Einzelbild herunterladen
 

Nummer ISS

1. Zayrgang

COlerNeuO Ihdjridjten

Tassttrr Pbenüieitung

hessische MmLMung

Fttmsprecher 951 «ad 952»

Dienstag, den 13. Juni 1911

Fernsprecher 951 «ad 952.

JnsertionSprels«: LtesechSgesxaltene Zeile für einheimische SeschLste 15 Pfg., für auSrvLrttge Inserate 25 Pf, ReNamezetle für einheimische Se- schäst« 40 Pf, für auSwLrtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße Ich Telephon: Amt IV, 676.

2°chri<Hten- erscheine» wöchentlich sechsmal und pvar betrögt monatlich SO Pfg. bet frei« Zu.

Verlag u. Medaltion: «chlachthofstraße 28/30.

Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße Ich Telephon: Amt IV. 676.

mit Menschen vollgepfropft

waren;

ein schweres Mißgeschick.

Sicher ist das, waS Adolf Harnack uns hier an hohen Zielen vor's Auge hält, erstrebenswert und köstlich, aber es bleibt dennoch zu bezwei­feln, daß auf dem von Harnack empfohlenen Weg der Kastenhochmut besiegt oder auch nur bekämpft werden kann. Denn der Kastengeist wurzelt zwar im Mangel wirklichen Idea­lismus und in der Verkennung kultureller und nationaler Begriffe, aber sein Nährboden ist (und war immer) unser soziales Leben in seinen schroffen gesellschaftlichen Abgrenzun­gen und in den Schwächen seines kulturellen Intellekts. Der Deuffche, als Produkt der so­zialen Entwicklung betrachtet, wird zum Ka­stengeist und zum Kastenhochmut förmlich er­zogen: Von der Wiege bis zum Grab geleitet ihn nicht die großeUniversalidee freienMenschen-

Beim Andrehen seiner Maschine sing ein Ben­zinbehälter Feuer und sofort begann die Flugmaschine am Start zu brennen. Die her- beigeeilte Feuerwehr löschte zwar sofort den Brand, doch begrub sie damit auch alle Hoff­nungen des bekannten frühem Rennfahrers und jetzigen Aviatikers. 5.13 Uhr segelte als Zweiter Lindpaintner auf seinem Far- mannzweidecker ab und in kurzer Folge gab der Starter weiteren sechs Fahrern das Signal zur Abfahrt. Die übrigen von den fünfund- waniig Fliegern wollen entweder die Abreise kurz vor Ablauf des ersten Tages antreten. . oder aber sie wollen sich erst in den spätern ttuns, nicht einmal der Gedanke nationalerIEtavven des Rundttuges betätigen. Willman.

sich nach dem Abfliegen und der sonstigen Qua­lifikation der Flieger ein Urteil über die Chan­cen erlauben, so dürfte sich Lindpaintner als erster Favorit auf die reichen Preise betrachten lassen. Es starteten:

Lindpaintner auf Farman-Zwcidecker. Thelen auf Wright-Doppeldecker, Vollmoeller auf Etrich-Rumpler-Eindecker, Reichardt auf Euler-Zweidecker, .

König auf Albatros-Zweidecker, von Moßmer auf Wright-Doppeldecker, Müller auf Flugzeugwerks-Zweidecker-

$ Budapest, 12. Juni.

(Eigene Drahtmeldung.)

Das in Großwardein erscheinende Blatt Naghvoradungto" veröffentlicht die Zuschrift eines in Ungarn wohnenden reichen Türken, der dort große Besitzungen hat. In der Zu­schrift heißt es, die türkische Regierung trage sich mit der Absicht, den entthronten Sultan Abdul Hamid aus seinem jetzigen Aufent­halt, der Villa Allatini, wo er bekanntlich ge­fangen gehalten wird, zu entlassen und ihm zu gestatten, die Türkei zu verlassen, um auf einem Gut in der Szatmerer Gegend in Ungarn (das seinerzeit bereits zu diesem Zweck von der Pforte käuflich erworben werden sollte) bauern- den Aufenthalt zu nehmen. Es wird hinzuge­fügt, daß mehrere europäische Groß- Mächte sich für die Freilassung Abdul Hamids bei der Pforte verwendet hätten und daß ein türkischer Prinz und der Obereunuch kürzlich in strengem Inkognito in Ungarn ge­weilt hätten, um wegen des Ankaufs eines ge­eigneten Gutes Unterhandlungen zu führen.

Der Unglückstag von Kopilik.

(Privat-Telegram m.)

Wie uns aus Saloniki berichtet wird, werden jetzt über die schwere Niederlaße

Magdeburg, 12. Juni. (Privat- telegramm.) Als erster der Teilnehmer amDeutschen Rundflug" ist au

Bahnbeamten konnten es nicht hindem, daß die Fabrgäste in die Bremserhäuschen kletter­ten, daß sie die Dächer der Waggons erstiegen, um sich dort jeden Augenblick der Gefahr aus­zusetzen, bet der nächsten Kurve herunterge­schleudert zu werden; es ist sogar vorgekom­men, daß man den Kohlentender der

Lokomottve im Sturm nahm, um so nach Jobannistbal zu kommen. Wollte man bei dieser Geleaenbett wieder die »ältesten Leute" als Autorität zitteren, so würde man nicht eine Person finden, die versichern könnte, daß so etwas auch nur entfernt in Berlin schon vorgekommen ist. Das Gegenstück zu dem le- bensgefäbrlichen Transport nach dem Flugplatz war die Abwicklung der sportlichen Darbiewng an Ort und Stelle: Auf dem Flugplatz Johan­nisthal. Mit nicht zu viel Beamten gelang es hier vorttefflich, die nach Tausenden und Aber­tausenden zählende Menschenmenge in Ord­nung zu Balten, und als schließlich nach Kennt­nis der Akte auf der Stadtbahn die Berliner Polizei schwadronsweise in Johannisthal an­kam, befand sich die Masse bereits wieder auf dem Heimweg, denn inzwischen war bereits ... alles vorbei. Beide Behörden hatten sich auf das schönste überrumpeln laffen. Auf dem Flugplatz Johannisthal war die Organisation vorzüglich und mit dem Schlage Fünf gab die Startkommission dem ersten der fünfundzwan­zig Flieger die Bahn zum Statt für die lange Reise frei. Leider traf den zuerst startenden Bruno Büchner

Brüderlichkeit und Einheit, sondern fein Weg durchs Leben wird bestimmt und geregelt durch die Tradition und Vorstellung der Kaste, und nur im Bannkreis dieses Kastengeists entwickeln sich auch (unbewußt vielleicht) die Persönlich­keiten, die der n a ch w a ch s e n d e n Genera­tion Führer und Lehrer fein sollen. Denn der Geist der Kaste ist zwar nicht produktiv, nicht zeugend fruchtbar, aber er pflanzt sich dennoch fort. Und es nützt nichts, daß wir ihn durch I die Neuverklärung alter Ideale beschwören wollen: Wir müssen ihn bei der Wurzel fassen, bei seinen sozialen Ursachenl

Das hat auch Harnacks Freund und Fo- I kultätskollege, Arthur Titius, erkannt, der in Danzig mit der ganzen Wucht geistvoller I Beredtsamkeit wider dieAristokraten- I tultur" unsrer Tage stritt, und der sogenann­ten »Kulturethik" des zwanzigsten Jahrhun­dert rücksichtslos den Spiegel der Armseligkeit vor's Auge hielt. Titius hat (in klarer Er­kenntnis der sozialen Ursachen des »Erbübels" unsrer Zeit) den Finger auf die Wunde gelegt, dort, wo sie am schmerzlichsten ist Er sieht in der Sucht, den Geist der Kaste zur Aristokraten­kultur zu erziehen, und die Kraft des Volktums in fadenscheinigen Aeußerlichkeiten undkul­turellen" Tändeleien zu verzetteln, die schwerste Gefahr für die Gesundheit deuffcher Volkkultur, und ein Blick ins gesellschaftliche Leben unsrer Zeit genügt, um die Dringlichkeit seiner Mah­nung als zwingend zu erkennen. In allen Ständen, auf den Höhen und in den Niederun­gen, diesseits und jenseits dersozialen Main­linie" beherrscht die Seelen der leidenschaft­liche Drang, aus der gesicherten (wenn auch einfachen) Natürlichkeit und Bodenständigkeit alt-deuffcher Sozialkultur herauszuwachsen und die kommende Generation ganz im Bannkreis des Geists manierierterAristokratenkultur" zu I einem Menschentum beranreisen zu laffen, das des Endziels wirklicher Kultur-Ethik: Der all­gemein sittlichen Kultur des ganzen Men­schen und des ganzen Volks entwöhnt ist. Man schreit in unfern Tagen nach der Indivi­dualität, nach Persönlichkeiten: Und das ein­zige, das uns aus diesemZug der Zeit" als Frucht erwächst, ist die Verflachung des Indi­viduellen und Stark-Persönlichen, die Herr­schaft einer Kultur geschminkter Oberflächlich­keit und saftlosen Weltmenschentums und die Verwäfferung aller idealen Ziele! Harnack hätte sagen dürfen:Zurück zur deutschen Art!" und Titius konnte, ein Prediger der Buße, ausrufenNicht Aristokraten wollen wir, sondern Männer, nicht Dekadence-Zwerge, sondern starke Träger deutschen Volk­tums!" Und sie würden dem Deuffchtum des zwanzigsten Jahrhunderts offenbart haben, wie es sündigt.. .! F. H.

Kultur trab Kaste.

Harnack und TitiuS: Prediger in der Wüste!

Nun, da der Kongreffe Flut allmählich ab- ebbt und der Beredtsamkeit quellender Born wieder friedlicher sprudelt, darf man aufatmen, in Ruhe des Gehörten Menge überschauen und die Spreu vom Weizen scheiden. Jahr um Jahr kehrt sie wieder, die Zeit der Kongresse und Generalversammlungen, der Bundestage und Wiffenschafüer-Rendezvous, und in jedem neuen Jahr offenbart die Fülle neuer Gedan­ken den Fleiß der Forschung und das Reifen der Ettennttris zu immer höherer Vollendung. In diesem Jahr war's der in Danzig versam­melt gewesene Evangelisch-Soziale! Kongreß, der, getragen vom Geist überra-

dankenkreis aktueller Erörterung entschwinben Werben: Kastenhochmut und Aristo- kratenkultur! Beide Worte sind nicht neu, aber die beiden Redner, die sie ausspra­chen (die Theologieprosessoren Adolf Harnack und Atthur Titius) haben ihren Inhalt und ihre Bedeutung in einer Form präzisiert, die auch der außerhalb des Bannkreifes evange­lisch-sozialer Reformarbeit stehenden Welt zu denken geben darf. Beide Worte sind harte An­klagen Wider unsre moderne Gesellschaftsord­nung, und beide Weifen auf ernste liebel in der sozialen Struktur der Volkgemeinschaft! hin; nicht auf organische Mängel ober Schwächen, sondern auf Sünden der Ent­wicklung, die aus der Uebettpannung kul­tureller Begriffe emporWuchsen und zur künst­lichen Scheidung natürlich-verwandter Inter­essen führten.

Der Geist der Kaste War stets und zu allen Zeiten der Feind Wirklicher Kultur, und er ist seltsamerweise immer schärfer hervorgetteten, je mehr die Kultur sich entwickelte. Harnack nannte den Kastengeist und die einfältige Be­schränktheit des Klaffen-Hochmuts dassoziale Erbübel unsrer Tage", und er hat Recht, Wenn et daraus hmWeist, daß nüti die Not des Le­bens, ober ber Mangel an Brat bie Selbstän­digkeit unb soziale Freubigkeit Weiter Schich­ten bes Volks Niederhalten, sondern der Ka-1 stenhochmut, der den Menschen Augen und Ohren verschließt, und sie unfähig macht, so-! zial zu denken und im Interesse der mensch­lichen Gemeinschaft ihre Kräfte nutzbar zu ma-! dien. Der Kastenhochmut ist's auch, der uns jene freie und erhabne Gerechtigkeit geraubt hat. die Jedermann nach feinem Wahren Werte schätzt und nach feiner Nützlichkeit in der völ­kischen Gemeinschaft. Der Kastengeist schuf die Standesunterschiede, er verttefte künstlich die Kluft zwischen Hoch und Nieder, Arm und Reich, und et ist's auch, ber in unferm sozialen Leben jene tolle Verwirrung hervorgetufen hat, bie (im Gegensatz zu andern, nüchternem Nationen) das unerfreuliche Kennzeichen un-I stet Volkbeit ist. Das alles ist uns bekannt, und wir empfinden auch, Wie beschämend diese Einfalffchwäche für eine auf der Höhe kulturel­ler Entwicklung stehende Nation ist. Diese Selbsterkenntnis ist sicher nützlich, aber bei die­sem (sprichwörtlichen) »ersten Schritt zur Besserung" ist's auch geblieben. Und die Kaste herrscht beut souveräner denn je.

Adolf Harnacks Welt- und Lebensweisheit empfiehlt uns zum Kampf wider das Uebcl ein imHrundr überraschend einfaches Mittel: Un­ser Blick müsse immer auf bas Ganze, auf Volk und Staat gerichtet sein, und unsre Vorstellung müsse sich erschöpfen im idealen Ge­halt deuffcher Volkeinheit, Freude am heimi- j scheu Boden und Glück in Haus und Arbeit. ,

, ja, es enffpttcht durchaus bert Tat­sachen, baß kein Kupee unter etwa breißig Menschen zusammengepfercht, in furchtbarer Enge, aufwies. Im Jnuern ber Stabt mit dem Hauptpersonenverkehr gab es keine Möglichkeit, mit diesen Zügen noch mitzukommen, sodaß sich (da nur Wenige Bahnbeamte ohne polizeiliche Unterstützung für Ordnung zu sorgen versuch­ten) wüste Kampfszenen um die Plätze abspielten. Die bereits überfüllten Kupees Wurden erstürmt: Man riß die Insassen zum Teil heraus, um sich ihrer Plätze zu be­mächtigen, man schlug mit dem Stock oder der Faust dazwischen, und mancher auf der Strecke zurückgebliebene Hut und Schirm zeugten von der Wut des Publikums ob der absoluten Ver­ständnislosigkeit der Eisenbabndirektion. Die

Der Deutsche Rundflug

Der gestrige Start. Liudpalrttner erster in Magdeburg!

Abdul Hamids Erlösung?

Der Exsultan als Gutsbesitzer.

Es taucht wieder einmal eine neue Ver­sion über das Schicksal des Exsultans Abdul Hamid aus, von dem es dieser Tage erst hieß, daß er bereits in Mohammeds Paradies eingegangen, und damit dem Elend der Ge­fangenschaft enttonnen sei. Nach den jetzt vor­liegenden Meldungen soll die Freilassung des Exsultans und seine Ausweffung aus ber Türkei bevorstehen. Es Wird uns darüber be­richtet:

, ----------- -1 folgendes

Stimmungsbild: Die Mitternachtsstunde War kaum vorüber, und das Straßenleben ber Reichshauptstabt zeigte das übliche Bild der Nachtschwärmer männlichen und Weiblichen Geschlechts, als der Auszug der Berliner nach Johannisthal begann, denn ber Start War für frühmorgens fünf Uhr angefetzt unb ber Weg nach dem östlichen Vorort verlangt feine Zeit. Schon eine Stunbe vor Ablauf ber ersten Son­derzüge stauten sich an ben noch verschlossenen Bahnhöfen bie Menschenmassen, unb als end­lich bie Sperre freigegeben würbe, zeigte es sich, daß ber Berliner bem Sport zuliebe ohne jedes Bedenken auf das mollige Kiffen ber Schlafftube verzichtet. In zehn- bis zwanzig- fachem Spalier standen die Massen in Erwar­tung der in Abständen von zehn zu zehn Mi­nuten verkehrenden Züge. Die Folge davon War, daß schon auf der zweiten Station nach Ablauf ber Züge ans Charlottenbnrg bie Kupees

Ein Besuch Grades.

Während sich die ttfbm Flieger am Statt einfanden, erschien plötzlich am leuchtenden Frühhimmel des Wunderschönen Tages ein kleiner Punkt, der sich, immer größer Werdend, als Eindecker Grades entpuppte. Grade War vom Flugfeld Bork nach Johannisthal herübergekommen", um den Freunden der Aviatik seinen Morgengruß zu entbieten. Durch sein Erscheinen und durch einige gelungene Schauflüge trug er viel zur Besserung des sehr mageren Programms bei. Das Wetter War anfangs herrlich bei ziemlicher Windstille; spä­ter und in den erften Morgenstunden nahm der Wind größere Stärke an, sodaß die zuerst ab» gelassenen Flieger entschieden im Vorteil Wa­ren. Während man in Johannisthal noch auf das Ablassen Weiterer Flieger Wartete, kam aus Magdeburg die telephonische Kunde, daß Lindpaintner dort als Erster einge­troffen fei. Er hatte die Strecke der erften Ta- gesfahtt Berlin-Magdeburg (hundert- breiunbvierzig Kilometer) in zwei Stunden und sieben Minuten zurückgelegt, fo- j nach eine Durchschnittsgeschwinbigkeit von zirka siebzig Kilometer in der Stunde er­reicht. Gleichzeitig traf auch dieMeldung ein, daß

Vollmoeller Fahrtunterbrechung erlitten habe: Er mußte in der Nähe von Potsdam feine Fahrt durch Landung unterbrechen. Er landete aus etwa tausend Meter Höhe in sehr steilem Gleitflug auf ebener Fläche. Bei der Landung Wurde fein Flugzeug zertrümmert. Da nach dem Statt der sieben Flieger die Menge auf dem Flugplatz fchon ungeduldig Wurde, setzte der Direktor der Luftverkehrs- gesellschast, Albert Müller, einen Preis von zweitausend Mark aus für den Flieger, der bis neun Uhr vormittags bie längste Flug­zeit, minbestens aber breißig Minuten, erzielt habe. H a n s G r a b e, ber am nationalen Runbflng nicht teilnimmt, trat sofort als Be­werber für biefen Preis auf. Er flog das erste Mal fünfzehn, das zwette Mal zwölf und bann fünf Minuten und gewann damit ben ausgefetzten Preis Wenn auch ein Teil bei Zuschauer noch bis in bie Nachmittagsstunben zu bleiben sich anschickte, so verließen bock bie | meisten bas Flugfeld, nachdem die sieben Flie­ger abgelassen Worben waren, W. B. I

der Strecke Berkin-Magdeburg ber deutsche Aviatiker Lindpaintner um 7,20 Uhr vormittags über dem Landungsplatz in Magdeburg eingettoffen. Eine vieltau­sendköpfige Znschanermenge war versam­melt, als Lindpaintner über dem Lan­dungsplatz erschien, nachdem er bereits um . _ , 7,15 Uhr gesichtet worben war. Er landete

Sender Köpfe, in die öffentliche Diskussion um 7,24 Uhr glatt mit feinem Passagier. Worte hineingeworfrn hat, die in Wenig Sil-1 Vom gestrigen Start zum Deutschen ben Sozial-Probleme von Weittragendster R u n d f l u g entwirft unser Berliner Bedeutung barstellen, unb von denen anzu- Spezial - M ita rb e ite r nehmen ist, daß sie sobald nicht aus dem Ge

Rundflug-Depesche«.

(Eigene Drahtmeldungen,) Berlin, 12. Juni. (Privat-Telegramm.)

Die für den gestrigen Nachmittag angekün­digten Flüge Waren von Mißerfolg be­gleitet. Der Wind, der gegen morgen ziem­lich schwach gewesen War, frischte sich nach­mittags bedeutend auf, so daß der Statt von Jeannin, Büchner und Dr. Witten­stein unterbleiben mußte. Sie machten nur einige Rundflüge um den Flugplatz. Die Fernfahtt nach Magdeburg konnte erst heute morgen angetreten Werden. Büchner und Dr. Wittenstein stiegen heute früh 5,50 Uhr mit je einem Passagier zum Flug nach Magde­burg auf. Loitsch ist heute früh 3,05 Uhr mit einem Passagier aufgestiegen.

Magdeburg, 12. Juni. (Privat-Telegramm.)

Der Flieger Jeannin mußte heute früh bereits bei Mattenfelde eine Zwischenlandung vornehmen, ba an seinem Apparat das Höhensteuer nicht sunktioniette. Büchner landete mit seinem Passagier, Leutnant Siefen, heute morgen 7.15 Uhr glatt auf bem Flugfeld bei Magdeburg. Büchner hatte in der Nähe von Heirotsberge bei Magdeburg eine Zwischenlandung vor­nehmen müssen. K ö n i g ist nm 5.01 Uhr in Magdeburg glatt gelandet. Er war heute früh vom Havelufer aus zur Weiterfahtt aufgeftiegen. Der heutige Montag ist für die Flieger ein Ruhetag. Die nächste Etap­penfahrt (Magdeburg-SchWettn, 176 Kilo­meter) wird morgen in ber Frühe an- getreten.

i

I