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1. Jahrgang

tzrsstsche MrnllMung

Caflrler Abrndzertung

Donnerstage den 2. März 1911

Fernsprecher 951 nnd 952.

Fernsprecher 951 nnd 952.

und Arbeitskraft berechnen.

-er-

Shdows rühmliche Stärke

zusammengesetzt sein.

Ein Adria-Drama.

Die adriatische Küste verwüstet! (Eigene Drahtmeldung.)

Mailand, 1. März.

Wohlwollen des Werkeltages geförderte Pflicht­arbeiter, den die Gunst der Verhältniffe aus der verborgnen Stille der Postkanzlei rasch emporhob, als im Reich die Zahl der Männer ich lichtete und der Typ des »Verlegenheits­ministers- zur vertrauten Erscheinung ward. Er war nie ein Pionier neuer Ideen, nie Stürmer und Dränger im Kampfe um Ideale und nie ein Rufer im Streit und Ringen der Geister; einer von den Stillen im Land, die ihr Werk ohne lärmend Geräusch vollbringen und durch peinliche Pflichterfüllung ersetzen, was ihnen am Radius des Jdeenkreises etwa mangelt. Daß Herr Sydow auf dem Stuhl des Handelsministers sich je in des Glückes Hochgenuß gefühlt hat, haben Kundige nie ge­wähnt, trotzdem er, als man ihn von der drückenden Bürde der Reichsfinanzsorgen er­löste, sicher Dankbarkeit empfunden hat. Es könnte also auch nicht befremden, wenn er nun, da Rheinbaben längst wieder am Rhein re­giert, sich nach einem stillern Ort, .fern von Madrid-, sehnen würde. Das Kabinett Beth- mann Hollweg würde durch seine Abwande­rung kaum erschüttert werden, und das West­falenland erhielte in dem auf zwei Minister­stühlen heimisch Gewordnen einen Oberpräst- denten, dessen Eigenart für die .gewissenhafte Pflege altbewährter Traditionen- bürgt. Denn die .Pflege der Tradition- war stets Herrn

Die .«afseler Neueste Nachrichten' erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abends. Der AbonnementSpreis beträgt monatlich 50 Pfg. bet freier Zu- fteHimg mS Haus. Druckerei, «erlag u. Redaktion: Schlachthofstraße 28/30. Berliner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Statt IV, 676.

ren. Von Geist und Wissen will ich hier gar nicht sprechen. Doktoren und Professoren sind keine Seltenheit. Der Offizier, der in seiner Heimat den Dienst quittiert bat, der Nnteroffi- zier, der wegen eines Vergehens das Kriegs­gericht fürchtet, der Soldat, der desertiert, Duel­lanten. die verfolgt, Kaufleute, die betrügeri­schen Bankerott gemacht haben, durchgegangene Defraudanten, heruntergekommene Individuen, Handwerker, die keine Beschäftigung finden können, Künstler, deren Kunst vergebens nach Brot geht, Mörder, die sich dem Arni der Ge rechtigkeit entziehen wollen, Leute, die auf Abenteuer ausgehen, balbwüchsiae Burschen, die

Das Scho von der Seine.

(Privat-Telegram m.)

Wie aus Paris berichtet wird, erörtern mehrere Blätter in scharfer Weise die Note der »Norddeutschen Allgemeinen Zeitung-, und die Aeußerungen verschiedener deutscher Blätter über die Fremdenlegion. Der .Temps" schreibt: Nach den alldeutschen Zeitungen ist es nunmehr das halbamtliche Organ der kaiserli­chen Regierung, das sich diesen unziemliche« Angriff erlaubt. Ohne lange bei der Prüfung der Beweggründe zu verweile«, halten wir da­für, daß die gesamte Presse und öffentliche Meinung Frankreichs darauf mit einem ent­schiedenen Einspruch antworten muß, und wir fügen hinzu, daß man durch derartige ungerechtfertigte Angriff zwischen unserm Nach­bar und uns einen dauernden und schwe­ren moralische« Zwist herbeizuführen droht. Das Blatt bespricht sodann die in der Fremdenlegion vorgekommenen Desertionen und behauptet unter anderem, daß diese Desertionen durch regelrechte deuffche Agenturen und seiner. Zeit auch durch das deutsche Konsulat in Melil-, la gefördert worden seien. Schließlich meint der .Temps-, die .Norddeutsche Allgemein« Zeitung könne versichert sein, daß weder ihr« Kritik, noch die Drohungen der deuffche« Presse in Frankreich irgendwelchen Eindruck macken würden. In ähnlichem Sinne wie derTemps" äußert sich auch die übrige Press«.

Snferttonäpretfe: Die fedjSyefpaUene Zeile für einheimische GeschäftelLM» für auswärtige Inserate 25 SJf; Reklantezeile für einheimische Ge­schäfte 40 Pf, für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Sölntsche Straße 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV. 876.

Eine Flntwelle hat gestern de« größ­ten Teil der adriatischen Küste verwüstet; zahlreiche Fischerbote sind gesunken, viele andere konnten nur mit großer Mühe die Häsen von Bari und Ancona auffnchen. Ganz beson­ders in V e n e d i g hat der Sturm großen Scha- den angerichtek. Es wird noch berichtet, daß über veffchiedene Telle Italiens im Lause des gestrigen Tages heftige Gewitter niedergaugcn ind, die teilweise ebenfalls schwere Schäden und zahlreiche Ungwcksfälle verursachten. Infolge des Sturms, der seit Sonntag andauert, stockt die Schiffahrt gänzlich, und ein« ganze Reihe von kleinere« Fahrzeugen, die sich während der Zell des Sturmes auf See be­fanden, wird als vermißt gemeldet. Bisher vor- lautet, daß nnr vereinzelte Menscheu- leben z« Schade« gekommen sind.

rett, die angebotenen Portefeuilles des Krieges und der Marine zu übernehmen. Später nnter- hielt sich Monis mit Delraffs und Berteaux über die Richtlinien des der Kammer vorzulegcnden Programms. Das Portefeuille der öffentlichen Arbeiten, das sich durch die in Angriff genom­mene Reformierung des Effenbahndienstes bc- onders schwierig gestaltet hat, soll von Monis dem ehemaligen Minister Millerand angeboten werden, während das Finanzportcfeuillc Eaillaux übertragen werden soll, falls dieser den Wunsch hat. Monis will ferner definitiv das Mi­nisterium des Auswärtige« Poincars anbieten. Um 1 Uhr mittags erklärte Monis, als er die Wohnung Delcaff^s verließ:Meine Herren, ich kann Ihnen nur das eine sagen, ich habe die formelle Zusage von Berteaux wegen Ueber- nahme des Krieges und vo« DelcassS ftir das Marineministerium erhalten. Ich habe die feste Hoffnung, zu einem glücklichen und schnellen Ende zu kommen". Berteaux, der «och optimi­stischer gestimmt war, fügte Hinz«:Die Kom­bination ist nahezu fertig, das neue Mini­sterium wird sich schon am Montag vor der Kammer präsentieren kön­nen. Das ist meine absolute Ueberzengung!"

teuer« träumen, Leute, die für Frankreich schwärmen, ufw. strömen in die Fremdenleaion.

Die deuffchfeindlichcn Elemente in Elsaß- Lothringen. Luxemburg und Belgien agitieren für die Fremdenlegion, über die man übrigens in Frankreich noch schlechter unterrichtet ist als sonst wo. Selbst die Offiziere in Frankreich baden von den dortigen Verhältnissen nicht die leiseste Ahnung. Die Franzosen schwärmen für die Fremdenlegion und singen deren Lob einen: Ausländer gegenüber in allen Tonarten. Hat der Ausländer dann noch keine Lust, so wird ibm solange zugeredet, bis er endlich in einer weinseligen Stimmung unterzeichnet und ein Todeskandidat ist meßt. Die entschlichen Stra­pazen, Qualen, Strafen und Laster, denen der Fremdenlegionär ausgesetzt ist. lassen sich in einem kurzen Bericht nicht schildern. Aber man kann jederzeit öffenllich damit aufwartcn, uud^wcr-die^Lerhältmsse kennte muß das

I F. EL.

Paris, 1. März.

Ministerpräsident Monis hatte soeben nochmals eine Unterredung mit DelcassS uud Berteaux. Di«, beiden Herren erklärten .sich.be-

Sydow KrStkes Erbe?

(Telegramm unseres Korrespondenten.)

Berlin, 1. März.

Die Meldung über den bevorstehenden Rücktritt des preußischen Handelsmi­nisters Sydow wird mir auf Grund zuver­lässiger Informationen an unterrichteter Stelle nochmals bestätigt, mit dem Hinzufügen, daß der Wechsel im Handelsministerium schon für die allernächste Zeit bevorstehe. Herr Sydow ühlt sich aus dem Posten des Handelsministers ebensowenig behaglich, wie vordem als Reichs­chatzsekretär. Richtig ist auch» daß Herr Dr. Sydow gern bereit wäre, das Staats- ekretariat des Reichspostamts zu übernehmen. Zur Verwirklichung dieser Ab- icht bedarf es aber der Voraussetzung, daß der Posten des Staatssekretärs des Reichspostamts frei wird. Dies ist aber bisher nicht der Fall, wenigstens verlautet i« unterrichteten Kreisen nichts davon, daß Herr Kraetke die Absicht hätte, von seinem Poste« zurücktreten. Die Meldung, daß das Revirement bereitsso gut wie erledigt" fei, ist deshalb mit einiger Vor­sicht auszunehmen.

Feierabend in Frieden zu verträumen. Be­reits zur Sommerzeit, als über Nacht Valen- tini zum großen Ministersterben rüstete, ver­lautete, auch Herr Sydow werde der Minister­stube drückenden Staub von den Schuhen schüt­teln und unter friedlicherm Himmelsstrich Hüt­ten bauen. In ihm lauerte zwar keine Gefahr für die Eintracht des Kabinetts, ihn stachelte kein RÜeinbaben'scher Ehrgeiz und ihn belastete auch nicht die »passive Resistenz- eines Molllc; dennoch wäre es dem Kanzler in jenen Tagen des Großreinemachens erwünscht gewesen, wenn auch der Minister des Handels und Ge­werbes, vom Gespenst der »Homogenität- er­schreckt, von dannen gezogen wäre.. Herr Sydow blieb indessen, tat auch unterm neuen Kurs seine Pflicht, wie's sich gebührt und galt unterdessen sogar (da die Gewerberegierung mit dem politischen Tageskurs nicht so unmit­telbar zusammenhängt wie die übrigen Re sorts) als eine der festesten Stützen der Beth- mann Hollweg-Aera. Bis nun, kaum daß der tote Oberpräsident bestattet, der Minister für Handel und Gewerbe als Kandidat für die westfälische Provinz-Regierung auf der Bt'd- fläche erscheint.

Noch kein Greis, unverbraucht noch an sorglich geschonter Kraft und Lebensenergic, präsenttert sich Herr Sydow nicht als lächelnd Sonntagsttnd des Glücks (wie Bülow), auch nicht als straff besaiteter Tatmensch (wie LLbeinbabem. sondern als der.vom solide«

Sie Hölle der Fremdenlegion,

Verlorene Söhne des Vaterlandes.

(Von unserem Korrespondenten.)

Das Thema der Fremdenlegion ist wieder einmal aktuell geworden durch die Ausführun­gen des preußischen Kriegsministers im Reichs­tag und den Widerhall, den seine Worte in Frankreich gefunden haben. Jetzt veröffenllicht (wie uns aus Berlin geschrieben wird) ein ehemaliger Offizier der Fremden­legion, ein deutscher Adliger, folgende Mitteilungen über diese: Die Fremdenlegion ist heute noch genau so wie feit Jahrzehnten für Deutschlands Söhne ein Mas­sengrab. Sie ist im wahren Sinne des Wortes eine Löwengrube, in die zwar viele Fußtapfen hinein, aber nur wenige herausfüh- ren. Deutsches Blut ist es, mit dem Frankreich seine Kolonien erobert hat, deuffches Blut ist es, mit dem es seinen Besitz erhält und unausge­setzt seine Kolonialmacht erweitert. Tausende von Deuffchen leben in der Fremdenlegion und schleppen dort unter den traurigsten Verhält­nissen ihr Leben dahin. Kein Halbwegs be­kannter Ort ist im Deuffchen Reiche, aus dem selbst, oder aus dessen nächster Nähe nicht Sol­daten der Fremdenlegion stammen. Ein Herr, der einst meine Kaserne besichttgte, sagte: Wenn man nicht die Uniformen sähe, tonnte man glauben, man sei in einer deutschen Kaserne-. Und diese Leute schlagen sich, wenn es zu Kämpfen kommt, mit größter Bra­vour.

Einer der tüchtigsten Offiziere Frankreichs, der General Nögrier, sprach die klassischen Worte:MU einem Regiment Franzosen wage ick mich kaum zwei halbe Meilen von der Stadt zu entfernen, mit einer Kompagnie der Legion gehe ich durch ganz Tonkin-. Die Fremden­legion raubt Deutschland jährlich rund 4000 Mann. In 10 Jahren also soviel, wie der ganze deutsch-sranzösische Krieg an Menschen­opfern gekostet hat. Es sind mefftens gesunde, kräftige Leute im besten Alter. Welche Fülle von Arbeitskräften gebt Deuffchland hier verlo-

Schrecklichste ehrlicherweise bestätigen. Daß Verbrechen, Versäumnis und Schuld durch die ganze Legion bis zu den obersten Spitzen rei­chen, daß niemand zur Rechenschaft gezogen wird, weil diejenigen, die zu urteilen haben, selbst schuldig sind, dasür trägt die französische Regierung einzig und allein seit Jahren die Verantwortung. Der Prozentsatz der Zurüü- kehrenden ist so gering, daß wir ihn gar nicht in Betracht zu ziehen brauchen. Ein Sozial­ökonom möge nun den fortlaufenden Verlust Deutschlands an Kapital

Fallende »Mer?

Handelsminister Sydow berlinmüde!

In den Wandelgängen der preußischen Landstube war in diesen Tagen zu erlauschen, daß Exzellenz Sydow, der Minister für Handel und Gewerbe, sich mit dem Gedanken trage, der Handelsgewerbe-Regierung Valet zu sagen und im friedlichen Westfalenland des toten von der Recke Erbe anzutteten. Herr Sydow war zwar am Dienstag noch am Re- gierungsttsch im Parlament zu sehen, und aus der muntern Art, wie er sich - dort mit Freund und Nachbar unterhielt, wollen hell­hörige Zeichendeuter schließen dürfen, daß der Herr Handelsminister fester als je im Regie­rungssattel sitze, von der Sonne der Kabi­netts-Homogenität hell bestrahlt werde und sicher nicht daran denke, das warme Plätzchen an der Sonne mit dem Exil im düstern Mün- sterland zu vertauschen. Als ob Minister, die die Erlösung von schwerer Bürde nahe sehen, den Drang spüren müßten, Asche aufs Haupt zu streuen und im Parlaments-Gewimmel die Freunde durch der Leichenbittermiene Blässe zu ängstigen. Derlange Möller- (weiland Shdows mannigfach bewährter Kollege) sprach aus Herzensgrund ein aufrichffgGott sei Dank-, als ihm Lucanus (der damals noch als der Geist des Unheils über den Wassern schwebte) das blaue Feierabendbriefchen in's Haus trug. Und auch wer Herrn Sydow werktättg in der Nähe sah, mag nicht glauben, daß die Fahrt ins Land der roten Erde ihm alsWeg zum Unheil- das Herz bedrücken würde.

Als man vor Jahren den Gehilfen des Reichs-Postmeisters Krätte zum Säckelmeister des Reiches berief, damit er des alten Stengel vergreistes Werk mit frischer Jugendkraft be­fruchte, da wußte man von Herrn Sydow nicht viel mehr, als daß er als Sammler interessan­ter Post- und andrer Marken sich in Liebha- berfteisen eines gesicherten Renomees erfreue und außerdem dem Reichspostmuseum mit un- besttittenem Erfolg sorgliche Aufmerffamkeit widme. Man war deshalb einigermaßen überrascht, daß gerade diesen, im Reichspostwa­gen erst gelind erprobten Schultern die schwere Bürde des Stengel-Erbes aufgeladen ward, und die Praxis erwies denn auch schnell, daß der Griff kein glücklicher, war: Als Reichs­schatzsekretär hat Herr Sydow kein einzig Lor­beerreis «erntet und mehr als einmal hörte man im WallothauS spitzige Reden überdas Stenglein im Wiesengrund-, dem des Tages Last und Hitze verderblich zu werden drohe, *6ne daß der also Apostrophierte Schwung und Lust zur Attacke spürte, sodaß man, als beim Begräbnis des Bülow-Blocks die große Ministerverpflanzung statffand, erlöst aufat­mete, da man Herrn Sydow im sichern Port der Handels- und Gewerberegierung gebor­gen fah.

Als Handels- und Gewerbeminister hat der kn Krätkes Schule rasch Emporgestiegne schätz­bare Arbeit zu leisten vermocht und man sähe auch keinen Anlaß, der Herrn Sydow das Da­sein der Gewerbe-Exzellenz verbittern könnte, wenn nicht der Minister selbst den Wunsch veffpürte, gelegentlich in dieStille der Pro­vinz- sich zurückzuziehen und des Daseins

Deleasses Rückkehr.

(Eigene Drahtmeldung)

Sas Kabinett Monis.

Frankreichs neuer Ministerpräsident. (Telegraphische Meldungen.) Aus Paris wird uns depeschiert: Fie Frage der Nachfolgerschaft Briands, die Herrn Fallisres schon große Schwierigkeiten zu berei­ten drohte, ist nunmehr glücklich ge­löst worden. Gestern nachmittag batte der Präsident der Republik eine längere Unterre­dung mit dem Senator Monis, den et be­auftragte, »as neue Kabinett zu bil­den. Monis erklärte anfangs, er müsse eine Bedenkzeit haben, um sich zu vergewissern, ob es ihm gelingen werde, ein neues Kabinett zu bilden. Heute vormittag hat er Herr« FalliS- res die Antwort zügehen lassen, daß er bereit sei, das Ministerpräsidium zu übernehmen:

Monis hat sich entschlossen, neben dem Präsidium das Ministerium des Innern zu übernehmen. Er konferierte mit Berteaux, der sich um den Posten des Kriegsministers zu bewerbe« scheint, und mit DelcassS, dem er die Uebernahme des Marineministe­riums antrug. Das Portefeuille des Aenßern

wird er Ribot oder PoincarS anbieten. ______________________ _____________

In den gestrigen späten Abendstunden zir- in phantastischer veberspannthett von Abcn- kulierte ferner eine ergänzende Ministetliste, die als zuverlässig gilt und sich wie folgt zusam­mensetzt: Cruppi Justiz, Messiny Kolo­nien, Senator Gauthier Finanzen, Couy- b a Unterricht, D r o n Handel, S a r r a n t Ackerbau, Eaillaux öffentliche Arbeiten, Goudard Arbeitminister und Bonconrt Schöne Künste. Die Liste scheint ziemlich fest­stehend zu sein. Mit Ausnahme von Ribot wird das Ministerium ganz aus Radikalen

Prinzessin Klothilde.

Traurig ihr Ende, traurig ihr Leben." (Von unserm Korrespondenten.)

Rom, 27. Februar.

Prinzessin Klothilde, die Mutter des Prinzen Viktor Napoleon, der soeben die Prin­zessin Klementine von Belgien geheiratet hat, sieht im Schlosse zu Moncalieri einem längs«, men Tode entgegen. Traurig, wie ihr Ende sein wird, war auch ihr ganzes Leben. Rur kurze Zeit spielte sie durch ihren Geist und ihre Schönheit zur Zeit des zweiten Kaiserreichs in den Tuilerien eine Rolle. Als Tochter Viktor Emanuels EL und der österreichischen Erzher­zogin Marie Adelaide geboren, wurde sie, kaum sechzehn Jahre alt, mit dem Prinzen JSrHme Napoleon, dem Sohne des

ehemaligen Königs von Westfale« und Gliedcousin Napoleons III., verheiratek. Im Februar 1859, also wenige Tage nach ihrer Hochzeit (die in Turin, der Vaterstadt der Prin­zessin, stattgefunden hatte) kamen die jungen Gatten in Paris an. Man hatte es an nichts fehlen lassen, um der Vorstellungszeremonie in den Tuilerien einen großartigen Glan; zu ge­ben. Die Prinzessin Mathilde, die Schwester des Prinzen JSröme NapolSon, hatteIhre Hoheiten" am Bahnhof von Fontainebleau er­wartet. An der Bahnhosstreppe empfing das Paar der Kaiser, umgeben von einem zahl­reichen und alänienben @eiolae.:unb die Agise»