Nummer 144
L. Zahrgang
GOlerUeuesle
Csffrlrr Wbendzeitung
tzespsche pdmdzntung
Fernsprecher SSI und 952.
Mittwoch, den 24. Mai 1911
Fernsprecher 951 und 952.
Feuer und Erde
Nach einer in den letzten Tagen verblei-
tetett Meldung hnt » .7» V «u r k . rX. "T wr neu ergeoen, aver
äwä hä steiÄ«*-'•
Der Kaiser und die Fenerbestaiiung. (Von unserem Korrespondenten.)
tc5W stch«n,°tuvdp°-r
^;?rucIeTet- ®etlQB “■ gerttnCT «-rn-nmg- SW, Fri-drichstratz- 16,
tungsvorlage auch der Einäscherung verstorbener aktiver Militärpersonen nichts mehr im Wege stehe. Damit hat der Kaiser kundgegeben, daß er auch persönlich gegen diese Reform der Bestattung nichts einzuwenden hat. Diese Kundgebung ist um so auffallender, als der Kaiser in frühem Jahren ostentativ jede Teilnahme an Feuerbestattungsfeierlichkeiten a b - gelehnt hat. So sollte vor etwa fünfzehn Jahren, als der verdiente General von
grober Gefahr sein und einen schweren Kampf zu bestehen haben, wenn die Revolution ausbricht. Im Norden sind viele Regimenter der Republik zugetan und ihr treu ergeben, aber
kein Verlaß. Die Leitung der Vorbereiungen zur Revolution ruht in den Händen von drei Männern, die dem Volk unbekannt sind. Sie treffen alle Vorbereitungen und bewaffnen die Königstreuen zum Kampfe für eine Wiederaufrichtung der Monarchie. Jeder Mann, der der monarchistischen Partei angehört, ist dank den getroffenen Vorbereitungen in wenigen Stunden kampfbereit. Es sind genügend Waffen und Munition vorhanden und unter die Führer der Bewegung bereits verteilt.
InsertionSpretst: Die s-ch«gespaltene Zeile für einheimische Seichtste 15 Pfg, für auswärtige Inserate 25 Pf., Reklamezeile für einheimische Geschäfte 40 Pf., für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Ttratze ö Berliner «ertretung: SW., Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV., 676.
ntentc zu dem vernichtenden Schluß: Der Plan ist .umgekehrter Größenwahn"; der Deutsche Rundflug ist bei dem heutigen Stand der deutschen Flugtechnik, und solange das menschliche Nervensystem nicht durch zolldicke Drahtseile ersetzt werden kann, unausführbar!
Damit ist ausgesprochen, was die Besonnensten unter den Volkgenoffen schon beim Auftauchen des Plans andeuteten: Die Möglichkeit eines wirklichen, schätzenswerten Gewinns für die Sache der Aviatik ist aus solchem .Flugrummel nicht ersichtlich; dazu ist weder Anlage, noch Leistung, noch Wirkung angetan. Es bleibt eine Sensation, und wenn's gut geht, funkelt aus tausend Mühen und tollster Lebenspreisgabe für einen Tag ein Schimmerfünkchen flüchtigen Effekts auf. Kann im Ernst Derjenige, der sich hier nicht .mitzubegeistern" vermag, als „rückständig" gelten? Erfüllt er nicht vielmehr die unabweisbare Pflicht des Warners? Man täusche doch nicht sich und andere: Die ganze sensationelle Mache derartiger Veranstaltungen liegt dem deutschen V o l k ch a - ralter nicht, sie wirkt (trotz der Nervenveit- schung) verflachend, und beeinträchtigt den schönen, ruhigen Ernst, mit dem jederzeit wiffen- schaftliche und technische Fortschritte angestrebt und erreicht zu haben, bislang Deutschlands Ruhm war. Wenn unser Land vor Kata- strophenbewahrt bleiben soll, wie sie am letzten Unheil-Sonntag Frankreich heimsuchten, dann muß es sich vor dem Geist hüten, der wohl suggestive Macht hat, aber nichts zuwege bringt, an dem sich reine Freude empfinden läßt. Deutschland war stets das Land der Denker und Dichter, der Grübler und Philosophen, nie aber die Heimat Barnums, und wir hoffen, daß es deutschem Volkempfinden auch nie zur Gewohnheit werden wird, rechtschaffne Arbeit., und den Ernst ruhigen, sichern Strebens dem tüchtigen Effekt sensationhaschender Phantasmen zu opfern. Das Drama von Jffy ist ein : düstres Menetekel für das Zeitalter des Höhenrauschs, und man kann nur das Eine noch München: Daß die Ernüchterung mit nicht zu . schweren Opfern erkauft werden möge!
** ,
Sachtmeier, der am deutsch-französischen Kriege in ruhmreicher Weise teilgenommen hatte, gestorben war, der Flügeladjutant des Kaisers an den Beerdigungsfeierlichkeiten teilnehmen. Nachdem aber bekannt geworden war, daß diese Zeremonie in einem Krematorium stattfinden würde, unterblieb die Teilnahme des Flügeladjulanten. Späterhin hat der Kaiser allerdings seine Ansichten geändert und sich dann wiederholt bei ähnlichen Anläffen vertreten lasten. Andere Fürstlichkeiten, die sich zum evangelischen Glauben bekennen, sind dem Kaiser vorangegangen. So besanden sich der König von Württemberg und der
Großherzog von Sacksen-Weimar mit den Vertretern der Bundesstaaten im Leichengefolge bei der Feuerbestattung des Prinzen Georg von Sachsen-Weimar, eines nahen Verwandten des Königs von Württemberg. Die Leiche des Prinzen wurde in der Friedhofskavelle in Stuttgart eingesegnet und der letztwilligen Verfügung des Verstorbenen entsprechend in einem Krematorium beigesetzt.
Im Leichengefolge befanden sich auch drei Herzöge von Württemberg aus der katholischen Linie des Hauses, die nach dem Tode des jetzigen Monarchen zur Regierung kommt. Tie drei Herzöge nahmen zwar an der Einsegnung teil, verließen aber, als man sich dem Krematorium näherte, den Trauerzug. Diese Kundgebung wurde damals viel bemerkt. In diesem Zusammenhang verdient noch folgender Zwischenfall erwähnt zu werden: Vor zehn Jahren starb der General von Tdlander in München, der, obgleich Katholik, einem Verein für Feuerbestattung anaehörte. Das Heilige Officium hatte bekanntlich durch Dekret aus dem Jahre 1886 allen Katholiken verboten, Mitglieder von Feuerbestattungsvereinen zu sein und durch letztwillige Verfügung ihre Feuerbestattung zu veranlassen. Die Verwandten des Ge-
Lissabon, 23. Mai. (Telegramm un- 'VJt K°r"spondenten.) Die Lage in Ejiorto, wo der Generalauöstand andauert, gibt Anlaß zu ernsten Befürchtungen. Die Ansstän- "ro^e,”' °®c *n ben Hafen einlaufenden eoiiffe zu plündern und wollen um jeden Preis b'« Verladung der Schiffe hindern. Dir nach ..Porto bestimmten Dampfer werden einige be,r ^ste vor Anker gehen. Wie zuverlässig verlautet, hat die Monarchistenbe- "*•**'’ ” Sports ihren Sitz und es werden „ *JuS afle Vorbereitungen getroffen, ee (ofl auch geplant sein, in Oporto das erste Zeichen zum Begmn der Revolution zu
Höhen-Rausch.
Randbemeickungen zum Jffy-Drama.
Die Sensation hat ihr Opfer: Frankreich trauert, die Welt fühlt aufrichtiges Mit- und die Tollkühnheit menschlichen Hohenrausches zieht weiter ihren Weg. Ueber ün™ Sterbende, Opfer und Sühne! Der Wettslug Paris-Madrid, die phantastische Ausgeburt eines auf wilde Sensation gestimmten H'rns, wird fortgesetzt, unbehelligt durch die niederschmetternde Erkenntnis, daß das Drama von Jffy lediglich als Folge unverantwortlichen Leichtsinns zu betrauern ist, eines Leichtsinns, der sträflicher scheint wie ein Verbrechen wider das Leben. Warum erschwerte auf der weiten Ebene von Jffh-les-Molineaux eine ungeheure Menschenmenge den Kürassieren die Aufrechterhaltung notdürftigster Ordnung, warum führte man die beiden als Ehrengäste anwesenden Minister auf den gefahrbedrohten Abflugplatz? Weil es galt, die Stunde möglichst sensationell zu gestalten; weil man um jeden Preis, selbst unter Außeracht- laffung der Gebote elementarer Vorsicht, einen beispiellosen .Effekt" erhaschen wollte, der der Eltettelt gallischer Rationalisten schmeicheln, die Welt zu staunender Bewunderung vor der Kühnheit fränkischen Geistes zwingen sollte. Die Hand des Schicksals hat hart und schwer die Schuld gesühnt, und es bleibt nur zu beklagen, daß als Opfer des Dramas zwei Männer fielen, um die die Welt aufrichtig trauern darf, umso aufrichtiger, als nicht der Wille und das Gesetz der Natur des Schicksals Hand führten, sondern der Leichtsinn und die Sensation, die mit Menschenleben spielten.
Diesseits der Vogesen hören wir einen Trost rm Leid: Herr von Tschudi, der Direktor der Deutschen Flugplatz-Gesellschaft, hat erklärt, daß innerhalb der dreifarbnen Reichsgrenzpfähle eine Katastrophe von der erschütternden Wucht des Jssy-Dramas nicht möglich sein werde, da hierzuland in den vom Luftschifferverband herausgegebnen Instruktionen die Absperrungsmaßregeln besonders berücksichtigt feien. Der Trost ist zwar schwach, aber wir wollen dennoch zuversichtlich hoffen, daß Herrn von Tschudis Ueberzeugung sich bewährt. Aber auch bei uns würde man gut daran tun, die in der Pariser Katastrophe liegende Warnung nicht in den Wind zu schlagen: Auch bei uns ist in die aviatischen Pläne und Vorführungen in neuerer Zeit ein nachgrade bedenklich sensationeller Zug hineingetragen worden. Als ob eine ruhige, geräuschlose Entwicklung grade mit d i e s e m Problem des technischen Fortschritts sich nicht vertrüge! In der ehedem unerhörten Begeisterung für die Zep- pelin'schen Luftschiffe ist allerdings schon seit geraumer Zeit ein Rückschlag zu verzeichnen, und es wird jetzt allgemein anerkannt, daß die preußische Militärverwaltung mit ihrem, dem Drängen nach immer neuer Anschaffung von starren Luftkreuzern toiberftrc6enben Stand- Punkt bag Richtige getroffen hat. Der Reichstag braucht über biefe Sache kein Wort mehr zu verlieren: Die Erfahrung hat die Zweckmäßigkeit ruhigen Abwartens und stiller Entwicklung erwiesen und der Höhen-Rausch hat einige Dämpfung erfahren.
Wesentlich anders verhält sich's aber mit der Betätigung der Flugmaschinen-Piloten Einer von ihnen (er ist mittlerweile selbst ein Opfer des Höhen-Rauschs geworden) hat den kennzeichnenben lwörtlich verbürgten) Ausspruch getan: .Wir müssen immer wieder außerordentliche Leistungen versuchen, um das Interesse des Publikums anzustacheln und zu Tausendmarkscheinen zu kommen." Muß schon solche Sinnesrichtung bei offen Freunden gediegner, nicht durch Zufall oder Sprunghaftigkeit erzielter sportlicher Entwicklung Kopffchütteln verursachen, so fordert die reklamesüchffge Art der Ausschreibung bw Flugwettfahrten, die unter Verheißung chender. die Spender' gleichsam mit bengalischem Lichte überrieselnder Geldprämien erfol
gende Anlockung von Luftviloten zu tollkühn erscheinenden Leistungen noch in böberm Grade die Kritik heraus. Wer die Tollkühnheit stachelt, spielt immer mit dem Leben, höhnt die natürlichen Wertgesetze des Menschendaseins und sündigt wider die der Allgemeinheit zukom- mende Rücksichtnahme auf das natürliche Empfinden der Lebensschätzung. In einem berliner Blatt wurde jüngst auch der geplante .Deutsche Rudflug" von diesem Standpunkt aus kritisch gewertet, und der Ernst-Prüsende (ein geschätzter Fachmann und Sachverständiger) kam dabei nach Sichtung aller technischen und Zufall-Mo-
' schon sichtbare Zeichen von Alters- ■ schwäche vorhanden. Es ist in letzter Zeit ■ öfters vorgekommen, daß der Kaiser bei der ' Arbeit e i n g e sch l a f e n ist. Diese Zustände sind durch die Anstrengungen und Aufregungen der letzten Zeit verschlimmert worden; auch sollen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Monarchen und dem Thronfolger auf da s Befinden des Kaisers ungünstig ein* gewirkt haben. Es steht nahezu fest, daß der Kaiser in diesem Jahre zum erstenmal seinen Sommeraufenthalt nicht in Ischl, sondern in einem Orte des österreichischen Südens nehmen wird, und zwar ist diese Notwendigkeit eingetreten infolge der ungünstigen Wendung im Befinden des greifen Kaisers. Es ist in unterrichteten Kreisen auch kein Geheimnis, daß man sich in der Umgebung des Monarchen ernste S o r g en um den Gesundheitszustand des Kaisers macht, wenn auch in den offiziösen Verlautbarungen alle diese Tatsachen geflissentlich dementiert werden, um im Lande keine Beunruhigung aufkommen zu laffen.
Jas Zrama von M.
Nach der Katastrophe.
(Eigene Drahtmeldungen.)
Aus Paris wird uns depeschiert: In den nächsten Tagen werden sich die Minister am Krankenbette Monis versammeln, um über die wichtigsten Regierungsgeschäfte zu beraten. Die gegenwärtige Regierungsmajorität möchte unter allen Umständen eine Ministerkrise vermieden wiffen. Das körperliche und seelische Befinden des Ministerpräsidenten war am gestrigen Abend zufriedenstellend. Er war ieberfrei und hat mehrere Stunden geschlafen. Monis unterhielt sich bei großer Geistesflarheit mit dem Unterstaatssekretär Constant über die marokkanischen Angelegenheiten. Der Tod Berteaux' konnte Monis noch nicht mitgeteilt werden, man fürchtet, daß die Aufregung darüber sein Befinden verschlimmern würde. Man hat dem Ministerpräsidenten nur mitgeteilt, daß Berteaux schwer verletzt sei. Die im Kriegsministerium und im Ministerium des Innern ausgelegten Kondolenzbücher sind mit Unterschritten fast völlig bedeckt. Alle bekannten Persönlichkeiten haben sich eingetragen, und die diplomatischen Vertreter fremder Regierungen erscheinen andauernd im Ministerium, 1,r,t sich nach dem Befinden des Ministerpräsidenten zu erkundigen. Aus aller Welt laufen noch fortgesetzt Kondalenztelegramme ein
t nerals wandten sich deshalb an die zuständige '■ Dompropstei in München mit dem Ersuchen, ■ die Leiche einzusegnen. Dieses Gesuch wurde : abgelehnt. Als aber die Verwandten des Ver- storbenen damit drohten, daß sie sich an die protestantische Geistlichkeit zwecks Einsegnung der Leiche wenden würden, gab das erzbischöfliche Ordinariat in München nach und segnete die Leiche im Trauerhause ein. Begründet wurde die Ausnahme damit, daß es sich um einen verdienten General und im übrigen um einen treuen Sohn seiner Kirche handle, -in-
Bor der Revolution?
Die Pläne der portugiesischen Verschwörer.
(Eigene Drahtmeldungen.)
Depeschen aus Lissabon zufolge gibt die Lage in Portugal zu er n st e st e n Besorgnissen Anlaß und man rechnet in politischen Kreisen allen Ernstes mit dem nahe bevorstehenden Ausbruch einer Gegen-Revolution, deren Hauptstützpunkte offenbar die nördlichen Provinzen sind, in denen die Monarchisten seit Monaten eine intensive und offenbar auch erfolgreiche Tätigkeit entwickelt haben. Ueber die augenblickliche Lage berichtet uns ein Privat-Telegramm aus
$ Lissabon, 23. Mai.
Die Unsicherheit in der Hauptstadt wächst von Tag zu Tag. Raubmorde und Einbrüche sind an der Tagesordnung, und die Behörden erweisen sich den gefährlichen Zuständen gegenüber machtlos. Der Ruf nach fremdem und speziell britischem Schutz ist allgemein und viele Bürger verlangen ausdrücklich die Intervention einer fremden Macht. In Oporto ruhen die Geschäfte fast vollständig, und man berichtet von tödlichen Zusammenstößen zwischen den ausständigen Arbeitern und Militär. Die Zollhäuser werden schon seit einigen Tagen ton der republikanischen Garde bewacht, da man täglich einen Ueberfall auf sie fürchtet. In vielen Städten wird die Arbeit durch die Ausständigen, die ein scharfes Auge aus Streikbrecher haben und den Arbeitgebern jeden möglichen Schaden zuzufügen suchen, vollständig lahmgelegt. Ueberall sind Unruhen ausge- brochen. die an Ausdehnung zunehmen. Viele Portugiesen verlassen Oporto und begeben sich in fremde Länder. Die vielen Anhänger der royalistischen und klerikalen Partei werden in
Der Greis auf dem Thron.
Kaiser Franz Josef erkrankt!
(Eigene D r ah tmeldung.)
... Die Gerüchte über eine ernste Erkrankung des greisen Kaisers Franz Fokek von ni*t verstummen, trotzdem Bon offiziöser Leite wiederholt alle Meldunaen über eine angebliche Erkrankung des Kaisers bementtert worden sind. Gestern hi4 in einem offiziösen Telegramm «us döffö (wo Kaiser Fran, Josef sich fnmeU S- mn«;, -h»1 Achtzigjährige erfreue sich besten ® ™ r!" E»egen;atz hierzu steht indessen e*n® Meldung von zuverlässiger Seite aus Wien, in der es heißt: 9 <sette
... Wien, 23. Mai.
Das Befinden Kaiser Franz Josefs ift nirfw so zufriedenstellend, wie offiziöse Meldung?» besagen. Es sind allerdings keine akuten Krankheitserscheinungen zu bemerke», aber doch
8fin Brief Train's.
(Privat-Telegramm.)
Ser Aviatiker Train und fein Passagier Bonnier, die den Unglücksapparat steuer- ten, der den Kriegsminister Berteaux tötete, sind gestern nachmittag int Ministerium des Innern gewesen, um sich in die Kondolenzliste einzutragen. Sie hinterließen gleichzeitig einen Brief an den Ministerpräsidenten Monis, der folgenden Inhalt hat:
Sehr geehrter Herr Konseil-Präsideni! In der ersten Erregung über das entsetzliche Unglück war es uns nicht möglich. Ihnen den tiefen Schmerz zum Ausdruck zu bringen, der uns ergriffen hat. Jetzt, wo wir uns von dem Entsetzlichen ein wenig erholt haben, beeilen wir uns. Ihnen den Ausdruck unterer tiefsten Ergebenheit auszusprechen. Wir verbinden damit den aus innerstem Herzen kommenden Wunsch auf Ihre baldige Wiederherstellung. Gestatten Sie uns. Herr Präsident, daß wir Ihnen nochmals den Ausdruck unserer tiefsten Ergebenheit und unserer größten Verzweiflung kundgeben.
Im Anschluß daran meldet uns ein Privat-Telegramm aus Reims: Auf dem benachbarten Flugplatz von Dethenh hat sich gestern ein neuer Fluaunkall ereignet. Der bekannte Flieger B a r d e a u stürzte mittags ans beträchtlicher Höbe mit seinem Apparat herab. Sofort berbeiaeeilte Hilfsmannschaften zogen den Verunglückten vorsichtig unter den Trümmern seines Apparats hervor. Bardeau, der eine Schulter gebrochen batte, war ebne Bewußtsein und mußte in die Klinik von Reims überführt werden. Sein Zustand gibt zu Besorgnissen Anlaß.
Mimsterkrise in Sicht?
(Eigene Drahtmeldung.) Die Frage, welche parlamentarischen und politischen Folgen der Tod des Kriegsministers Berteaux und die Erkrankung des Ministerpräsidenten Monis haben werden, wird in Pariser politischen Kreisen lebhaft erörtert. Die Ansichten der Abgeordneten ind geteilt; während die einen wissen wollen, daß ein Kabinettwechsel nicht not-