten wurde auch der Bau vernichtet, den der Gründer int Jahre 1867 errichtete, und der nur einen winzigen Teil des jetzt riesigen Unternehmens bildete. Leider sind auch zahlreiche j Unfälle bei dem Brande zu verzeichnen gewesen, Achtundvierzigmal mußte die Verbandsstation in Tätigkeit treten. Meist waren es Quetsch- und Brandwunden, die sich die Feuerwehrleute zugezogen hatten. Aber auch ein schwererer Unfall ereignete sich:
Als eine der Frankfurter Automobllspritzen eine scharfe Kurve nahm, wurden die Mann- chasten, die infolge der vielen mitgenommenen Schläuche wenig Platz auf dem Wagen hatten, herausgeschleudert. Der verheirateteFeuerwehr- mann Müller wurde gegen einenSiein geschleu-
rie Schlacht von Llanellv.
Zehn Tote, zahlreiche Verletzte! (eigene Drahtmeldung.)
London, 21. August.
In Llanelly in Wales haben sich am Sonn abend beispiellose Szenen abgespielt, bei denen das Stut in Strömen floß und mehrere Menschenleben geopfert wurden. Obgleich fünfhundert Soldaten in der Stadt waren, gelang es einem Haufen Streikender, sich unbemerkt davon zu machen und auf dem Llandilo-Junetton-Bahnhof die Schienen aufzureitzen, gerade, als ein Zug mit Truppen herannahte. In der hierauf eingetretenen Verwirrung bemächtigte sich der Mob deS Zuges und eroberte die Munition. Der Zug wurde in Brand gesetzt und total eingeäschert. Tie Exzeden ten gerieten nun außer Rand und Band und begannen die Stadt zu plündern und anzuzünden. Mehrere Häuser von Stadträten und Friedensrichtern gingen in Flammen aus, und viele Fenster wurden eingeworfen. Am Abend eroberte der Pöbel den Gü- lerschuppen und das rollende Material der Bahn. Tie Truppen kamen im Laufschritt herbei und attackierten mit aufgepflanztem ! Bajonett. Ter Erdboden war mit Blut I bedeckt. Kurz darauf setz e der Mob den Gü-
möglich war. Das Feuer lief mit einer ungeheueren Schnelligkeit an den Holzwänden hinauf. Bis die Fabrikfeuerwehr an der Brandstelle eintraf, standen bereits
sämtliche Fabrikgebäude in Flammen.
In anerkennenswerter Weise beteiligten sich die Offiziere und Mannschaften des zurzeit in Rüsselsheim im Quartier liegenden Artillerie- Regiments an den Absperrungs- und Löscharbeiten. Auf die Reklamattonen hin eilten auch die Feuerwehren aus den umliegenden Ortscha ten und dieFeuerwehren von Mainz und Frankfurt an die Brandstätte. Zu retten war an den brennenden Gebäuden nichts mehr, und die Wehren mutzten sich darauf beschränken, die umliegenden Gebäude zu schützen. Das War sür die Wehren keine leichte Arbeit, denn das Wasser mutzte in I a u ch e s ä s s e r n bis an die Handspritzen berangesahren werden. Erst als die Frankfurter Feuerwehr mit zwei Auto- rnobilspriöen an der Brandstelle erschien, konnte
Set Brand der Minette.
Fünf Millionen Mark Brandschaden; über zweitausendfünfhundert Arbeiter brotlos!
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
Gestern in der Morgenfrühe brach in den Opel - Werken zu Rüsselsheim bei Frankfurt a, M. ein furchtbarer Brand aus, der die an der Eisenbahnlinie entlang liegenden Bauten, in denen sich die Nähmaschinen- und Fahrrad-Abteilung befinden, zerstörte. Die Feuerwehr der Fabrik, fowie die Wehren aus Rüsselsheim und Frankfurt konnten nach vier Sttrnden des Feuers Herr werden. Die Eisenbahnzüge konnten nicht verkehren, da ein Ueberspringen des Feuers zu befürchten war. Durch den Brand wurden 20 000 Räder und 30 000 N ä h - mafchinen vernichtet. lieber zweitaufend Arbeiter find brotlos. Der Schaden wird auf rund fünf Millionen Mark geschätzt.
Unser Frankfurter ^-Korrespondent depeschiert uns über die gewaltige Drandkatastrophe folgende Einzelheiten: Der Riefenbrand in den Werken der Nähmaschinen-, Fahrrad- und Motorwagenfabrik von Adam O p e l in Rüsselsheim brach in der Nackt zum Sonntag gegen ein Uhr aus und hat mehrere Fabrikgebäude, zwanzigtausend Fahrräder und dreißigtausend Nähmaschinen vernichtet. Zweitausendfünfhundert von den viertausend in den Werken beschäftigten Personen s^vrrnrch den Brand brotlos geworden. Der Schaden, der durch Versicherung bei zweiundzwanfig verschiedenen Gesellschaften gedeckt ist, beläuft sich auf vier bis fünf Millionen Mark. Unberechenbar ist aber der Schaden, der den Werken dadurch erwächst, daß sie in der nächsten Zett nickt in der Lage sind, Nähmaschinen oder Fahrräder zu liefern, da nicht nur die fertige Ware und das halbferttge Material, sondern auch die Werkzeugmaschinen gänzlich unbrauchbar geworden sind. Die Opelwerke bedecken emen Flächenraum von etwa fünfundzwanzig Morgen. Die alten Fabrikgebäude, die niedergo- brannt sind, bilden ein nach Osten teilweise offenes Viereck. In dem füdlichen Teil dieses Komplexes befinden sich der Vernickelungsraum, die Fahrradmontage, die Nähmaschinenmontage, die Fahrrad- und Nähmaschinen-Ex- pedition und die Packräume. In dem Vernickelungsraum ober dem Packraum ist das Feuer ausgebrochen. Durch das dort lagernde Papier und Packmaterial fand das
Feuer sofort reichlich Nahrung, und im Nu stand das ganze aus Erdgeschoß und drei Obergeschossen bestehende Gebäude in Hellen Flammen. In den oberen Geschossen befand sich das Möbellager, in dem Tausende von Nähmaschinentischen und -Kommoden lagerten. Auch diese Stücke boten dem Feuer neues Brennmaterial. Durch die Hitze der letzten Tage war das ganze Holzwerk der Dächer vollständig ausgetrocknet, und das Feuer sprang mit rasender Geschwindigkeit auf den westlichen Flügel und den nördlichen Flügel über. In dem westlichen Flügel befand sich die Dreherei, die Fräserei und die Schleiferei. In dem nördlichen Bau War das Lobn- bureau untergebracht, und an dieses anschließend, einen Teil der Weststont bildend, das Bureau für die Nähmaschinen- und Fahrrad- Abteilung. Nur das letztgenannte Gebäude blieb von dem Brande verschont. Kurz nach halb zwei Uhr wurde von einem der Nachtwächter der Fabrik der Brand entdeckt. Er alarmierte sosort die Feuerwehr und versuckte mit den in der Fabrik ausgestellten Löschapparaten den Brand zu löschen, was indessen un-
Berlin und Paris.
Nach der Wilhelmshäher Konferenz.
Berliner Telegramm: Der ftanzösifche I Botschafter, Jules tz amb on, hat > Berlin gestern abend verlassen. Die! definitiven Reisedispositionen sollen erst I am Nachmittag, nachdem noch eine Del pesche aus Paris eingegangen war,I getroffen worben fein. Herr Cambon fuhr I mit dem Nordexpreß, der 10,58 Uhr den I Bahnhof Friedrichstraße verließ, nach Pa-1 riS. Man erwartet in Paris, daß der Boffchaster bereits am 27. ober 28. August nach Berlin zurückkehren wird.
Die neuesten Depeschen aus Paris fceut- teilen die Aussichten der deutsch-sranzösischen Marokko-Verständigung im Gegensatz zu den optimistischen Berliner Verlautbarungen recht p e s s i m i st i s ch und die Presse hegt Zweifel, daß eine erhebliche Modifikation in dem beiderseits eingenommenen Standpunkt überhaupt eingetreten ist. Daraus rst zu schließen, daß der französische Botschafter Chambon das Maximum der französisthen Zugeständnisse formuliert hatte, und daß Herr von Kiderlen-Waechter diese französischen Vorschläge unannehmbar fand. Wie vorge- stern mitgeteilt wurde, hatte Herr von Kwer- len-Waechter bereits in der vorletzten Unterredung die deutschen M i n d e st f o r d c r u n- gen festgesetzt. Ta über den fachlichen palt der bisherigen Verhandlungen nur unvollständige Mitteilungen in die Oeffentlickkeft gelangten, ist schwer zu ermessen, in welchem Abstand sich die beiden Unterhändler getrennt haben. Auf französischer Seite scheint man baren fefnubalten, daß Deutschland sich völlia
XVÄrÄWÄTSiÄÄ!.
man dem Feuer wirksam zu Leibe gehen. Fast laus Marokko zurückziehe, freilich einen Kilometer weit holte die Automobilspritze nicht, ohne diesen Vorteilmit emem ansehn- das Wasser aus dem Main her. Krachend l ich e n Stuck des Kong"bezahlen z stürzte eine Mauer nach der anderen ein. I E^nechtgewesen sew ^aus die
Schwere Maschinen stürzten aus dem dritten j^ternattonale Betättgung Deutschlands in Stockwerk unter donnerndem Gepolter bis m I Marokko zu verzichten und sich mit einigen die Keller. Eiserne Träger von riesigem Durch- Territorien an der innern Kamerungrenze ab- messer verbogen sich in der Hitze wie dünner Ispeisen zu lassen. Daß schließlich ein Aus- Draht. Gegen sechs Uhr konnte erst jede Ge- gleich zustande kommen wird, befahr für die Weiterverbreitung des Feuers als zweife11 man ttickt ernsthaft Die beseitigt gelten. Bis nach zwölf Uhr mittags Blatter weisen allerdings mit Nachdruck darhatte die Feuerwehr aber noch mit dem Nb- auf hin, daß Herr Caillaux am Aettaa^zwel löschen der immer noch brennenden Trümmer- >^Eer konferierte, und man glaubt dieser Tatsache eine große Bedeutung beimessen zu können. Für die unmittelbare weitere Entwicklung der Dinge ist indessen jedenfalls die zu erwartende mündliche Berichterstattung des Botschafters Cambon über die Berliner Verhandlungen wichtiger. •
MckrUeuch WMien
hessische pdenchettung
3er Won von Plhinouch.
„Dr. Max Schultz, Oberleutnant der Reserve."
SMe wir schon berichtet haben, ist am letzter Oteitaa in der Nähe von Plymouth ein ge. wiffer, als Tr. phtl. und Oberleutnant tm dreizehnten Husarenregiment bezeichneter Mar Schultz unter dem Verdacht der Spionage verhaftet worden. Er soll einen jungen Anwalt in Plymouth zur Per- letzung de? Gesetze» betr. die Amtsverschwiegenheit verleitet haben. In seinem Besitz soll eine Menge • belastender Korrespondenz gefunden worden sein. In der deutschen Rangliste ist ein Offizier, auf den diese Angaben zutresfen würden, nicht zu finden, trotzdem bestätigt c» sich, daß Schultz Doktor der Philosophie ist und dem deutschen Heere in der Re- ferne angehört.
Einem späteren Reuter-Telegramm zufolge wurde der Deutsche Max Schultz auf. einem Hausboot auf dem Dealmfluß bei Plymouth verhaftet und vor den Bürgermeister von Plymouth und einen anderen Beamten geführt. Das Verhör im Polizeigebäude war geheim, ein kurzer Bericht darüber wurde fpäter der Presse zur Verfügung gestellt. Wie es heißt, hat Schultz sich des ihm zur Last gelegten Vergehens in der Zeit vom ersten Jmtt bis zum siebzehnten August schuldig gemacht. Sein Verteidiger verlangte alle Papiere, die bei ihm gefunden worden sind, zu sehen. Die Polizeibehörde verweigerte dies, aper der Bürgermeister ordnete an, daß die Papiere ge- I -eiat würden. Ein an den Angeklagten gerich- teier Bries aus Deutschland ist von der Polizeibehörde auf dem Postamt des Dorfes Rewton-Ferrers beschlagnahmt worden. Der Brief enthielt Noten von der Bank von England im Betrage von hundertzehn Pfund Sterling (zweitausendzweihundert Mark). Der Verteidiger beanspruchte einen Teil des Geldes für die Verteidigung seines Klienten, das Ge- suck wurde aber abgelehnt. Ter Grund dafür mag darin liegen, daß man vermutet, das Geld könne von der deutschen Regierung stammen. Tas Verfahren gegen den Angeklag- I ten wurde bis zum achtundzwanzigsten Anguß
(Telegraphische Meldung.) F_ retn Trlearaw ,r mt« London von ▼ , heute früh berichtet: Die Eisenbahner kehren
Der Londoner 3ti‘Tfenftrei! ist been- allgemeinen ruhig zur Arbeit zuruck. Bei biflt: Depeschen aus London zufolge ist amI be„ misten Londoner Hauptbahnhöfen wird Sonnabend in später Abendstunde zwischen 2 abend die Wiederaufnahme des regelten Eisenbahnern und den Eisenbahndirektio- ' -lenstes erwartet. Nur in einigen nen ein Abkommen unterzeichnet worden, ^.-Hauptstädten ergeben sich auf Grund dessen sich die Führer der Eisenbah- Schwierigkeiten, namentlich in Manchester, wo ner verpflichten, alles, was in ihren Kräften ,??. Versammlung von Eisenbahnern eine Ent- ..... " ’ ‘ ~ " schließung verwarf, die sie aufforderte, die Arbeit wieder aufzunehmen. Unordnung herrscht auch bei der Londoner Westbahn, die die Leute nur nach Bedarf einstel- len will, womit die Eisenbahner sich nicht begnügen wollen. Die Linie wird daher noch von Truppen militärisch bewacht. Aus der Provinz werden Unruhen gemeldet, die aber hauptsächlich von Arbeitsscheuen hervor- gerufrtl werden. In Lincoln kamen in der Rächt zum Sonntag ernste Ausschreitungen
steht, zu tun, um die ausständigen Eisenbahner I zu veranlassen, unverzüglich die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Eisenbahngesellschaften verpflichten sich ihrerseits, al le Angestellten ohne Unterschied wieder einzustellen. Der vom Mini- fter Lloyd George in der Kammer erwähnte „Versöhnungsausschuß' Wird unverzüglich zusammengestellt werden, und sofort in Aktton treten, um die strittigen Fragen zu schlichten. Der Ausschuß wird aus fünf Mitgliedern bestehen, aus zwei Delegierten bet | Arbeiter, zwei Vertretern der Eisenbahngesellschaften und einem Unparteiischen als Vorsitzenden. Bei etwaigen Meinungsunterschieden über Beschlüsse dieses Versöhnungsausschusses wird das Handel samt zu enffcheiden haben. Beide Parteien verpflichten sich, die Beschlüsse des Versöhnungsausschusses anzuerkennen. Die Regierung verspricht ihrerseits, in der nächsten Kammersitzung einen Ge- setzentwurf einzubringen, der den Eisenbahngesellschaften gestattet, als Gegenleistung für Lohnerhöhung des Personals eine Tariferhöhung vorzunehmen. Die Arbeit ist be- reits gestern in großem Umfange wieder aufgenommen worden, und heute abend dürfte der Eisenbahnbetrieb wieder in normaler Weise