dir. 76. — 1. Jahrgang.
Casseler Neueste Nachrichten
tfteitag; 3. März 1911.
zu gell. UWWg!
Kasseler Neueste Nachrichten,
Sie heutige Mmer iml« 10 Seiten. _
Unsere Trägerinnen ziehen in diesen Tagen die Abonnement- Beträge für den Monat März ein. Wir bitten den Bettag (50Pfg. einschließlich Zustellgebühr) nur gegen Aushändigung einer auf grünes Papier gedruckten Quittung, die auf den Monat März lautet, auszuhändigen. ; : : : ; : : ;
der Schlüssel will nicht schlißen. Was nun? Sie meint, an eine verkehtte Tür geraten zu sein, und flugs steigt sie eine Treppe höher, und hier klappt es, der Schlüssel schließt, die Tür geht auf. Trotzdem die Küchenmöbel einen anderen Anblick gewähren, als die eigenen,
Sesterreichs Thronfolger erkrankt!
(Telegramm unseres Korrespondenten.)
Wien, 2. März.
Die „Neue Wiener Presse" bringt Angaben aus parlamentarischen Kreisen über eine Erkrankung des Erzherzog-Thron- f o l g e r s. Es soll sich um das neuerliche Auftreten eines Zustandes handeln, unter dem der Thronfolger bereits während seines Aufenthaltes in Gmunden gelitten habe. TaS subjektive Befinden des Kranken wird von einer tiefen Depression beherrscht. Es wird indessen mit Bestimmtheit gehofft, vaß der körperliche Zustand sich bald wieder hebt und völlige Gesundung Eintritt. Mit dem Befinden des Thronfolgers soll es auch zusammenhängen, daß er während der ganzen Saison leinen einzigen der Wiener Bälle besucht hatte. Die Abreise nach Brioni soll beschleunigt werden. In der Umgebung des Thronfolgers ist über diese Meldung keine Bestätiguna zu erhalten.
Letzte Telegramme.
(Rach Schluß der Redaktion cingegangen.)
ba* -b$! Richtung 7 Die Regertruppe in der „Wunderhalle". Ost-West hatte. Drer Minuten später erfolgte 1 em schwächerer Erdstoß. Im Paznautal gmg eme Staublawine nieder, als sich zweihundert Personen zur Kirche begeben wollten. Ein Bauer wurde mitzerissen, seine Leiche ist noch nicht gefunden.
Die Verschwörung in Korea.
Tokio, 2. März. (Spezial-Telegramm.) Die Japaner haben eine weitverzweigte Verschwörung in Korea entdeckt, die die Zerstörung der Söul-Fusancr Eisenbahn bezweckte. Fünfzigtausend Revolutio- n ä r e sollen für diesen Plan gewonnen gewesen sein.
Im Wald ermordet!
Kattowitz, 2. März. (Spezialtele- g r a m m.) Im Bynthiner Walde bei Duschnil wurde ein in den vierziger Jahren stehender unbekannter Mann mit einer schweren Schädel Verletzung ermordet aufgefunden.
Revolution in Marotto?
(Telegraphische Meldung.) Paris, 2. März.
3m Wahn-
(Telegramm unsers Korrespondenten.)
« Berlin, 2. März.
Einen Doppelselbstmord verübte in der vergangenen Nacht der vierunddreitzig- jährige Fabrikbesitzer Dr. Lndwig Wick- lipp, Kurfürstendamm 64 wohnhaft, der seit einiger Zeit infolge Ueberarbeitung an einem heftigen Nervenleiden litt. In der letzten Nacht wurde der Fabrikbesitzer, der sich allein im Schlafzimmer befand, " plötzlich von einem besonders heftigen Anfall betroffen. Er erhob sich pon seinem Lager, kleidete sich voll ständig an und jagte sich dann (offenbar in geistiger Umnachtung) eine Kugel in die Brust, woraus er sich mittels seines Hosenträgers an der Türklinke erhängte. Als der Diener auf den Schuß herbcieilte, fand er feinen Herrn schon tot vor.
Ku Krpreffer-Revolutionör.
/ (Eigene D.r ahtmeldung.)
Nizza, 2. März.
In Beaulieu bei Nizza spielte sich gestern in einem Hotel eine seltsame Szene ab. In diesem Hotel war ein reiches rnsfisches Ehepaar namens Dadanoff mit ihrer Tochter und einer Freundin ab gestiegen. Als sich gestern nachmittag Frau Verra Dadanoff mit ihrer Freundin im Hotelzimmer allein befand, drang plötzlich ein junger Mann ins Zimmer und forderte Frau Dadanoff mit vorgehaltenem Revolver auf, ihm sofort 2000 Rubel für die Sache der Revolutionäre in Rußland zn geben. Die Damen riefen um Httse, worauf das Hotelpersonal herbeieilte und den Mann entwaffnete, dem es gelang, zu entfliehen. Es fall sich um einen Lcutnanß Alexis Pergoff aus der russischen Armee handeln.
Im Mittelpunkt des neuen Programms in dem Varietee „Wunderhalle" steht die afrikanische Negettruppe „Erika" mit der „weißen Negerkönigin", die Sitten und Gebräuche, Tänze usw. vorsührt. Eine stattliche
Die Genickstarre in Bayreuth. -
B-Yreuth, 2. März. (Spezial-Te- I e g r a m in.) Drei Kinder eines Lohnkutschers find hier an Genickstarre erkrankt. Das Hans der Familie wurde sofort gesperrt und sämtliche Familienmitglieder in das Krankenhaus zur weiteren Behandlung gebracht. Der Vater ist mdessen aus der Anstalt entwichen und wird do» der Polizei gesucht. Der Krankheitsherd befindet sich in dem von der ärmeren Bevölke rung bewohnten Stadteile.
A Die Schiffahrt auf der Fulda. Die
3es Neueste ans Kassel.
Kasseler Arbeiterbewegung.
Der Lohnkampf im Schneidergewerbe.
tz Die „Auferstandenen" von Berville". Aus Paris meldet uns ein Telegramm: Die in der Mergelgrube von Berville einge- schlossenen Arbeiten wurden gestern lebend herausgecholt. Sie hatten fünf Tage - °6ne Speise und Trank in der Grube verbracht.
. ™ „Wild-West!" Einer Depesche aus R e w y o r k zufolge hielten zwei maskierte und bewaffnete Banditen einen Expreß- rug bei St. Louis an, ergriffen an Geld und Wertsachen, was sie schnell finden konnten, und entflohen. Sie.sollen jedoch insgesamt über viertausend Mark geraubt haben.
Lr Mord und Selbstmord. Ein Telegramm meldet uns aus Brüssel: Gestern morgen wurde auf freiem Felds die Leiche eines sieb- jehnjährigen Dienstmädchens aufgefunden, welches ermordet worden war. Der Verdacht lenkte sich auf den G e l i e b t e n des Mädchens. Als die Polizei in der Wohnung des Mannes eintraf, konnte sie nur konstatieren, ■ daß' der Mörder durch Erhängen seinem Lebest ein Ende gemacht hatte. '
tz „Neu-Houndsditch . . Wie aus Bsesheck (Gouvxrn. Tweer) berichtet wird, töteten dort zwei verdächtige Personen einen Schutzmann, der sie- verhaften wollte, und verwundeten einen zweiten schwer. Darauf schlossen sie sich in eine Badestube ein, wurden jedoch von der'Polizei Umzingelt,-Die ganze Nacht dauerte das Schießen'an, wo«) bei noch ein Polizeibeamter'schwer verwundet! wurde. Am nächsten Morgen wurden beide Eingeschlossene tot aufgefunden.
△ Eine Fürstenehrung im Stadtpark. Am 12. März wird im Stadtpark-Restaurant aus Anlaß des neunzigsten Gebuttstags des Prinz-Regenten Luitpold von Bayern (des Seniors der deutschen Fürsten) eine Feier stattfinden, bei der erste Kunstkräfte und die Kapelle des Infanterie-Regiments Nr. 83 mitwirken werden. Ein aus bayrischen Landsleuten zusammengesetztes Komttee trifft die Vorbereitungen zu dieser Fürstenehrung. Der Reinettrag der Veranstaltung wird auf Wunsch des greifen Regenten dem Vaterländischen Frauenverein in Cassel überwiesen werden.
Die Zeit um Fasching herum Wird von den Varietee-Direktoren nicht gern gesehen, weil sie selten „volle Häuser" mit sich bringt. Ans diesem Grunde wird auch an dem Gagenetat mancher Abstrich gemacht und manche „Attraktion" auf eine bessere Zeit verschoben. In den „Kaisersälen" debutietten-gestern abend die Artisten des März-Programms vor sehr gut besetztem Hause mit vielem Erfolg. Den Reigen der Darbietungen eröffnet Mizi Förster, die einige hübsche Lieder jodelt; dann erscheint Ellen-Ella, die sich als „Schlangenmensch" produziert und recht gefahrvolle und schwierige Produttionen mit künstlerischer Eleganz vorfühtt. Die drei Eanarys sind vorzügliche Xylophon-Virtuosen und Dagmar Dunbar bewährt sich als fesche englische Ercentrique. Paul Sandor fühtt einen oentriloauistischen Zirkus vor, der viel Heiter- ! seit erregt (und über den hier nichts näheres j verraten sei). Die Vortragsmeisterin Grete Gallus zieht das Publikum schnell in ihren Dann und man folgt ihr gern, auch in die „gewagtesten Situationen". Unterhaltend wirkt auch das Jongleur-Amb rs-Tr io und der Humorist Willy Robert. Anzuerkennen sind auch die Leistungen der -Handakrobären O v e r g r a n d s, von denen besonders die mitwirkende Dame durch ihre Stärke imponiert. Zwei niedliche Bilder des Kinematographen > -^schließen das recht hübsche Programm der! rsten MärzhLlfle.
Dte hiesige Filiale des deutschen Schneider-Verbandes hatte für gestern abend in den großen Saal des Gewerkschaftshauses eine öffentliche Versammlung einberufen, die von etwa vierhundett Personen besucht war und sich mit der schwebenden Lohnbe- A Eine Abänderung des Kornmunalabga- wegung der Schneider und Schneiderinnen in bengesetzes? Der sreikonservative Abgeordnete der Stellung der Arbeitgeber dazu Fchr. von Zedlitz hat (wie wir schon kurz Kckmidt Abends, Filialleiter mitgeteilt haben) im Abgeordnetenhaus einen
führungen gegen den Vorwurft^Das'Vorgehen benaefrteS^in«^^^ der Schneidergehilfen sei unmotiviert. Zukünftig Zu-
ueue Reichsfinanzreform habe eine wesentliche ff w l a g e der Gemeinden zur Staats- Verteuerung der Lebensmittel des armen Man- k o m m e n st e u e r erst dann der Genehnes gebracht, die die organisierte Arbeiterschaft migung der Regierung bedürfen, wenn sie über dadurch aus der Welt zu schaffen bemüht sei, Iden anderthalbfachen Satz der Staats- daß sie bessere Lohnverhältnisse erstrebe. Im einkommensteuer hinausgehen. Bisher ist diese ^tt?Ädersewerbe sei in dieser Richtung der Genehmigung erforderlich, wenn die Zuschläge i w übcr ben vollen Satz der Staatseinkommen-
Ni WN.7-L»SW in Ansehung der wirtschaftlichen Depression und be? bte Möglichkeit gegeben werden, ihre Zu- unter Stellung ganz geringer Ansprüche zu-1 schlage zur Staatseinkommensteuer bis zu ISO stände gekommen sei. Die damals bewilligten Prozent zu erhöhen, ohne daß eine staatliche Abstriche müssen nunmehr bewilligt werden, zu- Kontrolle, also eine Einschränkung der Selbst- mal die Arbeitgeber ihrem damaligen Verspre- Verwaltung, eintritt. Der Antrag dürfte (so chen nicht, nachgekommen seien Der neue seitens gut er vielleicht gemeint ist) einige Bedenken -i^Evi^urf haben. Viele Gemeinden lassen sich Nämlich liche Verschlechterung der Löhne. Die versckie- vermeiden wollend $tn£tnr.eben bcr Regierung denen Einwände der Arbeitgeber seien nicht vermelden wollen), von einer Erhöhung der stichhaltig. Der Referent ging dann auf die I Gemeindesteuern über 100 Prozent znrückhal- einzelnen Sätze des neuen Vertrages ein und ten- I" Zukunft würde diese Grenze erst bei zog einen Vergleich mit den Sätzen des alten 150 Prozent liegen. So manche Gemeinde wird Tariss. durch den jetzigen Zwang zu einer ganz heilsa-
Die Gehilfenschaft sei keineswegs gewillt, nten Selbstbeschränkung veranlaßt. Ob die Re- einen Streik zu provozieren, sondern gern be- gierung für den in dem Zedlitzschen Antrag nie- reit, gütliche Verhandlungen anzu- dergelegien Gedanken zu haben ist, ist nicht bestreben, andererfeits aber auch gezwungen, bei kannt. Nach dem Antrag würde auch die ablehnendem Verhalten der Arbeitgeber mit Stabt Cassel die Kommunalsteuerzu- allen zu Gebote stehenden Machtmitteln ein Wage noch um 15 Prozent erhöhen können. Mögliches zu erreichen. Eine in diesem Sinne ! °bne eine- Genehmigung der Regierung zu abg-faßte und vorgeschlagene Resolution l'cdurfem wurde von der Versammlung einstimmig. A T^e
anaendmmen tn der Muhlengasse ertappte und verhaftete
angenommen. Mensch, der ein kleines Mädchen au sich zu lok-
Die wettere Stellungnahme der Gehilfen- fen versuchte, sitzt noch hinter den „schwedischen schäft zu der Lohnbewegung bleibt einer Mit- Gardinen". Wie wir erfahren, hat man ihm derversammlung am kommenden Montag im Iksiher unsittliche Attentate nicht nachweisen Gewerkschaftshause Vorbehalten, in der die In- können, die Haft soll auch (wie man hört) nur anspruchnahme des -Schiedsgerichts in Frank- aus dem Grunde aufrecht erhalten werden, weil furt und die Wahl zweier Delegierter zu die- sich -er Mann (ein Schlosser aus Dresden) iwch -en Verhandlungen zu behandeln fein wird. eines anderen Delikts schuldig gemacht hat.
Weitersteigen zu erwatten." „Prompte" Be- richterstaiung ist das keineswegs, berat das „zu befürchtende Weitersteigen 'der Fulda" hat sich inzwischen glücklicherweise in das Gegenteil gewandelt und die Hochwassergefahr darf als beseitigt gelten.
△ Im Zeichen des „Faschingszanbers". Aus dem Leserkreise wird uns folgendes tragikomische Geschichtchen mitgeteilt, das sich während der Fastnachtstage hier zugetragen haben soll: Kommt ein Familienvater eines abends spät von seiner Arbeit zurück und trifft feine Frau nickt zu Hause an. Die Kinder liegen zu Bett und scklasen fest. Alle Nachfragen nach der Frau sind zuerst erfolglos bis dann eine mitleidigeSeele erzählt ,D ie Fra u i st 5 n m Maskenball". Der Ehegatte ist empört. Er legt sick ruhig zu Bett, schließt den Korridor ab und läßt den Schlüssel bo« innen stecken. Am frühen Margen kehrt das maskentolle Weiblein wohlgemut zurück. Äbcr: o web.
Besucherzahl hatte sich gestern eingefunden, die allen Vortragenden Künstlern lebhaft Beifall spendete. Gleich die Soubrette Hansi T o r b a y wurde stark applaudiett, der Humorist Hans Bauer fand nicht minder Beifall, ebenso wie die Vortragskünstlerin Ellen Sore. Charles ein geschickter Manipulator und Zauberkünstler, der aufs angenehmste unterhalt. Zu nennen ist ferner das telepathische Phänomen Luna D e l e m o n t und das O r i - ginal-Duett Bauer. Die Mitglieder der Negertruppe führen zunächst einen Volkstanz vor, bann lassen sie einen Feuertanz, einen Sabeltanz unb den Tanz junger Mädchen mit Gesang folgen. Später bringen sie noch einen afrikanischen Krafttanz, einen Glas-, National- und Speer-Tanz zur Vorführung. Aus der Aufnahme, die das neue Märzprogramm beim Publikum fand, kann die Direktion der „Wunderhalle" den Schluß ziehen, daß es ihr gelungen ist, auch diesmal dein Geschmack der Besucher glücklich Rechnung getragen zu haben.
ar,,ff Wehrböcke der Stauanlagen werden
cm_^US «OHEiS Varietes. heute in der kanalisierten Fulda aufgerichtet,
Das Marz-Programm in den Kaiserfälen. | damit (falls das Wasser noch weiter fällt) mor- gen die Radeln eingesetzt werden können. Die Ausnahme der Schiffahrt auf der Fulda siebt demnach wieder bevor. Trotzdem der Wasserstand der Fulda-so niedrig ist, daß auch ein« setzender Regen kein Hochwasser znrzett zu bringen vermag, verbreitet ein Berliner Depeschen- bureau heute aus Cassel die Nachricht: „Die Fulda ist aus ihren Ufern getreten und überschwemmt die Niederungen. Es ist ein starkes
A Eiszapfen bei trocknem Wetter." Man schreibt uns: Im Februar ist es Brauch, die Bäume unsrer städtischen Anlagen zu beschneiden. An denEnden der gekürzten Zweige konnte man (trotz des trocknen Wetters) zwanzig bis dreißig Zentimeter lange Eiszapfen beobachten Die Zapfen sind also nicht durch Wasser (das an den Zweigen herunterfloß) eitt- tanden, fondern ans dem Saft, der aus den Zweigen quillt.
A Aus den Kinos. Das überall mit gro- jem Beifall aufgenommene Bild ,D i e w e i ß e Sklavin" wird auch im Zentral-Kine- matograph (Marktgasse 19) zur Vorführung gebracht.
A Aus Cassels Theatern. Im H o f t h e a - t e r gelangt am morgigen Freitag abend TA \ Ubr „Aid a", Oper von Verdi, zur Aufführung.
- Im Resibenztheater geht morgen abenb 8>s Uhr „Glaube und H e i m at" in Srei-L.
setzt sich bie von Müdigkeit übermannte Frau ruhig auf einen Stuhl, legt den Kopf auf den Küchentisch und schläft den Schlaf der Gerechten. Kurze Zeit später erheben sich jedoch die Bewohner der Wohnung aus dem Schlaf und gewahren die Frau. Mit einigen unfreundlichen Motten mußte sie so schnell wie möglich verschwinden. Dann kam der Empfang durch den Ehegatten, der kein liebevolle gewesen fein soll . . .
A „Im tiefen Keller sitz' ich hier .. ." Die Bewohner eines Hauses an der Landau- ft r a 6 e hatten seit einiger Zeit mit Staunen wahrgenommen, daß ihre im Keller lagernden Kohlenvorräte sehr schnell zusammenschrumpften. Sie beschlossen, daß sich einer von ihnen im Keller auf die Lauer lege, um den Dieb womöglich auf frischer Tat zu ettappen. Und so geschah es berat auch: Ein im Hause wohnender Kaufmann stieg in den Kohlenkeller hinab, riß die Krampen mit den Vorhängeschlössern heraus, süllte sich die mitgebrachten Eimer mit Kohlen und wollte wieder ans Tageslicht steigen, als der Aufpasser hervorsprang und den Kohlendieb stellte, der natürlich zur Anzeige gebracht wurde.
A Das „verdächtige" Frauenhemd. Von der hiesigen Staatsanwaltschaft wird uns mit« geteilt: Am 16. Februar wurde ein Gelegenheitsarbeiter Hch. R. dabei betroffen, als er ein nasses Frauenhemd -das aus Barchendstoff besteht und von rosa Farbe mit blauen Streifen ist) einem hiesigen I Althändler verkaufen wollte. Wahrscheinlich rührt das Hemd aus einen Diebstahl her. R. ist auch schon wegen Diebstahls zweimal vorbestraft. Er behauptet jedoch, das Hemd geschenkt erhalten und in der Fulda gewaschen zu haben. Wer Über die Herkunft des Hemdes etwas weiß, wird gebeten, sich an die hiesige Königliche Polizeidirektion zu wenden, bei der das Hemd zunächst aufbewahrt wird.
Ans Fez wird gemeldet, daß unter den Scherarbarstämmen in der Nähe der Hauptstadt ein Aufstand gegen Sultan Muley H «frd ausgebrochen fei. Der Sultan hat feine Krads $ufammen6crufen unb sie beauftragt, mit ihren Mahallas gegen bie Aufständigen zu marfchieren, und die französische Militär m i f f i o n ersucht, bie Mahallas zu begleitet- In Fez herrscht große Aufregung Man glaubt, daß bie europäischen Konsuln im _____ Hinblick auf den Ernst der Lage ihre
A Der Kampf gegen bie Mäuse. Aus bem Staatsangehörigen aufforbern werben, sich zur Königlichen Polizeipräsibium wirb uns ge-1A b r e l f e ans Fez bereitznhalten. chrieben: Mit Rücksicht auf die statte Ausbrei- ------ /
tung.der Feldmäufe im letzten Sommer ist Das Abgeordnetenhaus am Donnerstaa ein Ueberhandnehmen dieser Schädlinge zu be- «erlitt 2 <mxT, h , ■. . r. „’r. fürchten, wenn ihre Vertilgung nicht energisch 10r„ J,'?'»J'«h „„r3n„s? c32a 1V. V betrieben wird. Insbesondere wird die Aus- Kl tnnn^a U J
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(Mäusebrot) empfohlen werden können, das in bunaSfdiuInmfen di- Mäuselöcher versenkt unb bann mit Erde n eVfAbgeordnete bedeckt werden muß. Bei der Aufbewahrung I (7*
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A Das ständische Leihhaus in Cassel. Der Aschermittwoch-Nacht. . .
Voranschlag für das Etatsjahr 1911 schließt in Berlin, 2. März. (Spezialtele- Einnahme und Ausgabe mit 237 000 Mark ab, iS r amm.) In einem Hotel bcr Eichendorfftraße 2as gegenüber bem vorjährigen Etatsvoran- versuchte in der vergangenen Nacht bcr Hand chlag eine Erhöhung von 3200 Mark ausmacht, lnngsgehilfe Willy H a m p e, seine Geliebte Das Zinsemkonimen ist entsprechend der Er- und sich selbst zu erschießen. Beide wur- höhnng des Pfändettapitals um 3000 Matt hö- den schwer verletzt nach der Charitec gebracht her eingestellt. Rach den bisherigen Ergebnissen ~ • - - - kann auf eine Mehreinnahme an verjährtem Psänderüberschuß von 200 Mark gerechnet werden. Der an den Reservefonds abznliefernde Geschästsüberfchuß stellt sich auf 3319 Matt (gegenüber dem Vorjahre um 617,50 Matt höher). Der Voranschlag des Reservefonds schließt'mit 7597,78 Matt ab. Die Ablieferung an die Zentralverwaltung beträgt 6597 Matt.