Nr. 146. — 1. Jahrgang.
Casseler Neueste Nachrichten
r Paris, 26. Mal.
ainnt am 9. Juni ein Kursus. — Aktuar B o ll-
An Marotto-MSrchen?
(EigeneDrahtmeldung.f
wurde die Feuerwehr nach der Sedanstraße gerufen. wo in einem Hause ein Gardinenbrand su löschen war. — Der Stenographen-
areifendes Drama, und .Was geschiebt mit unseren Alten", ein soziale? Drama. Außerdem werden aktuelle, humoristische und Naturaufnahmen aezeigt.
A Das Repertoire des RestdenztheaterS. Am heutigen Freitag gehen die mit großem
Stadttheater in Erfurt als Käthi auf Engagement.
A Kleine Taaeschronik. Gestern weilten eine Anzahl Studenten in unserer Stadt, die von Göttingen nach hier einen Ausflug unternommen batten. — Am Sonnabend abend
A Wiege und Grab. In der 20. Jahreswoche (vom 14. bis 20. Mai 1911) vefltarben nach den Mitteilungen des städtischen Statistischen Amtes in Cassel 47 Personen (gegen 31 in der Parallelwoche des Vorjahres). Darunter waren acht (im Vorjahre vier) Kinder im ersten Lebensjahre. Unter der Gesamtzahl der Sterbefälle waren einer durch Scharlach, einer durch Diphtherie und Kroup, einer durch Typhus, zwei durch Tuberkulose, zwölf durch akute Krankheiten der Atmungsorgane und einer durch Brechdurchfall, Magen- und Darmkatarrh (darunter ein Kind im ersten Lebensjahre) verursacht. Einen gewaltsamen Tod erlitten drei Personen. Die Zahl der Lebendgeborenen betrug (in der vorhergehenden Woche): 85 gegen 84 in der gleichen Woche des Vorjahres.
Schulzeugnisse ausgestellt werden sollen, darüber zu entscheiden, bleibt den Schuldeputationen oder Schulvorständen überlassen. Urteile über häuslichen Fleiß sind nur, wo es nötig erscheint und alsdann in der Form besonderer Bemerkungen zu geben, die ouck Anerkennung treuen Fleißes bei geringem Erfolge enthalten sollen.
A „Reservelokomotivführer". Die Eisenbahnverwaltung hat verfügt, daß den geprüften Lokomotivheizern die Dienstbezeichnung .Reservelokomotivführer" künftig vier Jahre nach Ablegung der Prüfung sunt Lokomotiv- ührer beizulegen ist. wenn sie diese Bezeichnung dann noch nicht auf Grund ihrer Überwiegenden Beschäftigung im Lokomotivführerdienst erhalten haben. Bezüglich der Einstellung und Ausbildung von Bewerbern für den Lokomo- tivdienst sind die Eisenbahndirektionen besonders angewiesen worden, dafür zu sorgen, daß nur völlig geeignete Personen zum Lokomotiv- dienst zugelassen werden. Es ist in jedem Falles vor der Einstellung genau zu prüfen, ob die!
A Die zweite Wanderung des gewerblichen Lehrlinasheims. Am nächsten Sonntag findet der zweite diesjährige Ausflug des gewerblichen Lehrlingsheims statt. Es ist eine Fußwanderung durch die Söhre vorgesehen, bei der Fortbildungsschullebrer N i e h o f f und Mittelschullehrer Schmidt die Führung übernehmen werden. Die Schüler treffen sich um 8 Uhr morgens am Unterneustädter Kirchplatz. Jedem Lehrlinge ist Gelegenheit geboten. ohne bedeutende Kosten sich an diesen von dem Vorstände des Lebrlinasbeimes eingerichteten Tagestouren zu beteiligen und auf diese Weise seine engere Heimat kennen zu lernen.
A Sckanlbetrieb durch Vereine. Aus Mißmut über die Erhöhung der Bierpreise verlegte ein Gesangverein in 91. seine Singabende von der Gastwirtschaft in eine Privatwohnung kaufte durch seinen Vorstand Bier und Spirituosen im Großen für Rechnung des Vereins ein und verabfolgte die Getränke den Mitgliedern an den Vereinsabenden nahezu zum Einkaufspreise. Dieses Verfahren betrachtete die Polizeibehörde als Verletzung der Reichsgewerbeordnung sowie des Gewerbesteuergesetzes Der daraus entstandene Strafprozeß durchlief alle Instanzen und endete schließlich beim Kammergericht damit, daß der Vereinsvorstand der Verletzung der Reichsqewerbeordnung durch Betrieb eines unkonzessionierten Getränkeausschanks für schuldig erachtet, von einer Verletzung des Gewerbesteuergesetzes indessen
Ser heutige Reichstag.
(Telegramm unseres Korrespondenten.) ** Berlin, 26. Mai.
Letzte Telegramme.
(Rach Schluß der Redaktion eingegangen.)
mann beim Königlichen Amtsgericht wurde mit rückwirkender Kraft zum 1. April nachträglich tum Gerichtssekretä r,ernannt.
A Das Wetter om Sonnabend. Der amtliche Wetterbericht sagt für den moraigen Sonnabend für Hessen-Nassau folgende Witterung voraus 5 Vorwiegend heiter, höchstens vereinzelt Gewitter. Wetteraussichteu für Sonntag sind vorläufig günstig.
Sie neuesten Sport-Katastrophen.
(Eigene Drahtmeldungen.)
gf Mailand, 26. Mai.
Eine große Menschenmenge hatte sich gestern am Ziele der Radfahrt „Rund um Italien" angesammelt, um die Radfahrer zu begrüßen. Fünfzehn Personen waren auf eine in bet Nähe befindliche Mauer gestiegen. Diese r13NIid) ei« und begrub unter rhern Trümmern eine Anzahl Personen Ein Knabe wurde tot hervorgezogen, zwei andere Personen wurden sterbend nach dem Hospital gebracht. Außerdem erlitten zwanzig Perso- neu schwere Verletzungen, während fünfzig andere mit leichtern Verletzungen da- vonkamen.
1 v faU- «yiu i.
I , Der Berliner Korrespondent des „Erze!« sior" meldet seinem Blatte: Ich höre im Augenblick, daß zwischen Frankreich und Deutschland in Bezug auf die Marokko- frage schon vor vierzehn Tagen ein Ueber- etnlommen abgeschlossen worden ift: Frankreich hat Deutschland wichttge ökonomische Vorteile versprochen und dafür von Deutschland die Zusicherung völliger AktionSsrei- beit in Marokko erhalten. Präsident FallisreS hat (wie es in dem Telegramm wei- ter heißt) Herrn von Kiderlen-Wächter seinen Dank durch Ueberweisnng eines Tafel-ServieeS aus Sevre-Porzellan ausgedrückt. Das Tele- gramm schließt mit den Worten: So erklärt d»es alles das Ende der „pangermanistischen Champagne m der Marokkofrage". (Die Meldung darf wohl mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Siehe auch den heutigen Leitattikel: „Randbemerkungen".)
A Was Cassel zablen muß. Nachdem der Kommunallandtag in seiner Sitzung am 11 März die Erhebung einer Bezirkssteuer von zehn Prozent des umlagepflicktigen Steuersolls für das Etatsjahr 1911 beschlossen hat, M nach Beschluß des Landesausschusses vom 28. April die Verteilung dieser Bezirkssteuer im Betrage von 966 234.03 Mark auf die Stadt- und Landkreise des Regierungsbezirks Cassel erfolgt. Danach hat der Stadtkreis Cassel 304 071,30 Mark, der Landkreis Cassel 30 749,87 Mark zu zahlen.
/X Argentinische Auszeichnungen. Vom Minister der öffentlichen Arbeiten der argentinischen Revublik wurden aus Anlaß der Internationalen Ausstellung in Buenos-Ayres folgenden Angestellten der Firma Henschel und Sohn „Diplome ehrenhafter Erwähnung" zuteil: Den Oberinqenieuren Ricke und Beit- k am p, den Werkmeistern Pfordt und Sommer und dem Schlosser Zindel.
A Ein Bcleidigungsprozeß. Der Mittelschullehrer R. war im Januar in einem Prozeß gegen den Kaufmann M. als Belastungszeuge aufgetreten. In diesem Gerichtstermin ließ sich M. dazu hinreißen, den Lebrer durch eine Aeußerung zu beleidigen. R. stellte Strafantrag und erwirkte in der heutigen Strafkam- mcrsitzung, daß Kaufmann M. wegen schwerer Beleidigung zu drei Monaten Gefäng- n i s verurteilt wurde.
A Brötchendiebe an der Arbeit. Am Him- melfahttstage wurde das Hans Schillstraße 17 von Brötchendieben heimgesucht. Nickt nur die Brötchen und Backwaren, sondern auch ein Teller mit Kuchen wurde gestohlen. Die Brötchenbeutel hat der Dieb ebenfalls mitgenommen.
A Studienreisen. Die hiesige königliche Kunstgewerbeschule unternahm in diesen Tagen eine dreitägige Studienreise nach Hannover und Hamburg. Auch die Bürgermeister des Landkreises Cassel machten unter Führung des Landrats am letzten Montag einen informatorischen Ausflug über Veckerhagen nach der Sababurg und Beverbeck. Die Rückfahrt erfolgte über Hofgeismar.
A Der Handwerkertag in Hofgeismar. Für den neunten Vertretertag der Innungen, Handwerker- und Gewerbevereine des Bezirks der Handwerkskammer des Regierungsbezirks Cassel und des Fürstentums Waldeck, der (wie wir schon mitteilten) am 18. Juni in Hofgeis- mar-im. Saa e des Hotels „Hessischer Hof" stattfindet, ,st nachstehendes Vortragspro- ausgestellt worden: Vortrag mit Licht- bildern über Handwerk und Heimatkunst. Red- ner ist Oberlehrer Dr. Goebel aus Cassel. Vortrag über die Lage der Heimarbeiter, Rach- teile der Heimarbeit für den Handwerkerstand Abhülse der vorliegenden Mißstande. Redner: Schneidermeister Rupp aus Niederzwehren. Vortrag über das Damenschneider-Handwerk und die Ausbildung der weiblichen Lehrlinge. Rednerin: die Damenschneiderin Frau H o l z a p s e l aus Cassel, ^ortrag über die Bedeutung und die Notwendigkeit der Kallulation für das Handwerk un- ter besonderer Berücksicktigung der ständig wachsenden Geschäftsunkosten. Redner: Tisch- lerobermeister Kniest aus Cassel. Vortrag über die Notwendigkeit der Beseitigung des Paragraphen 100 g der R. G. O. Redner- Bäckermeister B i l s i n g, Cassel.
einige kleinere Vorlagen, boninter bas Gesetz Sic fieirtiBtWummer umfoBt 12 Stiten.
betteffenb bte Gewährung außerordentlicher | —--------- . —'
A Die Niederlegung eines Stabtverorbne- tenmandats. Ein verdienstvoller Stadtverorb- neter, Architekt und Bauunternehmer Friede, hat infolge Ueberhäufung mit Arbeiten fein Stadtverordneienmandat (vorbehealtlich der Genehmigung des Kollegiums) niedergelegt. Herr Friede gehörte auch der verstärkten Bau- kommiffion und der gewerblichen Kommission an.
A Aus der Lust gegriffen; Zwei hiesige Zeitungen bringen die aufsehenerregende Meldung eines Berichterstatters, daß gestern auf der Fulda das zwischen der Grauen Katze und Spiekershausen verkehrende Fährboot umgeschlagen und etwa zwanzig Personen ins Wasser gestürzt, jedoch glücklich gerettet sein sol- Wie uns das Bürgermeisteramt in Wolfsanger mitteilt, hoben die eingeleiteten Recherchen ergeben, daß die Nachricht vollständig aus der Luft gegriffen ist.
A Ein Schülerselbstmord. Am Mittwoch Egen hatte sich der zwölfjährige Schüler Richard I.. Sohn des Werkmeisters I.. Hart- wigstraße 22, heimlich aus der Sckule entfernt. Alle Nachforschungen nach dem Kinde blieben erfolglos. Im Laufe des Mittwochs fanden einige Personen am Fulda-Ufer unterhalb des Hafens Strümpfe und Schuhe und machten, da sie von dem Verschwinden des Knaben Kenntnis hatten, den besorgten Eltern von dem Funde Mitteilung. Der Vater suchte in Gemeinschaft mit einem Bekannten sofort die ^ulda an jener Stelle ab und fand nach htrs'-r Zeit einen Leichnam, in dem er seinen vermißten Sohn erkannte. Der Knabe hatte die Bürgerschule in der Weserltraße besucht und war em fleißiger Schüler. Vor einigen Tagen ist er aeimpft worden und soll von dieser Zeit an sehr erregt gewesen feilt. Da sonst keine Ver- onlassunacn zu der Tat vorlaaen, bringt man den Selbstmord des Knaben mit diesen Sachen in Zusammenhang.
» «ryllings- und El-
terttooenb, in dem ein Vortrag über das Kaufmannslehrlingb gehalten 1 - dem von dem Ortsverein ver-
sandten Einladungsschreiben wird ausgeführt: Wie zahlreiche Krelsvereine unseres Bcrban- CrwG?/»fN Städten Deutschlands mit bestem Erfolge solche Lehrlingsabteilungen eingerichtet haben, so wollen auch wir hier in Cassel settA$rc-U$ die kaufmännische Jugend burdj Einrichtung von Vortrags- und Unter- haltungsabenden, durch Abhaltung von Fach- und Sprachunterricht, durch gemeinsame Wan- dernugen tu unsere herrliche Umgebung, durch Fußball- und Gesellschaftsspiele, zusammenzu- sie so vor verderblichen Einflüssen nach Möglichkeit zu schützen.
jreigefprochen wurde. Das Kammergericht stellte sich auf den Standpunkt, die Novelle zur Ge- werbeordnung vom 6. August 1896 ziele durch Hmzusugung der Absätze 5 und 6 in § 33 dar- auf ab, den Schankbetrieb der Vereine auch dann von einer behördlichen Erlaubnis abhängig zu machen, wenn er nicht gewerbsmäßig erfolge, wenn also die Vereine nur den bim«
®jnu6 von Getränken für ihre Mitglieder "Stollen. Deshalb bedürfe auch der nichtge- ^bsmaßige Getränkeausschank der Vereine wrl«, Schankkonzession und sei ohne eine solche nrhmtn« ““re »47 1 bet Reichsgewerbe-1
demGewer^Eeuero^/«^ *5^? mit Leiegraphen-Affistenten bei ber
fXn k-7 ^„euergesetz. Nach § 5 desselben Staatsbahn. Bisher war den im Bahnhofs-, SBeidne6 bie ^uTiÄ“” “A "nterworscn Abfertigung§- und Bürodienst voll beWW MitgNeber an Leben/^k??“ Bedürfnisse ihrer ten Telegraphisten durch Ablegung einer genständen su anderen Ge- versönlichen Prüfung Gelegenhett gegeben,
Vereine fatzunasa^U bezwecken, wenn diese durch Verleihung einer Assistentenstelle in den Verkehr und tatsächlich ihren mittleren Staatseisenbahndienst zu gelangen,
nen Gewinn^u^f^^deyb^schränken und lei- Ein neuerer Erlaß beS Ministers von Breiten- auch dnT Werten««« Mitglieder verteilen bach verbesserte die Anstellungs- und Beförde- gesammeltenauS dem Gewinn an- rungsverhältniffe der noch vorhandenen Tele- Mr den Fag unter die Mitglieder graphisten nicht unwesentlich. Es ist nämlich
der ^.uflofung ausschließen. Trotz angeordnet, daß die voll beschäftigten Sriegnu
aber mußte vhisten schneller wie bislang zur Ausbildung
den eiaenen "Ä^,^»u^ die Zukunft dennoch und Prüfung zum Assistenten heranzuziehen einer actetzmädwen'^^b 'n Ermangelung sind. Ferner sollen geeignete Telegraphisten einer geietzinaßlgen Schankkonzession einstellen m größeren Telegraphenbüros ohne Zugmelde- 'Tor a kaufmännischen Jugend. I dienst als Aufsichtsbeamte bestellt und ihnen
des Verbandes deut- ohne die förmliche Prüfung für den mittleren gehilfen veranstaltet am kom- Dienst Assistentenstellen verliehen werden. In Sn..™»« „V?3, abends 6 Uhr, im Palais- letzterem Falle führen die Telegraphisten die t/rnAf.Ll i Lehrlings- und El- neue amtliche Bezeichnung .Telegraphenassi- ----- ™ “ Leuten". Die Telegraphenassistenten tragen die
Dienstkleidung der Eisenbahnafsistenten.
A Trübe Zeiten für Militäranwärter. Der „Reichszollbeamte" bringt in seiner letzten Nummer eine Notiz, nach der wirklich trübe Zeiten für Militäranwärter herrschen. Die drei größten deutschen Verwaltungen, Staatsbahn, Post und Zoll, nach denen sich bisher alljährlich der Hauptstrom der Militäranwätter richtete, haben ihre Pforten zeitweise geschlossen oder sind im Begriff, dies zu tun. Die mittlere Laufbahn bei der preußischen Staatsbahn ist bereits seit längerer Zeit gesperrt nur auf dem Wege über Unterbeamtenstellen, wie Schaffner usw., ist dort ein Einrücken inmi11lere Stellen möglich. Bei der R e i ch s p o st steht die zeitweise Sperrung unmittelbar bevor und auch bei der Zollverwaltung soll eine zeitweise Sperrung der Anmeldelisten wegen allzu großen Andrangs zu erwarten sein.
S> London, 26. Mai.
Der Aviatikerfchüler Benfon, der gestern abend einen Eindeckerauffkieg unternahm und eine Höhe van 200 Fuß erreichte, wollte im Gleitflnge niedergehen. Der Abstieg erfolgte aber zu steil und der Apparat sauste mit größter Geschwindigkeit zur Erde nieder und ging vollständig in Trümmer. Benfon wurde tot unter dem Motor hervorgezogen. Er hatte das Genick gebrochen und die Leiche wies furchtbare Verstümmelungen auf.
A Die Fürsorge für entlassene Strafgefangene. Die Hauptversammlung der Zenttalstelle für Gesangenen-Fürsorgewesen in der Provinz Hessen-Nassau (die ihren Sitz in Cassel hat, wird am Dienstag, den 30. und am Mittwoch, den 31. Mai, in Fulda abgebalten. Die Zentralstelle wird in einer öffentlichen Der-, - - „ „----- ----- „ _
sammlung. die Dienstag, den 30 Mai abends Beifall aufgenommenen Novitäten „Erster 7!/2 Uhr, in dem Saal des „Bürgervereins" Klasse" und „Die Neuvermählten" wieder in stattfinden soll, nach einer Ansvrache des Bor- Szene. Der Sonnabend bringt eine Wieder- sitzenden, Generalleutnants z D Leo- Cassel bolung von EsmannS Lustspiel „Vater und zwei Referate, bringen, einen Vortrag des Sohn". Für die Freilichtbühne bereitet Direk- Domkapitulars Stoff- Fulda über Die Ge- tor Vorbau bie Hofmannstal'sche Tragödie fangenen-Fürsorge eine soziale Pflicht" und "Elektra" vor.
einen Vorttag des Staatsanwalt Dr Ro- Aus den Kinos. Man schreibt unS: senseld-Berlin über „Der Vorentwurf des Das Metropol-Theater (Lichtbildbühne deutschen Sttafgefetzbuches und die Gesänge- ^ere Königsstraße 64 L Eta.) bringt ab nen-Fürsorge". Am folgenden Mittwoch, Sonnabend. den 27. bis einschließlich DienS- morgens um 10 Uhr, findet dann noch eine ge- ^g, den 30. Mai ein hervorragendes Großschlossene Sitzung der Zentralstelle der Einzel- ftadtprogramm zur Vorftihrung. Besonders vereine,und der kirchlichen Behörden statt, in «-rwabnen ist: „Die Laune einer Dollarprin- der wichtige, den Ausbau der Gefangenen- . Kunstfilm, großes kinernatorgraphischeS Fürsorge betreffende Fragen erörtert und die -ustspiel, ferner „Getreu bis in den Tod , er» entsprechenden Beschlüsse gefaßt werden sollen. " * * “lx ““
A Die Schulzeugnisse an den Volksschulen. Während bisher noch in vielen Orten des Regierungsbezirks Cassel die Schüler der Volksschulen zu Ostern und Michaelis ohne Schulzeugnis blieben, hat nunmehr die Königliche Regierung, Abteilung für Kirchen und Schulsachen. verfügt, daß von Ostern 1912 ab in allen Volkss chulen unseres Bezirks, in denen es bisher noch nicht gescheben ist, den Schülern und Schülerinnen der Mittel- und i Oberstufe zu Ostern und Michaelis ?ereJn -®1 0Me ««® eröffnet, wie aus dem schriftliche Schulzeugnisse überI Mutigen Auzeioentett ber -Casseler Neueste Führung, Aufmerksamkeit und Leistungen in .achrickten ernchtlich, am 30. Mai wieder den einzelnen Lehrfächern gegeben werden. Ob ~ne? angerfurfu? nach dem System für die der Unterstufe angehörenden Kinder Siolse-Lckrev. Auch in Niederzwehren be-
hos Charlottenbura Selbstmord versucht, indem sie sich vor bte Räber eines Zuges warf. Sie würbe zur Seite gestoßen unb erlitt W”e Verletzungen. Sie wmche i« bedenklichem Zustanbe ins Krankenhaus ge- bracht.
Bewerber hinsichtlich ihrer praktischen Besähi- E“n|L-*Jrer bisherigen dienstlichen unb außer- . Führung sowie nach ihren Sckul-
kenntniffen sür den Dienst gut geeignet sind. Es empfiehlt sich, die Schulbildung durch An- ferttgung schriftlicher Prüfungsarbeiten festzu- ü^en. Behufs Ausbildung zum Heizer sind die Bediensteten geeigneten Lokomottvführern zuzuteilen. Ergibt sich hierbei, daß sie nicht in Cder Hinsicht für den Lokomotivdtenst geeignet sind, so find fie aus diesem Dienste zurückzuziehen und den Werkstätten zur Weittrbeschäfti- gung zu überweisen.
A 2>ie Telegraphen-Affistenten bei ber
ßchen Gewässern werden solgende Bestimmun- zen bet Beginn ber Badesaison wieder in Er- innerung gebracht: Das Baden in der offenen Fulda ist nur am „Damm" auf der umfriedigten Strecke erlaubt, Kinder unter zwölf Jahren dürfen auf diesem Platze nicht ohne Aufsicht Erwachsener baden. Verunreinigungen und Beschädigungen des öffentlichen Badeplatzes und seiner Einrichtungen sind strafbar. Das Baden außerhalb des umfriedigten Platzes ist wegen tiefer Löcher und starker Strömung fehr gefährlich. Hieran mochten wir die Mahnung an alle Erwachsenen knüpfen, namentlich der Heranwachsenden Jugend Hie strenge Innehaltung dieserBestimmungen ansHerz zu legen. Die am „Damm" vorgekommenen Unfälle sollten einem jeden zur Warnung dienen.
A AuS Cassels Hoftheater. Am heutigen _ -----
Freitag abend 7'/ Uhr kommt G. v. Mosers Die Verzweiflungstat einer Witwe.
Lustspiel „Der Veilchenfresser" zu ge- Berlin, 26 Mai (Vrivatteke.
Aufführung. Die Titel- g ramm.) Gestent abend hat die Witwe eimS .xCIr -Uberti. Am Sonnabend geht I Landgerichtsrates im Alter von fiebzig Jahren „Alt-Heidelberg" in Szene In dieser infolge seelifcher Depresfionen ans dem Bahn. Vorstellung gastiert Fraulein Storm vom hos Charlottenbura Selb «mord ««nX
Der Flug am vberrhei«.
Frankfurt (Main), 26. Mai. (Tele- flra?Mf*e ®ielb«ne.) Hirth ist mtt e e als Passagier in Main, um 5 Uhr 40 Minuten gelandet. Er fuhr von dort um 6 Uhr 27 Minuten ab und landete hier um sieben Uhr. Er ist durchschnittlich in 180 Metern Höhe gefahren und hatte mit böigem Winde zu kämpfen.
Wieder eine Schüler-Tragödie!
Plauen, 26. Mai. (Privattel». gramm.) Heute morgen nach fünf Uhr stürzte Üch ein fechzehnjähriger HandelSfchÜler ttomenä "an der Prinz August-Brücke In bie Fluten. Das Motiv der Tat ist in Angst vor I Strafe wegen Unhöflichkeit zu fuchen.
Erdbeben im Süden.
Paris, 26. Mai. (Privaitele- gramm.) Rach Meldungen aus Korfu wurden auf der Insel Santa Maura, sech- ^8 Kilometer von Korfu entfernt, gestern zwei Erdstöße wahrgenommen. Der angerichtete Schaden ist sehr bedeutend. Drei Personen wurden durch einstürzende Gebäude verletzt. .
Eine Aviattterin abgestürzt!
Paris, 26. Mai. (Privattele- gramm.) Aus dem Flugmeeting bei Gail- larsurtarn stürzte gestern die Aviattterin Niel ab. Der Apparat schlug um und die Fliegerin wurde aus einer Höhe von zehn Metern abgeschleudert und erlitt erhebliche Verletzungen.
Bedrine in Madrid gelandet!
Madrid, 26. Mai. (Privattele. gramm.) Der Teilnehmer an dem Fernfluc Paris-Madrid, Bedrine, ist heute morger sieben Uhr fünfundvierzig Minuten hier g e landet. Die Fahrt ging glatt von statten Flieger und Flugzeug sind in bester Berfaffun, angekommen. Bedrine wurde von einer vie» köpfigen Menschenmenge jubelnd begrüßt.
Ein JubiläumS-Drama.
Zabrze, 26. Mai. (Privattele. gramm.) Bei dem Silberjubiläum beS bie- sigen LehrervereinS würbe ber Feftrebiier Hauptlehrer Machura, mitten in feiner Red, von einem Schlaganfall getroffen. Er war aw ber Stelle tot.
_________________Sonnabend, 27. Mai 1911.
Diäten an bie Mitglieder beS Reichstags für bie Zeit einer etwaigen Herbsttagung. Die EntfchSbigung bettägt im ganzen 700 Mark. In ber Debatte wandten sich die Red- ner der Linken, namentlich Bebel, Müller- Meiningen und Baffermann sehr fcharf gegen „bie beS Reichstags unwür- dige Motivierung beS Gesetzes durch bie Re- gierung". Die Vorlage würbe schließlich in erster unb zweiter Lesung erledigt. Der Reichs- tag trat sodann in die dritte Lesung der elsaß. lothnngischen BersaffungSvorlage ein. Die so- zilademokratische Fraktion hat in einer heute Dormittag^ ab gehaltenen Sitzung beschlossen, sür die Vorlage in allen ihren Teilen zu stlmmen.