Nummer 163
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F«mspreche« 951 und 952.
Sonnabend, den 17. Juni 1911.
Fernsprecher 951 und 952.
Assonanzen?
Das Rendezvous der Dreibund-Minister.
Es ist nicht grade klastische Musik, die man zur Zeit im europäischen Konzert hört: Trotz aller Noten ist keine Harmonie hineinzubringen; jeder macht Musik auf eigne Faust, und dabei ist man sich noch nicht einmal darüber einig, welches Instrument jeder zu spielen hat. Frankreich und Spanien erheben beide Anspruch auf die marokkanische Pauke und schlagen abwechselnd drauf, mitten hinein ins schönste Pianiffimo. Dazwischen gellen schmetternde Fanfaren vom Balkan her, von den mißtönenden Klängen des russischen Brummbasses begleitet. Es ist kein Wunder, wenn bei dieser Katzenmusik, die Stein' erweichen, Menschen rasend machen kann, auch das Dreibund-Trio etwas aus dem Takt kommt. In der Tat hat es in letzter Zeit zwischen Berlin, Wien und Rom nicht an Dissonanzen gefehlt, und so ist es nötig geworden die Instrumente wieder einmal zu „stimmen". Die Leiter der auswärtigen Politik der Dreibundmächte, die Herren von Kiderlen-Waechter, Graf Aehrenthal und Graf Santusiano wollen im Laufe dieses Sommers in Salzburg oder Ischl zusammenkommen, um sich über die schwebenden Fragen der internationalen Politik auszusprechen. Unter „Aussprechen" versteht man in der Sprache des grünen Tisch's: Verstimmungen beseitigen, Gegensätze ausglei- chen und Sorgenfalten glätten. Und so weiß man nun ungefähr, w a s die drei Männer des auswärtigen Dreibund-Gefchäfts mitten im Sonnenglanz der Sommerpracht fo dringlich nach Salzburg ruft.
An sich hat die Begegnung allerdings noch nichts auffallendes: Zusammenkünfte' der leitenden Männer der Dreibundstaaten bilden seit Jahren einen festen Bestandteil der Dreibundpolitik. Dazu kommt, daß der aus der Krise der Jubiläumsfeiertage hervorgegangne italienische Minister Graf Santusiano bisher kaum Gelegenheit hatte, mit seinen beiden Dreibundkollegen engere Fühlung zu nehmen. Es ist also nützlich, daß man das Angenehme mit dem Nützlichen verbindend) die bevorstehende Reisezeit dazu benutzt, sich zu „beriechen", und dazu bieten die reizenden Kurorte Salzburg und Ischl (Rendezvousplätze traulichster Art) die beste Gelegenheit! Trotz alledem kommt man indessen nicht über die Tatsache hinweg, daß es sich bei der bevorstehenden Entrevue weit weniger um einen durch das Bundesverhältnis diktierten Höf- l i ch k e i t s a k t handelt, als vielmehr um den Ausgleich gewisser Differenzen, die ihren Ursprung in der Orientpolttik haben, deren Erörterung denn auch (wie man hört) im Vordergrund des ministeriellen Dreibund-Konzils stehen soll. Die Orientpolitik war und ist (seit Jahrzehnten) das Sorgenstück europäischer Diplomatie, ein Labyrinth der Jntriguen und Kabalen, und seit Bismarcks Auge sich schloß, saß kein Mann mehr am Diplomatentisch, der das Fädengewirr orientalischer Komplikationen sicher aufzurollen vermocht hätte. Im Gegenteil: Das Unheilwölkchen über den Balkanbergen, das nie ganz geschwunden, ist immer düstrer und drohender geworden, und wenn heut von „Orientpolitik" gesprochen wird, pflegen unsre Diplomaten nervös zu werden.
Die jüngsten Debatten in der ttalienischen Kammer haben denn auch gezeigt, daß der alte Gegensatz zwischen Oesterreich und Jta- lien bezüglich der Balkanpolitik wieder bedenklich an Schärfe zugenommen hat. Aber auch zwischen Wien und Berlin schien man in letzter Zeit in diesem Punkt nicht ganz übereinzustimmen: Dir Wiener Diplomatie hat sich zwar bemüht, das rasch emporgestiegne Ver- stimmungsgewölk zu scheuchen, und dem lauten Ton offiziöser Marktleute eine möglichst harmlose Auslegung zu geben, gleichwohl scheint man in Berlin durch die scharfe Tonart, dir in Wien angeschlagen worden ist, unangenehm überrascht worden zu sein. Oesterreich hat damit das seit der Annexionskrisis streng beobachtete Prinzip der Nichteinmischung in innertürkische Angelegenheiten durchbrochen, ein Prinzip, das in Berlin nach wie vor die Richtschnur für die Orientpolttik bildet. Diese Unstimmigkeiten dürften sich allerdings umso leichter überwinden lassen, als durch die Wendung, die die Dinge unter der Glut der Sommersonne in Albanien genommen haben, die Gefahr weiterer Komplikationen (vorerst wenigstens) ausgeschlossen erscheint. Es tut dabei wenig zur Sache, ob die versöhnliche Haltung der Türkei gegenüber den Aufständischen mehr durch die Vorstellungen Rulands und Oesterreichs, als
durch ihre angeblichen militärischen Erfolge beeinflußt worden ist. Das Eine aber steht fest: Der Zankapfel „Orient" hat wieder einmal im ganzen Umkreis europäischer Großmacht-Politik Sorgen bereitet, und daß diese Sorgen (trotz aller offiziösen Schwichtigung hüben und drüben) noch nicht ganz beseitigt sind, beweist die Dringlichkeit der Ministerfahrt zum Salzburger oder Jschler „Versöhnungsfest".
Neben der Balkanpolitik ist es dann noch die Gestaltung der Dinge in Afrika, die eine Aussprache zwischen den Dreibundstaaten wünschenswert erscheinen läßt. Der angebliche deutsch-italienische Zwischenfall in Tripolis kann allerdings als erledigt gelten: Das Geschrei, das hitzige und hyperpatriotische Leute am Tiberstrand erhoben, weil sich ein Deutscher in Tripolis angekauft hatte, ist von dem besonnenen Teil der italienischen Presse gebührend zurückgewiesen worden, und ebensowenig wird sich die italienische Regierung die Argumente der Heißsporne zu eigen machen. Eine eingehende Aussprache erheischt dagegen die Lage in Marokko. In letzter Zett haben sich hier die Vorgänge so überstürzt, daß auch für die Dreibundmächte die Orientierung in den täglich neuauftauchenden Fragen nicht leicht ist. Die gewöhnlichen Mittel des üblichen „diplomatischen Meinungaustauschs" reichen hier nicht aus, und deshalb ist es von nicht zu unterschätzender Bedeutung, wenn sich die Leiter der Dreibundpolitik persönlich über ihre Auffassung der Lage aussprechen. Herr Moinier, der „Held von Fez und Melines", hat den grotesken Knoten des Algeciraspakts mit soldatischem Schneid durchhauen, hat sich den Kuckuck um die Schnörkel der Diplomaten gekümmert und hat's nun auch glücklich erreicht, daß neben den Legionen der Gallier auch Spaniens Afrika-Infanterie den Einmarsch ins Land der Mauren begonnen. Hier lauert Gefahr, und alles beruhigende Drahtgeflüster aus Pariser, Madrider und Londoner Kabinettstuben kann nicht dattiber hinwegtäuschen, daß die seit Jahren mit Säbel und Kabalen heiß um- strittne Marokko-Frage zurzeit auf einem Punkt angelangt ist, der die äußerste Möglichkeit-Peripherie der Erhaltung des Friedens scharf schneidet. Wie man sieht: Sorgen die Menge, und man wird deshalb den aufrichtigen Wunsch hegen dürfen, daß die Herren Minister der verbündeten Reiche vom Fricdenstag in Salzburg oder Ischl nicht nur die angenehme Erinnerung an sonnbestrahlte Kurbad-Jdhlle, sondern auch die Gewißheit mtt Heimbringen mögen, daß die Dreibundpolitik, unbekümmett durch den Lärm rechts und links am Weg, geschlossen und einmütig ihr traditionelles Ziel verfolgt: Die Erhaltung und Sicherung des Friedens! **
SberPrMertten Revirement?
Kommende und gehende Männer.
(Telegramm unseres Korrespondenten.)
Wie unser Berliner - Korre - spondent von zuverlässiger Seite erfährt, wird der bereits mehrfach angekündigte Wechsel in den Oberpräsidentenstellen sich im Herbst bestimmt vollziehen. Der Posener Oberpräsi- dent von Waldow wünscht wegen seines körverlichen Befindens ein weniger aufregendes Amt, und er wird deshalb als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Freiherrn von Maltzahu nach Stetttn übersiedeln. Voraussichtlich wird auch noch ein drittes Ober- Präsidium frei werden, beim der Oberpräsident der Provinz Sachsen in Magdeburg, Herr von Hegel, ist zum Präsidenten der Oder- rechnungskammer ausersehen. Der Wechsel im Posener Oberpräsidium hat (wie versichert wird) keine politische Bedeutung, etwa in dem Sinne, daß dadurch eine Schwenkung in der O st m a r k e n p o l i ti k äußerlich eingeleitet werden solle. Das wird auch durch die Wahl des Nachfolgers bekundet werden, den man wohl in der Person eines der östlichen Regierungspräsidenten erblicken darf, der die schwiettgen Fragen, an deren Lösung der Posener Oberpräsident in erster Linie mitzuarbeiten hat (vor allem die P o- l e n p o l i t i k) genau kennt. In Posen wollen übrigens die Gerüchte nicht verstummen, daß auch in bet Leitung ber Ansiedlungskommission bald ein Wechsel zu erwarten sei. Vorläufig dürfte indessen mit einem solchen Wechsel nicht zu rechnen fein. Wie nämlich unserem Korrespondenten versickett wird, bestehen zwischen den maßgebenden Stellen der Reichsregierung in Berlin einerseits und dem Posener Oberpräsidium andererseits keine Meinungsverschieden- beiten in den Fragen der Polenpolitik. Der Wechsel im Oberpräsidium und ein etwaiger Wechsel in der Leitung der Ansiedlungskom- mission würden also auch nicht ihren Grund ha
ben in Differenzen, die angeblich zwischen Berlin und Posen bestehen sollen. -xyz-
Fiasko im Teemarm-Ztreik?
Der Streik bleibt lokalisiert.
Nach einem uns aus Antwerpen zu- gehenden Privattelegramm ist dott die Lage auch heute ruhig, und der Streik bei Seeleute scheint feit gestern keinen größern Umfang angenommen zu haben. Der belgische Dampfer „Tigris" ist mit vollstänbiger Bemannung abgefahren, wogegen bie Heizer bes Dampfers „Finnland" sich nicht haben ein- schreiben lassen. Ungefähr hunbett Ausstänbigr hielten gestern eine Versammlung ab, in bet versichert wurde, daß die Maschinisten und Heizer, die in Antwerepn und mehreren englischen Häfen im Dienste stehen, sich nicht am Streik beteiligen werden. Was die deutschen Arbeiter betrifft, bie für bie Aus- stänbigen eingestellt werben, so werben sie mit den Streikenben nicht gemeinsame Sache machen. Weitere Depeschen melden uns:
** Amsterdam, 16. Juni.
(Eigene D rahtmeldun g.)
In Rotterdam und Amsterdam nimmt der Seemannsstreik nur geringe Dimensionen an. Die meisten Schiffe konnten gestern in See gehen, da sich genügend Mannschaften anwerben ließen. Selbst gestern eingelaufene Schiffe, die in einigen Tagen wieder auslaufen sollen, haben bereits begonnen, Mannschaften einzustellen. Meldungen aus Brüssel zufolge lehnen es die ausländischen Seeleute ab, sich dem Ausstand der belgischen Berufskollegen anzuschließen. Der Dampfer „Marquette" der Red Star Sine ist pünktlich abgegangen. Die Heizer, die kurz vor der Abfahrt den Dienst verweigerten, konnten sofort ersetzt werden. Die Stadt Antwerpen plant die Errichtung einer Arbeitsbörfe für Seeleute, um die Tätigkeit ber Streikleitung lahmzulegen. Nachrichten, bie aus Bonbon hier eingegangen finb, besagen, baß bort ber Ausbruch bes Streiks geringe Wahrscheinlichkeit für sich hat. Es finbet fein Streikposten-Stehen statt. Die gesamte Mannschaft bes Dampfers „Durban Castle", der heute nachmittag nach Sübafrika abgehen soll, hat ihre Anmusterung unterzeichnet, ohne eine Lohnerhöhung zu fordern. Die „White Star Linie" und bie „Ca- naba Pacific Linien" haben übrigens freiwillig eine Lohnerhöhung von zehn Schilling pro Monat für alle Klassen ihrer Angestellten bewilligt. Die großen Passagierbamp- ser, bie von Liverpool auslaufen fallen, haben keine Schwierigkeiten, obschon etwa sechshun- dett Mann (zumeist zum Mannschaftsbestand des Teutouic und der Empretz of Irland gehörig) sich weigerten, an Bord zu gehen. Im allgemeinen gewinnt eS infolgedessen den Anschein, daß der Seemann-Stteik mit einer Niederlage der Seemann-Organisattonen enden wird.
*
London, 16. Juni. (Telegramm unsers Korrespondenten.) Der Ausstand der Seeleute in C a r d i f f ist vollständig. Die Matrosen spazieren zahlreich durch die Straßen der Stadt. Auch in Liverpool und anderen englischen Häfen haben die Seeleute sofort nach ber Verkündigung des Ausstandes die Arbeit eingestellt. Gestern abend gegen sieben Uhr wurde auch den Seeleuten ber Tyne durch Abbrennen von Raketen das Signal zum Streik gegeben. Zu ernsten Zwischen- fällen ist eS indessen bisher nirgends gekommen. Ter Verband der amerikanifchen Seeleute, dem zwanzigtaufend im Küstenhandel angestellte Seeleute angehören, hat für heute den Ausstand angeordnet, nm höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu erzielen. Die Führer erklären, sie würden die ganze amerikanische Schiffahrt lahmlegen, falls ihren Forderungen nicht entsprochen werde.
Seoe Wittzer-Unnrhe« in Eicht?
(Eigene Drahtmeldung.)
r Paris, 16. Juni.
Die Stellung der Regierung zur Abgrenzung des Winzergebiets wird verschieden beurteilt. In der Marnegegend ist die Stimmung der Bevölkerung der Regierung gegenüber sehr ungünstig. Man glaubt, daß bie Regierung entschlossen ist ,bte seit zehn Jahren gefoibette Abgrenzungsberichtigung nicht vorzunehmen. In Reims werden deshalb Unruhen erwartet und es ist ein polizeilicher Sicherheitsdienst organisiert worden. Dagegen wurden die Regierungsvorschläge in Bordeaux aut aufgenommen, da sie in der Zat die Wünsche von acht- hundett Weinfirmen der Stadt (die gegen die Abgrenzungsberichtigungen protestiert hatten) erfülle. Nur der Großhandel stellt sich in Bor
deaux dem Projekt feindlich gegenüber. In Trohe und Umgegend sind bie Regierungs- abstchien noch wenig bekannt, doch zeigt man sich in Fachkreisen ziemlich zufrieden.
Set Lettische RuMrrg.
Freitag: Ruhetag in Hamburg!
(Telegraphische Meldungen.)
Wie uns ein Privattelegramm auS Magdeburg meldet, haben die beiden, auf dem dortigen Flugplatz weilenden Teilnehmer am Deutschen Ruudslug, Thelen und Vollmöller, infolge ber ungünstigen Wetterlage nunmehr besinitiv daraus verzichtet, die beiden nächsten Etappen auf dem Luftwege zurückzulegen. Sie haben gemeinsam das Ueberein- kommen getroffen, ihre Apparate fofort abzu- montieren. Thelen schickt seine Maschine direkt nach Hamburg, wo er vielleicht an dem Ortswettbewerb teilnehmen wird, während Vollmöller mit seinem Eindecker erst von Kiel aus wieder an dem Ruudflug teilnehmen wird. Der Flieger Laitsch, der immer noch nicht in Wernitz hat aufsteigen können, gibt die Etappen Magdeburg-Schwerin und Schwerin-Hamburg wegen der ungünstigen Witterung definitiv auf, schickt seinen Apparat nach Hamburg und wird voraussichtlich heute an dem örtlichen Wettbewerbe teil« nehmen. Hier wird er dann weiter für die vierte Etappe des Deutschen Rundfluges am Sonnabend früh starten.
*
König in Hamburg gelandet!
(Privat-Telegram m.)
Nach einem uns aus Hamburg zugehenden Telegramm ist ber Rundflug-Teilnehmer König, der gestern am Elbe-Trave-Kanal infolge dichten Nebels hatte niebergehen müssen, heute früh 5,25 Uhr auf dem Hamburger Flugplatz glatt gelanbet. Der Flug von Siebeneichen aus (wo König über Nacht gei .- ben war) vollzog sich ohne Schwierigkeiten. Dr. Wittenstein konnte gestern abenb in Schwerin nicht mehr statten, ba er mit der Montage feiner Maschine nicht ganz fertig geworden ist. Gleichwohl wird er Höchstwahrscheinlich (obwohl er nun aus dem Wettbewerb Schwerin-Hamburg ausscheidet) heute nachmittag die Reise durch bie Lust antreten, um feine Maschine nicht wieder abmontieren zu müssen. Das Wetter ist heute wesentlich besser als gestern, unb bie Flieger bedauern nach dem gestrigen schweren Nebel, baß heute Ruhetag ist. Morgen in ber Frühe soll bie Fahtt von Hamburg nach Kiel angetreten werben. Die Strecke umfaßt in bet Luftlinie dreiundachtzig Kilometer, und wenn das Wetter weiter günstig bleibt, steht eine glatte Fahrt zu erwatten. Von heute früh ab finden über Hamburg örtliche Schauflüge statt.
Sie Nachzügler aus der Fahrt?
(Privat-Telegramm.)
Aus Hamburg wstd uns Wetter depe- schiett: Der Flieger WienczierS (der gr- tern kurz vor Hamburg niedergehen mußte) konnte die Reparatur feines bei Kirchstettlbeck beschädigten Apparats auf freiem Felde nicht bewerkstelligen und ließ den Apparat zu Wagen nach dem Hamburger Flugplatz schaffen, wo er repariert wird. Die Maschine wird heute mittag flugbereit fein und der Flieger wird dann, nach Rückkehr an die Landungsstelle, sich in Hamburg dem Rundflug wieder anschließen. In Kiel findet vom siebzehnten bis drettrnd- zwanzigsten Juni die große Flugwoche statt, an der sich alle bis dahin eingettoff enen Flieger des Deutschen Rundflugs beteiligen werden. Die nächste Etappenstrecke nach Kiel ist die Fahtt Kiel-Lüneburg, die hundettsiebenund- vierzig Kilometer in der Luftlinie mißt. In Fliegerkreisen hat das bisherige Ergebnis des Rundfluges nur sehr wenig befriedigt, es macht sich vielmehr bei allen Teilnehmern eine statte Enttäuschung bemerkbar, da bte Schwierigkeiten ber großen Flugkonkurrenz sich als viel größer herausgestellt haben, Wie man anfänglich angenommen hatte. Die bishcttgen Etappenfahrten haben betoiefen, daß die Betriebszuverlässigkeit der Flugzeuge noch erheblich zu wünschen übttg läßt.
Kasseler Flug Kaururreuzen.
Die Flieger in Cassel.
Dir Teilnehmer am Deutschen Ründ- l u g werden nach dem Programm des Spottausschusses am zweiten Juli in Caffel ein- treffen und am nächsten Tage ihre Reise fott- etzen. Um dem Casseler Publikum Gelegenheit zu geben, von ben kühnen Luftpiloten auch wirflich etwas zu sehen, sollen Schauflüge veranstaltet werben, wozu gestern bie Stadtver- orbnetenberfnmmlung durch die Bewilligung von tausend Mark die Grundlage gegeben hat. Den Fliegern steht es frei, sich an den Schau- lügen um die dafür ausgesetzten Preise zu be- eiligen. Der Casseler Ortsausschuß ür den Deutschen Rundflua wendet sich heute