1. Jahrgang.
Nummer ISO.
hessische Abendzeitung
Fernsprecher 951 und 952.
Donnerstag, den 1. Juni 1911
Fernsprecher 951 «ad 952.
tion eine auffteigende Linie in der Wertung
fltamm steht noch aus. Ein weiterer Drahtbe-
auch noch nicht vollkommene) Regulierung der
men wohl.
Brot hmeinpeitschten. Es mag verfehlt sein,
STSÄTS
Angesichts um ihr täglich Brot und es ist so.
alS soziale Entartung unsrer Zett zu verurtei
len und die Forderung aufzustellen, daß der
S Berlin, 31. Mai.
(Privat-Telegram m.)
ziales Pflichtgebot, diesen zwanzig Millionen fleißiger Hände die MöglicUeit des Broter-
Krästenutzung erzwungen hat. Die weibliche Sozialbewegung ist jüngern Datums, und da
Die Verfolgung der Räuber.
(Privat-Telegramm.)
wurde, iff5 auch natürlich, daß der Vrrbtn- dungs-- und Ausgleichsprozetz Zeit und vermittelnde Uebergänge erfordert. In di« Entwicklung dieses Prozesies mit der Schroffheit des Gesetzes'' hemmend oder störend rinzugrei- fen, hieße junge Saat untern Druck der winterlichen Schutzdecke ersticken lassen, und man muß deshalb wünschen, daß in der gesetzlichen Regelung der Frauenarbeit nicht Wohltat und Plage verwechsell werden. Zehn Millionen
Vor der Strafkammer in Danzig begann gestern die Verhandlung gegen ein Erpressertrio und zwei weitere Angeklagte, deren Straftaten seinerzeit großes Aufsehen erregten und die ihr Treiben jahrelang fortgesetzt haben. Es handelt sich um den Reisenden Harry Heinrich, den Zigarrenmacher Max Wijacker und den Reisenden Gustav Dobietzek aus Breslau, Rawitsch und Berlin. Mitangeklagt sind der Schauspieler Hans Meyer und der Kaufmann Raffael. Gegen die ersten drei lautet die Anklage auf Erpressung, gegen die beiden Wanderen aus Beihilfe dazu und Vergehens ae-
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fchaftlichen Emporsteige«, die fortschreitende Entwicklung der sozialen Arbeiter-Organisa-
Als sich der Reichskanzler von Beth- mann Hollweg gestern in seinem Wagen von
an Ort und Stelle entsandt worden. Wie die letzten aus Saloniki vorliegenden Depeschen melden, ist es den von den türkischen Behörden aufgebotenen Truppen bisher aber nicht gelungen, den Schlupfwinkel der Räuber zu ermitteln: auch ist die Verfolgung der Bande bisher ergebnislos verlausen. Die Depesche Richter- an den deutschen Konsul wurde durch Vermiti lung von Helfershelfern der Räuber auf Ito wegen zur Beförderung aufgegeben.
Seh« Millionen Frone«.
I • Die deutsche Frau im Erwerbleben.
In der Weltkurstadt Wiesbaden hat zum Ende der Maien der »Deutsche Verband Kaufmännischer Vereine" seine diesjährige Tagung abgehalten, und neben vielem Nützlichen und Ersprießlichen, das dort verhandelt worden, hat auch die Frage der kaufmännischen und gewerblichen Frauenarbeit eine sehr eingehende Erörterung erfahren. Der Anlaß war zwingend genug: Die „Frauen-! frage" ist nachgerade zu einem sozialen Wirtschaftsproblem geworden, zu einem bedeutsame« Faktor des internationalen Erwerblebens «nd z« einer unverkennbaren Hemmung der auf die Verbesserung der sozialen Lage der Erwerbstände abzielenden Bestrebungen. Im Jahre achtzehnhundertsünfundneunzig standen rund fünf Millionen Frauen als Erwerbtätige im sozialen Daseinskampf; nrunzehnhun- dertsieben betrug ihre Zahl bereits (nach den Ermitllungen der wirtschaftlichen Statistik) über neun Millionen, und zurzeit wird dir Riesenarmee der weiblichen Arbeiter sicher die Zahl von zehn Millionen weit übersteigen: Nahezu ein Sechstel der deutschen Gesamt- bevöllerung! Die Mehrzahl der erwerbtätigen Frauen erringt ihr Brot als Arbeiterinnen in industriellen und gewerblichen Betrieben; etwa dreihunderttausend sind im Handelsbetrieb beschäftigt und der Rest vertellt sich auf Land- imd Hauswirtschaft.
Die Ziffern beweisen, wie gewaltig die Flutwelle der Frauenarbeit den sozialen Kampfplatz «mbrandet und wie elementar die Kräfte gewirkt haben müssen, die im Lauf der letzten k Jahrzehnte die Frau aus dem Bannkreis häuslicher Pflichten in das Ringen ums tägliche
die Frauenarbeit unserm Wirtschaftsleben gewissermaßen als Fremdkörper aufgepfropst
(Privat-Telegramm.)
Man ist in hiesigen deuffchen Kreffe» nm das Schicksal des von Räubern entführten Ingenieurs Richter nicht allzu besorgt, da derartige Ueberfälle in den von Räubern förmlich bevöllerten Bergen sich oft ereignen, ohne daß indessen den Gefangenen irgend ein Leid zugefügt wird. Es ist den Räubern lediglich um die Erlangung eines möglichst hohen Lösegeldes zu tun, nach dessen Erlegung der Geraubte wieder fteigegebe« wird. Dasselbe Manöver habe« die Räuber
Snfertixmtoreife; Die ftchSgefpaltene Zelle für einheimische SefchLste 15 Pfg-, für auswärtige Inserate 25 Pf, R-klamezetle für einheimische ®e- schäfte 40 Pf, für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.
bereits verschiedentlich Ansätze gemacht worden sind, eine innere Berechtigung nicht absprechen, ebensowenig aber auch der Befürchtung sich ver-
bedrückt von zwingenden Notwendig-! ketten, deren Voraussetzungen und Ursachen selbst durch die gedankenreichsten Resolutionen nicht aus der Welt geschafft werden.
Wenn es irgend einen Weg gibt, der zum Ziel: Zum wirtschaftlichen WertauS- gleich der Frauenarbeit neben der Erwerbtätigkeit des Mannes führe« soll, dann kann es nur der Fortschritt auf dem Gebiet der Arbeiterinnen- und sozialen Frauen-Organisation sein, der in der natürlichen Entwicklung seiner Tendenzen allmählig von selbst zur enffchiedenern Geltendmachung des wirtschaftlichen Wertgehalts der Frauenarbeit führen und damit die konkurrierende und entwertende Tendenz weiblicher Er- werbtätigkeit in's Gegenteil umkehren wird. Wir haben denselben naturnotwendigen Entwicklungsprozeß in der allgemeinen Arbeiterbewegung des letzte« halben Jahrhunderts erlebt, und gesehen, da, parallel mit dem wirt-
unfiet wirtschaftlichen Bedürfnisse in der organisatorischen Selbsthilfe, verbunden mit zweckentsprechenden gesetzgeberische« Maßnahme«. Er erhofft davon eine allmählige Beseitigung der salär- und lohndrückenden Tendenzen der Frauenarbeit und verlangt in der weitern Verfolgung dieses Abwehrgedankens die Einführung obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts für weibliche Angestellte bis zum vollendeten achtzehnten Lebensjahr und die Einführung einer praktischen Lehrzeit Ei für sämtliche, dem Erwerbstand zugeführte weibliche Personen, die mit der theoretischen Ausbildung Hand in Hand gehen soll. Man wird diesem Verlange«, zu dessen Ausführung
Die .Geographische Gesellschaft für Thüringen", die ihren Sitz in Jena hat, und in deren Auftrag Ingenieur Richter den Balkan be- ,reisen sollte, wandte sich telegraphisch an das
(EigeneDrahtmeldung.) Auswärtige Amt in Berlin, um autheninche
Der Nordpolfahrer L e r«er schreibt der Mitteilungen über den Aufenthalt des . von
.Täglichen Korrespondenz": In den Zeitungen griechischen Banditen entführten Ingenieurs
d-b « "U S‘etefc«SS?nn®eü,ro«n
beiten zwischen dem Grafen Zeppelin und dem $en <got)-$affCIg ,n Konstantinopel haben auf Professor Dr. Hergesell beschäftigt. In den I j,ei türkischen Behörden zahlreiche De- dementierten Zeitungsmeldungen war auch die ta^ementS die Verfolgung der Räuber aufge- Rede von meinem Verhältnis zu bei-1kommen. Auch ist ein Mitglied der Botschaft den Herren. Die generelle Art des De- .
mentis des Prinzen Heinrich gibt mir Veranlassung, zu erklären, daß die mich angehenden Mitteilungen, abgesehen von unrichtigen Einzelheiten, im wesentlichen den Tatsachen entsprechen, daher wohl auch nicht mit dem Dementi getroffen werden sollen, «?ch bitte, diese Erklärung zu veröffentliche«.
trottoirs. Durch erneu Spruug gelang es I ZeppelingeMschaft mit PEsl°rDrHergesell dem Reichskanzler, sich i« Sicherheit zu bri«=
gen, bevor der Wagen an der Bordschwelle zer- uJb man den Kreisen, die dem trümmert wurde. Die durchgehenden Pferde Zeppelin nahestehen, überzeugt, daß er
wurde« später von Passanten zum Stehen ge- üon dieser Reise nicht mehr in seinen früheren bracht. Der Kanzler ist ««verletzt geblieben. Wirkungskreis zurückkehren wird. Die end- Dagegen wurde der Wagen völlig zertrümmert gültige Trennung zwischen Zeppelin imd Her- und auch der Kuffcher erlitt einige leichtere gesell dürste damit zur vollendeten Taffache Verletzungen. Herr von Bethmann Hollweg werden.
fuhr später im automobil zum Reichstag. ~LJ
, „ Der entführte Ingenieur.
Roch ein MiMster-ÜNsaU. @in Brief ans der Räuberhöhle.
(EigeneDrahtmeldung.) Der von griechischen Räubern gefangen ge-
Wie uns ans Berlin depeschiert wird, ist haltens deutsche Ingenieur Richter bat
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Uhr kurz vor einem herannahenden Motor- gesellschast hat dem Konsul telegraphffch gemel- wagen auf das Gleis der Sttaßenbahn. Er bct| daß sie zu materiellen Opfern jeder Art vermochte nicht mehr rechtzeittg auszuweichen, gern bereit sei und ihn bitte, alles Erdenkliche wurde umgeworfen und kam unter den JUI Rettung be§ ®efanflenen aid3ubieten unb —--------------- «orderverron vor daS Schutzbrett des I fortlaufende Berichte über das Befinden Rich-
der Erwerbarbeit und eine selbsttattge (wenn ßhuueüenbe Passanten ters zu senden. Eine Antwott auf dieses
Ai,* nn* nirht hntHnntmenei Reoulieruna der I Wagnis fliegen. den > «*«««, «ebt nmfi aus. Ein weiterer Drahtbe-
allen Herrn wieder auf, der sofort versicherte, daß ihm nichts passiert sei und dm Fa^ rer keine Schuld tteffe. Der Minister fuhr in einer Droschke zur nächsten Unfallstation, wo der anwesende Arzt eine leichte Quetschung der linken Hand feststellte und einen kleine« Verband anlegte. Graf Zedlitz-Trützsch- let begab sich dann zu Fuß nach seiner Wohnung und befindet sich heute wieder vollkom-
Zeppeliu, Hergesell uud Lewer.
Hergesell, der „Salon-Polarfahrer". ----- --------------
Wir berichteten vor einiaer Zeit über an- auch im Falle Richter angewandt und es rst als gebliche Differenzen, die zwischen dem Grafen sicher anzunehmen, daß der entfuhtte Ingenieur Zeppelin und seinem langjährigen Mttar- ,n der Gefangenschaft sehr gut behandell wer- beiter, Professor Hergesell, ausgebrochen ben toirb> ba die Räuber ein natürliches Jrtter- sein sollten, und^ zwar^aus ^Anlatz^der Vor- eff£ baratt haben, ihr Opfer bei bester Gesmw- Tbe- heit zu erhalten. Ingenieur Richter ist ubri- .-7 I ..... foffift hft r ft tt
schließen können, daß auf dem angedeuteten 2Seg wohl eine Erschwerung der Frauenarbeit, nicht aber die gerechte soziale Nutz- t barmachung der weiblichen Erwerbtätigkeit zu erzielen ist. Man darf nämlich bei der S”m»r«i°"9rT»ert,«6e"'8rM€«C6nl* | «°6"»Ä,',«m R-i<SI»,S,-6i-6- 6ege.
Von unterrichteter Seite werden uns zu der Angelegenheit noch folgende Mitteilungen zuteil: Trotz aller Dementi und trotz aller Gegenerklärungen laßt sich die Taffache nicht mehr aus der Well schaffen, daß taffächlich ernste Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Grafen Zeppelin unb Professor Hergesell bestehen. Natürlich war Graf Zeppelin sowohl wie Professor Dr. Hergesell moralisch verpflichtet, den „Gerüchten" als „freien Erfindungen" entgegenzutreten, ebenso natürlich, wie Seine Königliche Hoheit, Prmz Heinrich von Preußen, schon im ureigensten Interesse nicht zugeben durfte, die Polarexpedition sei „nutzlos verlausen". Unbestreitbare Tatsache jedoch ist, daß die E r b i 11 e r u n g gegen Pro- _ _ : feffor Dr. Hergesell, den .Salonpolarfahrer",
7n“'benVäambf°um5‘iäaliScI ben'roottte, scheuten die Pferde und! im Friedrichshafener Kreis viel zu groß ist,
Zustandekom- Gerüchte dem wörüichen Sachverhalt nicht ent- assungsresorm sprächen. Zu dieser Erklärung des Prinzen en von d er hat sich nun der Polarfahrer Lerner in einer Schrift an eine Berliner Korrespondenz geäußert. Es wird uns darüber berichtet:
SJ Berlin, 31. Mai.
Sie Erpresser von Sämig
Auf der Flucht vor Verbrechern.
(T e l e g r a p h i s ch e r B e r i ch t.)
MckrUeMe
Casseler Abendzeitung
richt meldet uns: _ M ,
S Saloniki, 31. Mai.
Frau der Eintritt in den sozialen Kampf aus, ... 1 tollten, uns zwar aus muup ««•» «»♦-
wirffchaftlichen, ethischen und nationalen Grün- gänge bei der bekannten VorpolaEpeditton,
den zu verwehren sei, da die Struktur unsres Sl naT£utiiätoTiu SeÄ^ ? H?’ Mr die Graf Zeppelin den Nordpolfahrer The-.'^z""^ 'b^ Haüpffache selbst daran Wirffchastslebens gegen früher sich stark ver-j Uksse) nach Tunlichkeit zu fordernI F, H. öbot gerner verpflichtet hatte. Es kam ipa-1 m v. ^schäft geriet, betm
rau’en^rtFnottDenbiaertjeife^u'I ©tttf ÖOUtüMl ber Zeppelin-Geselffchaft iwch^Lerner, die da-1seine bewaffnete Begleitung war angefichtS
gen der Frauenarbeit notwendige^effe Wir I DklffMllUtt yUUluCgi I oP Sernei von seinem Vertrag Unsicherheit der Gegend viel zu schwach,
kungen habe« müßte, die unsre wirtschafttiche Der „Gras von der Hohkönigsbnrg«. . 'Diese Differenzen sollen (wie man I namenffich, wenn man berücksichtigt, daß die
Leistungssahigkeit weit mehr beeintrachngen I Oy t>er (bereits erwähnten) Meldung von hört) aus Proseffor Hergesell zurückzusthren, Attische Regierung dem Räuberunwesen in würde«, als auf der ander« Serie durch den &et bevorstehenden Erhebung des Reichs- und in der Folgezeit soll dieserhalb eine Ent- . meraett fast ohnrnächttg gegenübeffteht und soziale« AnMeg der Erwerbstände zu bessern kanzlersin den Grafenstand wird uns fremdung zwischen dem Grafen ZePPel« und Reisenden, die die Berge auffuchen, deshalb Derdienstmöglichkeiten gewonnen werden von gutunterrichteter Sette aus Berlin ge- seinem langjährigen Mitarbeiter eingetreien ben eiaettcn Schutz ange-
öttttte. Die Frauenarbeit tft heut (im Gegen- schrieben: Das Gerücht, daß der Kaiser die Ab- sei«. I« der Affäre sind inzwischen verschiß Ingenieur Rich-
satz zum Erwerbleben früherer Jahrzehnte) sicht habe, Herrn von Bethmann Hollweg den hene DementtS erfolgt; unter anderm hat auch wiesen smd Man hofft, datz Ingenieur mny
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«ttb i« ihrer Nutzbarmachung -usgeschaltet werde« kan«. Etwas anders ist's indessen mit Titel und Namen eines „Grafen von der her Frage, wie man die Einwirkungen der! Hohkönigsburg" erhalten solle. Der Bei- Franenarbeit auf die Gestaltung des sozialen I name Graf von der Hohkönigsburg stellt sich in Wirffchastbilds verständig regulieren und ihren diesem Zusammenhänge natürlich als ein Einfluß so einbämmen kann, daß die Konkur- Scherz dar, und man geht nicht fehl, wenn renz der Frau nicht allgemein zum Druck auf puau h«mH
gewisse elsaß-lothringische Abgeordnete damit die Erwerbmogllchkeiten und zur Enttvertung » ärgern. In der Tat soll der Abgeordnete der nationalen Arbeitskraft ausartet. Denn hier die Mtttellung gläubig ausgenommen
llegt die Gefahr der sozialen Entwicklung,I haben und dadurch in große Erregung veffetzt die die Frau gewalltätig in den Kampf ums worden fein. Ernsthaft ist natürlich das Ge- Dafein mit hineingerissen hat. rücht nicht zu behandeln, wenn auch anderer-
Der „Verband Kaufmännischer Vereine" seits die Vermutung naheliegt, daß eine AuS- rrblickt ein haupffächliches Mittel zur sozialen zeichnung des Kanzlers bevorsteht. Welcher Art Einördnung der Frauenarbeit in ben Rahmen diese Auszeichnung allerdings sein wird, biewi " -----— ■ - > abzuwarten, aber es laßt sich sehr wohl denken,
daß sie auch in etwas anderem als in einem Grafentitel bestehen kann. Im Zusammenhang damit sei noch erwähnt, daß Fürst Bülow, der Vorgänger des Herrn von Bethmann Hollweg, der, als er zum Staatssekretär ernannt, wurde, noch ein einfacher Herr von Bülow war, den Grafentitel vor elf Jahren im Juni erhielt, nachdem das Deuffche Reich mit Spanien den Vettraa über die Abtretung der Marianen und Karolinen abgeschlossen hatte. Die erbliche Fürstenwürde wurde dann später dem Grafen von Bülow am sechste» Juni neunzehnhundertfünf nach Abschluß der Handelsvetträge verliehen. Es ist nicht einzusehen, warum Herr von Bethmann Hollweg nicht genau so glücklich sein sollte, tote der einstige Herr von Bülow. Uebrigens ist der „Kanzler mit der glücklichen Hand" gestern auch vom Unglück gestreift worden: Er wäre beinahe das Opfer eines Wagenunfalles geworden. Telegraphisch wird ■ uns darüber berichtet: