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Nummer i»9.

1< Jahrgang.

COlMeuesle Ihdjridjten

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Dienstag, den 18. Juli 1911.

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Werlenr Triumph?

Am Borabend der MaroNo-Berständigung.

Paris, 17. Juli. (PriVai-Te- l« S r a m m.) Dem Besuch des Deutschen Kronprinzen bei Herrn von Kidcr- len-Waechter wird hier große Be­deutung beigemcffen. Die Presse äußert sich zum größten Teil optimistisch. Der Matin" glaubt versichern zu können, daß die Verhandlungen noch lange andaucrn, aber einen guten Ausgang haben würden. DerFigaro" schreibt: Es wird weder Konflikt noch Krieg geben. Das heißt: Deutschland verzichtet auf eine Gebietsab­tretung in Marokko und begnügt sich mit wirtschaftlichen Konzessionen.

Aus der Wilhelmftraße kommt erfreuende Kunde: Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung, die in den letzten Tagen über das freundschaft­lich? Geplauder zwischen den Herren Eambon und von Kiderlen-Waechter so beharrlich ge­schwiegen, als gelte es, das Allerheiligste Ki- derlen'scher Politik vor profanen Ohren zu schützen, hat gestern mit sichtbarer Genugtuung konstatiert, daßfür den Fortgang der Ma­rokkoverhandlungen die wechselseitige Bekundung einer achtungsvollen und freundlichen Stimmung ihren Wert behalte". Man habe diesseits der Vogesen die Erklärungen des französischen Außenm'nisters in der Kammrrsitzung vom elften Juli mit Be­friedigung zur Kenntnis genommen; die Worte des Herrn de Selbes hätten bei uns (ebenso wie in Frankreich) günstig gewirkt, und die Gesinnung, die daraus spreche, werde in Deutschland erwidert. Das heißt mit andern Worten:. Deutsch5gnd ist überzeug«. Saß in Frankreich genau wie hierzuland das Bedürf­nis und der Wunsch besteht, über Marokko end­gültig ins Reine zu kommen, ohne schmerzende Nachwehen befürchten zu müssen, und man schätzt in der Wilhelmftraße die Art, wir man am Quai d'Orsay dieser Erkenntnis des Not­wendigen Rechnung trägt. Die offiziöse Note des Kanzlerblatts stammt aus drin Peivat- bureau des Herrn von Kiderlen-Waechter, und grade dieser Umstand, und die freundliche Abtönung der Worte (im Gegensatz zu frühern wuchtigen PronunziamentiS Im BiSmarck- schen Lapidarstil) lassen den Schluß zu, daß dir Empfindungen, aus denen heraus Herr von Ki- derlen die zuversichtlichen Worte aufS Papier uiederschricb, sich auf die Ueberzcgung sichern Erfolgs und naher Ziel-Erreichung gründen. Seit Alfred von Kiderlen-Waechter im Hause Wilhelmftraße sechsundstebzig residiert, hat man sich wieder daran gewöhnen dürfen, auS offiziösem Blätterwald-Geflüster auf den Wet- trrstand in den Shärcnhoher Politik" schlir- ßen zu können, und wenn man die kurzen, bün­digen Notizen, die in den e r st e n Tagen der Marokko-Aktion aus der Schreibstube des Aus­wärtigen Amts den Weg in die breiten Spal­ten der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung fanden, mit der freundlich-stimmungsvollen neuesten Randbemerkung über den augen­blicklichen Stand der Dinge prüfend vergleicht, drängt sich der Unterschied in Ton und For­mung auch dem weniger divlomatisch geschul­ten Ohr als charakteristischstes Moment auf. Nach alledem darf angenommen werden: Herr von Kiderlen sieht sichnahamZiel und die restlose Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich ist nur noch eine Frage von Tagen. Wie sich diese Verständigung aller­dings gestalten wird, läßt sich im Augenblick noch nicht übersehen; man darf indessen zu dem Leiter der deutschen auswärtigen Politik das Vertrauen haben, daß er n u r d a n n oie Hand zu freundschaftlichen Abmachungen bieten wird, wenn die Basis der Vereinbarungen den In­teressen Deutschlands entspricht und die deut­schen Forderungen gebührend berücksichtigt. Herr von Kiderlen gilt (heut' auch bei feinen Gegnern) als derMinister mit der glücklichen Hand", und die Behandlung der Marokkofrage hat ja auch überzeugend dargctan, daß er die Politik des Erreichbaren" im auswärtigen Reichsgeschäft mit kluger Energie in die Tat umzusetzen versteht. Gelingt's ihm, mit Herrn Jules Eambon das Marokko-Problem befrie­digend zu lösen und damit die sichre Grund­lage für ein freundschaftlicheres Verhältnis zwischen den R-ichen ost- und westwärts der Vogesen zu dann hat er ein Werk

bleibenden geschichtlichen Werts vollbracht und seinem Vaterland glücklichern und g- ß c r n Dienst geleistet, als Dutzende vor ihm, diein Würdigung ihrer Verdienste" bisnäh'

zur Sonne" emporgehoben und mit überreichem Lorbeer gekränzt wurden, noch eh' ihr Werk die bescheidenste Belastungsrpobe bestanden . . .

F. II.

Die Eonnabend-Konserenz.

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

S> Berlin, 17. Juli.

Die Verhandlungen zwischen dem Staats­sekretär von Kiderlen-Waechter und oent französischen Botschafter Eambon sind (wie ich an unterrichteter und zuverlässiger Stelle erfahre) am Sonnabend um ein c r h e b- liches Stück gefördert worden. An die­sem Tage hat zwischen beiden Staatsmännern eine wichtige Unterred»ng stattyefun- den, die sich bis sechs Uhr nachmittags hmzog. In dieser Unterredung hat Botschafter Eam­bon im Namen seiner Regierung Herrn von Kiderlen - Waechter bestimmte Vor­schläge unterbreitet. Herr von Kider­len hat indessen zu diesen Vorschlägen noch keine Stellung genommen, sondern sich für mehrere Tage Bedenkzeit ausgebeten, weil er sich inzwischen erst mit dem Staatssekretär der Kolonien, von Lindequist, beraten müsse. Diese Andeutungen lassen einen Schluß auf dir Be­schaffenheit der Vorschläge zu, die Frank­reich Deutschland in der Marokkofrage zu ma­chen wünscht.

*

Das Hinterland von Agadir: Deutsch?

(Prtvat-Telegramm.)

<P Wien, 17.'Juli.

DieReue Freie Presse" meldet, daß in hiesigen diplomatischen Kreisen über die Kom­pensationen, die Frankreich Deutschland gewähren wird, folgendes verlautet: Deutsch­land wird als wirtschaftliche Zusage das Hinterland von Agadir, das soge­nannte Smsge-biet, zugeteitt: Das Geme. steht unter der Militäroberhoheit deS Wachsen und wird an drei Gesellschaften aufgeteilt. Deutschland verzichtet auf terri­toriale Kompensationen in Marokko; ferner ist Frankreich geneigt, Deutschland bei der Grenzfestsetzung zwischen Kamerun und der französischen Kongokolonie soweit als möglich entgcgenzukommen. Man denkt an eine Erweiterung des deutschen Gebietes am Tschadsee und weiter süd­lich, was für Deutschland große wirtschaftliche Vorteile zur Folge haben würde.

*

Phantasien an der Seine.

(Prtvat-Telegramm.)

W Paris, 17. Juli.

DaS SensationsblattLa Patrie" fühlt sich gemüßigt, in einem langen Artikel die an­geblich von Deutschland beabsichtigte Ent- sendung von acht Kriegsschiffen nach Marokko wieder aufzuwärmen. DaS Blatt schreibt, daß bis jetzt alle Nachrichten hierüber aus Berlin noch nicht offiziell dementiert worden seien. Die Sache sei dadurch schon sehr glaubhaft, daß man in der letzten Zeit in den verschiedensten Teilen der Welt geheimnisvolle deutsche Kriegs­schiffe gesehen habe, so in Argentinien. Gua­temala, vor den kanarischen Inseln und nicht zu vergessen in Eadix. Alle diese Schisse sollen sich konzentrisch an einem Punkte vor Ma­rokko vereinigen. Der Name des zur Leitung der ganzen Unternehmung ausersehenen Admi­rals sei noch nicht bekannt. Auch der gestrige Matin" erfreut seine Leser durch die Mittei­lung, daß fünf deutsche Kriegsschiffe nach Marokko abgegangen seien.

Eine andere Version.

(Eigene Drahtmeldung.)

W Paris, 17. Juli.

Die Berichte über den Verlauf der M a - «rokkoverhandlungen lassen trotz ihrer Kürze allmählich erkennen, in welchem Rah­men sich die bevorstehende Verständigung zwi­schen Frankreich und Deutschland bewegen wird. Es ist anzunehwen, daß Deutschland Gebietsabtretungen außerhalb Marokkos, wahrscheinlich an der kame­runischen Grenze, erhält und durch klare Verträge die wirtschaftlichen Interessen seiner Landesangehörigen in Marokko sichert, viel­leicht in Verbindung mit französischen Interes­sentenkreisen. Für diese Zugeständnisse würde das politische Uebergewicht Frank­reichs im Lande des Sultans ein für allemal anerkannt, und es bliebe Muley Hasid überlas­sen. sich mit seinen französischen Freunden ab- zuftnden. Frankreich und Spanien hätten des­halb ihre Differenzen allein auszugleichen, wobei die Unterstützung und der Rat Englands voraussichtlich von Einfluß sein würden.

Hauptmann Pastnikow.

Ein neuer russischer Riesen-Skandal.

Wie uns aus Petersburg berichtet wird, droht die Untersuchung gegen den russi­

schen Hauptmann Pastnikow (der, wie wir schon gemeldet haben, unter der Anklage des Hochverrats wegen Ueberllcferung wichti­ger strategischer Dokumente an österreichische Offiziere steht) eine sensationelle Wen­dung zu nehmen, denn es zeigt sich bei dieser Gelegenheit wieder einmal, daß in Rußland, sobald es sich um eine ehrenrührige Geschichte in der Gesellschaft handelt, niemandim Un­glück allein" ist. Ueber den aufsehenerregenden Fall, der in Petersburger Militär- und Gesell­schaftskreisen große Bestürzung hervorgerusen hat, gehen uns folgende Mitteilungen zu:

£ Petersburg, 17. Juli.

(Von unferm Korrespondenten)

Der verhaftete Hauptmann Pastnikow hat in der Untersuchung zugeben müssen, daß er die verkauften und verschenkten Dokumente nicht nur gestohlen hat, sondern daß er auchLieferanten" besaß, die für Geld und gute Worte ihm das besorgten, was er brauchte. DieseLieferanten" sind aber selbst höhere Offiziere, die von der Geliebten Pastnikows, einer Schwägerin des von Dr. Patschenkow ermordeten Hauptmanns Bu­turlin, in einem, hauptsächlich Spionage- zwccken dienenden,Salon" empfangen und bewirtet wurden. Fräulein Siecke, die flüchtig ist, zog zu diesenAbenden zur Pflege des Esperanto" Damen der Petersburger Halbwelt hinzu und verschaffte den hohen Beamten und Offizieren, die an diesen Schä­ferstündchen teilnahmen, das etwa fehlende Geld durch den Verkauf wichtiger, ihr über­lieferten militärischen und sonstigen Staats­dokumente für Pastnikow. Soweit sich bisher ermitteln lieft, sind drei Hauptleute, vier Offi­ziere, zwei Geheimräte und ein Postdirektor in diese unsaubere Geschichte verwickelt. Am vaeifft-t kompromittiert ist der Postdirektor Sketkewitsch und der Geheimrat Iwa - n i tz k o w. Man will in der Untersuchung gegen diese Ehrenmänner auch einen Zusam­menhang mit der bekannten Giftmord-Affäre Pantschenkow gefunden haben, denn die Sicke, die ja die Schwägerin Buturlins ist, bewohnte früher mit dem Mörder Pantschenkow eine Wohnung, in der viele Aristokraten und hohe Würdenträger hinter verschlossenen Türen zusammenkamen. Ueber die genauen Ergebnisse der Untersuchung gegen Pastnikow wird strengste Geheimhaltung beobachtet; es heißt jedoch, daß das sonderbare Treiben ver­schiedener Hochangestellter, das hierbei entdeckt wurde, nicht im nächsten Monat mit zur Ab­urteilung in dem Verfahren gegen Pastnikow kommen soll, sondern daß man einen andern Gerichtshof damit beauftragen wird. In der Petersburger Gesellfchaft steht man der kom­menden Verhandlung mit Bangen ent­gegen, denn PastnikowsBeziehungen" sollen einen erschreckenden Einblick in die ko rrupte Intelligenz der russischen Hauptstadt ge­währen.

Stet Schiffbrüchige.

Auflagen gegen Hamburger Hafenbehörden.

Wie wir meldeten, ereignete sich am letzten Sonntag in der Nordsee eine schwere Schiffskatastrwphe: Der DampferEl­bing 8" kenterte infolge eines Lecks und Uebergehen der Ladung und von der Besatzung ertranken zehn Personen, während sich drei Matrosen so lange an den Schiffstrümmern festhalten konnten, bis sie von dem Dampfer Portia" ausgenommen wurden, der die Schiff­brüchigen nach Hamburg brachte. Die Ge­retteten veröffentlichen jetzt in der Elbinger Zeitung einen ausführlichen Bericht über die Katastrophe und über ihre Rettung. Sie rüh­men die liebenswürdige und hilfsbereite Aus­nahme auf dem DampferPortia", wo man sie nicht nur mit Speise und Trank, sondern auch mit Kleidung versorgt habe. Dagegen beklagen die Schiffbrüchigen sich schwer über die Ham­burger Hafenbehörden. Es wird uns darüber berichtet:

»ch Elbing, 17. Juli.

(Telegramm unseres Korrespondenten.)

Wie die drei geretteten Schiffbrüchigen vom DampferElbing 8" in der Elbinger Zeitung mitteilen, haben sie in Hamburg eine wenig gastfreundliche Aufnahme gefunden und haben am Nötigsten Mangel gelitten. In der Erklä­rung der Leute' heißt es:Wir wurden vom Hafenwachtdiensi zum Seeamt. vom Seeamt zum Seemannsheim geschickt, niemand wollte uns Drei aufnehmen und ni e m a nb »ns eine Unterstützung zuteil werden lassen. Schließlich wurden wir im A r- menafyl bei mangelhafter Kost un­tergebracht. Aber auch dort hegte man gegen uns Bedenken. Die erste Frage war:Haben

Sie auch Ungeziefer?" Um die Beköstigung et­was zu verbessern, versetzte einer der Matrose» seinen Ring, das Einzige, was er beim Un­tergang des Dampfers gerettet hatte. Erst auf Telegramme nach Königsberg wurden von dort Geldunterstützungen gesandt. Für die Heimreise wollten die Hamburger Behörden uns Schifbrüchigen nicht einmal Aus- Weispapiere ausstellen, dagegen boten sie uns fünfzig Pfennig Zehrgeld an, was aber von uns dankend abgelehnt wurde. Wir hatten uns von der Hamburger Hilfsbe­reitschaft andere Vorstellungen gemacht . . ."

Soweit der Bericht der drei Schiffbrüchi­gen. Wenn die darin angeführten Vorkomm­nisse den Tatsachen entsprechen, dann erfordert das Verhalten der Hamburger Hafenbehörden schärfste Kritik, denn man sollte es doch nicht sür möglich halten dürfen, daß von der ersten See- und Handelsstadt des Deutschen Reichs drei armen Schiffbrüchigen eine solche Behänd- lung zuteil wird. Die Einleitung einer Un­tersuchung erscheint demnach dringend geboten. Wie für den DampferPortia" war es auch für das reiche Hamburg die einfachste Men­schenpflicht, Schiffbrüchige, die alles ver­loren haben, aufzunehmen und ihnen zu hel­fen. wie das überall in der Welt zu gefchehen pflegt, wo die Gesetze der Menschlichkeit und Kultur die Empfindungen der bürgerlichen Ge­meinschaft bestimmen.

3er Tod im Flammesmeer.

Die Opfer der kanadischen Waldbrände.

Die packenden Schilderungen, die Roose­velt in seinen Jagdbüchern von der Großartig­keit und Furchtbarkeit amerikanischer Prärie- und Waldbrände entwirft, erscheinen matt und zahm, wenn man die aus dem jüng­sten Waldbrand-Gebiet einlaufenden, durchaus wahren Berichte lieft. Jede Meldung schil­dert (wie aus Ottawa telegraphiert wird) neue grauenhafte, herzzerreißende Erlebnisse. Die Totenopfer steigen ins Uner­meßliche. Wieviel hundert Menschen in de» letzten Tagen in den Flammen verkohlt ober in den Seen, in denen die Flüchtlinge Schutz such­ten, ertrunken sind, wird wohl nie mit Sicher­heit festgestellt werden. Hunderte standen stun­denlang in dem Wasser des Sees bei Poren» bitte und mußten sich wegen der Tiefe des Wassers hart am Ufer halten. Viele ertran­ken, andere wurden durch die Hitze blind oder schrecklich verbrannt. Man fand Körper, die vollständig verkohlt wa­ren. Soldaten wurden mit Zelten und Decken für die Ueberlebenben entsandt, von denen viele obdachlos geworden sind.

Sie Eisnot in Newyork.

(Privat-Telegram m.)

In Newyork ist während der letzten Hitz- Welle die Nachfrage nach Eis außerordentlich stark gewesen, die "E i s p r e is e sind gewaltig in die Höhe geschnellt, und dennoch war (wie der Börseuausdruck lautet) nicht viel Eis am Markte. Besonders die armen Schichten der Bevölkerung hatten, wie wir berichteten, darunter sehr zu leiden, aber auch die Kranken­häuser und ähnliche Institute konnten sich nur äußerst schwer das für sie notwendige Eis ver­schaffen. Die Behörden haben nun eine Un­tersuchung über die Ursachen des plötzlich eingetretenen Eismangels angeordnet. Es soll sich herausgestellt haben, daß der Eistrust die Eislieferung an die Detailhändler künstlich zurückgehalten habe. Die Schuldtragen- ben werden verfolgt, und es steht eine schwere Bestrafung des Trusts bevor. Dieser Trust hatte sich' nach Auflösung des früheren Eis- triists unter Charles Morse (der derzeit eine fünfzehnjährige Zuchthausstrafe in Atlante Georgia abbüftt) gebildet, und es ist bekannt, daß seine Transaktionen in der Rücksichtslosig­keit der wirtschaftlichen Maßnahmen kaum übertroffen werden können.

Die Hitze in tzngland.

(Privat-Telegram m.)

Die Hitzwelle. die (wie wir bereits berich­tet haben) seit einigen Tagen über England lagert, dehnt sich jetzt auch auf Irland aus. Das Thermometer zeigte 30 Grad Celsius im Schatten. In zahlreichen Jndustriegegenben mußte die Arbeit eingestellt werden, be­sonders fettend der Metallarbeiter und der Weber Sieben neue ZobeSfäUe durch Hitzschkag sind zu verzeichnen. Infolge der Hitze ist die Ernte in verschiedenen Gegenden ernstlich bedroht und die diesjährige Heuernte ist die magerste feit Jahren. Infolgedessen ha­ben fick auch die Mflchpreise gesteigert und zwar um 10 Pfennig pro Liter. Der Kurz­schluß. der am Sonnabend im Betriebe der elektrischen Straßenbahn in London eingetre­ten ist und wodurch der Verkehr in London für mehrere Stunden unterbrochen wurde, wird ebenfalls aus die große Hitze zurückgeführt. Aus