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Nummer 208.

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Mittwoch, den 9. AugustlSII

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8M .«efftlertoueflt Machrichtm» trfd) einen wLchentNch sechsmal und zwar adendS. Der «bonnementSprei» beträgt monaUich SO Pfg. bei freier Zu- stellung in» Haus. Druckerei. Verlag u. RedaMou: Schlachthofstratze 28/30. Berliner Vertretung: SW. Friedrichstraße 16, Telephon: Kmt IV, 676.

Eine offiziöse Darstellung gibt von dem Spionagefall in Bremerhaven folgende Schilderung: Zu der von auswärtigen Zeitun-

s ch e r Erwägungen betrachten werde. Es war Anlaß gegeben, den braven Beamten ein ehren­des Wort der Anerkennung zu sagen, und im übrigen den nächtlichen Patrouillen- und Po­stendienst in den hauptsächlich gefährdeten Be­zirken der Metropole in angemeflner Weise zu verstärken. Das hätte der Bedeutung des Fal­les entsprochen und (ohne unnötig Lärm zu wecken) die Oeffentlichkeit rasch beruhigt. Herr von Jagow indessen, der die .Revolution von Moabit" ebenso wuchtig niedergerungen hat wie das Verhängnis der drohenden Hutnadel- spitzen: Herr von Jagow hat weder das Eine noch das Andre, sondern etwas ganz Seltsames und (wie viele meinen) Ueberflüssiges getan. Er hat an die ihm unterstellte Berliner Schutz- mannschäft einen Erlaß gerichtet, in dem er im Anschluß an eine bereits früher ergangne Ver­ordnung jedem Schutzmann Strafe androht, der ... zu spät von der Waffe Gebrauch macht! Die seltsame Verfügung des Poli­zeiherrn von Berlin hat in der Oeffentlichkeit mit Recht starkes Befremden erregt, und das Befremden steigerte sich zur Unruhe, als gestern schon (drei Tage nach der Verkündung des Jagow-Erlasses!) der erste Erfolg des Brow- ningpistolen-Dekrets zu buchen war: Schutz­leute gaben (der präsidialen Vorschrift einge­denk) auf einen ihnen verdächtig erscheinenden Unbekannten Schüsse ab, verletzten den Mann erheblich am Fuß und merkten leider zu spät, daß sie keinen Verbrecher, sondern einen harm­losen Nachtbummler aufs Korn genommen hatten.

Es ist noch nicht klar, welche Folgen sich aus dem Irrtum ergeben werden: Die Beam­ten haben sicher in gutem Glauben gehandelt, aber die pflichtgemäß« Rücksichtnahme auf den Tagesbefehl des Polizeipräsidenten wird ver­mutlich doch dazu beigetragen haben, daß sie rascher zum Browning griffen, als sie es sonst wohl getan haben würden. Das Inter­mezzo dürste (sollte man meinen) Heim von

Jagow von der Gefahr seines Erlasses überzeugen und ihn zu einer schleunigen Kor­rektur der in der Erregung-Hast dekretierten .Feuerschnelle" veranlassen. Man darf bei der Gelegenheit auch wohl fragen, auf welche g e - etzliche Bestimmung der Polizeipräst- >ent von Berlin die Forderung gründet, daß eine Schutzleute .nicht zu spät von der Waffe Gebrauch machen dürfen". Allgemein gel­tendes Recht ist die Vorschrift, daß die Beamten des öffentlichen Sicherheitsdienstes dann von der ihnen antiertrauten Waffe Gebrauch zu machen haben, wenn sie tätlich angegriffen wer­den, und sich des Gegners nicht anders als durch die Hieb- oder Schußwaffe erwehren können, wenn Gefahr im Verzug ist, oder eine dienstliche Obliegenheit das Vorgehen mit blanker Waffe heischt. Es ist beim besten Wil­len nicht einzusehen, daß diese klaren Bestim­mungen über den Waffengebrauch der Sicher­heitbeamten der Ergänzung bedürfen, und ver­mutlich hat auch Herr von Jagow gar nicht

Set Katholiken Tag.

Die gestrigen Verhandlungen in Mainz. (Bericht unsers Korrespondenten.) Mainz, 8. August.

-wtertionspr-ife: DiefechSgefpaüm« Zeile für einheimisch. «ebWeiB vfS. I Inserate 25 Pf, Reklame,eil, für Mh-tmifch, ®e- I faäfte <0 Pf. für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnisch. SNave 5. I Berliner Vertretung: SW. Friedrichstraße 16. Telephon: Amt IV. «76. ]

Nun glaubten wir in diesen Tagen, daß die Hitzewelle überwunden sei und daß wir auf kühlere Temperaturen rechnen dürfen. Aber diese Hoffnung ist trügerisch gewesen, da sich das Wetter bereits wieder geändert hat. Es ist heute erheblich wärmer geworden, als es in den letzten Tagen war, und es wird auch noch und was das Schlimmste ist: Sie wird noch ! gen gemeldeten Nachrichtüber die Ergreifung stärker sein, als sie in den letzten Wochen war . tines englischen Spions in Bremen ist Bon den Wetterwarten kommen Nachrichten, auf Grund weiterer in dieser Angelegenheit

Mne neue Hitze-Welle?

Es wird noch heißer, als es war!"

Weilburg, 8. August. (Tele­gramm unseres Korresponden- ten.) Von der Wetterwarte wird uns folgendes mitgeteilt: Die Hoffnungen auf kühleres und trübes Wetter sind wie­der vorüber. Die Temperatur über Nord- Rußland hat sich verstärkt, sodaß die ozea­nischen Tiefdruckwirbel nicht herankommen konnten. Infolgedessen hat sich im Süd­westen Europas ein neues kräftiges Hochdruckgebiet ausgebreitet, das wieder einen erheblichen Wärme- Ueberschuß bringen wird. Schon heute ist in vier- bis sechstausend Metern Höhe eine vollkommen trockene Luft bei östlichen Winden bemerkbar. Die Hitzeperiode wird also wiederkehren und es wird noch heißer werden, als eS war.

Macht', die Pistole?

6!üä ÄR.W-U nicht Boretngenommenbett gegenüber der Polizei zum Vorwurf machen kann) schreibt zum Jagow'schen Schieb-Srlatz": .... Mit der neuen, abermals verschärfte« Vorschrift ist der Polizeipräsident über die Notwendigkeit hinausgegangen. Siebeein. stutzt die Beamten offenbar in dem Sinne, datz sie in verstärktem Matze von der Schutzwaste Gebrauch mache« sollen, und da ja für die Unterlassung Strafe angedroht ist, so kann die Lage sich praktisch so ge­halten, datz für den Beamten, wenn er vor die Frage de» Schießens gestellt wird, nicht nur sein psttchtmätzigeS Ermessen, sondern auch die Furcht vor Str af e ausschlaggebend wird. Die Verfügung trägt zugleich einen anr.izend en, angriff» - weisen «harakter, der nur zu leicht zu einer Uebertretbung de» Waffengebrauchs führen kann...."

Im dunklen Berlin haben in einer der letz­ten Nächte ein paar Einbrecher der sie bedrän­genden Polizei eine regelrechte Revolver­schlacht geliefert, bei der hüben und drüben erbittert gekämpft, viel Blut vergossen und auf beiden Seiten mehr als ein Menschenleben in ernste Gefahr gebracht wurde. Der Vorfall ist sicher sehr bedauerlich, und die in Erfüllung ihrer Pflicht verletzten Schutzleute begegnen aufrichtigem Mitleid: Der Fall an sich indes­sen steht nicht vereinzelt da, und es ist deshalb auch nicht angängig,, aus den blutigen Ereig­nissen der verhängnisvollen Nacht Schlüsse zu ziehen, die eine Verallgemeinerung des Falles zur Voraussetzung haben. Die Re­volverschlacht in der Geitthiner Straße beweist weder, daß die Gefährlichkeit der Berliner Verbrecherwelt sich gegen früher in beängsti­gender Weise gesteigert hat, noch auch, daß die unterm Szepter des Herrn von Jagow stramm exerzierte Berliner Zsthutzmannschaft es in der Bekämpfung des Verbrechertums an der nöti­gen Tatkraft hat fehlen lassen; sie beweist schlechterdings nur ein e S: Daß ein paar Ein­brecher, von der Nemesis überrascht, in der Angst zu den Waffen griffen, um sich des na­henden Verhängnisses zu erwehren. Daß Ein­brecher und andre ©entfernen, die begründeten Anlaß haben, des Tages Helles Licht zu scheuen, Dolch und Revolver nicht zu munterm Scherz bei sich zu tragen pflegen, darf als hinlänglich bekannt gelten; daß die Herren indessen nur im Fall äußerster Bedrängnis Revolverlärm und Blutspuren mit in den Kauf nehmen, ist eine ebenso alte Erfahrung, dir durch den Vorfall in der Genthiner Straße nur bestätigt worden ist.

Herr von Jagow, der Polizeiherr von Ber­lin, ist ein alter Praktiker, und man hätte er­warten dürfen, daß er das Ereignis in seinen Tatumständen und Wirkungen mehr unter dem Gestchtwinkel kriminal-pshchologi-

Kaiser gelangten Huldigungstelegramme zur Absendung. Tann schritt die Versammlung zur Beratung der Anträge. Zur Papstfrage wurde nach einem Referat des Abgeordneten Ba­chem wie alljährlich ein Antrag angenommen, der volle Unabhängigkeit für das

Oberhaupt der katholischen Kirche verlangt und zu Sammlungen für deck Peterspfennig anregt. Ein zweiter An­trag betraf die Förderung der Bonifaciusver- etne, die sich die seelsorgerische Fürsorge der Katholiken in der Diaspora zur Aufgabe ge­macht haben. In der Debatte über diesen An­trag nahm auch derBischofvonLeitme- ritz das Wort, der ausführte, daß der Kampf gegen die Kirche von einer unsichtbaren Leitung ausgehe. Dem Volke werde vor­geredet, die Kircke sei der Feind; ihr lege man es zur Last, daß Italien und Spanien keine Kohle haben, und datz im Norden Datteln und Feigen nickt wachsen sollen. Daher müsse das Volk aufgeklärt werden, und ein gutes Mittel hierzu sei der Ausbau des Bonffacius-

8« offiziösem Licht.

(Telegraphische Meldung.)

eingezogener Informationen nunmehr folgen­des festzustellen: Es ist richtig, daß vor einigen Tagen in Bremen ein ungefähr vierzig Jahre alter Engländer, Angehöriger einer angesehenen, Wohlhab en den F a m i l i e, von Beruf I u r i st, aus Lon­don, wegen auffälligen Betragens verhaftet worden ist und in das Bremer Untersuchungs­gefängnis überführt wurde. Es bestätigt sich auch, datz der Fremde, der in seinem Mili­tärverhältnis der englischen Yeomanry ange­hört, der Spionage beschuldigt wird. Auf welche Art und in welchem Umfang dies geschehen ist, läßt sich augenblicklich naturgemäß nicht sagen, weil sich dies erst aus dem Gang der Untersuchung ergeben muß. Die Behörden und der Bremer Rechtsbeistand des Beschul­digten halten sich für verpflichtet, keinerlei nähere Erklärung zu geben, so daß alle darüber gemeldeten Einzelheiten als Kombi­nationen bezeichnet werden dürften.

*

Schulz. Trench, Brandon und Camp.?

(Eigene Drahtmeldung.)

»#> Bremerhaven, 8. August.

Die Militärbehörde bewahrt strengstes Stillschweigen über die neueste Spionage- af f ä r e und nennt nicht einmal den Namen des Verhafteten. Tatsache ist indessen, datz der Verhaftete die Wasserforts Photo- graphiert hat, doch ist man jetzt geneigt anzunehmen, datz es sich weniger um einen Spionageversuch, als um eine Unklugheit gehandelt hat. Dagegen wird von anderer Seite gemeldet: TrotzamtlicherDemeu- tis bestätigt es sich, daß hier ein Engländer wegen Spionage verhaftet worden ist, und alle über die Spionage gemachten Mitteilungen beruhen auf Richtigkeit. Es ist sogar als feststehend zu bezeichnen, datz die neue Affäre im Zusammenhang steht mit der in de» letzten Wochen vorgenommenen Verhaftung englischer Spione, insbesondere mit dem Fall Schulz, und auch mtt der Angelegenheit der bereits ab geurteilten englischen Offiziere French und Brandon, der bekannten Spione von Borkum". Der jetzt Verhaftete scheint genau nach dem Muster der Spione von Borkum gearbeitet zu haben. Der Verhaftete ist in Bremerhaven beobachtet worden, wie er die Uferbefestigungen photogra- phierte; Zivilpersonen legten dieser Tat­sache keine Mchtigkeit bei, und erst als die Mel­dung an die zuständige Stelle weitergegeben wurde, beobachteten Kriminalbeamte den Mann, worauf er in Bremerhaven festge- n o m m e n wurde. Augenblicklich sollen sogar hier mehrere Untersuchungen gegen eine Anzahl Personen, die der Spionage dringend verdäch­tig sind, schweben.

Unter dem Vorsitze des Landtagsabgeord­neten Justizrat Dr. Schmitt-Mainz trat ge­stern vormittag in der Stadthalle die erste ge­schlossene Generalversammlung des Deut­schen Katholikentages zusammen, nachdem zuvor im Dome ein Pontifikalamt zu Ehren der Jungfrau Maria stattgefunden hatte. Der Vorsitzende brachte zunächst das Schreiben des Papstes zur Verlesung, in dem Pius der Zehnte seine Segenswünsche zu der Tagung übermittelt. Zum Präsidenten des Katholiken­tages wurde der Reichstagsabgeordnete Graf Galen gewählt, zu Ehrenpräsidenten Frei­herr von Hertling, Abgeordneter Ca- b e n s l y und Freiherr Hilderich von K et- tel e t,

zu Vizepräsidenten Rechtsanwalt .......pf- München und Landtagsabgeordneter v on Brentano-Offenbach. An Papst und

Die Lpser der Hitze.

(Eigene Drahtmeldungen.)

Berlin, 8. August.

Wie bereits gemeldet wurde, sind infolge der Hitze an verschiedenen Orten im Heere schwe­re Ruhrepidemien eingetreten. Am schlimmsten scheint es in Döberitz zu fern, von wo die Truppenteile jetzt langsam zurückgezo­gen werden. Zwei Drittel des vierten Gart>e- Regiments zu Fuß werden im Doberitzer Ba­rackenlager als ruhrkrank isoliert ge­halten. Bisher sollen insgesamt siebenhundert Mann im Döberitzer Barackenlager an der Ruhr erkrankt gewesen sein.

ftoblm 8. August.

Wegen der Ruhrerkrankung auf dem Trup­penübungsplatz Elsenborn wird auf An­ordnung des Kriegsministeriums nach dem Verlassen des Platzes von den.Truppen des sechzehnten Armeekorps eine gründliche Ans- seuchnng deS ganzen Lagers vorgenommen werden. Die für heute angeordneten Uebun- gen der acht Landwehrkompagnien des achten Armeekorps werden nicht in Elsenborn statt- finden: auch die Uebungen der Linienregrmen- ter sind wegen der Ruhr abgesagt worden.

Köln, 8. August.

Beim Baden sind gestern hier ein Z a h n - techniker. ein vierundzwanzig Jahre alter Arbeiter und dessen fünfzehn Jahre alter Bruder im Rhein ertrunken Au» vom Nie- derrbein werden zahlreiche Ungluckssalle beim Baden berichtet. Eine Statistik der Todesfälle beim Baden aus den letzten zwei Wochen ver­zeichnet allein in der Rheinprovinz fünf- undvierzig Menfchenopfer. Die ge­strigen Gewitter haben im Rheintal stellenweise schweren Schaden angerichtet und einen Teil der Ernte völlig zerstört. Vier Gehöfte wurden durch Blitzschlag eingeäschert und zwei Personen wurden durch Blitzschlag getötet.

Der Spion von der Nordsee.

Trench, Brandon und Compagnie"?

Wir berichteten gestern über die wegen dringenden Svionage-Verda <61 § tn Bremerhaven erfolgte Verhaftung eines Eng­länders, dessen Name von der Unter« suckunqsbebörde noch geheim gehalten werde. Ein Telegramm des offiziösen Depeschen­bureaus Wolff dementierte die Meldung etwas voreilig, indem es (aus Bremen datiert) fol­gende 'Kundmachung brachte:

Von zuständiger amtlicher Stelle wird zu der von auswärtigen Blättern ver­öffentlichten Mitteilung über die angeb­liche Verhaftung eines englischen Spions in Bremen mitgeteilt, daß hier von einer solchen Verhaftung nichts bekannt ist. Seltsam: Denzuständigen amtlichen. Stel­len" ist im Bereich der dreifarbenen Grenz- Pfähle stetsnichts bekännt", selbst dann nickt, wenn die Spatzen die neueste Sensatton munter von den Dächern pfeifen. Warum in aller Welt hüllen sich unsre Amtleute in würdiges Schweigen", wenn die Oeffentlich­keit ein berechtigtes Interesse daran hat, zu er­fahren, was vorgeht? Inzwischen scheint die zuständige amtliche Stelle" sich denn auck be­sonnen zu haben, denn sie läßt jetzt bestäti­gen, was . . . gestern noch dementiert

daran gedacht, sie zu ergänzen: Er hat sie offen« bar nurinterpretieren" wollen, hat da­zu aber eine wenig glückliche Form gewählt, und hat jedenfalls auch die moralischen Wirkungen seines Erlasses auf eine zu un­bedingtem Gehorsam erzogne Beamtenschaft unterschätzt.

Niemand zweifelt daran, daß unsre Poli­zei einen schweren Dienst zu versehen hat, und daß es deshalb Notwendigkeitgebot ist, ihr die- enigen Befugnisse einzuräumen, die erforder­lich sind, um ihrem Kampf gegen das Verbre­chen starken Rückhalt zu leihen. Ebensowenig aber ist auch zu bezweifeln, daß die gelten­den Rechte der Polizei ausreichende Mittel in die Hand geben, um im Fall der Not mit ge- botner Entschlossenheit vorgehen zu können. DaS Jagow-Dekrtt ist also zum mindesten eine Ueberflüssigkeit, und es ist außerdem nicht ohne ernste Bedenken, denn es ge­hört nicht einmal psychologischer Scharfsinn da­zu, um aus einem Erlaß der Art Einwirkungen auf den Diensteifer der Beamtenschaft zu fol­gern, von denen die Polizei in ihrem eignen und im Interesse des Publikums am besten verschont bleibt. Schließlich Wird man nämlich bei aller aufrichtigen Sympathie mit den gele­gentlichen Opfern des Polizeidienstes doch nicht vergessen dürfen, daß die mit Schußwaffen aus­gerüsteten Schutzleute nicht selten zu unbe­rechtigtem und voreiligem Gebrauch ihrer Browningpistole gereizt werden können, wenn sie wissen, daß ihr höchster Vorgesetzter auf möglichst frühes Schießen besondern Wert legt. Und wenn Herr von Jagow auf die zwingende Notwendigkeit drakonischer Strenge im Kampf gegen das Verbrechertum hinweist, so sei (zum Vergleich) an Hounds- ditch erinnert: Dort haben Verbrecher der ge­fährlichsten Art der Polizei tagelang regelrechte Schlachten geliefert, und ganz London zitterte in banger Sorge um den Ausgang des Kamp­fes. Trotzdem steht der Londoner Pollce- ntan heut wie früher nur mit einem ® um« mifnlttel bewaffnet dem Verbrechen gegen­über und tut auch ohne Pistolen seinen schwe­ren Dienst mit unbestrittnem Erfolg. Macht's also beiuns nur die Pistole ...? F. H,

die schlimme Aussicht für die nächsten Tage er­öffnen und keinen Zweifel mehr darüber las­sen, daß Wir uns auf den Beginn einer aber­maligen Hitzeperiode gefaßt machen müssen. In Uebereinstimmung mit der Ansage der Weilburger Wetterwarte wird nämlich auch von der europäischen Wetter-Zenttal-Station n der Schweiz eine Wiederkehr der Hitzewelle .angekündigt. Es liegt uns darüber folgende Meldung vor:

S> Zürich, 8. August.

(Eigene Drahtmeldung.)

Nach den heutigen Feststellungen der hiesi­gen meteorologischen Zentralstation dauert die trockene Periode unverändert ort. Auch die Hitze wird sich wieder stei­gern. Die gestrigen, weitverbreiteten Ge­witterregen, die abends gegen sieben Uhr aus­getreten sind, waren meist unbedeutend und ha­ben in Berglagen bis heute morgen nur ge­ringe Abkühlung gebracht. Für die näch- sten Tage ist mit erheblichen Tempera­tursteigerungen zu rechnen, die wahr­scheinlich auch längere Zeit andauern werden.