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Nummer 110,

r. Jahrgang.

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« hessische Abenchkitung

Fernsprecher 951 und 952.

Mittwoch, den 12. April 1911

Fernsprecher 951 und 952.

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Sie Fahrt derSmWland

Die Fahrt von Frankfurt nach Düsseldorf, (Telegraphische Meldungen.)

Kapital abtragen zu können/

Eine Reihe von deutschen Städten hat be­reits nach diesem System zu wirtschaften be­gonnen, und wenn die Tilgung der schulden energisch und gleichmäßig durchgeführt wird, so dürfte der Städtekredit sich unfraglich bald verbessern. In der Verwaltung des Staats­wesens ist man aber noch immer geneigt, in der Defizitwirtschaft zu verharren, indem man die aufgelaufenen Zinsen am liebsten durch neue Anleihen deckt. Wenn hierin Schwiena- keiten entstehen, so greift man (was das Be­quemste ist) zu neuen Steuervorlagen, um zinsfreie Mittel zu erhalten. Frnanzmim- stcr Dr. L e n tz e entgegnete zwar auf die Vor­schläge Gwinners im Herrenhaus, es ericheine vorläufig noch ganz undenkbar, mit verzinstem Kapital dieselbe Rente zu erzielen, wie mit zinslosem. Das mag auch richtig erscheinen, aber die Staaten und Gemeinden werden ler­nen müssen, für ihr Finanzwesen endlich die Zuftiedenheit aller -Steuerzahler zu errei­chen. Sehr zutreffend sagte Herr von Gwinner: .Es gibt keine liberalen Finanzen, und keine konservativen Finanzen, es gibt nur gute Finanzen und schlechte Finanzen, es gibt nur eine richtige und unrichtige Finanzpolitik!" Und selbst ein so besonnener Mann, wie der Freiherr von Mirbach meinte, daß Herr von Gwinner mit seinen Tilgungs­plänen schließlich der .Gewinner" fein müsse.

Herr Doktor Lentze, der vom Magdeburger Oberbürgermeisterstuhl aus das Erbe Rhein- babens angetreten hat, gilt in politischen Krei­sen als Anhänger jenes kommunalen Wirt­schaftssystems, das die planmäßige An­leihetilgung zum Grundsatz aller kom­munalen Geldwirtschaft erhoben und damit beachtliche Resultate' erzielt hat. Herr Lentze könnte der staatlichen Fiuanzwirtschast als Mi-

Kenntnis Indiens gewinnen können, wo er dank der entgegenkommenden Aufnahme durch englische Behörden und Pri­vate erinnerungsr'eiche Monate verlebt hat. Die gleiche herzliche Gastfreundschaft hat das kronprinzliche Paar in Aegypten bei dem Khedive wie bei den anglo-ägyptischen Behör­den genossen. Der glücklich verlaufenen hohen Mission, mit der Seine Majestät der Kaiser den Kronprinzen und seine Gemahlin bei dem italienischen Königspaar betraut hat, ist end­lich noch ein Besuch am Wiener Hofe gefolgt, der erneut bekundet hat, in wie inni­gen Beziehungen die beiden Kaiserhäu­ser einander verbunden sind. Mit besonderer Freude hat man in Deutschland verfolgt, mit wie warmen Sympathien- der Kron­prinz überall aus seiner Reise ausgenommen worden ist, und wie einmütig anerkennend das Urteil des Auslandes über seine Person und sein Auftreten gelautet hat. So ist diese Reise ein voller Erfolg für den Kronprinzen und ein Gewinn für das Deutsche Reich geworden. Bei der Rückkehr in die Heimat heißen wir das kronprinzliche Paar von Her­zen willkommen.

nillas de Accituno sind zwei Personen getötet und fünf verwundet worden, unter diesen auch ein Gendarmcriewachtmeistcr. Vom heutigen Tage liegen noch keine Nachrichten vor, doch verlautet, daß die Stadt jetzt ruhia sei.

Meldungen vor:

Frankfurt, 11. April, dem gestern nachmittag drei Uht

Insertion»preUe: Die ftchrgefpaltene geile für einheimische Geschäfte 16 9BL für ouSroärtlße Inserate 25 Ps^ Reklame,eil« für einheimische Se> schäfte 40 JJf, für auSwärttge 60 Ps. Geschäftsstelle: Kölnische Straß- 5. Berliner Vertretung: SW. Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 676.

.Casseler Neueste Nachrichten- erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abend«. DerAbonnementSpretS beträgt monatlich 50Pfg. bet freier Zu. inS HauS. Druckerei, Verlag u. Redaktion: EchlachthoMraße 28/30. «ervner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, D-l-phon: Amt IV. 676.

Dom Mai« zum Rhein.

(Telegramm unsers Korrespondenten.) Frankfurt, 11. April.

Die Abfahrt der .Deutschland" war ut« sprünglich auf heute früh sechs Uhr festgesetzt. Zu diesem Termin hatte sich auch eine sehr zahlreiche Menschenmenge am Landungsplätze eingefunden, deren Geduld indes auf eine harte Probe gestellt wurde. Ein Anzahl kleiner Reparaturen, die am deutlichsten bewiesen, daß man gestern n i ch t nur wegen des drohen­den Gewitters auf dem Wege nach Düfleldors umgekehrt und nach Frankfurt zurückgefahren war, verzögerte die Abfahrt biS gegen neun Uhr. Kurz nach halb neun Uhr waren die Vorbereitungen beendigt. In der Gondel nahmen vierzehn Passagiere, darunter eine Dame, Platz. Wenig Minuten darauf erscholl das Abfahrtkommando des Führers Dr. Eggener, und der weiße Riesenvogel erhob sich unter dem Surren und Knattern der Mo­tors in die Luft. Es herrschte leichter Nordostwind und zeitweise seitliche Ge­genwinde. Zuerst nahm das Schiff die Rich­tung nach Frankfurt, führte über den Häusern der Stadt einige elegante Wendungen und Kreuzungsmanöver aus und wendete sich dann zum Main und fuhr mainabwärts bis

Die Heimkehr des Kronprinzen. Nach fünf Monaten zurück zur Heimat. (Telegraphische Meldungen.)

Wien, 11. April. (Privat-Tele­gramm.) Das deutsche Kronprin­zen p a a r hat gestern abend neun Uhr die Heimreise nach Deutschland angetreten. Das Publikum bereitete ihm beim Abschied herzliche Huldigungen. Der Kaiser hatte sich bereits früher von seinen Gästen ver­abschiedet, die vom Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, zum Bahnhof geleitet, wurden. Das Kronprinzenpaar fuhr vom Wiener Nordbahnhof direkt nach Potsdam. Novembernebel lagen auf den deutschen Landen, als der deutsche Thronerbe hinaus­zog, den Wundern des asiatischen Ostens ent­gegen. War es ihm (wegen der Pestgefahr) auch nicht vergönnt, sie bis zum Gestade Ja­pans hin zu schauen, so kehrt er doch nunmehr in die im ersten Frühlingszauber grüßende Heimat zurück, unermeßlich bereichert an Ein- drücken, Erfahrungen, Kenntniffen. DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" bezeichnete ge- tem abend diese Reise als einenvollen Erfolg für den Kronprinzen und einen Gewinn für das Deutsche Reich". Man darf diese Feststellung unbedenklich in dem Sinne deuten, daß "der Kronprinz durch seine frische Persönlichkeit, sein ausrichttges, liebenswürdi­ges Wesen, bei den Engländern in Indien und Aegypten Erinnerungen hinterlaffen hat, die einer berzlichern Gestaltung der deutsch- englischen Beziehungen in Europa nur Vorschub zu leisten und ihr einen harmo­nisierenden weitern Rahmen zu schäften geeig­net sind. Solche Wette pftegen von den welt- kundigen Briten nach Gebühr und rückhaltlos gewürdigt zu werden. Daß auch in andrer volitiicker Beziehung die Kronvttnzenfahrt zum Osten nützliche Ergebnisse zeitigen wird, steht zu hoffen, wenn auch die Früchte der Reise erst in späteren Tagen nack ihrem tat­sächlichen Wert gemeflen werden können.

Rach fünf Monden.

Ter offizielle Epilog zur Prinzenfahrt.

Die offiziöseNorddeuffche Allgemeine Zeitung" schreibt in ihrer gestrigen Abendaus­gabe: Der Kronprinz und die Kronvrinzeflin treffen morgen nach fünfmonatiger Abwesen­heit wiederein Potsdam ein. Der Kronprinz bringt von seiner Reise Erfahrungen und Ein­drücke heim, die von dauerndem Wert für ihn sein werden. Neben dem eingehenden Studium wichtiger Kultur- und Wirtschaftsge­biete hat der Thronfolger reiche Gelegenheit gehabt, mit unseren Landsleuten in der Fremde und mit den Vertretern anderer Na­tionen in vielfache Beziehungen zu treten Leider Hai er darauf verzichten müssen, diese Reise bis nach Siam, China und Japan aus- rudebnen. Dafür hat er eine ums« ««««re

Sie Aera Lentze.

Der neue Kurs unserer Steuerpolitik.

Das ominöse Wort von derDefizit- wirtschaft", das zwei Tage hindurch die Adern der sonst so kaltblütigen Magnaten des preußischen Herrenhauses in Wallung brachte, wird auch im Reich, in den Einzelstaaten und in allen Wittschaftsgemeinden die Verwalter des Haushaltwesens zu ernsten Betrachtungen veranlaßt haben. Wenn bisher von einer Sa­nierung der Finanzen gesprochen wurde, dann dachte man hauptsächlich nur an den einen großen Pattenten, an das Deutsche Reich, aber mehr und mehr kommt man bei der Diagnose zu dem Ergebnis, daß auch die meisten Bun­desstaaten und Kommunen an jener Defizitwirtschaft kranken, die immer neue Sor­gen häuft, und einen Zustand der Ruhe und Stetigkeit nicht aufkommen läßt. Trotz des großen wirtschaftlichen Aufschwungs, der in ganz Deutschland eingetreten ist, will die wirt­schaftliche Zufttedenheit nicht einkehren. Die Reichssteuern, die Staats- und Gemeindeabga­ben sind ständig am Wachsen begriffen, und die Annahme wäre ein großer Irrtum, daß wir mit der Höhe der Lasten endlich a m Z i e I sein dürsten. Der Hinweis, daß andre Staaten gleiche und vielfach noch höhere Steuern Mgen müssen als wir, ist nur ein schlechter Trost, denn die Verhältnisse liegen in jenen Län­dern vielleicht glücklicher, und der Boden­reichtum ist dort durchweg größer als in Deutschland, wo nur durch saure Mühen Werte geschaffen werden können.

Bedingt schon dasWettrüsten" der Natio­nen eine gewalttge Bürde für jeden einzelnen Staatsbürger, so wollen wir nicht noch das Wettsteuern" hinzufügen; es muß vielmehr den Lenkern unserer Staats- und Gemeinde­wesen zur Aufgabe gemacht werden, daß sie eine gediegene Finanzwirtschaft ersinnen, die ohne fernere Steuer- und Abgabenerhöhungen mit den reichlich vorhandenen Mitteln haushal. ten lernt. In dieser Beziehung hat ein tüchti­ger Finanzmann, einer der Leiter der Deut­schen Bank, wiederholt praktische Winke gege­ben. Die Entwicklungs- und Kulturaufgaben unserer Staaten und Gemeinden dürfen nicht leiden, denn im Wettbewerb unter den Völkern der Erde wollen wir Deutschen an erster Stelle stehen. Wenn also keine Neuanlagen unter Aufwendung bettächtlicher Mittel geschaf­fen würden, so müßten wir zum Stillstand oder Rückgang kommen. Für die dringlich er» forderliche Reform in unserm öffentlichen Fi- nanzwesen hat Hen von Gwinner im preußischen Herrenhaus den Grundsatz empsoh- len:Wir müssen bei Anleihen Tilgungs- Pläne aufstellen, nach denen wir ganz sicher sind, in bestimmt absehbarer Frist das ganze

Wie wir gestern bereits berichteten, ist da? Zeppelin-LuftschiffDeuffchland" gestern auf der Fahrt von Baden-Baden nach Frankfurt am Main glücklich auf dem Frankfurter Flug­gelände niedergegangen, begrüßt von einet nach Zehntausenden zählenden Menschenmenge. Ursprünglich war geplant, gleich gestern die Fahrt nach Düsseldorf fortzusetzen, und das Luftschiff trat die Fahrt auch an, kehrte indes­sen nach kurzer Zeit auf ungünstige Wettermel­dung hin nach Frankfurt zurück. Aus Frank- uns darüber folgende telegra-

Nach ______

erfolgten Aufstieg derDeutschland" ging die Fahrt zunächst bis H o ch h e i m am Taunus. Dort wurde umgekehrt in der Absicht,

nistet sicher keinen schätzbarem Dienst erweisen, als wenn er diesem wirtschaftsklugen Til­gungssystem auch im staatlichen Finanzbetrieb die Wege bahnen würde. Er war, bevor man ihn zum Berliner Kastanienwäldchen berief, Bürgermeister großer und kleiner Kommunen, hat alle Schmerzen der kommunalen Anleihe« wirtschaft reichlich durchkosten müssen, und darf also aus praktischer Erfahrung wissen, wo bet Schuh am stärksten drückt. Das Finanzprinzip des Herrn v. Rheinbaben war fchon früher im preußischen Herrenhaus Gegenstand scharfer Kritik, und es war beachtlicherweife auch hier der Leiter der Deutschen Bank, der dem Fi­nanzminister an der Hand einwandfreien Zah­lenmaterials nachwies, daß das staatliche Wirtschaftssystem Rheinbabenscher Art an be­trächtlichen und verhängnisvollen Schwächen kranke, die finanzkluge Kritik nicht übersehen dürfe. Der Magdeburger Oberbürgermeister hat das Rheinbaben-System vorbehaltlos über­nommen, und es wird seine Ausgabe sein, es von denjenigen Schwächen und Mängeln zu befreien, die ihm bisher angehaftet haben. Wie das geschehen soll, ist zurzeit noch nicht recht klar, denn Herr Dr. Lentze erfreut sich noch der ministeriellenSchonzeit". Daß es aber (und zwar ehestens) geschehen muß, ist unabweisbare Notwendigkeit und die Grund­sätze, die der erfahrungsreiche Leiter der Deut­schen Bank, ein in langer Praxis ergrauter Finanzmann, derAera Lentze" als Richtlinien mit auf den Weg gegeben hat, dürfen dem neuen Mann im Kastanienwäldchen deutliche Merkzeichen bestehender Notwendigkekiten sein. Es gibt wirklich keine parteilich abgetönte, sondern nur eine gute oder schlechte Finanz­politik, und die g u t e zu erstreben, ist ein Ziel, das auch Herrn Doktor Lentze des Schweiße-, ehrlicher Mühen wert erscheinen batf! **

Konflikt in Sicht?

Spanien und die pottugiestschen Berschwörer. (Privat-Telegrarnrn.)

Ans Madrid kommt in den letzten Ta­gen allerlei Unheilpost, die daraus schlie­ßen läßt, daß sich zwischen Spanien und Portugal ein ernsthafter Konflift vorbe­reitet, dessen Entwicklungen noch nicht abzu­sehen sind. Die letzten Depeschen aus Madrid besagen, daß seit Einführung der Republik in Portugal die diplomatischen Beziehungen Spaniens zu Portugal sehr gespannte seien. Der alte Nattonalhaß zwischen beiden Völkern komme von Tag zu Tag mehr zum Durchbruch und da auch die politischen Inter­essen beider Nationen ganz entgegengesetzte seien, so könne jeder Tag Schwierigkeiten bringen. Ein Privat-Telegramm be­richtet uns dazu aus

Madrid, 11. April.

Die spanische Regiemng hat auf einen ihr von der neuen portugiesischen Regierung ge­machten Vorwurf behauptet, das Zentrum der monarchistischen Bewegung befinde sich in Badajoz. Die portugiesische Regiemng wies diese Behauptung zurück und erklätte, daß die spanische Stadt Vigo der Hauptsitz der portugiesischen Monarchisten sei und verlangte die Auslieferung des als Führer der Monarchisten bekannten ehe­maligen Arttllerieoffiziers Kapitän Con- ceiro. Die portugiesische Regiemng be­hauptete, daß Coueeiro und einige andere portugiesische Flüchtlinge in Vigo Tau­sende von Zirkularen hätten dmcken lassen, die an die portugiesischen Soldaten verteilt wurden und in de­nen diese letzteren zur Inszenierung einer Revolte aufgefordert wurden, die die Wiederzurückbemfung des Königs Manuel zum Zweck hatte. Tiefe Dmck- fchriften seien durch spanische Schmuggler nach Portugal gebracht und in den dortigen Kasernen verteilt worden. Die spanische Regiemng hatte die Beschwerde der portu­giesischen Republik an den Gouverneur von Vigo weitergegeben, der aber erklärte, daß sowohl Conceiro wie auch die übrigen por­tugiesischen Flüchtlinge sich durchaus ta­dellos führten und daß gar keine Rede davon sein könne, daß Vigo das Hauptquar­tier der portugiesischen Monarchisten sei.

Darauf wies die spanische Regierung das Ansinnen Portugals zurück, den Kapitän Conceiro auszuliefern. Die Lissaboner Regie­rung beschwerte sich darüber in einer insehr heftigen Aus drücken gehaltenen Note in Madrid, und man betrachtet dort die Sage als außerordentlich gespannt. Wenn gegenwärtig die spanische Regierung nicht durch die Ereignisse in Marokko und ihre Beziehungen zu Frankreich beschäftigt wäre, so könnte die Haltung der portugiesischen Regie­mng jeden Tag zu einem Konslikt führen.

nach Baden-Baden zurückzufahren und die dortige Halle auszusuchen. Es stellte sich aber heraus, daß dies nicht mehr vor Ein­tritt der Dunkelheit möglich sein würde, so­daß die Fahrtleitung beschloß, diesen Plan aufzugcben und nach Frankfurt am Main zu- mckzukehren. Die Rückfahrt ging über Hom- bürg vor der Höhe, Oberursel und in großem Bogen über die Mainkur und die Stadt Frankfurt nach dem Landungsplatz, wo das Luftschiff kurz vor vier Uhr festgemacht wurde. Hebet die Ursachen der Rückkehr des Luftschiffes gab Direktor Colsman von der Zeppelin-Gesellschaft folgende Erklärun- gen: Kurz vor der Abfahrt seien die Luft­schiffer von Machen aus dringend davor gewarnt worden, die Fahrt an den Rhein zu unternehmen, da die Windverhältnisse in­folge einer Stärke von zwölf bis vierzehn Metern die denkbar ungünstigsten seien. Die Luftschisser traten jedoch zunächst die Fahrt an, bemerkten aber bann, daß sich im Gebirge Gewitter ansammelten, unb daß auch die Windverhältnisse schlechter wurden. Man entschloß sich daher zur Rück, kehr. Das Luftschiff ist völlig intakt ist verankert unb blieb bie Nacht über iv Frankfurt liegen. Heute früh wurde bane bie Weiterfahrt nach Düsseldorf angetreten, nachdem sich bie Windverhältnisse inzwischen gebessert hatten. Beim Aufstieg derDeutsch­land" lag über dem Maintal unb den Tau« nusbergen bichter Nebel.

In technischen Kreisen ist man übrigens der Ansicht, baß nicht nur bie ungünstigen Witte- rungsverhältnisse gestern bie Weitersahrt des Luftschiffs verhinbetten, sonbern baß sich auch t-ch irische Mängel bemerkbar gemacht haben, bie es geboten erscheinen ließen, zur Frankfutter Lanbungsstelle zurückzukehren und bert bie erforderlichen Ausbesserungen vorzu- nehmen. Während bet ganzen vergangenen Nacht würbe an betDeutschland" emsig ge­arbeitet, um sie sahrttüchtig zu machen.

Sturm in Malaga?

(Telegraphische Meldung.)

Nach in Paris vorliegenden Depeschen aus Madrid hat in Canillas de Accituno (Pro­vinz Malaga) ein Teil der Einwohner,<f>aft die Republik ouSgerufen unb einen An­griff auf die Gendarmerie-Kaserne unternom­men. Fünf Personen wurden verwundet. Hm die Ordnung wieder herzustellcn, mußte die Gendarmerie verstärkt werden. Ein weiteres Telegramm meldet: Bei dem Aufrnbr in Ca-

ihischen