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Nummer 181.

1. Zichrgang.

hessische pbrncheitunF

Laflelrr pbmvieitung

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Fernsprecher 951 und 952,

Sonnabend, den 8. Juli 1911

Fernsprecher 951 und 952.

*

3m Reiche Merlen«

seine Plane beunruhigt wird.

Wenn man die Art, wie Kiderlen-Waechier

arbeitet, berücksichtigt, dann mutz man an her

weitz. Er ist weit davon entfernt, sich nach der

Lebens ist, so verschwiegen und unergründlich

bedeutenden Plan zur Ausführung zu brin-

dürfe.

arbeitet, und andere Stunden, in denen er von seiner Arbeit nichts Weitz und wissen will, son­dern sein Amt ist sein Leben, und sein Leben ist seine Arbeit. Wie es gerade jedesmal der Fall erfordert, ist er bei Tag und bei Nacht für seine Ideen tätig, verschmäht es aber auch nicht, sich gründlich auszuruhen, wenn er nickt durch

gültig erscheinende Handlung. Darum war auch die Ueberraschung bei der Entsendung des Panther" nach Agadir allgemein so groß. ES

suche bestimmt ausgesührt werden soll. An> allen maßgebenden Stellen lege man großes Gewicht darauf, daß daS freundschaftliche rus­sisch-österreichische Verhältnis wieder hergestellt werde. Die gereizte Stimmung, die seinerzeit die Annektierung der Balkanprovinzen durch Oesterreich, in .Petersburg hervorgerüfen habe, sei längst beseitigt, und eS bestehe in den lei­tenden Kreisen der russischen Diplomaten der aufrichtige Wunsch, daS freundschaftliche Der- hältniS zu Oesterreich d a u e r n d zu sichern, da etutiMo i|i, iw «»iv j bride Mächte gleichmäßig an der Aufrechter­

ist er aber, wenn er daran geht, irgend einen Hauung der Ordnung und Ruhe am Balkan ' 1 * interessiert seien und den Frieden für immer

zu sichern vermöchten, wenn sie Hand in Hand arbeiteten. Der Artikel schließt mit der Der- sicherung, daß der offizielle Abschluß eines rus- sisch-österreichischen B ü n d n t s s e s nur noch eine Frage der Zeit sei und schon heute al« durchaus gesichert betrachtet werden

ncten die Frage: Sollen wir

das Geschenk annehmcn oder ablehne«?>

sprächig und gibt gern über alle interessieren­den Fragen Auskunft. Ebenso osfenherzig, wie er in diesen unwichtiger« Angelegenheiten deS

strebungen im Interesse des sozialen Frie­dens dienen.

BsrMnung der Antipoden?

Ein russisch-österreichisches Bündnis.

der augenblicklich im Mittelpunkt des politi­schen Interesses der Welt steht, ist (wie uns von diplomatischer Seite geschrieben wird) ein unermüdlicher Arbeiter. Er kennt nicht so­genannteBureaustunden", während deren er

landläufigen Mrt mit tiefem Geheimnis zu um­hüllen, sondern ist bei unwichtigen Dlngcn ge­

ahnte niemand etwas und kein Mensch konnte vorher geheimnisvollmunkeln". Es liegt nicht in KiderlenS Art, zu reden. Charakteristisch

gen. Dann verrät er sich durch keine Miene, durch kein Wort und durch keine noch so gleich-

Deutsche Friedensboten.

Die Englandsahrt deutscher Arbeiter.

(Eigene Drahtmeldung.)

Frankfurt a. M., 7. Juli.

Heute früh erfolgte von Frankfurt aus die Abreise der deutschenArbeitcr, die, ei­ner Einladung der englischenAdult Spoul" folgend, deren vorjährigen Besuch in Deutsch­land erwidern. Fünfzig Arbeiter ka­men aus Düsseldorf, einundfünfzig aus Frank­furt und den Rhcin-Main-Gebieten Während | im vorigen Jahr vergeblich versucht wurde, Ar-! beiter aller Parteistellungen zum Empfange der englischen Gäste heranzuziehen, ist es diesmal Deutschland gelungen, in der Reisegesellschaft (dem Wunsche der englischen Gastgeber entspre­chend) eine Vertretung der gesamten Arbeiter­schaft des Reichsgebiets zu vereinigen. Die Arbeiter werden überall nachts bei englischen Arbeiterfamilien einguartiert. An den Abenden finden öffentliche Volksversammlungen statt: auch werden die Arbeiter vom Londoner Lordmayor empfangen werden. Wenn der Englandsahrt der deutschen Arbeiter auch kei­nerlei politische Bedeutung betzumessen ist, so wird sie doch dazu beittagen, die Berüh- rungSpunkte der englischew und der deutschen Arbiiterschaft »u vertiefen und damit den Be-

dafür ist ein gelegentlicher Ausspruch von ihm: Man darf nur reden, wenn man nichts plant!" Er wartet den richtigen Augenblick ab, und wenn dieser gekommen ist, dann folgt die Tat. Auch hierin ist er ein echter Schüler Bismarcks, der stets liebenswürdig und gesprä­chig war, und trotz der vielen Worte keinem Menschen etwas sagte, sondern in eherner Ruhe die Tat heranreifen ließ. Kiderlen-Waechter hat sehr viele Freunde und begeisterte Verehrer, aber auch (wie es bei einem Manne seiner Art nicht ander? sein kann) viele Gegner, die indes­sen hoffentlich nicht verhindern werden, daß er noch lange zum Segen des Vaterlandes tätig sein kann. Denn Kiderlen ist das, was Deutschland braucht: Einneuer Bismarck ...!" **

stimmung.

Wenn eS wirklich eineSeelentelegraphie' gibt, wird dem Herrn Geheimen Kommerzien­rat Usch rott gestern nachmittag sicher das Ohr geklungen" haben, denn fast vier Stirn- den lang war er der Gegenstand einer lebhaf­ten Debatte im Casseler S t a d t v e r o * d n e " ten-Kollegium. Und die Ursache dieser, die Gemüter heftig bewegenden Auseinander­setzung war eine Stiftung AichrottS an die , Stadt Cassel. Bekanntlich hatte Gehe mrat -Aschrott anläßlich. seines sünsundachtziasten n Geburtstages der Stadt einen Teil deS Flora-

Wien, 7. Juli. (Telegramm unserS Korrespondenten.) Wie ich an zustän­diger Stelle erfahre, ist die Reise deS Erzher­zog-Thronfolgers nach Petersburg beschlossene Sache. Erzherzog Franz Ferdinand hat den anfänglichen Widerstand Kaiser Franz 3»r . , . ~

f cf8 gegen diese Reise beseitigt und den alten Geburtstages der Stadt einen Teil der Flora Kaiser für seine Pläne zu gewinnen gewußt. Parker zum angeboten, mit der Be^

ES ist wahrscheinlich, datz di- Reise (der man dtngung da auf dUs.m Ge««d^ biS^zum in allen politischen Kreisen größte Bedeu- ^h,^ erbaut werde. Da mit dem halben t u n g beimißt) noch im Herbst dieses Jahres S-(orLat( abet der Stadthallensach« nicht ge- erfolgen wird. BiS dahin wird wahrscheinlich kar, sah sich der Besitzer des Parkes ver- auch die seit langem durch den Thronfolger er- gnlaßt, auch noch die andere Hälfte hinzuzu- sttebte StandeSerhöhnng seiner Gat- schenken. Run entstand für die Stadtverord- tin, der Herzogin von Hohenberg, durch den *- ***:*

Wir haben schon früher auf die sichtbaren Bestrebungen der österreichischen Diplomatie hingewicsen, eine gewisse Annäherung an Rußland herbeizuführeu, und damit die Spannung, die zwischen Petersburg und Wien jahrelang bestanden hat, zu beseitigen Die EL ll[UJl , Seele dieser Bestrebungen war (und ist) der - . . . Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdi-

------- . ®r J* n a n b dessen Einfluß auf die Gestaltung der jetzt gezeigt, daß er zu den bedeutenden Diplo- @cfcb{(Ie ber Donaumonarchie immer deutlicher malen der Welt zu rechnen ist (nicht umsonst erfCnnbar wird. Es scheint nun, daß die Ver­gilt er als einer der besten Schüler Bis- söhnung zwischen Rußland und Oesterreich be- marcks); und wie alle wirklich bedeutenden rcits bestimmte Formen angenommen hat, Diplomaten betreibt er seine Tätigkeit nicht wir aus folgender Meldung hervorgeht: als Handwerker, die ihr Tagewerk fertigstellen, $ Wien, 7. Juli,

sondern wie ein K ü n st l e r, der ständig von (P r i v a t - T e l e g r a m m.)

seinen Ideen und Plänen erfüllt ist. Während | Die nciie Wiener WochenschriftRevue"

Intimes aus «nserm Auswärtigen Amt.

$>te neueste Wendung in ber . maroffantfdien ftraae lenkt wieder eknmal die allgemeine Auf- merffamteit auf d!o Stätte, an der die deutsche AuSlandpolitikgemacht" wird: «us das einfache anfpruchSlofe Gebäude in der Wilhelm- stratze zu Berlin. daS stch am WilhelmSplatz neben | dem Reichskanzlerpalais erhebt und daS die Haus- Nummer fechsundstebzig trägt. Dort residiert Herr von Kid -rlen-Wacchter und von dort auS fpmnen sich die Fäden unsrer Ausland-Polittk.

Wenn in der diplomattschen oder journali­stischen Welt vom Deutschen Auswärtigen Amt die Rede ist, pflegt man gewöhnlich einfach Wilhelmstratze" zu sagen, ganz ebenso wie man nritDowning Street" das Auswär­tige Amt in London, und mit demQuai d'Orsay" das stanzösische Ministerium des Auswärtigen bezeichnet. Was die Downing SSt, tot Franttttck"das" Ä Pcincn ^been unb Plänen erfüllt ist Während I $le ncue Wiener Wochenschrift ..

b ^Y fftt-«Jfeinet Gesandtentätigkeit in Kopenhagen vom einen sensationellen, aus Petersburg "und d Jahre 1895 bis 1899 galt er als einer der besten inspirierten Artik l, der der r u s s i s ch - ö st e r- brücke- in PeteEburg für Rußland und die Verhältnisse, da er überall be- «'sEntente das Wort redet.

einamXtMrt strebt war, in das W.e s - n der Dinge vorzu- Dadurch erhält Rußland völlige Bewegungs-

f J Äb^dnvävstickm Verwaltunqs- dringen. Während seines Aufenthalts in Bu- im fernen Osten. In Petersburg schätzt

Aörd- dA und ieA das ital^ni^ Mi- karest hat er sich zu dem besten Kenner der LJ heute noch nach dem Rücktritt Iswolskis

b Hörde diente und j^ dar tmnenticye Mr- Wahlkampfverhältnisse entwickelt, weil er auckI ben Grafen Achrenthal alS Freund

Bedeutung 'wie diesen ^Straßen und hier mehr war, als ein bloßerVertreter des Rußlands. Auch die Haltung des österreichi-

Mötren^kom^t der Wilhelmstratze" in Berlin Reichs". Er wurde ja deswegen auch wieder- schcn Thronfolgers werde in Petersburg hoch

Platzen komm b . Jt rfte6t holt mit der Vertretung des Freiherrn von geschätzt Man rechne dort bestimmt mit dem $ bmTnwl« W«n 1«® uäl-ärtl«« d,S d-Mch-» h»«"/ b« mb« S-m-blw «m

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sche) untergebracht ist. Das Gebäude ist eher alles andere als ein pnrnkvoller Bau: Ein'

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schastlichen Bauten, die in den Dreißiger Jah­ren des achtzehnten Jahrhunderts errichtet wurden, als in Preußen noch derGeist der Sparsamkeit" regierte. Sein Erbauer war der j Oberst von Tannewttz. Nach seinem Tode ging daS Haus im Jahre 1851 an die be- rühmte Tänzerin Barbarina über, die den LegattonSrat von Cocceji geheiratet hatte. Wenig- Jahre darauf wurde Cocceji nach Glogau versetzt, und der Staatsminister Graf von Eickstädt erwarb das Grundstück und zwar für den für heutige Verhältnisse unglaublich niedrig anmutenden Preis von 34 500 Mark. Die Tochter des Ministers veräußerte den Be­sitz im Jahre 1804 an den damaligen russischen Gesandten von Alopcus, der verschiedene Um­

würden, scharf geschossen werde. Als trotzdem eine Frau ihren Platz am Fenster nicht verließ, wurde sie durch drei Schüsse in den Kopf getötet. Der Kampf dauerte meh­rere Stunden hindurch fort. Das Hafenquar- tier wird von Polizei und Soldaten ständig be­wacht. Auf beiden Seiten der Straßen pa­trouillieren Soldaten mit aufge - pflanztem Bajonett. Die Antwerpener Reedergcscllschaften haben jetzt endgiltig be- schlossen, den streikenden Seeleuten die ver­langte Lohnzulage . ju gewähren. Der Ausstand, der schon am Sonnabend zum größ­ten Teil zu Ende gegangen war, kann damit als überwunden angesehen werden. Die Reeder erklärten sich bereit, die Hamburger Lohnskala zu der Neuordnung anzunehmen.

i Man hofft, daß die Streikenden sich mit diesem Angebot einverstanden erklären werden und der Seemann-Krieg damit zum Abschluß kommt.

Aussperrung der Glasarbeiter?

(Privat-Telegramm.)

Wie uns auS Görlitz berichtet wird, hat die dort gestern ab gehaltene Generalversamm- | lung der mitteldeutschen Bezirksgruppe des Ar- beitgcberschutzverbandes deutscher G l a S. s a b r i k e n beschlossen, infolge des Arbeiter- Ausstandes in Rausch« sämtliche« organisierten Glasarbeitern des sächsischen, schlesischen und Lausitzer Bezirkes zu kündigen, falls bis zum fünfzehnten Juli keine Einigung erfolgt ist. In Betracht kommen über sechzig Fabriken mit mindestens zehntausend Arbeitern und Arbeiterinnen. Die Aussichten für daS Zu- standekommen einer Einigung sind nur gering. Wels kommmde Stadthalle.

Hie Aschrott-Stiftmrg im Stadtparlament.

Die Casseler Stadtverorvneten-Ber- fammlung hat in ihrer gestrigen, bis gegen elf Uhr abends dauernden Sitzung die Schenkung des Floraparkes durch den Ge- heimrat Aschrott angenommen und gleich- zeittg den Bau einer Stadthalle auf dem geschenkten Grundstück beschlossen. Für die Annahme stimmten 35, dage- g e n 9 Stadtverordnete. Zwei Mitglieder deS Kollegiums enthielten sich der Ab-

Die gestrigen Strotze,rkämpfe.

Wie wir schon gestern telegraphisch mitge- teilt haben, ist es am Donnerstag früh aud) in Amsterdam zu schweren Ausschreitungen der streikenden Seeleute gekommen, bet denen (ebenso wie bei den vorgestrigen Stra- ßenkämpfen in Manchester) zahlreiche Personen schwer verletzt worden sind. Eine Frau wurde bei den Zusammenstößen getötet. Heute tft (wie uns ein Telegramm meldet) die stabt ruhig, doch herrscht unter den streikenden See­leuten stärkste Erbitterung, und neue Ausschret- tungen sind wahrscheinlich, lieber die Vor­gänge am gestrigen Tag geht uns folgender Be­richt zu: ~

tz Amsterdam, 7. Juli.

(Privat-Telegramm.)

Ausständische wollten gestern früh einen Packmeister, der zur Arbeit ging, angreisen. Als die Polizei dem Angegriffenen zu Hilfe kam, i rotteten sich alle Streikenden gegen die Polizei zusammen. Auf beiden Seiten wurde geschossen. Auch die Frauen be- teUigten sich an der Revolte. Sie öffneten die Fenster der Wohnungen, warfen allerhand Ge- genstände auf die Polizisten und feuetten durch Zurufe ihre Männer an. Bon den Fen- st er« und Dächern wurde grs ch o s - f en. Der kommandierende Polizeioffizier I drohte, daß, fall» die Fenster nicht geschlossen

Kaiser erfolgt fein.

Seemann-Krieg in Amsterdam!

bauten vornehmen ließ.

5>m Jahre achtzehnhundertneunzeh« wurde das HauS der Bestimmung überwiesen, die es zu einem geschichtlichen Monument der Resi­denz machte: Für 240 000 Mark wurde eS vom Staat als Dienstgebäude fiir den damaligen Minister des Auswärtigen, Grafen von Bern- storff, angekauft. Seitdem ist die Nummer seckkundsiebzig (abgesehen von einer kurzen Unterbrechung, während der der Justizminister von Mühler im Jahre 1837 das Haus für einige Zeit bezog) das Heim der auswär­tigen Politik Preußens und des deut­schen Reiches geblieben. Längst hätte man gern das Gebäude, dessen Räume völlig unzu­reichend sind, niedergerisscn und durch einen Nrnhan ersetzt, wenn es nicht vom Oktober 18621 bis zum Jahre 1876 die Wohnung Bis­marcks gewesen wäre. Die Zimmer, diel Bismarck als Minister des Auswärtigen, als Ministerpräsident und als Kanzler deS Deut­schen Reichs bewohnte, liegen im ersten Stock. Am Fuß der zu ihnen führenden Treppe, die jetzt die Botschafter und Gesandten hinauf­steigen, wenn sie sich zum Staatssekretär des Auswärttgen begelen, halten zwei Sphinxe Wache. Eine Mei-'Würdigkeit unter diesen Räumen ist das sogenanntechinesische Zim­mer", das seinen Namen von einer chinesischen Seidentapete erhalten hat, di- «in Geschenk der Kaiserin Katharina der Zweiten ge­wesen sein soll. China war in der Barock- und Rokokozeit auch in Berlin stark in der Mode, und nicht nur der Hof, sondern auch wohlhabende Berliner Bürger huldigten die­sem Geschmack, indem sie sichchinesische Zim­mer" einrichteten. Trotz dieser Merkwürdig­keit und trotz der Ettnnerungen an Bismarck sind die Tage der historischen Nummer Scchs- undsiebenzig gezählt: Die Pläne für einen zeitgemäßen N«uban sind bereits fettig, und das Auswärtige Amt wird bald einen Palast erhalten, der dem Glanz des Reichs entspricht.

Merleu, derneue Bismarck".

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amts.

Der StaatSsekrttör de» Auswärtigen Am- te». Alired »s« Std,rle'«-Sae»ter.

Zur Erledigung dieser Frage brauchte matt nun' gestern imRate der Achtundvierzig beinahe vier Stunden, da man über bu Schenkung stritt und zum größten Teile der Ansicht war, daß es sich gar nicht um em Ge­schenk handle, sondern lediglich um einen g e- schäftlichen Vorgang. Damit entstand die Frage: Gereicht es der Stadt zum Vorteil, wenn man das Geschäft macht, oder wird sie dadurch Schaden haben. Die Sprecher der ver- sckiedenen Gruppen, und auch der Vertreter des Magistrats erkannten an, daß Geheimrat Aschrott bei der Ucberweisung des Grundstücks an die Stadt zwar einen Vorteil habe, daß aber andererseits auch für die Stadt große Vorteile mit dieser Stiftung verbunden seren. Die Herren von der äußersten Linken waren der Meinung, daß der Vorteil der Stadt ge­genüber den Vorteilen, die der L-tifter haben wurde, nur ganz gering seien. Sm übrigen müsse man aus moralischen Grunde«

I die Stiftung ablehnen.

Die Herren der Linke«

^cn nun daran, den Beweis für ihre For- ng zu erbringen: Sie ließen schwere Worte l auf Grund von reichlichem Material fallen, sprachen vongegen die guten Sitten versto­ßenden Verträgen", die Herr Aschrott mit der Stabt und der ehemaligen Gemeinde Kirchdit­mold abgeschlossen habe, und nannten ihn den IUeberoberbürgermeister". Darüber

BIten sich die anderen Herren gekränkt, erho- : Protest gegen solche Angriffe und Beleidi-

1 gungen und erklärten die AuSsührungrn al»