Einzelbild herunterladen
 

Kasseler Neueste Nachrtcyie«

läufig noch bei der Wärme, trotz der vor eink-

MWAeMUM timfoBtlO Seiten

gen Tagen von den amtlichen Wetterdienst-

Letzte Telegramme.

(Nach Schluss der Redaktion eingegangen.)

159 oeo Markllnschuldsgeld".

(Eigene Drahtmeldung.)

$ London, 1. August.

Ter Vater des Seekadetten Archer Shee teil e gestern den Blättern mit, dass die Admi­ralität ihm soeben 150000 Mark Ent­schädigung für die ungerechtfertigte Ent­lassung seines Sohnes aus der Kadettenanstalt gezahlt habe. Der jetzt dreizehn Jahre alte Sohn war im Oktober 1908 beschuldigt worden, einem Kameraden im Royal-Naval-College in Osborne eine auf wenige Schillinge lautende Postanweisung gestohlen und cinkas- fiert zu haben. Es gelang dem Vater im letz en Jahr, vor den Gerichten den Beweis von der Unschuld seines Sohnes zu führen, so­daß der GeneralstaatSanwalt den jungen Shee als unschuldig erklärte. Die Anklage hatte sich namentlich auf das Zeugnis der in Frage kom­menden Pofthalterin gestützt, die aber beim ge­richtlichen Verfahren äußerte, daß für sie ein Kadet wie der andere aussehe. Von den 150 000 Mark sind 60 000 Mark Schmerzensgeld, 90 000 Mark als Ersatz der dem Vater durch das Ge richtsverfahren erwachsenen Kosten zu be trachten.

Autounsall des Prinzen August Wilhelm.

(Eigene Drahtmeldung.)

S Berlin» 1. August.

Gestern abend wurde Prinz August Wilhelm von Preußen auf einer Autofahrt von einem Unfall betroffen, der glückerlicher- weise ohne schwere Folgen verlief. Av der Ecke des Kurfürstendammes und der Bleib- treustratze in Eharlot enburg fuhr der Chauf- feur des prinzlichen Kraftwagens in ziemlich raschem Tempo über die Straßenkreu- kreuzung hinweg, als ein Privatauto aus der Bleibtreustraße in scharfer Fahrt her- annahte. Der Führer dieses Wagens vermochte auf die ziemlich kurze Entfernung nich! mehr anzuhalten und fuhr gegen den Wagen des Prinzen. Das Vorderrad des Hofwa­gens und ein Schmutzflügel wurden wegge - rissen und eine Motorhaube eingedrückt. Glücklicherweise ist indessen bei dem Zusam­menstoß niemand verletzt worden. Der Lenker des Privatautos suhr dann in scharsem Tempo davon, ohne sich um den angerichteter Schaden zu kümmern.

$fe Mexikaner-Revolution.

(Telegraph ische Meldung.)

** Mexiko, 1. August.

Die Regierungstruppen haben bei El Oro auf streikende Bergarbeiter der Es- peranza-Mine, die Gefangene aus dem Ge­fängnis befreiten, gefeuert. Dabei wurden neun Personen getötet und zweiund­dreißig verwundet. Die Arbeiter der Mexiko- Mine haben gestern die Arbeit eingestellt. Man erwartet, daß die Arbeiter der El Oro-Mine dem Beispiel folgen werden. Die Arbeiter for­dern Erhöhung der Lohnsätze. Bisher sind viertausend Arbeiter im Aus­stand. Die Fremden sandten ihre Frauen mit der Bahn nach Mexieo City. Die genannten Minen hefinden sich hauptsächlich int Besitz vor Engländern und Amerikanern.

nachtsfeier nicht zu beeinträchtigen. gegen zwei Uhr bereits, ntr Heimkehr auf. Als sie an einer andern Wirtschaft vorbeikamen, wurden sie von einer Gruppe junger Leute mit allerlei Schimpfreden belegt, die der Vorsitzende des Fußballklubs in versöhnender Weise höflich zu < »'" von vku uuiumjm

unterlassen bat. In demselben Momente wur-1 stellen angekündigten »Vorbereitung eines an-

liche Aendernng." Es bleibt also vor­

rüstet zurückweisen^trotzdem es feststeht, daß es keinen besseren Mottenvertilger gibt als die Spinnen. Daß letztere ferner Fliegen und andere lästige Stubengenossen vertilgen, das dürste bekannt fein. In den Gärten und Wäldern sollen die Spinnen weit mehr Unge­ziefer -vertilgen als die Vögel. Die Spinnen verrichten die wichtigste Arbeit für die Erhal­tung der Wälder, und zwar dadurch, daß sie die größten Feinde der Blattläuse und anderer den Bäumen schädlichen Insekten sind. Man hat konstatiert, daß die Spinnen nützlicher sind als alle insektenfressenden Vögel zusammen.

Der Preisaufschlag auf Milch. Wir hat­ten dieser Tage schon darauf hingewiesen, daß infolge der anhaltenden Trockenheit ein großer Futtermangel eingetreten ist und viele Land­wirte in die unangenehme Lage versetzt wur­den,' schon jetzt mit dem Verfüttern des Win­terfutters zu beginnen. Da mit der Futternot ein Rückgang der Milchproduktion im Zusam­menhang steht, so war eine Milchpreiserhöhung vorauszusehen. Diese soll jetzt eintreten: Während daraf hingewiesen wird, daß die Er­höhung nur zwei Pfennig betragen soll, zeigt der Beweis, daß man eine Erhöhung um fünf Pfennig eingeführt hat.

A Das Feuer im Hinterhause. Gestern nachmittag entstand in einem Hinterhaufe des Grundstücks Hohenzollernstraße 56 ein Scha­denfeuer, das nur durch das energische Ein­greifen der Feeurwehr auf seinen Herd be­schränkt werden konnte. Als die Feuerwehr eintraf, hatte der Brand schon einen bedeuten­den Umfang angenommen, da leicht endzünd- bare Waren den Flammen reichen Nahrungs­stoff boten. Ueber die Entstebungsursache des Brandes hat man bisher noch keine positiven Feststellungen machen können.

A Unter den Rädern eines Wagens. Gestern nachmittag wurde das fünfjährige Söhnchen der in der Müllergasse wohnenden Familie Hartwig auf dem Ständeplatz von einem Bäckerfuhrwerk überfahren. Der Junge wurde schwer verletzt und völlig bewußt­los vom Platze getragen.

A Auf, aus zum fröhlichen Jagen. Wie der Casseler Bezirksausschuß bekannt macht, ist für den Umfang des Regierungsbezirkes Cassel die Eröffnung der Jagd auf Rebhühner auf Freitag, den 18. August, die Eröffnung der Jagd auf Fasanen und B i r k wi l d auf Sonnabend, den 30. September, festgesetzt worden.

A Die Arbeit der Sanitätskolonne. Nach dem Monatsbericht derFreiwilligen Sani- täiskolonne vom roten Kreuz" wurde die Ko­lonne im Monat Juli 144 mal in Anspruch genommen, hierbei handelte es sich 64 mal um plötzliche Unfälle und 75 mal um Transport- Kranker innerhalb der Stadt, viermal um Transport von auswärts nach hier und umge­kehrt. Es wurden befördert: mittels Räder­bahre zwanzig Personen, mittels Fahrrad­bahre stebenundsiebzig Personen, mit dem städtischen Krankenwagen sechzehn Personen und mit anderen Fahrzeugen (Droschke und Automobil) fünf Personen. Einzelleistungen der Kolonnenmitglhieder sind hier nicht mit aufaefiihrt. Bei Unfällen bezw. Krankentrans­porten rufe man nur die Hauvtmeldestelle Fernsprechnummer 1353 (Kolonnenführer Nuß­baum, Schäfergasse 30) an.

A Das Konzert des blinden Künstlers. Das für beute angesetzte Konzert des blinden Flö- ten-Virtuosen ist, der großen Hitze wegen, auf den 26. September verschoben worden. Das Konzert findet im Hanusch-Saal statt.

A Kleine Tageschronik. Eine Zeitungsfrau erlitt gestern nachmittag in der Kurfürstenstraße einen K r a m v s a d e r b r u ck. Da die Frau durch starken Blutverlust sehr geschwächt war, mußte sie durch Mitglieder der Krieger-Sani- täts-Kolonne in ihre Wohnung gebracht wer­den. Dem Generalmajor a. D. Lehr, ehe­maliger Brigadier der 11. Gendarmerie-Bri- aade, ist an dem Tage, an dem ibn vor fünf­undvierzig Jahren der Herzog von Nassau zum Offizier ernannte, durch die Großherzogi» Reaentin von Luxemburg im schloß Hohen­burg das Komthur-Kreuz 1. Klasse des Adolfs- Ordens mit dem Stern überreicht worden. ^berlandesgerichtsrat Kostrum vom hiesigen Oberlandesoericht wurde zum Präsidenten des Landgerichts zu Verden an der Aller ernannt. Ein früheres Mitglied der Residenztheater - Bübne, Käthe Hennig, ist in Berlin plötzlich gestorben. Tie junge Künstlerin erfreute ücb wahrend ihrer Tätigkeit in Cassel allge­meiner Beliebtheit.

A Die Wetteraussichten für Mittwoch. Der amtliche Wetterbericht für den Mitt­woch sagt mit lakonischer Kürze folgend« Witterung voraus:Noch keine wesent-

de er f*nn mit einem Knüppel niederge- fchlagen. Einern anderen Mttglied des Klubs erging es nicht anders. Im Verlauf der Schlägerei zog bet'Arbeiter Georg Sch. ein stiletartiges Messer und stach damit blindlings um sich, wodurch mehrere Personen Messer- stjme erhielten. Einer der Verletzten hatte nicht weniger als vier Stichwunden, drei im Rücken und eine am linken Oberarm, sodaß er vierzehn Tage arbeitsunfähig war. Das Renkontre in der Neujahrsnacht hatte gestern vor der hiesigen Strafkammer fein gerichtliches Nachiviel und brachte den Bahnarbeiter Heinrich B., den Schlosser Wilhelm Sa., den Eifenbahnarbeiter August S. und den Arbeiter Georg Sch. (sämt­lich aus Bettenhausen) aus die Anklagebank. Bei der Schilderung der Vorgänge verwickelten die Beschuldigten sich in allerlei Widersprüche, die durch Vernehmung zahlreicher Zeugen je­doch ihre Aufklärung fanden. Der Hauvtbe- t-eiliate und Messerheld, Arbeiter Sch., gab zu, von dem Messer Gebrauch gemacht, aber ledig­lich in Notwehr gebandelt zu haben. Das Ge­richt erkannte auf Grund der Beweisaufnahme gegen B. und Sa. auf je zwei Wochen Gefängnis, Sch. erhielt sechs Wochen, S. wurde freigefprochen.

A Schonet die Spinnen! Dieses Verlangen werden unsere Hausfrauen gewiß ganz ent-

Die neueste ExplosionSka'astrophe.

Berlin, 1. August. (Privatlele» gramm.) Infolge einer Spiritus Explosion ist heute vormittag in W a n n s e e ein kleines Mädchen lebensgefährlich ver­brannt. Das Kind hatte auf den Spiritus­kocher auö einer Flasche Spiritus nachgegossen, die Flasche explodier e und die Kleider des Kindes fingen Feuer. Lichterloh brennend eilte das Kind auf die Straße, wo es bewußtlos zusammenbrach. Infolge der schweren Verlet­zungen ist der Zustand des Mädchens hoff­nungslos.

Ein Drama in der Grube.

SBeutben (Oberschl.). 1. August. (Pri­vattelegramm.) Im Pochhammerflötz der Königin-Luisengrube wurden heute früh zwei Grnbenhauer von Koblenmaffen verschüt­tet. Einer wurde getötet, der andere lebens­gefährlich verletzt.

Das Unglück im Bahnhof.

München, 1. Auaust. (Privattele- gramrn) Ans dem hiesigen Ostbahnhof ist heu e früh eine Rangierabteilung auf einen Abladewagen gestoßen, von dem die Arbeiter herunter geworfen wurden. Einer wurde ge tötet, und eine Arbeiterin wurde tödlich ver> letzt.

Mittwoch, 2. Anguss 1911.

deren Wetters". Auch heute betrug die Hitze um 1 Uhr wieder 37 Grad nach Celsius. Di« Höchsttemperatur des gestrigen Tages betrug 38 Grad, die niedrigste Temperatur der letzten Nacht 19 Grad.

Feuer im Grenzdorf!

Tarnowitz, 1. August. (Privat-Te> legramm.) Das russische Grenzdorf W o j< ein ist nebst der Kirche vollständig abgebrannt. Das Feuer wurde durch Kinder, die mit Streichhölzern spielten, verursacht. Dreißig Gutshöfe sind eingeäsehert und viel Vieh ist verbrannt.

Manöver in der Mittagshitze.

Paris, 1. August. (Privat-Tele- gramm.) DerPetit Parsten" berichtet, daß der Oberleutnant Barbot vom 27. Jnfante- rie-Regiment durch den kommandierenden Ge­neral der dritten Division mit vierzehn Tagen Arrest bestraff wurde, weil er feine Leute während der glühenden Mittags­sonne hat manöverieren lassen, trotz dem ausdrücklichen Verbot der vorgesetzten Dienst- Behörde.

Nr. 202. l. Jahrgang.__

araben. Die Wagendeichsel drang dabei dem Gutsbesitzer so unglücklich in de« Leib, daß er fofort starb. Auch seine Frau erlitt erheblich­schwere Verletzungen, sodaß man um ihr ge­ben besorgt ist.

- Der Typhus in der Konradsteiner Irren- anftolt Der Typhus in der Irrenanstalt Konradstein bei Danzig greift in immer erschreckenderer Weise um sich. So sind in der letzten Woche vierzehn Irre und ein Pfleger an vvphuS erkrantt. Die Zahl der Erkrankungen ist auf 127, die der Todesfälle auf 13 gestiegen.

Opfer der Flammen. In der Weberei und «vpreturanstalt in Felixdors brach gestern Kroß feuer aus, dem das Maschinenhaus, das Kistenlager und große Vorräte an Baum­wolle und Holz zum Opfer fielen. Der Schaden wird auf hunderttausend Kronen geschätzt. Bei den Löscharbeiten erlitten zwanzig Personen Verletzungen; ein Soldat schwere Brandwun­den sodaß er ins Lazarett überführt werden mußte. Zwei Feuerwehrleute sind an schwerer Gasvergiftung erkrankt.

" Maffenvergiftungen durch Kuchen. In Aezieres (Frankreich) und Umgebung er­krankten vierhundert Personen, davon mehrere in besorgniserreoender Weise, infolge Genusses von Kuchen, den alle von demselben Bäcker bezogen hatten. Die Staatsanwalt­schaft hat die Untersuchung eingeleitet.

~ Choleraerkrankungen in Frankreich. Wie aus M 0 rssac (Frankreich) berichtet wird, sind dort choleraverdächtige Erkrankungen fest- gestellt worden. Ein aus Toulouse zuge­reister siebzehnjähriger junger Mann ist unter verdächtigen Erscheinungen gestorben und ein Kind ist unter gleichen Symptomen erkrankt.

~ DaS Cholera-Gespenst in Triest. Die Cholera in Triest macht beunruhigende Fori- schrttte. Der am Sonnabend entdeckte Herd hat bereits neun Erkrankungen gezeitigt und einen frischen Herd gebildet. Die Aerzte sind sehr be­unruhigt, weil die Ansteckung so intensiv ist und die Krankheit in fast allen Fällen tätlich verläuft.

nr Eine Stadt in Schutt und Asche. AuS D j i- buti in Kleinasien wird uns gemeldet: Eine Dynamitexplosion zerstörte in Diredaua das Zollhaus und viele Europäerhäuser. Zahlrei­che Personen, hauptsächlich Eingeborene, sind getötet worden. Nach einer andern Meldung sind außer dem Zollhaus 50 europäische Wohn­häuser in die Luft geflogen. 30 Albanier und 8 Armenier wurden getötet. Ein großer Teil der Stadt wurde zerstört.

Sa» Neueste au» Kassel.

Wie löscht man den Surft...?

Di- Trinkfrage ist augenblicklich aktu­eller beim je. Bei der hohen Temperatur leiden die meisten Menschen unter einem unge­heueren Durst, der ihnen die Hitze erst recht unerträglich macht. Man sieht verständige Leute größere Gefäße, gefüllt mit Flüssigkeit, heruntergießen, und sich sofort wieder mit dur­stigen Augen umschauend, ob nicht etwas Trink­bares in der Nähe ist. Der Durst ist sozusagen nicht eine Erscheinung an sich, er ist eigentlich Hne Begleiterscheinung der Lebensweise und der Art der Ernährung. Man hat konstatieren können, daß diejenigen Menschen, die eine aus­giebige Körperkultur betreiben, vom Durst we­niger geplagt sind, als andere, die im Sommer ihre Haut weniger pflegen. Durch das täg­liche Bad, die kalte Abreibung oder Dusche nimmt die Haut und somit der Körper schon einen Teil Feuchtigkeit in sich auf, und das Gefühl des Durstes stellt sich in den ersten beiden Morgenstunden gar nicht ein. Was die Nahrung anbetrifft, so muß man natürlich im Sommer etwas vorsichtiger in der Anwen­dung von Gewürzen und scharfen Essenzen fein.

Auch eine allzu feste und schwere Ernährung muß man vermeiden, der reichliche Genuß von Fleisch ist im Sommer zu verwerfen, da rr das Turstgefühl bedeutend steigert. Nimmt zum Mittagessen der Mensch nur Sommergerichte zu sich, Gemüse, Eier, Kompott, Salat, dann wird man die Durstempfindung gar nicht in so guä- lender Weise kennen lernen. Der Körper ver­langt freilich, um gesund zu bleiben, die Zu­führung eines gewissen Maßes von Flüssigkeit, doch darf man diese nicht übertreiben, da das Uebermaß ebenso schädlich ist, wie die Unter­lassung. Täglich muß man einen Liter Flüssigkeit mindestens zu sich nehmen, um eine entsprechende Transpiration zu ermöglichen. Scheidet der Körper mehr Wasser aus, als er zugeführt bekommt, so ist die Vorbedingung zum Hitzschlag gegeben. Es stellen sich als erste Anzeichen Mattigkeit ein, eine Beklem­mung legt sich auf die Brust, man bekommt das Gefühl der Ohnmacht und des Schwindels und Lähmungserscheinungen oder gar der Tod sind die Folge. Der normale Mensch , stillt ein Durstgefühl schon durch die tägliche Nahrung, das Frühstück, das Mittagessen, das Abendbrot führt dem Körper schon einen Teil der erfordcr- üchen Flüssigkeit zu.

Empfindet man nach anstrengender Arbeit oder nach langen Märschen das Gefühl des Durstes, so darf man nicht, wie das oft ge- toiebt, in erhitztem Zustande Mengen von Flüssigkeit in sich hineingießen. Die Menge ist es nicht, die das Turstgefühl zum Stillen bringt. Ein halbes Glas kalten Wassssers tut die gleiche Wirkung, als wenn man das Naß literweise in sich hineingießt, und seinen Magen und Darm unnütz damit belastet. Tas Durst­gefühl entsteht, wenn Gaumen und Zunge, so- tvie die Kehle zu trocken sind. Oftmals genügt schon eine entsprechende Befeuchtung, zeigt sich aber das ausgesprochene Bedürfnis nach'einer größeren Menge von Wasser oder Flüssigkeit, so muß man diese dem Körper zuführen, weil er eben dann zu wenig davon in sich hat. Die Amerikaner stillen ihren Durst dadurch, daß sie einen Schluck Wasser in den Mund nehmen, um die ausgetrocknete Kehle zu befeuchten, dem Körper im übrigen aber das Naß durch ein Bad oder eine Begießung mit lauwarmem Wasser zukommen lassen. Alkoholische Getränke sind in der heißen Jahreszeit zu vermeiden, da sie das Blut in ganz auffallender Weife er Hitzen. Hat man ein Glas Bier ober Wein getrunken, fo wird sich die Empfindung, den giurft a-rsscht zu haben, nur für ganz kurze

»eit fühlbar machen. Es ist weit eher das Gegenteil zu beobachten, es will scheinen, als steigere sich die Durstempfindung nach dem Ge­nuß von alkoholischen Getränken. cgfa

A Schriftsetzer als Besucher unserer Drucke­rei. Am Sonntag vormittag hatten sich die Mitglieder der Maschinensetzer - Ver­einigung für Cassel und Göttin­gen in unserem Druckereigebäude in der Schlachthofstraße eingefunden, um die Be­triebsräume einer Besichtigung zu unterziehen. Obwohl die Jünger der schwarzen Kunst aus eigener Erfahrung die technischen Einrichtun­gen kennen, durchwanderten sie doch mit sicht­lichem Interesse die großen und Hellen Arbeits­räume derCasseler Neuesten Nachrichten", die sie, ebenso wie die technischen Einrichtungen, in jeder Weise als mustergilttg bezeichneten.

A Die Eisenbahner und die Hitze. Die an­haltende tropische Hitze macht auch dem Zug- und Maschinenpersonal viel zu schaffen. Es sollen durch Einschaltung von Reservepersonal die Dienstzeiten verkürzt werden. Es wird vielfach Klage darüber geführt, daß auf ver­schiedenen Stationen kein- frisches Trinkwasser zu haben ist. Verschiedene Stationen der Rheinbahn sind dieserhalb zur Anzeige gebracht worden.

A Hoch klingt das Lied vom braven Mann . . . Gestern nachmittag badeten einige Knaben aus Waldau in der Fulda. Plötzlich schrie der zwölfjährige Andreas W. laut um Hilfe, da er in eine tiefe Stelle geraten war und zu ertrinken drohte. Ein iri der Nähe weilender Eisenbahnbeamter sprang in das Wasser und es gelang ihm, den Knaben ans Ufer zu bringen, wo sofort angestellte Wieder­belebungsversuche von Erfolg gekrönt waren.

A Cassels Schweinemarkt. Das Königliche Polizei-Präsidium bittet uns um Aufnahme folgender Zeilen: Am Mittwoch, den 2. Au­gust, findet wieder Zuchtschweinemarkt in Cassel statt. Es wird darauf hingewiesen, daß nur aus dem Regierungsbezirk Cassel Schweine zugeführt werden dürfen. Aus den benachbarten preußischen Provinzen Hanno­ver und Westfalen dürfen keine Schweine auf den Markt gebracht werden, es sei denn, daß sie vor dein Einbringen kreistierärzt­lich untersucht, acht Tage unter Qua- ra n t ä n e gestanden haben und danach wieder durch den Kreistierarzt untersucht und gesund befunden worden sind. Schweine, die mH der Eisenbahn aus dem Fürstentum Waldeck ein- gefühtt werden, müssen bei der Entladung ämtstierärztlich untersucht werden.

A Der Schutz der Landwirtschat tm Manö­ver. Vor einigen Tagen ist aus Anlaß der in kurzer Zett bevorstehenden Manöver eine V e r- fügung ergangen, die besonders den Schutz der Landwirtschaft betrifft. In diesem Erlaß werden die Landwirte daraus ausmersam ge­macht, daß -um Schutz der hauptsächlich, zu schonenden Ländereien weithin sichtbare Zeichen ausgestellt werden müssen, damit diese Felder bei den Manöverübungen verschont bleiben. Es werden insbesondere Gemüsekulturen, frisch bestellte Felder,. Holzßcho- nungen, Saatklee, drainierte Län­dereien, Rübenfelder, Versuchsfelder und Felder mit wertvollen Sämereien namhaft gemacht, da diese durch Benutzung beim Manöver beträcht­lichen Schaden erleiden. Als Kennzeichen sind große Strohkränze an hohen Stan­gen, die weithin sichtbar sind, zu verwenden. Diejenigen Felder dagegen, die durch Manö­verbenutzung nur geringen Schaden erleiden, sind gar nicht kenntlich zu machen, da sonst auch die Warnungszeichen für wertvolle Ländereien ihren Wert verlieren. Fernerhin sollen zum Schutz für Mannschaften und Pferde alle ge­fährlichen Stellen, wie Sumpfgegenden usw. durch schwarze Flaggen bezeichnet werden. Es ist zu hoffen, daß diese Maßnahmen, die alle Möglichkeiten umfassen, zum Schutze der Landwirtschaft gegen Schädigungen durch die manövrierenden Truppen ausreichen werden

A Die Manöversendungen an unsere Sol­daten. Aus Anlaß der bevorstehenden Herbst- Übungen wird darauf hingewiesen, daß Sendungen an Soldaten mit richtigen und deutlichen Auffchriflen versehen werden müssen. Zur genauen Aufschrift gehören: Familien­name. möglichst auch Vorname (bei Sendungen an gleichnamige Empfänger desselben Truv- penteils noch weitere unterscheidende Bezeich­nung). Dienstgrad und Truppenteil-Regiment, Bataillon, Komvagnie, Eskadron, Batterie, Kolonne usw. Da für unverzögerte Nackssen- dung nach den Stand- und Marfchauartieren entfv"echende Einrichtungen getroffen sind, empfiehlt cs sich, als Bestimmungsort nur den ständigen Garnifonort anzugeben. Ausnahmen sind nur bei Anwesenheit von Truppen auf Uebungsplätzen angebracht, wenn dem Absender der Truppenübungsplatz genau bekannt ist und die Trupven sich bafelb» längere Zeit aufhalten. Die Angabe eines Marfchguartiers als Bestimmungsort ist wegen der dadurch häufig entstehenden Verzögerungen nicht zwec«mästia.

A Die Sckmellruas-Zuschlaaskarten. Die nreußifch-bessische Staats - Eifenbahn- Verwaltung hat eine neue Bestimmung getroffen, wonachReisende, die mit einer für Eil- und Personenzüge aültiaen Fahrkarte einen zuschlaavflichtigen Zug benutzen und über die Bestimunasstation der Fahrkarte hinaus ihre Reise fortsetzen wollen, außer der für die Weiterreise zuzulösenden Anschlußkarte nur eine bis zur Bestimmungsstation der An- fchliisikatte gültiae Schnellznaszuschlagskarte zu lösen." Durch dieses Versahren soll ver­mieden werden, daß dem Reisenden innerhalb der gleichen Schnellznaszone zweimal der Zu­schlag abgesordert wird.

A Das Svlvester-Abenteuer vor Gericht. In einer Wirtschaft im Stadtteil Bettenhausen feierten die Mitglieder des Casseler Fußball­klubHermannia" Sylvester und braten, um die am folgenden Tag stattfindende Weib-