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Laffrler MrnLzritung
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hessische Abendzeit
anferttoaSrretfe. Diefechsgefpaltme geile für einheimische «eschstste ta Pfg, U auswärtige Scferate 25 Pf, Reklamezeile für einheimische «e- kchäfte « Vf. für auswärtige 60 Ps. SeschästSstelle! «Stoisch« Straße 5. Berliner SertretUBS SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Stolt IV, «l«.
Fsrasprech« 951 «ad 952.
Sormabend, den 22. Juli 1911.
ssernivrecker 951 aad 952.
zwei Besuche.
Steeden beim Kanzler, der Kanzler in Berlin.
Berlin, 21. Juli. (Prlvattele- gramm.) Staatssekretär von Kid ekle n-Waechter weilte am Mittwoch einige Stunden aus dem Gute des Reichskanzlers in Hohenfinow. Die Konferenz währte mehrere Stunden. Gestern arbeitete Herr von Bethmann Hollweg einige Stunde in Berlin im Reichs- kanzlerpalais und fuhr abends wieder nach Hohenfinow zurück. In unterrichteten Kreisen werden beide Besuche mit der rna - «okkanischeu Angelegenheit in Verbindung gebracht.
Herr von Riderlen in Hohenfinow beim Kanzler; Herr von Bethmann (den süßen Ferientraum im märtet Sommerfrieden jäh unterbrechend) am Amtsttsch in Berlin: Auch der Harmloseste fühlt instinktiv, daß das nicht von ungefähr geschehen. Man weiß, daß im Marokko-Geplauder zwischen de« Herren Jules Cambon und Kiderlen-Waechter in den letzten Tagen Dissonanzen merkbar geworden sind, die im Blätterwald ein mißtönend Echo gefunden haben. Was fett dem Tag der Aga- dir-Ueberraschung in Frankreichs öffentlicher Meinung nicht geschehen, ward im Beginn der letzten Woche üble Wirklichkeit: In den Spal- ten der französischen Chauvttnstenpreffe begannen Berdächttgungen und böswillige Deutelungen gegenüber der deutschen Marokko-Poli- ttk, und die Phantasie eifriger Reporter erstieg in der Märchendichtung über die angeblichen .Kompensations-Forderungen" Deutschlands den höchsten Gipfel. Deutschersetts hat man die Argwohnsaat böser Hände mtt gebührendem Nachdruck als gewissenlose Frieden-Störung gebrandmartt, und selbst ein Blatt von dem nüchternen Ernst deS Pariser »Temps" hat (offenbar im Auftrag deS Quay d'Orsay) seinem Bedauern darüber Ausdruck gegeben, daß in der ftanzöstsche« Presse Alarm-Nachrichten über di« angeblichen Forderungen Deutschlands Eingang gefunden haben, deren tendenziöse Formung und böswillige Absicht offenbar '[eien. Jst'S die durch die lange Dauer der Berliner Verhandlungen .von Ohr zu Ohr" bis zur Unruhe gesteigerte Nervosität hüben und drüben, die diese Unkraut-Saat zum Sprießen brachte, oder ists (in Paris) das Empfinden, daß das Spiel nicht so glimpflich enden werde, wie man im Beginn des Juli-MondS es noch zuversichttich wähnte»
Auf der schattigen Veranda deS Kanzlerschlosses in der brandenburger Mart hat Herr von Kiderlen dem Chef der Reichspolitik am Mittwoch abend Vortrag gehalten, und Das, was der Staatssekretär des Auswärtigen Amts ihm bei dieser Gelegenhett über den Stand der Marofto-Verhandlungen offenbarte, düntte dem Kanzler wichttg genug, andern Tags selbst zur Wilhelmstraße zu eilen, um (wie's im offiziöse« Rapport heißt) »einige lausende Geschäfte zu erledigen". Wegen laufender Geschäfte" pflegt indessen auch der fünfte Kanzler nicht den Ferienttaum zu unterbrechen, ebensowenig wie der erste Kanzler des Reichs, der Zweidrtttel des Reichsgeschicks vo« Varzin und Friedrtchsruh aus gesonnt und vorbereitet hat. ES ist nur eine Deutung möglich: Entweder stehen die Verhandlungen zwischen den Herren Cambon und Kiderlen nah vorm Abschluß, und der Staatssekretär des Auswärtigen Amts hat'S als dringlich erachtet, dem Ches des Kabinetts den fertigen Plan vorm Aktschluß zur endgültigen Beschlußfas- sung zu unterbreiten, oder aber (und diese Annahme liegt nicht weit abseits von der Grenze der Wahrscheinlichkeit) es haben sich in letzter Stunde noch Schwierigkeiten ergeben, die es dem Letter des Auswärtigen Amts geboten erscheinen ließen, den Kanzler persönlich zu informieren. Da unser offiziöser Nachrichtenbetrieb an Schnelligkeit und Klarheit nicht nur manches, sondern fast alles zu wünschen übrig läßt, ist man vorerst auf Vermutungen angewiesen und es bleibt abzuwarten, waS die beiden eiligen Besuche in Hohenfinow und Berlin mitten in des Sommers sengendster Glut an politischem Gehalt bergen. F. H.
Eine offiziöse Stimme.
(Eigene Drahtmeldung.)
S Köln, 21. Juli.
Die Kölnische Zeitung tritt an leitender Stelle den französischen Preßtreibereien gegenüber den Unterhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich in der Marokko-Angelegenheit entgegen und schreibt: Bei den Erörterungen sür ein evtl. Zugeständ-
u i s Deutschlands, daß Frankreich die polittsche Gewalt in Marokko allein ausüben sollte, greifen Interessenten (vornehmlich aber der Schriftleiter des »Temps") alles ablehnend in die Diskussion ein, wodurch der französischen Regierung die Auseinandersetzungen ungemein erschw ert werden. Es ist zu bedauern, daß die Spekulanten sich auch der französischen Presse bemächtigt haben und, indem sie gröbliche Anschuldigungen gegen das Ausland schleudern, mit starkem Druck aus die eigene Regierung einwirken. Dem internationalen Verkehr ist ein solches Gebühren jedenfalls nicht zuträglich,
* 4.
Wahrheit oder Lichtung?
[(Eigene Drahtmeldung.)
S> London, 21 Juli.
Neber die Forderungen, die Herr vo« Ki- derlen-Waechter dem ftanzöstsche« Botschafter Cambon gestellt hat, toetrn Deutschland Fraiü- reich freie Hand i« Marokko lassen sollte, bringt die Firnes" heute eine ausführliche Nachricht, die aber (ebenso wie die kürzlich vom Pariser »Matt«" gebrachte) der Bestätigung bedars. Das englische Blatt schreibt: Wir glaube« zu wissen, daß die Berliner Unterredungen zwischen Herr« vo« Kiderlen- Waechter und Herrn Cambon dazu geführt haben, daß Deutschland weitgehende Forderungen an Frankreich stellt.
Deutschland verlangt völlige Abtretung der Küsten sowohl, als deS inneru Landes der französischen Kongo- Kolonie bis zum Sanga-Fluffe, sowie Abtretung des Borverkaussrechts, das Frankreich an der belgischen Kongo-Küste besitzt. Frankreich wird das Hinterland vom sran- zösischen Kongo behalte«, aber jede.Berbin- dung dieses Gebietes mtt dem AttanttlcheL Ozean würde abgeschnitten werden und nur durch deutschen oder belgische« Besitz hindurch möglich sein.
Deutsch-Kamerun würde dadurch auf das Doppelte seiner jetzigen Größe gebracht und außerdem einen Zuwachs von zwei im Betriebe befindlichen Häfen, nämlich Lebreville und Loango, erhalten. Die deutschen Besitzungen am Golf von Guinea würden mithin von Südwestafrtka nur noch durch den belgischen Kongo und Angola ge- ttennt sein. Diese Kompensattonen (so fügt die »Times" hinzu) beeinträchtigen zweifellos Englands Interessen ht Afrika von mehreren Gesichtspunkten aus.
gebieres, an der Nord- und Nordostküste des Tanganikasees. Stanley schätzt die Bevölkerung dieses Gebietes auf etwa drei Millionen; das wird aber wohl zu hoch gegriffen fein, da man andererseits für ganz Deutsch-Ostafrika nur sechs Millionen Bewohner annimmt. Die Stämme in Utunbi gehören zu der Baniune- gerroffe. Im Nordwesten Urundis ist das Land des »Oberkönigs" Muesi, während östlich vorn Tanganikaser der Häuptling Musasje herrscht. Hinsichtlich der Bodenbeschasfenheit überwiegt Dornbusch und ebenes Grasland, das jedoch auch von saftigen Strecken und dichtem Regenwald, Urwald, durchzogen wird. Usurnbura in Urundi und Udjidji in Uhha sind die beteen einzigen Militärstationen am Tanganikasee. Hoffentlich nehmen die Unruhen keinen ernsteren Charatter an. Daß man gleich zwei Kompagnien gegen die Unruhestifter entsendet, dürfte seinen Grund wohl darin haben, daß es sich um ein sehr Wettes unwegsames Gebiet handelt, r
Abgeordneter Anbei! verunglückt.
Bo« der Straßenbahn abgestürzt und geschleift.
Ein Telegramm aus Berlin berichtete uns heute früh: Der sozialdemokrattsche Reichstagsabgeordnete Zubeil wurde gestern abend von einem Straßenbahnwagen zu Boden geschleudert. Der vermullich innerlich Verletzte wurde mit einem Krankenwagen nach seiner Wohnung gebracht. Sein Zustand flieht zu Besorgnissen Anlaß. Auf telegraphische Anfrage in Berlin ging uns über den Vorfall folgender Bericht zu:
$ Berlin, 21. Juli.
(Telegramm unseres Korrespondenten.)
Gestern abend stürzte in Tempelhof der sozialdemokrattsche Reichstagsabgeordnet« Fritz Zubeil vom Trittbrett der Sttaßenbahn ab und geriet vor d'e n A n - HLngewagen, der ihn eine ganze Strecke weit mitschleifte, ehe es gelang, die Wagen zum Sttllstand zu bringen. Der Verunglückte, der bei vollem Bewußtsein war, und über heftige Schmerzen Haute, wurde nach dem Garnisonlazarett in Tempelhof gebracht. Soweit die Aerzte bisher feststellen konnten, hat er schwere innere Verletzungen davongettagen. Zubeil, der int drei- undsechzigsten Lebensjahre steht, wurde in später Abendstunde auf seinen Wunsch mit einem Automobil nach Berlin in seine Wohnung übergeführt. Wie die behandelnden Aerzte erklären, gibt der Zustand deS Verunglückten zu ernsten Besorgnissen Anlaß, da augenscheinlich bei dem Sturz innere Organe verletzt wor-
Rerre Hiobspost aus Afrika!
Karawanenraub ttr Deutsch-Osiastlla.
Während über die angebliche Niedermetze- lnng einer deutschen Pattouille in Deutsch- Südwestasrika infolge des Mangels aller zuverlässigen Nachrichten die Erregung nock fortdauert, kommt aus Deutsch-Ostafrika bereits eine andere Hiobspost: In der Landschaft Urundi sind Karawanen ausgeraubt und farbige Händler niedergemetzelt worden. Das Kommando der Schutztruppe hat gegen jic schuldigen Stämme eine Straf-Expedition entsandt. Eine offiziöse Berliner Meldung besagt über den Vorfall folgendes:
•* Berlin, 20. Juli.
Aus Deutsch-Ostasrtta meldet das Kommando der dortigen Schutztruppe, daß in der Landschaft Urundi Karawanen farbiger Händler auSgeraubt und niedergemacht worden sind. Da auch Polizeipattouillen beschossen worden find, stellte das Kommando dem Residenten Urundis, dem Hauptmann von Lau- grnn-Stcinkeller, anheim, mtt einer aus der in UsamSara stehenden neunten Kompagnie und einem Teil der in Udjidji stehenden sechsten Kompagnie gebildeten Expeditton gegen die Unruhestifter einzuschreiten. Den Vorgängen wird übrigens an zuständiger Stelle eine ent- fiere Bedeutung nicht beigemeffen.
*
Wie uns dazu ein P r i b a 11 e I e g r a m m aus Berlin meldet, legt man im ReichS-Ko- lonialamt der Nachricht über den Karawanenraub in Urundi keine ernstliche Bedeutung btt. Wahrscheinlich wird das Erscheinen der Truo- pen des Hauptmanns von Langenn-Steinkeller in dem betreffenden Gebiet allein schon genü- gegen, um die Autorität der deutschen Regierung zu wahren und die Plünderer der Karawane zur Rechenschaft zu ziehen. Wie vom Reichskolonialamt weiter mitgeteilt wird, war bis heute mittag dort über das Schicksal der Kolonne Frankenbcrg tm Caprivizip fel noch nichts bekannt.
Die Landschaft u.iinbi liegt an der äußersten Westarenze unseres ostasrikanischen Schutz-
ben sind. Das Befinden des Abgeordneten war beute früh »war etwas besser als gestern abend, doch ist die Lebensgefahr «och nicht beseitigt. Der Absturz erfolgte als Abgeordneter Zubell von der Sttaßenbahn abspringen wollte, kurz vor einer Haltestelle. Es ist übrigens uenverständlich, daß der Absturz nicht sofort bemertt und die Wagen zum Steher» gebracht wurden. Die beiden Wagen fuhren noch etwa hundert Meter weiter, ehe sie hielten und Zubeil wurde diese ganze Strecke wett vom Schutzbrett des Anhängewa- genS mitgeschleift. *
Liebermann von Sonnenberg.
(P r i v a t - T e l e g r a m m.)
Wie uns aus Berlin depeschiert wird, ist der schwer erkrantte Reichstagsabgeordnete Liebermann von Sonnenberg noch immer nicht zum Bewußtsein zurückgekehrt. Bei dem Alter der Pattenten, der an Arteriosklerose leidet, ist sein Zustand als sehr ernst zu bezeichnen, und man muß mit der nahen Möglichkeit einer Katastrophe rechnen. Gestern abend bezeichneten die Aerzte ben Zustand des Erkrankten als hoffnungslos. Am Krankenlager sind die Angehörigen Liebermanns und verschiedene Mitglieder der Re- formpartet versammelt. Die Kräfte des Kranken haben feit heute früh weiter nachgelassen.
Überraschung in Sicht...?
Der bevorstehende Rücktritt des Justizministers. (Telegramm unseres Korrespondenten.)
S- Berlin, 21. Juli.
Daß der Rücktritt des Justizministers Beseler nur noch eine Frage der Zett ist: Das ist keine Neuigkeit, mtt der man in den Hundstagen überraschen kann. Trotzdem scheint da und dort der Wunsch zu bestehen, durch allerlei Nachfolgerkombinationen daran zu erinnern, »daß es jetzt eigentlich an der Zeit
In den letzten acht Tagen haben gletd) " ■ . r Personen die Ehre gehabt, als Nachfolger des Herrn Beseler genannt zu werden, dock darf man auf Grund guter Informationen versichern, daß die Nachfolge des Mini
sters augenblicklich «och nicht zur Erörterung gestanden hat, daß auch keinerlei Schritte und »Fühlungen" wegen der Besetzung dieses Postens bisher unternommen wurde«. Dies hat seinen Grund darin, daß der Justizminister, der bereits einmal ans Gesundheitsruck, sichten sein Abschiedsgesuch eiugereicht hat, es aber nicht bewilligt erhielt, es bisher ur^r- lassen hat, auf dieses Gesuch nochmals Bezug zu nehmen.
- Es dürfte das jedoch in den nächsten Tagen zur Beruhigung der Gemüter geschehen, und erst dann wird es Zeit sein, sich in Kombma- ttonen gütlich zu tun. Neben Herrn Beseler dürste das Revirement im Justizministerium auch noch andere Herren berühren. Was bte Lanzierung der »rechten Hand Beselers, des Ministerialdirektors Dr. Bonr wieg, als Nachfolger des Justizministers anbelangt, so kommt dieser Beamte neben dem Oberlandesgerichtspräsidenten Vierhaus in BreSlan allerdings als nächster Anwärter auf das Justizministerium in Frage. Diese Kandidatur ist aber so selbstverständlich, daß Dr. Boni- wieg es einstweilen ruhig auf sich genommen hat, mit langem Urlaub nach dem Süden zu reisen. Womit er auch baS einzig Richtige getroffen hat, denn es mehren sich in den letzten Tagen die (stets »gut mtterrichteten") Stimmen, die davon sprechen, daß bei der Neuer- nennung des Justizministers diesmal tote- bet eine kaiserliche U-berraschung zu erwarten fei. Man darf also totebet einmal »gespannt sein..."
zelhetten:
Ä Kiel, 21. Juü.
Mu Zusammenstoß die Ursache.
(Telegramm unseres Korrespondenten.) >
6ine Mer-Tragödie.
Marine-Unglück im Toller Grund.
(Telegraphische Meldungen.) V
In der Ostsee, auf dem sogenannte« Toller Grund, in der Nähe von Kiel, hat sich in der vergangenen Nacht ein schweres Marine- Unglück ereignet, dem leibet drei bravo deutsche Seeleute zum Opfer gefallen find. Der Kreuzer »von der Tann" hatte in bet Nacht auf dem Toller Grund Schießübungen abgehalten, nach deren Schluß die Schtoimmschei- ben zurückgebrachi werden sollten. Zwei Dampfbarkassen deS Kreuzers übernahmen diese Arbeit. Plötzlich kenterte ein Boot und seine zehn Insassen stürzten ins Wasser. Wegen des hohen Seeganges gelang es leibet nur, sieben Mann zu retten; die übrigen et- tranken. Ein eingehender Bericht anfe. res Korrespondenten meldet uns über das bedauerliche Unglück, dessen eigenfliche Ursache noch nicht aufgeHärt ist, folgende Ein-
Kiel, 21. Jufl.
Wie soeben sestgestellt worden ist, wurde eine bei der Hebung verwandte Jolle von einer Barkasse angerannt und zum Kentern gebracht. Die Barkassen eilten sofort zur Rettung herbei und verständigten das Kreuzer- kommando von dem Vorfall durch Signale. Die Rettung bei sieben Mann vollzog sich beiyo - hcm Seegang mit großer Mühe. Der
(Eigene Drahtmelbung.)
Der Kreuzer »von bet Tann" hatte ick bet letzten Rächt Schießübungen im Toller Grunb abgehalten. Nach bet Hebung sollte die Schwimmscheibe eingeholt werben, wozu brei Dampfbarkassen beS Kreuzers herangezoge« wurden. Bei der Arbett kenterte das eine Boot, wahrscheinlich durch Unklarwerden der Schraube. Der Unfall wurde von den Barkassen sofort durch Signale mit Dampf- bfeifen an den Kreuzer gemeldet, der die Scheinwerfer in Tätigkeit setztt. Dadurch gelang es, sieben Mann ttotz des hohen Seeganges zu retten, drei konnten indessen nicht mehr gerettet werden und ertranken. Es sind dies bet Obermatrose Cook aus Bremen, Mattose Riemann aus bem Oldenburgischen und der Mattose Günther ans Köln. Rur die Leiche Cooks konnte geborgen werden; sie wurde heute früh nach Kiel gebracht. Nach den beiden anderen Leichen wird weiter gesucht, bis heute mittag konnten sie aber nicht geborgen werden. Es scheint, daß imgrunde der außergewöhnlich hohe Seegang das Unglück verschuldet hat. Die See ging bereits seit Mittag sehr hoch und die mit den Schwimmscheiben stark belasteten Barkassen wurden von dem starken Wellengang hin und her geworfen. Es ist noch nicht festgestellt, ob der Mann- schäft irgend eine Schuld an dem UngWck beizumessen ist, von dem Kommando des Kreuzers wird dies jedoch in Abrede gestellt und darauf hingewiesen, daß jedenfalls irgend ein unglücklicher Zufall das Kentern des Boots herbeigeführt habe.