r. Jahrgang
Nummer 112.
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Cssielrr Mencheitung
Freitag, den 14. April 1911
Fernsprecher 951 unb 952.
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Lebens zu sühnen.
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»er Krieg im Marneial.
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aus:
Paris, 13. April.
und die Arbeitskämpfe der jüngsten Zeit haben I hinlänglich erwiesen, wie gefährlich es ist, den gewaltigen Druck dieser Spannung an einer einzigen Stelle auszulösen. Fast in allen sozialen Kraftproben hat sich die Regierung gegenüber der erdrückenden Wucht der Masienge- walt zur Notwendigkeit weitgehender Konzessionen gedrängt gesehen, und sie Wird auch im Winzerkrieg nicht am Zwang versöhnenden Einlenkens vorbeikommen, wenn ihr daran gelegen ist, eine schwere und in ihren politischen Nachwirkungen unabsehbare Erschütterung des sozialen Friedens zu verhüten. Es ist die Tragödie der gallischen Republik, daß sie ihre inneren Kräfte nicht auf ein einheitliches so- I ziales Ziel zu konzentrieren vermag, sondern den Schwankungen des sozialen Kampfs so | völlig unterworfen ist, daß ihr politisches
Gleichgewicht im wesentlichen von diesen Zu-
und drei Regimenter Infanterie zur Verfügung. Die Deputierten des Marnegebiets haben beschloflen, morgen in ihre Departemcnte abzureisen, um zu versuchen, die Bevölkerung zu beruhigen. Auch im Bezirke von Bor d e a u x macht sich unter den Winzern starke Erregung bemerkbar, und man befürchtet auch
gestellte Personen und andere Amtsvergehen vorgeworfen. Die Untersuchung gegen Ha- mond führt der Untersuchungsrichter Drieux. Dieser wird seine Nachforschungen auch auf gewisse Lieferanten des Ministeriums ausdehnen, da Hamond seine Mißbräuche nur im Einverständnis mit diesen betrieben haben haben kann. Es scheint demnach, daß die neueste Skandal-Affäre noch erheblich weitere Kreise ziehen wird. Das bisherige Ermitte- lungsverfahren gegen Hamond hat überraschende Resultate ergeben und belastet auch eine Anzahl anderer Beamten des Ministeriums schwer. In unterrichteten Kreisen befürchtet man, daß die Maimon- und Hamond-Affären die Stellung des MinistersEruppy stark erschüttern werden, obwohl nachgewiesen ist, daß die Verantwortung für beide Affären nicht Erupph, sondern seine Vorgänger im Amt trifft. Hamond ist völlig gebrochen, und heute morgen verlautete, er habe in der vergangenen Nacht im Gefängnis sich erhängt. ES. handelt sich indessen um ein Gerücht, das dadurch entstanden war, daß einige Abendblätter berichtet hätten, man habe es Hamond nahege- lcgt, seine Schuld durch sreiwillige Endung sei-
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und zerstörend durch die Dörfer, bereit, der Opposition gegen eine Zwangsmaßregel der Regierung Gut und Blut zu opfern. Wo die Wogen der Leidenschaft so wild und unheildräuend schäumen, muß in der Seele des Volks tiefster Groll und düstre Unversöhnlichkeit lauern, denn der Massenzorn kocht nur dann em-I por, wenn an vitale Daseinsinteressen feindlich gerührt und dem Nahrungerwerb von rauher Hand die Feste! des Reglements angelegt wird. Das ist auch in Frankreich geschehen, wo durch die Neuabgrenzung der Weinbaudistrikte die Winzer zur Meldung jahrhundertalter und vertrauter Gewohnheiten gezwungen und zu einer, früher» Brauch ächtenden Form der Produktionsverwertung angehaltcn werden sollten. | Die Notwendigkeit der Maßregel ist nicht recht ersichtlich, denn es bestand kein Zwang, am Bestehenden frevelnd zu rütteln, und alten Volksbrauch ohne Rücksichtnahme auf das am Ererbten hängende Empfinden der Masten zu verdammen. Die Winzer im Marnetal fchar- ten sich denn auch zusammen, proklamierten die Heiligkeit und Unantastbarkeit des Ahnenrechts und griffen zum Speer, als die Obrigkeit ihrem Drängen gegenüber kühlen Herzens blieb.
Die .Löffel« Neueste Nachrichten" erscheinen wöchenMch sechsmal und zwar abeüdSt D« AbonnementspreiS beträgt monatlich 60 Pfg. bet frei« Zu. stellung ins Haus. Truck «et. «erlag u. Redaktion: SchtachthoMraße 28/30. Berliner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.
(Eigene Drahtmeldungen.) Depeschen aus Paris zufolge gestaltet sich Lage im Weinbaugebiet ständig bedrohlicher. Das ganze sechste Kürastierregiment ist aus Menehould nach Epernay entsandt wor- den. Ebenso sind vier Schwadronen von Reims in das Weinbaugebiet abgegangen. In Pierrv sind die Keller zweier Weinhändler vollständig verwüstet worden. Bei Gelegenheit der in Av verübten Verwüstungen wurde die dort postierte Kavallerie zwischen zwei Mau- I ern eingeschlossen, sodaß sie nicht einschreiten
den Ausbruch von Unruhen.
Karmittwoch in Wien.
Der Streik der Fleischergehilfen. (Eigene D r a h t m e l d u n g e n.)
Zer Minister im Zuchthaus.
„Sträfling Nummer dreiundneunzig".
(Privat-Telegramm.)
Der ehemalige dänische I u st i z m i n i st e r Alberti, der in den letzten Tagen des vergangenen Jahres wegen seiner MMonen-De- sraudationen zuachtJahren Zuchthaus verurteilt wurde, verbüßt seit drei Monaten seine Strafe im Zuchthaus von H o r s e n s auf Jütland, wo er eine kleine Zelle innehat, und genau nach den strenge^ Vorschriften der Zucht- Hausordnung behandelt wird. Der Direktor des Zuchthauses ist ein früherer Günstling des einst allmächtigen Ministers, der aber seinem Protektor nicht etwa die Haft erleich- I tert, sondern ihn die ganze Härte des Regle- ments spüren läßt. Ein Privat-Telegramm berichtet uns dazu aus
Kopenhagen, 13. April:
Erminister Alberti führt stch im Horsenser Zuchthaus vorzüglich, und er ist, trotzdem er erst drei Monate seiner Strafe verbüßt hat, bereits „befördert" worden. In dänischen Zuchthäusern besteht nämlich eine gewisse Klasseneinteilung. Züchtlinge, die sich gut führen, werden in eine höhere Klasse versetzt, was mancherlei Arbeitserleichterungen und I andere Vergünstigungen mit stch führt. Hält stch der so beförderte Strafgefangene weiter gut, so rückt er abermals in die nächsthöhere Klasse auf, die ihm mehr freie Zeit bringt und ihm für sein verdientes Geld erlaubt, sich Zuspeise, Kautabak und hier und da eine Flasche Bier zu kaufen. Das Aufsteigen in die oberste Klasse hat für den Gefangenen stets einen erheblichen Strafnachlaß im Gefolge. Alberti, der im Zuchthause die „Number dreiundneunzig" führt, war bisher am Webstuhl beschäftigt; er soll aber künftig im Büro der Anstalt beschäftigt werden.
Von der Direktion des Zuchthauses hatte der Exminister die Erlaubnis erbeten, in seinen Mußestunden sich mit der Niederschrift seiner Memoiren beschäftigen zu dürfen. Diese Erlaubnis wurde ihm auch erteilt, und Alberti nutzt nun jede freie Stunde aus, um sich seinem Memoirenwerke zu widmen. Eha- rakteristisch ist auch, daß der ehemalige Minister , sich bei der Beamtenschaft der Strafanstalt auch als Sträfling noch des h ö ch st e n A n s e h e n s erfreut und trotz der Strenge der Hausordnung mit sörmlicher Ehrerbietung behandelt wird. Auch aus dem Lande gehen Alberti zabl- reiche Kundgebungen der Verehrung und An- teilnabme an seinem Schicksal zu.
Fernsprecher 951 und 952.
Zar ZnvasionsGesvenft.
Eine englische Millionen-Armee?
(Von unferm Korrespondenten.^ London, 11. April.
Lord Roberts, der unentwegte Vor- kämpfer für die allgemeine Wehr- pflicht in England, brachte im Oberhaus seinen Antrag auf Schaffung einer großen englischen Landarmee ein, weil .große Bciorgnis wegen der ungenügenden britischen Streitkräfte angesichts der veränderten strategischen Lage in Europa herrsche". Das Oberhaus hat den An- trag mit großer Majorität angenommen, teilt also die Besorgnisse Lord Roberts. Politisch ist dieses Mißtrauensvotum gegen die beite- i hende liberale Regierung bedeutungslos: Der 1 liberalen Reaieruna kann es gänzlich gleich-
Sie Mmvagner-Revolution.
Der Winzerkrieg in Frankreich.
Paris, 13. April. (Privattelegramm.) In der Kammer standen gestern die Winzerunruhen im Champagnerbezirk zur Debatte und nach langer, teilweise dramatisch bewegter Erörterung, wurde mit 226 Stimmen eine der Regierung günstige Tagesordnung anaenommen. Dem Verlangen der Minderheit, daß Ministerpräsident Monis über seine nächsten Absichten in der Winzerfrage Aufklärung erteile, wurde nicht stattgegeben.
Die Zeit der Heimsuchungen will für Frankreich nicht enden: Seine wichtigsten Staatsdokumente werden von flaumbärtigen Jünglingen ahnungslos dem Späherblick raffinierter Spione ausgeliefert; in den Kassen seines diplomatischen Betriebs füllen diebische Hände unergründliche Verbrechertaschen, und im Marnetal, wo des Erdrunds edelster Rebensaft auf sonnbeglänzten Höhen gedeiht, zieht die Revolution der Winzer plündernd
Berlin, 13. Aprfl. (Privat-Tele- gramm.) Gestern abend fand hier eine Versammlung der streikenden Arbeiter der Allge- meinen ElettrizitätSgesellfchaft statt, in der über die weiteren Maßnahmen im Streik beraten werden sollte. Die Versammlung gestaltete sich äußerst stürmisch, und eS erhob sich ein großer Tumult, als die Leitung deS Metall- und TranSportarbeiterverbandeS die Wiederaufnahme der Arbeit empfahl. Bei der schließlich vorgenommenen geheimen Abstimmung wurden neunhundertzwanzig Stimmen gegen und nur zweiundfünfzig Stimmen für die Wiederaufnahme der Arbeit abgegeben. Ter wird also fortgesetzt.
Tie Pariser Sensation.
Finanzchef Hamond im Gefängnis.
(Privat-Telegramm.)
Paris, 13. April.
eierte.
Wie die Revolution der Winzer schließlich enden wird, läßt sich heut noch nicht ab,eben. Ter Konflitt ist neuer, gefährlicher Zündstoff am Pulverfaß der Volk-Erregung, und die Regierung hat allen Grund, die ^rdenichaften der Massen nicht noch mehr zu stacheln, al» es durch die sozialen Kämpfe der legten Jahre ohnehin schon geschehen ist. Frankreichs Volkskessel erzittert heute unterm Druck einet bis zum Aeusiersten gesteiaerten sozialen Kräflefvannuna
fällmkeiten bestimmt wird.
Daß auch diesmal der Anlaß des Grolls sozialer Natur ist, und die Daseinsbedingungen von rund zwei Millionen Menschen I scharf berührt, erhöht die Gefahr, und es ist sicher kein zufälliges Entwicklungsergebnis, daß die fozialen Kampforganisationen (die in Frankreich die Massen dirigieren) im Tal der Marne feit Wochen eine überaus emsige Tätigkeit entfalten. Bereits vor vier Jahren lohte im selben Distrikt einmal der Aufruhr auf, und damals war es die nackte Not des Daseinskampfs, die die Winzer zur Empörung trieb: Die mangelnde Fürsorge der obrigkeitlichen I Instanzen, die den kleinen Weinbauern der Ausbeutung durch großkapitalistische Unternehmungen Preisgabe und auf diefe Weife den bür« I | gerlichen Winzerstand aufs fchwerste gefährdete. Der jetzige Champagnerkrieg hat noch ernstere und tiefere Gründe, und wenn eine harte Hand plump ins Ringen greift, kann sich die Revolutton der Winzer leicht zur nationalen Katastrophe wandeln, zu einem Ereignis geschichtlicher Bedeutung, dessen Spuren nur in jahrelanger Versöhungsarbeit allmählich getilgt werden könnten. Der Krieg der Marne-Winzer wird nicht durch Gendarmen und Dragoner zum Schweigen gebrecht, sondern seine Schwichtigung und die Bannung I verhängnisschweren Uebels wird nur möglich fein, wenn Frankreichs Regierung den hart mit des Dafeins Kümmernissen Ringenden Gerechtigkeit widerfahren läßt. Gefchieht's
I nicht, dann kann aus dem „Krieg um den Champagner" leicht ein Spiel um natio» nale Güter werden, und niemand weiß, wie da die Würfel fallen . . .1 F. H.
Ter Ministerrat hielt gestern abend eine Sitzung ab, die sich von neun Uhr abends bis nach Mitternacht auSdehnte und mit den Vorgängen in der Champagne befchäftigte. Der Ministerpräsident verlas die auS dem Marnedistrikt eingetroffenen Depeschen, nach I denen es in den Abendstunden den Truppen I gelungen war, die Ordnung zum Teil wieder herzustellen, ohne Blut zu vergießen. Insbesondere ist die Ortschaft Av von ausständigen Winzern überflutet. Mehr als zwölftausend Winzer sind in den Straßen deS «einen Ortes verteilt und Scharen von Winzern strömen noch fortwährend zu. Die Menge I mutz fortgesetzt durch Kavalleriepatrouillen auSeinandergetriebcn werden. Nach den vom Präfekten erteilten Auskünften ist ein Regiment Dragoner nachtS elf Uhr in An einge- rückt, ohne daß es zu irgend welchen Zwischenfällen gekommen wäre. Minister Bertcaux berichtete, daß im Lause des gestri gen Nachmittags in der Umgebung von Eper- nay vier Dragoner verletzt worden seien.
Der Ministerrat beschloß, dem Marnepräfekten alle zur Wiederherstellung der Orbnung nötigen Truppenverstärkungen ohne Verzug zur "Verfügung zu stellen. Der Marneprafekt hat augenblicklich acht Regimenter Kavallerie
In Wien sind zu Beginn der Karwoche die Fleischhauergehilfen in den Ausstand getreten, weil die Meister ihnen nicht die geforderten Lohnerhöhungen und besseren Ar-1 beitsbedingungen zugestehen wollten. Nachdem Vergleichsverhandlungen resultatlos verliefen, kam es gestern in mehreren Versammlungen der Streikenden zu ftürmtWen Szenen, und nach Schluß der Versammlungen fanden förmliche Straßenkämpfe statt. Ein ! Spezialtelegramm berichtet uns darüber aus, Wien, 13. Aprril.
Der unter den Fleischhauergehilfen Wiens ausgebrochene Streik führte aestern nachmittag zu lebhaften Unruhen, namentlich im dritten Bezirk, wo die meisten Fleischer wohnen. Die streikenden Gehilfen zogen von Laden zu Laden und holten die noch arbeitenden Gesellen mit Gewalt aus den Geschäften. Dabei kam es zu einem schweren Zusammenstoß mit ber Polizei. Mehrere hundert Personen griffen unter Johlen und Pfeifen die berittene Schutz- ] Mannschaft an, die fchließlich blank zog und gegen die Demonstranten vorritt. Ein berittener Schutzmann wurde vom Pferd gerissen.
I Die Polizei hieb mit blanker Waffe in die Menge ein, und es gelang ihr nur mit großer Mühe, die Straßen zu säubern. Zahlreiche Demonstranten wurden bei den Zu- fammenstößen durch Säbelhiebe erheblich verletzt; zwölf der Rädelsführer kamen in Hast. Die Unruhen dauerten noch während des ganzen Abends an, und wiederholt wurden Polizeipattouillen von den streikenden Gehilfen attackiert. Infolge der gestrigen Vorgänge ist die Polizei im dritten Bezirk erheblich verstärkt worden, um im Fall neuer Exzesse fofort eingretfen zu können. Einige Läden wurden bei den gestrigen Unruhen demoliert.
Der Finanzchef des Ministeriums des Aeu- ßern, Hamond, der wegen der »efrauba-1 Honen im Ministerium feines Amtes entsetzt worden war, ist gestern nachmittag verhärtet worden. Vormittags war er von einer Kommission unter dem Vorsitz des Ministers Cruppy verhört worden. Hierbei stellte es sich heraus, daß die Unterschlagungen Hamonds etwa eine Million Francs erreicht haben. Man legte ihm nahe, sich freiwillig dem Gericht zu stellen und glaubte, er würde Selbstmord begehen. Gegen drei Uhr nachmittags stellte sich Hamond im Justizpalast dem Untersuchungsrichter. Es werden ihm insbesondere Unterschleife bei den Lieferungen für die Bewirtung hoher Gäste, namentlich der Souveräne. Gefälligkeiten gegen hock-
Es ist anzunehmen, daß der Streik vor Ostern nicht beigelegt werden wird, da sich die Meister nach den ersten erfolglosen Vergleichsverhandlungen weigern, mit den Gehilfen weiter zu verhandeln. Die Streuenden sind in den meisten Geschäften durch Gehilfen auS der Provinz ersetzt worden und diese Maßnahme hat die organisierte Gehilfenschaft aufs höchste erregt, sodaß mit der Wahrscheinlichkeit neuer Zwischenfälle zu rechnen ist. Die bedrohten I Läden werden von Polizei bewacht.
Sechs Wochen tobt nun schon der Kampf: In den blühendsten Orten der Champagne re- ben Trümmer und Asche vom Zerstörungswerk entfesselten Volkzorns eine erschreckend deutliche Sprache, und in den ersten Tagen der Karwoche Bat die Regierung sich gezwungen gesehen, Truppen mit blanker Waffe und scharf gelad- nem Gewehr gegen die Winzer-Revolution ins Treffen zu fchicken, lediglich um zu verhüten, daß der Champagnerkrieg zur zügellosen Anar. chie ausarte, und dem Frevel wider die staatliche Autorität stch das Verbrechen an der bürgerlichen Gemeinschaft geselle. Tas Erscheinen der Dragoner und Gendarmen hat aber die erhitzten Leidenschaften nicht nur nicht geschwi-^ tigt, hat vielmehr den Groll noch vertieft, und im ganzen Frühlingtal der Marne loht beut des Aufruhrs Flammenzeichen blutigrot empor Trutzigen Herzens, zögernd, reitet der Dragoner gegen die Menge vor, deren Empfindungen i ^^"»H^"'der'Menge mit Steinen und er teilt und deren Kampf ieinem H^n als =} e beworfen. Weitere Depeschen melden Zwangsgebot des FreihettringenS eridjemt, n und seine Hand, die das Schwert wider die Brüder zücken soll, zittert, wenn ihm-der Ho^ ruf aufs siebzehnte Regiment in den Ohren gellt, das vor vier Jahren bei Agde die Waffen senkte als der Befehl kam, wider die kämpfenden Winzer im Tturmmarsch vorzugehen. I Damals wie heut bestanden Zwischen den Ruf- ständischen und den Truppen lebhafte Shmpa- thien, und es kann auch tm ntuen Winzerkrieg der Tag kommen, da angesichts der Not der Massen das Heer der Öeöoriam weigert unb für bie wider die Autorität des Staats sich Auflehnenden offen Partei ergreift, wie anno neunzehnhundertsieben die siebzehnte Infanterie von Agde, die E kntnchsten M - ment sich als Brüder und Leidensgenossin der Rebellen erkannte und gegenüber ber .stimme des Gewissens Ordre und Kommando igno-