Nr. 110. — 1. Jahrgang.
Kasseler Neueste Nachrichten
Handelszeitung
Aus Berlin wird uns
sitzers gelegen wäre.
-as-
stimmte. Die Tränen stürzten ihm aus den
geeigneten Räumlichkeiten bat der Kreistag Augen, als er auf seinen Stuhl zurücksank, und aus dem Schulbaufonds für das laufende I der ganze Gerichtssaal schluchzte herzzerreißend
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Östbahn 1897
Banken.
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Steel Com. . ,
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4®/0-|ge Mosk.-Kasan
4°/n-ige Russ. Süd-
Em Partie „17 und 4“ am Gcrichtstisch. Der Gastwirt SemmLr in Altmorschen stand vor kurzem vor dem Schöffengericht in Spangenberg unter der Anklage, seit einer Reihe von Jahren in seinem Lokale Glücksspiele, nämlich das bekannte Kartenspiel „17 und 4" geduldet ZU haben. In der erstinstanzlichen Verhandlung gab der Wirt damals zu seiner Entschuldigung an, er kenne das Spiel „17 und 4" gar' nicht und habe die jeweiligen Angaben der Gaste, daß sie einem gesetzlich zulässigen Spiele obliegen, Glauben geschenkt. Ausgehend von der Anschauung, man könne, von keinem Gastwirt verlangen, daß er Sachverständiger auf dem Gebiete des Kartenspieles sei, sprach das Schöffengericht den obigen Gastwirt frei. Gegen dieses Urteil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein, sodaß die hiesige Strafkammer sich gestern mit diesem Glücksspiel zu befassen hatte. Um die Kenntnisse des Wirtes auf diesem Gebiete festzustellen, ließ der Verhandlungsleiter ein Kartenspiel kommen und spielte selbst mit dem. Angeklagten eine Partie „17 und 4", in der der Angeklagte zwar verlor, aber doch eine genügende Kenntnis von dem verbotenen Glücksspiele bewies. Auch bei Wiederholung einer Partie zwischen dem Vorsitzenden uni>* einzelnen Zeugen, erwiesen letztere eine ganz besondere Gewandtheit, sodaß das Gericht die Ueberzeugung von einem regelrechten Umsatz gewinnen durfte. Ob jedoch der Wirt seinerzeit, das Glücksspiel wissentlich geduldet hatte, erschien durch die Beweisaufnahme zum mindesten zweifelhaft und konnte das Gericht mangels erbrachter Beweise wiederum zu einem Freispruch und somit zur Verwerfung der Berufung des Staatsanwalts gelangen.
S Der Anarchist vorm Strafgericht. Det teur des Berliner Anarchistenblattes, Johann Rah, wurde gestern von der siebenten Strafkammer des Landgerichts Berlin I wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze, begangen in einem Artikel über die Moabiter Krawalle, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte nur 500 Mark Geldstrafe beantragt.
Etatsjahr zweitausend Mark zur Verfügung
<?6 Eschwege, 11. April. (D ie S t a d t a n - leihe.) Von der vierprozentigen 1250 000 M. betragenden Anleihe der Stadt Eschwege vom Jahre 1911 wurde ein Teilbetrag von 500 000 Mark begeben. Das Höchstgebot mit 100,06 Prozent gab der H essische B ank- verein, Aktiengesellschaft in Cassel, in Ge-
o°o Borken lBez. Cassel), 11. Avril. (Die Verlegung der Bahnmeiste- r e i.) Wie verlautet, soll die hiesige Bahn- meisterei nach Zimmersrode verlegt und ihr die Strecke Zimmersrode-Trehsa sowie ein Teil der neuen Bahn nach Gemünden zugeteilt werden, während die Strecke Wabern-Borken von Wabern aus versehen werden soll.
K Gelnhausen, 11. Avril. (Im Zeichen
Am der Heimat.
Ein „Kunsthandel" im Rhekngau.
Aus Wiesbaden wird berichtet: In einem Rheingauort wollte ein Hausbesitzer die alte, wurmstichige Figur, die seit Jahrhunderten in der Hausnische stand, und Dutzendemal neu angestrichen worden war, durch eine moderne ersetzen, und ein „Liebhaber" aus Wiesbaden ließ sich auch herbei, für die alte „Bopp" eine Kleinigkeit zu zahlen.
Der Hausbesitzer kaufte sich nun eine Figur, die viel schöner bemalt war als die alte, der „Liebhaber" aber kratzte die verschiedenen Oel- farbenschichten von der alten Figur ab und so kam eine wundervolle p o l y ch r o - wirrte schmerzhafte Mutter Gottes zutage, mit dem heiligen Laurentius auf dem Roste und den vier Evangelisten an den Ecken. Ein Kunsthändler erhielt Wind von dem Fund, und nun kamen von allen Seiten Kaufangebote und immer höhere Preise, bis der Besitzer die Figur endlich um zwölfhundert Mark an einen gar zu stürmischen „Liebhaber" verkaufte, einen Professor in einer rheinischen Bischofsstadt (wahrscheinlich Mainz), der hock und teuer versicherte, daß er nicht etwa ein Geschäft mit der Figur machen wolle. Trotzdem aber verkaufte der Professor die Figur an einen Händler in Köln weiter, tt. zwar für die ansehnliche Summe von zwölftausend Mark. Der Professor soll nun von dem ersten „Liebhaber" w e- gen Täuschung verklagt werden. Der Prozeß kann äußerst interessant werden, wenn ihn aber der Kläger gewinnt, wird an seine Stelle Wohl sofort der Rheingauer Hausbesitzer treten und er ebenfalls wegen Täuschung belangt werden, denn auch er bat nach dem genannten Bericht den Handel so hinge- stellt, als ob er nur im Interesse des Hausbe-
Wechsel.
10. 4.
schlagen. Auf neue Rechnung sollen 65310 Mark vorgetragen werden.
8k Neue Arbeit für die Lokomotivfabriken. (Prival-Telegramm.) Wie uns aus Berlin telegraphisch gemeldet wird, sollen im kommenden Jahre für die preußisch-hessischen Staatsbahnen in Elsaß-Lothrinqen fünfhundert neue Lokomotiven in Auftrag gegeben werden.
Sf Kronprinz, A.-G für Metall-Industrie, Ohligs (Rhld.). Die gestrige Generalversammlung setzte die Dividende auf 27 Prozent (im Vorjahr 23) fest und genehmigte die Erhöhung des Aktienkapitals um 2 800 000 Mark auf 5 600 000 Mark. Es wurde mitgeteilt, daß der Geschäftsgang im neuen Jahre wieder zur Hoffnung auf ein befriedigendes Ergebnis berechtige.
S? Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft. Die Generalversammlung, in der der Abschluß zur Vorlage gelangt, findet voraussichtlich am 24. April statt. Das Konsortium für die chinesische Anleihe von 1911 bezw. für den im Januar in Deutschland zu 98 Prozent aufgelegten Teilbetrag von 2.45 Millionen Pfund, hat sich aufgelöst und abgerechnet. Der Nutzen beträgt 1,70 Prozent.
9? Roddergrubc. Die gestern in Köln statgehabte Generalversammlung der Braun- kvhlen und Brikettwerkc Roddergrube, A.-G. in Brühl, beschloß eine Dividende von wieder 9 Prozent. Nach Mitteilung der Verwaltung erbrachten die ersten Monate des laufenden Jahres trotz Ermäßigung des Brikettvreises 160 000 Mark mehr Ueberschuß, als in den Parallelmonaten des Vorjahres. Es sei voraussichtlich mindestens das gleiche Ergebnis für das Jahr 1910 zu erwartend
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Engi. Konsols .. , . 4% Argentinier . . . 3% Deutsch. Reichs
anleihe A/0 ....
4°/0 Russen
5°/0 Russen .... . . Atchison ...... Baltimore ...... Canada ..... . . Southern Pacific . . Union Pacific . . . Erie Missouri .......
Petersburger Intern. Handelsbank
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Credit Diskonto Deutsche Bank .... Berliner Handelsges. Dresdner Bank .... Darmstädter Bank.. A.Schaaffh.Bankver. National-Bank Russische Bank.... Petersb. Int Hndlsb. Oesterr. Staatsbahn Lombarden........ Prinz Heinrich-Bahn Baltimore Canada Lübeck—Büchner .. Pennsylvania......
Schantungbahn .... Warschau—Wiener. Hamburger Packetf. N orddeutscherLloy d. Hansa.. 4°/o-ige Russen v.1902 41/i°/o'ige Japaner .. 3%-ige Reichsanl... Türken-Lose Laura i. Bochumer Gelsenkirchen Harpener Rombacber Deutsch—Luxemb. Hohenlohe aänjx
Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . Deutsche Bank .... Diskonto- Command. Dresdner Bank .... Mitteldeutsche Privatbank
National-Bank Oesterreich. Credit .
Gericht und Recht.
Die „Rächerin ihrer Gatteuehre".
(Von uttferm Korrespondenten.)
Man schreibt uns aus New York:' Die Geschworenen von Fort^ Worth haben Fran Brooks, die ihre Nebenbuhlerin Frau Binsford in einem Warenhause erschossen hatte, frei gesprochen. Ein Sieg der Hysterie, wie er vollständiger selbst in den amerikanischen Gerichtsannalen noch nicht dagewesen ist.
Die ganze. Verhandlung wurde zum tränenreichen Melodrama. Die Angeklagte, der Verteidiger, die Geschworenen, der Richter, ja selbst der - Vertreter der Anklage und das Publikum vereinigten sich in einem schluchzendem tränenreichen Chor. Die Angeklagte gab zu, daß der Revolver, mit dem die Tat ausgeführt worden war, ihr gehörte. Sie erklärte, sie hätte einen Revolver gehabt, um S e l b st m o r d zu begehen, daß sie aber um der Kinder Willen sich entschlossen habe, am Leben zu bleiben. Am Mordtage belauschte sie eine Telephonunterhaltung zwischen ihrem Gatten und Frau B i n d- ford, in der sie als „die Alte" bezeichnet wurde, während die beiden sich darüber lustig machten, wie sie es verstanden hätten, die „Alte" zu betrügen. Da stürzte die Welt über mir zusammen und alles war leer in mir. Erst Iwei Tage später kam ich wieder zu mir, ohne daß ich mich erinnern konnte, was ich getan hatte," so schloß Frau Brooks ihre Aussage. Der Anwalt der Angeklagten zog alle Register der Sentimentalität in seinem Plädoyer auf. Er schilderte die Heiligkeit des Hauses und des Herdes und schloß damit, daß er mit tränenerstickter Stimme das „Home sweet Home“ an-
Dynamit-Trust Esch weil erBergwrk. Geisweider Eisen... Gelsenkirch. Bergw. Ges. f. elektr. Untern. Gr. Berlin. Str.-Bahn Gr. Casseler Str.-B. Hamburg. Packetfrt Harpener Bergbau . Hartmann. Masch... Hasper Eisen......
Herkulesbr. Cassel . Hirsch Kupfer . ... Hohenlohewerke. . . König Wilhelm conv. Laurahütte Ludwig Loewe & Co. Neue Boden-Ges.... Norddeutscher Lloyd Oberschl.Eisnb.-Bed.
Orenstein & Koppel
8? Die heutige Berliner Fonds-Börse. (Spezialtelegramm.) Von der heutigen Berliner Dienstagsbörse wird uns telegraphiert: Die Börse eröffnete auch heute wieder in guter Haltung. Der Bankaktienmarkt war nicht einheitlich; während Dresdner Bank und Handelsgesellschaft fest waren, verloren Deutsche Bank auf die Hildesheimer Insolvenz % Prozent. Am Montanaktienmarkt setzten Rombacher, und im Einklang mit diesen Phönix ihre Kurssteigerungen fort. Später konnten auch Bochumer sehr fest werden auf die günstige Dividende-Schätzung der „Frankfurter Zeitung" und auf Gerüchte von großen Schienenbestellungen bei diesem Unternehmen. Von Transportwertcn waren Kanada auf die nicht ganz befriedigenden Mehreinnahmen % Prozent schwächer. Die übrigen Bahnen wiesen nur ganz geringe Veränderungen auf. Schiffahrtsaktien bröckelten int Kurse ab. Elektrizitätswerte waren ebenfalls teilweise abgeschwächt. Im weiteren Verlaufe wurde das Geschäft noch stiller, die Kurse blieben aber behauptet.
g? Concordia. Bergbau-Aktiengesellschaft, Oberhausen. (Spezial-Telegramm.) Dem Geschäftsbericht ist folgendes zu entnehmen: Einschließlich des Gewinnvortrages ergibt sich nach Abschreibung von 1547116 Mark gegen 1757 555 Mark ein Reingewinn von 1702 994 Mark gegen 1 100 430 Mark. Davon sollen 11 Prozent Dividende (gegen 6 Prozent im Vorjahr) verteilt und 472 526 Mark (gegen 470 000 Mark im Vorjahre) auf neue Rechnung vorgetragen werden. Der Geschäftsbericht enthält nichts über die Aussichten und nichts über die Fusionsgerüchte.
Akkumulatoren A.-G., Berlin-Hagen. (Spezial-Telegramm.) In der heutigen Aufsichtsratssitzung gelangte der Geschäftsbericht zur Vorlage. Der auf den 16. Mai einzuberufenden Generalversammlung soll die Verteilung einer Dividende von 15 Prozent (gegen 12% Prozent in den letzten sieben Jahren vorgeschlagen werden.
gf Franz Seiffert & Co., A.-G. (Spezial-Telegram m.)DLr Abschluß für 1910 weist einschließlich des Vortrags einen Reingewinn von 213 094 Mark gegen 224 536 Mark im Vorjahre auf. Die Verwaltung wird der Generalversammlung bei erhöhten Abschreibungen die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent (gegen 8 Prozent im Vorjahre) vor-
Friede im Kali-Krieg?
(Vön unferm Korrespondenten.)
. Nach längenn Stillstand sollen jetzt die Ver. Handlungen seitens des Deutschen Kalisyndikats, zu einer Verständigung mit den Amerikanern zu gelangen, wieder ausgenommen werden. Die Vertreter der amerikanischen Kontrahenten haben sich bereit erklärt, zu den Verhandlungen nach Berlin zu kommen.
Um ihre Entschlüsse ein wenig zu beschleunigen, ist die Regierung aufgefordert worden, die Ueberkontingentsabgabe auf die nach den Vereinigten Staaten verkauften und verschifften Kalimengen zur Einziehung zu bringen. Sie wird dies natürlich bei den deutschen Verladern tun, also bei den Kaliwerken Aschersleben, Sollstedt und Einigkeit. Diese müssen sich dann wieder bemühen, die Abgabe von ihren amerikanischen Abnehmern dem Vertrag gemäß herauszubekommen. Es kommt ganz auf die einzelnen Beteiligten an, ob diese Rückerstattung auf Schwierigkeiten stoßen oder ohne solche vor sich gehen wird. Die Kaliwerke Aschersleben haben stets behauptet, daß die Ueberkontingentsabgabe von den Amerikanern (wenn auch unter Vorbehalt) gezahlt worden sei. Sollten die Werke jedoch nicht diese Summe an die Regierung abführen können, so würden sie selbst sich finanziell belasten müssen. Es handelt sich um keine kleinen Summen, und die flüssigen Mittel der Gesellschaften könnten dabei leicht drauf gehen. Es scheint aber, als ob tatsächlich die Amerikaner die Abgabe auslegen müßten und dann ist ihre Einforderung in der Tat kein kleines Mittel, auf ihre Entschlüsse zu drücken. Es verdient noch hervorgehoben zu werden, daß bisher der Bundesrat von seinem Recht, die überkontingentsabgabe zu ermäßigen, noch k e i- nen Gebrauch gemacht hat, weder auf die bei Erlaß des Gesetzes fest abgeschlossene, noch auf die in Option abgegebenen Mengen. Die Amerikaner werden voraussichtlich auch zahlen, sobald sie auf deutscher Seite nur die genügende Entschlossenheit sehen. Der Absatz des Kalisyndikats hat sich im ersten Vierteljahr des laufenden Jahres von 6,4 auf 9,1 Millionen Doppelzentner erhöht. Dr. H. M.
Die Berliner Museums-Diebe. (P r i vattelegram m.) ~ ~
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Nachbörsenkurse gegen 3*/< Uhr
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berichtet: Wegen des Diebstahls im Kunstgewerbemuseum wurde der Kaufmann Victor Böttcher zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. Den Angeklagten Link sprach das Gericht frei. Gegen den Angeklagten K e b r lautete das Urteil auf vier Monate Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt erachtet werden. Einige Anklagefälle gegen Kehr wurden vertagt.
Im Banne der Angst. Aus B e u t h e n ; (O.-Schl.) schreibt man uns: Die Furcht vor Verbrechern hat die bisher noch unbescholtene einundzwanzigjährige Schneiderin Emilie von R echstein auf die Anklagebank gebracht, um sich wegen des Verbrechens des Meineides zu rechtfertigen. In der Verhandlung vor dem hiesigen Schwurgericht wurde festgestellt, daß die Angeklagte aus nicht besonders gut beleumundetem Milieu stammt. Ihre Eltern kamen vor etwa fünf Jahren aus Russisch-Polen hierher und gründeten ein A b - steigquartier für Schmuggler. Die Familie von Rechstein war auch mit dem Verbrechertrio bekannt und teilweise befreundet, das den Bankbuchhalter Aniol erschossen hat. Die Erinnerung hieran wurde vor einigen Wochen wieder aufgefrischt, als es einem Berliner Krimnalkonuniffar gelang, nach einer Verbrecherjagd über den Ozean den Hauptschuldigen an der Mordtat, B a d u r a, zu ergreifen. In der Aniolschen Mordsache wurde auch die Angeklagte vernommen, die unter ihrem Eide aussagte, sie wisse nicht, wo sich die Verbrecher zur Zeit aufhielten. Es wurde aber festgestellt, daß sie kurze Zeit nach der Tat einen der Beteiligten in Russisch- Polen aufgesucht hatte. In der Verhandlung gab jetzt die Angeklagte zu. einen falschen Eid geleistet zu haben; sie behauptete aber, sie habe das aus Furcht getan, weil die Verbrecher gedroht hätten, die ganze Familie zu töten, wenn deren Mitglieder etwas für die Verbrecher Ungünstiges aus- sagten. Letztere Behauptung sand eine teilweise Bestätigung durch einen Brief Baduras, der abgefangen werden konnte. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auf Schuldig des Meineides unter Zubilligung milderndei Umstände. Darauf verurteilte der Gerichtshof die Angeklagte zu sechs. Monaten Ge- f ä n g n i s.
meinschaft mit dem Bankhaus I. A. Katzen- steins Witwe in Eschwege ab.
o°o Rommertshausen, 11. April. (Ein fahrlässiger Landwirt.) Gestern morgen fand der Landwirt Göbel seinen Viehstand (sieben Rinder und fünf Schweine) im Stalle verendet vor. Er hatte die Stalllaterne, an einem Balken hängend, während der ganzen Nacht brennen lassen. Das morsche Gebälk begann an zu glimmen, sodaß die Tiere unter der Rauchentwickelung ersticken mußten.
O°O Waldau, 11. April. (Der Vandalismus der Ausflügler.) Am Sonntag unternahm eine Anzahl junger Leute einen Ausflug nach Gunthers Hausen. Die Burschen verwüsteten Pflanzungen und Aecker; unter anderem schnitten sie siebzehn junge O b st b ä u m e ab und vernichtete sie. Es gelang, der Täter mit Hilfe eines Polizeihundes h a b h a ft zu werden.
ö°o Gersfeld (Rhön), 11. April. (Die Wochenmär kt e.) Eine Neuerung ist hier zur Einführung gelangt: Jeden Mittwoch und Sonnabend werden hier auf dem Marktplatz Wochenmärkte für Lebensmittel abgehalten. Ob diefe Einführung unter den hiesigen Verhältnissen lebensfähig fein wird, er- fcheint sehr fraglich.
*
Au« den Nachbargebisten.
So Hann. Münden, 11. April. (Die Besichtigung der Pioniere.) Heute Vormittag wurde das Kurhessische Pionierbataillon Nr. 11 von dem Inspekteur des Pionier- und Jngenieurwefens besichtigt. Das Bataillon vollführte eine größere Uebung im Brückenschlägen, die gut ausfiel. Die Weserschiffahrt war vorübergehend gesperrt.
o°o Wetzlar, 11. April. (Ein Wohltäter.) Der Generaldirektor der Buderus'schen Eisenwerke hat aus Anlaß seiner silbernen Hochzeit vierzig tausend Mark gestiftet, mit der Bestimmung, daß aus dem Zinsertrag Kinder der Arbeiter Zuschüsse zu ihrer Berufsausbildung erhalten sollen.
Produkten
(Schlusskurse.)
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133.7a fest
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Silberr. Jan.—Juli
4%-ige Russen von 1902
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4°/0-ige Ungar. Kronenrente ........
fallen kure ......
London, vista ..... London kurz Paris vista ....... Paris kurz .....
Wien kurz ?rivaldiskont
Fonds.
^Vie/o"ige Reichsanl. ■ y/o'ige Reichsanl...
4°/Q-ige Preuß. Cons. 3l/i®/e-igePreuß.Cons. rWge Preuß. Cons. ^Wo-ige äußere Ar
gentinier ^Vr/erige Chinesen
von 1898 ^/fl-ige Griechische
MonopolanL .... £/»o/<rIge Japaner .. Fk-ige amort Ital. . ° Mexikaner-. 47e-ige österr. Gold-
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Londoner Börse
(Anfangskurse.)
Berliner Kursbericht
10. u. 11. April 1911, nachmittags 3 Uhr.
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170.50
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247.50
156.50
147.40
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120.70
57.25
222.- .
263.-
beh.
194.50 201.50 beh.
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131.50
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14.06
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___________________ Mittwoch, 12. April 1911.
mit. Selbstverständlich lautete der Wahrspruch der Geschworenen auf „Nicht schuldig". Als di? Angeklagte den Gerichtssaal verließ, wurden rhr lebhafte Huldigungsdemonstrationen dargebracht. Sie erhielt über zweihundert Telegramme, die ihr anboten, sie solle sich von ihrem Gatten scheiden lassen, um eine neue Ehe einzugehen. -as-
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158.75 155.25 gsch. 1-8.50 159.75 gsch.
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Russ. Bank für aus-
wärt. Handel ....
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171.20
Otavi-Minen.......
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South - West - Afrika (deutsche Stücke)
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Bahnen
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Baltimore.........
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Canada-Pacific.....
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Warschau—Wiener.
216.75
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Südösterr. Lombard. Oesterr. - ungarische Staatsbahn......
19.50
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Prinz Heinrich-Bahn1145.25
145.90
Industrie
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AeeümuL-Fabrlk
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Boese..........
Allgem. Elektr. Ges.
Badische Anilin....
277.10
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Bochumer Gußstahl
238.10
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226.—
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103.75
103 50
Casseler Federstahl
297.50
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315.10
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1.17
1.15
34/
34/
Debeers..... . .
18.68
18.62
Amalgamated ....
64.50
64.—
Anaconda......
7.87
7.87
Rio Tinto.......
67/2
67.12
Otavi . . ........
— —
South Westafrika. .
29/3
29:6
Tendenz: .......
fest | ruhig