Nr. 78. — 1. Jahrgang.
Casseler Neueste Nachrichten
Sonntag, a. wiari I9fi. .
hindert fortgesetzt werden. ;
spielen:
Eine
Zeitung
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Klemer Femlleton.
btc betannHtd) un Sommer dieses Jahres ml nun such viele Familien Betten ohne Vergü- genannten Strafsachen werden noch einiae m-r ih,;,. c—7=7-3:------. -
Cassel auf dem ^orst abgehalten wird. Da das tung zur Verfügung gestellt. In solchen Fällen terc Anklagesachen voraussichtlich i'vruckrett mi! gut»™™™". brfrf.®tatmn et£tr°fen- foI(ten GietgtttS naht, fehlen auch die Schatten nicht, «sollen die Fremden aufgefordert werden, einen werden. Jedenfalls aber wird die 1?»erhalten: Man hatte . . . den
ilnd so werden denn jetzt schon diejenigen ,*ra-- bestimmten Betrag in eine gemeinnützige Kaffe Schwurgerichtsperiode nickt länaer als ,?ACf e n Lamt Zugführer gen erörtert, die bei Menschenansammlungen abzuführe». Schließlich teilte Herr Dr. Giers- Woche andaucrn' " langer als eine vergessen, und, nachdem beide dem Zuge auf solchen Ausstellungen die wichtigste Rolle ’ M.?. ■ I »einverleibt waren, konnte die Fahrt unge-
lsrei Haus) geliefert wird, sollte ein Jeder lesen. Bestellungen für den „roerben Jortgeie^t von allen Trägerinnen und unserer Ge- Ichaslsstellc Colniiche «tr. 5 (gegenüber der Spohrstr.) entgegengenommen.
437 776. Trotzdem in Caffel
die fünfund,zwanzigste Ausstellung, I M.
also die Jubiläumsausstellung, stattfindet,
wird man hier kaum mit der Durchschnittsbe-1 f •
suchsziffer von 339 870 rechnen können Man! _,c r 6 Uon der Deutschen Landwirtschaftsgesell veranschlag: die/Zahl der Ausstellungsbesncher «urast m», daß die Ausstellung durch die Sper- auf rund 20 0 000 Personen, von denen Irunß flir Klauenvieh keine Einbuße erleiden vielleicht 100 000 während der sechs Ausstel- werde. Dafür seien statt 350 etwa 500 Pferde lungstage in Cassel volle Verpflegung M erwarten, ferner sei auch die Masckinen-Aus- bcanspruchen werden. Stadtrat Stippich emv-1ftellung «ehr umfangreich. An den ersten beiden fiehlt schließlich den Jnnungsmeistern, sich mit Tagen der Ausstellung werde
Ä Der neue Kommandeur der „goldenen Brigade". Die Voraussage, daß der Monat März eine Reihe wichtiger militärischer Personalveränderungen bringen würde, beginnt bereits, sich zu erfüllen. Der Generalmajor von der Marwitz, der bisher die 1. Garde-Kavalleriebrigade in Berlin kommandierte, ist (wie das Militärwochenblatt soeben offiziell bekannt gibt) als Divisionskommandeur nach Stettin versetzt worden, und an seine Stelle tritt der Oberst Graf von Roedern, bisher Kommandeur der 22. Kavalleriebrigade in Cassel. Die 1. Garde-Kavalleriebrigade führt in der Armee den Namen die „goldene Brigade", weil sie aus dem Regiment der Gardes du Corps und dem Garde-Küraffier- Regiment besteht, die zu den Paraden in goldschimmerndem Küraß erscheinen. Oberst Gra von Roedern hatte erst im vorigen Jahre das Kommando der Casseler Brigade erhalten . Vorher befehligte er das 2. Garde-Dra- gonerregiment Kaiserin Alexandra von Rußland und am längsten gehörte er dem 'Garde- Kürassierregiment an, in das er von den Zül- lichauer zehnten Ulanen versetzt wurde und das er erst verließ, um Regiments-Kommandeur zu werden. Von auffallend großer und stattlicher Gestalt, ist Graf Bolko von Roeoern eine der bekanntesten Erscheinungen im Heere und in der Berliner Ge-
Ae tatioe Summet umWlß Seiten.
geben, fühlte aber, während ich noch das Für und Wider sorgsam erwog, plötzlich, wie meine Braut mir ihre Weichen Arme um den Hals .egte und mir zuflüsterte: „£), Robert, : ch l i e b e d i ch!" Da war es um mich aesche- b e n. Ich hätte in diesem Augenblick auch meine Seele verschenkt." Lina Cavalieri behauptet. daß sie auf das ihr laut der Schenkungsurkunde zukommende Riesenvermöqen freiwillig Verzicht leiste, weil sie des ewigen Haders und der Zänkerei müde sei. Sie und ihr Gatte seien zu der Ueberreugung gelangt, daß eine Ehe. wie sie sie führten, dock nicht von Tauer sein könne. Aus diesem Grunde wolltest sie beide wieder frei werden. Der Scheidungsprozeß soll in -Frankreich zur Verhandlung kommen. Dr. Sch.
A Die Nahrungsmittelfälscher vor Gericht. In einem schon früher verhandelten Prozeß vor der hiesigen Strafkammer gegen die Schlächtermeister R. und Z. und den Kaufmann I. wegen Nahrungsmittelfälschung wurde ge-, stern das Urteil gefällt, das gegen R. und I. auf 800 bezw. 200 Mark Geldstrafe und gegen Z. auf drei Monate Gefängnis lautete. :
A Kleine Tageschronik. Anläßlich seines vierzigjährigen Dienstjubeläums wurde den: Werkmeister der Seifen- und Glyzerinfabrik Christian Reul, Hrn. Christian Siebert, das Allgemeine Ehrenzeichen verliehen.
I— Gestern morgen e ntgleiste auf dem nach Rothenditmold zu belegenen Teile des Unter- sladtbahnhofes ein für das Henschelsche Werk .in Rojhenditmold bestimmter, mit Kohlen beladener Wagen. Personen wurden bei dem Unfall mchi verletzt. — Aus der Orleans- st r a ß e cntftanb heute vormittag dadurch eine Verkehrsstörung, daß ein Wagen (der einen «achtzig- Zentner schweren Mühlstein geladen hatte) zusammenbrach und nur mit großer Mühe gehoben werden konnte. — Gestern vormittag besichtigte die Unterklasse c er Klempnerlehrlinge von der gewerblichen Fortbildungsschule unter Leitung ihres Lehrers die hiesige Gasanstalt, in der Ingenieur Knatz die Führung übernahm. — Die Frühjahrsmesse in Cassel beginnt am 27. März. — Auf dem Wall sollte gestern, abend ein Betrunkener wegen Unfugs feffoei nominen werden, er leistete jedoch solchen Widerstand, daß es erst drei Beamten gelang, ihn zur Wache zu bringen.
A Aus den Kinos. Man schreibt uns: „Der Metropol-Theater-Kinemato-- g r g p h (Untere Königsstraße 64, erste Etage) bringt von heute ab wieder ein erstklassiges Großsiadtprogramm zur Vorführung. Der rege ! Besuch zeigt deutlich, daß die Darbietungen in jeder Hinsicht gewürdigt werden. Die Direktion ist stets bemüht, für Cassel immer das neueste und beste zu bringen. Gan; besonders wird darauf hingewiesen, daß die musikalische Begleitung der Bilder in vollendeter Art geschieht, was den Eindruck der Bilder unbedingt erhöhst Von dem am Sonnabend beginnenden Großstadtprogramm ist besonders hervorzuheben: das große, amerikanische Drama. „Das Wunder der Rosen" sowie das Pariser Drama „Tie Braut des Gesandten". > .
A Der „Aushang" der Sanitätskolonnc. Die Krieger-Sanitätskolonne vom Rothen Kreuz hat einen Aushang Herstellen. laOen, der in übersichtlicher Weise alle die Stellen mit ihren Fernsprechnummern enthält, die zur Hilfe bei plötzlichen Notfällen irgendwelcher Art bestimmt und berufen sind. Dieser Aushang wird am morgigen Sonntag von Mitgliedern der Sanitätskolonne möglichst in alle Wohnungen Cassels getragen werden.
A Auch ein „Kleinbahn-Idyll". Aus dem Leserkreis wird uns folgendes hübsche Ge- schichtchen (das den Vorzug hat, w a h r zu sein) mitgeteitf: Ich hatte dieser Tage inCarlsbafen iu un' und mußte mich deshalb der Nebenbahn Hümme-Carlshafen anvertrauen. Ich war froh, als wir die letzte Station vor dem Endziel (Harleshausen) hinter uns hatten, da meine Geschäfte drängten. Plötzlich hören die Fahrgäste aber die schrillen Töne der Schaffnerpfeise an ihre Ohren schlagen, einen Ruck gibt's und .. . „ der Zug steht! Erschreckt stecken alle den Kopf zum Fenster hinaus und fragen: Was ist los Niemand aber gibt Antwort, da sich das Bähnlein bereits in Bewegung gesetzt hat, nun aber nach rückwärts. Harleshausen wieder entaeaen! Als
siebenhundert Betten zur Verfügung stellen können. Nach dem gemachten Ueberschlag werde man aber viertausend Privatbetten gebrauchen. Aufgrund der in den Zeitungen veröffentlichten Notizen seien zweihundert Betten schon zur Anmeldung gelangt, und man hofft, daß bei Erlaß des offiziellen Aufrufs die nötige Zahl erreicht wird. Gelegentlich des großen Kaiserwettsingcns im Jahre 1899 ist die Zahl von viertausend Privatbetten erreicht worden. Der Redner erläuterte dann den technischen Betrieb des Wohnungsnachweises und fügte hinzu, daß man die zur Anmeldung kommenden Zimmer nach vorheriger Besichtigung durch einen Vertrauensmann klassifizieren und danach die Preise Gon 5.75M. abwärts) fetzsetzen werde. Für diesen Preis verlange man das Zimmer mit Frühstück (Kaffee, Brot und Butter). Außerdem habe man
vierhundert Massenquartiere vorgesehen (in dem bis dahin freiwerdenden Realgymnasium an der Schömburgstraße. der Artillerie-Kaserne und der städtischen Kaserne). Für diese Massenauartiere sei ein Preis San 1,50 Mark festgesetzt worden. Es haben
die in allen Rubriken das Neuestem ansprechender Form bringt und zudem für 50 Psg. monatlich
A- Herr Herzberg erkrankt. Aus dem Bu- s e l l s ch a f t. Er ist Schlesier von Geburt und rcau der Königlichen Scha.nspiele ein Neffe des 1898 verstorbenen Generalleut- mtrb uns mitgeteilt: Infolge plötzlicher Er- nants Grafen Max von Roedern, dessen Witwe lÄ"3 ^-Herrn H erzb er g wird heute zweiter Ehe (er war 79 Jahre alt, als er die bk ioiFe «SK Dernauer" 41-Jährig- heiratete), Gräfin Magda von Roe-
dw Posse „Robert und Bertram gege- bent> geborene von Dallwitz, in dem Hause ’S Der Romanpreis der Pariser Akademie. unvermählten Bruders, des Ministers Tie Akademie der Unsterblichen hat, wie aus zinnern, die Honneurs macht.
Paris gemeldet wird, einen Literaturvreis A Die nächste Schwurgerichtsrolle. In der
von 10 000 Franken ausgesetzt, der alljähr- am 13. März beginnenden ersten diesjährigen fick für den besten Roman gegeben wer- Schwurgerichtsperiode werden folgende Sachen den soll. Der Roman muß mindestens zur Verhandlung kommen: Montag, den 13. zwei Jahre vor der Preisverteilung.ver- März: gegen das Dienstmädchen Minna Büch- ö^s ent licht worden fein. Die Preisvertei- Iling aus Nordshausen (Landkreis Caffel) we- lvng erfolgt durch eine Kommission der Aka-1 gen vorsätzlicher Brandstiftung; an demselben demie und dürfte schon in diesem Jahre vor- Tage: gegen den Dienstknecht Georg L a u b a ch genommen werden. _. I aus Beenhausen (Kreis Rotenburg) wegen
Die Literaten von Paris. Aus Paris! Straßenraubes: Dienstag, den 14. März: geweidet uns ein Telegramm: Eine Reibe ange- den den Arbeiter Wilhelm Karl Louis Fröt' ebener Schriftsteller, unter ihnen die bel (früher Weichensteller in Göttingen) wegen Akademiker Hervieux, Rostaud, Rickepin und Verbrechen und Vergehen gegen §§ 350, 351 und Marcell Prevost, veröffentlicht im Namen der 246 des Strafgesetzbuches; an demselben Tage: Kunst einen Protest gegen die Kundge- gegen den italienischen Erdarbeiter Pietto bungen der letzten Tage vor dem Theatre Elmi, zurzeit in Berich (Fürstentum Wal- ftancais, die eine Verletzung der Freiheit der deck) wegen Totschlags und versuchten Tot- ucheateraufführungen bedeuteten. Mittlerweile I schlags; Mittwoch, den 15. März: gegen den bat jedoch Henri Bernstein sein Stück „Apres Landwirtssohn Henry Merten aus 'Landau mm vom Theatre francais zurückgezo-I(Fürstentum Waldeck) wegen vorsätzlicher Kör- aen- * I perverletzuna mit Todeserfolg. Außer den Ver
den Jnnungsvoritänden in Sttittgart in Der- ein Concurs hippique
bindung zu setzen, die manch guten Wink inbe- veranstaltet, wofür bedeutende Preise Elen ausgesetzt seien. Auch die Kolonial-Landwitt- kounten. lieber den Wo hnungsn ach- schaftliche Ausstellung wird nicht fehlen. Dr. w eis erstattete Herr ®erkchrn frc i $$ c * Gie rsberg bittet, der Ausstellung Vertrauen b e r eingebend Bericht. Erne AnfangFebrurr entgegenzubringen und ... nicht allzu erlassene Rundfrage^ an die hiesigen Hoteliers hohe P xe i s a u f sch l ä g e in Gaffet und Gairhofbesitzer hat ergeben, daß diese > z u z u l a s s e n. Gegenüber diesen wichtigen Beratungsgegenständen traten die anderen Punkte der Tagesordnung in den Hintergrund. Aus dem vom Vorsitzenden, Herrn Sch lem- ming, erstatteten Jahresbericht geht hervor, daß die Tätigkeit des Vereins im abgelaufeneii Jahre eine reckt umfangreiche war. Auch die Kaffenverbältnisse haben sich günstig gestaltet Die Mitgliederzahl beträgt 374. Die ausscheidenden Vorstandsmitalieder wurden bis au: ein ablehnendes Mitglied wiedergewahlt Ren gewählt wurde Herr Blumenthal. Herr K e e t) wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
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A Das Opfer einer Verleumdung. Welche Folgen üble NWhrede haben kann, zeigt der vor einiger Zeit erfolgte Zusammenbruch der hiesigen Patentverwertungsfirma Wagneruud T r 0 s e r. Bekanntlich wurde der Inhaber des Geschäfts, Wagner, und dessen Geschäftsführer, August W e n d e b e r g, auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft unter dem Verdacht, schwere Urkunden- und Wechselfälschungen hegangen zu haben, verhaftet. Dem Geschäftsführer Wendeberg nicht wohlgesonnene „Nachbarn" verstanden es, in weiteren Kreisen den Anschein zu erwecken, als sei Wendeberg der eigentliche Schuldige, der „Verbrecher", und Wagner der Verleitete. Nun ist aber Wendeberg längst aus der Untersuchungshaft entlassen, und zwar auf ein umfassendes Geständnis Wagners hin. Herr Wendeberg war seit dieser Zeit rastlos bemüht, feinen alten guten Ruf wieder herzustellen. Auch wir nehmen hiermit Gelegenheit, Herrn Wendeberg bei feiner Rehabilitierung zu unterstützen. Wie wir feststellen konnten, genießt der Verleumdete im Kreise seiner zahlreichen Bekannten den besten Ruf und volles Vertrauen.
A Der „Kmitionssonds beS Residcnzthea- ters". Der Casseler Goethe-Build erläßt im heutigen Anzeigenteil der „Casseler Neueste Nachrichten" einen Aufruf an die Bürgerschaft Cassels zur Zeichnung für einen „Kautionsfonds für das Residenztheater" unter Direktor Nordaus Leitung.
A Der Ofensetzer als „lustiger Ehemann". Ein Ofensetzer von hier hatte (obwohl er verheiratet ist) ein Inserat erlassen, durch das er „die Bekanntschaft eines jungen Mädchens zwecks späterer Heirat" suchte. Mehrere heiratslustige Mädchen gingen auf das Heirats- iuferat ein und erhielten bald auf ihre „Bewcr- bürg" auch eine Antwort: Sie wurden an einen näher bezeichneten Ott zu einem Rendenzvous bestellt, wo der Liebbaber wartete, der dann im Laufe der Bekanntschaft... „Pümpvcr - suche" machte. In einigen Fällen ist es ihm auch gegluckt, Geld zu erhalten. Gestern abend ereilte aber den „lustigen Ehemann" das Geschick. Eine „Leidtragende" hatte die Polizei verständigt und den Ofensetzer (der sich als Monteur ausgegeben hatte) in eine Wirtschaft bestellt, wo die Verhaftung erfolgen konnte.
A Die Kirchditmolder und ihr Stadtrat. Am 16. März wird bekanntlich im. Rathaus- saale.die Neuwahl der Stadträte für die Vororte erfolgen. Die Kirchditmolder sind nun mit ihrem Stadtrat unzufrieden, und so hat denn der Kirchditmolder Bürgerverein in einer dieser Tage abgehaltenen Versammlung beschlossen, eine Eingabe an das Stadtverordnetenkollegium zu richten mit der Bitte: für Kirchditmold einen anderen Stadtrat zu wählen, der die Interessen dieses Vottotts besser zu wahren imstande sei.
Letzte Telegramme.
I (Nach Schluß der Redaktion eingegangen.)
, - Först und Künstler.
' (E i g e n e D r g h t m e l d u n gJ
München, 4. März. «
Dem Minister für Kirchen- und Schulew angelegenheiten, Dr. von Wehner, ist vom Prinzregenten Luitpold heute folgendes Handschreiben zugegangen: „Getreu der Tradition, meines Hauses und dem Vermächtnis (meines hochseligen Vaters habe ich das Interesse für die schönen Künste mit besonderer Sorgfalt gepflegt. In den Tagen, in denen ich der Voll-! enbung des 90. Lebensjahres entgegengegangen, gedenke i chdeshalb in inniger Zuneigung der gesamten Künstlerschaft, deren unermüdlicher, aufwärtsstrebender Schaffenskraft unser liebes Bayern, seine Hauptstadt und das Königshaus soviel zu verdanken haben, und ich will meinem Gefühl der Anerkennung und Dankbarkeit dadurch Ausdruck geben, daß ich mit einem Kapital von 100 000 Mark eine Stiftung für Pensionen an tüchtige, bedürftige Künstler errichte7' Hiernach wollen Sie das Weitere veranlassen und mit den Entwurf dös Stiftungsbrieses vorlegen."
Mi. Der Wafferzyll im Landtag.
EÄ (Eigene Drahtmeldung.)
Berlin, 4. März.
Im Abgeordnetenhause wurde heute die Beratung des Bau-Etats fortgesetzt. Der gestrigen Generaldebatte über die Wasserstraßen folgte heute noch eine zweite allgemeine Aussprache beim Titel „Ministergehäiter". Hierbei führte der konservative Abgeordnete von M a 1t- zahn aus: Wir bedauern, daß ein Mitglied des Hauses das Ausland gegen, die Schifffahrtsabgaben aüfgerüfen hat. Die Abgaben auf dem Grotzfchiffahttsweg ' Stettin-Berlin müssen auf ein so erträgliches Matz herabgesetzt werden, datz die Konkurrenz mit den hanseatischen Handelsplätzen Stettin aushalten kann. Die Schiffahttsäbgaben sollen nicht die Einnahmen des Staates erhöhen, sondern zur Verbesserung der Flußläufe verwendet werden. Minister von Breitenbach kündigte im weiteren Verlauf der Debatte eine gesetzliche Regelung der Fischercigerechtsamc an.
Rektor Bock vor den Richtern,
Berlin, 4. März. (Spezial-Tel-- gra m m.) Bor der Strafkammer des Landgerichts II begann heute der Prozeß gegen den Rek10r Bock wegen sittlicher Verfehlungen an minderjährigen Schülerinnen. Die Verhandlung wird unter vollständigem Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt. Es sind über hun dett Zeugen geladen, darunter zahlreiche rühere Schülerinnen!
Ter Deserteur als Räuber.
Paris, 4. - März. -tPrivat-Telö«
rerchhalttge unb tntere.ffante Abend-Zeitung/ die alle bis sum Nachmittag emlaufenden Depeschen veröffentlicht und neben den spannenden Romanen täglich eine kleine Erzählung bringt eine
Essen, Trinken und Schlafen.
Die Landwirtschaftsgesellschoft hat bei ihren vorbereitenden Arheiten in Cassel diese Fragen im Auge gehabt und hat sich mit dem Städtischen Verkehrsamt und dem Fremdenverkehrs-Verein in Verbindung geletzt. Beide Institutionen haben nur vor einiger Zeit in erster Linie einen Wobnungs- ausschuß gebildet, der unter dem Vorsitz des Stadtrats S t i p p i ch in Tätigkeit getreten ist, der sich aber auch mit der Frage der Lebensmittelversorgung beschäftigt zu haben scheint. Gestern abend fand im Kaufmannshaus die Hauptversammlung des Fremdenverkehrsvereins .statt, in der auch Berichte über die bisher getroffene Organisation des Wohrmngsaus- schuffes erstattet wurden. Zunächst sprach Stadt- rat Skip pich über
die Lebensmittelversorgung, 7 die eine gute Vorbereitung erfordere. Der Redner ging-nach einer Darstellung über die Sntwicklung und den Zweck der Deutschen Land I wirtsckaftsgesellschast auf die in den vergange-I nett Jahren von der Gesellschaft veranstaltetett Ausstellitngen ein, indem er besonders die ungenügende Lebensmittelversorgung in vielen Ausstellungs-Orten hervorhob und daran die Mahnung knüpfte: Cassel möge sich genügend vorsehen, damit fein Ruf als Ausstellungsstadt nicht gefährdet werde. Als vor einigen Jahren die Landwirtschaftsausstellung in Posen staitfand, ist es voraekommen. daß am dritten Tag Fleisch und Brot schon „ausgegangen" waren. Die Atts- stellung in Stuttgart 1908 ist von 237 449 Menschen besucht worden, die 1909 inLeipzig von 326 345, und die 1910 in Hamburg von
gramm.) Auf dem Bmtlevard Sebastopol wurde gestern nachmittag der dcmtsche Deserteur S a rl Ricker vom 28. Infanterie-Regiment, gebürtig aus Crefeld, verhaftet. Er hatte auf dem genannten Boulevard einem da- hettommenden Manne Uhr und Kette entriffcn; Bald daraus versuchte er einen Gemüsegärtner zu berauben. Radfahrende Polizisten holten ihn ein -unb nahmen ihn fest.
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