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- r. Jahrgang.

Nummer 102.

WEM MchrichM WWW hessische WenÄieitung

Fernsprecher 951 und 952.

Sonntag, den 2. April 1911

Fernsprecher 951 unt) 952.

derTemps

Sie York-Katastrophe

genommen hätte.

Parisi Meldung.)

1. April. (Eigene Draht- TieLiberts" ist von der Kanz- als befriedigt; sie ist begeistert.

unsrer religiös ohnehin stark indifferenten Zeit befürchtet und deshalb mit zähem Widerstand sich gegen den ihr pietätlos scheinenden Bruch mit jahrtausendalter Hebung stemmt; die an­dere, die in der Feuerbestattung die notwen­dige Konzession an die Fortschritte der Hpgiene und an das Kulturbedürfnis überhaupt sieht, und die in der Verteidigung dieser Auffassung so weit geht, das Empfinden der Andern als politische Rückständigkeit zu brandmarken. Dle Parteienspaltung wäre indessen noch nicht be­fremdlich, denn es handelt sich hier nicht lnur um Fragen des Prinzips, sondern (wie gesagt) um die Konsequenzen bestimmter Weltanschauungs­sonnen. Das Charakteristische ist vielmehr die Tatsache, daß der Widerstand gegen die Feuer­bestattung gleichzeitig ein Kampf gegen die Regierung ist, eingeleitet von dersel­ben Parteienmehrheit, die sonst den Träger der Regierungspolitik darstellt.

Zufällige Reibungen pflegen nicht derart dauernde Wirkungen zu haben, und rasck vor­überhuschende Meinungsdifserenzen werden im politischen Handel zwischen Rah-Verbün­deten nicht mit zornigem Wort und harter Faust aller Welt offenbart. Was focht also Preußens ungekrönten König" an, im Parla­ment auf die Schanzen zu steigen und den Kanzler der Außerachtlassung preußischer Zwangspslichten zu zeihen? Und was bewog die dem Herrn von Heydebrand nacheifernde Mehrheit des Landtags, dem Ministerpräsi­denten die Freude am endlichen Werden eines aus langem Kampf gebornen Kulturerfolgs in der Feuerbestattungsfrage zu vergällen, wäh­rend zur selben Zeit auch im Oberbaus die Speere geschliffen werden? Daß das alles nicht von ungefähr geschieht, fühlt ein Blinder mit dem Stock; es scheint sogar, daß das Spiel mit Vorbedacht in Szene geht, um den in

turellen Bedürfnisses eine

Kabalen...?

Vor und hinter den Kulissen.

Berlin, 1. April. (Telegramm ttn» sers Korrespondenten.) Die konservative Fraktion des Herrenhauses wird bei der Etatsberatung ebenso wie die konser­vative Fraktion des Abgeordnetenhauses Stellung nehmen gegen die Zugeständ­nisse, die der Reichskanzler bei der Bera­tung der elsaß-lothringischen Verfassungs- Vorlageunter Schädigung der preußischen Interessen" gemacht haben soll. Die Op­position des Herrenhauses dürfte sich noch schärfer gegen den Reichskanzler wenden, als es seitens der Konservativen im Ab­geordnetenhause geschehen ist. Es scheint also, daß der Reichskanzler in dieser Frage die gesamten Konservativen gegen sich hat. Man horchte befremdlich überascht auf, als dieser Tage int Preußenhaus Herr Ernstvon Heydebrand (den die Freunde bewundernd denkleinen Bismarck" nennen, und in dessen starrköpfiger, wenn auch sonst bescheidner Ge­stalt die Gegner grollendPreußens unge­krönten König" schauen) behend zur Tribüne stieg, und Herrn von Bethmann Hollweg ein Privatissimum über die Kanzlcrpolitik in der reichsländischen Verfassung ssrage las, von dem auch der mit Bülows klassisch gewordner Rhi­nozeroshaut Gesegnete sagen mußte, daß cs scharf und stachlicht und über Gebühr gepfeffert war. Und das Seltsamste: Warum fuhr der streitbare Mann aus Klein-Tschunkawe so un­gestüm in den Landknechtkoller; warum sprühte das Feuer der Entrüstung über die Preisgabe berechtigter preußischer Interessen" im Handel um das reichsländische Versas- sungsgefüge, und warum wählte Herr Ernst von Heydebrand (dessen rundes Hütchen Peter Spahns blankgebürsteten Zvlinder in den Vor­zimmern der Regierenden längst abgelöst hat) grade des jungen Lenzen erste laue Tage, um dem Kanzler unter dem Beisallsgemurmel der Freunde zu offenbaren, daß man auf der rechten Seite beider Redestuben in Land und Reich entschlossen ist, den Grenzstrich zwischen der von der konservativen Tradition diktierten Rützlichkeitspolitik und der aus der Pflichtenlast der Regierungspartei erwachsen­denparlamentarischen Opportu­nität" schärfer als bisher zu markieren?

Wer trägt die Schuld?

(Telegramm unsers Korrespondenten.)

Kiel, 1. April.

Tie bisherigen sorgsältigen Ermittlungen überdas Explosionsunglück auf dem Kreuzer ?)orl" haben die Ursache der Explosion im­mer noch nicht aufklären können. ES ist jedoch scstgestellt, daß keine Unvorsichtigkeit begangen worden ist. Der Raum, in dem das Benzol in explosionssichcren Gefäßen aufbe­wahrt war, war vollkommen lüft- und wasser­dicht abgeschlossen, die Tür war verriegelt, so­daß niemand den Raum betreten konnte. Tie Flammen bahnten sich ihren Weg dadurch, daß sie eine Wand der abgeschlossenen Kammer durchbrachen und auf diese Weise in den ab geschloffenen Raum gelangten. Der Kaiser hat über das Unglück heute früh telegraphischen Bericht cingefordcrt. Heute früh weilte eine Marine-Kommission an Bord, um die Brandstätte in «uaenschein zu nehmen.

zum OberregierungSrat Heiß gegangen, der ihm gesagt habe, das Konzert könne ruhig abgehalten werden, es sei eine private Veran­staltung, und die Polizei werde nicht soweit gehen, es auszulösen, es werde höchstens ein Protokoll geben. Der Angeklagte erörtert dann die Vorgänge vor Beginn des Konzerts. Als er den Brief des Verwalters erhielt, daß daS Konzert doch verboten sei, habe er das als blödsinnige Stänkerei der Poli- z e i" empfunden. Die Aufforderung, den Saal zu verlassen, habe er an die Versammelten er­gehen lassen, weil ihm die Polizei schließlich leid getan habe. Samain behauptet auch, daß in dem Verein niemals antideutsche Tendenzen vorgeherrscht hätten. Der Ver­ein treibe lediglich Musik und Sport. Die übrigen Angeklagten behaupten sämtlich, un­schuldig zu sein. Einer will nur mitgegan- gen sein, weil er seine verlorene Trommel su­chen wollte. Ein anderer behauptet, daß et die uniformierten Mitglieder bewegen wollte, nach Hause zu neben. Ein Dritter erklärt auf die Frage des Vorsitzenden, ob er

eine Rede gehalten habe, unter großer Heiterkeit, dazu sei et gar nicht imstande. Zwei Angeklagte reden sich mit star­ker Trunkenheit bezw. totaler Kon­fusion heraus. In der Beweisaufnahme wird zunächst die Frage erörtert, ob Oberre- gierungsrat Heitz wirklich die oben erwähnte Bemerkung zu Samain getan hat. Hierüber wird indessen keine Klärung erzielt, -^eitz be­streitet die Bemerkung, Samain bleibt habet. Zwei Zeugen bestätigen ihm, daß er auch ihnen den Inhalt der Unterredung, wie er sie schilderte, angegeben habe. Heiterkeit erregt es auch, als sestgestellt wird, daß einer der An­geklagten ans . . . Homburg v. d. Höhe stammt. Da die Verhandlungen sehr langsam vonstatten gehen, und noch a ch t T a g e in An­spruch nehmen dürften, werden wir uns in der weiteren Berichterstattung lediglich auf die Wiedergabe deS Wichtiastcn beschränken.

*

Die heutige Verhandlung.

(Telegramme unseres Korrespondenten.)'

. Metz, 1. April.

; Auch beim Beginn der heutigen Vet< Handlung war der Lubörerraum wieder von

lerrede mehr _ . .

So (erklärt sie) müffe ein Staatsmann zum Lande sprechen, um ein Volk zu bilden und ür große Ziele vorzubereiten. In der Kam­mer läßt sich der Eindruck kurz so zusammen­affen, daß die Rede von allen Parteien, bis aus die Sozialisten, gebilligt wird; natürlich hauptsächlich in ihrer Nutzanwendung auf die Verstärkung der französischen Truppenmacht.

Barteixe sportive.

Die Franzosen von Metz vor Gericht.

(Von unserm Korrespondenten.) Metz, 1. April.

Verständigung über Rüstungsbeichrankungen nicht noch en t s ch i e d e n e r bernetnt hat, halt für einen Fehler.

Preuße« und im Reich leitenden StaatsMNtt auch im Frieden der Wilhelrnstraße air die gottgewollten Abhängigkeiten" zu erinnern, die nun einmal alles Sterbliche belasten. Die gleichen Jrrlichtchen hüpften übers Dlach- elb des Parteigetriebs, als Bernhard Bülow den Boden, auf dem er leichtfüßig stand, zum erstenmal erzittern fühlte, und es ist wohl auch nicht bloßer Zufall, daß btefer Tage aus einer Quelle, die sonst sichet und zuverlässig rinnt, verlautete, der fünfte Kanzler werde denTag von Philippi" tm Kampf um die Le­derpfühle im Wallothaus nicht mehr sehen. Mag fein, daß auch hier wieder die Schwarz- seherbrille manches düstrer scheinen läßt, als es in Wirklichkeit ist, aber Herr von Heydebrand ist nicht Regisseur, sondern Stratege und durch seine Worte klang der finstre Groll des Geteiz- ten. Das kündet nicht Frieden, sondern Kamps, und es bleibt abzuwarten, wer in diesem Kamps am Ende der . . . Behendere sein wird.

F. K

Ein Zipfelchen des Schleiers hat der Zufall bereits gelüftet: In den Apriltagen versam- meln sich im Prunkhaus an der Leipziger Straße in Berlin nach langer Ruhepaufe die erlauchten, edlen und geehrten Herten" des preußischen Herrenhauses zu kurzbemessner Frühjahrtat, und man hört mit einigem Stau­nen, daß auch in diesem illustten, von der Brandung des Parteienzanks kaum berührten Kreis die Absicht besteht, bald nach dem Wie­dersehen ein Pronunziamento in derselben Sa­che ins Land hineinhallen zu lassen, vor dessen schroff-eckiger Formung bereits jetzt den Aengst- lichen bangt. Es scheint also eine Art Cam­pagne im Gang zu sein, bestimmt zu dem Zweck, in der Reichslandfrage dem Kanzlet ein Steinchen in den Weg zu rollen. Warum das geschieht, ist allerdings nicht recht klar, denn Theobald von Bethmann Hollweg ist bisher wirklich in Fußtapfen gewandelt, die auch den ftrengen Augen des Herrn von Hcydebran wohlgefällig erscheinen dursten, und das er gc- leoentlich Cunctator spielte, war Notwendm- keitsgebot und ergab sich aus Tsrtnghmict.-^ gründen, deren Erkenntnis auch konservativem Empfinden nicht verborgen geblieben sein kann. Und doch: Man glaubt am fernen Horizont Die weißen Unheilwölkchen flimmern zu sehen, die gewöhnlich den Sturm künden, und die .W- Hendeuter und Hellseher wollen schon seit - chen Symptome erkennen, aus denen -oa- Mißtrauen auf kommendes Aergernis zu schlie­

ßen gewöhnt ist.

Auch ein Merkzeichen: Es gelingt nichts mehr! In der Kommission für die »euer- bestattungsvorlage hat es die im Landhaus r- gierende Mehrheit erftritten, den grundlegenden Paragraph eins des Gesetzes in der kung verschwinden zu lassen, und. damit vas Gesetz überhaupt in Frage zu stellen. Man har sogar das Empfinden, daß in der Kommission mit der nach der Natur der Materie doch kaum erheiternden Vorlage ein wenig Fangbau ss.- spielt wird, denn die Verhandlungen ofsenva. ren so deutlich alle Merkmale der Obstruktion, daß man unwillkürlich fühlt, wie hier zw Weltanschauungen gegeneinanderdrängcn. ~ie eine, die von der natürlichen Fordttung mr-

Unter ungeheurem Andrange des Publi­kums begann gestern vor der hiesigen _ Straf­kammer der Prozeß wegen der an A u f rühr grenzenden Vorfälle, die sich tm Januar drei es Jahres an das Verbot eines Konzerts des an­geblichen SportvereinsSorratne sportive knüpften. Der Vorstand hatte es bekanntlich unterlassen, das Verbot des Konzerts öffent­lich bekannt zu machen, sodaß sich vor den ge­schlossenen Türen des Konzertlokals ,,£ermt» nus" große Menschenmengen ansammelten, die dann in der Folge wüste Ausschreitun- gen antideutscher Tendenz begingen. Die Folge war eine Anklage wegen Aufruhrs, Wi- derstandes gegen die Staatsgewalt,

Zusammenrottung und groben Unfugs gegen den Leiter derLorraine sportive" unff acht weiteren Personen. Bereits kurz nach acht Uhr früh, als gestern die Tore des Justtzpala- stes geöffnet wurden, hatte sich eine kolossale Menschenmenge angefammelt, die von einem starken Schutzmannsaufgebot in Ordnung ge­halten wurde. Berichterstatter einheimischer und ausländischer Blätter sind in großer Zahl erschienen. Zwei Angeklagte werden aus der Untersuchungshaft vorgeführt Es sind ein­undvierzig Zeugen geladen und erschienen, ^n dem überfüllten Zuhörerraum macht sich bald eine heitere Stimmung bemerkbar, die der Vorsitzende rügt. Bei der Personalfeststellung erregt es einiges Aufsehen, als der Angeklagte Samain, der Vorsitzende des Vereins, fran­zösische Antworten gibt. Der Vorsit­zende des Gerichtshofs ersucht ihn, deutsch zu sprechen, da er als früherer

deutscher Soldat und Geschäftsmann doch jedenfalls die deutsche Sprache beherrsche. Der Angeklagte gebraucht nun die deutsche Sprache, zunächst etwas unbeholsen, spater spricht er aber ganz korrekt und fließend. Auch bei den übrigen Angeklagten wiederholt es sich, daß sie zunächst die Fragen auf Franzö­sisch beantworten. Der Vorsitzende gestattet, daß sie sich, wenn sie eines deutschen Ausdrucks nickt mächtig seien, der französischen Sprache bedienen. Von den Angeklagten ist ein Arbei- terSchneider bereits wiederholt, darunter we­gen Diebstahls und rückfälligen Diebstahls mit Zuchthaus vorbestraft. Rach der Verlefung des Eröffnungsbeschlusses wird mit der Ver­nehmung der Angeklagten, zunächst des Ange­klagten Samain begonnen. Dieser behaup­tet, er sei vor dem Konzert

Explosion an Bord eines Panzerkreuzers.

(Telegraphische Meldungen.)

Kiel, 1. April. (Telegramm.) Aus dem in der Kaiserlichen Werft liegenden PanzerkreuzerYorck" erfolgte gestern nachmittag gegen halb fünf Uhr bet Ueber- nahme von Benzol eine Expl 0 s ton. Ein Obermaschinistenmaat und zwei Ma­schinistenmaate wurden getötet. Ver­wundet wurden ein Maschinistenmaat, zwei Heizer und ein Werftarbeiter. Di- Flotte im Hafen hat anläßlich des Trauerfalls halbmast geflaggt. Die Urfache des Un­glücks ist noch nicht ermittelt.

Telegramme unsers Kieler Korrespon- d ent en geben von der schweren Katastrophe folgende Schilderung: Das Unglück ereignete sich, als an Bord gerade einige Tonnen Benzol ausgenommen wurden. In dem Augenblick als die Behälter mit der Flüssigkeit in die La­gerräume geschasst werden sollten, explodierte eine der Tonnen mit furchtbarem Knall, und der Luftdruck ließ das Schiff in allen Teilen er­zittern. Getötet wurden der Obermaschimsten- maat Genske und die Maschinistenmaate Eick und Peet he. Schwerverletzt wurden der Maschinistenmaat Janfen, der Oberhei­zer Hannowski (der am fchwersten ver­brannt wurde), und der Heizer C Y ck e. Diese sind namentlich an Gesicht und Armen verbrüht. Leichter verletzt wurde ein Werftarbeiter. So­weit zurzeit zu übersehen ist, besteht für keinen der Verletzten direkte Lebensgefahr. Die umherfliegenden Trümmer des zerstörten Längsfchottes sollen namentlich die drei Getö­teten getroffen und furchtbar verstüm­melt haben. Das Feuer wurde bald gelöscht, lieber die Höhe deS Schadens, den die Explosion angerichtet hat, läßt sich gegenwärtig noch nichts angeben, auch ist die Ursache der Explo­sion noch nich'' ermittelt, Der verletzte Werft­arbeiter, der außerhalb des Maschinenraumes stand, wurde vom Lustdruck in den Raum hin­abgeschleudert und erlitt dabei erhebliche Ritz­wunden am Arm. Man nimmt an, daß die Benzoltonnen durch irgend einen Zufall mit Feuer in Berührung gekommen sind und da­durch die Explosion herbeigeführt worden ist. Die Katastrophe war fo heftig, daß das Längs- schoit des Ganges aus dem Schiffsbau heraus- geschlendert wurde. Sofort stand der ganze Maschinenraum in Flammen und starke Stichflammen drangen durch die Ventilation in den Heizraum. Zur Bewältigung des Feuers wurde zunäckst die Werftfeuerwehr herbeigern- fen, die im Verein mit den Löschmannschaften des Schiffes den Hauvtmafchinenraum unter Wasser setzte und dadurch'das Feuer in einet halben Stunde zu bewältigen vermochte. Durch diese rasche Maßnahme wurde weiteres Un­glück verhütet, das unausbleiblich gewesen wäre, wenn das Feuer größere Ausdehnung an-

3er Kanzler und das Ausland.

Englische Minifierstimmen.

(Eigene Drahtmeldungen.)

Wie uns aus London depeschiert wird, 'chließt die ministerielle'Westminster Ga­zette" einen in freundschaftlichem Ton gehalte­nen Leitartikel über die vorgestrige Reichs­kanzler-Rede mit folgenden Worten:

Man kann sich nicht beklagen, daß der Kanzler die raube Wirklichkeit in männlicher und offener Weise einsieht, doch han­delt es sich nicht um eineInternationale" auf weiter theoretischer Grundlage, sondern um die Möglichkeit, den Rüstungskampf zu milbern. Wie das Duell überall im Schwinden begriffen ist, so kann man auch auf eine gleiche Aenderung der öffentlichen Meinung in Bezug auf internationale Angelegenheiten hoffen. Der wich­tigste und praktischste Punkt der Kanzlerrede ist jedoch die Erklärung der Bereitwil­ligkeit Deutschlands, mit England Meinungen über den Schiffsbau auszutaufchen. Falls der Gedanke in freund­schaftlichem Sinne durchgeführt wird (wozu zweifellos beide Regierungen entschlossen sind) so würde dies eine bedeutende Verbesserung in den Beziehungen bei­der Länder bedeuten.

Ein weiteres Telegramm berichtet uns aus Paris: Der der französischen Regie­rung nahestehendeTemps" ist von der vor­gestrigen Rede des deutschen Reichskanzlers sehr befriedigt. Die Rede drückt nach der Ansicht des Blattesunbestreitbare Wayr- heilen in glücklicher gorm" aus Rur die Entckriülickuna Tatsache, daß der Kanzler die Möglichkeit einer