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Casseler pbrnüzeitung

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Fernsprecher 951 und 952.

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Sonntag, den 9. April 1911

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gnferttonlpretfe: Die s-chSgespaltm- Zeile für einheimtscheSvschäftelS W für auswärttgs Inserats B Psz Rellame,eile für eirchetmtsch« Le- schüft- 40 Pf, für <m»württge SO Pf. »eschüftSstüle: KölEche Straß« 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße Ich Telephon: Amt IV, 67«.

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vollerPapierkorb-Geheimnisse".

F. H.

fiat

fen gefüllten Jara in das WinterpalaiS

n der Villa siete«, weisen darauf hin, bat

des Zaren einzuschmu-ggeln. Zwei Männer, di, den Sarg transportierten, wurden verhaftet, be- haupten jedoch, von dem Inhalt des Sarges keines Kenntnis gehabt zu haben. Der Bor- fall, der noch der Aufftärung bedarf, hat in Pe­tersburg große Aufregung hervorgerufen, da man überzeugt ist, daß es sich um ein geplan­tes Attentat gegen den Zaren han­delt.

^Eigene Drahtmelduna.)

Wien, 8. April.

Nach einer bierber aelanaten Peters­burger Privatmeldung soll dort der Versuch

zu stürzen, die sich geweigert hat, eine Sühne herbeizuführen. Die Sache Ferrers wird auf die Straße gehen. Wir werden alles tun, um einen Riesenfeldzug zu er­öffnen, indem wir als unerschrockene Männer mit entblößter Brust kämpfen. Diese Worte rie­fen stürmischen Widerspruch hervor. Der Ministerpräsident wies unter dem Beifall der Kammer die Drohungen Iglesias zurück und erklärte, der revolutionären Gewalt werde man mit aller Energie und der Macht, die das Gesetz gebe, sich widersetzen. Die Regierung habe im Fall geltet nur ihre Pflicht getan und habe so gehandelt, wie das Gesetz und die Verantwor­tung vor dem Landes es erfordere. Die Erklä­rungen des Ministerpräsidenten wurden von den Sozialdemokraten mit lautem Lärm be­antwortet, und es dauerte lange Zeit, ehe die Debatte fortgesetzt werden konnte.

(Privat-Teleoramm.)

Madrid. 8 April.

Die Kammer beschästiate sich gestern aber nials in teilweise stürmisch bewegter Debatte

aramm berichtet uns aus London: Die gestrigen Unruhen im Liffaboner Ma­rine-Arsenal richteten sich geoen einen K a - v i t ä n, der, entgegen der Anordnung des Marineministers, die Löhne der Arsenal- arbeiter herabgesetzt hatte. Danach scheint der Grund der Meuterei also ein ganz anderer zu fein, als in der Darstellung desMatin" anoeaeben wird. Die Meu­terei soll im Arsenal selbst ausaebro- chen fein. Verschiedene unzufriedene Arbei­ter sollen »erfncht staben, ihre Kameraden zur Arbeitseinstellung zu zwingen.

Nack in Lissabon einaetrosfenen Depeschen

neur DampoS ob setz en sollten. Dieser bat jedoch der Aufforderung, afmtbaitleit, keine .voTae geleistet und die gnselbedölkerung erfucht. die vortnaielilchen Soldaten bei ibrer Landung anzuareifen. Man weist noch nickt, welche dieser llwifchenOll staben wird.

Retters Schatten.

Die Ferrer-Destatte im fvanifchen Parlament.

Ballicz,auchnochandre amtlichcPer­son e n verwickelt zu fein scheinen. Es ha­ben im Laufe des gestrigen TagS darauf bezügliche neue Vernehmungen stattgefundcn, und eS heißt, daß das Ergeb­nis diefer Vernehmungen eine schwere Belastung weiterer Beamten im Mini­sterium des Aeußern ist. Die Untersuchung wird streng geheim geführt.

Eine peinlich-fatalie und zudem politisch höchst ungemütliche Affäre, deren Endwir­kungen noch gar nicht abzusehen sind: Direkt von der Quelle weg, aus den wohlverwahrten Aktenschränken des Herrn Pichon und aus den Dokumenten-Safes des französischen Außen­ministeriums verschwinden wichtige Stücke weltpolitischen Werts; ein Vertrauter und v e g ü n st i g t e r der am Quai d'Orsay Mäch­tigen vermittelt die Diebereien, und ein mit allen Wassern der Erde gewaschner Spion geht im Ministerium der auswärtigen Politik Frankreichs ein und aus. Toller kann selbst die verwegenste Phantasie keinen Spionageroman ausmalen! Die Geschichte gestaltet sich im übri­gen immer dramatischer und komplizierter und wenn nicht alles täuscht, steht die Republik wie­der einmal am Vorabend eines Skandals, der in dieser geradezu grotesken Form selbst im Land der Sensationen und Kabalen den Reiz der Neuheit haben dürfte. Der sehr ehrenwerte Mister Bernard Maimon, der eigentliche Urheber der Sünde und der Verführer vertrau­ensseliger Kanzleigehülfen, steht im dreiundsech­zigsten Lebensjahr, ist nickt in Ehren, aber im Sturm wechselvollen Schicksals grau geworden, führt seit einem Dezinnium im lebens- und lie­besfrohen Paris das Leben eines Mannes, dem die Langeweile ein Greuel, die Sensation Da­seinsbedürfnis ist, und hat es in dieser langen Zeit meisterlich verstanden, seine Zeit nützlich und klug zu verwerten. Seit zehn Jahren kennt man den Hagern Mann mit dem gelble­dernen, von der Sonne aller Herren Länder ge­brannten Gesicht in Paris als tadelfreien Gentleman; in allen Klubs nennt nran seinen Namen mit achtungsvoller Gebärde, und in den Salons spielt der interessante Mann mit der seltsam rätselhaften Vergangenheit eine vielbeneidete Rolle.

Er gilt bald als Araber, bald als Perser, bald als Türke, vielfach auch als Engländer. Er beteuert, immer ein aufrichtiger Freund Frankreichs gewesen zu sein, und namentlich den deutschen Einfluß in Konstantinopel be­kämpft zu haben. Seit mehrere Monden be­tätigt et sich emsig als Pariser Korrespondent der LondonerEvening Times", und dieser Umstand klärt verschiedene Dinge auf: Man er­innert sich an die überraschenden Enthüllungen derEvening Times" über die Potsdamer Beschlüsse und die Vertraasverhandlungen zwischen Deutschland und Rußland betreffs Persiens, die damals im Zunstbereick des grü­nen Tischs beträchtliches und berechtigtes Auf­sehen erregten. Heut hat man den Schlüssel des Geheimnisses: Die Dokumente sind Maimon von seinem Komplizen Rouet im Ministerium des Reußern ausgeliesert worden. Maimon kannte die Familie Rouet schon aus seiner Konstanti­nopler Zeit, und hatte mit ihr freundschaftliche Beziehungen anqeknüpst. In Paris suchte er dm jungen Rouet auf und fand infolge der Freundschaft, die ihn mit der Familie verband, , in ihm das geeignete Instrument für seine , Pl»ne. Von Zeit zu Zeit lieh er dem jungen Rouet Geld und verpflichtete ihn dadurch zu Dank, sodaß dieser zuletzt (tote er heut selbst i zugesteht) nur ein Werkzeug in den Händen Maimons wurde. Die geheime Untersuchung im Ministerium des Aeußem ftihrte zu der Festste!- ] lung, daß der junge Rouet zu Bemard Mai- mmt Beziehungen unterhielt, und damit war endlich Licht in die ganze Affäre gebracht und »as Schicksal begann seinen Lauf.

Am Quai d'Orsay war Bernard Maimon ständiger Gast,' gettt gesehen und ehrend be­grüßt. Heut kennt man Ursacke und Wirkung

der Gouver-eur der Kav Verdischen Inseln versucht, die Bevölkerung gegen die revublikaniscke Regiernna auf« zuwieaeln und die Unabhängigkeit der Inseln zu proklamieren. Die Regierung entsandte so­fort Trnvven nack Ead Verdi, die den Gouver-

mit der Ferrer-Jnterpellation. Im Verlaus der Debatte erklärte der Sozialistenfiih- rer Iglesias: Wenn es uns nicht gelingt, das on geriet begangene Unrecht zu sühnen, werden wir bestrebt sein, die Regierung

Die neueste Gruben-Katastrophe.

Vierzig Bergleute eingeschloffen!

(Eigene Drahtmeldungen.)

Rewyork, 8. April. (Privat-Tele- g r a m m.) In der Bankroft-Mine der Scrantoner Kohlengesellschast in Kansas ist ein Brand ausgebrochen. Etwa 75 Berg­leuten ist der Ausweg abgeschnitten. Ihre Rettung wird muh den letzt eingetroffenen Meldungen kaum möglich sein. Beim Aus­bruch des Feuers, das sich vom Mafchinen- raum aus verbrettete, waren dreihundert Bergleute unter Tage beschäftigt. Infolge der herrschenden Verwirrung läßt sich vor­läufig noch nicht feststellen, wie vielen es gelang, sich zu retten. Das Feuer wütet in einer Tiefe von zweihundert Fuß.

Depeschen aus Rewyork berichte« uni über die Katastrophe «och folgende Einzelhei­ten: Es ist wahrscheinlich, daß die Rettung der noch in der Bancroftgrube eingeschloffv «en Bergleute nicht mehr möglich fein wird, da die Rauchentwickelung so stark ist, daß Red tungsarbeiten fast nicht unternommen werde» können. Nach den neuesten Feststellungen be­finden sich zurzeit noch vierzig Berg leute unter Tage; die übrigen konnten sich durch die Seitenausgänge retten. Die Ursache des Feuer-Ausbruchs im Maschinenraum der Grube ist noch nicht ermittelt; es heißt aber, daß die Kessel ü b e t i $ t gewesen seien und infolgedessen eine E^vsion sich ereignet habe, die den Maschinenraum gänzlich zerstörte, und dann mit rasender Schnelligkeit auf die Grube Übergriff. Die unter Tage arbeitenden Berg­leute wurden aus die ihnen drohende Gefahr erst aufmerffam, als bereits dichte Rauchwolken die Gänge erfüllten. Im ersten Moment ent­stand dann (wie die Geretteten berichteten) ein furchtbares Gedränge und ein erhitz terter Kampf um die Ausgänge, und es ist als ein Wunder zu bezeichnen, daß es unter diese« Umständen der Mehrzahl der Bergleute ge­lang, sich zu rette« und die Förderkörbe zu er­reichen. Die Rettung wurde auch durch den Umstand begünstigt, daß die Mehrzahl der Bergleute auf höhet gelegenen Sohlen beschäf­tigt war, die vom Feuer nicht direkt berührt wurden. Die vierzig Eingeschlossenen arbeiteten auf der fiefften Sohle der Grube, aus der auch der Brand zum Ausbruch kant. Bei der enormen Rauchentwicklung, die die ganze Grube in eine einzige Rauch- und Gasewolke einhüllt, erscheint es ausgeschlossen, daß die vierzig Eingeschlossenen noch am Lebe« fein können; sie sind wahrscheinlich schon kurz nach dem Ausbruch des Feuers erstickt, da die Luftzufühmng infolge des Rauches sich als nutzlos erwies. Es besteht der Plan, die Grube unter Wasser zu setzen sobald festgestellt ist, daß die Eingeschlossenen sich nicht mehr am Leben befinden. Eine andere Ret- tungsmöglichkeit ist nicht gegeben, es steht viel- mehr zu befürchten, daß ohne Waflereinlaß die ganze Grube ausbrennen und das Feuer auch auf die benachbarte« Gruben über» greifen würde.

bringen. Bei der Verhaftung Maimons fand man auf seinem Tisch die im Lauf' der letzten Nacht ausgefuhrte Abschrift wichtiger Doku­mente. Es wurde ein großes Aktenmaterial mit Beschlag belegt, alles genauestens nach Län­dern und Inhalt geordnet. Tas Aktenmaterial umfaßt zahlreiche diplomatische Dokumente und Briefschaften. Palliez, der Sekretär Maimons, ist ein alter Herr von zweiundsechzig Jahren. Er beteuert feinen Patriotismus und erklärt, er habe im Jahre achtzehnhundertsiebzig als Leutnant der Mobilgarde für fein Vaterland gekämpft und fei in der Schweiz interniert ge­wesen. Er stand feit einem Jahre im Dienste Maimons gegen das armselige Gehalt von monatlich hundertzwanzig Franken, und will über den Wert der Dokumente, die man ihm znm Abschreiben gab, niemals nachgedacht, «och sich irgendwelche Bedenken gemacht haben' Ein Greis, der vom geben sicher nicht mehr will, als in Ruhe sein Dasein fristen zu können.

In der Affäre spielt auch derTemps"- Schriftleiter T a r d i e u eine Rolle, der seiner­zeit bekantlich einen leidenschaftlichen Kampf gegen den früher« Minister Pichon führte und auch einen großen Anteil an Pichons Sturz hatte. DerTemps" scheint sich der ungetreuen Beamten am Quai d'Orsay bedient zu haben, um Kenntnis von geheimen Vorgängen und Verhandlungen zu bekommen, die er dann ge­gen die auswärtige Politik des Ministers Pi­chon ausnutzen konnte. Es wird da besonders auf eine Meldung desTemps" vom zehnten Februar hingewiefe», die zwar aus Konstanti­nopel datiert war, aber doch auf genaue Kennt­nis der französisch-türkischen Verhandlungen hindentete, die derTemps" schließlich nur in Paris erlangt haben konnte. Darin wurden französische Pläne hinsichtlich von Bahnbauten in Albanien und der im nordöstlichen Anato­lien mitgeteilt, deren Bekanntwerde« ftan- zösischen Regierung deshalb sehr unangenehm, eilt mußte, weil diese Bahnbauten einmal (in Albanien) nicht gerne von Italien gesehen wer­den konnten, diejenigen in Anatolien sich aber gegen die militärischen Interessen Rußlands richteten. Man wurde damals, als die Meldung desTemps" erschien, in Paris, Rom und Pe­tersburg beträchtlich nervös, und Herr Pichon kam in den Verdacht der Einfalt, weil man der Meinung war. daß er die Meldunglanziert" habe. Auch dieses Rätsel ist jetzt gelöst: Rouet- Maimon waren die Maulwürfe unterm Schick­sal Pichons. Wenn man sich also heut in Pa­ris die Haare rauft und auf die Regierung die Flut der Anklagen niederrauscht, so kann man's verstehen. Aber Herr Rouet zählte erst ztoeinndzwanzig Jahre, als ihn Herr Pichon zum Registrator der politischen Geheimnisse Frankreichs berief, und flaumbärtigen Jünglin­gen soll man keine zentnerschwere Verantwor­tung auf die Schultern laden. Das ist die Lehre aus der peinlichen Affäre Verhängnis-

Pavierkorb-Seheimniffe.

Maimon» Rouet Und Palliez.

Paris, 8. April. (Privat-Tele- S r a m m.) Die Hochverratsaffärr im Mini- eriunt des Aeußern nimmt immer größere Dimensionen an und droht zu einem regel­rechten Skandal anzuwachsen, in den außer den drei Verhafteten, Maimon, Rouet und

dieser emsigen Besuche: Rouet (als Zweiund- zwanftgjähriger schon an höckstverantwortlicher Stelle) nahm abends die ihm zur Klassifizie­rung und Sichtung anvertraute« diplomatischen Dokumente mit heim und übergab sie seinem Freund Maimon zur Abschrift, um sie am sol- scrS'.i Morgen m-ehet ins Bureau znrückzu-

Portugal kommt nicht zur Ruhe!

Die neusten Zwischenfälle.

(Telegraphische Meldungen.)

Depeschen aus Lissabon zufolge berei­ten sich in Oporto abermals ernste Un­ruhen vor. DieRepublica", das Organ des Ministers des Innern, versichert zwar, im Nor­den sei alles ruhig; Tatsache ist indessen, daß täglich Verschwörer verhaftet und den Gerichten übergeben werden. Im Norden des Landes befürchtet man den Ausbruch von Un­ruhen anläßlich der bevorstehenden Veröffent­lichung des Gesetzes über die Trennung von Kirche und Staat, lieber einen neuen Zwischen­fall berichtet uns. ein Spezial- Tele­gramm ans

Paris, 8. April.

Wie man demMatin" aus Lissabon telegraphiert, ist es im dortigen Arsenal ge­stern nachmittag zu einem unliebsamen Zwi­schenfall gekommen. Einige Civilisten dran­gen in das Majrine-Arsenal durch Vermittlung eines Arsenalarbeiters ein und forderten die Mechaniker auf, das Signal zur Einstellung der Arbeit zu geben. Sie verfuckten auch, eine Meuterei unter der Arbeiterschaft hervorzurufen. Ein Dut­zend Individuen stiegen dann, als ihnen dies nicht gelang, auf ein staatliches Schleppschiff und begaben fick an Bord des KreuzersSan Gabriel", der im Hafen von Lissabon Tag, wo sie Schutz verlangten. Die Besatzung des Schiffes lieh indessen den Besuchern kein Ge­bär und fügte sich den Anordnungen des Kommandanten des Schiffes, die Leute wieder nach dem Lande zurückzuschaffen. Die Manifestanten begaben sich alsdann nach dem Marinemini st erium, vor dessen Ge­bäude sie Demonstrationen veranstal­teten. Sie verfuchten auch, in das Gebäude einzudringen, wurden jedoch von einer Abtei­lung republikanischer Garde und einem Deta­chement Marinesoldaten und Matrosen, die das Ministerium besetzten, daran verhindert. Einer der Demonstranten wurde verhaf­tet, während nach den andern von der Po­lizei gesucht wird. Drei von ihnen waren, toie die Polizei feststellte, mit Revolvern bewaffnet.

Ein weiteres Spezial-Tele-

Mnmmzior Mörchmvilla.

Tas Tichterhaus unterm Hammer. (Von unferm Korrespondenten.;

Rom, 6. April.

DerGöttlichesEinzige" undUnver­gleichliche": D'Annunzio, der Dichtervon GottesGnaden", muß den Erdenjammer in all seiner Trostlosigkeit am eignen Leibe und im eignen Hause spüren, denn in de« nächsten Ta­gen gelangt die berühmteMärchenvilla" des Dichters im Settignalo zur öffentlichen Ver- tetgerung, weil die Gläubiger desGöttlichen" endlich die Geduld verloren haben und nun ungemütlich werden. Daß nun auch die Villa des Dichters, deren märchenhafte Prackt gan; Rom entzückt, unter den Hammer kommt, "chmerzt d'Annunzio am tiefsten, denn diese Villa, ein aus dem dreizehnten Jahrhunderi stammender Bau, der de« NamenLa Cavpoc- cina" führt, war der Ort, wo er arbeitete, wenn er

Maimon und Konsorten.

(Eigene Drahtmeldung.)

Paris, 8. April.

Heber das Treiben bcS Hochverräters Mai­mon werden heute neue, interessante Einzelhei­ten bekannt: Man besitzt Anhaltspunkte dafür, > Maimon die ihm zugegangenen Original- lucke zuerst wörtlich ab schreiben ließ, dann aber (je nach der beabsichtigten Verwen­dung) durch Zusätze und Einschiebun­genden Text zu stärkerer Wirkung brachte. Auf diese Weise lassen sich guck netoiffe. unrichtige Informationen erklären, die den Kabinetten zu schaffen gaben. Maimon kam hierbei feine Ver­trautheit mit aetoiffen Gewohnheiten der diplo­matischen Geschäftsführung, sein ungewöhn­liches Sprachtalent, und nicht -uletzt die Kennt­nis des persönlichen Verkehrs einzel­ner. für die internationale Politik wichtiger Personen zustatten. Zur Brrvielfältiguna der von Rouet gelieferten Dokumente wandte Mai­mon wiederholt baS photographische Verfahren an. Sein Hauptaugenmerk richtete er auf bic geheimen Berichte der Botschafter und Gesandten.

- -----c ---- -Mv.'uuj von aller Welt abgeschlossen