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1. Jahrgang

Nummer 151

Fernsprecher 951 m»d 952«

Freitag, den 2. Znni 1911

Fernsprecher 951 und 952.

Meldung, die uns soeben aus Lissabon jw

geht:

$ Lissabon, 1. Juni.

Wo ist «Wer?

dehnen wird.

Horizont standen, sind am letzten Maientag schnell geschwunden, nachdem die Komptomitz-

(Gigene Drahtmeldung.)

Der portugiesischen Regierung ist von der Regierung der Vereinigten Staaten mitgeteilt worden, daß der venezolanische Exprästdent Cypriano Castro auf portugiesischem Boden weile. Es heißt, in Teneriffa liege ein Dampfer mit Geschützen und Mu- nition für Castro bereit, der nur auf die Ge­legenheit warte, nach Venezuela zurückzukehren. Nach dem Liffaboner BlattSeculo" hat sich Castro längere Zett in Oporto und während der letzten Tage incognito auch in Lissabon aufgehalten, offenbar zu dem Zwech die Vor­bereitungen zu dem geplanten Putsch tu V«w- zuela zu Ende zu führen. Die Portugiesisch- Regierung ist lU nicht darüber schlüssig g-. worden, wie sie sich zu der Lnzelegenhett stel. len soll, doch ist eS wahrscheinlich, daß Castro ausgewiefen werden wird.

Herr von Schorlemer, den man anno neun« zehnhundcrtzehn nach dem kümmerlichen Aus­

stellungeröffnung buchen können: Etwas Win-I zig angesichts der Gewichtigkeit der Fragen, die das polittsche Tagesinterefle beherrschen, und es darf deshalb immerhin als eine nicht mißzuverstehende Korrektur des bisherigen Systems gedeutet werden, wenn Herr von Bethmann Hollweg jetzt den in Posen versam­melten Mannen des OstmarkenvereinS Gruß und Sympathie-Bezeugung drahtet und kate­gorisch erklärt: .Niemals rückwärts!"

Aller schönen und guten Dinge sind drei: i Die Reichsland-Verfassung ist unter Ausschal­tung der Rechten und alsMorgengabe der Genossen" unter Dach, die ReichSverstcherungS- ordnung ebenfalls leidlich in de« Hasen ge-1 steuert; erscheint'S unmöglich, daß diesen bei­den Kanzlertaten in Bälde sich noch einHel­denstück im O st e n" als Krönung erfolgreiche« Werks gesellen kann? Herr von Bethmann I Hoffweg würde damit den Schlußstein zu einem, Tatendenkmal legen, an dem auch der Gleich­gültigste nicht achtlos vorübergehen könnte; er

I würde seine neue Grafenkrane mit dem Ruhm I der nationalen Helden kränzen und (last not

I least!) die Grollenden östlich der Elbe zur I Würdigung rechtschaffner Mannestat zwingen, und damit der fernem Arbetts- und Inter­essengemeinschaft zwischen der Regierung und I der konservativen Partei aufs neue dm Boden bereiten. Der Plan erscheint, nach allem, das! hinter unS liegt, nicht allzu kühn; er hält sich in den Maßen eines klugen SchachzugS und würde mit Herm von Bethmann Hollweg in der Heldenrolle nur dadurch bedeuisam, weil ein neuer Kurs in der Ostmarkenpolitik gleich­wert sein würde mit liebreichen Konzessionen an die Konservativen, von denen nicht zu be-

Herr von Bethmann Hollweg kostet das beseligende Glück rühmlichen Tatbewußtseins mit der mhigm Würde, die seinem, in den Fährnissen der Polittk geläuterten philosophi-I schen Temperament ziemt, und das lauteste und! stttnmungreichste Wort kraftbewutzter Selbstzu-1 friedenheit, das wir von ihm vemommm, war I die vielversprechende Parole-Ausgabe an dir! in Pose« versammelten DftmärfetNiemals! rückwärts!" War'S die Erkenntnis, daß einem starken Mann auch kühne Worte ziemm, I und daß erfolgreiche Tat zu hohem Gedanken- flug berechtigt, die dem Kanzler diese vielver­sprechende Devise eingab, oder war's etwa das Bemühen, de« Grollende« ostwärts der Elbe, kundzutun, daß derVater der Reichsland-1 Verfassung" die Kraft in sich fühle, auch ohne dir beschwerliche Hilfe konservativer Arme das Jahrhundert in die Schranken zu fordern? Bei­des erscheint möglich; aber das Eine sowohl wie das Andere könnte nur aus der Freude über den Erfolg geboren sein, und es wäre also in j e d e m Fall das Ostmärker-Telegramm des Kanzlers als ein Manifest Bethmann'schen Selbstvertrauens zu werten, eine Kund- gabr, wie sie uns in dieser lapidaren Kürze und in dieser tatfrohen Bestimmtheit bisher nicht erbaut hat. Der Klang war unserm Ohr so fremd geworden, und dünkte den Zeichen­deutern so seltsam, daß man sich berechttgt glaubte, daraus auf nahende Geschehnisse von weittragender Bedeutung schließen zu dürfen. Und was lag da näher, als dasnunquam re- troTsum" im Sinne kommender Ermannung im leidigen Ostmarken-Geschäft zu deuten?

gesetzt. Truppen und @ en bar me n sind unterwegs, um Spuren vom Aufenthalt der Räuber zu entdecken, doch gehen bte Offiziere dabei recht vorsichtig zu Werke, um das Leben Richters nicht zu gefährden. Richter hat durch Vermittlung der Räuber, die sich eines Hirten bedienten, selbst um Einste-luna der Verfolgung gebeten, weil bte Räuber drohen, ihn niederzumachen, falls sie in die Ge- walt der Soldaten fallen sollten. Darum bitte I er die Behörden, sich in Verhandlungen über die Höhe des Lösegeldes einzulassen. Der An­führer der Verhandlungen behandle ihn gut. Es werden nun Instruktionen der Regierung darüber erwattet, ob die Behörden die Perfol- gung fortsetzen oder den Räuberen Gelegenheit geben sollen, gütliche Verhandlungen über die Freilassung des Gefangenen anzu- knüpfen. Wahrscheinlicher erscheint das letztere, denn an den Erfolg der militärischen Rackssot- schungen glaubt hier im Ernste niemand.

®t» «Saffelet Steuefte Nachrichten- erscheinen wöchentlich sechsmal und zmar abends. Der SbonnementSpreiS beträgt monatlich 50 Psg. bet freier Zu­stellung tnS HauS. Druckerei, Verlag u. Redaltton: Tchlachthofslraße 28/30. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.

Sastros Erwachen?

Neue Benezuela-Ueberrafchungen in Sicht.

Dieser Tage ging die Meldung durch die Presse, daß Exvräsident Castro, der frühere Dittator von Venezuela, neue Pläne schmiede und im Begriff stehe, einen Gewalt­streich zu versuchen, um die Herrschaft in Vene­zuela abermals an sich zu reißen. Diese Nach­richten erfahren ihre Bestüttgung durch eine

schrockne Gerede über de« nahe gekommenen EroduS des Herrn von Schorlemer-Lie- fet auS dem Ministerium deS Ackerbaus und der Forsten sei eitel Trug; die seit den letzten Kieler Wasserfahrten (mit nachfolgender Mini- ster-AuSschiffung) berühmt und gefürchtet ge- wordnrHomogenität" des Staatsministeri- umS werde nicht vom leisesten Zweifelhauch getrübt, und der Weg der RegierungSpolittk habe selten so klar, eben und wohlgebahnt twnn Auge deS leitenden Mannes gelegen, wie | grade in diesen Tagen. Es war erfreulich und herzenstärkend, dies aller zu vernehmen, denn wenn auch der Stern des Herrn Theobald von Lethmann Hollweg, der vor wenig Woche« «och im Verborgne« glomm, seit ehegestern in Helle« Glanz erstrahlt, und wir die frohe Bot« I schäft hören, ma» gedenke, den wacker« Mann, der das Reichsschiff mit gewalttgem Arm mit­ten durch die Redeflut und das Kampfgewoge der letzten Tage steuerte, mit der Grafenkrone zu ziere« (nachdem die Purpurstreifen des Ge­nerals ihm schon im frühen Lenz verliehen worden): Die Furcht, daß all das Maienglück, das uns Göttergunst und Kanzlertat in so reichlicher Fülle bescherten, unter des nahen Sommers dorrender Glut verkümmern könnte, ist immer noch nicht von den Seelen genom­men, das Fatalisten-Wort von dengottge­wollten Abhängigkeiten" klingt nachhallend im Ohr, und darum war's (sozusagen) eine Not- Wendigkeit und eine Wohltat, daß der offiziöse Federkiel i« der Wilhelmstraße in Aktton ttat, das Gewölk zu zerstreuen.

Der entführte deutsche Ingenieur.

Die Nachforschungen nach dem Aufenthalts- ort des von griechischen Räubern am Olymp gebirge entführten deutschen I«a- «ieurS Richter sind bisher trotz aller Bemühungen der Behörden erfolglos «eblteben und daS Schicksal deS Geraubten ist immer noch in Frage gestellt. Eduard Richter <ms Jena, em Angestellter der großen optischen Firma Z ei ß, hatte schon einmal unter starker Bedeckung de« Olymp bestiegen. In diesem Jahre wollte n seinen Urlaub dazu benutzen, abennals das höchste Gebirge der Balkanhalbinsel zu durch- l streifen und im Auftrage der Geoamphische« Gesellschaft mit modernen, wissenschafütchen Instrumenten stereo-Photograunnetifche GE- de- und Höhenmeflungen auszuführen. Richter war von zwei türkischen Gendarmen begleitet, aber diese ESkotte erwieS sich «^>em»«dl- reichen Räuberbanden durchstreiften Gebitt als ungenügend: Die Gendarmen wurde« von den Banditen getötet und der deutsche Topograph in einen Schlupfwinkel der Räuber geschleppt, wo er wohl auch trotz der energischen Bemü­hungen der türkischen Behörden bleiben wird, bis für ihn das ansehnliche 26fegelb erlegt ist, das die Räuber forbern Daß eS gelingm wirb, die Banditen vor oder nach der Freilas sung Richters zur Rechenschaft zu ziehm, darf als ausgeschlossen gelten, da

Winkeln des OlYmpgebtrgeS die milttärifche Verfolgung völlig versagt, utü> die Räuber ie- denfalls auch Richter soweit ins Gebirge hin­eingeführt haben, daß sie sich vor jeder Verfol­gung sicher wähnen dürfen. Inzwischen liegt folgendes Telegramm vor:

Salomkt, 1. Juni.

(Eigene Drahtmeldung.) I Die Nachforschungen der Behörde« nach In-

(Privat-Telegramm.) Major Brown, der Augenzeuge bet L Kämpfe in Kanton war, schilbert bie Vorgänge folgenbermaßen: Der Haupttampf spielte sich in Kanton in den ersten Maitage«, a« einem Freitag ab, und bie Stadt brannte am Hellen Mittag an acht verschiedenm Stellen. DaS Feuer breitete sich mit riesiger Geschwin­digkeit nach affen Richtungen au5 und zuwei­len erreichten die Flammen eine Höhe von über zwanzig Fuß, und die ganze Umgebung war in dichte Rauchwolken gehüllt. Der T u m u l t wurde immer grö tz er und die Stadt, die unter mir lag, schien mit Soldaten an­gefüllt. Dutzende zu Fuß und zu Pferde passierten meinen Standplatz, aber nicht ein I i einziger schenkte mir die geringste Aufmerk­samkeit. Alle Häuser in der Nachbarschaft wa- ren belebt und die Dächer wimmelten von Menschen. In kurzer Zeit waren die Mauern der Stadt und die Dächer der Tartaren-Stadt mit Mandschu-Soldaten besetzt, die ein kräftt- ges Gewehrfeuer nach der Richtung der Brand­stätte eröffneten. Während meines einstündigen Aufenthaltes wurden mindestens fünfhun­dert Häuser vollständig zerstört^ und ungefähr toter« bis fünfhundert Gewehr- I falben wurde« ab gefeuert. Da das Feuer auf kurze Entfernungen gerichtet war, muß die Zahl der Toten groß gewesen sei«. Der Brand der Geschäftshäuser war immer noch im Gange, als ich meinen Beobachtungsplatz verließ, und das Geräusch der einfallenden Häuser und das Geschrei der Plünderer war kilometerweit zu ----------

hören. Bei meinem Marsch durch die Stadt ßettieur Richter werden auf das eifrigste fort- stieß ich auf keine Unhöflichkeiten. ES war er-

dehne« wird. staunlich, mit welcher Gleichgültigkeit

Hebet die letzte Sitzung des Reichs- ge Masse deS Volkes ihrer täglichen Be- 1 h,r ^mernaufc f*reibt uns UN- nachging, als ob nichts passiert fei.

Horten ge- Und das alles, ttotzdem sich auf der anderen imiDnen ......., ... «och ehe- Sette der dicken Stadtmauer eine blutige

gestern wie eine bedrohliche Wolkenwand am Tragödie abspielte. Die Chinesen schemen 2- - «*.*> I derartige Ereignisse eben als tägliche nottven-

------------------- . - dige Abwechslung des Lebens zu betrachten, anträge über die Revision der Anstellungsver- habe viel böse Gerüchte Wer Kanton träge bet Krankenkassen in bet Kommission I -e$Srt und auf diesem kurzen und flüchtigen durch die Erklärungen deS Geheimrats Kaspar $ . , habe ich sie bestätigt gesehen, ausreichend beleuchtet worden und die Heber- -ÖE'U^ yuuc ,

Sommerpause im Reichstag.

Vertagung bis zum zehnten Ottober.

Berlin, 1. Juni. (Telegramm unseres Korrespondenten.) Derj Reichstag wurde gestern durch eine vom Reichskanzler von Bethmann Hollweg verlesene Kaiserliche Kabinettsordre bis zum zehnten Oktober vertagt, nachdem das EinführungSgefetz zur ReichSvetsicherungS- otdnung erledigt war. Ma« rechnet in parlamentarischen Kreise« mit der Wahr­scheinlichkeit einer Herbsttagung von etwa dreimonatiger Dauer, die sich jeden­falls bis kurz vor den neuen Wahlen aus-

Die Räuber vom Slymp.

(Don unserm Korrespondenten.)

DerRaub im Olymp", dem der Ingenieur Richter zum Opfer gefallen ist, lenkt die all­gemeine Aufmerksamkeit wieder einmal auf das romantische Räuberlebe n, das sich in den Bergen Griechenlands allen Ableug­nungen der griechischen Regierung zur- xtofc erhalten hat und bie Reifenden belaittg. Die griechischen Räuber sind von einer Kühnheit, die ihnen nicht seltenWeltrühm ver­schafft hat. Sie übertreffen darin sogar noch die russischen Räuber, die sich sch.on im Hinblick auf die Unterstützung von amtlichen stellen manches leisten können. Ter bekannteste der griechischen Räuber ist der bettichtlgte Rau- der Athanas. derHeld" so vieler fchau- rißet Knabengeschichten und bunter Jahr- l marktsbilder. Er hat es fertig gebracht, ben

«ttifertioneprtiff.DiefedjigefpatteneZelle für einheimischeSeschLftetS $f9-, Auswärtig« Inserate 26 Reklame,elle füx «e-

schSste <0 Ps. für auswärtige 60 Pf. SefchüstSstelle: «öln.sche «tr-be ö. Berliner Vertretung: SW Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.

Apotheose.

Der neue Stern am deutschen Himmel.

Rtt dem schönen Ernst würdiger Rühr, der per überlegnen Kunst unsrer offiziöse« De­menti-Stelle zuweilen eigen ist, wurde uns in bet Maien letzten Tagen erzählt, alles er«

tagS vor der Sommerpause schreibt uns un­ser parlamentarischer s-Mitar- b e i t e r: Der Reichstag hat seine Pforte« ge­schlossen. Die Schwierigkeiten, die «och ehe­

dem (nach der großen Wahlreform-Friedens-1 rede im Herrenhaus) die Propheten bet pmcla- mentatischen Wandelhallen eitel isounenschein weissagten, hat als Ackerbau-Minister bisher noch nicht bewiese«, daß et In der ^sünarken- frage den lang gesuchten Stein der Weise« doch «och aus dem Chaos der Experimente I herauskrystallisieren wird; im Gegenteil: seine Art, Probleme zu lösen, hat mancherlei Be- ftemden erregt, und mehr als einmal Mo ge­wichtige Zweifel aufgestiegen, ob der einstige Oberpräsident vom Rhein beim letzten nevite- ment doch nicht besser in neutraler« und we-, Niger heißen Boden verpflanzt und die Fort-1 führung der Ostmarkenpolittt einer gewandiern Hand und einem stärkern Arm übertragen toor« den wäre. Herr von Schorlemer bat es mtt den Ostmärkern toerdorben, er hat das Zentrum verärgert, und an positiven Erfolgen bioher nur den freundlichen Verlauf der Pofener Au--

fürchten ist, daß sie in diesem Fall dem Sehn­suchtruf des Bethmann'schen Vaterhauses trutzig widerstreben würde«. Die Möglichkeit einer solche« Entwicklung wird zwar mit der Federspitze offiziöser Dementtschreibet durch­bohrt, aber was sind Dementis, waS Md Tin­tenkriege: Die Zukunft wird's lehren, WaS Bethmanns Verklärung" unS «och an goldnen Träumen bringt! F. H.

Petersburg, 1. Juni. (Telegra mm unsers **-K^ortespondenten.) Die gestern hier eingetroffenen Nachrichten über die I Lage im südlichen China lasse« die Situation als außerordenttich ernst erscheinen. Das durch die Hungersnot der letzte« Monate zur Verzweiflung getriebene Volk macht mit den Revolutionären gemeinsame Sache, und im Kanton-Bezirk sind ganze Städte und Dörfer geplündert und Niederge­bra nnt worden. Auch in der Armee macht sich starke Erregung bemerkbar und die Regie­rung in Peking plant deshalb die Verlegung der nicht ganz zuverlässigen Trutopenteile m neutralere Gebiete. Bisher ist es der Zenttal- I regietung unmöglich gewesen, die revolutio­näre Bewegung irgendwie aufzuhalte« und die Gefahr einer allgemeinen Revolution ! wird dadurch immer größer.

MhNÜM

Caflrlrr Pbrndzntung tzrspschr Dbendzritung

einstimmung aller bürgerlichen Parteien über die wichtigsten Punkte des Einfuhrungsgefetzes erzielt war. Es gab nun einen letzten Sitzungstag in mehrere«Happen, wie der Volksausdruck lautet. Nachdem die noch auf zu- arbeitenden Handelsvetträge nicht ohne eryei- a-t?------------- ----- - .-. ~ ,, ternde Zwischenfälle genehmigt waren und die

gang des Hornberger Schießens um die Wahl-1 Fxrsenstimmung bereits fröhliche Wellen warf.! refotm vom Rhein zur Spree beorderte, und I fo ba6 die rückständigen kleinern Vorlagen tm

'---- Handumdrehen erledigt waren, stand man vor i

der letzten Anstrengung: Dem Einfuh- rungsgesetz zur Reichsversicherungsoro-1 nung. Zum Debattieren war keine rechte .'iei- gung mehr bemerkbar, die Hmständlichkett der namentlichen Abstimmung Hatte man zwar auch Hier vorgesehen, doch großmütiger Verricht schuf glatte Bahn. Tie Sonne stand bet dieser Gestaltung bei Dinge noch hoch am Himmel, als bei Kanzler, bem bie Freube über ;et«| ne« glänzenden parlamentarischen Abschluß aus i ben durchfurchten Gesichts zügen leuchtete, sich erhob, um bie kaiserliche Botschaft über die -Vertagung bes Reichstags zu verlesen. ! Richt nur bie bürgerlichen Frattionen hörten biese Erklärung gewohntermaßen stebenb an: Sondern auch die Sozialbemokraten unter Führung August Bebels hatten sich er­hoben, die Manner derstaatsfeindlichen Par­tei" bereit Mitarbeit am großen sozialen Re­formwerk unbestreibar von Wert gewesen ist.

! Der wuchtige Klang bes Kaiserhochs

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brang hinaus zur glitzernben GlaSdecke unb be-1 enbete einen hochbebeutsamen Abschnitt bet Tagung des einstige« Blockreichstags. Wie ha­be« sich doch die Zeiten geändert und ... wie rätselvoll dunkelt die Zukunft! <s-

Die tzhinesen-RevMtion.

Der Bericht eines Augenzeuge«.

Die Revolution in Südchina breitet sich mit besorgniserregender Schnelligkeit aus und die spärlichen Meldungen, bie trotz bet stren­ge« Zensur zum Westen gelangen, lassen er­kennen, baß China am Vorabenb ernster unb schwerwiegender Ereignisse steht, bie geeignet scheinen, bie bisherige staatliche Organisation! j bes Riesenteichs bet Mitte in ihren Grund- festen zu erschüttent. Die Revolution richtet sich in erster Linie gegen die regierende M a n b- schu-Dynastie, und selbst die überzeugte­sten Anhänger der Dynastie verschließen sich nicht mehr bet Befürchtung, baß bie Tage des Manbschu-Kaisertums gezahlt sinb. Ein euro­päischer Augenzeuge bet letzten Kampfe tn Kanton, bet englifche Major Brown, «ti« I wirst von bet Revolution ein charakteristisches

Bild. ES wirb unS batübet berichtet:

London, 1. Juni.