1. Jahrgang
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Fernsprecher 951 und 952.
Mittwoch, den 8. Marz 1911
Fernsprecher 951 und 952.
ein
fürstlichen Besitzes (nicht etwa der baren Einkommen) der Reichs- und Landeskasse entzogen werden. Daß die Steuer- und Abgabebefreiung der Fürsten sich auf eien historisches Recht gründet, ist eine unbewiesne Tatsache; selbst aber, wenn es der Fall wäre, müßte die auf historischen Voraussetzungen aufgebaute Tradition den Notwendigkeiten und wirtschaftlichen Zwangsgeboten der neuen Zeit Weichen, denn
den; nur fehlt es hier am Nachdruck und am Gewicht der Stimme.
Nach einer oberflächlichen Schätzung gehen Reich und Staat Jahr um Jahr rund sechs Millionen Mark an Abgaben und Steuern verloren, die durch die Steuerstciheit des
man mit ziemlicher Sicherheit das Agita- t i o ns k o m i t e e der im Ausland lebenden Royalisten vermuten darf.
Auch aus Spanien kommen beunruhigende Meldungen: Wie uns ein Spezial- Telegramm aus Madrid meldet, hielt der Abgeordnete Lerroux gestern im VolkS- baus zu Barcelona eine Rede in der er sich in lebhaften Angriffen auf Manra erging. Lerroux schloß seine Rede mit einer Apologie auf Ferre r. Die nationalistischen Republikaner hielten ebenfalls eine Versammlung ab, die durch daS Abfeuern eines RevolverschusseS seitens eines Elektrikers gestört wurde. Dieser Zwischenfall ereignete sich in dem Augenblick, als der Abgeordnete Corominez die Verwaltungsbehörden von Barcelona einer Kritik «nterzog.
der Pflicht und des Gewissens zwang, der verlangten Erweiterung der fürstlichen Abgabepri-
Fe»er tot Kloster.
(Privat-Telegramm.)
herrliche Besitz sogar im unverdienten Wertzu- Zwangsgeboten der neuen Zeit weichen, denn wachs von der gesetzlichen Steuer frei zu Hal- das zwanzigste Jahrhundert würdigt wohl die ten sei. Man steht also im Reichshaus auf politischen Rewte der Gekrönten, kann aber die dem Standpuntt, daß die allgemeine Steuer- aus diesen, mit dem Fürstenberuf engverbund- pflicht an der äußersten Peripherie fürstlichen neu Rechten hergeleiteten wirischaftli- Wirtschaftsinteresses Halt zu machen hat, ganz chen Privilegien nicht gutheißen, weil sie sich gleichgültig, in welchem Umfang und in wel- auf Voraussetzungen gründen, die heut nicht chem Verhältnis zum übrigen Besitz sich diese mehr gegeben, und die in mancher andern Bc- Jnteressen geltend machen. Eifriger noch als ziehung denn auch tatsächlich längst gefallen im Reichsparlament pflegt man im preußischen sind. Dem kleinen Parlament der Lipper ge- Landtag für die Steuerfreiheit der Landesfür- bührt das Verdienst, in der vielumstrittenen sten die Lanze zu rühren, und wenn auch die Frage zum erstenmal ein entscheidend und bc- rechtshistorischen und ethischen Argumente, die sreiend Wort gesprochen zu haben und es wäre für das Fürstenprivileg ins Treffen geführt zu begrüßen, wenn die dort mit erfreulichem werden, manche überaus durchsichtige Stelle Nachdruck geltend gemachte Erkenntnis auch erkennbar werden lassen, und (nebenbei) durch anderwärts Früchte tragen würde, denn cs die gleichbleibende Musik derselben Töne sicher handelt sich in der alten Streitfrage zweifellos nicht an Ueberzeugungskraft gewinnen, so nicht um ein Rechtsprinzip, sondern um eine scheint doch im Reich und in Preußen in der Frage des G er echttg keitsenlpfin- Mehrheit der Geister die Auffassung zu leben, dens, deren ethischer Marktwert lediglich daß eine Besteuerung des Fürstenguts eine von der Kopfzahl ihrer Freunde und Gegner Antastung der den Kronenträgern gewährten bestimt wird! 1 • 1'
Sturm in Portugal?
Aufruhr an der portugiesischen Grenze. (Telegraphische Meldungen.)
Der Spion von Mülheim.
„Der Holzhändler aus Holland." (Eigene Drahtmeldungen.)
Mülheim a. d. Ruhr, 7. März. (Privattelegramm.) In der Kaserne des hiefigen Infanterieregiments Rr. 159 wurde unter Spionageverdacht ein Holländer verhaftet, der sich von einem Soldaten die Konstruktion des Jnsanteriegewehrs Modell 98 erklären ließ. Er gab sich bei der Verhaftung als Holzhändler aus und bestritt, Spionage getrieben zu haben.
Ein Telegramm unserS Mülheimer Korrespondenten berichtet uns zu dem aufsehenerregenden Fall noch folgende Einzelheiten: Der unter dem Verdacht der Spionage in der hiesigen Kaserne verhaftete Holländer befindet sich noch in Polizeigewahrsam, Die holländischen Behörden wurden hiervon verständigt. Der Holländer ließ sich von einem Musketier das Jnfanterieg.wehr Modell 98 zeigen und erklären, wobei die beiden von einem Vorgesetzten überrascht wurden. Auch gegen die Leute, die dem Holländer behilflich waren, ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Es iß noch nicht festgestellt, auf welche.
Knall. Wie man später feststellte, war ein Benzinbehälter explodiert. Im Augenblick stand das ganze Gebäude in Flammen. Aus den Nachbarstädten mußten Särge herbeigeschafft werden, da in der kleinen Stadt so zahlreiche Särge nicht aufzutreibcn
den in die Flucht geschlagen und die königliche Flagge gehißt. Truppen hätten die Ordnung wiederhergestrllt. Der ganze Kanton sei militärisch besetzt. Unser Berliner Bureau erhielt zu der Meldung von der portugisischen Gesandtschaft in Berlin folgende Erflärung:
zürfienrecht und Bürgerrecht.
Ein Wort aus Lippe.
Der politische Fortschritt und die wirtschaftliche Erkenntnis sind Güter, die vom Grenzstrich nicht abhängig sind, und die offenbar auch mit der Größe des Jnteressenkreises nichts zu tun haben. Im Deuffchen Reichstag hat man sich vor wenig Wochen erst in hitzigem Gefecht über die ethischen Zwangsmotive der fürst - li echn Steuerfreiheit gestritten, und die Mehrheit des Parlaments hat den Grundsatz proflamiert, daß der fürsfliche bezw. landes-
bei Egripalanka in der Türkei niederge- brannt. Sehr wertvolle alte Gemälde sind dem Feuer zum Opfer gefallen. Das ganze Kloter ist bis auf die Umfassungsmauern niedergc- brannt und fünfalteJnsassen haben dabei den Tod gefunden, da sie sich nicht rechtzeitig in Sicherheit zu bringen vermochten.
Ein furchtbarer Brand brach infolge einer Benzin-Explosion aus, während der Zuschauerraum mit Erwachsenen und Kindern dicht besetzt war. Da die Fensterläden des großen Holzbaus, der nur e i n c n A u s- g a n g besaß, geschlossen waren, gelang es nur dreißig bis vierzig Menschen, ins Freie zu kommen, während afle anderen Personen in den Flammen umkamen. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, sind h « n- dertzwanzig Menschen ver- brannt: zweiundachtzig Leichen find bereits unter den Trümmern hervorgeholt worden; weitere vierzig Personen werden noch vermißt. Herzzerreißende Szenen spielten fich an den Trümmern deS Kinemato- graphen-Theaters ab. Unter den Umgekommenen befindet sich auch der Besitzer deS Theaters und viele Bahnbeamte. Das Unglück geschah während der Vorführung einer Eifenbahnkatastrophe. Ter Besitzer erflärte dabei dem Publikum: Sogleich erfolgt ein Knall und dann entgleist der Zug. Tat-
vilegien ein schroffes Rein entgegenzusetzen, . Depeschen aus Belgrad zufolge haben kann mit demselben Recht auch in denübrigen meAbamsen das °usd°m zwolften^ahchun deutsche« Bundesstaaten.geltend gemacht wer- dert stammende K lotter St. Joacyimus
Irr Magdeburger Prozeß.
Ein Raubmord am hellichten Tage.
(Bericht unsers Korrespondenten.) Magdeburg, 7. März.
Unter großem Andrange des Publikums begannen gestern vor dem hiesigen Schwurgericht die Verhandlungen in einem M o r d p r o- z e ß, dessen Vorgeschichte reichlichen Stoff zu einem abenteuerlichen Kriminalroman bietet. Auf der Anklagebank sitzt der auf Ersuchen des Auswärtigen Amtes in Berlin von der brasilianischen Regierung ausgelieferte Kaufmann Otto K n i t e l i u s aus Berlin, dem ein vor länger als zwei Jahren am hellichten Tage in Magdeburg begangener Raubmord an dem Apothekenbesitzer Rathge zur Last liegt. Kni- telius entstammt einer
angesehenen Kausmannsfamilie
in Offenbach a. M. Schon in jungen Jahren war er nach Berlin gekommen und hat hier nach Ablegung des Abiturientenexamens ein lottes Leben angefangen. Er wurde der Geliebte einer vielgenannten Berliner Bühnenkünstlerin, und verkehrte viel in The- aterkreisen. Ueber den Beginn seiner Verbre- cherlaufbahn haben wir dieser Tage bereits eingehend berichtet. Knitelius ist ein mittelgroßer, schmächtiger Mann mit braunem Haar und dunkelblondem Schnurrbart. Er macht einen harmlosen und bescheidenen Eindruck. Auch jetzt ist er elegant gekleidet und trägt einen modernen dunklen Anzug. Rechts und links von ihm nehmen ein Schutzmann und ein Gefängnisbeamter Platz. Rach der Bildung der Geschworenenbank erfolgt der Zeugenaufrui. Es sind insgesamt
Depeschen aus Madrid zufolge verbreitet .... in Vigo erscheinendes Lokalblatt die Nachricht, daß in dem Hauptort des portugiesischen Kantons Arco de Valle de Ves, nahe an der maischen Grenze, ein A u f st a n d ausgebre- c,en sei. Die Aufrührer hätten die B e h ö r - die Flucht geschlagen und die i ch e F l a g g e gehißt. Truppen hät-
dreiundsiebzig Zeugen und Sachverständige geladen. Die Mehrzahl der Zeugen stammt aus Berlin, dessen Polizeipräsidium ebenfalls durch mehrere Beamte vertreten ist. Da deur Angeklagten bet dem Einbruch infolge des Da- zwffchentretens des von ihm getöteten Apothekenbesitzers Rathge keinerlei Wertsachen in die Hände gefallen sind, so wird er nach dem Eröffnungsbeschluß vorläufig nur des Mordes bescbuldigt. Die Vernehmung des Angeklagten dreht sich zunächst um dessen Entwicklungs- und Bildungsgang. Knitelius gibt auf Befragen an, daß er sechsundzwanzig Jahre alt sei. Er erklärt sich für n i ch t s ch u l d i g und behauptet, überhaupt nicht in- Magdeburg gewesen zu sein. Auf Befragen durch den Vorsitzenden gibt er an, daß er vor 1906 fich eine Zeit lang in Frankfurt a. M. aufhielt. Dort lernte er ein Fräulein Zimmermann und ein Fräulein Bethge kennen, mit denen er Verhältnisse unterhielt. Dem Verhältnis mit Fräulein Zimmermann ist
ein Kind entsprossen.
Im Jahre 1906 kam der Angeklagte nach Berlin. Vors.: Weshalb? Angekl.: Well ich aus dem Gerede der Leute in Frankfurt am Main kommen wollte. Vors.: Was taten Sie in Berlin? Angekl.: Garnichts. Vors.: Wovon lebten Sie? Angekl.: Meine Mutter gab mir monatlich 150 Mark, und wenn ich mehr brauchte, für Kleidung usw., noch 50 M. extra. Vors.: Das genügte wohl für bescheidene Ansprüche, aber nicht so, wie Sie lebten. Sie sind auch viel gereist? Stimmt das? Ange k l a g t c r: Ja. V o r s.: Sie sind in Düsseldorf, Breslau, Leipzig, Braunschweig gewesen, da braucht man doch mehr Geld als 150 Mark im Monat. Der Angellagte schweigt. Vors.: Haben Sie noch mehr Verhältnisse gehabt, als die genannten beiden? Anxiekl.: Ja. Dorf.:
sächlich ertönte darauf ein fürchterlicher
Weise es dem Holländer gelungen ist, sich in die Kaserne Eingang zu verschaffen, in der Zivilpersonen sonst nur dann der Eintritt gestat- tet wird, wenn sie sich über den Zweck ihres Besuchs auszuweisen vermögen. Auch dann werden Besucher noch von einem Wachsoldaten begleitet, bis sie die Kaserne wieder verlassen. Im ersten Augenblick nahm man an, daß der Holländer möglicherweise einen beim Regiment stehenden Bekannten habe besuchen wollen, da beim hiesigen Infanterieregiment zahlreiche junge Leute aus dem westlichen Grenzgebiet ihrer Dienstpflicht genügen. Die nähere Untersuchung des Falles hat indessen ergeben, daß dies nicht der Fall war. Der verhaftete angebliche Holländer spricht außer Deutsch und Holländisch auch fließend Englisch und F r a n z ö s i s ch, und sein Aeutzeres und seine Manieren stehen für seinen angeblichen Beruf als Holzhändler in einem auffälligen Gegensatz Es ist inzwischen auch festgestellt worden, daß der Verhaftete keinem Soldaten des Regiments persönlich bekannt ist. Der angebliche Holländer hatte erst in der San- tine die Bekanntschaft des Musketiers gemacht und war dann mit diesem aus die Stube gegangen, um sich das neue Gewehr anzusehen, für das er angeblich „aI8 ehemaliger Soldat ein besonderes Interesse habe."
Berlin, 7. März:
Die Meldung über den angeblichen Ausbruch eines Aufruhrs im Grenzdistritt Arco de Valle liegt auch hier nach privaten Informationen vor; amtlich ist indessen von den Vorgängen nichts bekannt. Vor einigen Tagen wurde hierher mitgeteilt, daß sich in dem Orte Malparodo im Kanton Arca de Valle die Einwohner geweigert hätten, die fälligen Steuern zu entrichten, und daß es dieferhalb zu Ruhestörungen gekommen sei, die aber bald unterdrückt werden konnten, ohne daß Personen verletzt wurden, Möglicherweise betrifft die gestrige Meldung über den angeblichen .neuen Aufruhr" diel' e n Vorfall. Daß die Monarchisten namentlich in den Grenzbezirken eine außerordentlich rege Tätigkeit entfalten, ist der Regierung in Lissabon bekannt; es ist aber keinerlei Anlaß zu Besorgnissen gegeben, da das Land durchaus ruhig ist und im übrigen auch die Regierung in jedem Moment auf die Zuverlässigkeit der Armee rechnen kann, wenn deren Eingreifen einmal erforderlich werden sollte. Die Sensationsmeldungen über angeblich neue Unruhen in Portugal und die Unzufriedenheit mit dem gegenwärtigen Regime werden geflissentlich von ein und derfel- b.en Stelle aus verbreitet, hinter der
Privilegien und eine Schmälerung ihrer tradi
tionellen Rechte bedeute. @jn russisches Kmo-Irama.
Ob diese Auffassung den tatsächlichen Ver- Hundcrtzwanzig Menschen verbrannt:
baltnrssen und der Rechtslage unsrer Zeit an- /y »r p 0 r a h h i t di e Meldungen.)
gemessen ist, oder nicht, mag dahingestellt blei- (Telegraphifche eiouns ’
den: Jedenfalls berührt im Nachhall der jüngst . Wie wir schon gestern kurz telegrapyuch vernommenen Debatten erfreulicher und Volks- luitgeteilt habm, brach am sonn ag tümlicher, was soeben die Landtagsboten von j"e im russisthenÄouvemement Row-
Llppe, die Volk-Erwahlten im kleinsten deut- Arod ein Brand aus, bei dem über hu rischen Bundesstaat, zur Frage der fürstlichen pxrt Menschen, meist Kinder, rin Opfer Abgabe-Freiheit knapp und bündig in Form Flammen wurden, während zahlreiche an- eines Parlamentsbeschluffes erklärt haben. Die pere Personen schwere Brandwunden Regierung des Fürsten zur Lippe hatte dem erlitten. Der Brand brach während der Vor- Landtag den Antrag unterbreitet, das Kron- stellung aus und das ganze Theater wurde vom sideikommitz von der Pflicht zu befreien, zu den Feuer eingeäschert. Ein Privatteie- Gehältern der Staatsbeamten (wie es bisher 8ramm berichtet uns über die furchtbare ..fl- bet Fall war) zehn Prozent beizusteuern. Es tastrophe folgende Einzelheiten.
muß hier eingeschaltet werden, daß das Kron- Petersburg, 7. März:
fideikommiß ein ausgedehnter Besitz (ähnlich den preußischen Krondomänen) ist, dessen Einkünfte der Krone indessen nur soweit zufließen, als sie die auf den Erträgnissen ruhenden Ab- gabepflichten (zu denen verfassungsmäßig auch die Beisteuerung von zehn Prozent der zur Besoldung der Staatsbeamten erforderlichen Summe gehört) übersteigt. Jahrzehnte hindurch ist dieser Dominialzehnte vom Landes- sürsten auch ohne Murren gezahlt worden, bis es jetzt (möglicherweise in Hinblick auf die jüngsten Reichstagsdebatten über die Steuerfreiheit der Landesfürsten) der Ltppeschen Regierung einfiel, beim Landtag die Aufhebung der Abgabepflicht zu beantragen.
Und das Heine Kämmerchen des Lippe'fchen Landes hat prompt geantwortet: Es hat es abgelehnt, die Vorlage der Regierung überhaupt zu erörtern, und seinen Präsidenten beauftragt, der Regierung die Gründe -dieser Weigerung in nicht mißzuverstehender Weise flarzulegen. In der Begründung des Beschlusses wird ausgeführt, daß .das Land im Ringen um seine Selbständigkeit, an deren Erhaltung die Krone ein ebenso großes Interesse habe wie das Land, die Steuerkraft seiner Bürger nach jeder Richtung hin ausis höchste werde anspannen müssen und infolgedessen den nach dem Gesetz ihm zustehenden Anspruch nur dann aufgeben könne, wenn ihm ein cnffprechend gleichwertiger Ersatz geboten werde." Die Erflärung der Volksboten von Lippe läßt also an Deuflichkeit und Entfchie- denheit nicht zu wünschen übrig, und wenn sich, Wflten auch das kleine Parlament dem Fürsten gegen- Hauptschuld an dem ungeheuren Um«
über insoweit im Vortell befand, als es sich I -.„g der Katastrophe ist darin zu juchen, daß auf ein bestehendes Gesetz stützen konnte, $enfter fest verschlossen und von so hat es doch den anerkennenswerten Mut be- ^ßen Balken dagegen gestemmt wa- sessen, die Frage der fürstlichen Abgabefreiheit I ren. Mehr als f ü n f; i g Personen werden einmal prinzipiell und vom Standpunkt noch vermißt, sämtlich. Beamte d^s Thea- volkstümlichen Rechtsempfindens wrs sind verbrannt.^ aus anzuschneiden, und ist daber zu einem Ent- -tolvp^ to Rufenden gehalten, scheid gelangt, den man nach Lage der Sache 16au als einen glücklichen bezeichnen kann. Das, was in Lippe daS Parlament aus Erwägungen