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Die ,6afielet Neue»« Nachrichten" erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar ab end S. Der LbonnementSpreiS beträgt monatlich SV Pfg. bet freier Zu. stellsng ins Haus. Druckerei, >8erlag u. RedoMon CchlachthoMtaß« 28/30. SerBner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon. Amt IV. 676.

festgestellt.

rOW«

Die

Ende des römischen Reichs.

nach. Wiederholt bestach er Mörder, um sich

Aourbvils Ber-ällgnir.

Schicksalsgeschichte eines Königshauses. (Von nnserm Korrespondenten.)

** Madrid, 6. Mat.

landwirtschaftliche Betrieb wurde durch neue Maschinen gehoben, eS wurden Wohnungen für die Arbeiter gebaut, kurz: Aus einer Wüste wurde durch beträchtliche Mittel ein rentables Gut geschaffen, und Cadinen wurde ein wert­voller Besitz. Daß die angeblichen Erbansvrüche Dritter an das Gut irgendwie auf rechtlichen Forderungen fußen, erscheint ausgeschlossen, denn die Rechtslage wurde seinerzeit, bevor der Kaiser das Geschenk annahm, einwandfrei

Der Kaiser und ßahinen.

Das Geschenk eines Landrats.

(Von unserm Korrespondenten.)

Durch den (von uns telegrapisch berichteten) Zwischenfall bei Genua, wo die angeblichen Erben des Landrats Birkner dem Kaiser wegen des Gutes Cadinen mehrere Do­kumente in den Wagen warfen, um ihre Erb- ansprüche zu beweisen, ist die Aufmerksamkeit der Oeffentlichkeit wieder einmal auf den Er­werb des Gutes von Cadinen gelenkt wor­den. Es werden darum einige authentische Einzelheiten über den Erwerb des Gutes von Cadinen von Interesse sein. Dem Kaiser wurde seinerzeit von dem Landrat a. D. Birk­ner, der mit seiner greisen Gattin ohne direkte Erben dastand, das Gut Cadinen angeboten, da es völlig verschuldet und ziemlich verwahr­lost war. Dies Angebot erfolgte im November 1897. Der Kaiser, der Geschenke grundsätzlich ablehnt, sobald Erben vorhanden sind, ließ sich über die einschlägigen Verhältnisse erkundigen und erfuhr, daß das Gut an sich in dem jetzigen Zustand nur ein sehr geringes Vermögensob- jekt darstelle, und daß Gefahr bestehe, daß es in polnische Hände übergehen werde, da der jetzige Besitzer es nicht halten könne. Run handelt es sich um einen alten Besitz desDeut­schen Ritterordens", der mit diesem Gute im Jahre 1442 den Ritter Hans von Baisen be­lieb. In dessen Familie verblieb das Güt viele Jahrhunderte. Um nun dem bisherigen Besitzer, dem Landrat Birkner, einen Gegen­wert zu verleiben, der das greise Ehepaar vor den Sorgen des Lebens bewahren sollte, nahm der Kaiser im Oktober 1898 das Gut unter der Bedingung an, daß der Landrat Birkner und seine Gattin als Ersatz dafür eine sehr bedeu­tende lebenslängliche Jahresrente annahmen, die den Ertrag des Gutes bei weitem übertraf. Das Gut Cadinen, das einen Flächenraum von 1635 Hektar umfaßt, brachte, als der Kaiser es übernahm, nicht einen Pfennig Heber- s ch u ß, sondern es wurde im Gegenteil durch die schlechte Bewirtschaftung und Verwaltung mit einer starken Unterbilanz gearbeitet. Bevor man überhaupt aus dem Gute irgend einen Vorteil hrrauswirtschafien konnte, mutzten alle Einrichtungen erneuert und eine rationelle Be­wirtschaftung unter Aufwendung größerer Mittel eingerichtet werden. Jetzt ist eine Ka­nalisation geschaffen, es ist eine wittschaftlickc Wasserversorgung eingerichtet worden, der

Straßburger Intermezzo.

Die reichsländische Parlamentsaffäre.

(Eigene Drahtmeldungen.)

Wir haben dieser Tage in unserem Leit­artikel:Politik und Pistole" die pein­liche Affäre behandelt, die aus einer Kritik des Abgeordneten Blumenthal im reichsländi­schen Landesausschuß an dem Verhalten der Polizei in der Lorraine-Sportive-Angelegen- heit herausgewachsen ist, und in die der Metzer Polizeipräsident Baumbach von Kaim­berg und der Kreisdirektor Freiherr von Gemmingen verwickelt sind. Unsere An­nahme. daß die Schuld an dem bedauerlichen Vorfall nicht nur auf der einen Seite der Par­teien zu suchen fei. erfährt jetzt eine Bestätigung durch die Erklärung, die die beiden be­teiligten Beamten in der Presse veröifentlichen. Ein Privat-Telegramm berichtet uns darüber:

-Q: Straßburg, 8. Mai.

Zu der politischen Duellfordemng des Polizeipräsidenten von Metz an den Abgeord­neten Blumenthal erscheint soeben in der Straßburger Post" eine Erklärung des Metzer Polizeipräsidenten Baumbach von Kaim­berg und des Kartellträgers Freiherrn von Gemmingen, in der die beiden Herren dasVer- balten des Abgeordneten Blumenthal, der, nachdem er abgelehnt hatte, für eine Be­leidigung in irgendeiner Art Genugtuung zu gewähren, unter dem Schutz seiner parlamen­tarischen Immunität von neuem versucht habe, in seiner auf Lacherfolg berechneten Rede­weise außerhalb der Versammlung stehende Personen dem Spott der Oeffentlich- keit preiszugeben, als unvereinbar mit der Gesinnung eines Ehren­mannes" bezeichnen. Wir sind (so heißt es in der Erklärung weiter) gezwungen, zum Zweck der Selbsthülfe gegenüber einem sich seiner Verantwortung bewußten und für sein Handeln einstehenden Gegner hier diese Erklärung abzugeben,tocil wir nach dem Vor­ausgegangenen auf eine Bereitwilligkeit des genannten Herrn zur Gewährung einer ange­messenen Genugtuung nicht rechnen können und weil das Präsidium des Landesausschusses, das berufen und verpflichtet gewesen wäre, uns gegenüber den Angriffen eines außerhalb des Hauses nicht verfolgbaren Ab­geordneten zu schützen, dieser Pflicht nicht ge­nügt hat." Die scharfe Sprache der Erklärung gegen das Präsidium des Landesausschusses erregt hier großes Aufsehen, und es ist wahr­scheinlich, daß die Erklärung der Herren von Gemmingen und Baumbach von Kaimberg politische Folgen haben wird, da das Präsidium des Landesausschusses eine Antwort auf die Erklärung nicht schuldig bleiben kann. Es scheint demnach, daß die Affäre viel weitereKreise ziehen wird, als ursprüng­lich anzunehmen war.

Durch die letzten Nachrichten aus der Um­gebung des Königspaares findet das Gerücht Bestätigung, daß der älteste Sohn des Kö­nigs von Spanien mit einem Svracb- unb Gehörfehler behaftet ist. In unter­richteten Kreisen wirst man sogar bereits die Frage auf. ob es nicht an der Zeit wäre, den zweiten Sohn des Königs, den Prinzen Jai­me, an Stelle seines älteren Bruders, als Thronfolger auszurufen. Der älteste Sohn des Königs heißt Alfonso und führt den Titel Prinz von Asturien. Er ist im Mai neunzehn­hundertsieben geboren, mithin in einem Alter, wo ein Kind fähig sein muß, vernünftig zu sprechen. Prinz Jaime ist erst zwei Jahre alt, spricht aber schon klar und flüssig, was die or­ganische Zurückgebliebenheit des älteren Bru­ders noch auffallender erscheinen läßt. Der Prinz von Asturien ist zwar normal gewach­sen. aber er hat ein plumpes, stumpfsinniges Gesicht

ohne Geist und Leben, mit dem eigenartigen Ausdruck, wie er bei Kin­dern zu finden ist, die von Geburt an einen Ge­hörfehler aufzuweisen haben, und wenn es je ein Kind gegeben hat, dem die Gefahr drohte, 'unter den Sünden seiner Väter zu leiden, so ist es unbestreitbar der kleine spanische Prinz. Jahrhunderte des Wahnsinns und der Kor­ruption liegen hinter ihm und Gewalttätigkei­ten und Verbrechen haben die Geisteskraft sei­ner Vorfahren zerrüttet. Verfolgt man die spanische Geschichte ein Jahrtausend zurück, so findet man, daß jede Generation ein Unge­heuer an L astern und Grausamkeit aufzuweisen hatte, wie Pedro den Grausamen von Kastilien. Es ist lehrreich, die Geschichte Spaniens bis auf Karl den Fünften nachzu­prüfen. der eine bei weitem unumschränktere Gewalt ausübte als irgend ein Monarch in der Welt seit dem

den verschwiegnen und idyllischen Salons der ? -Maison Mattiske" regelmäßig Rendezvous

gaben; harmlose Leute, denen die unruhig ha­stende und stampfende Weltstadt nur noch die - Freude bot, hinterm ebenholznem Roulettetifck-

chen das flücht'ge Glück zu kitzeln. Und Herr Mattiske hielt auf Ordnung: Innerhalb der gobelinbehängien Mauern seines Heirn's gab's nur einegeschlossne Gesellschaft", eine Ge- ! meinbe mammon-verzückter, im Wirbel der ' Weltstabtgenüsse blasierter Dekadence-Menschen,

denen der Herr des Hauses und seine blonde ' Assistentin sicher als aufopsernde Wohltäter er-

schienen. Daß Herr Mattiske trotz Fürsorge - und Hingabe auch dem Leben und seinem ka- ; tegorischen Imperativ gebührend Rechnung = trug, war Pflicht, und die Organisation der ESpielbank auf Aktien", aus der dem Priester

des Baccarats der Goldstrom rann, wurde von der Runde der Harmlosen als Zwangsgebot dieser Lebenspflicht geachtet und gewertet. Ein ? Idyll also, vom Goldesglanz wie von den L Strahlen der Abendsonne überglitzert, und be- I lebt durch das nervenprickelnde Knistern blauer | und brauner Banknotenblätter. Bis die Po­ss lizei mit rauher Hand den Traum zerstörte, r Das Gesetz ächtet das Glückspiel, dicht ue- ; ben dem Tempel des Baccarat grauen düstre F Kerkermauern zur Höhe, und wer in edlem E Drang, als Priester stillen Glücks im Winkel, | sich dem Dienst der Nächstenliebe widmet, hört

aus dem Buch der Gerechttgkeit die Stimme - drohenden Verhängnisses. Der Staat als | Wächter über Gut und Böse pfercht den Leicht­

sinn hinters weitmaschige Gatter endlrserStraf- | Paragraphen, bedroht Den, der das Glückspiel | gewerbmätzig übt, mit harter Pön, und ver- | sucht auf diesem, nicht ganz ungewöhnlichen - Wege, der Volkerziehung die Bahn nach oben l zu ebnen: Ein löbliches Streben, wenn k: man anerkennt, daß die staatliche Organisation | ein wohlverstandnes Interesse daran hat, den I »Teufel des Spiels" zu bannen, und das wirt- $ schaslliche Verhängnis der Spielleidenschast 1 durch des Geetzes Härte zu scheuchen; ein [ Kampf gegen Windmühlen anazid | der psychologisch überzeugend zu begründenden

Tatsache, daß das Svielverbot die Leidenschaft i der Hebung nur verstärkt und imgrunde auch die wirtschaftliche Wettriner der Spielopfer

$er Klub der Harmlosen

Glossen zum Berliner Spielerprozetz.

Herr Mattiske, der Priester des Bac­carats in der Berliner Wilhelmstratze, den der Arm der Gerechtigkeit aus den Fängen des Sanatoriums erretten mußte, um ihn der Für­sorge der Justiz zugänglich zu machen, ist sicher keine Zierde seines Metiers, kein glänzender Typ aus dem Märchenreich desGlücks im Winkel", aber er ist (dem Verdienste seine Krone!) zweifellos einer von den rührigen Leuten, die die Spekulation auf den Leichtsinn mit glücklichster Hand betreiben und sich dem | Dienst der Nächstenliebe mit einer Hingabe und [ Virtuosität widmen, die in ihrer geschäftlichen | Inkarnation förmlich rührend wirken. Herr - Mattiske ist wohl auch nicht der Einzige seiner . verschwiegenen Branche: In Berlin-W. und im f Zentrum der Millionenstadt wimmelt's von V stillen Winkeln, wobei einem Wirte wunder- 1 mild" der Leichtsinn froh zu Gaste sitzt und die ss heilige Einfalt den Burgeff und Heidsiek kre- ' denzt. Aber Herrn Mattiske gebührt dennoch der Ruhm, Fortuna so zart in die güldnen 1 Fesseln des Roulette und Baccarat gekettet zu haben, daß selbst die Polizei, frommen Stau- neus voll, ben Argwohn vergaß unb die Sta- i tuten des Mattiske-Clubs der Harmlosen gern t und willig sanktionierte. Herr Mattiske grün­dete dieSpielbank auf Aktten", als deren Ge­neraldirektor und würdiger Repräsentant er : zweifellos eine dankbare (Wenn auch nicht ganz ungefährliche) Rolle spielte, assistiert von einer blonden Siebzehnjährigen, die mit strahlendem L Lächeln die Sorgen der Aktionäre scheuchte.

Eine bunte Gesellschaft; zu bunt eigentlich für die Stille der Wilhelmstraße, deren zau­berhaften Nimbus der Berliner weniger wegen des polittschen Geschäfts, das dort verhandelt wird, als aus Tradition ehrt. Wenn Herr ss Mattiske recht gesehen und die Legittmation seinerKlientel" gehörig geprüft hat, konnte L man in seinem Cirkel die Söhne millionen- schwerer Väter, Leute im bunten Rock (die in­dessen aus Gründen bescheidner Rücksichtnahme auf die Andern im einfacher Bürgerkleide ka­men), Staatsanwälte, andere Beflissene der r Justiz, Trägerinnen stolzer Schönheit und Priesterinnen der Venns begrüßen, die sich in

nicht vermindert, sondern eher erhöht hat. Nur ind (gegen früher) die Formen der Hebung etwas gewandelt, dem freundlichen Interesse des Staatsanwalts angepaßt, und der Spiel­betrieb raffinierter, luxuriöser und damit kost- pieliger gestaltet worden. Das ist der Effekt; angesichts des beachtlichen Ziels fast ärmlich zu nennen und jedenfalls kein Wertstück gegenüber der Tatsache, daß die in mäßigen Intervallen immer wieder aufblitzenden Spiel-Sensationen neben der Verbreitung der Spiel-Leiden- chaft auch die hinterm verschwiegnen Vorhang des Geheimnisses riesenhaft anwachsende wirtschaftliche Gefahr des Braucks in den düstersten Bildern offenbaren.

Herr Mattiske war zwar ein origineller, aber (an der Elite der Kollegenschaft ge­messen) doch nur kümmerlicher Herberger des Glücks im Winkel, und daß er schließlich mit einen Consortialen jäh in die Fallstricke ,es Strafgesetzes geriet, verdankt er lediglich der kleinbündlermäßig-dürfttgen Aufmachung des Betriebs: Fünf Mark pro Aktte sind eine bescheidne Taxe für die Exklusivität eines, hin­ter dickgepolsterten Doppeltüren in der Furcht vorm Staatsanwalt nervös zitternden Clubs, und Herr Mattiske hat von den Tricks der Bac­carat- und Roulette-Priesterschaft sicher nur die handwerkmäßigsten beherrscht, sonst würde er seineKlientel" sorglicher gesichtet haben. Ein Mann dieser alltäglichen Erwerbs-Individu­alität, dessen einziges Hirn-Erzeugnis die Er­findung derSpielbank auf Aktien" im Westen­taschenformat ist, der den Altar des Mammons armeleuteschaft-knickrig leidglich mit dem Zau­ber einer siebzehnjährigen Blondheit garnierte, und im Sammeln nickelnsr Groschen fast noch, emsiger war als im Einscharren blinkender Doppelkronen: Ein Sünder von den Maßen

dieser unbeholfnen Dürftigkeit, der in der Sorge um fein bißchen Schicksal fanatoriumreif wird, und sich von Gendarmen zur Bank der Gerechtigkeit schleppen läßt,erschließt noch nickt die Erkenntis der Größe wirklicher Gefahr. Bei Herrn Mattiske saß der Leichtsinn des Nickels zu Gast; das Verhängnis des Gol­des aber rekelt sich in Polsterpfühlen, die mit der Sphäre des Mattuske-Quartiers nicht mehr zu tun haben, wie der Karrengaul mit dem Ebelroß: Sie haben nur Art und Gattung ge­mein! F. H.

die Hülle schrumpfte zusammen, und der Bal­lon senkte sich schnell aus einer Höhe von drei­hundert Fuß zur Erde. Zuerst schlug et einen eisernen Telegrapenmast um, dann sprang er in großen Sätzen auf das Dach eines Hauses. Ein Fischhändler ergriff ein herabhängendes Seil, wurde aber an dem Seil, ehe er es los­lassen konnte, auf das Dach eines Hanfes ge­rissen. Mit großer Geistesgegenwart hielt sich der Mann an dem Tau fest und rettete sich und die Balloninsassen dadurch, daß er die Leine um einen Schornstein festband. Der in wilden Schwankungen hin und her getriebene Ballon richtete großen Schaden auf den umliegenden Dächern an, Dachbedeckungsteile fielen herab und verletzten mehrere Personen, die 6* als Zuschauer angesammelt hatten. Es gelang chließlich den herbeieflenden Hilfsrnannschas- ten, den Ballon mit seinen Insassen glücklich zur Erde zu holen. $

Zürich,Ä Mai. (Privattelegramm.) Bei einem Ballonausstieg wurde hier gestern ein Ballon gegen die Hochspannleitung eines Fabrikbetriebes getrieben und das Schleppseil verfing sich in den Lettungsdrähten. Sofort schossen elektrische Strahlen aus der 45 000 Volt starken Leitung hervor. In diesem Augenblick 'ick ein Passagier aus dem Korb etwa vierzig Meter tief hinab und wurde am linken Fuß schwer verletzt. Der Verunglückte soll ein deut­scher Offizier fein, der in Konstanz mit dem Ballon aufgestiegen war. Ein vierter Unfall wird aus Schanghai berichtet: Dort stürzte der französische Aviatiker Rene Ballon bei einem Fluge aus bedeutender Höhe ab und blieb tot liegen.

Die neueste« Flieger-Katastrophen

Vier Unfälle in zwei Tagen!

(Eigene Drahtmeldungen.)

Nach einem Privattelegramm aus Neumünster ist dort vorgestern der Flug- technfler Treitschke aus Kiel, der in der Nähe von Neumünster mit seinem Zweidecker manövrierte, auf dem alten Nenmünsterschen Militärexerzierplatz abgestürzt. Das Steuer zerbrach, auck sonst wurde der Apparat beschä­digt, während Treitsckke nur leichte Verletzen gen erlitt. Heber einen anderen Ballonunfall berichtet uns ein Privattelegramm aus

S London, 8. Mai.

In Southfield ereignete sich gestern ein Ballonabsturz, der leicht verhängnisvolle Wirkungen hätte haben können. Eine Gesell­schaft, bestehend aus Hauptmann Maitland,^so­wie mehreren anderen Herren unb zwei Da­men, war nachmittag s in einem Freiballon von dem Gasometer in Wandsworth bei London aufgestiegen, in der Absicht, nach Brooklyn zu fliegen und dort den Acroplan-Dettflug nach Berigth zu beobachten. Als die Flieger bis zu dem Londoner Vorort Southfield gelangt waren, entleerte sich der Ballon plötzlich infolge eines Versehens beim Ziehen eines Ventils,

Die Geschichte hat auf Karl den Fünften einen gewissen romantischen Schimmer geworfen, vielleicht weil in feinen Ländern bewunderns­wette Zentren der Kunst und geistige Kultur erifiierten. Tie moderne' Forschung hat dieses Bild aber gründlich zerstört unb ein anderes aufgerichtet, das den Kaiser als einen u n m ä feigen Genußmenschen erscheinen läßt der zu einer Mahlzeit hundert marinierte He ringe verzehren konnte, die er mit zehn Stiert Bierhinunterspülte". Karls Nacksolger wai sein Sohn Philipp, der finsterste und blutgie­rigste aller spanischen Herrscher. In seiner Ju gend hätte er beinahe sein Leben eingebüßt weil er seine Schwiegermutter mit Sie. bcsanträgen verfolgte. Er vernichtete den drit­ten Teil der heldenmütigen Bevölkerung der Niederlande aus religiöser Engherzigkeit, unb schon als er auf seinem Schmerzens- und To-' deslager ausgestreckt war, dachte er noch über neue

Torturen für seine Untertanen

I. Jahrgang

Csssrirr MrnüMung

Fernsprecher 951 und 952.

Fernsprecher 951 und 952.

Dienstag, den 9. Mai 1911.

3nfertion$preif«: $U sechSgespaltene Zeile für einheimische Geschäfte 15 $f für auswärtige Inserate B Reklame,eile für einheimische S«.

schäft- 40 Pf für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Straß, 5. Berliner Vertretung: SW Friedrichstraße Ich Telephon: Amt IV 67ch

Nummer 131. ___

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