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Nummer 92

1« Jahrgang.

Casseler Mendzeitung

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Mittwoch, den 22. März 1911

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®U »Lafselet Nenefte Nachrichten- erschein« wöch«Ech sechsmal und gwat «benbS. TerLbonnement«preir beträgt monatlich50Bfg. bei freier Zu. in» Hau«. DruSerei, Verlag u. «ebattton: Schlachthofftratze 28/30. Berkiner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV. 676.

Leimburg auf dem Kriegspfad.

,Uufere Zukunft liegt auf dem Wasser!" (Telegramm unsers Korrespondenten.)

Berlin, 21. März.

Einführung der Selbstverwaltung den Westgouvernements, im Namen des Z zu beeinflussen. Ein Reichsratsmitglied erbat sich darauf eine Audienz beim Za» r e n, und dieser erklärte, er denke nicht daran, auf die Reicksratsmitglieder einen Druck aus-

lände noch im Laufe dieses Jahres eine volks­wirtschaftlich bedeutende Umgestaltung erfah­ren, indem auf dem rund hundertfünszig Hektar großen Gebiet zum Teil nach englischem Muster eine Kolonie von Ein- und Zweisami- lienhäuser ersteben soll. Es soll dazu in erster Reihe ein Preisausschreiben dienen, durch das die Terraingesellscbast am Flugplatz JohanniStal-Adlershof die Grundlage für den Bebauungsplan gewinnen will, lieber den grundlegenden Plan erfährt unser Kor­respondent folgende Einzelheiten:

Deutschlands erste Flugstadl.

Am geitalter derfliegenden Menschen."

(Von unserm Korrespondenten.)

Meldungen aus Berlin zufolge soll das am Flugplatz Johannistal liegende Ge­

zuüben. Tas hatte die Ablehnung der natio­nalen Wahlkurie zur Folge. Vor einigen Ta­gen gewährte der Zar dem Grafen Witte eine Audienz, die über eine Stunde dauerte. Er fragte bei der Gelegenheit Witte, ob er den Posten des Reichsratspräfiden- ten übernehmen würde. Schon am Sonntag wurde, daraufhin bebairpM, daß der Finanz- Minister mit der Bildung eines neuen Kabi­netts beauitraat worden sei. Diese Annahme

SnferttonSpretfe: Die sechSgespattene Zeile für einheimische E «schäft-t5 Bf, " irttge Inserate 25 Bst ReName-eile für einheimische @e- If, für auiroirttge 60 Pf. SelchLftLstelle: Kölnische Straße 5.

Staatssekretär a. D. Bernhard Dern- ßuifl, der soeben von einer Reise nach Berlin znrückgekehrt ist, wird in dieser Woche eine Streitschrift veröffentlichen, die durch ihre energische, ja scharfe Stellungnahme gegenüber der derzeitigen Regierung gro­ßes Aussehen Hervorrufen muß. Infolge beson­derer Bemühung bin ich in der Lage, Ihnen schon heute eine zusammenfassende Darstellung der Ternburschen Ausführungen zu bieten: Dernbnrg betitelt seine Broschüre .Kapital und Staatsaufsicht-, er nennt sie eine finanzpolitische Studie und gibt ihr das Motto .Unsere Zukost liegt auf dem Wasser- mit auk den Weg. Der ehemalige Kolonialstaatsse-

aus, daß unser altväterlich Strafgesetzbuch zur zweckdienlichen Ahndung des modernen Spio­nage-Raffinements nicht ausreichte, schuf man achtzehnhundertdreiundneunzig das neue Spio­nagegesetz, dessen Maschen erheblich enger gezo­gen wurden als dkeje» «en des alten Strafge­setzes. Ein praktischer Wetoinn der Neuordnung ist freilich (soweit der Typ des Gentleman- Spions in Frage kommt) noch nicht zu buchen gewesen, denn unsre rskchsgertchtliche Straf, justiz wertet in Spionageprozessen in erster Linie die Motive, und erst dann (gewisser­maßen sekundär) die Wirkungen und mög­lichen Konsequenzen der Straftat.

Es offenbart sich in dieser Rücksichtnahme eine Art Gegenseitigkeits-Versicherung der Staaten untereinander, denn das Spionagever­bot besteht ja nur einseitig, nämlich in dem­jenigen Land, das von den Kundschaftern orade heimgesucht wird. In der allgemeinen Praxis gilt indessen die Spionage nicht nut als erlaubt, sondern sogar als geboten, und wird als Werkzeug der Diplomatie nach dem Wert ihrer Arbeit geschätzt. Es scheint sogar, daß sie auch heut noch als wesentliches Rüstzeug des Staatsbetriebs gilt und infolgedessen Opfer heischt, die zu ihrem tatsächlichen Wert in gar keinem Verhältnis stehen. Der einfachste Weg. die Spionage einzudämmen, würde ver­mutlich der fein, die Spionagetätigkeit mit den schwersten Strafen zu belegen; denn wenn darauf auch von andern Staaten wahr­scheinlich mit gleichen Maßregeln geantwortet werden würde, so wäre doch das Abschrek- kungsrnittel schärfer und wirksamer und würde jedenfalls, wenn auch nicht zur ganzli- cheu Beseitigung, so doch zur Einschränkung der Spiönage sichren. Und auch das wäre schon als Gewinn zu schätzen. Der Ideal- zustaud freilich könnte nutz ein völker­rechtliches Hebereinkommen fein, das die Spionage im Wege internationaler Verständigung grundsätzlich beseitigt und in ihr endlich das Hebel brandmarkt, das sie zweifellos darstellt. Jmgrunde handelt es sich hier ja auch um eine alle Nationen gleichmäßig berührende Frage völkerrechtlicher Interessen, und man würde es als einen berechtigten Fort­schritt im Friedenstreben der Völker schätzen dürfen, wenn die Spionage auf diese Weise endlich für immer aus dem Gefpensterbereich politischer Kabalen verschwinden würde. F. H.

Die Berichte, die in Petersburger Polittz schen Kreisen schon seit Wochen im Umlauf waren und von der Erschütterung der Stel­lung des Premierministers Stolypin zu be­richten wußten, haben nun ihxe Bestätigung gefunden: Stolypin geht und der bishe» rige Finanzminister Kokowtzew wird sein Nachfolger. Stolypins Schwierigkeiten wur- den noch dadurch verschärft, daß auch der Reichsratspräsident stark in Mitleidenschaft ge­zogen war: Stolypin hatte nämlich versucht, die Reichsratsbestimmungen über die nationale Wahlkurie in dem Gesetzentwurf, betreffend die " ' ..... ' in

Sie Spione von Hamburg.

Die Psychologie deSGentleman-SpionS".

Unsre englischen Vettern, in deren Kirchen eben erst die allgemeine Friedenssehnsucht Ge­genstand hallender Kanzelpredigten war, haben es ersichtlich eilig mit der Erschnüffelung deutscher Flottengeheirnnifse, und es scheint fast, daß die Spionage auf deutscher Erde sich zum patriotischen Sport englischer Vaterlandsverteidiger entwickelt. Kaum daß die Herren Trench und Brandon in ihren Fe­stungsasylen warm geworden sind und der Begnadigung sich entgegenlangweilen, taucht an der Wasserkante ein neuer Mann auf, den an­geblich daS »private Interesse am modernen KriegSschiffbau" dazu verleitet hat, den Arg­wohn der Hamburger Polizei zu wecken, und fchließlich, alS der Spionage dringend verdäch­tig, ins Untersuchungsgefängnis zu wandern. Deine Helfershelfer, die, vom Glanze schnöden Mammons geblendet, dem wissendurstigen Mann gern und willig Auffchlutz gaben, ereilte das gleiche Schicksal, und nach dem eifrigen und sehr geheimnisvollen Treiben der Hambur­ger Polizei zu urteilen, scheint es sich um eine Affäre großen Stils zu handeln, deren Um­fang zurzeit noch nicht abzusehen ist. Die Hamburger Polizei fühlt sich (im Interesse der Landesverteidigung-, wie sie sagt) ver- pflchtet, über die Einzelheiten der Geschichte vorerst noch den Schleier amtlichen Geheimnis­ses zu decken, und das läßt, den Regeln der Amts-Psychologie entsprechend, den Schluß zu, daß der Fang entweder noch nicht ganz gelun­gen ist, oder daß es sich um Dinge von weit­tragendster Bedeutung handelt deren Erörte­rung in der Oeffentlichkeit nicht geboten er­scheint.

Mancherlei Umstände deuten auf die Wahr­scheinlichkeit des letzteren Falles, und den ©Dienen von Borkum, die die deutsche Strasju- stiz mit erlesener Milde behandelte, würden dann also die Spione von Hamburg auf der Anklagebank folgen. Wie im Borkumer Fall scheint es sich auch hier um den Tvp des Gentleman-Spions" zu handeln, dem die Sttafgerichte aller Länder die Ehrenhaftig­keit der Motive als mildernden Umstand an- rnchnen und damit gewissermaßen das Raffine­ment der Spionage an sich prämiiert. Zwischen dem Spion aus Eigennutz, dem Vater­landsverräter und Verbrecher und dem Spion aus patriotischen Motiven bestehen psy­chologisch zweifellos Unterschiede,, und es ist billig, daß diese Unterscheidungsmerkmale auch im Strafprozeß angemessen gewürdigt werden. Die Wirkungen der Spionagetätigkeit sind in­dessen in beiden Fällen dieselben; meist ist so­gar die Spionageaus patriotischen Motiven" gefährlicher als die niedere aus eigennützigen Trieben, denn der Gentleman-Spion ist fast ausnahmslos der intelligentere und in­folgedessen gefährlichere von beiden, und wenn er fein Ziel erreicht, sind die Wirkungen schlimmer und bedenklicher als diejenigen der gewerbsmäßigen Spionage, deren Arbeit meist nur Stückwerk ist und die zudem auch nur in­direkt den Anlaß zur Gefahr gibt, da sie mit den treibenden Kräften selbst in den seltensten jfe Fällen in Berührung kommt. In England I" scheint die Species dieser Gentleman-Spione besonders vollkommen zu gedeihen, und der Prozeß gegen die auf Borkum Erwischten hat ja auch hinlänglich erwiesen, wie wohl durch­dacht und sorgsam organisiert die von England | betriebene Spionage ist.

Angesichts dieser Tatsachen ist deutscher- | e i t § die Frage berechtigt: Entspricht cs dem vaterländischen Interesse und der gebotnen Rücksichtnahme auf die Sicherheit der Landcs- ' Verteidigung, dem Gentleman-Spion strafrecht­lich schon von vornherein die Milde des Ge­richts zu sichern und ihm außerdem die bal­dige Begnadigung durch den Landesherrn in sichre Aussicht zu stellen? Schließlich ist das deutsche Spionage-Gesetz doch zur Sicherung des Reichs vor den Schlichen staatsgefährden- | der Kundschafterei und zum Schutz deutscher Reichsinteressen da. nicht aber, um f dem Ausland gegenüber die Handhaben zur - Betätigung politischer Courtoisie in der früh­zeitigen Begnadigung verurteilter Svione zu bieten. Einer Courtoisie zudem, die zur ; Hebung der Spionage gewissermaßen aus­fordert und esmärtyrerhast- veranlagten Ausländern als passendste Gelegenheit erschei­nen läßt, auf billigstem Wege zum patriotischen Heldentum und zum vaterländischen Märtyrer­kranz zu gelanacn. Aus der Erkenntnis 6er»

Berlin, 21. März.

Es soll durch die geplante Flugstadt- Gründnng dem im Osten Berlins wohnenden Mittelstand die Möglichkeit gegeben werden, in der Nähe der Arbeitsstätte (schon der Flugplatz allein beschäftigt an tausend Personen mit rund fünftausend Familienmit­gliedern) sich mit Aufwendung geringer Mit­tel ein eigenes Heim zu gründen und mit der Familie auf eigner Scholle zu wohnen. Entsprechend dem englischen Vorbild wird die neue Kolonie auch den Vorteil aiifweisen, daß sie für die in Berlin beschäftigten Hand­werker und Arbeiter ohne Aufwendung gro­ßer Kosten schnell zu erreichen ist, da die Zug­verbindung nach Johannisthal täglich über die Stadtbahn, bett Potsdamer Bahnhof und den Görlitzer Bahnhof, von Berlin aus mit über hundertzehn Zügen in jeder Richtung erfolgt. Von besonders hygienischer Bedeu­tung wird daS große Gelände des jetzigen Flugplatzes sein, das bekanntlich nock> zwan­zig Jahre bestehen bleiben soll, und daS mit seiner großen Freifläche dem Großstädter eine unschätzbare Licht- und Luft­quelle gewährt. Die diese Ziele verfol­gende Umgestaltung des Platzes hat die Ar­chitekten vor die Aufgabe gestellt, unter Wah­rung wirtschaftlicher Gesichtspunkte neuzeit­liche, städtebauliche Probleme zu lösen: Näm­lich allzu große Blocklängen und -Tiefen zu vermeiden, und die ungesunden Woh- nungenindenHinterhäusern voll­ständig verschwinden zu lassen. Außer den für Wohnstätten bestimmten Bezirken ist be« absichtigt, einen großen Teil des Geländes (der unmittelbar an der Görlitzerbahn gelegen ist) industriellen und gewerbli­chen Zwecken nutzbar zu machen. Bei der großen Entwicklung, die die Flugzeug­technik bisher genommen hat und weiterhin nehmen wird, sind Anlagen von Fabriken die­ser Betriebe zu erwarten, wodurch ein erhöh­ter Zuzug von Arbeitern und Beamten in Aussicht steht. Jetzt schon sind auf dem Flug­plätze (wie bemerkt) ständig etwas tausend Personen beschäftigt, deren Zahl den B^dürs- nissen entsprechend im Lause des Jahres zu­nehmen wird. Im Herbst soll auf dem Ge­lände deS Flugplatzes ein Schuppen­park errichtet werden, der die Unterbringung von weiteren zwei- bis dreitausend Perso­nen in unmittelbarer Nähe notwendig ma­chen wird.

Die Entwürfe, die aus dem Preisausschrei­ben hervorgegangen sind, unterliegen zur Zeit der Begutachtung der Jury. Obgleich das Er­gebnis erst in einiger Zeit bekanntgegeben wer­den wird, läßt sich doch jetzt schon erkennen, daß die Architekten aus den Fehlern, die bei der An­lage der westlichen Vororte in ssädtebaulicher. hygienischer und sozialer Beziehung gemacht wurden, in erfreulicher Weise gelernt haben. Die neue Stadt wird nickt nut allen Ansprü- cken des modernen Städtebaues ge- nügen, sie wird auck der Besonderheit ihrer Be­stimmung und Entwicklung Rechnung tragen und also in WirklichkeitDeutschlands erste Flugstadt- werden. -ur-

Uugelütte Rätsel.

(Telegramm unsers Korrespondenten.) _ Hamburg, 21. März.

Hebet die in Hamburg vorgenomrncncn S et- hostungen in bet Spionage-Affäre find al lcrwärts die widersprechendsten Nachrichten verbreitet. Ich hatte soeben eine Unterredung mit dem Hamburger Polizei-Inspektor der po­litischen Abteilung, Resalowsky, der sein Bedauern darüber aussprach, daß die Angele- gcnhett von einer Berliner Korrespondenz vor- zeitig verösfentlicht worden sei. Im Interesse der Untersuchung könne er mir rnit- tcilat, daß tatsächlich fünf Verhaftun­gen, darunter die eines Engländers vorge- uummen worden feien, lieber die Persona­lien des Engländers und der agbrnt Ver­hafteten, die in Hamburg wohnen, könne er keine Auskunft geben. Verhaftungen in B re- men feien bisher nicht erfolgt; andere Ber­liner Meldungen darüber feien vollkommen un­zutreffend. Richtig fei dagegen, daß noch wei­tere Verhaftungen vorgenommen werden sollten, darunter die eines Engländers, jedoch feien biefe Festnahmen durch die vorzei­tigen Veröffentlichungen vorerst Bereitett wor­den. Die Angelegenheit ist im übrigen dem Reichsgericht in Leipzig zur weiteren Ver­handlung übergeben worden. Cb daS vorlie­gende Material belastend genug fein wirb, um die Anklage wegen Spionage zu rechtfertigen, müssen erst die weiteren Untersuchungen lehren. Richtig ist jedenfalls, daß der Engländer mit Erfolg BestechungSverfuche bei den WerftangesteAten der Firma Blohm & Bost un­ternommen hat. Tie mttverhafteten Werstan- gcftellten erscheinen also zum mindesten ebenso schuldig, wie der in Hast befindliche Engländer.

Krisen überall!

Stolypin am Ende. DaS Giolitti-Kabinett, (Telegraphische Meldungen.)

kreiät erinnert an die pai^mentarischen Inter­pellationen der Konservativen und des Zen­trums gegen dieHebetschwernrnung des deut­schen Geldmarktes mit fremden Wertpa- Pieren und den übermäßigen Abfluß deut- schen Geldes nach dem Auslande-, sowie an die Stellungnahme des preußischen Handelsmini- stets Sydow gegen die Einführung der Ak­tien eines amerikanischen Eisenbahnnnterneh- mcns (es handelte sich um die Aktien der Chi» cago-Milwaukee-St. Paul-Eisenbahn). Im Reichstag antwortete auf die Interpellation der Stellvertteter des Reichskanzlers, im preußi­schen Abgeordnetenhaus äußerte sick der Han- dclsminister, und späterhin der Finanzminister. Auf Grund seiner fachmännischen Kenntnisse und eines eingehenden Studium dieser im vori­gen Monat so vielbesprochenen Aktion ist Dem- burg zu der Heberzugung gekommen,

daßdurch die Stellungnahme der Regierung große nationale Interessen ver­letzt werden. Dies seine eignen Worte. Er bereitet uns auf seine eingehenden, klar und anschaulich verfaßten Ausführungen vor, in­dem er schreibt:Wenn es mir durchaus nicht leicht wird, einem von mir sehr verehrte« früheren Kollegen (Finanzminister Sydow) entgegenzutreten, so erscheint mir die Frage doch zu wichtig, als daß sie vor diesem Ge­sichtspunkte Haltmachen darf, inbesonderc, weil ich mir ehrlich bewußt bin, nicht gegen Per­sonen, sondern gegen Meinungen und Anschauungen zu kämpfen, deren Un­richtigkeit im Interesse des Vaterlandes je eher je besser nachgewiesen werden must."

Dernburg verschließt sich nicht der Tatsache, daß das Thema seiner Kampssckristeine par­teipolitische Seite hat, bei der sich die Geister hier der Bund der Landwirte, hier Hansa- bund scheiden-, er erklärt aber ausdrücklich Die parteipolitische Seite soll zugunsten rein sachlicher Erwägungen ausgesckieden werden! Dernburg fragt: Hat das Handelsministerium das Reckt, der Zulaflunasstelle Anweisung zu geben, ob sie gewisse Kategorien von Pavieren überhaupt zulassen soll oder nicht? ES wird in Anspruck genommen auf Grund einesweitge­henden AÜfsicktsreckts". Der Minister kann nicht nur ausländische Papiere, sondern auch deutsche Staatspaviere von der Zulassung und dem Handel an der Börse ausschließen, und zwar,wenn die Zulassung dem öffentlichen Interesse zuwider zu sein scheint-. Damit fei, so führt Dernburg aus, nickt nur eine ganze Kate­gorie von Gewerbetreibenden, Bankiers. Mak­lern nsw.. sondern auch jeder deutsche Anleger und Kapitalist appell- und hilslos in die Hände einer Verwaltungsbebörde gegeben". Ein sol­cher Zustand entspricht nickt der deutscken Rccktsordnung, und kann daher entweder nickt Rccktens sein oder darf es nicht bleiben", und eben deshalb schädige die vom Minister Sydow begonnene und weiterbin angedrohte Maßre- ael einen großen Teil deutscher Erwerbstätig» keit. bringe Hnfickerheit und Speku» lation in den Abschluß fremder Geschäfte, und erschüttere eine mübfam errungene Stel­lung, die sick das geschäftliche Deutschland in langer Arbeit erworben habe. DernburgS Schritt wird, tote ich erfahre, am Mittwoch dem Buchhandel übergeben werden.

Dr. F. K.