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i. L«i)rgang

Nummer 156

ridjttn

hrMchr Abendzeitung

Csffeler Abendzeitung

Ferusprechev 951 und 952,

Freitag, den S. Juni 1911

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Menschlichkeit!

Der Einundfiebzigjährige auf dem Gchaftott.

Kurz bevor der Pfingsten Glocken das fteft der Maien und der Freude einläuteten, wim­merte vom nieder» Kapellenturm des Halber­stadter Gerichtsgefängniffes das Armesünder­glöckchen den Aktschluß einer furchtbaren Men­schentragödie ins Land, und der erste Strahl frühlingfroher Sonne beleuchtete ein düstres Drama, über dem eben der Vorhang fiel: Am Morgen des zweiten Junitags führte man in Halberstadt einen einundsiebzig­jährigen Greis zum Schaffott, und des Scharfrichters Beil endete im Namen der Ge­rechtigkeit ein Leben, das vom Spätherbststurm des Erdenkampfs beinah schon zerstört war. Wir haben uns daran gewöhnt, die blutigen Aktschlüsse in den Tragödien menschlicher Lei­denschaft und menschlichen Haffes im Ansturm hundertfacher Tagesereignisse in jener kurzen offiziellen Form zu vernehmen, die der Ernst des Ereignisses und die natürliche Scheu vor der düstern Majestät des Todes hinter Kerker­mauern erheischen, und es ist sicher auch nütz­lich, daß unfern Seelen und Nerven das furcht­bare Gemälde wahnsinniger Verzweiflung und erschütternder Todesangst erspart bleibt, das angesichts des blitzenden Henkerbeils selbst im düstersten Vcrbrecherauge sich spiegelt, und das der grauenweckendste, schrecklichste Tribut ist, den menschliche Schwäche und menschliches Laster der Unerbittlichkeit der Gerechtigkeit entrichten müssen.

Der Mensch, der aus der Sünderzelle zur Bank des Todes geht, ein von irdischer Gerech­tigkeit dem Henker Ueberantworteter, hat mit dem Leben abgeschlossen und sühnt mit dem Tod begangene Schuld. Da die Achtung vor der Würde der Gerechtigkeit uns glücklicher­weise des Barbarenbrauchs entwöhnt hat, die gewaltsame Endung eines Menschenlebens als Volksschauspiel zu arrangieren, begnügen wir uns mit der Kenntnisnahme der Tatsache, daß der Gerechtigkeit Genüge geschehen, und emp­finden vielleicht (wenn wir nicht grade Geg­ner der Todesstrafe sind) Befriedigung dar­über, daß dem Gesetz sein Recht und die menschliche Gesellschaft von einem Feind befreit wurde, der sich gegen die heiligsten und elemen­tarsten Gebote menschlicher Gesittung und Ord­nung brutal vergangen. Auch der Halberstädter Fall entrollt in seinen furchtbaren Einzelheiten ein erschreckendes Bild verbrecherischen Wahns, und es entsprach dem kategorischen Imperativ strafender Gerechtigkeit, den Mörder im Grei­senhaar die ganze Schwere des Gesetzes fühlen zu laffen. Dennoch sträubt sich das menschliche Empfinden dagegen, an dem vorpfingstlichen Blutakt mit dem kühlen Interesse einfacher Kenntnisnahme vorüberzugeben. Der Mann, den an jenem Morgen des Henkers Knechte auf den Blut-Bock schnallten, war ein verkrüp­pelte r GretS, ein vom Alter schon nah Entwurzelter, der dem Tode ohnehin nicht mehr ferne stand und dessen armselige Schwäche vor der ehernen Gewalt der Gerechtigkeit wie das lebend gewordene Elend erschien. Und der Monn wurde gerichtet, weil er des Mordes schuldig war.

Der Veteran und Kriegstnvalide August B e ck e r aus Ilsenburg ward siebzig Jahre alt, ehe er die Bahn des Verbrechens betrat. Er verbrachte sieben Dezennien seines kümmerli­chen, vom Schicksal hart durchfurchten Daseins in ehrbarer Arbeit, diente als Soldat und Krie­ger dem Vaterland und erlitt als Teilnehmer ehrenvoller Kämpfe die Heldenwunde, die ihn zum Krüppel schlug. Nach dem Krieg frsiwte der Invalide sein Leben durch seiner Hänve ar­beit und aus dem Sold, den ihm das Vater­land als pfltcht'gen Dank gewährte, und wieder vergingen Jahrzehnte, ohne daß in der^reele des Alternden der .Instinkt des Verbrechens zum Leben erwacht wäre. Bis dann in der Un­heilnacht des stebenundzwanzigsten Januartags, im Bann des Dämons Alkohol, der Siebzig jährige zum dreifachen Mörder ward: Nach einer Kaisergeburtstagfeier, bei der der Alkohol in später Stunde die Sinne verwirrte, erschlug die zitternde Hand des Greises nach erregtem Zwist seine Schwiegertochter und zwei Enkel­kinder, mordete kalten Bluts die ihm im Leben Nächsten und ging dann zur Ruhe, wie wenn er ein Tagwerk glücklich beendet. In der Mor­genfrühe des jungen Tags pochte die Nemesis an die Pforte seiner Hütte und der aus wüstem Traum Erwachende, von schwerem Rausch Ge­schwächte wurde als Mörder der Gerechtigkeit ausgeliefert, die nach vier langen Monden see­lischer Folter den Greis zur Richtbank führte.

Ein Verbrechen, grausig in seiner Art, furchtbar in seiner Wirkung und tragisch im Schlußakt der Sühne: Aber auf der andern Seite doch auch eine Tat. begangen in den Ketten des Al­kohols und durch Begleitumstände charakteri­siert. die den greisen Mörder wenigstens des Brandmals des .gebornen Verbrechers" entschulden.

Die Richter des Einundsiebzigjährigen ha­ben ihr düstres Verdikt sicher nach bestem Wis­sen und Gewissen, in lebendiger Erkenntnis der Furchtbarkeit des Verbrechens gefällt, und man wird ihren Schuldspruch billigen müssen, denn er entsprach dem Willen des Gesetzes und der Schwere der Tat. Aber war es a u ch zwin­gend, diesen vom Alter zermürbten, in drei Feld­zügen ermatteten Körper eines greisen Sünders auf der Richtbank verbluten zu lassen? Die Todesstrafe an sich ist (mag man sich sonst zu ihr stellen, wie man will) eine Grausamkeit, und das Gesetz selbst sucht diese furchtbare Härte menschlich dadurch zu mildern, daß es die Jugend, den Wahnsinn und das knospende Le­ben vorm Beil des Henkers bewahrt. Es ist Menschlichkeit-Pflicht, die diese Ein­schränkung gebietet, denn die Wehrlosigkeit und Ohnmacht sind dem Gesetz auch im Verbrecher heilig. War nun aber der Greis, der am zwei­ten Junitag dem Beil zum Opfer fiel, nicht ein noch viel armseligeres Geschöpf, nur noch ein schwacher Rest verglimmenden Lebens? Und hätte nicht auch hier die Menschlichkeit des Lebens Schonung geboten? Das Bild der Hinrichtung des zitternden Alten ist eine furcht­bare Anklage wider das Vergeltungsprinzip der Todesstrafe und man lernt verstehen, wie aus dem innersten Empfinden der Mensch­lichkeit heraus der Protest wider die .Men­schenopferung auf dem Richtblock der Gerechtig­keit" laut zum Himmel schreit. Mag die Todes­strafe tausendmal als zwingende Notwendig­keit sühnender Gerechtigkeit verteidigt und um­stritten werden: Sie bleibt dennoch die furcht­bare Waffe überwundner Kulturprimitivität und wenn das Beil des Henkers nun schon nicht entbehrt werden kann, dann erfordert's zum mindesten die Menschlichkeit, daß. ebenso wie der Erkenntnismangel der Jugend und die Ohnmacht werdenden Lebens, auch die arm­selige Hilflosigkeit des greisen Alters vorm Block des Todes bewahrt bleibt. Das Drama von Halberstadt brennt in fühlenden Seelen wie das Bewußtsein schwerer Schuld!

F. H.

Strelitzer Kaisertage.

Das Kaiserpaar in Neu-Strelitz.

Wie wir schon mitgeteilt haben, traf das deutsche Kaiserpaar gestern mittag gegen zwölf Uhr zum Besuch des Großherzogpaares in Neu-Strelitz ein. Am Bahnhof sand großer Empfang statt. Der Großherzog und die Großherzogin, der Erbgroßherzog, der Hof und die Spitzen der Behörden waren auf dem Bahn­steig versammelt. Der Kaiser und der Groß­herzog nahmen im Sckimmelvierer mit Spitzen­reitern, die Kaiserin, die Großherzogin und der Erbgroßherzog im zweiten Wagen Platz.

Der Kaiser wurde von dem Bürger­meister von Neu-Strelitz, Geheimrat Wohl­fahrt, unter dem Kaiserzelt empfangen. Sollte der Kaiser je genötigt sein, einmal zu den Waffen zu rufen, so würden die Mecklen­burger mutig und voll Gottvertrauen für Kaiser und Reich, Fürst und Vaterland dem Feind entgegentreten. Der Kaiser dankte dem Bürgermeister für seine Begrüßungs­worte. Er drückte seine Freude aus, wieder einmal Gelegenheit zu haben nach Neu- Strelitz zu kommen um seine Ver­wandten, insbesondere die ehrwürdige Grotz- herzogin-Witwe, zu besuchen, und zwar ge­rade ein Jahr nach der Hohenzieritzer Feier zur Erinnerung an den hundertjährigen Todestag der hochseligen KöniginLuise. Die Mecklenburger seien ein urdeutsches, kräf­tiges Volk. Sie verehrten wie das preußische Volk die unvergeßliche Königin Luise wie eine Heilige.

Unter Hochrufen der Bevölkerung wurde die Fahrt nach dem Residenzschloh fortgesetzt. Um ein Uhr sand im Residenzschloß Galatafel statt, bei der der Kaiser und der Grobherzog Trinksprüche wechselten. Der Großherzog wies in seinem Trinkspruch darauf hin, daß die Mecklenburger stets treu zu Kaiser und Reich stehen würden, in ernsten und heitern Tagen.

res Kaisers Sant

Auf den Trinkspruch des Großherzogs er­widerte der Kaiser unter andenn: Ich empfinde es dankbar, daß mir ein Jahr nach der hundert­

jährigen Gedächtnisfeier für die Königin Luise wieder Gelegenheit gegeben ist, dies Haus zu besuchen, welches die hohe Entschlafene in ihrer Jugendzeit beherbergt hat. Dieses Land hat uns einen Edel st ein geschenkt. Die Königin ist das Vorbild der deutschen Frau, sie hat dieses Vorbild in einer Reinheit uns allen vorgelebt, daß sie unseres Volkes guter Genius geworden ist. Möge ihr Bildnis unse­rem deutschen Volke und Vaterland allezeit vor­schweben als eine ewige Brücke zwischen unseren beiden Häusern. Dir, meiner hohen Fran Großtante gegenüber, möchte ich nicht verfehlen, der schönen Eindrücke zu gedenken, die ich und die Kaiserin in L o n d o n erfahren haben und die Freundlichkeit zu erwähnen, die Dein Großneffe und Deine Großnichte uns angetan haben. Mit großer Wärme hat der König in seiner Rede die freundschaftlichen und nahen verwandtschaftlichen Beziehungen unserer Häuser besonders hervorgehoben.

*'

Der Kaiser verlieh eine Reihe Ordensaus­zeichnungen, unter andern den Roten Adler­orden erster Klaffe an den Oberhosmarschall Freiherr von Maltzan, den Kronenorden erster Klasse an den Minister Bossert, den Kronen­orden dritter Klasse an den Bürgermeister Hof­rat Wolfahtt.

rheobald, litte Dich!"

Mathias Erzberger als Enthüller.

Durch den Blätterwald rauscht wieder ein­mal geheimnisvolle Kunde: Es wird von Konspirationen gegen den Kanz­ler berichtet und von allerlei Umtrieben, die darauf abzielen. Herrn von Bethmann Holl­weg die Fortführung seiner Arbeiten zu er­schweren. Daß die letzten Ereigniffe in der in­neren deutschen Polittk nicht ganz ohne Nach­wirkungen bleiben würden, war vorauszusehen, indessen darf angenommen werden, daß Herr von Bethmann Hollweg zurzeit fester int Sat­tel sitzt als je, sodaß ein etwaiger .Sturz" des Kanzlers vorerst wohl nicht zu befürchten ist. Sehr interessant ist aber dennoch, was Herr Mathias Erzberger über die an­geblichen .Konspirationen" zu erzählen weiß. Es wird uns darüber berichtet:

8 Stuttgart, 8. Juni.

(Privat-Telegramm.)

Angebliche konservative Ränke gegen den Reichskanzler enthüllt merkwürdigerweise ein Zentrumsblatt, das Stuttgarter Organ des Abgeordneten Erzberger. Es erzählt im wesentlichen folgendes:' Die Konservativen sind über die Verleihung des allgemeinen Wahlrechts an Elsaß-Lothringen wegen der Rückwirkung auf Preußen und über die amtlichen Verhandlungen mit der Sozialbe­rn o k r a t i e empört. Angesichts des kaiserli­chen Huldbeweises für den Kanzler können die Konservativen aber nicht jetzt den Kanzler stürzen, fonbertt nur von einemtoten" Aus­fall der Reichstagswahlen haften, daß er das Ende der Kanzlerschaft des Herrn von Bethmann Hollweg als des daran Schuldigen bringen werde. Das Stuttgarter ZentrumS- blatt ruft dem Kanzler deshalb zu: .Theo­bald, hüte dich!" und fährt dann fort: ES gibt auch schon genügend Anwärter auf diesen Posten, darunter zwei ganz gefährliche Bewerber. Beide Personen sind in großer Huld und beim Kaiser wohlgelitten. Beide sind Mi­litärs und tragen sich schon mit dem Gedanken, bald in das schöne Palais an der Wilhelm- straße einziehen zu dürfen. Die ...Frauen konnten nicht schweigen und schauten sich schon nach der Ausstattung um." Wer die beiden .gesährlichen Anwärter" sind, wird allerdings nicht angedeutet. Bei den vortreftlichen Bezie­hungen, die Herr Mathias Erzberger zu ein­flußreichen Berliner Kreisen unterhält, wird man an den .Enthüllungen" des Stuttgarter Leiborgans nicht ganz achtlos vorübergehen dürfen. Beweisen sie doch zum mindesten, daß hinter den Kulissen der Ministerbühne ge­schäftige Hände am Werke sind, dem Kanzler Steine in den Weg zu wälzen. Und unter diesen Umständen scheint also auch der klerikale Warnungsruf:Theobald, hüte dich!" nicht so ganz unberechtigt zu sein.

*

Der Reichsanzeiger veröffentlicht das Gesetz über die Verfassung Elsaß-Lothrln- g e n s sowie das Gesetz über die Wahlen zur zweiten Kammer des Landtages für Elsaß-Lo- thringen. Das erstgenannte Gesetz tritt hin­sichtlich der Bestimmungen über die Bildung des Landtages mit dem Tage feiner Verkün­dung in Kraft, im übrigen an einem durch kai­serliche Verordnung festzusetzenden Tage, spä- k'teni am ersten Januar nächsten 5?abrcs.

Das zweite Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündung in Kraft.

Bürgerkrieg in ßeomil.

Sechzehn Verwundete, hundert Verhaftete!

Portugal kommt nicht zur Ruhe, und nach­dem die Wahlen ohne die befürchteten Unruhen vorübergegangen sind, gestalten sich die Nach­spiele zu den Wahlen umso bedenklicher. Im Norden Portugal ist es gestern zwischen den Bewohnern zweier Städte zu einer regel­rechtenSchlacht" gekommen, bei der es viele Verwundete und noch mehr Verhaftete gegeben hat. Der Streit entstand auch bort infolge der Wahlen, und der Vorfall beweist, wie tief die parteilichen Leidenschaften dieVolksseele" aufgewühlt haben. Es geht uns darüber fol­gende Meldung zu.

$ Lissabon, 8. Juni.

(Eigene Drahtmeldung.)

Das BlattSeculo" berichtet von einem heftigen Kampf, der sich zwischen den Bewohnern von zwei kleineren Städten in der Provinz Visin abgespielt hat, die im Norden Portugals, südlich vom Durofluß gelegen ist. Die Bewohner von Moimenta da Baira veranstalteten eine Festversammlung zu Ehren des dort gewählten republikanischen Abgeordne­ten. Die Bürger der Nachbarstadt Geomil, die mit den Einwohnern von Moimenta schon feit längerer Zeit in bitterer Feindschaft leben, beschlossen, die Versammlung zu stören und zo­gen in starker Anzahl nach Moimenta. Dort kam es bald zu heftigen Zusammen­stößen, bei denen die Kämpfenden von Flin- ten und Revolvern, von Messern und Dolchen Gebrauch machten. Es gab sechzehn Schwerverwundete. Da die bewaffnete Macht des Ottes nicht ausreichte, um der Schlacht ein Ende zst bereiten, wurde Infanterie aus den benachbarten Garnisonen herbeigeholt, die die Kämpfenden mit der blan­ken Waffe auseinandertrieb. Militär und Po­lizei nahm dann den-Anführer der Leute von Ceomil in ihre Mitte und brachte' ihn in sein Haus zurück. Die darüber erbosten Bewohner von Moimenta feuerten nun gegen die Truppen, worauf die Jnfantette eine Salve gegen die Angreifer abgab, durch die die Kämp­fenden in die Flucht getrieben wurden. Mili­tär und Polizei verhafteten über hundert Personen, meist royalistisch gesinnte Bür­ger, die seit langer Zelt für die Monarchisten agitiert hatten. Die Verhafteten werden we­gen Aufruhrs vor Gericht gestellt werden.

*

Französische Saboteure.

(Privat-Telegramm.)

Wie uns aus Paris depeschiett wird, wurden in der vergangenen Nacht in verschie­denen Provinzstädten abermals Akte von S a» b o t a g e verübt: In der Nähe von Marien wurde auf der Landstraße das Pflaster aufge- riffen und Laternen zertrümmert. Mehrere Au­tomobile erlitten dadurch großen Schaden und zwei fßerfonen wurden bei Auto-Unfällen ge­fährlich verletzt. In der Nähe de» Bahnhofs T a r b e S wurden mehrere Signal- maste umgerlffen und auf der Eifenbahnllnle Bovals sind sechs Telegraphendrähte zerschnit- ten worden. Es ist bisher nicht gelungen, die Täter zu ermitteln.

Der nm Sherlock Holme».

Amerikas größter Detektiv."

(Son unferm - Mitarbelter,)

Die Wirklichkeit, die häufig hinter den noch so kühnen Phantasien der Dichter nicht zurück­bleibt, hat dem von Connan Dohle erdachten Meisterdetektiv Sherlock Holmes ein le­bendes Pendant gegenübergestellt, das sich mit dem Geschöpf der Einbildungskraft wohl ver­gleichen kann. Es ist das William I. Burns,Amerikas größter Detektiv", dessen Wirken I. W. T. Mawson einen fesselnden Aufsatz widmet. Wie Sherlock Holmes weiß auch er durch die glänzende Logik seiner Fol- gerungen und die zäbe Energie seines Verstau, des die geheimsten Gespinste auszulösen, di« schlauer Verbrechersinn entdeckt. Seit fünfund­zwanzig Jahren ist Burns als Kriminalist tä­tig. Eine Zeitlang war er von den Vereinig­ten Staaten angestellt, machte sich dann aber selbständig, und heute besteht seine Haupt­arbeit darin, die zwanzigtausen Ban­ke n zu bewachen, die zu der amerikanischen Bankiergesellschaft gehören. Nebenbei aber un­ternimmt eraus Liebhaberei" noch allerlei Abenteuer und widmet sich der

Aufdeckung schwieriger Verbrechen, an denen die Bemühungen der offiziellen Poli­zei gescheitett sind. Erst jüngst hat er die Hel­den £?* aufsehenerregenden Dvnamitver-