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Freitag, den 3. März 1911
düng barg, gilt als gänzlich verloren.
Marine DelcassS
Krieg Berieaup
deutsche
mittelbar nachdem
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ras übliche Dementi.
(Telegramm unseres Korrespondenten.^ Wien, 2. März.
Bon diplomatischer Seite wird mir soeben erklärt, daß die Gerüchte, die von einem bevorstehenden Rücktritt des Ministers des Auö- chwärtigen wisse« wollen, der Begründung ent- bchren. Graf Achrenthal wird, nachdem er von einem Urlaub zurückgelehrt ist, seinen Poste« wieder übernehmen. Er ist in der Tat leidend, und aus diesem Grunde wird er auch während seines Urlaubs die Geschäfte nicht in der Land behalten. Mast Markgraf Pal- al v i c i n i• der österreichisch-ungarische Bot- chafter in Konstantinopel, mit seiner Vertretung beauftragt wordon ist, erftärt stch daraus, dast im österreichisch-ungarischen Ministerium des Auswärtigen fein Nnterstaatsekretär vor banden ist, der für die Vertretung des Ministers in Frage kommen könnte. AuS diesem Grunde mußte der Botschafter in Konstantinopel nach Wien berufen werden.
Frachtdampfer „
Wegs von Grimbsbh nach Aalborg war, in der Nordsee mit achtzehn Mann Besatzung untergegangen. Nähere Nachrichten stehen noch aus. Das Schiss, das wertvolle La-
In dem Konslift zwischen dem serbischen Kriegsminister und dem deutschen Gesandten von Reichenau handelte es sich nach einer aus guter Quelle stammenden Mitteilung um folgendes: Die serbische Regierung hatte die Lieferung von Gebirgsbatterien in Submission ausgeschrieben und es handelte sich nach langen Unterhandlungen nur noch darum, ob eine der beiden deutschen Firmen Krupp oder Ehrhardt die Lieferung erhalten solle; die serbische Artilleriekommission hatte die Geschütze der beiden Firmen gleichwertig erklärt, Ehrhardt war aber b i l l i g e r als Krupp. Der Kriegsminister (der jetzt seine Demission gegeben hat) hatte seinen Einfluß z u g u n st en von Krupp geltend gemacht und daraufhin ' ' - • — werde bei den in
öffentliche Arbeiten Charles Dumont» Justiz Jenneney, UnterstaatSfekretär für Post Chaumot, für Inneres Constant, Kultus Mal vH, Kunst Dujardin-Ban- metz. Diese Liste bedeutet ein radikales Sammlungsministerium, in dem Delcas. s6, Berteaux und Cruppy ansschlag* gebend sein werden.
Einem Telegramm von heute MH zu» folge haben indessen Poirier und Jene- n e h im letzten Augenblick die Uebernahme be» Handels- bezw. Justizportefeuilles abge- lehnt. Monis hat nunmehr Paus da- Han- delsportefenifle und dem Senator D evelle das Justtzporteseuille angeboten. Da De- v e l l e aber zurzeit nicht in Paris weilt, kann seine Antwort nicht vor heute nachmittag erwartet werden.
besteht die Gefahr, daß die leichte« Boote sanft der Besatzung im Sturm umgekomme« sind. Die Vermißten waren in der Mehrzahl Familienväter. *
ein dänischer Dampfer gesunken!
(Privat-Telegramm.)
Einem uns zugehenden Telegramm
sche Regierung von der Abreise offiziell nicht verständigt wurde.
Die Stimmung in Belgrad.
(Privat»Telegramm.)
Belgrad, 2. März.
Die Abreise des deutschen Gesandten hat in Belgrad großes Aufsehen hcrvorgeru- sen. Die Abreise dürfte dadurch hervorgerufcn sein, daß der Kriegsminister in der Dienstagsitzung der Skupschttna erklärt hatte, daß er jetzt seine Demission gebe. In WirNichkcit aber hatte er sie bereits am M o n t a g der Regierung überreicht. Mit großem Interesse sicht man der weiteren Entwicklung der Angelegenheit entgegen. Für heute wird übrigens die Rückkehr des deutschen Gesandten nach Belgrad erwartet, und der Konflikt scheint (wenn nicht Weiterungen eintreten) damit endgültig beigelegt zu sein, da die serbische Regierung ihrerseits sich in aller Sonn entschuldigt hat. *
Sie Vorgeschichte des Falles.
Krupp und Ehrhardt.
Monis Hoffnung.
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 2. März.
Die gestern erfolgte Zusammenstellung des neuen Kabinetts Monis kann als feststehend noch nicht gelten. Develle, dem das Mini- terium der Justiz angeboten wurde, hat (wie in letzter Stunde verlautet) absolut noch nicht z u g e s a g t. Einige Blätter weisen ihm daS Portefeuille des Aeußern zu, während daS Justiz-Portefeuille von Cruppy übernommen werden soll, der bisher als künfttger Mtni- ter des Aeußern genannt wurde. Senator Monis hofft, daß es ihm gelingen werde, bis heute mittag ein Uhr das Kabinett enbgfil» tig zu konstituieren. Wie die Agence Havas meldet, wird das neue Kabinett in seinem Programm inbezug ans die auswärtige Politik betonen, daß es den festen Willen habe, an den bestehenden Allianzen und Ententen sestzuhalten.
Gajkowitsch und Reichenau.
Der deutsch-serbische Zwischenfall. (Telegraphische Meldungen.) Zum deutsch-serbischen Zwickenfall (über den wir wiederholt eingehend berichtet haben) bringt die »Norddeutsche Allgemeine Zeitung* eine offiziöse Kundgabe, in der es beißt:
Der serbische Kriegsminister Oberst G r> j- kowitsch hat seine Entlassung gegeben, un-
hat der deutsche Gesandte offenbar auch nicht getan, er hat sich seiner Jnstruktton gemäß vollkommen korrekt benommen. Unverantwortlich war die Behauptung des serbischen Kriegsministers, der Gesandte von Reichenau habe in unzulässiger Weise zugunsten von Ehrhardt eingewirkt, well ein Verwandter von ihm, Generalleutnant z. D. von Reichenau im Aussichtsrat der Firma Ehrhardt sitze. Diese Behauptung war um so weniger stichhaltig, als zwischen den beiden Verwandten keine besonders nahen Beziehungen herrschen. Jedenfalls war es eine schwere Kränkung des Gesandten des Deutschen Reiches, ihm solche Motive inkorrekten Verhaltens zu imputieren, und die energische Intervention der deutschen Regierung erscheint deshalb als Notwendigkeitsgebot, wenn es auch bedauerlich ist, daß zwei deutsche Firmen dadurch geschäftlich in Mitleidenschaft gezogen worden sind.
aus Kopenhagen zufolge ist der dänische Margarete", bet unter
legte Ehrhardt Be, Betracht kommenden Instanzen, darunter auch dem deutschen Auswättigen Amte, ein, mit der Bitte, der deutsche Gesandte in Serbien möge dahin wirken, daß die Angebote der beiden Firmen nach dem Grundfatze bet Billigkeit behandelt würden und daß bei gleich guten Lei- stungen der Preis den Ausschlag geben solle.
Es scheint, daß das A u s w ä t t i g e A m t den deutschen Gesandten in Belgrad, Herrn von Reichenau, dahin instruiert hat, diesen Standpunkt zu vertreten und darauf zu achten, die die serbische Regierung zwischen den beiden Firmen fair play walten lasse. Etwas anderes
sandte wegen der vom Minister gegen ihn ausgesprochenen Insinuation einen daraus gerichteten Antrag gestellt hatte. Die Ent-: lassung des Kriegsministers ist dem deutschen Vertreter vom Minister des Aeußern Milo- wanowiffch amtlich mitgeteilt worden. Außerdem hat der auswärtige Minister der kaiserlichen Regierung sein Bedauern über das Verhalten des Kriegsmi- nisters aussprechen lassen. Wenn serbische Blätter auch noch andere Gründe süt den Rücktritt des Kriegsministcrs anfübren, so ändert dies, gleichgültig, ob ihre Belmupttm- gen richttg oder nachträglich ad hoc ausgestellt sind, an dem vorstehend mitgeteilten Tatbestand nichts. Ebenso sind nachträgliche Aeußerungen des scheidenden Ministers selbst für die kaiserliche Regierung und ihre Vertretung in Belgrad ohne Belang.
Inzwischen ist der vom entlassenen Kriegsministet beleidigte deutsche Gesandte, Exzellenz von R e i ch e n a u, aus Belgrad abgerefft. Die Abreise des deutschen Gesandten trägt indessen einen privaten Charakter, was sich schon aus der Tatsache ergibt, daß die serbi-
Fürftensahrt.
Am Vorabend des Rückttitts Aehrenthals?
Der Zar aller Reußen wird in einigen Monaten abermals in Deutschland erscheinen. weil seine Gattin die im vorigen Herbst unterbrochene Kur an den Quellen des Taunus sortzusetzen wünscht. Auch diese Zarenreise wirst ihre Schatten voraus; schon jetzt werden weitreichende Kombinationen an das bevorstehende sommerliche Ereignis geknüpft, und in Wien wird sogar die Vermutung laut, daß bet Kaiser von Rußland auf feiner Fahrt nach Westen dem greisen Kaifer Franz Josef in Ischl einen Besuch abstatten werde. (Auf seiner Reise nach Racconigi fuhr her Zar bekanntlich in weitem Bogen um Oesterreich herum.) Nach dem Abschluß der Potsdamer Vereinbarungen ist durch deutsche Vermittlung eine Verständi- gungsaktion zwischen Oesterreich-Ungatn und Rußland eingeleitet worden, und der glückliche Erfolg des Schachzugs soll demnächst durch das Erscheinen des Zaren am Habsburger Hof gekrönt werden. Zwischen der aufrichtigen Versöhnung bet beiden Weltmächte des europäischen Ostens steht indessen( wie man meint), die eherne Gestalt des Grafen Aehrenthal, der die österteichische Politik in der jüngsten großen Ralkankrise zum Sieg über Rußland führte. Es ist deshalb nicht weiter verwunderlich, daß der zweimonatige Urlaub des Grafen Aehrenthal mit einem definitiven Rücktritt dieses Divlomaten in Verbindung gebracht wird. In Wien ist neuerdings die Annahme entstanden, daß her Thronfolger, Erzherzog Franz Ferdinand, die Balkanpolitik Aehrenthals nicht mehr in gleichem Maße wie früher mit seinem Einfluß in der Hofburg decke, und die Tatsache, daß der österreichijch-ungari- sche Botschafter in Konstantinopel, Markgraf Pallavicini, die Stellvertretung Aehrenthals Übernimmt, bestärkt die Vermutung, daß die Lösung von Balkanftagen zwischen Rußland und Oesterreich-Ungatn vorbe
reitet werden soll.
Wie weit die Kombinattonen Über die Verminderung des früher» Einvernehmens zwischen dem Thronfolger und dem Grafen Aehten- thal zutteffend sind, läßt sich schwerlich etmes- i sen. Unter der Leitung dieser beiden zielklaren । Männer hat sich Oestetteick-Ungarn nach saht- i zehntelanger Stagnation zu einer kraftvollen und zugleich vorsichtigen auswärtigen Polittk ermannt. Daß der Erzherzog, der Schloßherr von EckattSau, schon feit einer Reihe von Jahren eine sehr erhebliche Einwirkung auf die Lenkung der Dinge am Wiener Ballplatz ausübt, unterliegt keinem Zweifel: Man weiß sogar, daß Franz Josef keine» für die Zukunft des Habsbntgerreichs entscheidenden Schritt tut, ahne sich vorher mit dem Thronfolger verständigt zu höben, der doch votaussichtlick für die Folgen dielet Handlungen wird einstehen müssen. Wie um jeden Thronanwärter, so webt auch um Franz Ferdinand die Legende ihre flatternden Gespinste, und das Gerücht, der Thronfolger betreibe einen Wechsel in der Leitung des Auswättigen Amts, dürste deshalb mit Vorsicht aufzunehmen sein. War doch eigentlich gerade Graf Aehrenthal der erste „starke Mann" unter den Staatsmännern Europas im zwanzigsten Jahrhundett, und seine politische Energie hat die Probe aufs Exempel bestanden. Aehrenthals Meisterhand dürste der Habsburger Monarchie auch seht fehlen, wenn neue Schwierigkeiten auftauchen würde».
Wohl.nie seit ihrem Bestand haben die Delegationen O,esterreich-Ungorns so günstige Verhältnisse im Innern und Aeußern vorgefunden, wie eben jetzt, und nie wurde die Forderungen für Heer und Marine mit einer Einmütigkeit bewilligt, wie in diesen Tagen. Wenn auch eine neue Aeta in der europäischen Politik heraufzuziehen scheint, in der niemand mehr die „Fackel des Völkerkttegs" leichtfertig entzünden wird, so beruht der Friede doch in erster Linie auf dem deutsch-österreichischen Bündnis. Und die Festigung dieses Bündnisses in verhängnisvoller Zeit (als Eduard der Siebente nach Ischl kam) gehött zu Aehrenthals unvergänglichen Verdiensten. Et wat damals, als der Versucher nah wat, und selbst die Treusten der Treuen schwankten, bet unerschütterlich Klarblickende im Gewühl der Tagesmeinung und her Einzige, her das Endziel der Politik des King mit scharfem Äug' erkannte. Man meiß auch, daß Aehrenthal grade in der starken Persönlichkeit des österreichische» Thronfolgers in schwerer Zeit machtvollen und weitwirkenden Rückhalt gefunden hat und daß im- grunde daS Dteimänner-Kollegium: Franz Ferdinand, Lexa von Aehrenthal und Konrad von Hötzendotf es gewesen ist. das
Fmnlreichr neue Männer.
Das neue Kabinett Monis.
(Eigene Drahtmelduugen.)
Rascher, als es nach den erste» Bemühungen zu erwarten war, ist es dem Nachfolger Briands im Amt des französischen Minister-« Präsidenten gelungen, fein Kabinett zu trnn- jlettieren. Wie uns ein Privattelegramm aus Patts berichtet, hat Min^erpra» idenz Monis gestern abend dem Präsidenten Fallitztes folgende M in ist er liste unterbreitet: _ ,.
Ministerpräsident und Inneres Mont»,
der starknervigen und zielsichetn Politik des I Habsburger Lands in den letzten drei Jahren ihr charaktettstisches Gepräge geliehen hat.
Indessen: Auch im Betrieb her Weltgeschichte sind Glück und Glas zerbrechlich, und was einem Bismarck nach unvergänglichen Riesentaten geschah, kann auch einem Mindern vom Schlage Aehrenthals erreichen In der Hofburg an bet Donau und im Labvrint am Wiener Ballplatz ist die Jntrigue nicht minder geschäftig als anderwätts in der Werkstatt der Politik. und es ist deshalb auch eine im Bereich logischer Berechnungen liegende Möglichkeit, daß man dem Erzherzog-Thronfolger die lieber« zeugung ins Ohr geflüstert hat, daß ein Abschluß der von deutscher Bundeshand angebahnten österreichisch-russischen Verständigung nur dann möglich erscheine, wenn die kraftbewußte Trotzfigut Aehrenthals auf der politischen Bühne in der Reutzenseele nicht mehr die Erinnerung an die Peinlichkeiten her Vergangenheit wecke. Geht Aehrenthal wirklich, und wird der Zwei- monat-Urlaub zum Vottpiel des Rückttitts, dann erleidet Oesterreichs Politik einen schweren Verlust, der in einem Land, in dem die Zahl der M ä n n e r noch winziger ist, als bei »ns, sicher nicht leicht zu ersetzen ist. Markgraf Pallavicini, der Aehrenthals Urlaubsvettretung übernimmt, ist Parkett-Diplomat bester Schule, hat an her Newa glänzende Verbindungen, und verfügt über mancherlei achtenswette Talente. Die »starke Hand" ober, die Lexa von Aehrenthal eigen ist, wird man bei ihm vergebens suchen, und es bleibt abzuwarten, ob die Donau-Monarchie der rücksichtslosen und zielklaren Energie eines Aehrenthal zugunsten her mildern Salon-Politik des am Bosporus geschäftigen Markgrafen wird entraten tön« nen, wenn her Steuermann im letzten Balkan getoirr, Graf Lexa Aehrenthal von her Bühne Abtritt: Das Opfer einer Fürsten- fahrt.. ! . **
8m Sturm auf See.
(Telegraphische Meldung.) Kopenhagen, 2. März.
Bei Harem, ruhigem Wetter war die ganze Fischereiflotte von Stage», bestehend aus etwa hundertzwanzig Motorbooten, auf8 Meer hinausgefahren. Gegen Mittag brach plötzlich mit großer Heftigkeit ein SÄ nee- sturm los, worauf die Fischereiflottille in größter Eile vettnchte, den Hafen z» erreichen. Etwa hundert Booten gelang dies auch. Fünfundzwanzig Booten mit insgesamt neunzig Mann Besatzung war es indessen bei dem inzwischen immer stätter angewachsenen Sturm nicht mehr möglich, den Hafen zu erreichen. Die Boote wurden auf § Meer hinausgetrieben. Gegen neun Uhr abends traf die Nachricht ein. daß sie auf der westlichen Seite der Landzunge von Stagen gesichtet worden seien. Ta der Sturm inzwischen nach Westen übergesprungen war, wurden die Boote zum zweiten Male auf8 Meer hinausgetrieben. Tie neunzig Fischer befinden sich in höchster Lebensgefahr. Unter her Bevölkerung von Stagen herrscht die größte Besorgnis, da bis heute früh keinerlei Nachrichten über das Schickfal der aufs Meer Verschlagenen vorliegen, trotzdem Schiffe i auSgefanbt worden sind, um nach den Vertrie- I bene» zu suchen. Da der Sturm noch andauett.
ffiu Zweiwocherr-Kabiuett? (Eigene Drahtmeldung.)
PattS, 2. März.
Der Eindruck, den das neue Kabinett in radikal-sozialistischen Kreisen gemacht hat, ift ein wenig günstiger. Die Herren Pelle- tan und Thalamas vertrtten die Ansicht, daß die radikal-sozialistische Gruppe (die in der Kammer hundertfünfzig Mitglieder zähle) im neuen Kabinett keineswegs besser vertreten fei, wie im verflossenen Kabinett Bttand. Auch das wirtschaftliche Programm bcS neuen Ministeriums scheine im wesenttiche« nicht weiter nach links zu gehen, wie dasjenige des letzten Kabinetts. Die radflal-sozialistische Gruppe ist infolgedessen entschlossen, dem neuen Ministerium eine „Galgenfrist" zu gewahren. f Thalamas erflätte, dir Gruppe werd« die Stellung des neuen Kabinetts zur Eisen- bahnfrage ermatten und, falls über diese Frage nicht volle Genugtuung gegeben werde, einfach zur Opposition übergehen. ES ist demnach möglich, daß die Lebensdauer dey
Nummer 76* _
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