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Nr. 103. — 1. Jahrgang.

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Casseler Neueste Nachrichten

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brachen ist. R. wurde von der Kriegerfani- tatskolonne nach Anlegung eines Notverban des dem Tiokonissenbause zugeführt.

L n t o m ob ein G i' '• m wen jtz. der Kaurn:.:

machte längere Ausführungen, in denen er den Zweck und die Ziele des Derbandes darlcgte. Dr. Winter stein und Herr Rischke stimmten den Darlegungen zu. Ein Redner der freien TurnerschÄt glaubte einige Beden­

ken äußern zu muffen, als ob die Jugend in I bestimmte v o l i 1 i s ch e Bahnen gelenkt wer- > den sollte, während oas Mitglied eines Sport­vereins erklärte, daß seinen Freunden ein an-1 derer Bericht über den Zweck des Verbandes erstattet worden sei, als man in dieser Ver- sammlang' -zu ; fcörtii Gelegenheit hatte. Tie geäußerten Bedenken wurden indessen zer­streut, da eine Reihe von Herren sich als Mit­glieder anmeldeten; so kann die Gründung der Ortsgruppe des Reichsdeutschen Jugendver-

sriedigung des Kellereinganges und dann auf I Hausen befand, fuhr er beim Nehmen einer — ■ _ 3urj)e gegen eine ^elsenwand und schlug um,

und die beiden Insassen wurden im Bogen

die Kellertreppe, wo sie mit einem Schädetbruch und schweren inneren Verletzungen liegen blieb. Man trug das Mädchen nach der Wohnung, wo es, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu

bandes als erfolgt gelten.

A Die nächste Stadtverordnetensitzung. Am kommenden Donnerstag abend sechs Uhr treten die Stadtverordneten wieder zu einer Sitzung zusammen. Die Tagungsorduung weist 24 Beratungsgegenstände auf. Zunächst erfolgt die Verpflichtung der wiedergewählten Stadtverordneten Henkel, Husschmidt, Preigel und Heinigk. Dann wird die Wahl von fünf Mitgliedern der Kommis,ron zur Vorbereitung der Stadthal- l e n f r a g c vorgenommen. 2900 Mark sollen bewilligt werden für die Beleuchtung der Wilhelms st raße mit elektrischem D o g e n l i ch t. Von besonderem Interesse wird die Debatte gelegentlich der Beratung

auf die Straße geschleudert.

Als Niehof, der eine Zeitlang bewußtlos da­gelegen hatte, sich erhob, um nach seinem Be­gleiter zu sehen, sand er diesen völlig leb- l o s vor. Mit Hilfe einiger herbeigeeilter Leute schäfte man Nolte ins Torf, wo dann der inzwischen eingetretene Tod konstatiert wurde. Ein Genickbruch hatte dem Leben des Verunglückten ein Ende gemacht. Mit un­geheurer Schnelligkeit verbreitete sich die Kunve von dem Unfall und bald eilten viele Men­schen zu der Unfallstelle. Nolte wurde spater auf einen Bauernwagen gebettet und in der Nacht nach seiner Wohnung gebracht. Seine Frau, die inzwischen von dem Unfall ^verstän­digt worden war, war aufgelöst vor Schmerz, als man ihr die Leiche ihres Mannes, der ,ic in voller Gesundheit verlassen hatte, ins Haus brachte. Zwei Kinder trauern ebenfalls um den Tod ihres Vaters.

müfe angenommen werden können. Die An­meldungen sind außerordentlich zahlreich ein- gegangeu, sodaß die diesjährige Ausstellung (namentlich mit Maschinen und Erzeugnissen) sehr stark beschickt sein wird. [

A Die Jubelfeier des Wilhelm-Gymna­siums. Im Monat Mai blickt das hiesige Kö­nigliche Wilhelm-Gvmnastum auf ein fünf- uiidzwanzigjsihriges Bestehen zurück. Ans diesem Anlaß haben viele ehemalige Schüler den Beschluß gefaßt, eine festliche! Veranstaltung zu arrangieren. Der Festausschuß veröffentlicht das Programm der geplanten Feier im heutigen Inseratenteil der „Casseler Neueste Nachrichten". Danach ist üt Aussicht genommen, am Freitag, den 8. Mai, abends, ein Fest der Schule unter Beteiligung der früheren Schüler und ihrer Damen, am Sonnabend vormittag Schulfeier in der Aula bc§ Gymnasiums, abends Festkommers im großen Stadtparksaal, am Sonntag vormittag Besuch des Gvmnasiums und Frühschoppen im Ratskeller.

△ Die Zukunft des Restbenztheaters. Am Sonnabend vormittag befaßte sich der Bezirks­ausschuß in nichtöffentlicher Sitzung mit der Kautionsfrage des Residenzthea­ters, da ein Gönner die erforderlichen 6000 Mark zur Verfügung gestellt, sich über das Geld aber das freie Versügungsrecht Vorbe­halten hatte. Der Bezirksausschuß kam zu dem Beschluß, daß unter solchen Bedingungen die j Kaution als nicht gestellt anzusehen sei,

«uHunujroansm 1 einen r om pli zirrten Knochelb ruch. t Ernst Simons Nach Ansicht der Aerzte wird ledensalls der - i Unterschenkel amputiert werden müssen, da das Gelenk nichr weniger als viermal g e -

Stgen sieben Ubr abends st '.rt an. Aks der Wagen bacbersiraße vor Elaers-

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Des Reichskanzlers Schwiegermutter

Berlin, 3. April. (Telegramm.) Die Schwiegermutter des Reichskanzler von Bethmann Hollweg, Frau von Pfuel, ist in der Nacht zum Sonntag im Hause Königgrat- zerftratze 141, wo sie sich beim Grafen zu Doh­na Schlobittcn zum Besuch befand, plötzlich am Herzschlag im vierundsechzigsten Lebens­jahr gestorben. Frau von Pfuel wohnte in Ha- lcnsee.

Intermezzo auf dem Ruinenberge.

Berlin, 3. April. (Eigne Drahtmed dun g.) Heute früh exerzierte eine Batterie bei Garde-Feldartillerie aus dem Ruinenberge des Bornstedter Feldes bei Potsdam. Infolge der Salve der Maschinengewehre scheuten die Pferde und versuchten, durchzugehen, Als die Mannschaften sie zurückznhalten suchten, kam es zu einem mitten Durcheinander von Tieren und Menschen, wobei zwei Kano» niere ernste Verletzungen erlitten.

Eine Soldaten-Tragödie.

Mailand, 3. April. (Eigne Drahtmel. dun g.) Der schon oft gerügte Schlendrian btt italienischen Armee hat wiederum ein U n g l ii A verursacht. Infolge der mangelhaften Kontrolle batte niemand bemerkt, daß das Geländer eines Balkons der Artillerjekaserne in Ve- uaria Reale bei Turin durchgerostet war. Er siet» abend standen mehrere Artilleristen aus dem Balkon und sahen auf die Straße hinab Plötzlich brach das G e l ä n d e r und riß bte Soldaten in die Tiefe. Einer war sofort lot, fünf andere wurden schwer verletzt inö Spital gebracht.

Im schwankenden Boot.

Kopenhagen, 3. April. (S p e z i a l - T e l e gram tu.) Bei Bergen überfuhr der Dampfei ..Fjalir" ein Boot, das draußen vom Sturme überrascht worden war und den Hafen anfsn chen wollte. Bon den Insassen, einem Ehepaar mit Heben Kindern, ertranken der Batet und vier Kinder, die übrigen konnten von einem Rettungsboot aufgenommen werde»

Ein neuer Sultan von Marokko?

Tanger, 3. April. (Telegraphische Meldung.) Die Beni Mter haben nach dem Erfolge vom 26. März alle Stämme des Gharb Gebiets aufgefordert, sich ihnen zur Belage­rung von Fez anzufchließen. Nach Gerüch­ten, die von Eingeborenen verbreitet werde», -ollen die Berber in Fez e i naed rnn gen sein und dort M n l c Y I s m a l rum Sultan von Marokko ausaernfen haben. (S. auch: Dl«

। Politik des Tages.)

Tas Pestgespenst in Indien.

Kalkutta, April. (Priv att;le gram m.» In Osts.'va ist die Be u l e n n e ft ausgebrochen. Neber hundett Einwohn-r sind der Seuche bereits erlegen und viele ha-idert Neuerkrankungen werben gemeldet. Die B bür- ven treffen umfassende BerhümngsmaßiN'hmeii.

haben, ftarb.

X Der Raubanfall auf den Kaffenboten. Ein Spezialtelegramm meldet _ uns aus Berlin: Gestern abend wurde auf dem Hofe eines Grundstücks der Friedrichstraße ein Raubanfall auf den sechzigjährigen Kas- senboteu eines Bankgeschäfts verübt, der abends nach Beendigung seines Dienstes den Kellnern der Restaurants in der Friedrichstadt Wechselgeld besorgt. Der Räuber versuchte, dem alten Mann tausend Mark in Nickel und die Ledertasche zu entreißen, was ihm aber nicht gelang. Ter Kaffenbote hielt den Räuber, einen jungen Burschen, fest; bis die Polizei ihn festnehmen konnte.

~ Tie Tragödie des Schutzmannes. Mel­dungen aus Laurahütte in Schlesien zu­folge bemerkte in der vergangenen Nacht ein | Schutzmann auf einem Patrouillengang meh-1 rere verdächtige Personen. Als er sich ihnen näherte, schossen sie auf ihn. Der Schutzmann wurde durch fünf Schüsse schwer verletzt und st a r b alsbald, ohne das Bewust- fein wieder erlangt zu haben. Die Verbrecher sind unertant entkommen.

«r Der Liebhaber als Mörder. Aus P a - t i s meldet uns ein Spezialtelegramm: Der Schneider Bacholicr drang gestern morgen in die Wohnung seiner ehemaligen Geliebten, Benois, und forderte sie auf, ihm ihre Erspar nisse auszuhäudigen und zu ihm zurückzukehren. Die Weigerung des Mäd­chens beantwortete er mit Messerstichen. Trotz schwerer Verwundungen konnte sich das Mädchen bis zum Fenster schleppen und um Hilfe rufen. Als Männer die Treppe hinauf­eilten, warf sich der Täter mit blutigem Messer diesen entgegen. Er erreichte die nähegelegene Küche, die er durch einen zweiten Ausgang verließ. Zwei Polizisten brachte er bei der Ver­folgung Messerstiche bei. Schließlich wurde er verhaftet. Das Mädchen erlag bald darauf sei­nen Verletzungen.

Das Rettersest der Kasseler Husaren.

Die gestrige Generalprobe.

Haust Moktkesirsß; rävbsi»dlnna ml? betreibt tni?"

Flötist bewährte. Der Altpreußische Armee- niederliegt.

marsck schloß den genußreichen Abend. /\ Vom Unglück verfolgt. Der in der

A Die Gründung des Jugeiidverbandes. Fischgasse wohnhafte schlosser R. war wegen Am Sonnabend abend fand im Stadtpark- einer .Handverletzung im ^lakoniffenhaus in faa(e die -weite Versammlung zur Gründung Behandlung. Am Lonnabmd hatte er Urlaub einer Ortsgruppe Cassel des Reichs- genommen. der leider em schlimmes Ende ,neh- deutschen I u g e n d v e r b a n d e s statt, men lollte: Beim, Betreten einer Kaifeestube Aber nur wenige waren der Einladung ge- in der Bruderstrage trat R. fehl und erlitt folgt: (Wir zählten ackitundzwanzig Perso- nen.l Hauptmann a. ~ ~

Draußen lacht strahlende Frühlings, onne vom Himmel, warm ist's wie im.Maien, mid von Zeit zu Zeit jagen erste Lenzgewitter-Re­genschauer über das frische junge Grim. Da tönen schmetternde Fanfaren über das weite Feld, die letzten Säumigen zum Reiterfest zu laden. Und drinnen in fahnengejchmuckter Reitbahn der Kaserne drängt ,lch au, der Tri­büne die Zuschauermenge, erwartungsvoll des bunten Schauspiels harrend. Trompetenschall kündet des Festes Anfang, und em Offizier des vierzehnten Husaren-Regimeitts sprengt in die Schranken, die Gaste zu bewillkommnen. Dann naht die erste Kavalkade: Acht Damen und acht Offiziere des Regiments. Die erste Qua­drille wird geritten. Elegant und lieber sitzen alle in den Satteln, und bald im Schritt, bald im leichten Trab oder flinken Galopp tanzen die Pferde zu den Takten der Musik. Emen besonders prächtigen Anblick gewährt die von j vier Damen und aefjt Offizieren gerittene Qua­drille in den verschiedenen Uniformen, die das Regiment feit seinem Bestehen getragen, von der Zeit des Rotrocks bis auf unsere -tage, von der Puderperücke bis zur neuefkn feld- I grauen Uniform. " Famos wirkt auch die Sprnngquadrille, die wieder die Offiziere des Regiments als treffliche, elegante Reiter zeigt. Doch.nicht allein die Offiziere sind's, denen der Preis des Tages gebührt, gleiches Lob verdienen die Wachtmeister und Unteroffi­ziere, die ihre Quadrillen ebenfalls tadellos aussühren. Und brave Leistungen als Turner und im Galoppvoltigieren weist eine ganze _ Regiments des Pub-

Reihe von Soldaten des auf, so daß der Beifall likums kein Ende nehmen einem farbenprächtigen Bilde Schluß daun noch einmal alle ....—..------------------ — y-,■ .. ,

den Zuschauern ein buntes lebensvolles Bild, und der frühere Bejchluy, wonach die spiel,ett bis sie unter den Klängen der Musik die Reit- mit dem 9. Avril zu Ende geht, bestehen bleu bahn verlassen und das Publikum sich lang- ben müsse, ;

sam zerstreut. M. M. △ Eine Ausstellung von Schulerzeich-

3 ___ nungen. In der Aula der Qberreal-

A Bismarcks Gedächtnis in Cassel. Als lchu le I. (Kölnische Straße 89) Ast gestern vor- am ~ouitabenb der Abendschatten ^amme-1 mittag eine Ausstellung von schulerzeichnun-1

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Sonntag abend die Mitglieder der Ortsgruppe △ Die Schlägerei tm Hausflur. Zwischen Cassel des R e ich s v e r b a n d e s gegen! einem Hauswirt und einem Arbeiter kam es die Sozialdemokratie versammelt, um am Sonnabend in dem Hausflur eines Hau,es auch ihrerseits den Geburtstag des Altreichs- an der Bremerstraße zu einem Wort-

I kanzlers festlich zu begehen. Das Programm I wechsel, weil der Arbeiter die rückständige des Abends war äußerst interessant. Die Miete nicht bezahlen wollte. Bei dem sich ent- Henkel'sche Kapelle eröffnete die Feier mit dem spinnenden Handgemenge erhielt der Ar- von Meister komponierten „Bismarck-Marsch", beiter von dem Hauswirt einen jo schweren worauf Fräulein Berndes einen poetischen Schlag über den Kopf, dag er eine klaf- Festspruch vortrug... Exzellenz von der sende Wunde davontrug und einen Arzt B o eck brachte -m Anschluß daran das Kaiser- aufsuchen mußte. Gegen den Hauswirt ist An-| hoch aus. Ein Klarinetiensolo trug Herrn zeige erstattet worden.

Neide reichen Beifall ein. Generalsekretär Achtung, nicht rückwärts abspriugen! Lanzeheine hielt die Festrede, in der er Um Sonnabend ist wieder ein schwerer ein Lebensbild des trutzigen märkischen ^um Unfall dadurch herbeigeführt worden, daß

I kers gab, der durch seine Energie, durch fein em Fahrgast von einem in voller Fahri be- urdeutsches Fühlen und Handeln die treibende findlichen Wagen der elektrischen Straßenbahn Krast zur Einigung des Vaterlandes, zur der verkehrten Richtung absprang. Schaffung des Kaisertums geworden ist. Es F„ Rothenditmold war's, wo der Klemp j folgten mehrere ' Orchesternummern. . Herr „er R. die Straßenbahn verlassen wollte, als

Grünewald trug eine hübsche Dichtung: der Wagen npch nicht gehalten batte. Ta R. „Ein Strauß für^Bismarck" vor. Eisenbahn- „ach der falschen Richtung hin aus die Straße sekretär Henning bot heitere Bilder aus sprang, stürzte er imd schlug mit dem Kops so Bismarcks Leben in Vers und Prosa. Es stark auss Pflaster aus, daß, er eine G e.hi r u» folgten Wetter gemeinsam gesungene Sieber,| erfdjiitterung babontrug. Der Verletzte Orchesterstücke. ein- schönes Tremolo, in betn I mürbe ms Unsallkraiikenhaus transportiert, sich Herr Hildebrandt als talentierter wo er ht bedenklichem Z u st a nbe da-

d eine »ibr= epacalL werk- teü namens gen Anto- um dort Ge-

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Völlig unverletzt geblieben ist der Begleiter Niehof, der, wie durch ein Trdinakwn7er ^^i?eb? tt^sich "vmivem I eine’r Ettig^bU Casseler ^ethebundes sein, kosinte Der bei dem UnfalliCassel als Ort für die kommende getötete Rolfe wird uls ein «? "weiteres ÄLen Äeffen:

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wurde schäffte man kommiffiön für die städtischen höheren Mäd- dem Anprall beichadigt wurde’ J „„b die weiter führenden Unter«

beute J^ .CL*n ßT erregte n richtsanstaltcn, Mitwirkung der Stadtverord.

Pfer^ vor Ausiehen, netenversammlmig bei der Wahl von Volks-

den «ttatzen unserer Reiidenzgi; MEv schullehrpersonen und Neueinrichtung einer

als diejereigeartige^ranport Lchrerstelle an der Bürgerschule 10. Außerdem

~cr ich^r betroftm?" ®oräeiic des ist eine Reihe von Rechnungen abzunehmen,

den von allen weiten herzliche wwetic oe $jc fömmcnbc Landwirtschafts-Aus

| Mitgefühls zuteil. • ■ | fteüung. Die Veranstalterin der im Juni in

Cassel ftattfinbenben Landwirtschaftlichen Ju­biläumsausstellung hat ein Zweigbureau für die Ausstellungs-Angelegenheiten in Cassel, Friedrichstraße 36 (Ecke der Franksurterstraße), eröffnet. Vertreter der Deutschen Landwirt­schafts-Gesellschaft und Leiter des Ausstel­lungsbureaus ist Dr. G i e r § b e r g. Es sei hierbei bemerkt, daß Anmeldungen nur noch für Schäferhunde, Geflügel und Kaninchen, Fische, Bienen, sowie frisches Obst und Ge-

ffiK- schwer? AmsMttN-! Ktttostr vphs.

< • Eini- Peri»a gemrel

Gestern «achmittaa Hai sich auf irr Ck-cmfj wischen Hook und Eraershsusen eine sch w

Letzte Telegramme.

(Rach Schluß der Redaktion eingegaugen.»

Sonntag an der Isar.

((Signe Drahtmeldung.) München, 3. April.

Gestern abend kam es in der Bayer- ftraffe infolge eines Verkehrsunfalls zu gro steu Menschenansammlungen, wobei ein Schutzmann die Neugierigen aufforderte, sich zu zerstreuen. Ein Mann aus der Menge packte daraufhin den Schutzmann an der Brust, ivorauf dieser blank zog. Dadurch geriet die Menge in Wut und drang aus den Schutz­mann ein, dem ein Unteroffizier zu Hilfe kam. Aber auch dieser wurde derart bedrängt, daß er auf die Straßenbahn flüchtete, bereit Fenster zum Teil eingefchlagen wurden. Als der Schutz­mann mehrere Verhaftete zum Wachlokal auf den Bahnhof brachte, wurde er von einer gro- ffen Menschenmenge verfolgt. Schutzleute der BahnhofSwache schützten mit gezogenen Säbeludas Wachlokal und erst einem großen Aufgebot der Polizei gelang es, die Demon­stranten zu zerstreuen. Im ganzen wurden zwölf Verhaftungen vorgenommen.

Die neueste Fxylofions-Katastrophe.

Luxemburg, 3. April.

Ein furchtbarer Unglücksfall hat sich heute früh in Efchsur-Alzette, einer kleinen Stadt an der luxemburgischen Grenze, ereignet. Ein junger Arbeiter war damit beschäftigt, 2500 Tynamitpatronen in einer Kiste zu ver­packen. Als er dann mit einem Hammer die Nägel in die Kiste einschlug, erfolgte eine furchtbare Explosion, die den Arbeiter in tausend Stücke zerriß und die Leiche meterweit sortschleuderte. Durch die Gewalt des Luft­druckes Wurden zahlreiche Schäden an den um­liegenden Gebäuden angerichtet und der Be­völkerung bemächtigte sich große Bestürzung

Norwegen im Sturm.

(Eigne Drahtmelbung.)

Christiania, 3. April.

Der nördliche Teil Norwegens wurde wäh rend der ganzen vergangenen Wochen von hef­tigen Stürmen heimgesucht, die schwere Schäden anrichteten. Ter Verkehr zu Wasser und zu Lande war nahezu völlig lahm gelegt. Als sich das Wetter gern früh besserte, unter­nahm bei Vardö die ganze Fifcherflot- I title, die während drei Wochen untätig int Hasen gelegen hatte, eine Ausfahrt zu den Fangplätzen. Gegen mittag setzte Plötzlich ein furchtbarer Rordwest sturm ein. Die Rettungsboote und Jnspektionsdampfer gingen svsort aus, um den Fischerboten behilflich zu fein. Mehrere Boote werden vermißt, und man hegt die schlimmsten Befürchtungen über ihren Verbleib. Eine Anzahl Leichen wuxde bereits vom Meer ans Land gespült.

Jas Neueste aus kastel.

Hin Mrchenrauber vor Gericht.

Die Tricks eines „schweren Jungen".

Der ans Gotha gebürtige, zuletzt in Cassel Wohnhaft gewesene Kaufmann Arthur Schmidt, der mit deutschen und dänischen Gefängnissen schon des öftern wegen Dieb- stahls und Erpressung Bekanntschaft gemacht har, stand bereits am 30. April 1909 vor der hiesigen Strafkammer wegen diverser Kirchen- räubcreien unter Anklage und erhielt acht Mo-1 nate Gefängnis, die er inzwischen verbüßte. Infolge eines begründeten Wiederaufnahme­verfahrens wurde das Urteil^durch das Reichs-1 gericht aufgehoben und die Sache an die Vor-1 instanz ^urückverwiesen. In der neuen, am I 1. August v. I. stattgehabten Verhandlung wurde das vorinstanzliche Urteil aufrechterhal­ten Aber auch aegen dies erneute Urteil legte ber Angeklagte Revision mit dem Erfolg ein, daß infolge Formfehlers das letzte Urteil eben­falls ausgehoben und die Sache an dos hiesige I Landgericht zurückverwiesen wurde. Heute nun wurde der umfangreiche Protest (mit dreißig I Zeugen und Sachverständigen) wieder ausge- rollt. Ter Angeklagte erklärte sich für verhand- lungsunfähig, da er infolge des Transports im „Rumpel kästen" an heftigen Kopfschmerzen leide. Dementgegen erklärt ibn Geheimrat Hei­nemann für vollständig vor handlungsfähig. Daraufhin wurde seitens des Gerichts der Ver­tagungsantrag abaewiesen. Nunmehr erklärte der Angeklagte drei Landrichter (darunter auch den Vorsitzenden der heutigen Strafkammer- j für befangen und lehnte diese ab.

Eine sofort neugebildete Kammer erklärte den Antrag auf Ablehnung des Gerichts man­gels jeglicher Begrnüdung für unzulässig, »vur die seinem Unwillen Luft machende Acnßerung „Wenn das Gericht selbst das Gesetz mit Fü­ßen tritt, bann werbe ich keine Antwort mehr geben", wurde dem Angeklagten wegen gro­ber Ungebühr eine dreitägige H a f t- strafe auferlegt. Der Zeugenvernehmung folgte der Anaeklagte teilnahmslos. Aus dieser er­gaben sich folgende Talvesiände ■ Am frühen Morgen des fünften Januar 1909 sah der Kir­chendiener der Oberiieustädter Kirche beim Be- , treten der Kirche einen Mann, die Treppe her­unterkommen. der auf fein Befragen angab, als Uhrmacher die Kirchenuhr aufgezogen zu ha­ben. Zwei Tage daraus wurde die das Opser- gelb in Hohe von etwa 80 M enthaltende, un Altar ansbewabne eiserne Kassette vermint. Der Diebstahl konnte nur von einer mir der ganzen Oenlichkeit auf das Genaueste vertrau­ten Person ausgeführt worden fein, als die dann auch der Angeklagie ennttielt wurde. Die gestohlene Kassette wurde später iw Gewahrsam des Angeklagten gefunden, als ccrpits belicti beschlagnahmt und als Gnmdlage fü- bas Strafverfahren verwendet. Aus erbeuten An­trag des Angeklagten nahm San' ätsrat Hetne- mann nochmals -ine Unter.'ucku na vor. auf Grund bereit Ergebnis do» Gr sicht zu einer Vertagung der Sache