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Cassel« Neueste Nachrichte«

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> an zweihundert dazu Molkereima»

Seit heute morgen streiken die CHcftromow teure der hiesigen industriellen Werke. Sie hat

A Achtung. Linoleumbelag! Man schreibt uns aus dem Leserkreise: In einem Hause der Hobenzollernstraste kam ein in den mittleren Jahren stehender Herr auf dem glatt gebohnerten Linoleumbelag des Etagenvor­platzes zu Fall und trug einen A r m b r u ck da­von. Dieser Vorfall mabnt von neuem zur Vor­sicht, einmal für solche, die in fremden Häusern ein- und auszugehen haben, daß sie sich beson­ders in acht nehmen, dann aber auch vor allem für diejenigen, die für sich Freunde gut ge­glätteter Fußböden sind. In den Zimmern möge es jeder nach seinem Geschmack halten. Aber auf Trevpen und Vorplätzen sollte doch der Tatsache Rechnung getragen werden, daß da auch häufig Versonen zu tun haben, die glatt gebohnerte Dielen oder Linoleumbelage nicht gewohnt sind und deshalb leicht Schaden nehmen können. Wenn solche Plätze durchaus modern gehaltenwerden sollen, dann möge man ! wenigstens einen paffenden Läuferstoff in der Mitte darüber legen und befestigen. Das sieht I gut aus und verhindert das Ausgleiten.

der Fernsprechvermittelungsanstalt angemeldet ein müssen, an die die Sprechstelle angeschlos- cn sein soll.

A Aus unserer Garnison. Das Train- Bataillon Nr. 11 hat heute unsere Garni­son auf die Dauer von vier Tagen verlassen und wird im Gebiete der oberen Weser mit einen sämtlichen Fahrzeugen Fahrübungen ab­halten. Die Mannschaften werden zum Teil in Veckerhagen einquartiert, zum Teil werden sie biwakieren.

Das in Aussicht genommene Trachten­fest beginnt am 22. Juni (also dem Erön- nungstage) um 10 Uhr morgens. Der Ein­tritt der in Nationalkostümen erscheinenden Paare erfolgt unter Vorantritt einer Musik­kapelle. Dann wird sofort ein Kranz am Hessendenkmal niedergelegt, worauf die Kapelle den Choral: „Nun danket alle Gott" spielt! Der Vorsitzende der Landwirtfchaftskammcr, von Stockhaufen-Abgunst wird eine An­sprache halten und das Kaiserhoch ausbringcn. Nach dem Frühstück ziehen die Teilnehmer des Trachtenfestes zur Tribüne, um am Eröff­nungsakt teilzunehmen. Nachmittags foll ein Ausflug nach Wilhelmshöhe unternommen werden, abends foll sich ein Kränzchen im Stadtpark anschließen. Die Turn- und Fil­zend s p i e l e der Casseler Schuljugend finden im Sonnabend nachmittag 3 Uhr und am Sonntag vormittag 11 Uhr statt. Mehr als 500 Kinder, Knaben und Mädchen, erstere enter Leitung des Turninspektors Buchc- -r a u, letztere unter Leitung von Fräulein In­spizientin Koethe, werden Freiübungen, oolkstümliche Uebungen und Wettspiele vor­führen. Mit flottem Sang werden zuerst die Knaben ausmarschieren und Frei- und Stab­übungen türken, worauf dann die Mädchen folgen werden. Nach den Freiübungen werden Knaben und Mädchen gemeinsame volkstüm­liche Uebungen und Wettspiele vorführen.

Die Berkehrsmöglichkeiten.

Während der Dauer der landwirtschaftlichen Ausstellung werden im Betrieb der Stra­ßenbahn die nachstehenden, behufs Bewäl­tigung des Massenverkehrs erforderlichen Aen- derungen eintreten: Die weiße Linie Nr. 1 und die gelbe Linie Nr. 2 werden von Wil­helmshöhe alle zwölf Minuten bis zur Aus­stellung durchgefahren. Auf der Streck« Altmarkt- Wolfsanger wird für die Linie Nr. 2 «in Pen­delbetrieb eingerichtet. Die Wagen der roten Linie Nr. 3 laufen während der verkehrs­reicheren Tagesstunden von der Germania­straße nur bis zum Staatsbahnhof Betten­hausen. Die grüne Linie Nr. 7 fährt von Rothenditmold nur bis zum Köniqsplatz, da­gegen wird auf der Linie Nr. 8, Frankfurter­straß e-Bahnhof Cassel, ein regelmäßiger Sechs- minuten-Verkehr eingerichtet. Neu eingelegt werden besondere, von und zu der Ausstellung fahrende Ringzüge mit der Bezeichnung: Hed- wigstraße-Hauptbahnhof-Rathaus-Theater und Theater - Rathaus - Hauptbahnhof - Hedwig- straße, die in jeder Richtung all« sechs Minuten verkehren. Sämtliche zur Ausstellung fahren­den Züge sind vor Kopf und an der rechten Seite der Motorwagen durch ein „A" gekenn­zeichnet. Zum Beginn der Vorstellung im Königlichen Hoftheater können während der Ausstellung besondere Theaterzüge nicht ge­fahren werden. Auf die Wahrnehmung der Anschlüsse an den verschiedenen Umsteigestellen des Bahnnetzes ist nicht zu rechnen. Für die regelmäßigen Benutzer der Straßenbahn wird der Betrieb während der Ausstellung mancher­lei Unbequemlichkeiten im Gefolge haben, die sich jedoch behufs Bewältigung des Massen­verkehrs leider nicht vermeiden laffen. Auch der Automobildroschken-Betrieb wird durch die Einstellung von mehreren neuen

Kraftwagen verstärkt werden. Die König­liche Eisenbahn-Direktion legt für Besucher der landwirtschaftlichen Ausstellung Sonderzüge ein, deren Fahrzeiten im heu­tigen Anzeigenteil bekannt gemacht werden.

Die Vorprüfung neuer Geräte.

Heute vormittag gegen acht Uhr fand auf dem Ausstellungsplatz bereits eine Vorprü­fung der neuen Geräte statt. Besonders wurden die milchwirtschaftlichen Geräte

näher geprüft. Wie das gesamte Maschinen­wesen überreich auf der Ausstellung vertreten sst, so auch die neuen milchwirtschaftlichen Ge­räte. Die Halle, wo sie untergebracht sind, befindet sich gleich links von der Hauptstraße. Es haben nun dort eine groß« Menge Geräte schon Platz gesunden, die alle aufzuzählen un­möglich ist. Ueber sechshundert Milch- schleuderer und an zweihundert Butterfässer, dazu Molkereima» sch ine« und andere sind ausgestellt worden.

des Vorjahres.

A Kleine Tageschronik. Die Wahl von Professor Kratsch, des bisherigen Leiters der hiesigen Studienanstalt, zum Direktor der Anstalt ist durck allerhöchsten Erlaß bestätigt worden. — Dr. T e w e s aus Essen hält heute Abend im großen Saale des Kaufmanns- Hauses einen Vortrag über das Thema: „Die katholischen kaufmännischen Vereinigungen gegenüber den andern kaufmännischen Korpo­rationen." — Oberlehrer Dr. theol. Weber vom hiesigen Wilhelmsgymnasium nimmt am Eucharistischen Kongreß in Madrid teil und wird die Grüße des Bischofs von Bulda über­bringen. ,

A Varietee Stadtpark. Heute abend wird im Stadtparksaal die erste Varietee-Vorstel- lung eröffnet werden. Aus dem im Inseraten­teil der „Casseler Neueste Nachrichten" ver­öffentlichten Programm ist das Nähere zu er­sehen.

A Aus den KinoS. Man schreibt uns: Das Metropol-Theater (Lichtspiele Untere Königsstraße 64, 1. Etg.) zeigt noch bis Dienstag, den 20. Juni ein schönes Großstadt- Programm: »Ein Duell ohne Zeugen", ein hi­storisches Drama aus der Braunschweiger Ge­schichte: „Schauspielerin und Sänger", ein Dra­ma aus dem amerikanischen Bohsmeleben, fer­ner ein Drama aus dem Leben „Die Tigerin". Außer diesen Bildern gelangen Naturaufnah­men. die neueste Kinematograph-Berichterstat- tung aus aller Welt, humoristische Bilder, dar­unter „Das kleine Fritzchen als Erpresser" so­wie ein Tonbild zur flimmerfreien Vorfüh­rung. — Im Reform-Theater (Hollän- dischestraße 33) gibt es im neuen Spielplan un­ter anderen interessanten Bildern einen außer­gewöhnlichen Sport zu sehen, und zwar den Stierkampf in Sevilla. — Ferd. Beckers Lichtspiele bringen ab heute ein spannendes Programm. Von den dramatischen Bilderserien sind besonders erwähnenswert: „Der Räuberhauptmann Homar oder das glü­hende Gefängnis. Daß das Räuverunwesen heute noch in manchen Gegenden blüht und Gefangene zur Ervressung von Lösegeld in den Bergen von Banditen festgehalten werden, zeigt der Fall Richter. Dieses Bild wurde nur für Erwachsene freigegeben.

A Das Wetter am Mittwoch. Der amtliche Wetterbericht saat für den morgigen Mitt­woch folgende Witterung voraus: Meist wol­kig. kühl, windig, vereinzelt Regenfälle in Schauern.

Aus der Menge der heute geprüften und noch zu prüfenden Geräte wollen wir erwähnen: Milchschleuderer verschiedenen Systems mit elektromotorischem Antrieb, Melkmaschinen mit Saugluft und Druckluft, Melkwagen, Rabm- werfer für große Mengen, vollständige Mol­kerei- und Kühlanlagen, Untersuchungs- und Kontrollgeräte. Das Ergebnis der Prüfung wird noch während der Ausstellungstage zu erwarten sein. Ebenfalls um acht Uhr heute morgen fand eine Prüfung des reich be­schickten Pferdematerials statt, deren Resultat auch recht interessant sein dürste.

△ Ter Post-Stempel der „Lac". Briefmar- kensamler wird es vielleicht interessieren, daß die auf der Landwirtschaftsausstellung Cassel aufgegebenen Briefe, Postkarten und Druck­sachen mtt einem Stempel versehen werden, der den Namen der Jubiläumsausstellung

I trägt.

A Eine Verkehrsstörung auf der Straßen­bahn. Heute morgen gegen 8 Uhr entstand auf der Holländischen Straße an der Ecke des Westrings eine unangenehme Verkehrsstörung. Ein Wagen mit Dung war auf dem Straßen- bahngeleise umgekippt und der Dünger hatte sich über die ganze Breite des Fahrdammes ergossen. Die elektrischen Bahnen konnten so­mit nicht bis zum Friedhof durchfahren. Es dauerte eine ganze Weile, bis das „Duftige"

A Baufällige Häuser. Es ist schon öfters vorgekommen, daß durch das Herunterfallen von Kalk- und Mauerwerk von baufälligen Häusern Menschen verletzt worden sind. Da eö auch in der Casseler Altstadt einige Häuser gibt, deren baufälliger Zu- tand geradezu zur Kritik heraus­ordert, sei folgende Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts hier mitgeteilt: Der bauliche Zustand eines Hauses in N. war mtt der Zeit ein so mangelhafter geworden, daß die Sicherheit der Straßenpassanten gefährdet erschien. Die Polizeibehörde gab dem Eigen- tümer des Hauses hie Herstellung der erforder­lichen Ausbefferungsarbeiten nach Maßgabe eines beigefügten Anschlages auf, setzte die Kosten auf tausend Mark fest und fügte dte Androhung hinzu, daß nach fruchtlosem Ab­laufe der gestellten Frist die Arbeiten durch einen Driiten auf Kosten des Hauseigen­tümers ausgeführt werden würden. Der Letz­tere erhob nun Verwaltungsklage, indem er die Befugnis der Polizeibehörde bestritt, das vermeintlich Notwendige auf seine Kosten aus- ühren zu lassen. Uebrigens sei er gar nicht imstande, diese Kosten herbeizuschaffen, er teile deshalb der Polizei das Haus zum öffentlichen Verkaufe anheim. Der Kreisaus- chuß erkannte zu Gunsten des Hausbesitzers, der Bezirksausschuß zu Gunsten der Polizei. Das in letzter Instanz angerufene Oberver­waltungsgericht stellte sich ebenfalls auf die Seite der Polizei. Die tatsächlichen Voraus­setzungen eines polizeilichen Einschreitens in der angeregten Richtung seien nach dem Ergeb­nisse der Beweisaufnahme unbedenklich darge­tan. Ihre rechtliche Unterstützung finde die polizeiliche Anordnung mit ihrem auf die Er- haltungn des Gebäudes gerichteten Inhalte in den Vorschriften des § 10. Titel 17, Teil II, 8 37, Tiel 8, Tefl I des Allgemeinen Land­rechts. Zu einer gerichtlichen Aufhebung der polizeilichen Anordnung liege deshalb kerne gesetzliche Handhabe vor.

A Wiege und Grab. In der 23. Iahres- woche (vom 4. bis 10. Juni) verstarb en nach den Mitteilungen des städtischen Statistischen Amtes in Cassel 33 Personen (gegen 37 tn der Parallelwoche des Vorjahres). Darunter wa­ren fünf (im Vorjahre sechs) Kinder im ersten Lebensjahre. Unter der Gesamtzahl der Sterbcfälle waren einer durch Scharlach, einer durch Masern und Röteln, einer durch Diph­therie und Kroup, drei durch Tuberkulose, sieben durch akute Krankheiten der Atmungsorgane und zwei durch Brechdurchfall. Magen- und Darmkatarrh (darunter zwei Kinder tm ersten Lebensjahre) verursacht. Einen gewaltsamen Tod erlitten zwei Personen. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug (in der vorhergehen­den Woche): 69 gegen 67 in der gleichen Woche

Verkehrshindernis beseitigt war.

A Das Bezirksfest des Evangelischen Bun­des. Am gestrigen Sonntag wurde bei Cal­den unter herrlichen Buchen das Bezirksfest des Evangelischen Bundes unter Leitung des Vorsitzenden des hessischen Hauptvereins, Oberlehrer Hoffmann -Cassel, abgehalten. Verschönt wurde das Fest durch die Mitwir­kung des Wehlheidener Posaunenchors, der die Lieder begleitete und einige Motetten vortrug. Die Festversammlung begrüßte Pfarrer K r a p f - Obervellmar. Liz. Pfarrer Bräun­lich aus Halle wies in dreiviertelstündiger Rede die Notwendigkeit eines engen Zusam­menschlusses unter den evangelischen Glau- bcnsbrüdern nach. Der Erfolg seiner Rede war der, daß sich zahlreiche neue Mitglieder anmel­deten. Oberlehrere Hoffmann sprach bi’.ut über die segensreichen Wirkungen des evangeli­schen Bundes in der Jetztzeit. Nachdem das Bundcslied verklungen war, dankte Pfarrer K r a p f den Rednern für ihre Mühe und sprach noch ein paar Schlußworte.

A Bilder aus dem Hrssenlande. Eine recht hübsche Sammlung von guten Bildern aus dem Heffenlande (die nach photographischen Auf­nahmen heraestellt sind), hat der Hofphoto­graph Carl Eberth in Cassel herausgegeben. Das Sammelwerk umfaßt drei Bändchen, von denen das letzte interessante Federzeichnungen aus der Skizzenmappe des Dorfpfarrers Eberth (des Vaters des Herausgebers) ent­hält. Die ansgewählten Bilder verraten fei­nen Geschmack und künstlerisches Empfinden. Der Herausgeber hat das Sammelwerk der Deutschen Landwirtschaftsgesellsckaft anläßlich der Jubiläumsausstellung in Cassel gewidmet.

A Der Verbandstag Deutscher Feuerwehr­männer. In diesen Tagen fand in Dresden die dritte Delegiertenversammlung des Ver­bandes Deutscher Berufsfeuer­wehrmänner statt. Nach dem Geschäfts­bericht zählt der Verband 41 Ortsvereine und 37 einzelne Mitglieder. Der Kassenbericht er­gab einen Kassenbestand von 32 500 Mark. Auf die Referate über Gehalts-, Anstellungs- und Pensionsverhältnisse der Berufsfeuerw ehren und über Einführung des vierundzwanzigstün­digen Wachdienstes bei den Berufsfeuerwehren wurden ebenso wie für Bearbeitung der Presse Kommissionen gewählt. Folgende Resolu­tion gelangte zur Annahme: „Die Versamm­lung ist überzeugt, daß durch Einführung eines vi erundzwanziqstündigen Wachdienstes eine bedeutende Hebung des Gesundheitszustandes der Berufsfeuerwehrmänner cintreten wird. Die Stadtverwaltungen werden durch Beseiti­gung des achtundvierzigstündigen Dienstes nur gewinnen, weil fei Zweifel darüber bestehen kann, daß dann die Pensionslast herabgemin­dert wird. Der Verband erhofft darum, daß die Stadtverwaltungen den in dieser Richtung eingereichten Gesuchen der Berufsfeuerwehr­männer die Genehmigung nicht versagen wer­den." Weiter wurde beraten über die Grün­dung einer Unterstützungskasse für Witwen und Waisen verstorbener Verbandsmitglieder, He­rausgabe eines Verbandskalenders und die I Werbetätigkeit. Ein Fonds für die Unter- stützunaskasse ist bereits gebildet. Der Voran­schlag für 1912 fand Genehmigung. In den Vorstand wurden neu gewählt die Kameraden I W eilm ai er-München als zweiter Schrift­führer, Dohrmann -Bremerhaven als Bei­sitzer. Die vierte Delegiertenversammlung soll in Köln stattfinden.

Ei« Berliner Riesenprozeß.

Berlin, 20. Juni. (Privat-Tele- gramm) Bor der vierten Straflammer des Landgerichts I begann heute die Verhandlung des großen Betrugsprozesses, stt wek chem fünf AngeNagte des Betrugs beschuldtgi werden. In dem Prozesse sind sechs Bet- leidiger tätig und zweihundertdrei, tzig Zeugen geladen. Für die Verhandlun­gen smd drei Wochen in Aussicht genommen. Tie Angeklagten waren als Weinreisende tätig und haben die von ihnen vertretenen Firmen um die Provision beschwindelt. In erster Reihe ind italienische und deutsche Weinfirmen um etwa 400 000 Mark geschädigt worden.

Der Kaiser im Unterseeboot?

Kiel, 20. Juni. (Privat-Tele- gramm.) Ein Kieler Blatt meldet: „Wie uns von besonderer Seite mitgeteilt wird, beabsich­tigt der Kaiser, während der Kieler Woche mit einem, vom Kapitänleutnant Pohle gesteuerten Unterseeboot eine Unterwasserfahrt zu unter­nehmen." Das Blatt fügt hinzu, eS. gebe die Meldung unter allem Vorbehalt wieder. (Im Reichsmarineamt ist (wie uns dazu depeschiert wird) von dieser Absicht des Kaisers nichts be­kannt.) , ,

Wenn das Vaterland ruft ...

Paris, 20. Juni. (Pttvattele- gram m.) Der neue Kriegsminister, General Gotin«, hat soeben ein Exempel statuiert: Vier Unteroffiziere der Kolonial-In­an t e r i e, die nach Marokko entsandt werden sollten, weigerten sich abzureisen und baten um Lösung ihres Dienstverhältnisses da ic in einem Dienstalter ständen, in dem ihnen derartige Strapazen unmöglich seien. Der Kriegsminister hat nunmehr verfügt, daß di« vier Unteroffiziere ohne jede Pensionsan. prüche unverzüglich aus dem aktiven Militär- Verhältnis zu entlassen seien und daß, falls Dekorationen vorgeschlagen werden soll- tcn, sie keine erhalten würden.

Der Europäische Rundflug.

Reims, 20. Juni. (Privattele­gramm.) Der Flieger Pascal und der Pilot Valentino sind heute früh um drei Uhr hier aufgestiegen, um die Etappen-Fahrt des Europäischen RundflugeS, ReimS-Lüttich, fortzusetzen. Sämtliche in Lüttich angekomme­nen Flieger find gestern abend Gaste des Ge- meinderats von Lüttich gewesen. Der Ge­meinderat von Brüssel setzte einen Preis von 10 000 Francs für die Flieger auS, dre m Brüs­sel ankommen.

Indische Tragödien.

London, 20. Juni. (Privai-Tele« gramm.) Kaum hat fich die Erregung über den gestern gemeldeten Mord in Indien gelegtz und schon kommen Nachrichten üb« ettt twnes Verbrechen, dem der englische Kriminalinspettoi Hajkuma zum Opf« gefallen ist, der am Sonntag abend in Bengalen von einem fana­tischen Inder erschossen wurde Der Mord wurde mit auß«ordentlich« Kühnheit verübt. Der Beamte stand vor der Tür der Polizei, station, als ein Unbekannt« a«S größt« Nähe ihn in die Stirn schoß und davonl,^. Nach anderer Meldung sollen mehrere Schüsse, und zwar von drei Attentätern, abgegeben worden sein. Bon de« Mörder« sehll biSh« jede Spur.

Massenvergistunge« durch Mllch. - London, 20. Juni. (Pridattele« gramm.) Maffenvergiftungen durch Milch werden aus E d i n b u r g gemeldet. Dort lie- gen jetzt an zweihundert Personen infolge Genusses von roher Milch (die von einem Händl« geliefert worden war) krank darnieder. Eine Menge ander« Konsumenten der Milch kamen mit leichterem Unwohlsein davon. In einem Krankenhaus ist bereits em Knabe unter BergiftungSerscheinmigen ge­storben. Bish« ist eS d« Cdimburg« Sa. nitätS-Behörde nicht gelung en, den Erreget der Maffenerkrankungnen festzustellen.

D« ,Hdeal-Acroplan" erfunden?

Rom, 20. Juni. (Privat-Tele. gramm.) Hiefigen Blättermeldangen zufolge hat Leutnant Romani eine« neuen Flug­apparat erfunden, d« die biSH«ige« Systeme weit hint« fich lassen soll. D« neue Apparat gestattet dem Flieg«, von jedem beledigen Puntte der Erde, und selbst vom Wass« auS sich zu erheben. Er bewegt sich leicht gegen den stärksten Wind und kann wie em Fallschirm zur Erde gehen, wenn der Motor versagt. Leutnant Romani soll von französisch« Seitt bereits drei Angebote wegen des Ankaufs sei­nes Apparats erhalten haben.

Am«ika und die Pyrenäen-Republik.

Lissabon, 20. Juni. (Telegramm.) Nach Schluß der gestrigen Sitzung der konsti- Mierenden Versammlung machte der amerika­nische Geschäftsttäger dem Minister des Aeutze ren die Mittteilung von der Anerkennung der porMgiesischen Republik seitens d« Vereinigten Staaten. Das Publikum veranstaltete vor der amerikanischen Gesandtschaft eine begeisterte Kundgebung.

Aus Liebe zur Gattin!

Washington, 20. Juni. (Privat- telegramm.) Der Senator Lea, Vertteter des Staates Tennessee im Kongreß ließ fich gestern im Hospital von Dorkstone ein viertel Liter Blut abzapfen, um eine Operation an seiner schwerkranken Frau zu ermöglichen, die nur durch dieses Mittel zu retten war.

Mittwoch, 21. Juni 1911.

hatten es abgelehnt, mit dem Metallarbeiter- Verband zu unterhandeln. Sie «klarten sich nur bereit, Wünsche der bei ihnen beschäftigten Arbeiter entgegcnzunchmen. Darauf wurden in allen Betrieben Kommissionen gewählt, bie die Wünsche den Arbeitgebern vortrugen. Di« gemachten Zugeständnisse wurden ab« m em« von über fünfhundert Monteuren besuchten Versammlung als durchaus ungenügend be­zeichnet und eS wurde beschlossen, die Arbeit Heute morgen nicht wieder aufzunehmen. An dem Stteik find rund sechshundert Monteure beteiligt. Berständigungsversuche vo« dritter Seite find bisher «gebniSloS gebliebe«.

Lette Zelearamme.

Rach Schluß der Redaktion eingegangen.)

Sechshundert Monteure tm Streik!

5 Frankfurt a. M., 20. Juni.

yt. 166. — L Hahrgang.______________

giftet Wirklicher Geheimer Rat Graf von! oebnborff, Landrat Freiherr von jammerst ein-Berlin, bet bayrische Ltaatsminist« des Innern, Dr. Ritter „ ctt Brettreich, Ministerialrat Arnold-! Karlsruhe, bet hessische Minister des Innern, Jntt Homberg z u Vach-Darmstadt, «andstallmeistet von Walbeck - Btaun- kbweig, Landesdirektor Präsident von Li a s e n a p p - Arolsen Hoflammerpräsident

von Frese-Bückeburg, Professor Dr. Go- °i«i-Mailand, bet Generaldirektor für «andwirtschaft van Hoek-Haag unb Staatsagronom be Caluwe-Ganb.

Die Organifatton auf dem Ausstellungsplatz.

Auf bem Ausstellungsplatz ist bie Gesamt- oiaanisatton nun vollends beendet. Die S a - »itätswache, die von bet Krteget-Sani- tätskolonne vom Roten Kteuz gestellt wirb, ist von gestern ab auf zwei Mann «höht wotben, damit eiltet stänbig auf Wache bleiben, bet iWette auf bem Platze patrouillieren kann. An den Ausstellungstagen selbst werben vier Mann tätig sein, von benen zwei während der Vorführungen im Großen Ring mit dem jöandkrankenwagen dort postiert sind. Die Wachstube birgt gleichzeittg eine Ausstellung der Casseler Firma Evens und Pistor, die die Instrumente und andere Gerätfchasten zur Verfügung gestellt hat. Ebenfalls in Betrieb gesetzt ist bereits das P o st- u n d Telegra- p h e n a m t, das eine umfangreiche Halle inne hat. Die Häuserftadt, fest aus Holz hergerichtet, die die Bureaus der D. L. G. in sich aufnimmt, umfaßt 33 Zimmer. Die Gesellschaft hat 72 Beamte auf der Ausstellung am Platze; ms- aesamt umfaßt die Beamtenzahl der D. L. G. zirka 250. Zu den genannten 72 Beamten kommt nun aber noch die sehr große Zahl von Richtern, Ordnern, Stallmeistern, sodaß ins- aesamt etwa 600 Personen allein im Au,trage der D. L. G. hier tätig sind. Die für die Aus­stellungsmaschinen zum Antrieb nötige Kraft liefert eine Dampfmaschine von 350 Pferde- krästen. bie bereits seit Sonnabend in Be­trieb ist.

Trachtenfest und Turnspiele.

A Der Bischof kommt! Sicherem Verneh- men nach wirb bei Bischof von Fulba im September nach Cassel kommen, um in den katholischen Kirchen bas heilige Sakrament bet Firmung zu spenden.

A Die Anmeldung neuer Fernsprechan- schlüffe. Interessenten seien darauf aufmerksam gemacht, baß Femsprechanschlüsse, beten Her- --------------------- m .

stelluna in bet Zeit von August bis Oktober ge- tcn ihre Forderung durch den Metallarbeiter­wünscht wird, spätestens bis zum 1. August bei I Verband cinteitfien lassen, bie Arbeitgeber aber