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1. Jahrgang.

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Fernsprecher 951 und 982.

Donnerstag, den 30. März 1911

Fernsprecher 951 und 952.

he») das Ausländische stark bevorzugt, das und d e Wache trat beim Oranna h«er bei Modern-Deutsche dagegen gänzlich unberücksich- Z Offiziere ms^ 3torWett, senkte

tigt läßt.

ein Mann der Wache, ein Soldat albane-

JnlrrttonLpretko: $U (e48g<[pattene 3»ile sür einheimische TeschLfteiS SSL fito anSwLrttg« Inserate 25 PK Reklamezetle sür einheimische Ge- schüft» 40 Psi für aitswlirttg« 00 Pf. BeschLftrstelle: jkslntsch« Ptratze 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße Ich Teleyhom Amt IV, 676.

deutsche Werke im allgemeinen nur in ge­ringer Zahl vertreten sind, und daß namentlich

fall folgende Einzelheiten: Oberstleutnant von Schlichting stand als Militär-Reformer erst seit zwei Monaten in türkischen Diensten. Er hatte hier das Jnfanteriemodellrcgiment unter sei­nem Befehl. Gestern morgen besichtigte er mit

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Berit»« Vertretung; BW, Friedrichstraße Ich Telephon- Amt IV, 676.

Las Attentat.

(Telegraphische Meldungen.) Konstantinopel, 29. März. (Privat- telegramm.) Der erst vor wenigen Wo­chen als Militärreformer in türkische Dienste getretene Oberstleutnant von Schlich - t i n g, der Sohn des früheren kommandie­renden Generals, wurde gestern vormittag bei der Musterung eines in der Jildiz-Ka- serne liegenden Regiments von einem al- banesische« Soldaten des Regi­ments durch einen Gewehrschuß in den Ma­gen lebensgefährlich verletzt. Es handelt sich offenbar um einen persönlichen Racheakt. Der Täter ist verhaftet. Oberstleutnant von Schlichting, der Fami­lienvater ist, wurde ins deutsche Kranken­haus verbracht, wo er am Nachmittag g e - storben ist.

Privat-Telegramme aus Konstan­tinopel berichten uns über den tragischen Vor-

crmordet habe. Der Verbrecher wurde in einem Raum der Jildiz-Kaserne unterge­bracht, wohin sich alsbald Kriegsmini- st er Mahmud Schesket Pascha, der Untersu­chungsrichter und mehrere Mitglieder des Kriegsgerichts begaben. Der Untersuchungs­richter erklärte später, der Soldat habe kei­nen vorbereiteten Racheplan ausgeführt, sondern den empfindlichen Alba­nesen habe es toll gemacht, daß man ihn a n - gerührt habe. Er habe sich geohrfeigt geglaubt.

Oberstleutnant von Schlichting stand zur Zeit, als sein Vater kommandierender Ge­neral des vierzehnten Armeekorps in Karlsruhe war, als Oberleutnant beim ersten Badischen Leibdragoner-Regiment in Karlsruhe, und war zuletzt als Major Eskadronches im Magdeburg. Dragonerregiment Nr. 6 in Mainz. Er ge­hörte zu den tüchtigsten und angesehensten deut­schen Instruktoren und erfreute sich in türkischen Armee-Kreisen allgemeiner Wertschätzung. Die noch in Mainz wohnende Familie des Ge­töteten sollte in den nächsten Tagen nach Kon­stantinopel übersiedeln.

Sie Königliche Kunst. I

Gras Hülsen-Haeseler und Rektor Kopsch.

Im Preußenparlament war am Tag des LenzbeginnS von derKSniglichen Kunst" die Rede, und der Abgeordnete und Rektor Kopsch, rum Heerbann des Freisinns gehö­rig, stand, als seine Stunde gekommen war, auf von seinem Stuhl und hielt eine donnernde Philippika gegen die Hoflunst und ihre landes­üblichen Pfleger, die der Herr Rektor in der bei uns gewohnte» Form nicht als die berufe­nen Zionswächter echter Kunst und ernstlicher Bildungsarbeit gelten lasten will. Herr Kopsch richtete seine Anklage zwar in erster Linie gegen den königlichen Hostheaterbetrieb in der Reichshauptstadt, in dem er beträchtliche Män­gel künstlerischer, organisatorischer und ge- sthäftlicher Art entdeckt hat, aber seine Kritik er­streckte sich imgrunde genommen auf die Hof­theater überhaupt, und wenn der Griff ins Wespennest auch etwas hastig geschah: Unnütz ist er jedenfalls nicht gewesen und das, was Herr Kopsch als parlamentarischer Kunst- und Bühnenkritiker unterm Schirm der Immuni­tät gesagt hat, darf zu denken geben. Nicht et­wa, als ob es sonderlich neu wäre: Die Kerbe, ln die Herr Kopsch einhieb, war schon früher geschlagen, aber in der Zusammenfas­sung der ganzen Materie hat das Bild erst Form und Gestalt gewonnen. Und man mutz gestehen: Es ist nicht lieblich! Herr Kopsch hat fürs erste festgestellt (seine Angaben stützen sich auf das bühnenamtliche Material des letz­ten JahrS, dürfen also als authentisch geltens, daß im Repertoire der Königlichen Bühnen

altet, verdorrt und durchgreifender Reform dringend bedürftig. Daß sich die Hofkunst der Geschmacksrichtung des Hofes anzupassen hat und sich infolgedessen verpflichtet glaubt, die künstlerische Einseitigkeit zur Tradition zu er- heben, ist die Wurzel des Uebels, denn schließ- lich ist doch die auf den Königlichen Bühnen kultivierte Kunst nicht lediglich zur Unterhal­tung des Hofes da, sondern für den Dienst der Kunst an sich und zur Bildungsar­beit am Volk.

Dieser Urzweck allen künstlerischen Strebens wird naturgemäß in den Hintergrund gedrängt, wenn für die Hofbühne ein besondrer Matzstab künstlerischer Kultur geschaffen wird, dessen We- sensart sich vom allgemein geltenden grade in der Höhe der Ziele wenig vorteilhaft unter­scheidet. Daß auch dem Verwaltungs- und künstlerischen Leitungs-System der Hofbühnen beträchtliche Schwächen anhaften, ist ebenfalls nicht zu bestreiten, denn grade der Beruf des Tbeaterleiters erfordert eine Unsumme von Gaben und Fähigkeiten, die erst in langem, praktischem Heranreisen erworben werden kön­ne::. Die Tüchtigsten unter den zeitgenössischen Hostheaterleitern sind sich dieser Schwäche des Systems auch bewußt und sind bemüht, sich durch die Heranziehung bewährten künstlerischen Beirats gewissermaßen eineErgänzung" zu schaffen. Ein Blick nach Dresden, Wo In­tendant Graf Seebach mit seinem Kapellmeister Schuch die Hosoper zur führenden Opernbühne Deutschlands emporgearbeitet hat, überzeugt von der Nützlichkeit der Methode. Trotzdem: Eine Schwäche bleibt auch dann, denn was in der Kunst herrschen will, mutz in ihrem Reich auch wurzeln, und es wird immer ein Nachteil der Hofbühne fein, daß sie letzten Endes doch nur in den engen Grenzen traditioneller Ar- beitsbeschränkung zu wirken, und infolgedessen nie das eigentliche iel allen künstlerischen Strebens zu erreichen vermag: Gemeingut des Volks und getreues Spiegelbild seiner geistigen und kulturellen Entwick- lung zu sein! F- &

Russischer Frühlenz.

Politische« und Unpolitisches vom Zarenland. (Von unserm Korrespondenten.)

Petersburg, Ende März.

Die Vorgänge des Stolypinschen Kabinetts- Zwischenspiels sind bekannt: Aber nur wenige wissen von dem geheimen Kampf, den der Zar um seinen Staatsmann führen mußte. An zwei nacheinanderfolgenden Tagen kam der Kaiser unerwartet und unversehens aus Zars- koje-Sselo nach Petersburg herein und jedes Mal führte ihn sein Weg sogleich in das be­rühmte Anitschkowpalais auf dem Newski, rn dem die Kaiserin-Mutter, Maria Feodorowna, ihren Wohnsitz hat. Hier gab es langwierige Konferenzen mit der alten, in Staatsgeschäften aber noch

immer unermüdlichen Dame.

Plötzlich wurde Stolypin hinberufen . . * und nun wußten eS die wenigen, die von die­sem Vorgang erfahren hatten, daß die zahlrei­chen Feinde des Ministers, die mit einemmale schier aus allen Ecken und Enden auf den Plan traten, trotz aller Bemühungen undIn- triguen hinter den Kulissen" verloren hatten. Heut nun sucht man die Geschichte ins Humori­stische zu ziehen, und man belächelt die vielen, nicht gerade herzerquickendenNekrologe in der Großstadtpresse. Denn in der Provinz kam es nur selten zu einem bedeutender» Mei­nungsaustausch, wovon ein vielsagendes Tele- gramm beredtes Zeugnis gibt. Der Redakteur derTobolskaja Shisn" aus Tobolsk sandte an den in Petersburg weilenden Abgeordneten Skalosubow folgende Depesche ab:Für Ihr Telegramm vom Rücktritt Swlhpins droht man mit einer

Strafe von dreitausend Rubel.

Teilt mit,ob authentisch!" Die Depesche kemn zeichnet die Laae der meisten russischen Pro- vinzen. Auch die Vorgänge in unserer äuße- ren Politik signalisieren Sturm. Die russisch- chinesische Spannung wird allmählich zu einem Uebel, das ein paar schlaue Diplomatenbriefe nicht mehr werden beseitigen können. Die un­unterbrochenen Reibereien an der russisch-chi­nesischen Grenze machen hier böses Blut und daß man uns zugleich mit der zweiten chinesi­schen Antwortnote auch eine Anzahl von P e ft» leichen über die Grenze hinübcrwarf, wird von der fieberhaft erregten einheimischen Presse in einen gar bösen Zusammenhang gebracht. Nicht ohne Interesse für wettere deutsche Kreise dürfte derSturz" eines in Petersburger Kreisen

hochangefehenen deutschen Religionslehrers sein, ein Fall, der gegenwärtig unsere deutsche Gesellschaft lebhaft erregt. Der Lehrer, ein überaus geachteter und beliebter Pastor, Mtt-

UngelSste RStsel.

(Privat-Telegramm.) Konstantinopel, 29. März.

Der albanesische Soldat, der den verhäng­nisvollen Schutz auf Oberstleutnant von Schlich­ting abgab, wurde nach der Tat sofort in Eisen gelegt. Er gab bei seiner heutigen Vernehmung abermals an, daß der Oberst ihn beim Exerzieren mißhandelt habe. Oberstleutnant von Schlichting hat dem Solda­ten das Gewehr zurecht gerückt, ohne indessen Grund zur Anklage wegen Mißhandlung zu geben. Der Soldat gibt weiter an, er habe schon acht Tage lang zwei scharfe Patronen bei sich getragen, um seinen Ra­cheakt vollbringen zu können. Als der Oberst­leutnant den Schuß erhalten hatte, ließ er den Soldaten heranrufen und fragte ihn nach dem Grunde seiner Tat. Der Soldat erklärte ruhig, seine Ehre gerächt zu haben. Die Verneh­mung der übrigen Mannschaften hat auch keine Aufklärung über die Beweggründe des Atten­tats gebracht, und es gewinnt fast den Anschein, daßeineArt Komplott unter den Wach­mannschaften bestanden hat, und daß der Alba­nese dazu ausersehen wurde, den Anschlag aus­zuführen. Hierauf läßt auch die Tatsache schließen, daß der Mann tagelang scharfe P a t r o n e n mit sich herumführte, trotzdem der Besitz scharfer Patronen aufs strengste unter­sagt ist und mit schweren Strafen geahndet wird. Wie der Albanese in den Besitz der Patronen gelangt ist, konnte trotz der umfassen­den Ermittelungen bisher nicht festgestellt wer­den. ,

Instrukteure und Soldaten.

(Eigne Drahtmeldung.)

Zum Attentat auf Oberstleutnant von Schlichting wird uns weiter depeschiert: I« türkischen Offizierskreisc» neigt man zu der Ansicht, daß das «attentat möglicherweise aus dem H a ß zu erklären sei, den grade die a l b a- ncsischen Soldaten gegenüber de» F r e m d e n und C h r t ste n hegten. Der Alba­nese betrachte jede Berührung durck einenUn­gläubigen" als persönliche und religiöse Belei, digung, und es gewinne den Anschein, daß die­ser Umstand auch bei dem Attentat auf Oberst­leutnant von Schlichting eine Rolle gespielt habe. Daß der Soldat, der den tödlichen Schuß auf den deutschen Offizier abgab, niemals mißhandelt worden ist, oder eine vor­schriftswidrige Behandlung erfahren hat, ist inzwischen frstacstrllt worden, und eS bleibt deshalb tatsächlich nur die Annahme übrig, daß der fanatische Albanese in der Be­rührung durch den fremden Offizier eine Beleidigung" erblickt hat, die er glaubte rächen" zu müssen. Der Attentäter wird heute nachmittag vor das Kriegsgericht gestellt und zum Tode verurteilt werden. Tie Leiche des Oberstleutnants von Schlichting wird nach Deutschland überführt.

Aus den zweifelfreien Erfahrungen der Theaterpraxis will Herr Kopsch ferner den Schluß ziehen dürfen, daß die Königlichen Bühnen unter dem Mangel künstlerisch durch­gebildeter und bühnentechnisch qualifizierte^ Leiter empfindlich zu leiden haben, und daß aus diesem Mangel auch die mancherorts er­kennbare Rückständigkeit der Hoftheater gegenüber den privaten Bühnen resultiere. Der Intendant einer Hofbühne sei in den meisten Fällen lediglich Repräsentationsperson, die den Verkehr zwischen Hof und Bühne regle, und es fehle infolgedessen an Kräften, die den Anfor­derungen des eigentlichen Theaterleiteramts praktisch gewachsen seien. Auch halte die soge­nannteTradition" und die persönliche Kunst- auffassung engster höfischer Kreise die künstleri­sche Entwicklung der Hoftheater gefangen, und vereitle das Streben nach Fortschritt und ernster Kunstprägung. Das alles ist zwei­fellos nicht erst Erkenntnis von heute oder ge­stern, sondern wird von altersher als Uebel empfunden; aber Herr» Kopsch gebührt das Verdienst, den Klagen durch die Häufung über­zeugenden Beweismaterials den gebührenden Nachdruck geliehen zu haben. Sechs Tage nach dem Verhallen der Anklage versammelte Herr von Hülsen-Haeseler, der General-Jntendant der königlich preußischen Hofbühnen, das Heer seiner Getreuen im Berliner Opernhaus, um die gegen die Königliche Kunst erhabnen Vor­würfe alsden Tatsachen nicht entsprechend" abzutun und gleichzeitig zu erklären, daß er sich infolge der Parlamentskritik veranlaßt gesehen hebe, dem Kaiser sein Entlassungsgesuch zu unterbreiten, das indessen abgelehnt worden sei.

Tie Kunde kommt reichlich spät, und eS fällt auf, daß die sechs Tage, die zwischen Anklage und Verteidigung lagen, nicht ausgiebiger im Interesse der Entlastung genutzt werden konn­ten. Der Entschluß zur Demission ist auch rascher gerift als die Verteidigung gedieh, den» es läßt sich nicht verleimen, daß gegenüber den präzisen und durch statistisches Tatsachenmate­rial gestützten kritischen Auslastungen des frei­sinnigen Rektors die Erklärungen des Gene- eal-Jntendanten der Königlichen Bühnen sich etwas dürftig ausnehmen und die Ueberzeu- gungskraft vermiste». lasten, die in diesem Falle nickt durch die Wucht der Behauptungen ersetzt werden kann. Herr von Hülsen-Haeseler scheint indessen in einem Irrtum besänge» zu sein: Die parlamentarische Kritik au der Königlichen Kunst richtet sich nicht gegen seine Person oder sein Regime, sondern ihre Schärfe trifft das System der preußischen Hofkunst, dem der le­bende Apparat sich lediglich als ausführendcs Organ' anpaßt. Und daS System ist (darüber stnb Zünftler und Laien sich längst etnia) ver-

a iMkl Mikl MW!

Lberstleutnant do» Schlichting al- Spfer eines Attentats. - $68 «erbrechen eines Albanesen. DieEhre" des Attentäters. Ser Soldat mit der scharfen Pattone. 6in Racheakt gegen­über dem Militär-Reformer? - Ser Krieg-Minister beim Attentäter. - Sie Sühne des Verbrechens.

fischen Stammes,fein Gewehr undschoß es ab. Der unmittelbar vor ihm stehende Oberstleutnant von Schlichting wurde von dem Geschoß tödlich getroffen. Der Schuß verletzte Magen und Rückgrat und von Schlich­ting brach zusammen. Der Attentäter wurde sofort verhaftet. Oberstleutnant von Schlich­ting diktiette im deutsche» Spital sein T e st a- ment und verlangte, mit dem albanesischen Attentäter konfrontiert zu werden. Auf die Frage Schlichtings, warum er ihn töten wollte, antwortete der Albanese,weil von Schlichting ihn mißhandelt habe". Auch bei zwei weitern Verhören verblieb der Albanese bei sei­ner Aussage. Das Kriegsgericht wird den Attentäter heute aburteilen; die Todes- st r a f e gilt als sicher. Der Generalissimus ord­nete sofott eine strenge Untersuchung an, um festzustellen, woher der Posten die scharfe Patrone hatte. Oberstleutnant von Schlich­ting richtete vom Sterbelager aus einen Brief an den Generalissimus Mahmud Sckefket, in dem er mit herzlichen Worte» für das schöne Regimenr dankt, das er ihm anver- rraut habe, und in dem er die Hoffnung aus­spricht, daß es in seiner Entwicklung rüstig fortsckreite und dem Vaterlande zum Ruhm ge­reichen möge.

Dertolle" Albanese.

(Eigne Drahtmeldung.)

Wie ein weiteres Telegramm meldet, ist Oberstleutnant von Scklichting gestern abend um sechs Uhr seinen Verletzungen erlege». Krieasminister Generalissimus Mahmud Schef- ket Pascha, bealeitet vom Divisionsgeneral Has­san Jzzed und zwei Adjutanten, erschien mit­tags beim deutschen Botschafter, um dos tief­st eBedauern über das verhängnisvolle At­tentat auszusprechen und die Versicherung zu neben, daß der Attentäter mit der ganzen Strenge deS Gesetzes bestraft werden wurde. Die Tragödie erregt allgemein aufrich­tige Teilnahme, lieber daS tragische Ende de§ Oberstleutnants geht uns folgender Draht­bericht zu:

Konstantinopel, 29. Marz.

Oberstleutnant von Schlichting wurde nach dem Attentat auf eine rasch improvisierte Babre gelegt und ließ beit Attentäter vor sich hintreten. Er fragte ihn ruhig, aber mit tonloser Stimme, ob er ihn je geschlagen habe. Der Soldat verneint" dies, sagte aber, Schlichting habe ihm und seinem alba- nesifchcn Kameraden mehrmals die tiefsit zende Mütze gerade gerückt und das hätte» sie als B e l e i d i g u n g aufgefaßt. Er bereue seine in der Aufregung begangene Tat so schmerzlich, als ob er seine» Sätet