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Sonnabend, 11. März 1911.

Casseler Neueste Nachrichte«

Sasonows Befinden.

zur An-

Sie hMeNimom mMir Seiten.

GS

auf Wiederaufnahme der Arbeit in geheimer Abstimmung mit großer Mehrheit die F o r t - dauer des Ausstandes beschlossen.

Petersburg, 10, März. (Telegramm.) Mi­nister Sasonow hat eine ruhige Nacht ver­bracht. Der lokale Prozeß des Halsgeschwürs verläuft vollkommen normal. Der Patient tfl

nähme gekommenen Resolution tjt dieser | Standpunkt begründet und die Forderung aus­gestellt worden, zur Befriedigung der Wunsche der Privatbeamten den Ausbau der ^nvaliden- Versicherung vorzunehmen.

A Im Dienst der Volksbildung. Profegor Sr; Hildebrand aus Marburg hat gestern im Saal der .Stadt Stockholm" vor überfüll- tenl Saale den letzten Volksvortrag gehol­ten, er sprach über: Erkrankungen, Kurfpuscker- tnm, übdr verschiedene .Systeme" desselben und Zhre Unhaltbarkeit. Ein- erkannte Krankheit ! sachgemäß zu behandeln, sei meistenteils nicht

Das Kai-serpaar in Berlin.

Berlin, 10 .März. (Spezialtelegramm.) Der Kaiser und die Kaiserin sind, von Kiel kommend, heute früh kurz nach 8 Uhr wieder in Berlin eingetroffen.

Fähnrich Biebahn vor Gericht.

Berlin, 10 .März. (Spezialtelegramrn.) Heute ist die Verhandlung gegen den Fah­nenjunker Biebahn, der beschuldigt ist, ! während der Nacht auf der Wache in der Jung- sernheide nach erfolglosem Anruf geschossen zu haben, wieder ausgenommen worden. Der An­klagevertreter beantragte drei Monate Ge­fängnis wegen fahrläffiger Tötung. Vie- bahn wurde jedoch freigesprochen.

Juwelendiebe im Reichskanzler-Palais.

Berlin, 10 .März. (Spezialtelegramm.) Im Reichskanzler-Palais in der Wilhelmstraße wurde gestern ein g r o ß e r I u w e l e n d t e b- stahl entdeckt. Die Krimlnalpoltze, ,st heute früh benachrichtigt worden und hat mit der Untersuchung begonnen Die Polizei folgt be­reits einer Spur des Täters.

Aus der gestrigen Sitzung ist noch folgendes nachzutragen: Eine lebhafte Debatte entspann sich über den Voranschlag der Landstra­ßen- und Landwegebauverwal­tung, nachdem der Referent. Landrat von K e n d e l l - Eschwcge eine Mehreinstellung pro Jahr von 50 bis 60 000 Mark gefordert, hatte zur Ausbesserung der Straßen, dre durch Zu­nahme des Automobilverkehrs ganz erheblich abgenutzt würden. Da die Einführung von Chausseegeldern für dieses Verkehrsmittel bzw. die stärkere Heranziehung der Besitzer der Au­tomobile zu den Steuerlasten nicht angängig sei, schlug der Referent vor, denjenigen Krei­sen, die über gute Straßen verfügten, zuaun- sten der andern Kreise Mittel zu entziehen. Dielen Ausführungen traten entgegen die Ab­geordneten von Gehren und Carltbet. Abgeordneter von Grunelius - Hersfeld float über den Zustand der Straßen in fernem Kreise. Vom praktischen Standpunkte beleuch­tete Geheimer Baurat Stiebl die gerügten Mängel. Abgeordneter von Pappenherm spricht sich gegen den Unfug des Auto­rin o b ilr e nn e n s auf den öffentlichen Stra-

für die Kommunalbeamten des Re­gierungsbezirks Cassel.

Die um neunzig Prozent gesteigerte Inan­spruchnahme der Kasse lasse die Befürchtung aufkommen, daß die Leistungen der Kaffe zu hoch anwachsen und so zur Ueberlastung der einzelnen Mitglieder führen müßten. Die am zehnten Oktober vorigen Jahrs begonnene dreitägige Versammlung der Mitglieder habe sich aber ganz entschieden gegen jegliche Erhö­hung der Mitgliedsbeiträge ausgesprochen. Der Eingabenausschuß ist daher der Ansicht, zurzeit in dieser Sache keine Aenderung vor­zunehmen. Der Landtag stimmte nach kürzerer Diskussion diesem Vorschlag zu. Die Vorlage des Landesausschusses betreffend unwesentliche Abänderungen der in der Besoldungsordnung für die Beamten des Bezirksverbands des Re­gierungsbezirks Cassel vom 22. Februar 1909 enthaltenen Vorschriften über die Wohnunas- geldzuschüsse wird angenommen. Durch diesen Beschluß erledigt sich zugleich das Gesuch der in Cassel ansässigen Mittel- und Unterbeamten des Bezirksverbands um Belassung des jetzigen Wohnungsgeldzuschusses. Des weitern befaßt sich der Landtag mit dem Neubau der Taubstummenanstalt zu Homberg, welcher Vorlage er sein- Zustimmung gab.

Den Aermsten der Armen widmet sich ein Antrag des Eingaben-Ausschusses be­treffend die Genehmigung des Gesuches des Oberlin-Vereinsvorstandes zu Novales um Be­willigung einer Beihilfe zu den Kosten eines Taubstummenblindenheims.

Preußen leben zurzeit 236 dieser unglücklichen Leute. Der Landtag ermächtigte den Landes­ausschuß, eine Beihilfe in Höhe von 7500 Mark abzusenden. Hierauf begründete Oberbürgermeister T r o j e - Marburg die von ihm mit unterzeichnete Eingabe auf Verhin­derung der Gründung einer Uni­versität in Frankfurt am Main. Durch eine solche Neugründung würde der Lebensnerv der Stadt Marburg durch­schnitten. Von den zweitausendeinhundert Studenten des letzten Semesters kamen 400 aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden, 272 aus dem Rheinland, 660 aus Hessen-Nassau, und der Rest aus anderen Bundesteilen. Durch die Neugründung der Frankfurter Univergtät würde der Zuspruch aus den beiden ersten Landesteilen völlig fortfallen. Mit warmen Worten apvcllierte der Redner an das Haus und bat um Annahme der Eingabe. Die Ab- . geordneten Harnier aus Cassel und Ber­tha aus Rinteln unterstützten diesen Antrag. Das Haus beschloß, den Landesausschriß zu beauftragen, bei der Staatsrcgierung im Sinne der Eingabe vorstellig zu werden.

Reue Polizei-Kommissare. Das Kgl. Polizeipräsidium bittet uns, mitzuter- len, daß mit der Verwaltung des siebenten Polizeireviers Polizeikommiffar Mertens und mit der Verwaltung des vierten Polizei­reviers Polizeikommiffar Pape beauftragt worden sind. Die Neuordnung trittt mit dem ersten April in Wirksamkeit.

A Die eigne Mutter bestohlen. Gestern abend um die elfte Stunde kam aus einem Hause an der Henkel st ratze händeringend ! eine Frau gerannt und lief jammernd auf der Straße umher. Polizeibeamte suchten die Ur­sache dieses sonderbaren Gebührens zu erfor­schen und sie erfuhren dann, daß der S o h n seiner Mutter deren Ersparnisse in .Höhe von fünfhundert Mark entwendet hatte und damit...durchgebrannt war. Nur schwer ließ sich die Frau beruhigen, die schließ­lich wieder ihre Wohnung aufsuchte. Dem leichtsinnigen Sohn aber widmet nun die Po­lizei ihre Aufmerksamkeit.

A Cassels Industrie auf dem Weltmärkte. Auf dem Oberstadtbahnhofe wurden gestern riesige Kisten verladen, die die Aufmerksamkeit vieler Leute auf sich zogen. Sie enthielten für etwa sieb zigtausend Mark Lederwaren der Casseler Firma Ricke, und sind für Sao Paolo in Süd-Amerika bestimmt.

A Das Taschenfeuerzeug als Unglückstif­ter. In einem Schuhwarengeschäft an der S ch i l l e r st r a ß e wollte sich heute vormit­tag ein Herr seine Zigarre mit.einem Benzm- Taschenseuerzeug anzünden. Als das kleine Ding aufsprang, spritzten einige Tropfen bren­nenden Benzins heraus und emem kleinen Sohn des Geschäftsinhabers ins Gesicht, wo­durch dicht neben dem linken Auge erhebliche Brandwunden entstanden.

Letzte Telegramme.

(Rach Schluß der Redaktion eingegangen.)

DarlehnSgeschäfte" vorm Strafgericht. Auf der Anklagebank der Strafkammer sitzt heute der Kaufmann Karl Max Rudolphi aus Cassel (gebürtig aus Halle), dem D a r - lehnsschwindeleien zur Last gelegt werden. Fünfundzwanzig Zeugen aus der gan­zen Provinz sind geladen, um das Gebäude der Anklage zu stützen. Meist sind es kleine Kauf­leute, die auf das Darlehnsinserat des Ange­klagten mit diesem in Verhandlungen getreten waren. Rudolph war im Juli vorigen ^ahr-- nach Verbüßung einer vierjährigen Gefängnis­strafe wegen Darlehnsschwindeleien und Mein­eids aus der Strafanstalt entlassen worden und gründete sofort wieder in der oberen Karls- straße in Cassel ein Darlehnsgeschäft. In den Provinzblättern erließ er folgendes ,?nserat: ..Geldkredit jeder Höhe, jede Frist, kem Vor­schuß. keine Nachnahme. Auskunft kostenlos In sdr Zeit vom August bis Ende des Jahr? gingen bei Rudolph 1439 Anfragen ein, wo­von er aber nur 112 beantwortete. Der Ange­klagte bestreitet jede Schuld und erklärt, daß er | als Vertreter großer auslädischer Banken ;e- derzeit über Gelder hätte verfügen können, er sei keiner von den gewerbsmäßigen Geldver­mittlern. denen es nur darauf ankomme, den Vorschub zu erhalten, um dann das Geschäft nicht auszuführen. Nach Eröffnung der Ver­handlung wurde ein Teil der Zeugen bis zum Spätnachmittag entlassen, sodaß das Urteil erst gegen Abend zu erwarten ist.

A Der Neubau des Fuldawehres. Aus deut Leserkreise wird uns von fachmännischer Seite geschrieben: Die Arbeiten zum Neubau I des Füldawchres sind im Gange. Zur: ?(eu finden auf der Insel am linken Ufer der Fulda unterhalb des alten Wehres (dem soaenannten Kinkenberd) die Erdarbeiten zum Abtrag tu. die Regulierung statt. Die Erdmassen werden auf Gleisen mittels Karren abgefah­ren Vom Niedrig-Wasserrande der gerade aestreckten Uferlinie bis zur vroiektierten künf­tigen Uferböschung ist ein Abtrag von rund 70 Metern größter Breite notwendig, dieselbe ist also noch größer, als die derzeitige Alutz- breite bei Niedrigwasser ,st. An dem Schnitt­punkt der vorbezeichneten neuen Uferume mit der Abna soll sick das neue Wehr an­setzen Die gesamte Bauanlage soll voraus­sichtlich in zwei mittleren großen Oessnunaen von rund 40 Metern Weite und einer links- irfrigen Seitenöffnung von rund zehn Metern Weite bestehen, welch letztere zur Reaulrerung des Mnblenstaus dienen kann. Als Verschluß- körper sind eiserne Walzen voraesehen. wie sie r B bei Schweinfurt im Mam eingebaut worden sind und sich bewährt haben. Durch Hochhebuna der Walzen (die in der Regel mit Zahnradgetriebe erfolgt) wird der ganze Fluß- auerschnitt bis zur Sohle freigelegt und das Hochwasser kann ungehindert abfließen. Dre Flußsohle soll bis aus etwa 1F Meter abge­baggert werden. Mit dem Wehr zu verbmee baggert werden. Die mit dem Wehr zu ver­bindende Schiffahrtsschleuse soll sich ans linke Ufer anschließen. so daß die Schiffe zur EiN- und Ausfahrt eine längere gerade Strecke ver-

A Das Wetter am Sonnabend. Der amt­liche Wetterbericht sagt füt ben morgigen Sonnabend für Hessen-Nassan folgende Witterung voraus: Vorwiegend trübe, bei süd­westlichen Winden, ziemlich milde, Regenfalle.

A Aus Cassels Theatern. Im H oft he a - ter gelangt morgen abend 7% Uhr die Oper ®te Hugenotten" zur Aufführung. Im Residenztheater heute abend:Glaube und Heimat".

Dänische Sensationen. Ein Telegramm aus Kopenhagen meldet uns: Großes Aussehen erregt die Verhaftung einer Reihe den ersten Gesellschaftskreisen anaehoren- der Persönlichkeiten, die sich schwerer S'silichkeitsverbrechcn schuldig gemacht haben sollen.

Von einer Lawine verschüttet. Wie uns ,us Tislis telegraphiert wird, verschütte­te in einem Kupferbergwerk des Artwinbezirks eine Lawine ein zweistöckiges, steinernes Arbeiterbaus: n e u n z.e h n P e r s o n e n wur­den g e t ö t e t, sechzehn schwer, und siebzig Per­sonen leicht verletzt.

Zar Neueste aus Mel.

Der 36. Kommunal-Landtag.

Die dritte öffentliche Sitzung.

Die heutigen Verhandlungen des Kom­mun a ll and tag s wurden um 12% Uhr vom Präsidenten eröffnet. Zunächst setzt dre Rechnungsprüfungskommission ihren Bericht

fieberfrei.

Wcretschagins Witwe.

Petersburg, 10 .März. (Speziallele* gramm.) Die Witwe des berühmten MaUrS Weretschagin, der während des russisch- japanischen Krieges auf einem Panzerschiff umkam, hat in einem Moskauer Krankenhaus Selb st mord verübt. Sie erschoß sich mit einem Revolver. Tas Motiv der Tat ist in - einem unheilbaren Krebsleiden zu suchen.

um die Vorbereitungen für die rm Mar b. I. stattfinbenbc internationale Hygrenekonfeixnz zu treffen. Die Konferenz ist von Frankreich einberufen worben, und hat die Abänderung des Abkommens von 1903 zum Zweck. Ferner, soll sich die Konferenz mit der Verhütung der Einschleppung der Pest in Europa befassen.

Der Triumphzug desRosenkavalicr". Aus Brüssel meldet uns ein Telegramm: Die Direktion der hiesigen Oper hat das Auf­führungsrecht desRosenkavalier" für Belgien erworben. Die Aufführung der neuen Oper wird aber in der nächsten Saison stattfinoen. Vorher wird jedoch das Ensemble des Nürn­berger Stadttheaters denRosenkavalier" rn deutscher Sprache in mehreren Städten Bcl-

1 A Die Staatsforsten in Hessen-Nassau. Der Erlös. für die im Jahre 1908 in den Staatsforsten Hessen-Nassaus verwerteten Holz­massen stellt sich nach der letzt verossentlrchten Statistik wie folgt: Es wurden geschlagen im Regierungsbezirk Cassel 278 043 Festmeter Bau- und Nutzholz (gegen 248 921 Aestmeter im Vorjahr) und 623 045 <574 536) Jestmeter für Brennholz, zusammen 901 088 (823 453) | Äpftmeter Das Bau- und Nutzholz brachte kinen Gesamterlös von 4 023 250 (3 751 226) Mark und das Brennholz einen solchen von 3 061 771 (2 912 997) Mark; zusammen gibt das einschließlich des Taxverlustes von, 509 853 (520 555) Mark durch ^eiholzabgabe eine -Summe von 7 085 021 (666422») Mark. Im Regierungsbezirk Wiesbaden wurden geWa- gen 61 404 ( 55 276) Festmeter Bau- und Nutz­holz und 205 811 (191636) Festmeter Brenn­holz, zusammen 267 215 (246 912) FAmeter. Das Bau- und Nutzbolz brachte einen Gesamt­erlös von 893 626 (854 412) Mark und das Brennholz einen solchen von

(1302 913) Mark; zusammen gibt bas em- fchließlich des Tarverlustes von 37 180 (39 120, giens 'aufführen. Mark durch Freiholzabgabe eme Summe von

^cr Roman der Büfettmamsell. Ans 2 2225 949 (2 157 325) Mark.

Budapest wird uns berichtet: Das junge' - »eben der kleinen Hilfsschauspielerin Anna K ö die vor einigen Tagen den fünsfachen Millionär Stefan von Bamberger heira­tete ist ein wahrer Roman, wie er nicht schöner dackt weiden könnte. Anna ist eine ge­borene Bauerndirne, und ihr Vater war knavp bis zur glänzenden Vermählung ferner Tochter Bahnwächter Als Anna zuerst nach Buda- vesi kam um einen Dienst zu suchen, ging c* ihr so schlecht, daß sie zwei Nächte hindurch nls Büfcttmamselr^Kronen"u mwerben | berufene öffentliche Versammlung ouru- «m«-» nen niUvie, um »m»» ^er Scbaufvieler Redner, Ingenieur Gramm aus Dresden, und den aufgeweckte Mädchen daß man diesen Gesetzentwurf rundweg ab =

durch lehnen müsse. In einer längerenzu, KO XSÄme i« di-Theater-1 «ahme gekommenen 1 schule. Ende 1908 trat sic rm Lustsvieltheatex in Retour de Jerusalem in emer kleinen Rolle auf, blieb aber gänzlich unbeachtet. gat gch aber selbst seither tucktig fortgebildet, Sprachen und Musik gelernt. Der lunse Millio­när Bamberger lernte sie kennen. und> ( sic

auk den ersten Blick. Die Familie des Millio­närs bot alles auf, um das Paar zu trennen; eines Tages erschien "n Abgesandter der Fa­milie btt Anna und legte ihr WO 000 Kro-

Sm MWt lefi.

ä Aus Eifersucht .. . Aus Osnabrück meldet uns ein Telegramm: Aus Eifersucht ver­wundete in Osnabrück ein junger Mann ein junges Mädchen durch mehrere Revolverschüsse schwer und tötete sich dann selbst.

xx Der Selbstmord eines Malers. Wie aus München depeschiert wird, stürzte sich gestern ein fünfundzwanzigjähriger Maler von der hohen Eisenbahnbrücke in Grotz-Hesse-' iohe herab und blieb gräßlich verstümmelt t o t siegen.

-r Die bettelnde Gräfin. Wie uns aus Nizza berichtet wird, wurde gestern dort auf der Promenade des Anglais eine alte Fran verhaftet, die unter Vorzeigung höchst echt und ehrwürdig aussehender, herrlich besiegelter und mit Wappenbildern geschmückter alter Perga­mente die Vorübergehenden anbettelte. Au; dem Polizeikommissariat ergab sich, daß sic eine Gräfin von Luao war und die geschichtlichen Urkunden ihrer Familie vorzeigte, wenn sie die Mildtätiakeit der Vorübergehenden anrief, Die alte Gräfin wurde aus der Haft entlassen und kann jetzt mit obrigkeitlicher Erlaubnis ihr Bettlergewerbe weiter ausführen.

~ Der Jahrmarkt in Flammen. Heute aus Lissabon eingetroffene Telegramme bestäti­gen die gestern bereits kurz verzeichnete Mel­dung von dem Brande eines Kinemato- graphen Theaters inAlbatres und ent­halten folgende ergänzende Mitteilungen: Kurz nach dem Ausbruch des Brandes im Kino stand das ganze Gebäude in Flammen. Eine ent- setzlichePanik brach aus. Der Wind trieb die Flammen gegen drei benachbarte Schaubu­den, die alsbald Feuer fingen. In weni­gen Minuten war der ganze Jahr­markt ein einziges Feuermeer, Mi­litär half der Feuerwehr bei der Rettung vie- 'cr Personen. Die Zahl der Verwundeten ist iberaus groß.

Kleiner Feuilleton.

ltl. Wieder ei l Tizian verkauft. Erst vor einigen Tagen bat der bekannte irische SaE ler Sir Hnab Satte sein Porttait des Lorenzo Medici von Tizian eine Rteieniumtne ver­kauft' nun kommt aus Mailand die Kunde, daß auch die berühmte .Schiavona" von Tizian, bisher die Perle und Hauvtz-erbe der bekannten Mailänder Sammlung Crespr, von einem Pariser Kunsthändler angekauft worden ist Eine Anfrage bet dem Generaldirektor der italienischen Kunstsammlungen, Corrado Ricci bat die Nachricht bestätigt Das Gesuchum of­fizielle Genehmigung des Kaufes ist gefetzgc- mäß der Regierung bereits unterbreitet, aber der Consiglio superiore der fchönen Künste-in Rom -st sich über die Entscheidung noch nicht schlüssig geworden. In Italien hofft man, daß oic Ausfuhr der .Schiavona^, die als emes der fchönsten Werke Tizians gl«, ntcht gestE wird, und daß das Meisterwerk damit Italien erba'nei^bleibt.^ Altenberg Wie uns aus Köln telegraphiert wird, ist der Altenberger Dom durchgreifenden Renovierungsarbeilen unterzoacu worden. Die Regierung hat im tttzten Jahre bereits 230000 Mark ausgesetzt, um das schöne alte Baudenkmal vor dem voll,- icn Verfall zu bewahren. .

Eine internationale Hygienekonferenz. Rach Meldungen aus Paris ist dort nun­mehr das Komitee der internati­onalen Hygienekonferen, zu einer außerordentlichen Sitzuna zufammengeiretcn.

Anträge bes Ein^Ä-Äusschusfes gemäß wird > fei? desto vorsichtiger sei er mit ^"ErDiagnose der unterm 15 Mai 1908 gefaßte Beschluß, so- Ganz anders sei es mit dem Kurpfuscher, der weit dadurch der Kreis Eschwege und der Kreis ohne alles Besinnen aus dem Auge, aus dcm Fulda verpstichtet wurden, innerhalb ihres Ge- Augenlied oder den Nackenhaaren (wie Schäfer bietes je eine Wanderarbeitsstätte nach Maß- Ast) den Sitz einer Kranchett erkennen wolle gäbe des Gefetzes einzurichten, zu unterhalten An Hexen glaube man nicht mehr.aberleider und zu verwalten, aufgehoben. Die Kreise wur- an den vom Kurspuschertum Produzierten An­den aber verpflichtet, zu den Kosten der Wan- sinn und an seine angcblichen Erfolg^ Ter derarbeitsstätten beizutragen. Vortragende fand mit seinen Ausführungen

______ ein dankbares Publikum.

Nr. 8r. 1. Jahrgang.___________________

stand: »Habe mir am siebzehnten März das Le­ben genommen. Der Grund ist meine Sache." Wie Wiener Blätter erfahren, haben nun die von der Gerichtskommission gepflogenen Erhe­bungen mit ziemlicher Sicherheit zur Annahme geführt, daß Walt! das Opfer eines ameri- kackischen Duells geworden ist, das er mit einem seiner Freunde wegen . . . eines Mädchens vereinbart hatte. In Verfolgung per Affäre hat die Staatsanwaltschaft heute nachmittag einen Freund Waltts, den achtzehn­jährigen Piloten Rudolf Melkar in Haft ge- nommen, da der Verdacht besteht, daß er der andere Duellgegner ist. Melkar hat sich bei feinet Einvernahme stark in Widersprüche ver­wickelt, so daß die Staatsanwaltschaft ihn in Bcrwahruiigshaft beließ.

Die siamesischen Zwillinge verhastet!

Berlin, 10 .März. (Spezialtelegramm.) Heute mittag wurden die zusammengewachse­nen Geschwister Blaczcklwn zwei Kriminal­beamten von ihrer Wohnung (Albrechtstrape) abgeholt und in das Untersuchungsgefängnis Moabit eingeliefert. Eigentlich sollte nur Rosa Blaezek verhaftet werden, Woql ober übel mußten jedoch unter den obwalten­den Umständen beide Geschwister abgesührt . ,,h Contra Nachdem vor etwa werden. Es soll sich um Bertragsdifferenzen

zebn^Tmien die^?tsgruppe Cassel des Deutsch- mit einem auswärtigen Unternehmer handeln, nationalen Handlungsgehilfen-Verbandes in Vom Kampfplatz der Arbeit.

einer öffentlichen Privatbeamten-Versammlung Breslau, 10. März. (Telegramm.) Der durch ihren Redner Eugen Clauß aus Hamburg augftänbigc deutsche H o lzar b eiter vct- hatte erklären lassen, daß der vorliegende Ge- (Zahlstelle Breslau), hat gestern abend

setzentwurf für eine Pensionsversicherung der cntcn £jttem Antrag der Ortsverwaltung Privatbeamten zur Annahme zu empfehlen sei, ,ta h«>r wrfieit in aebetmer

da nur in einer Sonderkasse der Privatbeam­ten Wünsche Erfüllung fänden, erklärte gestern abend eine von der Ortsgruppe Caf 1 el de.

Bundes der technisch-industriellen Beamteni » berufene öffentliche Versammlung durch ihren

soeben einmal öffentlich mit Kenntnis gestäupt hat, wies auf ein paar delikate Tatsachen hm, die mir vor den Augen weggerutscht waren. Herr Nordau läßt ja auch seine Salome einen Tag später imSetermamt und seinem Kind tanzen. .Ballett"! Er protegiert,m auch dre illustre Ladh Florence, den noch nie dagewesc- ncn§Polizeihund. den .Papa Moller m der Klemme" usw. Was weiß rch. Und der Go^- thebund schirmt solchen Artislex, was auch manch anderer tat. Leider. Trotz tooraufae- aangener Demaskierung. Und Cassel laßt die Blechbüchse Kappern . . .

über die erfolgte Prüfung der Rechnungen Wei-I ßen aus. Nachdem noch weitere Klagen vorge-1 binationsgabe und umfassende Kenntnisse gehö- torer 4nftihite fort b n tt 91e a e I e i n be- bracht worben waren, würbe der Voran chlag ren dazu, ben Sitz einet Krankheit und ihre Ur

unb bet Witwen- unb Waisenkafse