1. Jahrgang
Nummer 83
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Fernsprecher 951 und 952.
Sonnavenv, den 11. März 1911
Fernsprecher 951 und 952.
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in Nicaragua immer mehr aus.
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Tie Winzer der Haardt und die Regierung. (Von unserm Korrespondenten.) Neustadt a. H-, 10. März.
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Neue Kämpfe in Mexiko! (Privat-Telegram m.) Newyork, 10. März.
Revolution in Nicaragua!
(Telegraphische Meldung.) Depesche« aus Buenos Aires zufolge brc>.
sät eÄats für auswärtige gg mt DeschüftSstelle: Kölnisch« Straße S.
a.fui« Neueste Nachrichten' «scheine-wocheuUtch lechSmai und zwar abends. L« Abonne-lentSprsiS beträgt monatlich SV Pfg. bei tretet Zu. M^WuT^ud«et, ®erIaa u. R.daMmr Schl°chth-fstraß-WM. SCTtoer Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt iv. 676.
bruchs von Unruhen die Telegraphenlimen wahrscheinlich unterbrochen werden. Da. Kriegsministerium hat seinerseits Anwelsun- aen erlassen, daß sosort drei weit e re Äeroplane nach Texas abgesandt werden (wo sich bereits ein solcher befindet), um im Aufklärungsdienst Verwendung zu finden. Der Keneralsiabschef der amerikanischen Armee, General Wo o d, hat die Absicht kundgegeben nach Texas zu reisen, nm persönlich die amerikanischen Manöver zu leiten.
pen in den letzten Tagen in der Ratze von 1 sas Grandes einen bedeutenden S^eg I über die Rebellen davongetragen haben, i Telegramm zufolge belief sich die Zahl d r Fr-1 deraltruppen auf 15000 Mann und die der Jn- surgenten aus 1000. Die Föderaltruppen verloren tausend Mann, wahrend die Insurgenten zweihundertTote zu verzeichnen hatten. Die Zusammen; ehung der amerikanischen Truppen an der subwestucven Grenze der Union vollzieht sich in normaler Weise und in musterhafter Ordnung. Fn DU- riko wächst die Volkserregung von Tag zu Tag, da man überzeugt ist, daß die amerikanische „Probe-Mobilmachung J »*« einen Schlag gegen Mexiko veveur.i. Man fürchtet, daß die Truppenkonzentrationen der Union die Vorläufer ernster Er e i g n i s s e sind, und daß Konflikte nicht mehr , zu vermeiden sein werden.
Sturm im Ruhr-Revier.
Eine Polizei-Attacke gegen Streikende. (Telegraphische Meldungen) Depeschen aus Dortmund zufolge kam es dort in den letzten Tagen anlavl ch des Streiks auf der Zinkhütte wiederholt ,« «us> fchreitungen. Gestern wurden Arbeitswillige, die unter Polizeilicher Bedeckung zur Fabrik gehen wollten, beschimpft, -^e P 0 ’ z ei ging gegen die Menge vor, aus der mrt Pflastersteinen geworfen wurde, und nahm f - 6en Verhaftungen vor. Ein
Telegramm unseres Korrespondenten berichtet uns über die gestrigen Vorfälle, die in Dortmund große Erregung Hervorgenfen haben, folgende Einzelheiten.
Dortmund, 10. März.
der Volksgemeinschaft in feiner politischen und sozialen Bewegung auf seinen engen «reisb schränkt bleibt, und infolgedessen der »Freiheit des Individuums" in politischer Beziehung entbehrt so mag dieser Zwang immerhin noch XA -» »-Au-w-chl- d-"°. aezügelten Maflen-Jmpulses, deren Fruchte fetzt allmählich in Frankreich reifen : Tem^tre - spiel den Beamtenkämpfen und den Meu re en im Leer gesellt sich als tragikomische Beigabe die Bübchen-Revolution von Rennes. Und Frankreich lächelt... 1
Die wachsende Verbreitung des Sauerwurms und anderer Rcbschädlinge hat bekann' stich die Behörden in Süd- und Westdeutschland veranlaßt, den Winzern scharfe MaßnahEN gegen die Schädlinge aufzuerlegen Zunächst hat man in Winzerkreisen geglaubt, daß die Regierung die Kosten dieser Maßnahmen «selbst tragen werde. Da das aber nicht ge- lschehen, und außerdem die erwartete große ! i n a n z i e l l e Un t e r st ü tz u ng seitens der «Regierung ausgeblieben ist, macht sich in Win- Izerkreisen eine große Erregung bemerkbar, zumal die von der Regierung angeordne- Iten Maßnahmen sich nicht als besonders billig «erwiesen haben. Es handelt sich dabei in erster
•= I Linie um das Abreiben der Reben, eme Verordnung, die vielfach von Winzern als unnötig (weil zwecklos) betrachtet wird. Man war mm) Iber Meinung, daß es der Regierung mit der Durchführung der verschiedenen Verordnungen n i ch t r e ch t e r n ft sei. Als nun aber bekannt gemacht wurde, daß mit der Durchführung der Verordnungen sofort zu begtnncnserwidrigen- «falls sie aus Kosten der betreffenden Winzer durch die Behörden vorgenommen werden^ wurden wuchs die Erregung. Verschiedene Winzer sollen entschlossen sein. ihre Wcingarten lieber zu verschenken, als mit den über flüssigen Maßregeln anzufangen ^nEdenkoben wurden in der Nacht Plakate an das 'S Haus und Privathäuser geklebt, die die Zuschrift trugen: -Winzer lieber wollen wir sterben, als durch Ab r eiben un- scre Wingerte verderben. Die Polizei sucht eisrig nack dem Verfasser und den An-
- • • Amerika entsendet Flugzeuge «ach Rerik°.-PrSsident
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$ür die naturnotwendige Ordnung der ihren Wirkungen äuvert Vorga g X ff im Staatsorganismu«, und die Folge
Bübchen-Revolution von Renne-^sind e,ner w $um Aeußersten überspannten, krank-
möglich, wo die politiiche u . acwor- hast ausartenden politischen Soztal-Bewegung, torische Degeneration oerm. perl deren Wellenschlag immer weitere Kreise zieht,
hen ist- Die Ohnmacht und Laleuio,igte» > g Schule und Familie
staatlichen AuwE gegenüber derMasseund mfi-ürt^ Und wenn
Der Marineminister hat den Kreuzei . ,lutionäre Bewegung
„Chester" beauftragt nach ^^lem" wird tn Nicaragua immer mehr aus. Die Revo- xiko abzusehen. Dtt K Z beiden Schiffe Iutiottärc haben sich einiger Dörfer bemächtigt: kiL zur Ab - ^verlustreichen Gefecht wurde« sie je-
-?grt erbaften Man ist der Ansicht, daß die I * öon bcn Regierungstruppen geschla- «bsabrt des „Chester" nach Mexiko !zuNähere Nachrichten liege« noch nicht W-°°«*>”<»«•»" SJatyaX e» «°»° "'s 8--;!°» __
volle Jugend zog daraufhin in corpora zur I leit Arbeitsbörse, und verlangte dort unter beget sternden Hochmfen auf Recht und Freiheit die Auslieferung einer roten Fahne, um, gewappnet mit diesem „Panier der Freiheit, den Kampf wider den Schultyrannen mter Aufbietung aller Kräfte weiterzuführen.
Wer Hierzuland die Kunde hört, wird lächeln und verwundert fragen, ob in Frankrerwe Wäldern nicht mehr genügend ungebrannte Asche wächst, um widerhaarige Rangen erfolgreich zur Raison zu bringen. Diesseits der
Man steht noch immer nicht klar im amerikanischen K r i e g s s p i e l, und vom Weißen Haus in Washington aus wtrd die Verschlete- rungskomödie mit beachtlicher Ausdauer weitergespielt Nach neuen Meldungen soll sich dre militärische Bewegung in der Südumon nicht gegen Mexiko, sondern gegen Kuba achten, wo es angeblich bereits seit Monaten kriseln soll. Die Washingtoner Regierung will schon vor einiger Zeit erklärt haben, daß sie dte^nsel besetzen müsse, wenn die Unruhen größeren Umfang annehmen wurden. Zweltausend Ma tiefen sind nach Guantanamo und Santiago de Cuba entsandt worden. Man hat ihre Ent-
noch beliebten moyryocicyeu s“1 TTT«"6 “X- Endung offiziell mit den großen ^Wirklich-1 sn un ___________-
öer Auto " ; „. ■ -----— ..... I, ., , g, firft aber bereit^halten,^um bei IC i?Y in Utah sind Telegramn^ aus Dublnr
ternb aus, was von offiziellen amenka Nischen Stellen über die Ursachen des Kriegs-1 lärms bekanntgegeben wird. Der mexikanisch Botschafter in Newyork erfreute beispielsweise den Finanzminister der Union tn aller Ha - Tnfiafeit mit dem Bekenntnis, daß die -ve iiebunaen zwischen Amerika und Mexiko so
Irlich und der Verkehr der Regiermng der ionstaaten mit der mexikamschert Verw^
B Mer'to kmne Bepenren b , 6.fceflMn ®S bSS)e^etoe6«»9 lUJ a Lnehe« touibe Den Gipsel dieser D^as oeg behauptet aber eine Mel-
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(Telegraphische Meldung^)^ Newyork, 10. Marz.
<58 stebt fest, daß die nach TcxaS ent-
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dem Urestlichen -efte ,ft Qn bie pazifische Ein nnberes Tctachcmcn pazifischen
Küste «°/^atz7n d°s vor San Pe- 57",^ Sa7 Dftgo stationiert ist. Präsides dro und-an fl Atlanta ab gereist und
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Kreuzer und Aeroplaue auf der »ehrt, «jiaene Drahtmeldung.) (®”e 10.
M allmählich auch die Jugend der Kleinen uno Kleinsten in den Strudel hineingerlssen wird und sich eifrig bemüht, die Interna der «chul- stube zum Ausgangspunkt politischer Aktionen zu machen. Und es liegt ferner auch die Annahme nahe, daß die Jugend, die bereits m den Kinderschuhen im sozialen Kampfzug -n- marschierte, ihrerseits sicher nicht zu einer Generation des politischen Friedens n* auswacss- sen, sondern dereinst tn den Tageskamp) »och schroffere und erbittertere Elemente hincin- scbicken wird, und daß eines Tages sich dte,e Ueberftutung des fozialen Kampffelds m.t bet von der Jugend fchon eingesognen Erbltlemng und
sip; die EntwialudS der p°(Echcn Deihuli. nisse in Frankreich zeigt dessen, wie sschlm
U sich die Ueberfvannuna des PiMolp» in
Das Kriegsfpiel der Union
Ein Telegramm aus der alten Jle-Stadt Mexiko unverändert. -
Rennes im Land der Franken brachte^gestern tnt? _ g^cue Kampfe
wundersame Mär: Die (sicherlich zu den besten Hoffnungen berechtigenden) A.-B.-C.-Schutzen dct dortigen Knabenschulen sind tn den »Ru J stand" getreten, haben Schulranzen und yttocl In den Winkel geworfen und heldenhaft erklärt, das Haus der Plage nicht wieber zu betreten, solang der gekränkten Jungen-Ehre nicht vollgülftge Genugtuung zuteil geworden fei Revolution etwa, Kampf um Gewissensfreiheit oder Krieg um einen Nachmittag un- gebundner und nicht durch Schularbeit vergällter Freiheit? Nichts von alledem: Die Bübchen von Rennes streiken, weil der Schulleiter es abgelehnt hat, seine Zöglinge an einer zugunsten der Schüler der verweltlichten Schule veranstalteten Theater-Vorstellung teilnehmen zu lassen, und weil er sich erdreistet hatte, d»e darob Zünreuden mit dem auch in der Republik noch beliebten Rohrstöckchen zur Achtung vor
Die Tumulte am Borsigplatz werden mit jedem Tag b e d r o h l i ch e r. gestern mittag sammelten sich Hunderte von Maschen an als die Arbeitswilligen der 3»»hutte von der Polizei eskortiert wurden. Unter der Menge sah man auch viele Frauen und Kinder. Ein Aufgebot von vierzig Schutzleuten war erforderlich, um bcn Platz und die Oefterholzstraße von der Menge zu säubern. Ein ohrenbetäubendes Gejohle erhob sich, als die Beamten mit den Arbeitswilligen in Sicht kamen. Vor der Polizeiwache sammelte sich demo«str°tw> eine große Menschenmenge an. Auch berittene Schutzleute waren gestern tätig. Dw größten Schreier wurden festgenommen. Im aanzen kamen sieben Berhaftungen vor. Gegen Polizeiinspektor Richard wurde ein großer Pftasterstein geschleudert, der aber glücklicherweise sein Ziel verfehlte.
m-SRhÄtt* nint tut? I Wie uns ein weiteres Telegramm un-
PrastdMt «illZ lmr i Dortmunder Korrefponden-
(P r i v a t - T e l e g r a m m.) I' beichtet, hat die Polizei nach den gestri-
Newyork, 10. März. I n Exzessen umfassende Vorkehrungen setrof- New-Orleans wird der Tod bcs Ln, Um neuen Ausschreitungen erfolgreich be-
xäs.
»^ OTebet Pretzaaenturen noch einzelne Lcn. Sämtliche berittenen Schutzleute werden l Heftungen wnntendgestent abend mit einer An- für die Arbeitswilligen-Eskorte bereitgehalten, frage nach der Hauptstadt durchdringen, ^ie | — -
merikanische Botschaft dementiert die Behaup-l WiNzer-ReVolUtioN?
tuns, daß Präsident Diaz eine amertkani-1 - -
sch e Demonstration erbeten hai . Unterrichtete Kreise glauben, die Regterung des Präsidenten Diaz sei ihrem Ende nahe fürchten in diesem Falle den Ausbruch v ö l l i a e r A n a r ch i e in Mexiko, in welchem Fall dann allerdings eine Intervention der! Vereinigten Staaten unausbletblrch sein würde. Ob das Gerücht über den Tod des ! Präsidenten Diaz den Tatsachen entspricht, ha bisher noch nicht festgestellt werden können; es wird aber hier als feststehend °nsenommen daß der Präsident im Sterben liegt und die Regierung der Revolution gegenüber v o l-