Nummer 182.
1. Jahrgang.
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Lasseler UbenLzeitung
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'Stxnftreedjec 951 und 852.
Sonntag, den S. Juli 1911.
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Menschen-Tragädien-
Die Opfer der Intrige.
Lus bem Abfchiebsbrief eines greifen Lebens- müben: „Durch jahrelange, gegen mich begangene Manipulationen bin ich in beftänbige, heftige Ke mütSbewegung unb unablässige schwere Sorge versetzt worben. Mit meiner Straft zu Ende, gebrochen an Körper unb Geist, zu Tobe gehetzt, icheibe ich her,- unb gemütskranker Greis in meinem siebenunbsiebzigsten Lebensjahre freiwillig aus biefer Welt, um bie langersehnte Ruhe zu gewinnen. Allen Denen, welche jemals im Leben mir Gutes errotefen haben, sage ich mit letztem Gruß herzlichen Dank. Betet für mich ...!
Der Unglückliche, der diese Zeilen schrieb, endete das ihm unerträglich gewordne Leben durch eine Revolverkugel, nachdem er sechsundsiebzig Jahre dieses Erdendaseins mit ihrer Last an Kummer und Sorge überdauert hatte. Aus dem Abschiedsbrief des Greises spricht die Verzweiflung einer bis zum Wahn gefolterten Seele, und die verzehrende Angst eines um sein Schicksal Bangenden, der in' dem furchtbaren Kampf zwischen Lebenswillen und Todessehnsucht schließlich unterlag und mit zitternder Hand die Waffe an die welke Schläfe setzte. Der Landeskammerrat Beerend in Jena, der mit dem Bekenntnis eines qualvollen Seelen-Märthriums aus dem Leben schied, ist sicher nicht das einzige Opfer der Intrige: Tausende winden sich gleich ihm in den Fesseln des Verhängnifles und die düstre Chronik der Selbstmorde, die Statistik der „Freiwilligen des Todes" birgt Geheimniffe von erschütternder Tragik, die mit der letzten Verzweiflungstat der von der Niedrigkeit in den Tod Gehetzten den furchtbaren Abschluß fanden. Was sind die Tragödien der Liebe, die Jahr um Jahr ihre Opfer heischen, gegen die Dramen der Intrige, dir in Ban» den der Seelenfolter ihre Opfer langsam dem Wahn der Verzweiflung ausliefern, und deren Fäden aus dem sichern Hinterhalt heraus gesponnen werden! Der Greis, der im Schwimmbad zu Jena die Todeswaffe gegen sein Leben erhob, hat jahrelang in der Furcht vor der Katastrophe gezittert, hat eine Seelen- folter durchlebt, wie sie furchtbarer auch den zum Tod Verurteilten in der Nacht vorm Ende nicht martern kann, und unterlag dann schließlich dem Schicksal, als das Alter seine Kräfte zermürbt und seine Duldungstärke gebrochen hatte.
Das tragische Gegenstück der Thüringer Tragödie spielte wenige Tage vorher in der Metropole des Reichs, wo in einem kleinen Hotel in der Stille der Nacht der frühere anhaltinische Konsistorialrat, Pfarrer Friedrich Westphal, freiwillig in den Tod ging: Auch er ein Mann, der die Schwelle des Greisenalters längst überschritten hatte, und dessen Erdentage nach menschlicher Voraussicht gezählt waren. Auch er fiel als Opfer der Intrige am Abweg des Lebens, und wenn sein tragisches Schicksal auch nicht ganz unverschuldet, nicht ohne gewisse Sühne begangner Schuld war, so hat doch der Abschluß des Dramas die Gemüter der menschlich Empfindenden in ihren tiefsten Tiefen erschüttert und man beklagt auch in diesem Unglücklichen ein Opser der Intrige, das aus dem Leben sloh, um der Marter der Seelenqual und der Unbarmherzigkeit schlimmer Feinde zu entgehen. Das Schicksal der beiden Männer zwingt zu der Frage, ob die Umstände, die sie in den Tod getrieben haben, nicht die Handhabs bieten, gegen die Urheber dieser beiden Menschentragödien strafrechtlich einzuschreiten und die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen. Der Mörder, der fein Opfer auf der Landstraße erschlägt, handelt noch menschlicher, als der Verbrecher, der die Pfeile des Verhängnisses aus dem Hinterhalt abschießt, und sein Opfer nach jahrelanger Seelenfolter der Verzweiflung überantwortet. Und ein Gesetz, das das Leben und die menschliche Sicherheit schützen will, müßte seine idealste Aufgabe darin erblicken, die seiner Hut anvertraute bürgerliche Gesellschaft vor dem Meuchelmord der Intrige zu bewahren. Denn der Intrige und der Bosheit verbrecherischer Gesinnung fallen zehnmal mebr Existenzen zum Opfer, als durch Mörderhand aus der Gemeinschaft der Lebenden getilgt werden.
Vor einigen Jahren erregte in der juristischen Welt ein Prozeß Aufsehen, der gegen den Redakteur eines Blattes in einer kleinen Stadt im Reichswesten verhandelt wurde, und in dem der nickt alltägliche Fall zu entscheiden war, ob durch eine indirekte geistige Einwirkung eine Körperverletzung mit tödlichem Ausgang bewirkt werden könne. Es handelte sich um folgenden Tatbestand: Ter angeklagte Redakteur
Algeciras und Agadir.
Die kommende Aussprache zwischen Deutschland und Frankreich.
lDepeschen der Casseler Neuesten Nachrichten.)
Wie uns aus Paris berichtet wird, ist Botschafter Jules Cambon gestern abend nach einer Konferenz mit Caillaux und dem mittags zurückkehrenden Minister des Aeußern, de Selbes, nach Berlin abgereist. Aus den französischen Zeitungen ergibt sich klar, daß eine neue Konferenz, auch im Miniaturformat der Konversation zu vieren, der öffentlichen Meinung nicht wünschenswert erscheint. Einige Zeitungen sprechen offen die Ansicht aus, daß eine Aussprache zwischen Deutschland und Frankreich unter allen Umständen einer neuen Konferenz vorzuziehen wäre. Andere verbergen die Enttäuschung darüber, daß England an einer Demonstration vor Agadir nicht teilzunehmen wünscht, unter tönenden Worten über die Festigkeit der Entente Cordiale. Der Ton ist im allgemeinen fortgesetzt ruhig. Weiter wird uns berichtet:
M Paris, 8. Juli.
(Privat-Telegram m.)
In Bezug auf die zwischen Frankreich und England vereinbarte Stellungnahme zu der deutschen Jnterventton in Marokko darf man nunmehr als feststehend annehmen, daß beide Regierungen ihre Bereitwillinkeit zu einer Aussprache über die endgültige Regelung der Marokkofrage zu erkennen geben werden. Sie werden aber zugleich der Ueber- zeugung Ausdruck geben, daß die Zurückziehung des deutschen Kriegsschiffes von Agadir diese Aussprache und ihr Ergebnis weiter fördern würde. Wie das „Echo de Paris" berichtet, hat Botschafter Jules Cambon bei feiner gestrigen Abreise nach Berlin den Journalisten gegenüber eine ablehnende Haltung eingenommen und sich geweigert, irgend eine Erklärung abzugeben. Cambon nahm in demselben Wagen Platz, in dem sich der frühere Handelsminister Dupuis (bet nach Hamburg reiste) befand.
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Wien, 8. Juli. (Telegramm unse- res Korrespondenten.) Der „Reuen Freien Presse" wird sowohl auS Paris wie auch aus London telegraphiert, daß in dem Stand der Marokkofrage eine Entspannung eingetreten sei. Der Beginn der diplomatischen Verhandlungen wegen Marokko vollziehe sich ruhig. Man habe die Ueberzeugung. daß Deutschland keine Gebietserweiterung verfolge, sondern lediglich geschäftliche Zwecke habe, was nach dem deutsch-französischen Abkommen vom Jahre 1909 berechtigt erscheine.
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Falliere» Heimkehr.
(Telegraphische Meldungen.)
Präsident Fallisres. der gestern vormittag elf Uhr von seiner Steife nach Holland wieder in Paris eintraf, empfing sofort den Ministerpräsidenten, der ihm über die mit dem Londoner Kabinett über den Agaditzwischenfall geführten Besprechungen unterrichtete. Am Nachmittag hatte der Ministerpräsident mit dem Minister des Aeußern und dem Botschafter Cambon eine Besprechung über die Lage.
In dem heutigen Ministerrat wird die Antwort festgestellt werden, die der Minister des Aeußern auf die von Bourquerey de Boifferin und Jautss angekündigten Interpellationen zu erteilen haben wird. Man glaubt, daß der Minister des Aeußern ebenso wie Premierminister Asquith im englischen Unterhause, eine kurze Erklärung abgeben wird, um eine Vertagung der Jnterpel- lationsdebatten bis nach Beendigung der diplomatischen Unterhandlungen zu erreichen. Mehrere Blätter verzeichnen mit unverhohlener Befriedigung die Erklärung Asquiths, die beweise, daß Frankreich in der Agadirfrage auf die treue Freundschaft Englands reckmen könne.
Die Stimmung der Presse ist indessen im allgemeinen ruhfg und die leidenschaftliche Erregung der vergangenen Tage ist einer ruhigen Besonnenheit gewichen, die die Situation nach ihrem politischen Werte beurteilt und sich darauf beschränkt, die neueren Vorgänge in
einer Form zu kommentieren, die frei ist von allen Gehässigkeiten gegenüber Deutschland. Auch in der O Öffentlichkeit macht sich das Bestreben bemerkbar, die Angelegenheit leidenschaftslos zu erörtern und damit einer definitiven Verständigung zwischen den beiden Mächten die Wege zu ebnen.
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Der maurische „Geheimvertrag".
(Privat-Telegramme.)
Die Londoner „Exchänge Telegraf Company" veröffentlichte gestern einen angeblich zwischen Frankreich und Marokko abgeschlossenen Geheimvertrag. Die offiziöse Agence Havas beeilt sich darauf, diesen Vertrag für „apokryph" zu erklären. Die Pariser Blätter geben dieses „Dementi" wieder, ohne sich indessen über die Sache weiter zu äußern. Der Tangerer Korrespondent der Company hält seine Meldung für durchaus zuverlässig, lieber den angeblichen Geheimvertrag werden folgende Einzelheiten bekannt:
W Paris, 8. Juli.
(Telegraphische Meldung.)
Nach dem angeblichen „Geheimvertrag" gewährleistet Frankreich die Souveränität des Sultans und sorgt für eine militärische Streitmacht, die stark genug ist, um die aufrührerischen Stämme der Autorftät des Sultans zu unterwerfen, der alle Kosten dafür bestreitet. Der Sultan wird mft Unterstützung der französischen Militärkommiflion binnen fünf,, Jahren eingeborene Polizei- truppen organisieren. Frankreich wird die scherifische Regierung durch Vorschüsse in Stand setzen, die Truppen zu besolden. Die scherifische Regierung wird vollkommene Freiheit haben, andere internationale Verträge abzuschließen. Doch ist bedingt, daß die Vorschläge zu irgend einem neuen Abkommen vorher der französischen Regierung unterbietet werden müssen. Die französische Regierung wird bei der Staatsbank einen Kredit bis zweieinhalb Millionen Francs eröffnen.
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London, 8. Juli. (Privat-Tele- gramm.) Die durch ein hiesiges Blatt erfolgte Veröffentlichung des angeblich zwffchen Frankreich und Marokko abgeschlossenen Geheimabkommens hat hier kein wesentliches Auffchen erregt. Die Blätter begnügen sich, das Dementi wiederzugeben, das die Pariser Agence HavaS hierzu veröffentlicht hat. Man gewinnt indessen den Eindruck, daß man das Dementi der offiziösen Pariser Telegraphen- Agentur imgrunde kaum ernst nimmt.
Agadir-Konferenzen und -Scho».
(Eigene Drahtmeldung.)
** Köln, 8. Juli.
Der „Kölnischen Zeitung" wird aus Berlin gemeldet: Der russische Botschafter sprach gestern abend im Auswärtigen Amt vor, und hatte eine längere Unterredung mit dem Staatssekretär von Kiderlen-Waechter, die sich auf die M a r o k k o f r a g e bezog. Der russische Botschafter hatte den Auftrag, sich in freundschaftlicher Weise über die Absichten der kaiserlichen Regierung zu erkundigen.
Aus Tanger wird der „Kölnischen Zeitung berichtet, daß sämtliche in Tanger anwesenden einflußreichen Leute auS Sum dem deutschen Gesandten einen Brief überreicht haben, in dem sie ihre Anerkennung und ihre Genugtuung darüber ausdrücken, wenn Deutschland den Stamm der Sum unter seinen Schutz stellen würde.
Die Londoner „Daily News" betont in einer Besprechung der Marokkofrage, daß eine deutsche Flottenbasis in Agadir oder Mogador die Verteidigung Englands zur See erschweren und seinen Flottenetat um Millionen er« höben würde. Es sei fraglich, ob England sie überhaupt dulden könne. Aber das einzige Mittel, dies zu vermeiden, sei, das Frankreich Fez verlasse oder daß für Deutschland eine andere Kompensation gefunden werde, die das maritime Gleichgewicht der Welt weniger heftig erschüttern würde.
hatte in seinem Blatte (im Sprechsaal) eine Zuschrift veröffentlich^ die einen scharfen Angriff gegen eine im kommunalpolitischen Leben des Städtchens viel angefeindeteAmtsperson ent- hielt,gegen die in der Veröffentlichung Vorwürfe sachlicher Natur erhoben wurden. Aus dem einen „Eingesandt" entstand im Widerstreit der
Meinungen in der Folgezeit ein förmlicher Rattenkönig von Sprechsaal-Nrtikeln, in denen sich zumteil die gegen den Beamten erhabnen Vorwürfe in verschärfter Form wiederholten. Die Folge war, daß der auf diese Weife Ange- grissn», ein Herzkranker und nervös überreizter Mann, sich über die fortdauernden Anfeindun
gen derart erregte, daß er einen Schlaganfall erlitt und nach kurzer Zeit verstarb. Gegen den verantwortlichen Redakteur des Blattes wurde infolgedessen Anklage wegen (indirekter) Körperverletzung mit tödlichem Ausgang erhoben und das Gericht kam auch zu einer Verurteilung des Angeklagten, indem es geltend machte, daß der Redakteur als der intellektuelle Urheber der Katastrophe zweifellos strafbar, und demgemäß zu berurteilen sei. Das Erkenntnis hat seinerzeit großes Aussehen erregt, aber man darf nicht übersehen, daß es durchaus dem natürlichen Gerechtigkeit-Empfinden enffprach, indem es den Tatbestand der Körperverletzung nicht von der toten Buchstabenreihe des maßgeblichen Paragraphen abgrrn- zen ließ, sondern die Ursachen und Wirkungen des Falles in Betracht zog.
Mit wie viel mehr Recht würde die Härte des Gesetzes gegen das im Verborgnen arbeitende Intriganten- und Denunziantentums anuzwenden fein, das seine Opfer kalten Blutes zu Tode peinigen und sich vor der Gerechtigkeit dennoch sicher wähnen darf. Der sächsische Zunft-Jurist und Reichstag-Abgeordnete Wagner hat zur Reform des Strafprozetzverfahrens bekanntlich einen Antrag eingebracht, der „ehren weiter- gehenden Schutz gegen böswillige Verleumdungen und Beleidigungen" verlangt, und der als „lex Wagner" grade in der sonst auf den Schutz der Persönlichkeit bedachten Presse erbittert bekämpft worden ist. Mit Unrecht: Denn der Schutz der Person gegen die Niedrigkeit gemeiner und böswilliger Verleumdung kann gar nicht weitgehend genug gestaltet »erben. Wer wider besseres Wissen verdächtigt und verleumdet, begeht ein Verbrechen, das in seinen Wirkungen viel verhängnisvoller sein kann, als ein Ginbruch oder ein Raub, die das geltende Gesetz mit Zuchthaus- und schweren Gefängnisstrafen bedroht. Die beiden Menschentragödien, von denen im Eingang des Ar- tikels die Rede ist, offenbaren überzeugend, wie unheilvoll die Folgen der Verleumdung und der Intrige sich grade dort äußern, wo Seele und Gewissen am empfindlichsten sind. Und es ist deshalb eine Forderung natürlichster und selbswerständlichster Gerechfigkeit, daß der Staat als der Schirmer und Hüter des Rechts Gesetze schafft, die nicht nur den öffentlichen Verleumder der gerechten Strafe überliefern, sondern die mit noch schwererer Sühne den aus dem Hinterhalt operierenden Intriganten und Denunzianten bedrohen, wenn er mit den Giftpfeilen des Hasser und der Verleumdung sein Opfer zur Strecke gebracht hat. Der Mörder der Landstraße mordet mit dem Messer und dem Revolver; der Mörder der Menschenehre mordet mit dem Raffinement verbrecherischen Instinkts: Beide aber sind Verbrecher und ihr Werk fordert die gebührende Sühne! F. H.
Münchener Sensationen.
Korruptions-Inserate vorm Kriegsgericht. (Von unserm Korrespondenten.)
München, 8. Juli. (Telegramm unsers Korrespondenten.) Die plötzliche Vertagung beS vor bem Kriegsgericht ber ersten Division gestern begonnenen Sensationsprozesses gegen bot Oberstleutnant z. D. Stritzel wegen Jnse- ratenschwinbels ist barauf zurückzuführen, baß in bem Verfahren neue Feststellungen gemacht worben sind, bie bie Sache strafrechtlich umzugestalten in ber Lage finb. Ein neuer Termin ist bisher nicht angesetzt worben; auch erfolgte bie Bekanntgabe ber Vertagung ohne bie Angabe von Gründen.
Im Frühjahr dieses Jahres erschienen bekanntlich in einer Anzahl bayerischer Zeitungen Inserate, wonach ein „höherer Staatsbeamter" gegen Gewährung eines Darlehns von fünftausend Mark einem jungen Manne eine sichere Lebensstellung in Aussicht stellte. Als dann die Redaktionen der größeren Blätter auf das Bedenkliche dieses Inserats hinwiesen, leitete die Behörde eine Untersuchung ein und ermittelte, daß der zweiunddreißig Jahre alte Kaufmann GeorgHahndas Inserat aufgegeben hatte. Hahn wurde nach seinem Verhör zunächst wieder in Freiheit gesetzt. Nachdem er einige Tage in München umhergeirrt war, begab er sich nach Freilassing, entkleidete sich hier teilweise am Ufer des Mühlbachs und sprang in den Fluß, nachdem er vorher
vier Revolverschüsse auf sich abgefeuert hatte. Er konme nur als Leiche geborgen werden, lieber feine Persönlichkeit wurde festgestellt, daß er früher Unteroffizier im vierzehnten Infanterie-Regiment in Nürnberg war. Et