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Nr. M i. Jahrgang.

Casseler Neueste Nachrichten

ES

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Weiblich.

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Weiblich.

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Die Arrz-igen.Annahme erfolgt durch unsere Haupt-SeschLstsstelle I ftBIn. Str. 5. Schluß der Annahme für die TageSnummer svät. 10 utzr. I

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Aus Geschästsinferate findet der Gutschein keine Verrechnung, ebenso sind Anzeigen von Stellenvermittelungsbureaus, Althändlern, Häuser- und Grundstücksmaklern von dieser Vergünstigung ausgeschloffe«. Derartige Inserate werden als Geschäfts- Inserate betrachtet und demgemäß berechnet.

Bet durch Gutschein nusgegebenen Kleinen Anzeigen' werden die «ft« 10 Worte nicht berechnet: jedes weitere Wort lostet nur 2 Psg.

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Neueste Nachrichten

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seltsam, daß nur die wenigsten Men- v m Dornamen zu deuten wissen. Ein Verliebter, der beim Alana deS Namens seiner Angebeteten schwärmerisch die Augen auf- schlagt, hat meist keine Ahnung, was dieser Name in Wahrheit bedeutet. Und doch besitzen sehr viele, wenn nicht die meisten weiblichen Vornamen, einen tiefen Sinn und bezeichnen Eigenschaften, die ein Mann seiner .besseren Hälfte" ost aus ganzem Herzen wünschen tonnte.

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bei, die Reine und Unberühtte. Als Isabel- la, ein beliebter Name nicht nur der Spa­nierinnen, ist er bis in die. Gegenwart leben» dfg geblieben, und feine mächtigste Trägerin toar Isabella von Kastilien, die den Entdek- kunAsplänen des Kolumbus- zum.Siege ver-

Und nun zu den Frauennamen, die in unse­rer deutschen Heimat geboren wurden: sie soll- ten mehr geschätzt werden, als es meist ihr Schick,al ist, sind sie doch das Symbol völkischer Bodenständigkeit und ein wahrer Schatz an Gemütstiefe und Innigkeit des Ausdrucks. Die meisten dieser schönen Frauennamen lassen sich aus dem Althochdeutschen herleiten, so Fri- derike, die .Friedreiche"; Gertrud, die Vielgeliebte"; Adelheid, dieAdelige"; Emma, dieEmsige" undFleißige" und Berta, dieRuhmvolle". Berchta, die Her­rin der Wolken und der Winde,, war die Ge­mahlin Wotans, sie hatte es sich zur Pflicht ge­macht, jegliche Frauenarbeit zu schützen, und darum feiert man in den bäuerlichen Spinn­stuben ihren Namenstag mit Gepränge, Tanz und Spiel. Gertrud hieß in der germanischen Göttersage eine der Schlachtenjungfrauen und Adalheit, die Stammutter unserer Adelen, Adelinen und Adas, hat das große Geschlecht der Karolinger begründet und genoß als kunst­reichste Stickerin ihrer Zeit hohes Ansehen. Emma hat von den fleißigen Bienen, den Jm- men, ihren Namen geliehen; auch Amalie, die Emsige", leitet aus dem althochdeutschen Amal (was gleichbedeutend mit Geschäftigkeit ist), den Ursprung ihres Namens her. I a d- w i g a ist ein Lieblingsname der Polinnen, doch als Hadewig altdeutscher Herkunft;reich an Gemüt" soll die Trägerin dieses Namens sein, und Scheffel hat uns in seinem Roman Ekkehard eine Hedwig gezeichnet, die mit deutscher Gemütstiefe erfaßt ist. Ma Hilde, diegewaltige Kämpferin", war im Mittel-

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rene" bedeutet; dagegen weiß ein jedes Kind, daß die schöne Helene, dieLichwolle", den trojanischen Krieg verschuldet hat. Interessant ist, daß auch unser deutsches Gretchen seinen trauten Namen der Antike verdankt: Gretchen stammt aus dem griechischen Margareta, diePerle, dessen Verkleinerung Meta, den Typus des schüchternen Gretchens verleugnen möchte. Ihm verwandt ist das liebliche Kät- chen, dem Kleist ein Drama geweiht. Kata- rtna (dieZüchtige") kommt in den Annalen der Weltgeschrchte oft vor; zwei Kaiserinnen

Nußland haben diesen griechischen Namen geführt, und die galante Mutter Karls des Neunten, die blonde Mediceeriu, strafte ihn durch ihren Lebenswandel Lüge.

Zahlreiche Frauennamen sind hebräischen Ursprungs; aus der Bibel haben wir sie über­nommen, und sie sind wie Sinnbilder der Frömmigkeit und der Glaubenstreue. Ga- brrele, die.Botin des Himmels"; Susan­ne, bteLilie", die Verkörperung der Keusch­heit, Elisabet (Elischa), dieGottgelobte", sind yrauennamen,' die zuerst im gelobten Lande erklangen. Elisabet ist fr-.c Stammutter der zahllosen Lieschen, Elisen, Lisetten, die noch heute unfern Alltag verschönen. Elsa, Betty und Bettina, Lisbet und Liselot sind nicht minder namensvetterlich verwandt mit der heiligen Elisabet. der Landgräsin von Thüringen, die als Wohltäterin der Armen durch die deutsche Legende schreitet. Maria thebräisch Mirjam) hat im Wechselspiel der Zeiten und int Munde der verschiedenen Völ­ker mancherlei Wandlungen erfahren. Anna ist die Holde, die Angenehme; mitunter ergibt sick' auch Marianne, was verdeutscht ..die got­tesfürchtige Hausfrau" heißt. Auch Magda­lena (dieBüßende") gehött in die nämliche Gruppe. Die Schwester des Lazarus, diege- fchäftige HapDfrau". Martha, hat auch bei uns noch zahlreiche Nachfolgerinnen, wie Jfa-

jedcs weitere Wort kostet nur 2 Pfg. Abgekürzte Worte werden für voll gerechnet. Ziffern gelten als ein Wort. Bei Inseraten, die mehr als einmal aufgegeben werden, findet nur ein Gutschein Verrechnung. Schluß der Annahme von Gutscheinen für die Tagesnummer in der Geschäftsstelle, Kölnische Sttaße 5, bis 10 !lhr früh, für die am Sonnabend erscheinende Sonntagsnummer Sonnabend früh 9 Uhr.

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Viele unserer Frauennamen stammen aus der arttiken Welt und waren im grauen Alter­tum bereits sehr verbreitet. Da ist der Vor­name der berühmten Malerin Angelika Kauffmann, der aus dem Lateinischen stammt und dieEngelsgleiche" heißt. Auch Aurora, dtc.Morgenrote", das Frühlicht des anbre­chenden Tages; Cordula, dieHerzige"; Felicitas, dieGlückliche"; Veronika, Das Bild der Wahrheit"; und Viktoria, dieSiegreiche", sind römischen Ursprungs just so wie Auguste, dieHehre" undErha­bene", deren Namensvettern auf dem Thron des lateinischen Kaiserreiches saßen, denn Au­gustus war der ständige Beiname aller Impe­ratoren. Cäcilie, dieBlinde", ist die Schutzpatronin der Musik; Händel komponierte ihr zu Ehren eine Ode, und Gounod schrieb seine berühmte Cäcilienhymne. Der ersten Trägerin dieses Namens wird nachgerühmt, daß sie die Orgel erfunden hat, und die näm­liche fromme Legende will auch wissen, die Heilige fei des Augenlichts beraubt gewesen. Von den Griechen haben wir den schönen Na­men E ug e n i e geerbt, und die Exkaiserin der Franzosen hat ihm zu neuem Ruhm verhalfen. Die Wenigsten wissen, daß er aus Hellas stammt und verdeutscht dieWohledelgebo-

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Dienstag, 11. Juli 1911.

alter, ein überaus verbreiteter Name, vor allem in bürgerlichen Kreisen sehr beliebt und wurde nur noch übertroffen- von den gern gewählten Frauennamen Rosamunde (Rosenmund) und Rosalie, die .Rosenschöne". Rosalie war die Schutzpatronin der Stadt Palermo; ihr Urbild soll als fromme Einsiedlerin in einer Höhle gelebt haben, vom Volke verehrt und bewundert. Und die unglückliche Ge­mahlin Älb.oins, des Longobatdenkönigs, hieß Rofamunde, und der entmenfchie Gatte zwang sie, aus dem Schädel ihres eigenen Va­ters-den Hochzeitswein zu trinfen.

Immer galten die Kinder Floras, die zar­ten und lieblichen Blumen als die begünstig­ten Lieblinge der Frauen; darum find gar viele weibliche Namen aus der farbenbunten Welt der Pflanzen, aus dem duftenden Gehege der . Gärten geholt - worden. Nicht nur die Rose, deren Gebrauch als Mädchenname schon, in der Bibel vbrkommt, galt als gern gewähl­tes Vorbild: das Veilchen, die Lilie, die Hor­tensie und die. Georgine werden zu anmutigen Svmbolen erkoren. Rosine, dieHochrote": V i öl a, dieVeilchenfarbene"; O I i v i a, die Schmerzstillende"; Malpine und Kamil- l a sind frühzeitig in die Taufregister unserer Altvordern eingeschrieben worden. Ja, sogar ehe das Kreuz noch die Wett besiegte, hatten sie Geltung.- denn Kamilla -pflegten im alten Rom die Töchter stolzer Pattizier zu heißen und-Esther, der Lieblingsname des Stam­mes Juda, bedeutet Myrthe. Schiller und Pe­trarca besangen den Lorbeer in der Laura und Rosalinde hat in der Minnezeit manchen rit­terlichen Poeten zu Gedichten begeistert. Da­rum wollen wir nicht mit Shakespeare sagen:

Was liegt am Namen?

. Ob auch anders hieß' Das, was uns Rose heißt, Es duftet süß. . .!

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