s«r. 140.
Erster Jahrgang-
Lsflrlrr Meuestk Mschrichren
1. Beilage.
Freitag, 19. Mai 1911.
19)
Glied . .
Unaufhörlich krachten die Salven der Ver- kale und Hyänen strichen scheu durch das
Achtung!
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Die um das Fort herumliegenden Leichen von Menschen und Tieren gingen rasch in Ver- wesung über und verbreiteten einen ekelhasten Geruch. Am blauen, wolkenlosen Himmel schwebte eine Schar Aasgeier und ließ sich mit Wildem Gekreisch auf die Leichen nieder. Scha-
gestern berichteten) gilt in erster Linie der Frage, ob Düsseldorf wegen seiner Lage auch in Zukunft Standort eines Luftkreuzers sein kann. Graf Zeppelin macht dies von dem vollständigen Umbau der Halle abhängig. Er verlangt zwei Einfahrten, ein Gleis, auf dem das Luftschiff aus- und eingefahren werden kann und eine Verbreiterung der Tore. Es soll, wenn die Stadt diesen Wünschen entspricht, Mitte August das neue Luftschiff, das zurzeit in Friedrichshafen im Ban ist, nach Düffeldorf gebracht werden.
Vorwurf im Ton und durchbohrende Schärfe im Blick, .Müller, Sie haben sich schon einmal einen strengen Tadel zugezogen ... im Jahre 1837.“ Aber wie war das erklärlich, da Müller doch erst erheblich später das Licht der Welt erblickt hatte? Einfach so: Der brave alte Herr war beim Wälzen seines Büchelchens in die alsche Generation geraten; jener festgenagelte Tadel galt Müllers gleichnamigem Großvater, den er auch schon unter der Fuchtel gehabt, und so rächten sich bei ihm die Sünden der Väter bis ins dritte und vierte
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Schuld und Geduld.
Vom Angiück rrft Lieh' ab dir Schulst, Was übrig bleibt, Trag in Geduld! stom.
Speere und Keulen schwingend, unter Geheul und Geschrei auf die Station zu.
.Ruhig zielen und feuern“, rief Henning seinen Leuten zu.
.Feuer!“ ertönte das Kommando. Die Salve krachte; man sah einige der Feinde einen hohen Luftsprung machen und zusammenbrechen. Die anderen stießen ein schreckliches Geheul aus und verschwanden in dem hohen Grase.
Jetzt aber quoll es über die Anhöhe her- bor — Reiter auf struppigen Pferden, nackte, wilde Erscheinungen, lange Flinten in den Fäusten schwingend; dazwischen Fußgänger mit Speer und Keule bewaffnet — Buschmänner aus der Kalahari-Wüste, dunkelschwarze Damara-Reger aus den Felsenwild- niffen, zerlumpte Bastards — das ganze räuberische Gesindel, welches an der Grenze der Kolonie hauste, schien sich zu diesem Zuge vereinigt zu haben.
Wie uns aus Düsseldorf berichtet wird, oll das verunglückte Luftschiff „Deutschland“ nun doch vollständig abmontiert und die einzelnen Stücke nach Friedrichshafen gebracht werden. Die Kabine und die Motoren tnb eventuell noch verwendbar, während alles andere abmontiert und zur Ein - chmelznng nach Friedrichshafen geschickt wird. Der Sturm, der gestern nachmittag bei einem Gewitter emsetzte, hat den Ballon noch weiter beschädigt. Die Anwesenheit des Grafen Zeppelin (über die wir bereits
ßntsasende Liebe.
Roman, von O. Elster.
(Nachdruck verboten.)
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Ämter Merlri.
Erbsünde . . .
Ludwig Fulda plaudert in der .Gartenlaube“ über seine Schulzeit und gibt bei dieser Gelegenheit einige lustige Schulerlebmssc zum besten. So erzählt er: Da war zuM Beispiel ein würdiger Greis im Silberhaar, ebenso grundgelahrt wie rechtschaffen, der die entlegensten Winkel der antiken Welt kannte wie seine Rocktasche, und, aus tiefstem Schlummer gerüttelt, sofort imstande gewesen wäre, die sämtlichen Konjekturen zum Taeitns beliebig von vorwärts oder rückwärts herzuzählen. Dieser Patriarch wirkte an unserer Bildungsstätte schon seit vorgeschichtlicher Urzeit und mochte seine fünfzig Dienstjahre bereits auf dem Rük- ken haben. Man konnte sich nichts Einschläfernderes denken als den Unterricht,den er gewissermaßen mit einer unsichtbaren Nachtmütze aus dem Kopfe erteilte. Er besaß nun bei aller sonstigen Gutmütigkeit die peinliche Eigenschaft des Nachtragens, dergestalt, daß er nicht allein ein zerschlissenes „Büchelchen“ von ansehnlicher Dicke immerfort bei sich trug, sondern in diesem schwarz aus weiß gespeichert die ge- satnten Verfehlungen der unübersehbaren Reihe seiner Scholaren. Hatte nun einer von uns Unglückswürmern was angestellt, so blätterte er sorgfältig darin nach, nm zu ergründen, ob dessen Führungsliste schon vorbelastet sei. „Müller!“ begann er dann, vernichtenden
Ein Bastardhäuptling, dessen bärtiges Gesicht ein breiter Hut beschattete und der eine lange Flinte über dem Haupte schwang, ritt an der Spitze der Schar, welche sich mit wildem, gellendem Gekreisch gegen die Station heranwälzte.
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Bor vierzig Fahren.
Zwei kleine Episoden ans dem Kriege gegen Frankreich, der vor vierzig Jahren zu Ende ging, stellt ein Leser einem Hamburger Blatt zur Verfügung. Er erzählt: Wir hatten nach einem längeren Marsch in einem kleinen Ort ziemlich gutes Quartier gefunden und (war die Hauptsache war) gutes Essen. Beim Herumstö- bern in den Gärten fand ich ein Bienenhaus. Sorgsam hob ich die Stöcke, um ihre Schwere zu prüfen. „Ha, der Stock war gut.“ Etwas Schwefel war bald gesunden und schnell machten wir uns ans Ausschweseln. Zum Glück hatte ich gerade ein Paket bekommen, worin sich unter anderm Weißbrot befand. Also: Weißbrot mit Honig! Aber ein etwas zu „Hungriger“ hatte eine Biene mit an den Mund geführt und die Oberlippe schwoll infolge der Berührung des Insekts stark an. Es war jetzt also eine Entdeckung unserer verbotenen Tat zu befürchten. Wir schlugen ihm vor, er solle sich krank melden. Der Arzt untersuchte ihn. maß ihn mit dem Thermometer und stellte schließlich ... G e s i ch t s r o s e fest! In einem anderen Quartier fanden wir. wie meistens, reichlich Wein. Es wurde tüchtig gezecht bis in die Nacht hinein. Ein Leutnant und fein Bursche, die in einem Zimmer schliefen, kamen etwas unsicher ins Bett; sie legten sich nämlich beide in dasselbe, ohne es zu bemerken, der eine mit den Füßen beim Kovk des andern. Plötzlich sagte der Leutnant: „Meyer!“ . . . „Herr Leutnant!“ . .. „Es liegt jemand bet mir im Bett!“ ... Bei mir auch, Herr Leutnant!“ ...„Dann werfen Sieden Kerlraus .. .!*
Henning wußte, daß die Bastards und Hottentotten während des Tages kaum die Station offen angreifen würden. Sie kannten die mörderische Wirkung der Repetierkarabiner und wußten, daß die wohlbefestigten Stationen von mutigen und tatkräftigen Männern verteidigt wurden.
Station Rietfontän war außerdem so angelegt, daß sie etwa tausend Meter vor sich freies Schußfeld hatte, während sie sich im Rücke» an steile, kaum ersteigbare Felsen anlehnte. Wohl verproviantiert und mit Waffer versehe», konnte man einem Angriff schon ruhig entgegensehen.
Das einzige.Bedenkliche lag in der Mög
lichkeit, daß die Feinde die Quelle, welche die Station mit Wasser versorgte und die etwa zwanzig Minuten entfernt in dem Gebirge entsprang, entdecken und ableiten konnten. Zwar' war stets ein gefüllter Wafferbehälter in der kleinen Festung, ober der Verbrauch an Wasser war auch der Pferde wegen ein sehr großer. Ohne Wasser hätte man sich kaum einige Tage halten können, wenn man nicht die Pferde opfern wollte.
Doch vorläufig war an eine solche Möglichkeit noch nicht zu denken. Wenn sich die Hottentotten erst einmal blutige Köpfe bei einem Angriff auf die Station geholt hatten, würden sie recht bald wieder verschwinden.
Langsam und träge schwanden die Stunden dahin. Schon glaubte man, daß die wilden Horden von einem Angriff Abstand genommen hätten, als gegen abend an zwei Stellen einer das Schußfeld begrenzenden Geländewelle kleine Dampfwölkchen aufstiegen und zwei schwache Knalle vernehmbar wurden.
„Unsre Patrouille hat geschossen, Herr Leutnant!“ rief Wilhelm.
Im nächsten Augenblick erschienen auch schon Sergeant Müller und die drei Reiter auf dem Kamme der Bodenwelle, schoffen nochmals ihre Karabiner ab und jagten in gestrecktem Galopp auf die Station zu.
„An die Gewehre!“ ertönte das Kommando Hennings, während er selbst an das Tor eilte, um Sergeant Müller und seine Leute zu empfangen, die soeben von ihren dampfenden Gäulen sprangen.
‘ „Die Khauas sind uns auf den Fersen. Herr Leutnant“, meldete der Sergeant. „Wohl zweihundert Mann stark — die Hälfte beritten —, sie planen augenscheinlich einen Ueber- fall.“
Haben Sie unsere Hererokundschasier nicht gesehen?“
„Rein. Herr Leutnant!“
„Die Schurken! Sie sind wahrscheinlich ent» 'flohen!“
Da tauchte ein dunkelbrauner Körper aus dem hohen Grase auf. Es war einer der zu- rückkehrenden Hereros.
„Sie kommen“, flüsterte er kn seinem schlechten Englisch dem Offizier zu. „Wie die Schlangen schleichen sie heran ... da — da sind sie!"
Keine zweihundert Schritt von der Station entfernt erhoben sich plötzlich etwa hundert wilde, halbnackte oder mit Lumpen und Fellen bekleidete braune Gestalten und stürzten, ihre
Das Ni Düsseldorf zerstörte Luftschiff .DeuMland".
„Wir könne» nicht effen!"
Die Dresdener Hygiene-Ausstellung, dir tn ’o umfassender Weise einen Ueberblick über alle sanitären Bestrebungen der Welt bietet, hat auch der Hygiene der Ernährung einen großen Raum zugewiesen. Wie wichtig gerade diese Frage ist, beweist auch ein Vortrag, den der Doyen der medizinischen Fakultät von Paris, Professor L a n d o u; v, in einer von der wissenschaftlichen Gesellschaft für ErnäbrnngS- hygiene veranstalteten Versammlung in Paris gehalten hat. Auf Grund eines gewaltige» Zahlenmaterials und umfangreicher Erperi- mente wies der Gelehrte nach, daß die Menschheit bisher in einer der wichtigsten LebenSfra- gen, der Ernährung, sich völlig dem Empirismus überlassen hat, daß eine Wissenschaft der Ernährung überhaupt noch nicht existiert. Der Mensch hat sich bisher viel mehr für die nährnna der Tiere als für seine eigene interessiert. Man kann die Menschen in zwei Klaffen teilen, in solche, die nicht zu effen betitelten, und effen, ohne zu wissen waS, und in folcste die es wissen oder wissen müßten (Phvsio- loqen und Mediziner), und die sich ebenfalls nicht bnmm kümmern, was sie effen. Nach Lan- douzys Ansicht hat man den Stickstoffverbin- dnngen bei der Ernährnna bisher eine viel zu große Rolle eingeräumt. Eine rationelle Reoe- fuug der Ernährungsfraoe wird auch zur Lösung der sozialen Frage beitragen; darauf hinzuwirken bat sich denn auch die französifche wissenschaftliche Gesellschaft für Ernährungs- Hygiene zur Aufgabe gestellt.
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Dickicht, die Gelegenheit zu ihrem ekeln Mal erspähend, und in der Ferne zeigten sich dann und wann kleine Trupps der Wilden, die mit gierigem Auge nach der kleinen Station hinüberlugten.
Ein verlorener Posten schien diese kleine Festung in der Wildnis- zu sein, aber in der Brust der tabfern Soldaten schlug ein männliches Herz — die Hand faßte die Flinte fester, und kühn blickte das Auge der kommenden Ge- ahr entgegen.
Da traf eine Botschaft ein. welche Henning mit der größten Besorgnis erfüllte.
„Die Wafferleitung verfagt, Herr Leutnant,“ meldete Sergeant Müller. „Die Hallunken scheinen uns die Quelle abgegraben zu haben.“
(Fortsetzung folgt.)
teidiger, viele der wilden Gestalten brachen nieder, aber unaufhaltsam flutete der Strom weiter heran. Die Geschosse klatschten gegen die Umwallung — die Speere sausten über die Köpfe der Verteidiger hinweg und blieben zitternd int Erdboden haften oder zerbrachen an der Steinmauer der Station.
Fünfzig Schritt war die wilde Schar noch entfernt, da kommandierte Henning „Schnellfeuer!“ — und nun prasselten die Geschosse den Anstürmenden entgegen, daß diese stutzten und sich stauten, wie ein reifes Aehrenfeld, in welches der Hagelsturm hineinsaust.
Zahlreiche Tote bedeckten den Platz, unter Geheul schleppten sich die Verwundeten zurück, die Fußgänger tauchten urplötzlich in das hohe Gras nieder and die Reiter jagten zurück, hinter der Geländewelle verschwindend.
Der erste Ansturm war abgeschlagen, und Leitning hoffte, daß die Feinde sich an dieser Lektion genügen lassen würden. Von seinen Leuten waren nur einige leicht verwundet worden.
Die Nacht brach heran. Die Hoffnung, daß die Feinde sich ganz zurückziehen würden, erfüllte sich nicht. Einige der ausgesandten Hererokundschafter kehrten mit der Nachricht zurück, daß sich die Gegner in weitem Bogen um die Station lagerten, und daß eine Abteilung in das Gebirge geeilt sei, um der Besatzung, falls sie sich zurückziehen wollte, den Rückweg abzuschneiden.
Henning entschloß sich, mehrere Kundschafter »ach der nächsten Station zu senden und um Unterstützung zu bitten. Dann wollte er den Feind im offenen Felde angreifen und ihn in die Kalahari-Wüste zvrücktreibeu.
Gegen Morgen wiederholte sich der Ansturm der Angreifer. Dieses Mal drangen sie bis an die Umfassungsmauer vor, die einzelne von ihnen erkletterten.
Ein wütendes Handgemenge entspann sich — Mann gegen Mann wurde gekämpft, bis Sergeant Müller mit einer kleinen Schar, die er ans dem Hintern Tor geführt hatte, den Feinden in den Rücken fiel, die bann in der Meinung, es mit einem neuen Gegner zu tun zu haben, erschreckt davon flohen.
Der Kampf war schwer gcwesenund hatte der kleinen Besatzung zwei Tote und mehrere Verwundete gekostet. Henning sah nicht ohne Besorgnis dem kommenden Tag entgegen, der ebenso wolkenlos und glühend heiß anbrach wie die vorhergegangenen.
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Serie I II III IV V