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Nr. 106.

Erster Jahrgang.

Lsffrlrr Mrurste Kschnchtrn

1. Beilage.

Freitag, 7. April 1911.

(Nachdruck Verbotes.)

15)

Irr Mainzer Som in Gefahr

Der Dom zu Mainz.

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Plötzlich sagte sie scherzend: »Uns Heide hat das gleiche Schicksal ereilt, meine Liebe, wir haben Männer bekommen, die nahezu unsere Väter sein könnten."

Die kleine Frau war so verblüfft, daß sie kein Wort herausbringen konnte.

Das amüsierte die andere. Heiter fuhr sie

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Türme zieren den kunsthistorisch sehr interes­santen Bau, von denen der höchste zweiund­achtzig Meter mißt. Der von sechsundfünfzig Säulen gestützte Jnnenraum enthält eine große Anzahl alter Bildwerke. Der Dom ist nicht zum ersten Male in schwerer Gefahr. Während der berühmten Belagerung von Mainz im Jahre 1793 wurde er beschädigt; später, benützten ihn die französischen Kom­mandanten als Magazin. Im Hahre 1822 be­gann man die Kirche zu restaurieren; ihr öst­licher Turm erhielt eine gotische Kuppel, und in den Jahren 1870 bis 1878 wurde auch das Innere in alter Pracht wiederhergestellt.

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Der Konkursverwalter:

W. Franke.

Der Mainzer Dom. eine der schönsten Kathedralen Deutschlands, ist in bedrohlicher Gefahr, einzustürzen. Die Grundpfeiler des Gebäudes sind verwittert und unter­waschen. Die Entwäfferungsarbeiten, die die Stadt Mainz vom Grundwasser befreit haben, haben zugleich die Fundamente des Doms und anderer wertvoller Baudenkmäler beschä­digt. Hoffentlich sorgen die hessischen Behör­den für den Schutz der herrlichen Kathedrale, die in den Jahren 978 bis 1009 von dem Erz­bischof Willigis errichtet worden ist, also fast seit einem Jahrtausend die schönste Zierde der alten Bischofstadt bildet. Sechs

schnell fort:Uebrigens werden Sie daS alles ja nach und nach aus eigener Erfahrung ken. nen lernen! Hier entgeht man seinem Schick­sal nicht! Wenn Sie aber mal um einen Rat verlegen sind, kleines Frauchen, dann kommen Sie nur vertrauensvoll zu mir; wir müssen zu­sammenhalten, sind wir doch, sozusagen, Lei­densgefährtinnen." Wieder lachte sie herz­haft auf und reichte Lotte die Hand.

Als sie sich erhoben, begann Frau Melanie noch einmal:Uebrigens, vor einem will ich Sie doch lieber gleich warnen, da ist nämlich der gute Doktor Mark, auf Sellenthin, Sie kennen ihn ja auch schon, der ist der ge­fährlichste von allen, noch nicht zu alt. sehr flott und kühn, zwar ein Bißchen Zyniker wie alle reichen Junggesellen, aber er pflückt die Blümlein, wo er sie nur immer findet!" Sie lachte scherzend und liebenswürdig, indem sie der Tür zuschritt.

Und Lotte, obgleich innerlich tief Verletzt, hatte nicht den Mut, ein herbes Wort zu er­widern. weil a-les in einem so flott und spie­lend hingeworfenen Unterhaltungston heraus- kam. sodaß man eigentlich nicht wußte, ob es ernst oder nur scherzhaft gemeint war.

Als sie zu den Herren zurückkamen, fanden sie beide beim Burgunder und in einem ernsten Gespräch über Bodenkultur. i

Sofort fuhr die fchöne Frau dazwischen: Hu, so gelehrt, meine Herren? Zu dem feu­rigen Wein paßt das Thema aber eigentlich gar nicht!" ' >

Der Baron mit weinrotem Kopf schmun­zelte nur und reichte sein volles Glas zu Me­lanie hin, das die aber dankend zurückschob.

(Fortsetzung folgt.)

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Lotte war jetzt wirklich befangen. Gegen diese stolze Schönheit erschien sie sich in oll ihrer Zierlichkeit und Zartheit ganz unbedeutend, fast kindlich. Und nun wußte sie wirklich Nicht, ob sie sich über die so eifrig angetragene Freund­schaft freuen oder ärgern sollte.

Doch Fran Melanie nahm kurz entschlossen den Arm der kleinen Frau und entführte sie von den Männern nach dem kleinen Boudoir, wo sie sich gegenübersetzten und zu plaudern begannen.

Lotte sprach wenig; desto eifriger redete die schöne Nachbarin. Doch während sie von all dem Klatsch der nächsten Nachbarschaft wit­zelnd und spöttelnd berichtete, beobachtete und prüfte sie mit klugen Blicken ihr Gegenüber, bis sie zu dem Resultat kam: Ganz nette, kleine Person, aber herzlich unbedeutend, jeden­falls keine gefährliche Gegnerin für sie und ihre Ziele.

Endlich fragte sie teilnehmend: .Nun, ha­ben Sie sich schon ein bißchen eingelebt in die neuen Verhältnisse? Wie ich höre, waren S:c so lange in Berlin."

Lotte dankte freundlich, sie sei sehr zufrieden und fühle sich sehr wohl.

Aber die kluge Nachbarin hörte dock eine leise, wenn auch unausgesprochene Klage zwi­schen den Worten heraus. Und sofort dachte sie: Aha, hier stimmt etwas nicht so ganz!

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fort:Nichts für ungut, Frauchen! Natürlich haben Sie den Spatz nicht übel genommen, hoffe ich!"

O nein," ziemlich kleinlaut klang es.

Fröhlich und leichtherzig sprach die Nach­barin schnell weiter:Uebrigens hat das auch etwas für sich. Bei so einem erfahrenen Mann hat man mit keinen Ueberraschungen mehr zu rechnen, und das ist immer etwas wert. Manch­mal zwar sehnt man sich ja nach einem jünge­ren, aber, du lieber Gott, vollkommen ist in dieser Welt eben nichts."

Lotte schwieg. Die Worte brannten in ihrer Seele wie ein fressendes Feuer, und nichts, nichts wagte sie zu erwidern.

Hoffentlich ist Ihr Mann kein Barbar," sagte die Schöne leicht und flott, daß er Sie nicht mit gar zu eifrigen Argusaugen bewacht; in der Beziehung ist mein Alter einfach golden; nicht die geringste Spur von Eifersucht ist da; ich kann tun und lassen, was ick will. Und das ist ganz nett, kann ich Ihnen sagen. So kann man sich hier und da eine reckt nette Unterhal­tung schaffen. Gelegenheit bietet sich hier ge­nug. Man muß nur derb zufassen!" Sie lachte triumphierend und zeigte zwei Reihen prachtvoll kleiner, aber starker und fester weißer Zähne, die vor Glanz förmlich blitzten. Und als Lotte auch jetzt wieder rot und verlegen wurde, fuhr die temperamentvolle Nachbarin

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Die Mutter schwieg dazu, obschon sie an­derer Meinung war. Mit besorgtem Gesicht ging fie weg. Sie hatte noch eine andere Ent­deckung gemacht, die sie noch mehr erschreckte; doch darüber wagte sie dem Sohn noch nichts zu sagen, um ihn nicht zu bekümmern.

Eines Tages hatte die alte Frau mit dem ihr eigenen Scharfblick erkannt, daß Lotte ihr auswich, daß sie ihren stumm fragenden und bittenden Blicken nicht standhalten konnte. Das hatte fie erschreckt. Aber nun gerade war sie der Tochter mit umso größerer Liebe und Offenherzigkeit entgegengekommen, um deren ganzes Herz und Vertrauen zu erobern, und da hatte sie mit feinem fraulichen Instinkt ge­fühlt, daß Lotte ihr nicht mit der gleichen Hin­gebung entgegenkam. sondern daß unter all der Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit ein ganz leises Mißtrauen versteckt schlummerte. Von dem Augenblick an war es ihr Nar, daß es im Herzen der Tochter ein Geheimnitz gab, das wie eine unüberbrückbare Schranke zwi­schen ihnen stand. Mit Entsetzen hatte sie das wahrgenommen, aber mit eiserner Strenge verschwieg sie es jedem, am meisten der Toch­ter aber selber, um deren Mißtrauen nicht noch mehr zu Wecken. Nur wenn sie ganz allein war, dachte sie bekümmert über alles nach, denn sie sah, daß es in dem so sonnigen Glück ihres geliebten Jungen einen dunklen Punkt gab, von dem er nichts ahnte.

So vergingen die ersten vierzehn Tage fast wie im Fluge.

Das Interesse der jungen Frau hatte nicht nachgelassen, noch immer war fie in reger Tä­tigkeit, bemüht, sich auf allen Gebieten der Wirtschaft einzuarbeiten und allenthalben sich umzutun; immer nur arbeiten und schaf­fen, nur nicht grübeln, nur nicht über ihre Lage nachdenken, das war ihr Ziel; von der Zukunft, von der allmählichen Gewöhnung erhoffte sie alles.

Die Leute in Haus und Hof hatten sie gern, das fühlte sie bald heraus, und das tat ihr unendlich wohl; zu allen war sie freund­lich und höflich; sie ging zu den Armen und half ihnen; zu den Kranken ging sie mit Medizin und Verbandzeug, wobei ihr der Samariterkursus, den sie früher durch­gemacht, gut zu statten kam. Mit einem guten Wort erreichte sie alles, Auch der halb blöde Rilke, der jetzt die Schafe hütete, der von all den anderen Knechten gehänselt und geärgert wurde, auch der ging für sie durchs Feuer, denn sic hatte ihn durch eine Wohltat und durch ein paar gutgemeinte Worte im Sturm gewonnen.

Mit stiller Freude sah Bertold dies alles mit an. Er hatte sich das Einleben der kleinen Frau, viel, viel schwieriger vorgestellt. Und nun ging alles wie am Schnürchen. Nickis mehr von dem sonst so zimperlichen Stadtfräulein war zu merken; wenn man sie in ihrem schlicht dunklen und doch so kleidsamen Rock hantieren sah, konnte jeder meinen, sie sei auf dem Lande groß geworden. Zog sie aber nach der Arbeit das einfache Gewand aus, dann war sie die Herrin, dann sah ibr niemand mehr an, daß sie noch vor wenigen Stunden in Haus und Kücke geschaltet hatte. Und so, ganz so, hatte Bertold es fick gewünscht.

Darum war er überglücklich und herzte und küßte das kleine Frauchen, wo sich nur eine Ge­legenheit dazu bot.

Der Oktober war sonmg und schon. Noch einmal vor dem Abschied raffte der Sommer seine letzte Prackt zusammen und spendete Licht und Glanz in Fülle.

Die schönen Tage ließ man nicht ungenützt vorübergeben. Jeden Nachmittag unternahm man Ausflüge, um die Gegend zu besichtigen, und den Gutsnachbarn den üblichen Besuch zu niachen.

Als der Oktober zu Ende war. batte man die Runde um die ganze Nachbarschaft erledigt und erwartete nun die Gegenbesuche.

Die ließen auch nicht auf sick warten.

Den Reigen eröffnete Baron Salby mit seiner schönen Frau Melanie.

Bertold und der alternde Baron waren seit Jahren befreitndet, doch allzuweit lies; cs Frau Sabine nickt kommen, weil sie fürcht-te, daß der ewig versckuldete Baron von Bertolds Freund­schaft allzu ausgiebigen Gebrauch machen könnte.

Besonders liebenswürdig, fast zärtlich, kam die schöne Frau Melanie Lotten entgegen, so daß diese fast ein wenig befangen war.

Wir müssen ante Freunde werden, meine liebe, kleine Frau!" rief die üppig schöne Nach­barin mit all dem Temperament, das sofort die

Südländerin verriet.Haben Sie nur ein we­nig Vertrauen zu mir! Ich weihe Sie in alle Geheimnisse uttb Eigenarten unserer lieben Nachbarschaft ein. Und es ist ganz gut für Sie, wenn Sie die Menschen, die zu Ihnen kommen, vorher ein wenig aus der Schilderung kennen lernen!"

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Geöffnet von 11-1 Uhr : Eintritt frei.

Den erhöhten Forderungen, die ein kulti­vierter Geschmack im Publikum an die sach­gemäße, künstlerische Ausstattung von Wand, Decke und Fußboden unserer Wohnräume heute stellt, soll eine Ausstellung überzeugenden Aus­druck verleihen, die meine Firma im großen Saale des Evangelischen Vereinshauses in der Zeit vom 7.-9. April d. Js. veranstaltet. j

In dieser Ausstellung wird in geschmack­vollen Arrangements dem Publikum gezeigt werden, was heute an guten und schönen, ein­fachen wie kostbaren Fenster- und Tiirbehängen, Stickereien, Teppichen, Tapeten und anderen Wandbekleidungen, Linoleum etc. in charakter­vollen Mustern nach Künstler-Entwürfen vor­handen ist. Als vorbildliche Beispiele einer guten sachlichen, eigenartigen und neuzeitlichen Behandlung unserer Wohnräume dienen die mitausgestellten schönen Arbeiten der Fach­klasse von Professor Friedrich Adler an der Hamburger Kunstgewerbeschule. Außerdem sind noch bei dieser Ausstellung die Ver­einigten Werkstätten für Kunst im Handwerk, A.-G. in München, die Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst in Dresden-Hellerau, das Werkhaus in Charlottenburg und andere neu­zeitliche Werkstätten mit wirkungsvollen Kol­lektiv-Austeilungen vertreten. i

Ich gebe mich deshalb der Hoffnung hin, mit dieser eigenartigen Ausstellung dem Publikum Cassels zum ersten Male einen überzeugenden Ueberblick über das weite und reiche Deko­rationsgebiet bei der modernen Behandlung von Wand, Decke und Fußboden unserer Wohn­räume zu geben und lade zum Besuch der Aus­stellung ganz ergebenst ein.

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