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Mittwoch, den 2. August 1S11.
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Fortunas Millionen.
Die preußisch-süddeutsche Klaffen-Lotterie.
Stuttgart, 1. August. (Eigene Drahtmeldung.) Nach dem gestern dem Präsidenten der Zweiten Kammer zugegangenen Entwurf deS neuen Lot- teriegeseßes beläuft sich der Ertragsanteil Württembergs an der neuen preußisch - süddeutschen Klaffenlotterie auf 785 000, der Bayerns auf 2 215 000, der Badens auf 690 000 Mar«. Der Vertrag ist vom 6. Juli 1912 bis 30. Juni 1927 abgeschloffen. Der Plan der vereinigten Lotterie dient angeblich dem Zweck, den Einzelstaa- ten Einnahmen zu verschaffen, und die Initiative ging von den süddeutschen Staaten aus.
Fortunas glitzernde Millionen rollen und baS Glück hält lächelnd Rast. Seit Despasian sein berühmtes „Non ölet“ gesprochen, hat es noch keine Regierung gegeben, die Bedenken getragen hätte, auS anrüchigen Dingen Profit zu zieben. So hat man es auch verstanden, die Spielleidenschaft (die ja nach dem Zeugnis des TacituS bei den Teufichen von alterher in hoher Blüte standt für die Staatskasse nutzbar zu machen: Das Glücksspiel, dessen gewerbliche Ausübung das Strafgesetz mit schwerer Strafe bedroht, wurde in der Form von Staatslotterien gewissermaßen monopolisiert. Nur die füddeufichen Staaten hatten bisher diese recht einträgliche Einnahmequelle verschmäht. Wenn dahei moralische Grundsätze maßgebend gewesen sind, so können diese allerdings nicht sehr gefestigt gewesen fein, denn vom ersten Juli nächsten Jahres ab wird auch Süddeutschland den „Spielteufel“ -ur Steuer heranziehen: Bayern, Württemberg und Baden Haber, sich der preutzifchen Lotterie arme- schlosien und hoffen dadurch für ihre Staatskassen recht ansehnliche Zuschüsse zu erhalten. Angesichts dieses in Aussicht siebenden Prosts müssen alle etbifchen Bedenken schweigen: „Non ölet“, daS Geld stinkt nicht! Als Rechtfertigung deS Beitritts zur preußischen Klaffenlotterie (über den schon seit zwei Jahren verbandelt wurde) werden die bekannten Gründe anae- führt, mit denen man von jeher die Staatslotterien gerechtfertigt hat: Gespielt wird doch' warum soll also nicht wenigstens der Staat davon Nutzen haben?
Für die süddeutschen Staaten war es sicherlich schmerzlich, sehen zu müssen, wie ihre Staatsangehörigen in der preußischen oder sächsischen Lotterie spielten, sodaß also ihre eigne Tugendhaftigkeit, die es ihnen verbot, aus dem Spiellaster Nutzen zu ziehen, nur dazu diente, die Staatskassen der weniger tugendhaften norddeutschen Staaten zu bereichern. Allerdings war das Spiel in diesen Lotterien verboten (das Spiel in ausländischen Lotterien gilt bekanntlich unter allen Umständen als unmoralisch: sogar in Preußen), aber derartige Verbote haben leider noch nie einen Erfolg gehabt. Und das schlug dem Faß den Boden aus: Tugendhaft sein zum Nutzen Andrer, das ist schon keine Tugend mehr, sondern (peinlich genug!) Dummheit! Wo alles spielt, kann Süddeutschland allein nicht entsagen, und so kam dann schließlich das Abkommen mit Preußen zustande, wonach am ersten Juli nächsten Jahres die preußisch-süddeutsche Klassenlotterie ins Leben treten soll. Allerdings bedarf dieser Vertrag noch der Zustimmung der Landtage, aber die Volksboten werden sicher keine Spielverderber sein, denn es handelt sich um den Geldbeutel der Staats- wirtschaft, und dabei hört nicht nur die Gemütlichkeit, sondern auch die Tugendhaftigkeit und fromm-partiknlaristische Entsagung auf. Und Bayerland, Schwabenland und Musterländle spielen; spielen wie die tugendlosen Peeuben und sammeln blinkende Millionen (des Leichtsinnes) in ihren Schatz!
Man kann über die Nützlichkeit von Staats- lotterien verschiedner Ansicht sein: Man kann sie prinzipiell ablehnen oder als „notwendiges Uebel“ betrachten. Von diesen verschicdnen Standpunkten aus wird man auch die Ans- dehnng der preußischen Klassenlotterie auf Süddeutschland verschieden beurteilen dürfen. In keinem Fall scheint es uns indessen gerechtfertigt, hier von einem „Sieg des Reichs- gedankens über den Partikularis- m u s“ zu sprechen, wie es hier und da tatsächlich geschehen ist. Auch wenn die preußisch- süddeutsche Klassenlotterie noch die beiden letzten selbständigen deutschen Staatslotterien (die sächsische und die hamburgische) aufsaugen sollte, kämen wir damit doch noch lange nicht zu einer Reichslotterie. Im Gegenteil:
Mr sind heut davon weiter entfernt denn je, denn eine von mehreren (oder auch von allen) deutschen Einzelstaaten gemeinsam betriebne Lotterie ist noch lange keine Reichsinstitution, sondern nur ein Trust partikularistisch-fiska- lischer Interessen. Für die Kassen der Einzelstaaten mag eine solche Vereinigung sicher sehr vorteilhaft sein, da dadurch Verwaltungskosten gespart werden. Mit dem „ReichSgedanken“ hat aber die ganze Sache gar nichts zu tun, denn an dar Reich hat man dabei ganz gewiß nicht gedacht. Immerhin kann aus einer solchen Vereinigung partikularistischer Interessen auch für die Allgemeinheit Nutzen erwachsen: nur die Lotterie war gerade das ungeeignetste Objekt für derartige Experimente.
Ob der deutsche Staatsbürger in der Preußischen oder in der preußisch-süddeutschen oder in einer schlechthin deutschen Lotterte durchfällt, kann ihm eigentlich gleichgültig sein. Etwas ganz anderes wäre es dagegen, wenn die einzelstaatlichen Eisenbahnverwaltungen in der gleichen Weise unter einen Hut gebracht würden. Hier könnten manche Vorteile für das reisende Publikum herausspringen, das jetzt unter den partikularistischen Interessengegensätzen am meisten zu leiden hat. Ansätze sind ja auch hier schon vorhanden: Die preußisch-hessische Eisenbahngemeinschaft und die deutsche Güterwagengemeinschaft. Die Sache kommt tytr etwas langsam vorwärts, vielleicht weil hier fiskalische Interessen nicht in dem Maße in Frage kommen wie bei der Lotterie. Wenn man hier letzt ein etwas rascheres Tempo einschlüge, würde man das jedenfalls mehr begrüßen dürfen, als eine partiku- laristische Reichslotterie, die imgrunde genom- nren mit Politischer, nationaler, »-er ^uch nur wirtschaftlicher Ethik nicht das geringste zu tun hat, wenn es auch sicher ein überaus staatsmännischer Gedanke gewesen ist. auf diesem „nicht mehr ungewöhnlichen Wege“ die einzelstaatliche Kassenebbe erfolgreich zu bekämpfen. Vielleicht erleben wir noch die Freude, zu sehen, wie Herr von Breitenbach es dem Wackern Kollegen Lentze gleichtut und die Leute südwärts des Mains für eine großzügige Eisenbahngemeinschaft zu gewinnen sucht. Dann würde daS Experiment, das jetzt mit Fortunas funkelnden Millionen erprobt wird, wengstenS einen idealen Zweck und nattonalen Wert haben. **
Md MrmM zerstört!
Zweieinhalb Millionen Mark Brandschaden.
Bad Pyrmont, 1. August. (Telegramm unsers Korrespondenten.) In der vergangenen Nacht ist im hiesigen Kurhaus Feuer auSgebrochen, daS das ganze Gebäude bis auf daS Maschinen- und Badehaus völlig ein- Sscherte. Der angerichtete Materialschaden ist außerordentlich groß. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch unbekannt; Selbstentzündung scheint wahrscheinlich zu sein. Der Badebetrieb wird aufrecht erhalten.
Weitere Depeschen aus Pyrmont berichten uns über die Brand-Katastrophe folgende Einzelheiten: Das Feuer im Kurbaus brach heute früh in den ersten Morgenstunden aus und verbreitete sich bei dem leich'en Winde mit rasender Schnelligkeit. Innerhalb einer halben Stunde war der ganze Gebäude-Komplex ein e i n z i g e s F l a m m e n m e e r. Die Feuerwehren vonPyrmont und aus den benachbarten Ortschaften rückten soiort mit allen verfügbaren Spritzen an, doch waren sie dem Riesenbrand gegenüber ohnmächig, der innerhalb zweier Stunden den größten Teil des Kurhauses völlig einäscherte. Es gelang der Feuerwehr nur. das vom Hauptgebäude abseits stehende Maschinen haus und das Badehaus z» retten; alles übrige ist ein Raub der Flammen geworden. Der durch den Brand entstandene Schaden wird aus mindestens
zweieinhalb Millionen Mark geschätzt, ist aber durch Versicherung gedeckt, sodaß eine Schädigung der Badeverwal- jung nickt zu befürchten ist. Die Kurgäste, die im Kurhaus wohnten, konnten nur mit knapper Not ihr Leben retten. Auch die in dem neben dem Kurhaus liegenden Va- dehaus untergebrachtrn Gäste konnten nur mit Lebensgefahr gerettet werden. Das herrliche Gebäude ist jetzt ein einzigerTrummer- Haufen, und von dem großen Bau ragen nur noch die vom Brand geschwärzten Umfassungsmauern in die Luft. Fast sämtliches wertvolle Mobiliar des Kurhauses und die prächtige Inneneinrichtung deS Gebäudes ist durch das
Feuer vernichtet worden; es konnte fast nichts gerettet werden und die Feuerwehr hatte Mühe,
das nackte Leben der Kurgäste in Sicherheit zu bringen. Ueber die Ursache des Riesenbrandes laufen die verschiedensten Gerüchte um, doch sind bestimmte Feststellungen noch nicht möglich gewesen, und am wahrscheinlichsten ist die Annahme, daß der Brand infolge der Hitze durch Selbstentzün- dung entstanden ist. In Bad Pyrmont befinden sich zurzeit mehrere tausend K u r g ä st e und die Badeverwaltung hofft, daß es ihr gelingen wird, den Kurbadbetrieb in vollem Umfang aufrecht zu erhalten, indem sie die Kurgäste in Privathäusern unterbring". Im übrigen soll unverzüglich an die W i ed e r a u f r i ch t u n g des einaeäsckerten Kurhauses herangegangen werden, sodaß mi! Beginn der neuen Saison im nächsten Frühjahr der Badebetrieb in altgewohnter Weise wieder ausgenommen werden kann. Heute mittag waren die Trümmmer des Kurhauses noch nicht völlig abgelöscht, und un er den Trümmern glüht das Feuer noch fort.
*
Bad Pyrmont, 1. August, 2.10 Uhr nachm. (Telegramm unseres Korrespondenten.) Die Brandstätte wird von einer nach vielen Tausenden zählenden Menschenmenge umlagert, die mit Entsetzen die furchtbaren Wirkrmgen des Feuers betrachtet. Unter den Kurgästen befinden sich sehr viele, die buchstäblich nichts weiter als das nackte Leben gerettet und alles übrige bei dem Brande einqebüßt haben. Der Fürst von Wa ldeck- Pyrmont weilt seit heute früh an der Brandstätte und legt bei den Rettungsarbeiten persönlich mit Hand an. Ob es gelingen wird, den Betrieb des BndcS aufrecht zu erhalten, erscheint noch fraglich.
*
KmMlJß oder MWentMv«W?
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
** Pyrmont, 1. August.
Neber die Ursache-deS Brandes sind die verschiedensten Gerüchte im Umlauf. Nack einer Version soll es sich um im Kurhotel auf- bewahrte Feuerwerkskörper handeln, die sich infolge der Hitze selbst entzündet haben. Von anderer Seite wird behauptet, daß es sich um Kurzschluß handelt. Ein drittes Gerücht, nach dem sich die großen Moorlager im Keller des Bade- hauses selbst entzündet haben sollen, hat viel Wahrscheinlichkeit für sich. Ter Brand ist mittags völlig gelöscht worden. Der Schaden ist übrigens viel beträchtlicher, als anfänglich angenommen wurde, da allein der durch den Brand vernichtete Besitz der vielen Kurgäste sich auf Hunderttausende stellt, und außerdem auch die großen Vorräte und die kunstvolle Einrichtung des Kurhauses gänzlich vom Feuer zerstört worden sind.
Kaffer tmh Kanzler einig!
Der Stand der Marokkofrage.
Offiziös wird bestätigt, daß zwischen dem Kaiser und dem Reichskanzler in der Marokkofrage, völlige Ueberein st immun g herrscht. Da der Kaffer stetig auf dem Laufenden gehauen, und da das Programm der Verhandlungen mit Frankreich schon fei' geraumer Zeit mit Genehmigung des Kaisers in seinen großen Zügen festgelegt war, ist die ser Ausaang der Besvreckunaen eigentlich selbstverständlich. Die Verhandlimgen werden also sortgeführt. Nachrichten über den angeblich in allernächster Zeit zu erwartenden Abschluß eilen indessen den Ereignissen voraus." und alle darüber verbreiteten Mitteilungen gründen sick lediglich auf Kombinationen. Inzwischen setzt die französische Chauvinistenpreffe ihre Hetzarbeit unermüdlich fort:
V Paris, 1. August.
(Eigene Drahtmeldung.)
Trotz der von deutscher Seite wiederholt abgegebenen Erklärungen, daß in Agadir keine Landung deutscher Truppen erfolgt, noch beabsichtigt sei, läßt auch der deutschfeindliche „Matin“ heute aufs neue melden, daß der Kreuzer „Berlin“ gestern efn Detachement von dreißig Matrosen in Agadir gelandet habe. Das genannte Blatt berichtet foCiter daß sich unter den Eingeborenen eine Gärung bemerkbar mache. Die Leute des Krimasstam- tres hätten auf dem Markt von Funti den heiligen Krieg erklärt.
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London, 1. August. (Privat-Tele- gramm.) In englischen Kolonialkreisen verlautet, daß E n g l a n d bereits seit langem ein Interesse am Hinterland von Agadir besitze. Eine englische Gesellschaft bade sich bereits vor fünfzig Jahren dort gebildet, um das
Hinterland von Agadir auszubeuten. Sie soll auch mit dem Sultan einen Vertrag abgeschlossen haben, in dem der Sultan sich verpflichtete, keine territorialen Abtretungen im Hinterland von Agadir zu gewähren. Eine Bestätigung der Meldung bleibt abzuwarten.
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Französische Wem RMnngen?
„Die Garnison von Epinal marschiert!"
Wir berichte en dieser Tage bereits einmal über angebliche sranzösiiche Kriegsvorbereitungen. die allerd ngs von französischer Seite entschieden in Abrede gestell wurden. Die Meldungen über kriegerische Vorbereitungen Frankreichs wollen indessen trotz aller Dementis nickt verstummen, wie nachstehende, uns aus Paris zugehende Meldung beweist:
V Paris, 1. August.
(Eigene Drah tmeldung.)
Hiesige Blätter lassen sich aus Epinal berichten, daß in der Rächt vom Montag zum Dienstag der vorigen Woche, als die Marokkofrage sich sehr zu gespitzt hatte, die Garnison von Epinal alarmiert worden sei und nnckts auf dem Plateau von Ma- xeville in Erwartung eines draht- losen Marschbcfehltelegramms vom Eiffelturm zugebracht habe. Weiter wird berichtet, daß die Lyon-Mittelmeer-Bahn Befehl zur Bereitschaft erhalten habe. Ein anderes Blatt weiß noch zu melden, daß ein deutscher Reserveoffizier, der Angestellter des Comptoir d'ES- compte ist, von seinem Truppenteil ausgefor- dert wurde, sich unverzüglich zu stellen, obwohl er keine Uebung zu machen brauchte.
Was an diesen sensationellen Meldungen Wahrheit, was Dichtung ist. läßt sich nid)1 sest- stellen; daß die Pariser Blätter aber die Nachrichten sich einfach aus den Fingern gesogen haben, ist doch kaum anzunehmen, denn es wäre nicht einzuseben, wem damit gedient 'ein könnte. Jedenfalls wird man die offiziösen Dementis der Agence Havas über die angeblichen Truppenbewegungen mit einiger Vorstcht aufzunehmen haben.
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Schließlich meldet uns noch ein Privat« Telegramm auS Berlin: Der französische Boffchafter C a m b o n begab sich gestern mittag nach dem Auswärtigen Amt, wo er mit Herrn von Kiderlen-Waechter, der am Sonntag abend aus Swinemünde zurückgekehrt ist, eine Unterredung hatte. Die Besprechung zwischen dem Staatssekretär und dem Botschafter scheint sehr eingehend gewesen zu sein, denn sie währte ungewöhnlich lange. Irgendwelche Nachrichten über den Stand der Konferenzen sind indessen nicht zu erlangen.
Senfeits Ser Sltzeveffe?
Der Höhepunkt der Hitzewelle überschritten! (Von unferm meteorologischen Mitarbeiter.)
<f Berlin, 1. August.
Gestern wurde gemeldet, daß nunmehr die Hitze ihr Ende erreicht habe und in den nächsten Stunden schon kühleres Wetter bevor- slehe. Diese Meldung war indessen nicht zutreffend, da die augenblickliche Wetterlage auf eine Abnahme der Hitze nicht schließen läßt. Man kann jedoch sagen, daß der Höhepunkt der Hitzewelle bereits überschritten ist.' Jede länger andauernde Hitzewelle gelangt je nack dem Grad der Hitze nach einem bestimmten Zeitpunkt in einen Zustand, der der Höhepunkt der Hitzewelle genannt werden kann. Es ist das derjenige Augenblick, der eine völlige Austrocknung der Luft durch langandauernde Trockenheit bedeutet. Diese Austrocknung der Luft hat mehrere für die Höhenentwicklnng der Hitzegrade bedeutsame Folgen: Die trockne, warme und leichte Luft strahlt nämlich in der Rächt in sehr starkem Maße in den Weltenraum ans, und da eine Ncuerwärmung der Erde zur Nachtzeit nicht stattfindet, so ist durch das Ausstrahlen der Wärme eine Abkühlung des Bodens und eine Abkühlung der Luft bedingt. Jeder wird auch in den letzten zwei Tagen die Erfahrung gemacht haben, daß die Abende ungefähr eine Stunde nach Sonnenuntergang angenehm kühl werden, und daß sogar zur Nachtzeit
eine empfindlich kühle Temperatrtr einsetzt. An Tagen von schwüler Hitze, also an solch heißen Tagen, an denen die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt ist, findet zwar auch eine Ausstrahlung der Hitze statt, sie ist aber wegen der Schwere der Luft sehr gering und führt darum nur in ganz geringem Maße zur Abkühlung der Luft in der Nachtzeit. Diese Art der Hitze hatten wir am Anfang der Hitzeperiode auuuweisen. da damals die Lust recht feucht