Nummer 74. , 1. Jahrgang.
ClOlerAkMe jliid) ridjten
Caflrlrr flbmd;ritung
Die .Taffeier Neueste Nachrichten' erscheinen wöchentlich sechsmal und zwar abends. Der Abonnementspreis beträgt monatlich M Pfg. bei freier Zu- stelkung insHauS. Truäerei. Verlag u. Redaktion- Schlachthofstraße 28/30. Berliner Vertretung; SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Auch IV. 676.
hrWchr jpbmö}ritung
gnsertionSpreis«: Die sechsgespaltene Zeile für einheimisch« GeschäfteIL Vf. für auswärtige Jnferate L M; ReklameMe für einhetmtsch« Geschäfte 40 Pf, für auswärtige 60 Pf. Geschäftsstelle: Kölnische Straß« 5. Berliner Vertretung: SW, Friedrichstraße 16, Telephon: Amt IV, 678.
Mittwoch, den 1. Marz 1911
Fernsprecher 951 und 952.
Fernsprecher 951 und 952.
E3
Sm bauten Rock.
Bier Tage Militäretat-Kritik.
Statt Karl von Einems schneidiger Ka- valleristengestalt sitzt sei vier Tagen Exzellenz von Heeringen, der Kriegsminister im Bart, am Tisch des Bundesrats, während im Reichshaus die ätzende Lauge der Kritik aus den Armee-Etat niederträufelt. Jahr um Jahr dasselbe Bild, derselbe Groll und das gleiche Mühen, den Sturm zu sünstigen. Herr von Einem, den man den Rotmaler nannte, tats „mit schnarrender Kommando stimme", deren mc- tallner Klang indessen keine Schroffheit barg; Herr von Heeringen versuchts mit hellerm Ton, und erlebt die Freude, daß die Stirnen sich glätten und das Opfer der neuen Heeresvorlagc ohne Zögern gebracht wird. Die Zeiten haben sich geändert, und selbst da, wo früher der Groll kochte, ist Man milder geworden und nippt zuweilen verstohlen an der „Milch der frommen Denkungsart", die Karl von Einem nie das Dasein versüßt hat. Dabei ist imgrunde doch alles beim alten geblieben: Der Kriegsminifter ist immer noch „nur Dekoration"; der „Moloch Militarismus" fordert immer noch Opfer; der „Paradeglanz" beunruhigt immer sioch das Gewissen der Tribunen und „das Militärkabinett herrscht (nach wie vor) unumschränkt". Das alles sind Dinge, die nicht zum erstenmal erörtert werden, die seit Jahren auf dem Repertoire der Militätetat-Debatte stehen und die auch dem Nachfolger Einems als traditionelle Hausratstücke der Kritik nicht erspart geblieben sind.
Man hat in den letzten Tagen indessen man- lei vernommen, das auf Morgendämmern schließen läßt, und wenn auch der Mann am Regierungstisch nicht auf einen Hieb all das Nebel beseitigen kann, das angeblich der Organisation des Reichsheers anhaftet, so merkt man doch, daß der Wille da ist, Reformarbeit ;u leisten und begründetem Verlangen Rechnung zu tragen. Fürs Erste: Die Soldaten- Mißhandlungen, das unersreulichste und düsterste Kapital der Militär-Etat-Kritik, und die unerschöpfliche Fundgrube der Herr-Geg- ner Der Kriegsminifter war in der glücklichen Lage, mitteilen zu können, das ausweislich der Statistik auch im letzten Jahr die Zisier der Mißhandlungssälle einen erfreulichen Rückgang aufweist, und daß Vorsorge getroffen ist, auch in der Folgezeit die Mißhandlungsverge- hen weiter einzuschränken. Die Statsstik der Kriegsgerichts-Urteile ist zwar eine etwa dürftige Unterlage für den Beweis dieser Hoff- nungsmöglichkeit (weil sie nicht die tatsächlich begangnen, sondern nur dte zur Kenntnis des Gerichts gelangten MißhandlungS-' fälle registriert), immerhin sind die Ziffern des letzten Jahres erfreulicher als die der Vorjahre, und man darf daraus günstigere Schlüsse ziehen.
Ferner: Das uralte und ewig neue Thema der Offiziers-Ehre. Früher wurde die Existenz dieses speziellen Ehrenmaßes einfach bestritten, und die Erfahrung des Alltags brachte dann die veinliche Korrektur. Herr von Hoc- ringen hat (nicht ohne dialektisches Geschick) zum erstenmal eine Definition des Begriffs versucht und damit dem „Schemen" greifbare und inhaltreiche Form gegeben. Der Kriegsminister sieht in der Offiziers-Ehre die Erfüllung der Forderung, daß auf dem Namen des Uniformträgers auch nicht der leiseste Schatten des Bescholtenseins ruhe, und daß all das aus des Heeres Reiben ausgemerzt werde, das auch nur den Hauck der Schuld merkbar werden lasse. Die Form der Definition ist klug und prägnant, und an ihrer Schärfe splittert selbst das Argument, daß der Offizier mit dem Rock das „Bußkleid der Unfreiheit" anziehe und die „Pflicht der Hörigkeit ' übernehme. Ein Stand, dessen Tadelfreiheit die Voraussetzung seiner Privilegien ist, muß naturnotwendig in der Forderung persönlicher Ehrenhaftigkeit von den ihm Angehörenden weitreichendste Pflichterfül- lnng heischen, und wenn der Bogen dieser Forderung zuweilen in Verkennung des Zwecks der Erfüllung überspannt wird, so erscheint das weniger bedenklich, als wenn die Grenzen des „Spielraums der Individualität" zu w e i t gezogen sein würden. In dem von He rn von heeringen präzisierten militärischen Ehrbegriff darf man jedenfalls eine der Eigenart des Wehrstands angepaßre und den Traditionen des deutschen Heeres in würdiger Forin Rechnung tragende Forderung erblicken, deren Erfüllung im Interesse des Osfiziersstands selbst unerläßlich erscheint.
Sodann: Blaues und rotes Blut' Daß im Heer der Adel Vorzugsrechte genießt, die dem Bü^ulichen nickt erreichbar sind. Lat
der Kriegsminister mit merklichem Nachdruck bestritten, und die Beweise der Statistik konnten seinen Protest stützen. Die Existenz sogenannter „feudaler" Offizierkorps hat allerdings auch Herr von Heeringen nicht leugnen können, aber er macht dafür nicht etwa das S h st e m, sondern den Brauch und die Tradition verantwortlich, die es manchem Regimentskommandeur als Pflichtgebot erscheinen lasse, sein Offizierkorps tunlichst aus Angehörigen des Adels zu ergänzen. Der Kriegsminister hat indessen erläuternd bemerkt, daß er diesen Brauch mißbillige, und daß auch unterdessen ein Abweichen von dem bisher geschrittenen Wege erkennbar werde, da eine auf solcher Basis aufgebaute „Exklusivität" dem militärischen Grundprinzip widerstrebe und bei den verantwortlichen Stellen keine Sympathie sinde. Einen hellen Lichtstrahl konnte Herr von Heeringen in die Debatte werfen, als er die Ziffern der Ge- neralstabs-Ergänzung als Maßstab adliger und bürgerlicher Wertung im Heer dem Parlament vor's Auge hielt. Diese Ziffer ist allerdings ein Gegenbeweis gegenüber der Behauptung von der Bevorzugung des Adels, denn sie stellt fest, daß sich die Ergänzung des Generalstab I und andrer bevorzugter Stellen zu acht Prozent aus dem Adel, zu vierzig Prozent aber aus dem bürgerlichen Element rekrutiert. Nun hat eine Beweisführung dieser Art zwar immer nur relativen Wert, indem an sich schon das bürgerliche Elenient das adlige überwiegt, indessen darf die Tatsache doch als wertvoll gelten, denn sie bezeugt einen Fortschritt, der vor noch nicht langer Zeit einfach undenkbar gen esen wäre.
Rechnet man alles zusammen: Soll und Haben, Mängel und Vorzüge, Theorie und Praxis, dann erscheint das Resultat nicht ungünstig, und Herr von Heeringen darf sich sagen, daß er, die „kriegsministerielle Dekoration", doch manches erfreulicher zn gestalten vermocht hat, als es noch zu des Vorgängers Zeiten denkbar war. Das deutsche Reichsheer, die machtvollste Institution des Kontinents, befindet sich offenbar auch hinsichtlich der inneren Organisation in einem Uebcrgangs- st a d i u m, und daß dieser Entwicklungsprozeß nicht in hastigem Tempo übereilt werden darf, erscheint angesichts der bewegenden Kräfte und inanbetracht des Riesenkörpers, den die Entwicklung mählig umformt, als natürliches Not-
Aristide Rriandr Ende.
Die französische Kabinettskrise in der Schwebe.
(Eigene Drahtmeldungen.) •
Ministerpräsident Briand hat gestern nachmittag dem Beschluß des Gesamtkabinetts entsprechend, dem Präsidenten der Revublik die Demissiondes Kabinetts offiziell' angezeigt. In dem Brief, der die Demission anzeigt, führt Briand aus, daß die Politik der Regierung von Anfang an die Zustimmung der republikanischen Mehrheit hatte, daß sich aber diese Mehrheit seitdem in zwei Teile getrennt habe, von denen der kleinere von einer durck Jntriguen genährten Verdächtigung der Regierungspolitik zu systematischer Feindseligkeit nbergegangen sei. Diese Opposition habe eine persönliche, gegen den Ministerpräsidenten gerichtete Spitze und schaffe unentwirrbare Schwierigkeiten, die eine gedeihliche Wei- tcrführung der Regierungsgeschäfte zur Unmöglichkeit mache. Der Ministerrat, in dem dieser Brief überreicht wurde, war sehr bewegt. Der Präsident der Republik bat die Minister, noch bis zur Ernennung des neuen Kabinetts die Geschäfte weiter fortzufübrcn. Zu- augenblicklichen Lage gehen uns noch folgende Drahtnachrichten zu:
•
Noch keine Entscheidung!
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 28. Februar.
Außer den Präsidenten der Kammer «nd des Senats empfing Präsident Falliöres am gestrigen Spätnachmittage auch den ehemaligen Kabinettschcf Briand. Briand wies in seiner Unterredung mit dem Präsidenten darauf hin, daß das Programm seines Kabinetts von der Kammer gebilligt worden sei, und daß daher dieses Programm auch von der neue« Rcgie- rusig befolgt werden müsse. Briand befürwortete alsdann die Berufung eines sei- nerKollegen zum Kabinettchef und wies auf P i ch o n und Dupuy hin, die sich beide zum Kabinettchef eignen würden. Präsident Falliöres zog sich um sieben Uhr abends in seine Gemächer zurück, ohne irgend einen Beschluß zu treffen; ein solcher wird erst heute Nachmittag erwartet. Es wird von verschiedenen Seiten versichert, daß Präsident FaNiöres durchaus der Ansicht
dahin waren etwa hundert Verhaftun» gen vorgenommen worden, von denen ; w ö l s aufrecht erhalten worden sind,
Krise« überall!
(Privat-Telegram m.)
Depeschen aus Athen zufolge haben die beiden Mitglieder des Exekutivkomitees, Ange lokis und Plumidakis, die der Oppo« sitionspartei angehören, der kretischen Kammer ihren Rücktritt angezeigt Möglicherweise zieht dieser Schritt die Demissiondes gesamten griechischen Kabinetts nach sich. Die Opposition und die öffentliche Meinung wirft der Regierungspattei vor, daß sie nicht die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz der Insel ergreise und Kreta gegenüber ihre Pflichten vernachlässige. Die Entscheidung Wird im Lauf des morgigen Tages erwattet.
Die Brillanten von Deutsch' Südwest? Reue Diamantcnfunde in Deutsch-Afrika. (Telegraphische Meldungen.) Depeschen aus Swakopmund zufolge sind auf der Burenfarm A m e l j e, etwa vierzig Kilometer von Gibeon entfernt, neueDiaman- tenfunde gemacht worden. Man fand dort, in Blaugrund eingebettet, einen dreikaräti- gen Diamanten, und von fachmännischer Seite wird angenommen, baf es sich nicht uni vereinzeltes Vorkommen handelt. Die kurze Nachricht kann möglicherweise von großer Tragweite für unsere südwestafrikanische Kolonie werden, denn bisher waren ja nur verstreut im Wüstensande vorkommende Diamanten gefunden worden, und alles Suchen nach den ursprünglichen Lagerstätten, den sogenannte« „Pipes", war, vergebens. Bei der Generalversammlung det De Beers-Gesellschaft zu Kimberley hatte erst vor kurzem der Direktor» Mr, Francis Oats, gesagt, die südwestafrikanische Produktion sei insofern der kapländischen nicht schädlich, weil unsere Steine nicht nur klein seien und (ganz anders geartet) einen besonderen Markt hätten, sondern diese Produktion auch in absehbarer Zeit aufhören werde. Nun soll eine Diamanten haltende Stelle von Blaugrund gefunden worden sein, die in ganz Südafrika die Lagerschicht der Diamanten darstellt.
Wendigkeitsgebot. Es kann im Heer nicht zwischen Abend und Morgen mit Traditionen und Errungenschaften gebrochen werden, die sich in jahrzehntelanger Praxis als nützlich und zweck- sicher bewährt haben und auf denen zum Teil auch die Kraft unsrer militättschen Organisation beruht. Die Entwicklung vollzieht sich allmählich, aber sichtbar, und es darf auch gesagt werden, daß die verantwortlichen Stellen im Reich bemüht sind, sie nach Tunlichkeit zu fordern. Daß da, wo viel Licht strahlt, auch der Schatten sich zeigt, kann nicht ausbleiben, aber dieser Schatten wird auch erft dann Weichen, wenn der Entwicklungsprozeß, den zur Zeit unsre militärische Organisation durchmacht, zum Abschluß gelangt und Herr von Heeringen in der Lage sein wird, nicht nur mit dialektischer Schärfe, sondern auch mit überzeugenden Beweisen „sein System" zu verteidigen.
F. H.
Das Drama eines Unglücklichen.
Frau und Kind erschossen, sich selbst erhängt! (Telegramm unseres Korrespondenten.)
Posen, 28. Februar.
In Reisen bei Liffa hat sich in der letz ten Nacht ein entsetzlich es Familien- drama abgespielt. Der vor einem Monat ans Berlin zugezogene vierunddreißigjährige Tischler I o s e f F i r y t, der an Kehlkopf- und Lungenschwindsucht litt, hat aus Verzweiflung über sein unheilbares Leiden zunächst feine Ehefrau, darauf sein dreijähriges einziges Kind erschossen und dann Selbstmord durch Erhängen verübt. In einem hinterlassenen Briefe gibt Firt als Grund zu der Tat sein unheilbares Leiden an und den Umland, daß er seine kränkliche Frau mit deni Kind nicht habe der Not und dem Elend preisgeben Wellen. Der Gedanke, daß nach seinem Tode, den er nahen fühle, seine Familie hungernd und hilflos in der Welt stehen werde, treibe ihn zum Wahnsinn und er könne nicht anders, als zusammen mit seinen Lieben aus dem Leben scheidim. Die Tatumstände lassen übrigens darauf schließen, daß Firyt im Einverständnis mit seiner Frau gehandelt hat, worauf auch verschiedene hinterlassene Schrillstücke bindeute«.
Briands sei.
*
An Senator Briands Abe?
(Eigene Drahtmeldung.)
Paris, 28. Februar.
In einer Unterredung, die Briand gestern spätabends noch mit Präsident FallisreS hatte, prüften beide die Namen derjenigen politischen Persönlichkeiten, die als Nachfolger Briands in Betracht kommen könne». Auf Grund der Unterredung ist es wahrscheinlich, daß Präsident Falliörcs einen Senator mit der N e u b i l dung des Kabinetts beauftragen werde. Falliöres ist nämlich der Ansicht, daß es einem Mitglied des Senats leichter gelingen werde, die Einigkeit unter den republikanischen Gritppen herbeizuführen. Briand hat ganz besonders darauf bestanden, daß das Reform- programm des Kabinetts unangetastet bleibe, da es bei jeder Gelegenheit die Billigung der Republikaner und des Senats erhalten habe.
Politik im Theater.
(Eigene Drahtmeldung.) Paris, 28. Februar.
Die Kundgebungen gegen die Aufführungen des Brrnsteinschen Stücks „Aprös m o i s" (über die wir bereits telegraphisch berichtet haben) wiederholten sich auch gestern Abend sowohl vor wie nach der Vorstellung. Eine große Anzahl Kundgeber besetzten den Platz vor der Eomedie srancaise, sowie die umliegenden Straßen und brachten fottye- setzt Schmährufe auf die Juden und sonstige Schimpfwort? aus. Auch der Ruf: ..Fahnenflüchtiger!" wurde mehrmals vernommen. Gegen zehn Uhr abends drang eine Gruppe Kundaebe:' bis in den Zuschauer r a u m ein. Unter den Demonstranten befand sich auch der bekannte Sozialist Pou- j o. Inzwischen hatten sich auch im Innern mehrere Zwischenfälle zugetragen. Bis zur Beendigung des efftcn Aufzugs waren bereits sieben Verhaftungen vorgenommen. Die Verhafteten hatten fortgesetzt die Vorstellung durch Zwischenruse gestört. Die ^Demonstration dauerte bis ein Uhr nachts; bis
Die Diamantenfarm.
Afrikanische Brillanten-Sagen.
Die Farm „Amelje", in deren Bodenbereich die Diamanten gefunden wurden, gehört einem Buren Fred Smit, dem Sohne des alten Klaas Smit, dem Eigentümer der Farm „Dautschas", von der die Farm „Amalje" abgetrennt worden ist. Sie liegt in unmittelbarer Nähe der neuen Nord-Südbahn in einem Seitentale des großen Fischflusses am sogenannten „Weißrand", wo noch andere Mitglieder der Familie Smit ansässig sind. Aus diesem Grunde ist auch der Meldung gegenüber einige Vorsicht geboten. Die Nachricht würde aber das Rätsel lösen, das eine alte Hottentottensage gibt, nach der (lange bevor die ersten Missionare nach Südwest kamen) vier Weiße mit Eselwagen mtb allerlei sonstigem unbekannten Gerät in Gei-Gami, dem heutigen Gibeon, eintrafen und Furcht und Schrecken erregten. Sie gruben nach Diamanten, und als der Kapitän des damals bei Gibeon hausenden Hottentottenstammes die glitzernden Steinchen sah, beschloß er, die Weißen zu vernichten, um sich allein in den Besitz der Steinchen zu setzen, die ihm als Handelsobjekte dienten. Er sprengte die in der Grube befindlichen Weißen und seine eigenen, als Arbeiter verdingten Stammesgenoflen in die Lust, fand dabei abe- selbst den Tod. Nahezu der ganze Stamm wurde so vernichtet, doch blieben noch Diamanten im Besitz der Neberle- benden.
Vor nahezu einem halben Jahrhundert wurden von einem englischen Händler, der damals die Kalahari durchzog, Diamanten in der Nähe der heutigen dcuffcken Kolonie von Hottentotten zum Kaufe angeboten. Verge- bends snchtd der Monn (dessen Name erst kürzlich wieder die Runde durck die südafrikanische Presse machtet zu ermitteln, wie die Hottentotten in den Besitz der Steine gekommen seien. Weit weg von der heutigen deutschen Grenze konnten die Fundstellen nach den ihm gewordenen Andeutungen nicht liegen und das würde sich vollkommen mit der Lage der Farm „Amalie" decken. Eecil Rhodes hat später auf die Angaben dieses Mannes bin, die bekannte Erve» dition ausgerüstet, eine Erfolg batte diese aber so wenig, wie die „Gibeon Schürf gesellschast", die erst vor etwa Jahresfttst ihre Arbeiten einstellte. Bei aller gebotenen Vorsicht darf man also Weiteren verläßlichen Nachrichten in mehr- facher Hinsicht mit größtem Interesse entgegen- sehen, denn daß in Deutsch-Südwest Diaman- .tcn vorkommen, kann nach Den darüber vorlie-