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Kr. 169. — 1. Jahrgang.

Casseler Neueste Nachrichten

Sonnabend, 24. Juni 1911.

Bunte Bilder von der „LAK.

Die SanitStswache auf der Ausstellung.

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Sie ieutMMinMimMl? Seiten

Paris, 23. Juni. (Privat-Trle- g r a m m.) Das „Echo de Paris" läßt sich über die Marokloangeleqenheit aus Berlin drahten: Die neuerlichen Kissinger Unterredungen zwi­schen Herrn von Kiderlen-Wächter und dem französischen Botschafter Jules Cambon haben wenigstens das Gute gehabt, den alldeutschen Polemiken ein Ende zu machen. Wenn dagegen von etwaigen „Handelsgeschäften" zwischen Deutschland und Frankreich bezüglich Marokkos gesprochen werde, so sei dazu zu bemerken, daß Frankreich bereits hundert Millionen Francs und etwa hundert Mann in Marokko geopfert

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Sie Ergebnisse der Vorprüfung.

Von den 47 milchwirtschaftlichen Geräten, die zur Prüfung auf „neu und beachtenswert" standen, wurden sechs auf der Ausstellung selbst mit diesem Zeugnis ausgestattet; 34 Molkerei­geräte wurden zu Arbeitsversuchen zurückge­stellt, Von den sechs als „neu und beachtens­wert" anerkannten Geräten erhielten zwei, und zwar Melkmaschinen, außerdem die silberne Denkmünze, nämlich die Melkmaschine „Wal­lace" der Brödr. Bendix, Kopenhagen, und die Melkmaschine „Dana" der Dana G. m. b. H., Hameln. Diesem Urteil liegen die Ergebnisse der Einzelprüfung zugrunde, die kurz vorher mit diesen Melkmaschinen angestellt wurde und mehrere Monate in Anspruch genommen hat. Die vier übrigen anerkannten Geräte sind fol­gende: Westfalia, Handmilchschleuder der Ra- mesohl u. Schmidt A.-G., Oelde i. 23., Wagen­kanneneinsatz der Internationalen Metallwerke Georg Sindermann, Matzmitz (Schlesien), Probemelkwage von Paul Funke u. Co., G. m. b. H.. Berlin, Zwillings-Milchkannen-Wasch- und Spülmaschine von Heinrich Jacobi u. Co., I Nieder-Rosbach vor der Höh.

den infolge Uebernächtigkcit ohnmächtig. Die Illumination der Stadt war außerordentlich glänzend, wenn sic auch in manchem an Ber­liner oder Pariser Vorbilder nicht heranreichte.

A Der erste Tag der „Lac". Am gestrigen ersten Ausstellungstage wurde nach den heute erfolgten Feststellungen die Ausstellung von 8684 Personen besucht.

A Durchlaucht vor der Tribüne . . . Von einem, der es wissen muß, wird uns folgendes Geschichtchen erzählt: Der Fürst von Wal­deck war gestern nachmittag auf der Ausstel­lung eingetroffen und wollte den Reit- und Fahrwettbewerben beiwohnen. Der Fürst, der der Einladung der D. L. G. gefolgt und in Zivil gekommen war, wollte die Tribüne be­treten, wurde aber vom Tribünenwärter ange­halten und nach seiner Eintrittskarte befragt. Es entstand eine Pause peinlicher Verlegen­heit, worauf der Fürst kurz Kehrt machte, sich eine Tribünenkarte löste und nun ungehindert die Tribüne betreten konnte.

A Zwischen Abend und Morgen . . . Der Hilfsheizer Dörr aus Cassel hatte gestern abend seine junge Frau in vollster Gesundheit verlassen, und heute morgen brachte man ihn als ... Leiche nach Hause. Dörr war als Hilfs­heizer dem Reservelokomotivsührer Bischoff zu­geteilt und mit ihm nach Grifte gefahren, von wo sie mit ihrer Maschine dem Güterzug 8749 Vorspann zu leisten hatten. Aus der Fahrt lehnte sich Dörr vermutlich zu weit aus der Maschine und wurde von einem vorbeifahren- den, aus entgegengesetzter Richtung kommen­den Zug am Kopfe getroffen und erheblich ver­letzt. Man nimmt an, daß die Verletznngen durch eine offen stehende Tür hervorgerufen wurden. Auf der Maschine brachte man den Schwerverletzten sofort nach Cassel, wo Sani­tätsrat Dr. Ebert die erste Hilfe leistete. Alle Bemühungen des Arztes waren aber vergeb­lich, da Dörr seinen Verletzungen bereits er­legen war. Dörr war erst feit Ostern verhei­ratet.

Aus den Wirtschaft szelten quillt Mu­sik. Und da wir vom Wandern müde und dur- tig geworden sind, gehen wir in solch ein von riesigen Menschenmengen besuchtes Zelt, in dem schmucke „echt süddeutsche Bedienuna"

Das Unglück auf der Straße.

Weimar, 23. Juni. (Privat-Tele- g r a m m.) In Rauensstädt scheuten die Pferde eines Arbeiterfuhrwerks und überrannten auf der Chaussee die drei Kinder der Arbeiterfa­milie Jacobi. Dem jüngsten Kind ging der Wagen über den Kopf weg. Es blieb tot lie­gen. Die fünf Jahre alte Schwester erlitt schwere Verletzungen, und an ihrem Aufkom­men wird gezweifelt. Das dritte Kind trug schwere Beinbrüche davon.

Paragraph hundertfünfundstebzig.

Zittau, 23. Juni. (Privai-Tele- gramm.) Der Reserveleutnant Heber vom Zittauer Infanterieregiment, Sohn des Zit­tauer Postdirektors, wurde verhaftet. Er ver­suchte, sich während einer Uebung an einem Ge­freiten zu vergehen. Heber, der in seiner Zivil- stellung Bankbeamter in Dresden ist, wurde in das Zittauer Militärgefängnis eingeliefert.

Felix Mottl auf dem Krankenlager.

München, 23. Juni. (Telegramm unsers Korrespondenten.) Der plötz­lich erkankte Hofoperndirektor Felix Mottl wurde auf Veranlassung der Aerzte heute früh ins Krankenhaus gebracht; sein Befinden ist noch immer besorgniserregend. Der Zustand Mottls war gestern nach der schlechten Nacht so bedenklich, daß eine bürgerliche Nottrauung am Krankenbett stattfinden mußte. Der Kranke konnte nur durch künstliche Einatmung von Sauerstoff über die Krisis hinaus gebracht werden. Augenblicklich geht es ihm, wie der Krankenhausvorsteher angibt, etwas besser» , Nach dem Kissinger Rendezvous.

Ein Bild von der Ausstellung soll ich Ihnen entwerfen? Einen Rundgang müßte ich beschreiben, so erheischt es die Sitte! Ver­ehrteste, das ist mir unmöglich, deshalb un­möglich, weil ich sonst immer noch am „be­schreiben" wäre, wenn die Ausstellung ihre Pforten längst abgebrochen bat und der Forst wieder eine öde, glatte Fläche ist. Was man von der Ausstellung für einen Eindruck be­kommt? Einen machtvollen, den Eindruck eines friedlichen Wettbewerbs und Nebeireinander- arbeitens von Industrie und Landwirtschaft. Diese Ausstellung, die von der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft verassstaltet wird, ist, was die Besucher anbetrifft, international. Die Organisation ist vorzüglich, was sich bei der fünfundzwanzigsten Ausstellung Wohl er­klären läßt, da in diesem Zeitraum die nötige Uebung gekommen ist. Die Maschinenab­te ilung ist außerordentlich reich beschickt, was ich (und noch vieles andere) eigentlich nicht mehr mitzuteilen brauchte, da cs bereits in den Vorankündigungen gestanden hat. Einige Mo­torpflüge werden auf den Feldern im Hinter­gründe der Ausstellung im Betriebe vor­geführt und sie ziehen dadurch viele Ausstel­lungsbesucher an. Reichhaltig und äußerst interessant ist auch die Pferdeabteilung, die Abteilung für Hühner, Kanin chen, Fische, Schäferhunde . . . Was, Sie in­teressieren sich nicht dafür? Schön, dann wan­dern wir nach der andern Seite an den Stän­den der Großindustrie des Bochumer Vereins für Gußstahlfabrikation, Ventzky- Graudenz, Lanz-Mannheim, Wolf-Buckau und anderen vorbei zur Landarbeitsaus- stellung, die diesmal zum ersten Male als Sonderabteilung auf der landwirtschaftlichen Ausstellung erscheint. Dem Schauverzeichnis nach gehört dieser Teil mit zu den wissenschaft­lichen Hilfsmitteln der Landwirtschaft und des weiteren zu der Erzeugnisabteilung. Die Landarbeitsausstellung umfaßt folgende drei Gruppen: Die wirtschaftliche Stellung der Landarbeiter, die Versorgung der Landwirt­schaft mit tüchtigen Arbeitskräften, die Einwir­kung auf die Person des Arbeiters zur Erhö­hung seiner Leistungen und die Wanderarbei- ten in der Landwirtschaft.

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I serviert. In einem andern Wirtschaftszelt do­miniert nur männliche Bedienung, dafür wird bart, (wollte man sarkastisch sein, muß man es in einem Atem sagen) ein Ochs am Spieß gebraten. Ueberall aber ist eins gleich: Das Bier bekommt den „nötigen Feldwebel" und wird mit einem Zuge geleert. Die Wirte wer­den sicherlich ein gutes Geschäft machen, nicht nur auf der Ausstellung, sondern auch in der ganzen Stadt. In den Lokalen herrschte ge­stern (besonders in den Abendstunden) ein fa­belhaftes Gedränge. Wer sich weder für Land­wirtschaft noch Industrie, weder für die Molke­reikosthalle noch Concurs hippique interessiert, der wandert durch die Ausstellungsstraßen selbst, wo er des Sehenswerten gar viel findet. Richt allein die eleganten Toiletten vornehmer Damen oder die Elitegespanne von Groß­grundbesitzern erregen die Aufmerksamkeit, )ou- dern die Menschen, die sich zum Teil mit riesigen Mengen von Reklamepapieren und Katalogen Herumschleppen (um schließlich al­les achtlos beiseite zu werfen). So findet je­der auf dem Gelände der landwirtschaftlichen Ausstellung fein Vergnügen, feine Unterhal­tung und (wenn er will) auch genügende Be­lehrung. Der erste Ausstellungstag ist vorüber; für Cassel brachte er bereits einen enormen Verkehr und läßt ahnen, wie groß er nun gar am Sonntag fein mag. Alle Landwirte aber, die letzthin den Regen fo herbeifehnten, blicken gen Himmel und flehen: Bloß keinen Regen, damit die silberne Jubiläums-Ausstellung gut abfchneidet! W. K.

Keine Ausstellung im nächsten Jahr!

Im nächsten Jahre sollte die Landwirt­schaftliche Wander-AuSstellung in BreSlau abgehalten werden. Mit Rücksicht auf die weit auSgebrcitete Maul- und Klauenseuche wird der Hauptausfchuß der D. L. G. der Hauptversammlung den Vorschlag unterbrei­ten, im nächsten Jahre keine Wander-AuS­stellung zu veranstalten.

Sizilianische Räubergeschichten.

Rom, 23. Juni. (Privai-TelS- g r a nt m.) In Sizilien ist wieder rin 'üuberi- scher Uebersall verübt worden. In Machia bei Giarre wurde ein Landhaus von sechs Bandi­ten umringt, die unter Drohungen Geld ver­langten. Der mutige Sohn des Besitzers er­griff ein Gewehr und fchoß einen der Räuber nieder. Er wurde daraufhin sofort von den anderen Räubern durch mehrere Schüsse getötet. Die Räuber, die sodann die Flucht ergriffen, sind noch nicht ermittelt.

Herrgott, wie sich das auf meinem Schreib­tisch anhäuft! Bücher, Broschüren, Flugschrif­ten und Briefe türmen sich übereinander. „Die geehrte Redaktion wird gebeten, meine Abtei­lung auf der Landwirtfchastsausstellung beton« ders zu erwähnen" oder „Die verehrliche Re­daktion kann versichert sein, daß meine auf der Ausstellung vertretene Abteilung wirklich in­teressant und fehenswert ist", fo heißt es in den Briefen. Die verehrliche Redaktion ist aber so mit Arbeiten (besonders in diesen Tagen) über­häuft, daß sie unmöglich alle die Schriftstücke und Druckfachen durchstudieren und'die Gold­körner heraussuchen kann. Auch dann schasst sie's noch nicht, wenn sie die Nachtstunden zu Hilfe nimmt. Schließlich hat sie doch auch noch andere Verpflichtungen, zumal die Mitglieder der Redaktion durch die Teilnahme an den vie­len Veranstaltungen fo wie fo schon viel in Anspruch genommen sind. Ihre Zeit ist daher kostbar und der Raum in dem Blatte auch, der den Ansprüchen der einzelnen Lesern entspre­chend wohlverteilt werden muß. Denn das soll der Redakteur niemals vergessen, daß er tau­send Wünschen entsprechen muß: Der Eine möchte von der Ausstellung nur „eine Elle" haben, dem Andern ist das wieder zu wenig, ei­nem Dritten leidet unter diesen Umständen die Politik und ein Vierter fühlt sich gekränkt, daß in dem Drange der Geschäfte vergessen worden ist, mitzuteilen, wie schön der Ausflug des Ver­eins B. am letzten Sonntag (inzwischen ist d;e Woche vergangen) gewesen ist.

Zatho vor seinen Richtern

(Eigene Drahtmeldung.)

cb3 Berlin, 23. Juni.

Heute vormittag um zehn Uhr hat die übet daS Schicksal des Kölner Pfarrers I a t h o entfcheidende Sitzung des Spruchkollegiums unter Vorsitz des Präsidenten, des Oberkirchen- rateS Voigt, in den Dienfträumen des Oberkir- chenrateS begonnen. Die Oeffentlichkeit war bei der Verhandlung ausgeschlossen. Bei Be- Sinn der Verhandlung stellte der Verteidiger athoS den Antrag, die in dem Vorverfahren angegebenen Zeugen deS Beklagten jetzt zu hören. ES sind vorgeschlagen: Professor Dr. Gefkcn,Köln, Landgerichtsdirektor Kayser- Aachen, Mitglied der KrciSsynode Köln, Abge­ordneter Direktor Dr. Hintzmann-Elberfeld und Professor Dr. Löwe, Mitglied der Ge­meindevertretung. ES ist nicht wahrscheinlich, daß die Entscheidung noch heute fällt. Voraus­sichtlich werden die Verhandlungen auch noch den Sonnabend in Anspruch nehmen»

Im Gewühl «er Weltstadt.

Berlin. 23. Juni. (Privat-Tele- gramm.) Vor dem Untersuchungsgericht in Alt-Moabit stieß heute vormittag ein Wagen der Straßenbahn mit einem Omnibus zusam­men. Der Anprall war so heftig, daß sämt­liche Scheiben deS Omnibusses entzwei gingen DaS Omnibuspferd kam unter den Straßen­bahnwagen zu liegen. Der Schaffner des Om­nibusses wurde vom Wagen geschleudert und brach den Arm. Drei Damen wurden durch GlaSsplitter verwundet.

Sie rstigkeit Des Wohnungsnachweises.

Der Wohnunqsnachweis im Hauptbahnhos wird rege in Anspruch genommen. In den nächsten Tagen dürste jedoch erst der Hauptan­drang zu erwarten fein, da von vielen Aus- stcllungsbesuchern die billigen Ausstellungs­tage bevorzugt werden. Die noch nicht besetz­ten Wohnungen werden also voraussichtlich noch zum großen Teil in Anspruch genommen werden können. Andererseits wird dringend gebeten, die bereits vermieteten Wohnungen sofort beim Wohnungs-Nachweis im Haupt- bahnhof, Tel. 1477, abzumelden, damit den Mietern unnötige Wege erwart werden.

Letzte Telegramme.

lRach Schluß der Redattiou eingegangen.)

A Ein scharfer Zusammenstoß. Heute vor- tnittag gegen elf Uhr stieß ein aus der Wil- belmstraße - kommendes Automobil auf einen Straßenbahnwagen der Linie 1. Der Zusam­menstoß war so heftig, daß das Automobil an der Spitze zertrümmert wurde. Der Straßen­bahnwagen hat nur unwesenlichen Schaden erlitten. Der Chauffeur kam glücklicherweise ohne Verletzungen davon.

A Was Kinder tun . . . Vor der hiesigen Strafkammer hatte sich heute der zwölfjährige Schüler Hermann H. wegen Straßen­raubs zu verantworten. Der Anklage liegt folgender Tatbestand zugrunde: Am Morgen des vierten März bekam ein Knabe von seiner Mutter den Auftrag, Fleisch zu holen. Die Mutter gab dem Kinde das Portemonnaie mit einem Zwei-Markstück in die Hand. Als sich der Kleine kaum auf der Straße befand, kam ein größerer Schüler auf ihn zu und fagte, er möchte das Geld einmal fehen. Bei diesen Worten riß dieser dem Kinde das Portemon­naie aus der Hand und lief damit fort. Er wurde jedoch von einem Malergehilfen einge­holt und es wurde ihm feine Bente wieder ab­genommen. Der Vertreter der Staatsanwalt­schaft, Gerichtsassessor Klippert. kam zu der An­sicht. daß taftächlich der Tatbestand des Raubes erfüllt fei und beantragte eine Gefängnisstrafe von zwei Monaten. Der Vertreter des ju­gendlichen Angeklagten plaidiert auf Freispre­chung oder aber es bei einem Verweis zu be­lassen. Der Gerichtshof fprach den Jungen f r e i, da er sich in einem Zustand krank­hafter Störung der Geistestätig- keit befunden habe, der auf den vorheri­gen Befuch eines Kinematogra- phentheaters zurückzuftihren fei.

- A Die ersten elektrischen Lokomotiven: Casseler Industrie-Erzeugnis! Die preußifche Eifenbahnverwaltung trägt sich mit der Ab­sicht, auf einzelnen Stationen den Ranqier- und Verschiebedienst versuchsweise mit elek­trischen Lokomotiven bewirken zu las­sen. Eine dieser Maschinen wird zurzeit von der hiesigen Lokomotivsabrik Henschel und Sohn in Gemeinschaft mit den Bergmann- Elektrizitäts-Unternehmungen. Berlin, erbaut.

A Kleine TagcSckironik. Das für morgen abend vorgesehene Promenadenkonzert vor dem Rathaus fällt aus. — Tie Di­rektion des Metropol-Theater-Kine- matographen hat die Eröffnung der Landwirtschafts-Ausstellung, die Feier am Hes- sendenkmal und den Einzug der hessischen Trachtenpaare kinematographi^ aufnehmen lassen, fo daß alle diejenigen, die nicht dabei waren, ein lebendiges Bild von den Gesckeh- niffen auf der „Lac" erhalten. — Die nächsten Orgelvorträge in der Christus- kirche werden am kommenden Sonnabend, nachm. von 6'4 bis 7 Uhr, ftattfinben und zwar: 1. Vorspiel zu „Wie soll ich Dich emp­fangen", I. S. Bach; 2. Festfantasie von Tschirch; 3. Adagio von Rinck; 4. Fuge von G. 23. Körner; 5. Vorspiel zu „Schmücke Dich, » liebe Seele", Piutti. — Der Maschinenfa­brik Henschel und Sohn wurden von der fran­zösischen Nordbahn-Gesellschaft, für die sie ge­genwärtig vierzig Lokomotiven und fünfzehn Lokomotivkessel baut, weitere zehn Kessel in Auftrag gegeben.

A DaS Wetter am Sonnabend. Der amt­liche Wetterbericht fagt für den morgigen Sonnabend für Hessen-Nassau folgende Witterung voraus: Wolkig, strichweise Regen­falle oder Gewitter, Aussichten für Sonntag vorläufig nicht ungünstig.

in Cassel bereits feit November 1909 (nachdem auf der am 5. September 1909 in Frankfurt am Main abgehaltenen Bauarbeiterschutz-Kon- ferenz für die Provinz Hessen-Rassau angeregt wurde, in allen Orten solche Kommissionen zu errichten) eine Arbeiterschutz-Kom- Mission. Diese hat sich im Saufe des Jah­res 1909 mit den Arbeiterschutzbestimmungen in mehreren Sitzungen befaßt und durch vorge­nommene Bautenkontrollen verschie- dentlich Mängel und Mißstände feststellen kön­nen, die nach Mitteilungen an die Baupolizei abgestellt wurden. Mehrfach wurden auch in hygienischer Hinsicht durch die Konttolle Besse- rungen erzielt und Abhilfe geschaffen, fo na­mentlich in Bezug der Not-Aborte bei Neu­bauten. Gesetzwidrige Zustände wurden viel­fach auch bei Fassadengerüsten gefunden, bei denen öfters die Rücklehnen fehlten. Der Be­richt weist noch darauf hin, daß die Zahl der Unfallverletzten in 1909 insgesamt 664 277 be- trug, von diesen büßten bei den Unfällen 9363 Personen ihr Leben ein.

Die Landarbeitsausstellung eben­so wie die Koloni al aus stellung und die Erzeugnis halle sind interessant und verdienten eine eingehende Würdigung, die aber über den Rahmen eines Zeitungsartikels hinausgehen würde. Gerade diese Abteilungen sind außerordentlich umfangreich und sie bieten eine solche Fülle von wissenschaftlichem Mate­rial, das jeden Volkswirt interessieren muß. Aber es bedarf einer längeren Zeit des Stu­diums der ausgestellten Sachen, der Statisti­ken, graphischen Darstellungen und Abbildun­gen. Interessant sind auch die Jagdtrophäen. die aus Nilpferdzähnen geschnitzten Bilder­rahmen und kleinen Figürchen, die Arbeiten von Eingeborenen und so weiter. An dem in­mitten der Erzeugnishalle aufgestellten Denk­mal des Be g r ü n d e r s der D. L. G. und das Industrie und Landwirtschaft verkörpern­den Denkmals eilen wir vorüber und treten wieder hinaus ins Freie. Der Pavillon mit den gestifteten Ehrenpreisen erweckt unsre Aufmerksamkeit. Da fällt zuirächst eine mächtige Bronzefigur, ein Reiterstandbild unseres Kai­ers. in die Augen. Es ist eine Stiftung des Kaisers selber. In unmittelbarer Nähe davon steht ein fein ausgestatteter Kasten mit zwei langen Stangen blinkenden Goldes: Es, ist der Zwanzigtausend-Mark-Preis der Residenzstadt Cassel. Daneben liegen viele an­dere Preise von großem Werte: Don der Land- wittschaftskammer Cassel, vom kommandie­renden General von Scheffer-Bohadel, vom Ritter von Freier und anderen. An dieser I Stätte verweilt man längere Zeit, da sie durch nicht fo leicht .aufzuwiegen" ist. Dann statten wrr dem Pavillon des Raiffeisen scheu Genoflenfchastswesens noch einen Besuch ab, gucken mal in die Käse-, und Butter- Hal le, sehen uns Getreide- und Binde­mäher an, Pferdehaken und Milch­schleudern ober Buttermaschinen und stehen schließlich vor der Frage: Wohin?

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Durch großes Entgegenkommen der Firma Evens und Pistor und des Besitzers der Son­nenapotheke ist die Sanitäts-Wache umfassend ausgerüstet. Die Transportmittel und andere Hilfsmittel stellt die,Krieger-Sanitätskolonne fclbst, die auch ein Krankenzelt errichtet hat. Auch das Automobil des Unfallkrankenhauses steht zur Verfügung. Während der Stunden des Hauptverkehrs ist ein Arzt anwesend und sofort zu erreichen. Die Sanitätswache wird .................

ihrer Aufgabe um fo vollkommener gerecht habe, ohne dabei etwas zu gewinnen, werden, je rascher sie herbeigeholt oder aufge- ^rnnfroirhs iinnriirfa

sucht wird. Deshalb nehme jeder Besucher zur! „ Frankreichs Unglücks Marino

Kenntnis, daß die Wache links neben dem Paris, 23. Juni. (Privat-Tele-

Haupteingang, kenntlich durch das rote Kreuz «ramm.) Wie aus Toulon gemeldet wird, auf dem Schild und am Eingang, unterge- brach gestern beim Panzerschiff „M i r a 6 e a u" bracht ist. eine Schraube, so daß die für heute festgesetzte

• Zweite offizielle Versuchsfahrt nicht stattfinden

Berkehrserleichterungen auf WilhelmshShe. kann. In Cherbourg stieß gestern abend baS U„s Unterseeboot „Admrral Philibert" beim Gin«

^/m^dabnhof Wilhelnrshohe sind laufen in den Hafen auf den NapoleonSquai neben, der zchon erwähnten Gepäckhaüe um-1 erlitt schwere Bekchäbiaunaen Lpr9rm^n^e-räf"tierunsen äetroffen. An Stelle Steuermann wurde schwer verletzt, der Bahnstetgsperre am Eingang der Bahn- - rr«.«

bofbrücke sind mehrere Sperren auf den einzel- Prinzessin Ehlotildc im «terbeit,

»ten Bahnsteigen errichtet worden. Auch sind Turin, 23. Juni. (Privat-Tele- zur besseren Orientierung des Publikums an S r a m m.) Der Zustand der Prinzessin Chlo- ben Treppen, die zu den einzelnen Bahnsteigen thtlbe Bonaparte ist verzweifelt. Die Prin- führen, Schilder angebracht, die die verschiede- Zessin hat die Spracheverloren und liegt nen hier durchgehenden Strecken bezeichnen. 'n Agonie. Die Prinzen Viktor Napoleon und ♦ Louis Napoleon, sowie die Prinzessin Sätitia

Sie Beranstalftmgen im Srangerieschlotz. rocid,cn nid|t Oom Sterbelager.

Das alte Orangerieschloß in der Aue er« I London nach der KönigS-Krönung. glänzt allabendlich in dem Scheine vielhunber- Lo nb on, 23. Juni. (Privat-TelS« ter bunter Lampions. Die Wirtschaftspächter «ramm.) Ter gestrige Tag ist verhältniSmä- Meißner und Hartleb haben hie Jnnenräume ß'S glücklich verlaufen. Der Ordnungsdienst und die Terrasse so vorzüglich eingerichtet, daß war ausgezeichnet und die Polizei bewies der Aufenthalt im Orangerieschloß zurzeit zu außerordentlich viel Takt bei der Behandlung dem angenehmsten gehört. Nachmittags und I beS Publikums. Nur wenige Personen wur- afrenbS kürzen Militär-Konzerte die Zeit, und m den Abendstunden werden außerdem noch Feuerwerke geboten. Für heute abend ist ein großes Brillantfeuerwerk angekün­digt.