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Casseler Arueste Mschnchten

Bin Spfer der

der Krakauer Weichselbrücke.

Plötzlich aber trat Tauwetter ein, und dar Niveau der Weichsel stieg binnen vier Stunden um zwei Meter. Die Stützen der Brücke hielten dem Druck der Eisschollen nicht stand, und mit ihnen stürzte die Brücke ein Nur der auf der Krakauer Seite liegende Teil der Brücke blieb unversehrt; auch er geriet aber in Gefahr, da die in den Fluß gestürzten Holz- und Eisenrnaffen gegen die noch stehengeblie- benen Piloten geschwemmt wurden. Man ver­sucht, diese Reste der Eisenkonstruktionen zu retten, um den Schaden zu vermindern, der auf eine Million Kronen geschätzt wird.

von seiner Frau ernähren lassen und bat diese, ihm die Mittel zu gewähren, um ebenfalls Me­dizin zu studieren, dann wollte er später ge- nlcinsam mit ihr eine chirurgische Klinik eröff­nen Es geschah, wie er gewünscht, und heilte sind die beiden... ein glückliches Paar und tm Besitz eines renommierten Sanatoriums.

Der Eisgang der Weichsel hat in Krakau großen Schaden verursacht. Eine neue Brücke, die der Staat zur Verbindung der alten polnischen Königsstadt mit ihrer Vor­stadt Podgorze erbaut hatte, wurde (wie wir schon telegraphisch berichteten) von den Eis­schollen zerstört. Die Eisenkonstruktion ruhte aus zwei Steinpfeilern und stützte sich auf Hunderte von Holzpiloten. Der Bau, der 2.5 Millionen Kronen gekostet war beinahe vollendet und man hoffte, die Brücke in den nächsten Tagen dem Verkehr übergeben zu können. Es sollte aber anders kommen: Der Fluß war in der letzten Zeit gefroren gewesen,

Abgeordnetenhaus-Sitzung vom 24. Februak.

„Irn Abgeordnetenhaus stand gestern die »Königliche Seehandlung" (auch .Preußische Staatsbank" genannt) auf der Tagesordnung. Ter Rame „Seehandlunqs- iank" ist nicht mehr nach dem Wunsch vcr- wiedener Leute, und man will darum von 'm*ert , ,ber Verwaltung den Untertitel einer .Preußischen Staatsbank" künftig mehr betonen. Einem gestern geäußerten Wunsch des frei- konservativen Abgeordneten Vorster kann der Präsident des Institutes aber nicht zustimmen, : namnch die Errichtung von Provinz, finalen, durch die die kleineren Kredit­anstalten geschädigt werden würden. Der fort- chritttiche Genossenschaftsanwalt Erüg er timmte darin auch dem Präsidenten zu. Beim Etat der direkten Steuern gab es eine allgemeine Debatte, hervorgerufen durch den konservativen Abgeordneten von Hennigs, der eine stärkere Besteuerung von Gesellschaften verlangt und es dem Reiche verwehren will, auf die Steuerquellen der Einzelstaaten über- zugrerfen. Für ihn ist der Landrat die geeig­netste Persönlichkeit auch für die Leitung der Steuereinschätzung. Der Freikonservative von Zedlitz pflichtet dem Vorredner bei, während der nationalliberale Abgeordnete Dr Keil, von dieser Tätigkeit des Landrates nichts wissen wollte. Der Fortschrittler Gvßling entwickelt ein Steuerprogramm, in dem er namentlich für Quotisierung der Einkommen­steuer und für Vermögenszuwachs­steuer plaidierte. Finanzminister Dr. Lentze veripricht sich von diesen Vorschlägen aber nichts, er befürchtet vo» ihnen sogar schwere Nachteile, abgesehen davon, daß die Haupt- grundsäyc der bisherigen Einkommensteuer sich durchaus bewährt hätten. Nachdem noch Ge­nosse Ströbel eine Philippika gegen .die Besteuerung des kleinen Mannes" zum Regie- rungsttsch geschleudert hatte, vertagte sich das Haus auf Sonnabend, an welchem Tage die Beratung fortgesetzt werden soll.

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Das Echo von der Seine.

(Eigene Drahtmeldung.)

Aus Paris wird uns depeschiert: Die Rede des preußischen Kriegsministers von H eering en im Deutschen Reichstage über die französische Fremdenlegion hat hier stark verstimmt. Der „Matin" bc- merkt: „Was man bisher in Frankreich glaubte, d,e Bekämpfung der Fremdenlegion in Deutschland ginge nur von Brivatgeseklschas- .en aus, wird durch die Rede des Kriegsmini- ters widerlegt und es wird klar, daß der < Öc8ei* die französische Fremdenlegion jetzt offiziell von der Deutschen Re­gierung geführt wird.

■ sommerkommiffionen im Landtag? (Telegramm unserS Korrespondenten.)

Aus dem Landtag wird uns depeschiert­en parlamentarischen Kreisen Verlautet, daß die Skea-.ermk« beabsichtigt. das Waffcrgesev be« Fischereigesetz dem Land noch in dieser Saison vorzulegen. Fer- »er heißt eS, daß die Regierung den Wunsch -iner Kommission wäh. rend der Vertagung im Sommer beraten zu be8 Gesetzes soll das« im nächsten Winter erfolgen Wie erfahre, liege« derartig« Be. ^ükse ^ettcns der Regierung nicht vor. man bie Befürchtung, daß die um» !2?rc^e diaterie in der nächsten Landtags- toetben kann, wenn^er 51""" beS nächsten IahreS cutöerufen wird. Ob man aus diesen Gründen b-retts im Herbst einberu" wird, steht auch noch dahin. Der Plan eine S-mmerkommission im Abgeordneten, hause tagen zu lassen, dürste bei de« Fraktto- nen wem« Gegenliebe finden. Wollte man bi», ^/^^erwirklichen, so dürste der Landtag mcht geschlossen, sondern nur vertagt werden Dr-Behandlung der Materie im Lmidtage L«ch auch «ach dem Laufe der Arbeiten im ®ioa{gmuttftertum richten, dem gegenwärtig ^b Vorlage zur Beschlußfassung vorliegt. Das Ecksalderbeiden Gesetze hängt also zurzeit «och völlig in der Schwebe. -w-

Der Schornsteinfeger zögerte lange, bevor er die fürchterliche Verpflichtung einging, aber da er ein armer Teufel war, und das faule Leben und der Luxus, den die gelehrte Dame ihm bot, ihn reizten, unterschrieb er am Ende doch den Kontrakt. Er wird der Segnungen J»c3 neucrworbenen Reichtums aber nicht froh.

Warum Betratet man?

Reflexionen, von Max Kossak.

Die üblichsten Gründe, die die Menschen Mm Heiraten veranlassen, kennt jeder- mann. Sie sind bei dem weiblichen Geschlecht zahlreicher als beim männlichen, denn während sie sich bezüglich des letzteren in die beiden Worte »Geld" und »Liebe" zusammenfaffen lassen (daneben wählen freilich manche Herren der Schöpfung die Braut im Hinblick auf die Stellung des Schwiegervaters und die von ihm erhoffte Protektion, die weiterhin, weil sie der Wirtshausküche müde sind und sich über­haupt nach dem Komfort eines gut geleiteten Haushaltes sehnen) existieren für die Frauen noch einige andere Mottve, die sie ut den Hafen der Ehe führen. Obenan steht natürlich der Wunsch nach einer Versorgung, ferner spielt der Frauentitel, der, wenn wir ehrlich sein wollen, ja auch wirklich von unge­heurem Vorteil für ein Weib ist, bei dem soge­nannten zarten und schönen Geschlecht eine große Rolle, dann der Drang nach der ver­mehrten Freiheit, die die Frau doch auch heute immer noch vor dem Fräulein genießt, und häufig auch der Drang, sich in selbständiger Stellung hauswirtschaftNch betätigen zu können.

und noch weniger kann er der guten Küche im Hause seiner Gemahlin Ehre antun, da er be­ständig an Magenindispositionen leidet, die er sich durch die vielen Arzneimittel zuzieht.

Ein Opfer wissenschaftlichen Eifers ist auch ein Newporker Straßenkehrer: Er waltete in einer ziemlich abgelegenen Villenstraße seines Amtes, und ebenfalls eine Doktorin der Medi- M diesmal eine Chirurgin, die auf dem Schauplatz feiner Tätigkeit wohnte, sab ihn von ihrem Fenster ans täglich. Dabet fiel ihr auf, 7*5 mb!r ?lanrt stark nach innen gekehrte Beine (L-Beine) hatte. Zufälligerweise hatte sie schon *nAb?3 Problem beschäftigt, ob man diese Jtodb bei einem völlig ausgewachsenen Men- schcn in gerade, normale, verwandeln könnte, «re ließ den Gassenkehrer zu sich heraufkom- nren ^nd machte sich erbötig, zu versuchen, ob stA./ein Mangel durch einen operativen Ein­griff beseitigen ließ.

f Mann lehnte ab. »Ei, wenn ich nachher werde, was dann?" meinte er. »Tann eine Entschädigungssumme", h.’f Doktorin. Ter Gassenkehrer je- ^^E dersprecherr gegenüber miß­trauisch. »Ich will Ihnen etwas sagen, Miß", schlug er vor, »heiraten Sie. mich, dann müssen St« zeitlebens für mich sorgen. Andernfalls gebe ich mich zu der Operation nicht her, aber wenn Sie mich heiraten, dann können Sie aus meinen X-Betnen gerade, auch O-Beine ma- chen. wie es Ihnen gefällt." Tiefer Ge­danke zündete bei der Chirurgin, eine weite Perspektive operativer Tätigkeit ganz nach ^rC1mr?.e^tc6ctt ö^ttetc stch vor ihren entzück­ten Blicken, und nach Erlediauna der gesetzli­chen Formalitäten heiratete sie ihren Gassen- keyrer.

Gleich nach der Hochzeit unternahm sie die Operation, die. begleitet von weiteren ratio­nellen Kuren, über Erwarten aelang. AlS der Mann dann aber zum ersten Male aradbeinig dura, das Zimmer ging, gefiel er ihr so gut, daß sie von allen weiteren Operationen Abstand nahm. Angesichts dieses Opfermuts erwachte auch icine Ritterlichkeit: Er wollte sich nicht

schuld daran, wenn die Löhne noch immer auf dem alten niedrigen Satz stehen. Bei den Of­fizieren ist man nicht so knickerig.

Die Zahl der Militäranwärter, die versorgt werden sollen, schwillt unheimlich an. Das ganze System steht vor dem Zu­sammenbruch. Nun hat ein Mitglied der Rechten in der Kommission erklärt, bei der Reichsversicherungsordnung werde sich Gele­genheit bieten, die Militäranwärter unterzu- brmgen. Also darum die Hetze gegen die Krankenkassen. Unterm jetzigen Kriegsminister geht es eher rückwärts als vorwärts. Für die Jugend wird nichts getan. Man versucht frei­lich, sie zum Hurrapatriotismus zu erziehen k bemühen Sie sich aber nicht, unsere Kinder sind vom sozialdemokratischen Geiste erfüllt. Was sagt der Kriegsminister zu der Affäre Wartensleben? Die unglaublichen Be­schimpfungen in der Armee müssen dock end­lich einmal aufhören. Das besondere Ehrge­fühl des Offizierkorps ist so lange eine leere Phrase, als man unter den Offizieren Ele­mente duldet, die ehrliche Soldaten auf das schmählichste mißhandeln. Selbst die Reserve- offiziere will man

unter eine Gesinnungskontrolle stellen, man ging ja sogar gegen Dr. Jaenicke vom „Hannoverschen Courier" vor, weil er Maxi­milian Harden bei sich ausgenommen hatte. (Hört! Hört! links.)

Abg. Müller-Meiningen (Vp.): Hoffentlich bleibt bie Kabinettsorder gegen die vielen Be-

ollte ihre Bedürfnisse bei den Produ- zenten selbst decken und der Monopolstellung einzelner Firmen entgegenwirken, Patente und Lizenzen aufkaufen, die billigen Firmen zu- nächst berücksichtigen.

eine adelige Frau haben möchte, kommt im allgemeinen doch nur selten vor, da ja Namen und Adelsprädikat der Gattin doch nicht aus ihn übergehen.

Hierin und nicht in dem idealeren Sinn der Männer ist wohl auch der Grund zu su­chen, daß, wie die Statistik uns versichert, viel mehr Männer als Frauen Mesalliancen schließen. Im übrigen ist es nicht Zweck und Ziel dieser anspruchslosen Plauderei, den all­tägliche» Ursachen nachzugehen, die die Leute treiben, den bewußten Gang nach dem Stan­desamt anzutreten, sondern von solchen zu er­zählen, die keine Präzedenzfälle haben, und menschlichem Ermessen nach für alle Zeiten Unika bleiben werden. Vor etwa einem Jahr las ich in einer italienischen Zeitung von solch einem Fall, und da er mich amüsierte, richtete ich fortan mein Augenmerk aus den Gegen­stand und machte mir eine Notiz, wenn ich irgendwo etwas Neues, AuthenttscheS auf dem Gebiet sand . . .

Die bizarrsten dieser HeiratSgeschichten sind wohl in Amerika passiert. So hat zum Beispiel vor ein paar Jahren eine von glü­hendem Forschungstrieb beseelte Doktorin der Medizin aus Boston einen armen Schornstein­feger geehelicht, um ihn als Erperimentalob- jekt für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen zu benutzen. Bevor sie ihn zum Altar führte, mußte er einen Kontrakt unterschreiben, alle Medikamente und Drogurn einzunehmen, die « ihm zum Verschlucken geben würde.. Sie hatte deren Wirkung bisher nur an Hunden ausprobiert, aber da dies ihrem Ehrgeiz nicht «ehr genügte, und sie gern wissen wollte, welche Erscheinungen sie bei einem Menschen bervortiefen, so wünschte sie einen solchen tändig zu ihrer Disposition zu haben.

Vas große RStfelraten.

(Telegramm uusereS Korrespondenten.)

®erKnee Korrespondent der „Frank- I®“0 Rettung“ bezeichnet nach zuverlässigen Informationen bie Meldung, daß bet Termin Reichstagswahlen enbgüktig auf Montag, den 27. November festgesetzt fei, als unrichtig, und stellt des weiteren fest, daß feines Wissens an maßgebenden Stellen (zu denen auch bie großen Bundesregierungen gehören) von den in der letzten Zeit gesliffent- llch in bie Oefsentlichkeit lancierten Plänen, die Wahle« bis in bett nächsten Winter hin- auSzuschieben und vorher noch eine Arbeits- feffio« zu veranstalten, niemand etwas wissen will. Es ist vielmehr beabsichtigt, die Wahlen am «ächstgeeignete« Zeitpunkt vor- lunehmeu und das ist: Der Herbst.

Heermgen tat Treffen. Reichstags-Sitzung vom 24. Februar. Am Tische des Bundesrates: Freiherr von Heermgen und Wermuth. Den Platz des Ab- geordneten Dr. Paasche (nl.), der heute seinen sechzigsten Geburtstag feiert, fchmückt ein Blu­menstrauß. Auf der Tagesordnung steht die Beratung der Militärvorlage.

Der grundlegende Paragraph 1 der Hee- resvorlage wird in namentlicher Ab- ’Vmrnung mit 247 gegen 63 Stimmen, bei 11 Enthaltungen, sämtlich Zentrumsmitglie­der, angenommen. Gegen die Vorlage stimmen die Sozialdemokraten, die Polen und ote drei bayerischen Zentrumsmitglieder Dr. Heim, General Häusler und Irl, . „Abg. Erzberger (Ztr.): Eine scharfe Kon­trolle des Reichstags ist notwendig, denn cs muß noch weiter gespart werden. Wann wird die Kommission zur Prüfung des Gesamtintendanturwesens ihre Arbeiten been- bet haben? Die Bestimmungen über bie Eh­rengerichte bebürsen einer neuen Redak­tion. Der Kriegsminister sollte sich mit dem preußischen Landwirtschaftsminifter über die Frage der Ansiedlung von Militär­anwärter » ins Einvernehmen setzen. Er­freulich ist die Abnahme der Soldaten­mißhandlungen, die sich um 70 Prozent vermindert haben. Redner fordert eine Ver­minderung der Kontrollversammlungen und bittet, bei der Anlage von Truppenübungs­plätzen Enteignungen zu vermeiden. Die Aer-

sichtigungen nicht nur auf dem Papier. In der körperlichen Jugenderziehung hat sich Preußen ein großes Verdienst erworben. (Hört! Hört! rechts.) Sonst sehen wir wenig Gutes in der x , „ , _. , „ Militärverwaltung. Die Sparsamkeitsaktion ftmA; spricht für eine Erho- von 1908 war ein Mißerfolg. Wir wollen das

hung der Mannschaftslohne. Das Zentrum ist Heer innerlich gesund machen, dafür bekämpfen

Nr. 72.

Erster Jahrgang.

Manche Mädchen, besonders alleinstehende, nicht mehr jung«, verheiraten sich auch ledig­lich, um einen Anschluß ,u haben, weil ihnen, vor dem einsamen Alter graut, von ihrem Her­zenshunger getrieben, weil sie etwas haben möchten, für das sie sorgen, das sie hegen und pflegen können: bet diesen gibt daS in ihnen wohnende Mütterlichkeitsgefühl in hohem Maße den AuSfchlag. Ei» weniger ideales Motiv, das die Gattenwahl vieler höherer Töchter beeinflußt, ist bie Aussicht auf bte Wit­wenpension, bie ihnen zufolge ber Stellung des Erkorenen nach besten Tob« zufällt, wie weiterhin ber Wunsch, eine« adeligen Namen zu gewinnen. Daß ein Mann ein Mädchen >«statet, nur, weil er 6(5 D8:«rUSrr gern

wrr bie Bevorzugung bestimmter Klassen im Heere. Meine vorjährigen Beschwerden hatten einen Ministerialerlass zur Folge, der es für unzulässig erklärte, daß Offiziere sich an Abge­ordnete wenden. (Hört! Hört! links.) Das ist eine Provokation des Parlaments Nun hat man einige Konzessions-Schulzes in die Garde gesteckt, nicht wegen, sondern trotz des Parlaments.

Den „Kerlen" in der Volksvertretung darf ja unter keinen Umständen nachgegeben werden denn der preußische Adel ist mächtiger als das Parlament, der Minister und selbst der die Ausdehnung der Kompetenz der Ehrengerichte provoziert man ge- rade den Reichstag. Redner erörtert in diesem Zusammenhang den Fall des Verlegers des »Hannoverschen Couriers".

Kriegsminister von Heermgen: Ich bin mit dem Abgeordneten Müller-Meiningen dar­in einig, dass unser Volksheer aus der Grund­lage des gleichen Rechts aufgebaut wer- den muß Ich glaube aber, daß wir über die Einzelheiten keine Einigung erzielen werden. Wenn eines notwendig ist, so ist es die un­bedingte Festhaltung der Diszi- Hin, des unbedingten Gehorsams im Heere. Sonst wird die Armee auch nie das sie vor dem Feinde zu leisten hat. As ist sur den Kriegsminister schmerzlich, keine höheren Mannschaftslöhne einstellen zu können. Eine übermäßige Pensionierung unserer Offi­ziere lassen wir nicht eintreten. Es wird nur

’ viele Menschen den Gatten oder die

1 Gattm wegen ihrer A e h n l i ch k e i t mit einem ; teuren Verstorbenen, oder gar auch einem Le- benden wählen, ist eine oft vorkommende Tat­sache. . Ein so drastischer Fall aber, wie er sich vor einer Reihe von Jahren in Liverpool er- e gnete, dürste doch selten fein. Dort heiratete eine reiche Witwe, die Besitzerin eines großen Mobelmagazius, ebenfalls einen Mann, weil er auyerltch ihrem ersten Gatten sprechend ähn­lich sah Um sich selbst die Illusion zu verschaf- scn, daß die Ehe mit dem Ersten fortdauerte, mußte der Zweite nicht nur bu Kleiber des To­ten tragen, sondern auch alle dessen Gewohn­heiten an den Tag legen.

Das ging so weit, daß eines Tages, als der Gatte cm Glas Wein zu Mittag zu trin­ken wünschte, er zur Antwort erhielt, daß das mcht angängig sei, da fein Vorgänger nur .tri"fca dflegte. Tatsächlich tränt wie ein Schwamm, aber in der Regel mcht WlSkv, fonbern absoluten Alkohol. Da­vor war sein Nachfolger, ber ursprünglich ein­gefleischter Temperenzler gewesen gezwungen, Glas um Glas zu leeren, bis er bcsinmmgs- lvS unter bent Tisch lag. . War es soweit, so klatschte bte Frau In bie Hände und rief: „Ge­nau wie mein geliebter Erster!"

Schließen wir die Plauderei, indem wir noch jene ältliche Holländerin erwähnen, die einen Agenten nach Indien schickte, um ihr einen Fakir, der sich schon einmal lebendig hatte be­graben lassen, als Gatten ausfindig zu machen, oder icnen Engländer (einen gewissen Arthur Wilde) der durch die Zeitungen eine Gattin suchte, die. ohne Tierbändigerin von Profession tv sein, cS unternehmen werde, vor seinen Augen zum ersten Male in einen Löwenkä- hfl au geben...

1. Beilage.

Sonntag, 26. Februar 1911.

der pensioniert, der zur Fortsetzung des aktiven Dienstes nicht mehr fähig ist. Wir sind darauf bedacht, selbständig

denkende Menschen in der Armee zu erziehen. Ich muß entschieden Verwahrung dagegen einlegen, wenn der Abgeordnete Roske gesagt hat, daß unsere Mannschaften s ch l i m - meralsHundebehandelt werden. Wir sind davon überzeugt, daß wir nur mit willi­gen Soldaten den Kampf bestehen können Mißhandlungen durch Offiziere bedauere auch ich. Im Interesse der Disziplin können bei militärischen Vergehen Vorgesetzte und Unter­gebene nicht gleichmäßig behandelt werden, denn der Vorgesetzte repräsentiert die Auto­rität des Staates. Wir stehen durchaus nicht auf dem Standpunkt, daß wir keine Kritik ver- ttagen können, im Gegenteil, eine gesunde Kri­tik fördert uns ganz unzweifelhast.

Abg. Siebert (Rp.): Wir sind stolz auf unser Offizierkorps. Leider hört die Lfsizi-r- laufbahn vielfach mit dem Hauptmann auf. Den Veteranen sollte man zum sünfzigsten Ju­biläum ihrer Siege eine besondere Ehrenzula-'e geben.

Nach weiterer Debatte wird sodann die Weiterberatung des Militäretats auf Sonn­abend, 11 Uhr vormittags, vertagt.

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Die Seehandlung im Landtag.