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1. Jahrgang

Nummer 180.

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Ferusprechsr 951 ttnb 952.

Freitag, den 7. Juli 1911

Fernsprecher 951 und 952.

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dungen besagen:

ft Lissabon, 6. Juli.

t>t« »TaNrler Neueste Nachrichten^ erscheinen wichentlich sechsmal und zrvar abend». Ter NbannernentSprei» beträgt monatlich S0Vfg. bet tretet Zu- stellung in» Hau», 11 tuet erd. Verlag u. Redallton: Echlachthosstratze 28/30. Berliner Vertretung! SW. Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.

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(Privat-Telegramm.)

Wie das BlattEl Mundo" berichtet, fan­den am letzten Sonntag mehrere Protest­kundgebungen für die Wiedereinführung der Monarchie statt, bei denen Geist­liche von der Kanzel herunter gegen die be­stehende Herrschaft der Republik eiferten. Bei einer Prozession wurden Hochrufe auf den Papst und die Monarchie auSgebracht. In Lissabon wurden wieder mehrere Personen, unter ihnen zwei Offiziere und ein Redakteur, wegen monarchistischen Umtrieben verhaf­tet. Etwa tausend Reservisten, die mit aktiven

machte. Heute früh sind Taucher hinab gestie­gen,. um die Lecks zu dichten. In der englischen Presse wird der Vorfall in sehr erregter Form besprochen, und es werden gegen die Marine- Verwaltung laute Anklagen erhoben, da die Beschädigungen der Schiffe den überzeugenden Beweis erbracht hätten, daß beim Bau der Torpcdobootszerstörer leichtfertig verfah­ren worden sei.

StraßeMnchfe in Manchester.

Die Opfer deS Seemann-Kriegs.

trübten Kanzler-Glücks mitten in den Abend- schattöU rings sich ballenden Gewölks, und kein Signal der Staatsmaschine kündete drohenden Sturm. Man deutete uns damals (oder taten wir's selbst?) die stolze Zuversicht im Kleide lächelnder Sorglosigkeit als nervige Männer­stärke, die mit der Faust am Degenknopf sich sicher wußte vor aller Gefahr. Daß hinter den Kulissen weder der Gleichmut tändelte, noch stolze Lippen lächelten, ist uns bald darauf von ernstem OTunb eindringlich gepredigt worden: Zur Mahnung für spätere Tage!

Die Mahnung darf heut in die Erinnerung zurückgerufen werden: Zwar schäumt nicht (wie vor sechs Jahren zur Sommerzeit) jenseits der Vogesen ein Meer des Hasses und der Erbit­terung; zwar droht nicht, wie damals, nationa­listische Intrige den Völkerkessel Galliens in seinen Banden zu sprengen, und kein grollender Neider wartet im Hinterhalt (wie damals, als des toten King unversöhnliche Onkel-Politik die ersten starken Fäden spann), aber auch heut steht die Sorge vor der Tür, und es ist ziemend, dem Stückchen Weltgeschichte, das sich im stillen Hafen von Agadir eben entwickelt, gebührende Aufmerksamkeit zu schenken. Nicht als zitternder Schwächling,dem vor den Konsequenzen rascher Leichtsinn-Tat bangt, sondern als der seiner Kraft und seiner historischen Verantwortlichkeit sich stolz bewußte Friedenswart im Herzen Europens,der die ganze Wucht seiner Weltmacht herzhaft in den Dienst seines Werks stellt, und der darum auch die Schwere der Verantwor­tung spürt, die auf seinen Schultern lastet. Daß wir so jäh aus der Michelrolle des Träumers zu rüstiger Tat aufgerüttelt wurden, hat unser seelisches Gleichgewicht mehr erschüttert, als wir merkbar werden lassen möchten, und so kam zum einen Extrem das andre: Man reist; reist in die Berge und in die Meeres- kühle, an den Badestrand und tn den stillen Frieden ackerbauender Ländlichkeit. Und läßt doch die Sorge, daS graue Gespenst, d a - heim . . .! F. EL

Vor Agadir nichts Neues!

"(Eigene Drahtmeldung.)

Pari», 6. Julk.

DerMatin" berichtet in einem Telegramm aus London über die Art der Maßnahmen, die gegen das Vorgehen Deutschlands in Agadir stattfinden sollen. Wie das Blatt schreibt, faßt man in gut unterrichteten Kreisen die Lage folgendermaßen auf: Deutschland hat neuer­dings die Marokkofrage vor Europa aufge- worfen, sein Wunsch scheint der zu sein, die Akte von Algeciras als nicht mehr be- stehend zu erachten und Besprechungen zwischen Part» und Madrid zu ver­anlassen. England weigert sich, Deutschland Kompensationen zuzuerkennen,ist aber ebenfalls bereit, an neuen Konferenzen teilzunehmen.Die Absicht, einen Kreuzer nach Agadir zu entsen­den, ist aufgegeben worden, weil hierdurch die Lösung der Frage nicht beschleunigt werden würde. England wird seine Rechte dadurch geltend machen, indem eS an den Verhandlun­gen teilnimmt. Die Besprechungen sollen zwi- schen vier eventuell fünf Mächten (wenn näm­lich Rußland sich daran zu beteiligen wünscht) gepflogen werden.

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Wien, 6. Juli. (P r i v a t-T e l e- gram m.) Bekanntlich hatte die französische Regierung in dem im April 1904 mit England abgeschlossenen Vertrag erNSrt, daß sie nicht die Absicht habe, den politischen Zustand Ma­rokkos zu ändern. DieNeue Freie Bresse" meldet nun, in hiesigen politischen Kreisen sei bekannt geworden, daß Frankreich sich in einem geheimen Abkommen England gegenüber ver­pflichtet habe, nicht zuzugcben, daß irgend eine fremde Macht einen Hafen an der ozeanischen Küste Marokkos erwerbe. Diese Verpflichtung sei jetzt wirksam geworden durch das Vorgehen Deutschlands in Marokko.

Monarchisten-Putsch in Portugal?

Blutige Gtraßenkämpfe in Lissabon.

Depeschen aus London berichten über blu­tige Stratzenkämpfe. die sich gestern in Lissabon zwischen dem Militär, einem Teil der Bevölkerung und von monarchistischen Agita­toren angestisteten Seeleuten ereignet haben sollen. Die Truppen behielten schließlich die Oberhand und trieben die Volksmenge aus­einander. Wie verlautet, sind bei den Zusam­menstößen zahlreiche Personen getö- t e t und schwer verletzt worden. Weitere Mel-

Jn Manchester kam es (wie schon kurz richtet) auch gestern wieder zwischen Streiken­den und der Polizei zu Stratzenkämp­fe n, gegen die die Unruhen von Moabit, die seinerzeit von englischen Korrespondenten als dieFolge schlechter polizeilicher Maßregeln" gebrandmarkt wurden, das reinste Kinderspiel waren. In Manchester beschränkte sich der Krieg zwischen der Polizei und den Ausständigen nicht auf wenige Straßen, sondern dehnte sich über die ganze Stadt aus. Es geht uns darüber folgender Drahtbericht zu:

Manchester, 6. Juli.

(Privat-Telegramm.)

Die gestrigen Zusammenstöße zwischen den Streikenden und der Polizei waren die schwer st en und b l u t i g st e n, die sich seit einem Jahrzehnt in Manchester ereignet haben. Die Polizei mußte den Pöbel, der zumeist aus Rowdys bestand und nur zum geringen Teil aus Streikenden, m i t K n ü p p e l n zerstreuen. Ungefähr hundert Personen mit meist schweren Verletzungen wurden in die Hospitä­ler geschafft. Die Streikenden marschierten nach dem berühmten Aquädukt von Barten am Manchester SchiffS-Kanal und bewogen die An­gestellten, die die hydraulische Maschinerie be- sorgen, die Arbeit niederzulegen, um allen Verkehr auf dem Kanal zum Stillstand zu bringen. Die Maschinerie ist jetzt von der Polizei besetzt worden. Handel und Verkehr standen gestern still, und in den Straßen wü­tete wilde Anarchie. Wagen wurden um. geworfen und zum Bau von Barrikaden verwendet. Ihre Ladungen wurden zerstreut oder geraubt. Die Polizei wurde mit Stöcken, Steinen und allerhand anderen Waffen ange- griffen und machte von ihren Knüppeln den ausgiebigsten Gebrauch. Auf beiden Seiten gab es viele mehr oder weniger schwer Verwundete, und die Gefängnisse sindvollvonVerhaf- t«t e n. Die Menge war anfangs zu groß, als daß die Polizei erfolgreich gegen sie vorgeben konnte. Als sie e» aber zu bunt trieb, formier- ten sich die Polizisten in eine Linie und schlugen nun ohne Rücksicht auf Weib oder Kind mit dem Knüppel ein, bi» die wohl lausend Köpfe zählende Menge fluchend und schreiend auSeinandrrstob. Aber immer wieder, bis spät um Mitternacht, rotteten sich die Ruhestörer zusammen und die Krawalle fanden erst spät in der Rächt ihr Ende.

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Manchester, 6. Juli. (P rivat-Tele- g r a m m.) Die Handelskammer hat die Wach- kommission aufgefoidert, sofort Schritte zu er­greifen, um die Ordnung in der Stadt wieder herzustellen. In G l a s g o w ist bereits der be- endete Streik von neuem ausgebrochen und dte Dockarbeiter, Köche und Stewards haben die Arbeit wieder eingestellt. Der gesamte Ver­kehr im Hafen stockt abermals. Die Reeder sind aufs äußerste aufgebracht und beschuldi­gen die Arbeiter aufs schwerste. Man befürch­tet den Ausbruch von Unruhen.

das Kasseler Flugfeld ist schlecht: namentlich sind die vielen Bodenwellungetk zum Fliegen hinderlich. Ich hatte einen flu­ten Anlauf und die Maschine begann sich be­reits zu erheben. Da der Anlauf aber in der Richtung auf die Barrieren lag. wurde die Sache für mich riskant. Der Apparat hatte zwar eine Höhe erreicht, die genügt hätte, um über die Barrieren hinwegzukommen, da aber an jener Stelle viel Publikum stand, mutzte ich ein Ueberfliegen Verbindern. Ick betchneb deshalb eine Kurve, bei der sich der Appmcat innen fenkt und kam daher wieder nieder. Ter Apparat setzte regelrecht auf und lief noch et- wa zehn Meter, als der U n f a l l eintrat Rach meiner Ansicht bat der Apparat die durch das wellige Terrain entstandenen Stotze nicht vertragen und brach am Gestelle ein, wodurch natürlich die Tragflächen auf die Erde schlu­gen Die Beschädigungen sind zwar nicht so schlimm, jedoch können sie nicht in so kurzer Zeit wieder repariert werden, daß ich an dem wei­teren Rundflug teilnehmen kann. Irgend eine Verletzung habe ich bei dem Unfall nicht er­litten. d

zwei avsgeschiederlk Flieger!

Dr. Wittenstein und Thelen.

Wie auS den von Dr. Wittenstein unsereuk Mitarbeiter gemachten Mitteilungen hervor-

Reisezeit.

Wenn die Sonne sticht und die Linden blüh«."

Berlin, 6. Juli. (Telegramm unsers Korrespondenten.) Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, von Kid erlen-W a echter, war (wie wir berichteten)auf zehn Tage" nach Stuttgart und Heidelberg abgereist. Der Staatssekretär hat jedoch, offenbar mit Rücksicht auf die marokkanische An­gelegenheit, diese Urlaubsreise abge­brochen und ist gestern nach Berlin zurück­gekehrt. Bekanntlich wird auch in dieser Woche die Rückkehr des französischen Bot­schafters C a m b o n nach Berlin erwartet. Am Mittwoch in der Frühe, als überm Nordmeer noch der Julinebel wogte, ist die KaiserjachtHohenzollern" mit dem Träger der deutschen Kaiserkrone an Bord in See gegangen, und Wochen hindurch wird Wilhelm der Zweite nun der Heimaterde fern sein, um erst in den Augusttagen aus der freien Luft des kalten Nordens zur lauen Schwüle deutscher Atmosphäre zurückzukehren. Der erste Beamte im Reich, Herr Theobald von Beth- mann Hollweg (an dessen güldner Grafenkrone noch die Gnomen hämmern), sieht im stillen Hause an der Wilhelmstratze rings in der Runde schon gepackte Kosfer, sehnt sich nach dem stillen Frieden idyllischer Ferientage im grünen Erdenwinkel der brandenburger Mark und wird nächster Tage die schwere Bürde des Reichsgeschäfts mit der leichtern Last des Gutsherrn von Hohenfinow lauschen. Auch im Auswärtigen Amt hat das Reisefieber seinen Zauber spielen lassen: Herr von Kiderlen- Waechter, der die Kissinger Kur und das inter­essante Rendezvous mit Herrn Jules Cambon ohne sichtbares Unheil überdauert hat, weilt südwärts der Mainlinie, erledigt im Vorüber­gehen noch ein Paar am Wezsaum wartende Geschäfte und lätzt sich den Genuß sonnenheller Sommerzeit nicht durch da» Rabengekrächz gal- j lisch« Schwarzseher trüben.

Selbst dort, wo in diesen Tagen der Sorge Schatten am düstersten auf der Hoffnung son- nenhellen Mittag niedersanken und so nah am Ziel denBezwingern Mauretaniens" schnöder Rachbarneid den süßen Raub vergällte, hat des Sommers dörrende Oede die Empfind­samen aus der engenden Fessel des heimischen Wigwams in die Ferne getrieben, um die Wunder zu suchen, die ein guter Gott Denen offenbart, die ttin die weite Welt schickt": Herr Armand Fallisres (dessen greises GaS- rogner-Haupt sich im bunten Trubel franzö- stscher Zunft- und Dilettantenpolitik so ehrwür» big auSnimmt tote ein Apostelkopf mitten im Gewoge de» Sündenmeers) weilt als Gast der

Truppen nach Norden abgehen sollen, durch­zogen gestern die Straßen der Stadt und wur­den überall mit patriotischen Zurufen begrüßt; demnach scheint es, daß die monarchistische Be­wegung auch in der Hauptstadt selbst täglich an Ausdehnung gewinnt, und daß sie namentlich im Heer eine starke Anhängerschaft hat. Die Nachrichten aus dem von der mo- narchistischen Bewegung am meisten bedrohten Norden des Landes lauten sehr beunruhigend und es scheint, daß die Regierung mit einem nahe bevorstehenden Schlag der Monar­chisten bestimmt rechnet. Fast täglich gehen Truppen-Transporte nach dem Norden ab, aber es steht zu befürchten, daß die Regiemng auf die Armee nicht unbedingt rechnen kann, da zahlreiche Offiziere sich offen gegen das repu­blikanische Regime erklärt haben.

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Paris, 6. Juli. (Telegraphische Meldung.) Den Morgenblättern wird zu den Unruhen in Lissabon über London gemel­det, in Lissabon herrsche Panik. Der Telegraph wird auf das strengste zensuriert. Die portugiesische Regierung habe die Nach- richt erhalten, daß die Führer der monar­chistischen Partei zweieinhalb Millionen Francs zur Förderung der royalistischen Sache erhalten hätten «nd im Begriff ständen, den entscheidenden Schlag zu wagen.

Ser Rundflug vom W.

Die letzten Etappen des Deutschen RnndflugS.

Nun haben auch die letzten Teilnehmer am Deutschen Rundflug Cassel verlassen und auf dem hinteren Teile des Großen For­stes ist's wieder still geworden. Zurzeit ist man mit dem Abbrechen der Zelte und der Umzäunungen beschäftigt. Gestern abend hatte man noch Gelegenheit, die letzten der Piloten zum Fluge nach Nordhausen aufsteigen zu se­hen. Um 6.32 Uhr startete König auf fei­nem Zweidecker mit Leutnant Steffen als Passagier und zwei Minute« später Soff- mann auf seinem Harlan-Eindecker. Beide Flieger sind kurz vor acht Ubr unter dem Ju- bet der Bevölkerung tn Nordhausen gelandet. Kur, nach sieben Uhr versuchte auch Dr. Wit- tenstein (der im Laufe des Vormittag» die Etappe Dortmund-Cassel zurückgelegt hatte) zum Weiterflug nach Nordhausen aufzustetgen. Leider gelang der Abflug nicht glatt und Dr. Wittenstein mutzte, da seine Maschine beschä­digt wurde, die Weiterreise aufgeben,

Ir. Wittensteins Unfall.

Ein Interview mit dem Flieger.

Ein Mitarbeiter der Casseler Neuesten Nachrichten hatte Gelegenheit, heute früh Herrn Dr. Wittenstein über feinen Unfall und die Ursachen be» Unglück» ,u befragen. Der Flieger machte unserem Mitarbeiter folgende Mitteilungen: .Außer meinem Farman-Doppeldecker besitze ich noch einen kleineren Eindecker. Da die Maschinen mein Eigentum sind, nehme ich auf eigenes Risiko an dem Fluge teil. Die.anderen Flieger sind insofern im Vorteil, als ihnen die jeweilige Flugzeugsabr^k neue Apparitte zur Verfügung stellt. Mein Doppeldecker hatte aus der bisherigen Reise infolge der vielen Regengüsse wie der ungünstigen Witterung überhaupt stark gelitten und die Verspan­nung hatte nachgelassen, wodurch der Apparat an seiner Tragfähigkeit Einbuße er­litten hatte. Ich kam deshalb nur noch schwer in die Lüfte. Trotzdem wäre mein Unfall wohl nicht erfolgt, wenn ich rin entsprechende» Terrain zum Anlauf gehabt hätte. Aber

MckrUkliesle MMN

hessische pbmdMung

Niederländer-Königin im grünen Haag, hat seinem Entzücken über die glückliche Fortpflan­zung de» Oranierhause» in beredten und be­geisternden Motten Ausdruck geliehen und darf al» erfreuenden Gewinn von der Hollandfahrt die da» Alter beseligende Gewißheit mit heim nehmen, daß man im Reiche WilhelmintjeS den Greis im Silberhaar als lieben Gast gc» | achtet und getoüibet hat. Herrn Caillaux' som­merfrisches Kabinett ist zwar noch vollzählig j in der Werkstatt versammelt, um des ersten Lorbeers kümmerliches Sprießen zu erharren, aber Herr JuleS Cambon, der an der Spree die Geschäfte der Republik mit kluger Energie besorgt, weilt schon seit Wochen fern von Ber­lin, ward in der Ferienzeit zum treuen Berater des Neulings im auswärtigen Staatsgeschäft und überläßt das Schema-Notenwerk des grü­nen Tifchs im Berliner Kanzlei-Bureau kaum erprobten Händen.

Man reist; reist ohne sichtbare Sorge in den hellen Sonnentag und schaut mit trunknen Auge den Sommerspuk der schönen Welt, dessen berückender Zauber weder vom Gewölk am Diplomatenhimmel, noch von Potentatenlaune oder Schicksaltücke gemindert werden kann. Reist trotz des Unbehagens, das seit dem Tag .

von Agadir auf den Seelen lastet, und schwich- W LnMcks-Mlmne. tigt der Sorge beschwörende Geste mit dem 6lWf(f|C f[f)Wer beschädigt!

Hinweis auf des Friedens frommen Engel, der

an Europens Seite unter der Milliardenlast (Eigene Drahtmeldung.)

erdrückender Rüstung keucht. Wenn Unheil nah. »

pflegt der Kapitän nicht fern vom Schiss und In der vergangenen Nacht sind sieben bntt- der Steuermann nicht weit vom Rad zu sein: sche Torpedobootszerttorer

«Iso dürfen wir uns beruhigen! Als neun- schw eren B eschädignngen in Pottland zehnhundettundfünf das Marokko-Feuerchen angekommen. Sie hatten bei schwerer See nah zum Völkerkrieg geworden wäre, als die Versuchsfahrten unternommen und dabei eme Spannung zwischen Berlin und Paris den Geschwindigkeit von achtundzwanzig Knoten Höhepunkt erreichte und (nach des toten Fritz erreicht. Infolge der Erschütterungen du,ch von Holstein glaubwürdigem Zeugnis) jeder die mit voller Kraft arbeitenden Mascb Moment die Katastrophe bringen konnte, war'S hatten zahlreiche lernte tun gen na WS - ähnlich: Der Sommerfriede zauberte am Bade- geben, sodaß Wasser in die Oelbehal Hrand von Norderney das süßeste Idyll unge-' drang und da» Del fast »an» unbrauch a