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9h. 90. — f. ^ayrganF.

Casseler Neueste Nachrlqre»

Sonntag, 19. März 19H.

SH» (bem Zentrum sicheren) Wahlkreis aus

wtt . meldet uns

Politische Chronik.

SS

zeuguna willen, er muh ein ^arthrer sein

-efp-

Die Carlisten-KSmpse.

(Eigene Drahtmeldung.)

Man will doch dem Volke durch die Vermitt- lungvon Lesestoff eine Wohltat erweisen- ^ic ift bie Gastgeberin, indem sie die Räume zur Verfügung stellt, und als solche kommt man seinen Gästen nicht nur höflich, sondern S?ch sreundlrch entgegen .. . lieber das lesende Publikum em ander Mal: diesmal habe ich nur einige Vertreter der Leselustigen gesehen und es Ware besser gewesen, ich hätte aeschrie- ben: Wie Cassel nicht liest . . Walter Kaulfuß

Die Erkenntnis, daß sie ihn verliert, entlockt Maria ihr Geheimnis, gellenden Ruis schreit sie es binaus: „Und das Kind, das Kind, das keinen Vater haben wird!" Ohnmacht umlänat die Arme. aber die ^lntreauna war gtei s",i sie. .Sie wird eine Frühgeburt haben" em»en ^ones sagt es der iunae Dr. Tolsien Und das Elend, das er iebt geMmut. das Elend, das ftines Vaters Bücher bervorruken. e5 zwingt ;bn. jetzt klar und scharl sich davon los zu sagen, denn auch seinem Leben h^t diel» ?ehro efne ♦iefe Wunde aeschlaaen. Durch sie verlor er kein Weib, bas sich ?bm ent-ieht kett es f * Edi­kt en s Lebren binaibt. Doch noch einen Versuch will er machen. Alerondra wieder «ns seine Seite zurück,»ziehen.' Er scheitert: denn sie will nicht, daß ihre Seele unter.'che im Kampfe mit

aus Denver (Colorado) gedrahtet das Haus eines japanischen

Wenn einmal eine Zeitungsnachricht be- grundeterwelse als erfunden oder aus der Luft gegriffen stigmatisiert wird, ist es jedoch in den elrensten Fallen ein Journalist, der er- unden oder den Griff in die leere Luft getan hat, da steckt zumeist ein anderer dahinter Die ensatronslüsterne Zeitung ist überdies im Er- fmden niemals so maßlos, wie das Gerücht, das von Mund zu Mund geb*; nickt zu reden von den Fällen, in denen die Gutgläubigkeit der Presse malitiös für fremde Zwecke ausge­nutzt wird. Wie dem Mimen flickt auch dem Journalisten die Nachwelt keine Kränze, da­rum muß auch er geizen mit der Gegenwart und den Augenblick, der sein ist, ganz erfüllen. Zur Qualität eines guten Journalisten gehören zweifellos: Rechtschaffenheit, Ansiändiakeit, Un- abhangmkeit und ein starkes Verantwortlich- keitsgefühl. Damit ist es aber noch nickt getan, r uuch etwas Fähigkeit dabei sein zum blitzartig raschen Erfassen der Erscheinungen und Vorgänge, zur temperamentvollen Wieder- aabe von Eindrücken, die an anderen vielleicht spurlos vorüberaeben, kurzum: Das spezifische lournalistische Talent. '

.„Nach einer Depesche. aus Wheelina (Westvirgmia) ordnete der Präsident der verei­nigten Grubenarbeiterverbände die Arbeits­einstellung in einem Distrikt in Ohio an FeAausend Grubenarbeiter werden in deu Ausstand treten.

Das Publikmn sieht nicht tief hinein in das "Nste Getriebe der Journalistik. Es hat denn auch wohl keine Vorstellung von der immensen Arbeit, den Muhen und Anstrengungen, die hierfür aufzuwenden sind. Die Journalistik w.em Kampfberuf. Täalich hat sie gegen Mißvergnügte, Gekränkte, Verletzte, in ihrer Edelkeit oder ihren Interessen sich getroffen suhlende, gegen Zweiiler und Lästerer sich zu wehren. Ruhepausen gibt es nickt. Eine Span­nung lott die andere ab. Die Journalistik ist Mitemvflnderin alles Leids. Sie wird in stär- kerem Maße als andere Berufe getroffen durch ^ehler der Politik, der Kustiz und Verwaltung. .>br darf nickts gleichgültig sein, sie darf nichts ult und unberührt lassen. Solcher Nervenan- svannnung. Nervenzerrung sind nur die Be­rufenen gewachsen. Nur die geistig und physisch Restausgerüsteten können befteben. Ru­nelos erneut sich immerfort der Kreislauf. .Das Schwache fällt, das Tüchtige tritt heran’

“ anttjapanische Dernom

stranon tn Colorado.

ften Angehörigen entstehen mußten. „Niemand kann fweien Herren dienen", „Hie Gott, bie Welt , das ist es, was ibn in so viele Kämpfe stürzte. Er will der Lehre des Nazareners nachgehen, bis in ihre letzten Konseguenzen, vor nichts zurückschrecken, nicht vor Gefangen­schaft, Kirchenbann, Tod. Und wie er selbst den rechten Weg wandern will, ohne einen Schritt links oder rechts zu nehmen, so will er auch feine armen Muschiks, seine Bauern, der reinen Lehre des Nazareners zuführen. Das gibt ben Anstoß zu der Kanblong des Dramas, die im folgenden daraelegt sei.

Im ernsten Gespräch, das sich auch hier wie­der um die Frage dreht „Ganz Mensch ober vanz Anhänger bes Nazareners?" sitzen Alexanbra von Tolsten, bes alten Grafen L-chwiegertochter, seine begeiferte Anhängerin, unb ihre beutscke Freunbin Charlote von Böt­zow, eine urwüchsige, kraftvolle Natur, die ihre höchste Bestimmung darin erblickt, gan* Mensch zu sein, unb sich in diesem Gedanken begegnet mit dem junaen Dr. Tolsten, dem Gat­ten ihrer Freundin. In ihre Reden tönt Plötz, lick wilder Lärm. Auf die Bühne ffünt Pe- ttowitfch. der arme Musckik. um Hilfe flehend Man hat ibn unter bie Soldaten gesteckt, aber er wollte nicht bas Gewehr tragen, denn sein Herr unb Meister hatte gesagt„et-bet eure Feinbe!" Das soll ihm teuer zu stehen kom­men. bie russische Knute ist bart. Der Lärm hat ben. alten Tolsten berbeiaelockt. es kommt auch Maria, die Braut des Petrowitfck. Sie fleht Tolstoi an, ihren Liebsten zu retten, ihn ihr zu erhalten, aber die Häfcker haben «Mehl, ihn fortzuführen, unb dem widersvrickt Tolsten nicht. Petrowitsch muß leiben um seiner Heber«

S Generalstreik in Portugal? (Spe- zraltelegramm.) Depeschen aus Lissa- 7?" Zufolge hat bie portugiesische Arbeiter« Ichaft wegen bes Vorgehens ber Behörde ge- ßen bte Streikenden von Setnpal für bett kom- menben Montag ben Generalstreik pro- sm“A”*■ Die Regierung ist entschlossen, M t l 11 a r zur Aufrechterhaltung ber Ordnung heranzuztehen, man glaubt jedoch, daß sich der Ausstand auf Lissabon und Umgegend be schranken wird.

Die VolM des Tmes. Winzerkrieg und Earlisten Ksmpfe. (Telegraphische Meldungen.) In Frankreich ist es abermals zu ernsten A*"/ eru«ru6ren gekommen, und es sind bedenkliche Demonstrationen zu befürchten. Im Departement Aube herrscht große Aufregung ber Ministerpräsident gewei-. gert hat, die Forderungen der dortigen Winzer zu erfüllen, die auf die Einverleibung des De­partements in bas gesetzlich feftgelegte Gebiet der Champagnerfabrikation abzielen. Infolge-, befjen hat ber getarnte Gemeinberat ber Stabt Bar für Aube seine Demission eingereicht und em gleiches gilt von zwei Mitgliedern des Arondrssements, von denen einer sogar stell- bertretenber Unterbräfeft war. Ein Telegramm berichtet uns folgende Einzelheiten.

Die Aufregung im ganzen Weinbaugebket nimmt immer mehr zu. Allenthalben legen bte Gemeindebehörden ihre Aemter nieder. Die Winzer entfalten rote Fahnen unb läuten in ben Dörfern bie Sturmglok- ken. Für Sonntag planen bie Winzer eine K u nb g e b u n g in Bar für Aube. Mini- sterprästbent Monis hat, von bem bebroh- lidhert Zustanb benachrichtigt, gestern abeub in aller Eile ben Abgeorbneten Paul Meu­li i e r, Vertreter bes Aube-Departements, in ber Kammer, zu sich berufen, um mit ihm bie zu ergreifenden Maßregeln zu beraten. ' Er gab feine Absicht kund, alle gerechtfertig- ! ten Wünsche der Winzer zu erfüllen.

beit des journalistischen Talents zu erkennen und einzuschätzen verstand, davon gab er eine überzeugende Probe in der folgenden Aeuße- rnng, die er im August 1890 Anton Memrnin- ger gegenüber tat: „Ich kann aus einem tiich- ttgen fRebalteur leichter einen Staatssekretär oes Aeußern ober des Innern machen (bitte, denken Sie nur an L oth a r Buch cr!) als aus einem Dutzend Geheimräten einen gewandten leitenden Redakteur. Ich gebe Ihnen gleich einen Leiterwagen voll von diesen Geheimräten Juristen, Theologen ober auch Philologen mit lauter ersten Noten in bie Lehre, und Sie kön­nen aus ihnen nicht viel mehr als einen Schnei­der «lacken-der mit ber Schere irgend ein geist­loses Lokalblatt zusammenstellt. Das Zeug zum Redakteur, ber selber denkt, schafft und L®,reibt mit Schwung und Kraft, muß man auch nittbrtngen!"

I Neuer vom Tage.

iE Eisenbahn-Attentate und kein Endel Wie uns aus Berlin gemeldet wirb, hat sich bie Zahl ber Fälle, in benen auf Eifenbahn- zuge geschossen ober geworfen wirb, in der letzten Zett verdoppelt, ohne baß es ge- lungen ist, ber Täter habhaft zu werben. Die Verwaltung hat sich entschlossen, bie auf bis Ermittlung ber Täter ausgesetzte Belohnung zu erhöhen. 4

iE Die Tragödie in der Mühle. Aus Essen meldet uns ein Privat-Telegramm: In Horst bei Steele war einem in Vermögens- verfall geratenen Mühlenbesitzer bas Mobi. liar gepfänbet worben. Als ber Verkaufs- termin stattfinben sollte, jagte sich der Mühlen- besitzer in Gegenwart ber zahlreichen kauslu- ftigen Menge eine Kugel in ben Kopf und brach tot zufammen.

iE In geistiger Nacht. Nach einer Depe- Ne aus Würzburg erschoß sich in einem Anfall geistiger Störung ber protestantische Pfarrer Sichelstiel. Sichelstiel hinterläßt eine Frau unb vier Kinder.

„ Auch in Lyon ist es gestern zu bedenklichen Ausschreitung gekommen. Ein Pariser Pri- vattelegramm berichtet uns darüber: In Lyon versuchten gestern abend die Royali- st e n eine Kundgebung zu veranstalten. Die republikanischen Studenten organisierten bar« aufbin eine ©egenhmbgebung. Es kam zu Zusammenstößen, wobei bie Polizei frir-i?rei*en<u Utto Ä*c Kunbgeber auseinander , -—.....u*u«appa

ben b" Sn c3t ,Iretd,C Demonstranten tour« ^ Flugapparate sollen im Jemen benutzr oen v e r h a f t e t. werden, wo man mit Pferden und Kamelen

'wegen ber Wüste große Schwierigkeiten hat.

s- Das neueste Marokko-Abenteuer. (P r i- Vat-Telegramm.) Nach in Paris einge­gangenen Drahtmelbungen aus M a r o k k o hat man noch I e i rte Nachricht aus Fez unb ist über ben Ausgang bes Angriffs, ber am letzten

unb ihr allem zu banken haben. Vollstänbig obpektive Zeitungen kann es nicht geben Zurede Notiz dringt ein Hauch des geistigen hute^-\ Professor Lorenz Stein hat einmal Z.eskungen als subjektive und objektive un- bmthM £s-Unb diesem Zusammenhänge bc= romanischen Völker seien (wie in allen Stucken) auch in der Presse, subjektiv, bie n^w""^6" ablektiv. Die Russen müßten süq- Itck zu ben Romanen gezählt werben. Bismarck 6ie,Äffische« Journalisten seien Novellisten, aber keine Rebakteure, Dichter, aber keine Politiker. Als Muster von Objektivität bezelmnete Lorenz Stein bie englische P r e ss e^ bte sich einer alles Persönliche abstrei- fenben Sachlichkeit, einer Unbefangenheit im Urteil unb einer Gelassenheit ber Sprache beflei- kM bie bie besten Merkmale ber Objektivität buben. Das mag zur Zeit Lorenz Steins wohl zutreffend gewesen sein. Seither sind indessen viele Jahre vergangen!

Madrid, 18. März.

In Saragossa und Valencia kam es ge­stern abend zu schweren Zusammenstößen zwi- i .<~ . - »------.....

schen Republikanern und Carlisten, bei denen . ble Stadt erfolgte, sehr beun-

auf beiden Seiten von den Waffen Gebrauch n nicht, ob die Belagerer die

gemacht wurde: Zahlreiche Personen luurbcn der Stadt verlassen haben,

verletzt. Ueber zwei Stunden lang wurden ° ‘ ~

unausgesetzt Revolver- und Gewehrschüsse ae- wechsclt. Am heftigsten war der Kampf in Va­lencia, wo die Polizei den Kämpfenden gegen- über völlig ohnmächtig war. Diese Zusammen- totze sind eine Folge der starken MeinungSvcr- chiedenheiten in politischen Fragen. Die Po­lizei hat Verstärkungen herangezogen, um die hindern ähnlicher Vorkommnisse zu ver-

m^i^^.E'/iligenstabt meldet uns ein 5 V V ' Mr bie kommenden . Wahlen sind im Reichstagswahlkreise ©eiligen- S Der heutige Reichstag (Telearamm m r?l-S dle Sozialdemokraten als

- - ..." ~ «/u-vcit, unb

ebenfo ist auch über die, Lage der Armee des Sultans nichts genaues in Erfahrung zu brüt« gen. Einem Telegramm des Londoner „Dailh ^.elegraph" aus Tanger zufolge ist die Sul­tans-Armee blockiert unb Weber in ber Sage vorzurücken noch zurückzugehen.

nahm* uchen gemeldet wird

! nahm die Postverwaltung in fünf Taaen üfi« eineinhalb Millionen Mark ans dem Verkauf der neuen bayerischen Briefmarken ein ' lenfn V^vV^.?°ris zufolge 'überfie- .« B iry C h a tillo n etwa hundertsünf- a’rbeit^arml?;rrvT Äru??e tion Steinbruch- arbettem, weil diese sich keinem Syndikat an- ichUeßeu wollen und verwundeten zehn von ihnen durch Knüttelhiebe. Drei Angreife? wurden verhaftet. ^«gteifer

Die moderne Türkei. (Spezial- terL,e- ® f aJ?! m.) Aus Paris wird uns de- peschiert: Die türkische Regierung hat bei fran- zouschen Werften sechs Kanonenboote bestellt, ebenso eine Anzahl Flugapparate. Einige

Wien, 17. März.

, Der als geistreicher Mensch und aNqese- . Heuer Beamter gleichwert geschätzte Regierungs- tat v o n W, n t e r n i tz, ber Leiter bes litera- tuchen Bureaus im Ministerium des Aeußern 'Md bie rechte Hanb bes Ministers Grasen Aehrenthal, hielt dieser Tage vor einer erlese­nen Gesellschaft einen hochinteressanten Vortrag ulner das Thema: „Die Presse und ihre Leute . der von ben Wiener Blättern lebhaft kommentiert wirb. Herr von Winteruitz führte dann unter anderem aus: Bismarcks Schlag­wort: „Die Zeitungen werden von Leuten ge­schrieben,die ihren Beruf verfehlt haben", wirb neai.heute ben Journalisten nadjgerufen, wie wohl Bismarck selbst dies Wort in spätere Jah­ren zurückgenommen hat, indem er erklärte, er begreife wohl, baß es Männer gebe, bie sich in

allgemeinen Hanbwerksfächer nicht ein« zwangen lasse», fonbern ber Aktenschinderei unb , .r bureaukratischen Zwangsjacke, eine freiere, lelbftänbiae Gebankentätigkeit vorriehen . . Der kürzlich verabschiebeie französische M i - «’n er Pichon bat bas Bekenntnis abgelegt, daß alle Geschicklichkeit ber Diplomatie »ergeb« *** wenn sie die Fühlung mit der offen!« ^»Meinung verliere. Von bem österreicki- föien Ministervräsibenten Baron Bienerth stammt bas Wort, das ganze öffentliche Leben !!,nserer Epoche sei aus Publizität aufgebaut unb Vnblizttat werbe fast ausschließlich burch bie Presse vermittelt. Der deutsche Kanzler B e t h- mann Hollweg hat einmal im Reichstag unsere Zeit „da? Zeitalter der Zeituirgen" ge« jwnnt, womit vielleicht nicht ein Kompliment Mr das Zeitalter beabsichtigt war, worin aber die Anerkennung des beherrfchenden Einilusses der Zeitungen auf die allgemeine Ge- donkenrichtung zum Ausdruck kommt. So wird bte Zeitung hoch und tief eingeschätzt, zuweilen

*ltn^ tief maleich, und man ist versucht, Eu origknekles Wort Richard Debmels.

?^/.EerdingS auf einen anderen Fall ge-

worden ist, anzuwenden: „Man mag von M,ÄK‘,ie,ro: 65 »

^wng.bat fo viele Kritiker als Le- komm-» Kritiker als Abonnenten. Dabei '

^wke Leute in ihrem ganzen Leben i tene ba^ ste „das trat <

fifeen^Xul1 Vildung* das sie gerade noch be- 1 n6etL efau,a der Zeitung sich anaeeignet i

iE Aus dem Sumps der Großstadt. Mel­dungen aus München zufolae wurde ein Se­kretär von ber Sittlichkeitsabteilung ber Münchener Polizeibirektion vom Dienste uspendiert, weil er beschulbigt ist, sich bei einer Vernehmung, großer Sittlich, kritsdelikte schulbig gemacht zu haben.

iE Die Schmuggler an der Grenze. Mel- bintgen aus Konstanz zufolge ist bort ein Gremzwächter wegen Saecharin- schmuggel verhaftet worben. Ferner würbe

, Will, auch umgekehrt. Trieb's mich kürzlich einmal, unsere Lesehallen zu be» suchen, die auch Stätten zur Weiterbilbung un­seres .Volkes sein sollen . Ich hab daheim einen großen Bücherschrank, gefüllt mit dick­leibigen Und (man könnte sagen) ganz zarten Buchern. Eine Unmenge Weisheit (und auch anderes) steckt in den Blättern, unb wenn man Ee Bücher aufmerksam burchstudiert, ist man em „gelehrter Mann". Auf bas auf merk» f aui e Stubieren aber kommt's gerabe an. Nicht jedem ist vergönnt, injeber Umgebung seine Gebanken so zu konzentrieren, daß er von dem, was er lieft auch Vorteile hat. Zum vollen Genießen eines guten Buches gehört (meines Erachtens) auch eine angemessene Umgebung. Schmeckt ein Tropfen eblen Burgunbers aus einer bickbauchigen Kaffee- tasse? Oder ein gebratenes Huhn von unsau- berem Teller, ber auf einfacher Holzplatte stehtZu einem guten Buch gehört eine gute Umgebung, womöglich weichpolstrige Klubsessel mit Lesepult unb eine gute Havanna

Da aber beibeS in unsere» Lesehalle» nicht zu ftnben ist (in Volkslesehallen wohl auch überhaupt nicht zu finben fein wird), so muß wit »Wenigem" begnügen. Das Wenige ist aber doch gar zu wenig. Kalt und ketneswegs anheimelnd muten die hl»*?« s!n 5,c^.rt unsere Lesehallen unterge« rtnb.an. Die an derWolfhagerstraße macht ‘1°^.. ^e» freundlichsten Eindruck. Einige «pruche hat man an bie Wanb malen lassen- ist man nie zu alt!" „Kenntnis ist, Reichtum! „Lies mit Bebacht, gib Acht'"

Wände, ber Lesehalle am Unterneuftäbtcr Ktrchplatz zieren keine Sprüche, dafür einiae kwine Bilder. Doch halt, zwei' Schilder sind nur besonders aufgefallen. Sie befinden sich im /„Damenzimmer", das seitwärts liegt, und nur einige Quadratmeter im Geviert mißt Wie lautete doch gleich die mit Blauschrift in etivas ungelenken Zugen gehaltene Aufschrift? Ich will aus dem Kopf zitieren: „Nur für Damen'" dre eine, und: „Velhagen und Klasings Mo­natshefte, Turmer und Kunstwart, werden nur »pch gegen Quittung ausgehändigt, weil einige beschädigen!" die anbm. Aew'ß sind s bie fchonen Bilber in biesen Mo« »atsichriften, bie manch Leser ober gar (es hangt ja »m Damenzimmer) manch schöne Le- Auswgm Ntitnehmen Veranlassung gaben. Die der aufliegenben Zeitungen und Zeitschriften ist eigentlich gering: Wohl findet !«"« Tageszeitungen vom äußersten rechten bis ?ußersten linken Flügel, von der „Norddeut- aa^iMememen» bis zum „Vorwärts", aber fehlen doch noch einige bedeutende /"„^ner öffentlichen Lesehalle eigentlich finden sollte. Nur nebenbei will ich

J?er r836(1 am Montag" L™ Beispiel bte letzte emgebeftete Nummer kw^.27--D6öember 1910 batierte .

Em Schild mit der Aufschrift „R u h e h a l- e/V (schon hätte ich's beinahe verges­sest ""den Wänden, unb dickt daneben lieft man das unvermeidliche „Raucken bißw-n s m^st' Warum nicht ein

' ®ennä auch ein wenig mehr ü-?-°rschw.arze . kostet. „Es wird ge­be ten klingt doch freundlicher. Ick lernte

Jndustriebezirk einen ftÄ^-.(de inzwischen zum Königlichen Po- k'"W/astdenten aufgeruckt ist) kennen, ber bei Jer ©rofftiung einer Straßenbahn die gelade- ^a„\L°Urna i| ctn aur' das Innere der Straßen- bghnwagen aufmerksam machte, das mit klei-

Aquarellbildern geschmückt war, während frfit bestimmte» Vorschriften

^ßfHriiftienr»^0,rten begannen: Es wird

Ö b c t c n . . . „<5c6crt <5ic, meine ©erren', meinte ber Laudrai, „auch ein Lanb« utüerTft ä ßfH m feln28arum sollten's an;ete )tabtisch en Be Horben nicht auch» i

Leffentliche Neiumg.

Die moderne Presse unb ihre Leute.

au§ dem Reichstag berichtet wirb, gelangte heute bei der Fortsetzung ber Besprechung des tbeS ^nern zunächst der Etat des

R e ich sg e sun d Heils amt s zur Svracke Namens der Zentrumspartei begründete Ab« Seorbneter Ranner (ber übrigens seit seiner Zugehörigkeit znm Reichstag heute zum erstenmal das Wort erariffl eine Resolution, in der es heißt: „Der Reicks- tag wolle die Verbündeten Regierungen um ?*n6 Aadelle zum Viehseuchengesetz ersuchen dre Entschädigungspflicht bes Staates ^ ^6bverluste ausgebehnt wirb, bie burch Akaul- unb Klauenseuche unb deren Folaen herbeigefuhrt werden." G 8 n . „ ■ ---.... uns

cS1 Sonnabend im "andtaa »i» I,.om: ^,er fünfzigste Jahrestag der Pro­gramm unseres Korrei'vo'nden//«\ fmatw« der Einheit Italiens ist gestern^im Das Ab g eo rd n et.enh au s nahm heut- TtL u«(et patriotischen Kundgebun- S(»ge®W Bürgeler ber^T Tagen^bre§Hichun^be"rt

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IDeichstag^UgeAen'Antmg ^gebracht- Sgo^roto“^'^A^bön^SoNaMwokratm Der Reichstag wolle beschließen hm 3 ' tur TUttf «ihungett und bie Mitglie-

tast., su Am er S»Ä - unb e«.

L !- DtatLmt-mms-WuEM h.. d.« -us-°,chl»t.

unb ttn englischen Unterhause zum Ausdruck — ?er Rüstungen und ber Abschaf­fung des Seebeuterechts einleiten.

un

Graf Talkten.

Uraufführung im Residenztheater.

Erst wenige Monde sind verslofsen, seit der Einsiedler-von Jäsnaja Poljana verschied. Und schon tritt er uns als Dramenheld entgegen der große Tolstoi. Auf. sein Gut, ins dunkle Rußland, führt uns die Handlung des Dramas von Ostrinaen, stellt ihn uns dar in seinem ur« einenfien Milieu, int Verkehr mit feinem Volk b-- armen., irregeleiteten Volk, in den Konflik­te die ihr- ms feiner Lehre durch feine näck-

Der journalistische Dienst des Reporters, der ausgesckickt wird, Details über eine Mord­tat ,ein Eisenbahnunglück, einen Straßenaus- wuf. ZU beschaffen, ist eine Arbeit, die nicht weniger Findigkeit, Intelligenz, Kefckick, oft auch Takt erfordert, als die geistige Arbeit mgn- chen Berufes, die das Privi-cg üvpiaer Hono­rierung und dementfprechenb-n 9(n'cr-'na at- nießt. Wie sehr Bisma—' bie -iber«