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Nummer 183.

1. Jahrgang.

Casseler Abendzeitung

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Fevaspvecher 951 «ud 952.

Dienstag, den 11. Juli 1911.

Fernsprecher 951 und 952.

Bade zu Hause...!

Das Aarenpaar kommt nicht nach Nauheim.

Offiziös wird bekannt:Der fran­zösische Botschafter C a m b o n, der am Sonnabend abend in Berlin wieder einge- trosfen ist, hat gestern nachmittag den Staatssekretär des Auswärtigen Amts von Aiderlen-Waechter in dessen Woh­nung ausgesucht. Die Aussprache beider hat ergeben, daß keinerlei Anlaß zur Beunruhigung vorliegt, daß vielmehr auf beiden Seiten der aufrichtige Wunsch besteht, sich über etwaige Diffe­renzen zu verständigen . . ." Einigermaßen überraschend kommt die Meldung, daß das russische Zarenpaar die ge­plante Reife »ach Nauheim aufgegeben habe: Die Kaiserin (so heißt es) werde statt der in Aussicht genommenen Nauheimer Kur im Schloß Peterhof Bäder nach Nauheimer Art nehmen. Dieses plötzliche Bekenntnis zu dem Grundsatz:Bade zu Hause!" dürfte zu allerlei Kommentaren Anlaß geben, und es liegt auch wirklich die Frage nahe, ob für diese Programmänderung die Aerzte oder ... die Diplomaten verantworttich zu machen sind. Wenn Fürsten reisen, braucht man nicht immer gleich nach polittschen Motiven zu su­chen; wenn aber Fürsten plötzlich nicht rei­sen und eine geplante Reise aufgeben, so wird man dahinter, fast ausnahmslos po­litische Motive zu wittern haben. An sich allerdings hatte die beabsichtigte Zaren­reise nach Nauheim ebenso wenig politische Be­deutung wie etwa die Nordlandreise des Deutschen Kaisers. Hätte aber der Deutsche Kaiser seine norwegische Reise im gegenwär­tigen Augenblick aufgegeben, so würde wohl die ganze politische Welt darin ein hochpoliti­sches Symptom erblickt haben. Auch der Zar wird daher nicht dem Verdacht entgehen, daß die plötzliche Aenderung seiner Reise-Dispost- tionen eine gewisse politische Bedeutung hat. Dieser Verdacht wird umso stärker, wenn man sich erinnert, daß sich im vorigen Jahr an den unpolitischen Aufenthalt des Zarenpaars im Taunus die hochpolittsche Potsdamer E n- trevue anschloß, die später die Zunft-Diplo­maten wie einen erschrocknen Bienenschwarm aufschwirren ließ. Seit den Potsdamer Tagen ist das Wort .Nauheim" etwas peinlich gewor­den, und man horcht auf, wenn von Badefahr­ten zum Heflenland die Rede ist.

Beiläufig: Bei den nahen persönlichen Be­ziehungen zwischen dem Deutschen Kaiser und dem Träger der Zarenkrone hätte sich auch in diesem Jahr eine Zusammenkunft der beiden Majestäten kaum vermeiden lassen, und wenn sie auch keineswegs eine besonder» politisch? Bedeutung hätte beanspruchen dürfen: Schon die Tatsache an sich würde genügt haben, Argwohn und Mißtrauen zu wecken. Nach Lage der Sache wird deshalb die Annahme verständlich, daß die durch das deutsche Ein­greifen in Marokko geschaffne Situation dem Zaren den Wunsch nahegelegt hat, eine Begegnung mit Wilhelm dem Zweiten dies­mal zu vermeiden. Schon im vorigen Jahr hat man es dem Zaren aller Reußen in Frank­reich sehr übel genommen, daß er die Hand dazu bot, mit Deutschland zu einem bessern Einvernehmen zu gelangen. Bei der gegen­wärtigen Lage in Marokko müßte eine erneute Begegnung der beiden Kaiser die französische Empfindlichkeit noch weit mehr erregen. Auch der Zar selbst käme dabei in eine schiefe Lage: In einem Augenblick, in dem ihn das Bünd­nis mit Frankreich verpflichtet, seinem Bun­desgenossen gegen Deutschland zu sekundieren, kann er sich mit dem Deutschen Kaiser nicht gut über das Wetter unterhalten. Das würde gradezu wie eine Demonstration gegen Frank­reich aussehen, und die Freunde am Strand der Seine ohne zwingenden Anlaß verärgern.

Aber auch das Gegentett wäre fatal: Würde der Zar während seines Aufenthalts auf deut­schen! Boden jeder Begegnung mit dem Deut­schen Kaiser ausweichen, so könnte man auch darin leicht eine Demonstratton erblicken, die geeignet wäre, den Marokkokonflitt nur zu ver­tiefen. Daran hat aber Rußland ganz und gar kein Interesse. 'Könnten die russischen Diplo­maten reden, wie's ihnen ums Herz ist, so würden sie sicherlich die französische Marokko- Politik in Grund und Boden verwünschen. Rußlands Blick ist nach Osten gerichtet: Sein Interesse »erteilt sich in nahezu gleichen Teilen auf die Türkei, Persien und China. Marokko dagegen ist ihm Hekuba. Glaubte Rußland schon bei der Orientkrisis (die seine unmittelba­ren Interessen berühtte) es nicht aus das äußerste ankommen lassen zu sollen, so hat es

3äs enttäuschte Berlin.

Der Endstart auf Montag verschoben!

(E ig e n e D r a h t m e l d u n g.)

<? Berlin, 10. Juli.

Die gestern erwartete Heimkehr der Teil­nehmer am Deutschen Rundflug ist durch den sturmartigen Wind, der am Sonn­abend einsetzte und den ganzen Sonntag über anhielt, vereitelt worden. Von Stunde zu Stunde hoffte man auf eine Besserung des Wetters, aber vergeblich. Von dreieinhalb Uhr früh wurde der Start in H a l b e r st a d t zu­nächst auf acht Uhr vormittags verschoben, dann wieder auf vier Uhr nachmittags. Der böige Wind flaute aber nicht ab. In Berlin wurde der starke Wind in den oberen Luftschichten ru­higer, in Halberstadt wurde aber noch eine Windgeschwindigkeit von zehn Metern gemel­det. Die dortige sportliche Leitung glaubte unter diesen Verhältnissen für die Freigabe des Startes die Verantwortung nicht auf sich neh­men zu können und beschloß schließlich, den Flug zur letzten Etappe Halberstadt-Berlin auf heute früh dreieinhalb Uhr zu verschieben. Wie in Berlin, so wartete man auch auf der Zwischenlandungsstelle Dessau vergeblich auf die Flieger. Auf dem dortigen Flugplätze hatte sich die Erbprinzessin Leopold mit ihrer Tochter, der Prinzessin zu Schaum­burg-Lippe, in der Mitte vieler Tausender eingefunden, um die passierenden Flieger zu begrüßen. Durch den verzögerten Abflug von Halberstadt verschob sich auch der letzte Termin für die Ankunft in Berlin auf Montag früh. Lindpaintner war gestern nachmittag mit seinem Passagier Leutnant Hailer auf dem Flugvlatz Johannisthal erschienen. Lindpaint­ner hat bei der verunglückten Landung bei Warburg eine Sehnenzerrung am linken Ober­arm erlitten, die ihm eine weitere Teilnahme am Deutschen Rundslug unmöglich machte (wir berichten über den Unfall Lindpaintners im heutigen Feuilleton in einem Inter­view, das unser Berliner S-Mit- arbeiter gestern mit dem Flieger hatte). Auf dem Flugplatz Johannisthal warteten seit der Sonnabend-Mitternacht Hunderttausende von Menschen auf die Ankunft der Flieger, und die riesige Menschenmenge harrte auch den gan­zen Sonntag-Vormittag geduldig aus, bis be­kanntgegeben wurde, daß der Endstart zur Fahrt Halberstadt Berlin endgiltig auf Mon­tag verschoben sei.

Sie Rundffug-Preile.

Bierzigtausend Mark dem Sieger!

Der für den Deutschen Rundflug gestiftete Hauptpreis, derB.-Z.-Preis der Lüfte" von 100 000 Mark, über den heute die Entscheidung fällt, zerfällt in acht Preise, und zwar beträgt der

1. Preis 40 000 M.

2. 25 000

3 10 000

4. 7 000 5 6 000

6. ..... 5 000

7. ..... 4000

8. 3 000

Die Verteilung erfolgt nach der Summe der in vollen Tagesstrecken zurückgelegten Kilo­meter. Bei der Bewertung werden jedoch für die Mitnahme eines oder mehrerer Fluggäste ein Viertel der mit Fluggästen geflogenen Ki­lometer zu der eigentlichen Kilometerleistung hinzugezählt. Die Kilometerzahlen werden in der Luftlinie der vorgeschriebenen Strecken ge­rechnet. d

Ehren- und ExLraPreise.

Außer demB.-Z.-Preis" von 100 000 M. hat das Kriegsministerium noch 5000 Mark für den Sieger und 4000 Mark für den zweiten Preisträger zur Verfügung gestellt, so- wie den Ankauf des siegreichen Apparates. Die Stadt Aschersleben wird einen Preis von 2000 Mark, gestiftet vom Magistrat und Bürgern der Stadt, an die Sieger zur Verteilung brin­gen, und Dessau hat für die Zwischenlan­dung 3000 Mark gestiftet. Dazu kommen die Ehrenpreise der Stadt Berlin, so­wie der Automobiltechnischen Gesellschaft. Der Flug- und Sportplatz Berlin-Johannistbal bat für diejenigen Flieger, die als Erste im Lauf des heutigen Tages das Ziel in Johan­nisthal erreichen, zwanzig Prozent der Tageseinnahme ausgesetzt, einen vor­aussichtlich ziemlich hohen Betrag.

Die Ehauceu der Flieger.

König und Vollmoeller voran!

Nack dem Ergebnis der vorletzten Rund­flug-Etappe sind die Chancen der glieaet für

den53. Z.-Preis der Lüfte" im wesentlichen unverändert geblieben. Der Pilot der Luftver­kehrsgesellschaft Benno König (Albatros) trht noch immer mit 1628,75 Kilometer an erster Stelle, vor dem jungen Etrich-Rumpler- Flieger Vollmoeller, der um 45 Kilome­ter zurückliegt. Wenn König die heutige Etappe Halberstadt-Berlin durchgehalten hätte, wäre ihm der erste Preis sicher gewesen. Voll­moeller ist andererseits mit 1583,75 Kilo­meter für den zweiten Preis von 25 000 Mark nicht mehr zu scklagen, selbst nicht bei einem Versagen auf der heutigen Schlußstrecke. Lindpaintner folgt an dritter Stelle erst mit 1222,50 Kilometer. Er hätte also auf der letzten Strecke bei Mitnahme eines Passagiers höchstens auf 1476,25 Kilometer kommen kön­nen. Dagegen ist Lindpaintner noch von Büchner um den dritten Preis von 10 000 Mark geschlagen werden. Denn da Lindpaint­ner auch auf den Flug nach Berlin verzichtet hat, kommt Büchner nach dem glücklich been­deten heutigen Flug auf 1368,75 Kilometer, und damit auf den dritten Platz. Damit würde die deutsche Industrie einen Spezialerfolg zu verzeichnen haben, denn König, Vollmoeller und Büchner fahren sämtlich deutsche Ma­schinen, Vollmoeller und Büchner auch deutsche Motoren. Die Anwärter auf die weiteren Preise von 6000, 5000, 4000 und 3000 Mark werden an Wiencziers, Wittenstein. Schauenburg und L a i t s ch fallen. Laitsch muß den Flug nach Berlin aber noch durchhal­ten, um den vor ihm liegenden Thelen er­reichen zu können.

Büchner am Ziel!

Um 6,45 Uhr Landung in Johannisthal.

(Eigene Drahtmeldung.)

cS Berlin, 10. Juli.

Büchner landete heute früh 6 Uhr 45 Minuten als Erster auf dem Flugplatz in Johannisthal glatt. Laitsch mutzte zwischen Meiden und Hundlosf wegen Mo­tordefekts landen. Ebenso mutzte König bei Treuenbrietzen eine Landung vorneh­men. Vollmöller ging aleich hinter Halberstadt wegen Motordcfekts nieder. König und Vollmöller werden erst am Nachmittag weiterfliegen.

Ueber den heutigen Start zur Endstrecke Halberstadt-Berlin wird uns aus Halber­stadt depeschiert: Bei herrlichem Wetter fand heute morgen der Start der Teilnehmer am Deutschen Rundflug statt. König flog 3 Uhr 31 Min. auf; ihm folgte Vollmöller 3 Uhr 34, Büchner 3 Uhr 36. Wienc z ier s 3 Uhr 37, Laitsch und Schauenburg 3 Uhr 43 und Dr. Wittenstein 4 Uhr 30 Minuten. Büchner traf als Erster um 4 Uhr 43 Minuten unter dem Jubel des nach vielen Tausenden zählenden Publikums in Dessau ein und flog um 5 Uhr 1 Min. nach Berlin weiter. Ihm folgte König, der um 5 Uhr 1 Min. eintraf und um 5 Uhr 30 Min. wieder aufflog. L a i t s ch ist um 5 Uhr 4 Min. in Dessau eingetroffen und hat seinen Flug um 6 Uhr 3 Min. fortgesetzt. Von König traf um 7 Uhr 10 Min. auf dem Flugplatz Jo­hannisthal folgendes Telegramm ein:Bei RÜchel, drei Kilometer nordöstlich von Treuen- brietzrn glatt gelandet. Zu böiges Wetter. Heute abend Weiterfahrt!" Laitsch ist auf der Fahrt nach Berlin zwischen Weiden und Hundlosf niedergegangen, weil fein Motor aussetzte. Er hat seinen Mechaniker zur Un­fallstelle beorbert, um den Apparat auszubes­sern, beabsichtigt aber, bald wieder aufzu­fliegen. *

Flugplatz Johannisthal, 10. Juli, 2 Uhr nachmittags. (Telegramm unsers Kor­respondenten.) Die heute morgen in Halberstadt gestarteten Flieger, die hinter Büchner zurückgeblieben find, werden heute abend zwischen 5 und 7 Uhr hier erwartet. Aus dem Flugplatz drängt sich seit heute früh eine nach viele« Hnnderttausenden zählende Menge. Die drei ersten Preise sind sicher: König er­hält den ersten, Vollmoeller den zweiten und Büchner den dritten Preis. Zurzeit finden aus dem Flugplatz Schauflüge statt, die indessen durch den herr­schenden Wind stark beeinträchtigt werden. Büchners Ankunft auf dem Flugplatz gefialtttt sich zu einer grotzartige» Kundge­bung für de« Flieger.

ganz und gar kein Interesse daran, daß in bei Marokkofrage der friedliche Handel auf des Schwertes Spitze getrieben wird. Bei diesem Zwiespalt zwischen seiner Bündnispslicht und den eignen Staatsinteressen war es in der Tat wohl der beste Ausweg, daß der Zar seine Reise nach Nauheim ganz aufgab. Damit ent­fällt jeder Anlaß zu einer neuen Begegnung mit dem Kaiser, und der Zar braucht weder die Gefühle der Franzosen noch die Gebote der internationalen Höflichkeit zu verletzen: Er badet zu Hause . . .!"

Im Marokkospiel selbst ist die Situation kaum verändert: Herr Jules Cambon, der seit Sonnabend wieder an der Spree weilt, hat gestern dem Staatssekretär des Auswärtigen Amts einen langen Besuch abgestattet und man hört mit Befriedigung, daß die beiden Herren (die schon in Kissingen auf der Promenade­bank eingehend über das Marokko-Abenteuer geplaudert haben) in der Agadir-Affärekei­nerlei Anlaß zur Beunruhigung" erblicken, vielmehr überzeugt sind, daß auf beiden Seiten der aufrichtige Wunsch bestehe, sichüber et­waige Differenzen zu verständigen". Das ist zwar nichts Neues, aber doch wenigstens ein Lebenszeichen friedlicher Gesinnung, und man darf nun gespannt darauf sein, wie Herr Cam- bvn es anfangen wird, dieVerständigung über etwaige Differenzen" zu verwirklichen. Denn daß Differenzen bestehen, bari'tber braucht man doch füglich nicht mehr zu streiten. Von Herrn Jules Cambon wurde erst am Sonnabend erzählt, daß feine pariser Instruk­tionen ihm genau beit Weg seiner weiteren Tätigkeit im Marokko-Spiel vorzeichneten, er also gewissermaßen mit biplomatischer Marsch­route vorn Quay d'Orsay nach Berlin zurück­kehre. Und man vernahm ferner, daß diese Instruktionen es dem Herrn Botschafter zur Pflicht machten, irgendwelchen Unterhandlun- gen über etwaige Konzessionen Frank­reichs an Deutschland abweisend aus dem Weg zu gehen. Ist das wirklich der Fall, bann will es nicht recht einleuchten, über welche wich­tigen Probleme bie Herren Cambon unb Ki- berlen gestern in bcr Tiergartenvilla des Staatssekretärs denn nun eigentlich so lange und eingehend verhandelt haben, um schließlich der Weisheit letzten Schluß in dem Fundamen­talsatz niederzulegen:Nur keine Unruhe!" Die nächsten Tage werden wohl nähern Auf­schluß darüber bringen, was dem gestrigen Plaudere zu Hanse!" in Herrn von Kiderlens Villa an politischem Gehalt innewohnt.

*

KiderlensUnannehmbar."

(Telegramm unseres Korrespondenten.) $ Kopenhagen, 10. Juli.

Hiesige diplomatische Kreise erklären, baß das französische Ersuchen, Deutschland möge den Kreuzer93 e r H n" von Agadir zurückzie- hen, wogegen Frankreich sich verpflichte, die Bürgschaft für den Schutz der Bewohner zu übernehmen, seitens Deutschlands für unan­nehmbar erflärt worben sei. DaS deutsche Kriegsschiff werde vielmehr solange in Marokko stationiert bleiben, bis dort selbst wieder völ­lige Ruhe eingckehrt und der Rückzug der französischen Truppen zu erwarten sei.

Zetzvelin und Harden.

Wer ist der Erfinder des lenkbaren Aluminium- Luftschiffs?

GrasZ eppelin an Maximilian Harden, den Herausgeber der Zukunft: Tie Unrichtigkeit, der verbreiteten Meinung, baß ich wichtige Teile meines Lnftschiff-Systems van dem Oesterreicher David Schwarz übernommen hätte, erweist sich ans der Tatsache, baß ich bereits im Jahre 1394, wo bei nnS wenigstens noch niemand ctivaS von einem schwarzischen Luftschiff wußte, die inS Einzelne ansgearbeiteten Entwürfe, nach welchen später im wesentlichen meine Luftfchiste ausgeführt wurden, einer von Seiner Mafestüt dem Kaiser be­fohlenen PrüfungSkommifston vorgelegt habe. ES ist demnach ausgeschlossen, daß ich von Schwarz Anregungen für den Bau meiner Luftfchiste bekommen haben tonnte .. .!"

Der Herausgeber derZukunft", Maxi- rnilian Harden, hatte vor einigen Wochen in seiner Zeitschrift darauf hingewiefen, baß Gras Zeppelin bei bet Konstruktion fei­nes lenkbaren Aluminium-Luftfchiffs der Idee des Oesterreichers David Schwarz gefolgt sei, der bereits vor Zeppelin diese Konstruk­tion erfunden hatte. Seitens des Direktors C o l s m a n von der Zeppelin-Lustschiffbau- Gesellschaft war diese Behauptung als un­wahr zurückgewiesen worden. Im Verlauf der weiteren Erörterungen richtete dann auch Graf Zeppelin selbst an Harde« ein

Der Rundflug am Ziel.

Büchner als Erster in Johannisthal!